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	<title>Jodbad Sulzbrunn - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Martinus KE: /* Geschichte des Wild- und Jodbades */</title>
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		<updated>2025-08-14T04:10:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte des Wild- und Jodbades&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jodbad Sulzbrunn Historische Ansicht.jpg|mini|Jodbad Sulzbrunn im 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Das ehemalige &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jodbad Sulzbrunn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; liegt 20 km südöstlich von [[Kempten (Allgäu)]] in 875 m Höhe in der [[Marktgemeinde]] [[Sulzberg (Landkreis Oberallgäu)|Sulzberg]] im [[Landkreis Oberallgäu]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jodhaltige Chlorid-Mineralquellen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jodbad Sulzbrunn 1.jpg|mini|Einstiegsschacht der &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039; im Jodbad Sulzbrunn]]&lt;br /&gt;
Die seit [[Ur- und Frühgeschichte|prähistorischer]] Zeit bekannten &amp;#039;&amp;#039;Kemptener Waldquellen&amp;#039;&amp;#039; gehören mit den [[Bad Heilbrunn]]er [[Mineralquelle]]n zu den stärksten [[Iod]]quellen Deutschlands. Die iodidreichen Mineralquellen südlich von Sulzberg wurden Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts neu gefasst und systematisch chemisch analysiert. Anfang des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurden in Sulzbrunn vier Jodmagnesium-Quellen und zwei 1906 entdeckte schwefelhaltige Mineralquellen [[Balneologie|balneologisch]] genutzt. Das Quellwasser besitzt nur geringe Spuren von [[Brom]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Bäder-Almanach |Sammelwerk=Mitteilungen der Bäder, Luftkurorte und Heilanstalten in Deutschland, Oesterreich, der Schweiz und den angrenzenden Gebieten |Auflage=10. |Verlag=Rudolf Mosse |Ort=Berlin |Datum=1907 |Seiten=183 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gesamtmineralisation der 7,5&amp;amp;nbsp;°C warmen &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039; beträgt knapp 3&amp;amp;nbsp;g/l. Den [[Iodide|Iodid]]-Gehalt des Mineralgehaltes bestimmte bereits 1858 [[Justus von Liebig]] mit 13&amp;amp;nbsp;mg/l. Einige Chemiker stellten im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert fest, dass die Mineralkonzentration an Iodid erheblich von [[Regenwasser]] beeinflusst wird. Nach langen Trockenperioden kann die Iodid-Konzentration bis auf 25&amp;amp;nbsp;mg/l ansteigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Als durchschnittliche tägliche [[Schüttung (Hydrologie)|Schüttungsmenge]] der neugefassten &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039; wurde 1858 die Maßeinheit von 84 bis 88&amp;amp;nbsp;[[Eimer (Volumenmaß)|Eimer]] angegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Feldbausch |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Zur Kenntnis der Jodquellen in Sulzbrunn bei Kempten |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=169}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird von der Herkunft der iodidreichen [[Mineralwasser|Mineralwässern]] aus den [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] der [[Molassebecken|Unteren Meeresmolasse]] ausgegangen. Die hier vorkommenden Sedimente mit hohen organischen Anteilen gelten als Quelle für den entsprechenden Mineralgehalt. Die Jodquellen in [[Bayern]] sind häufig an die [[Überschiebung]]sbahnen der [[Tektonische Decke|alpidischen Decken]] auf die [[Vorlandmolasse]] gebunden. Südlich von Kempten befindet sich die [[Tektonik|tektonisch]] stark beanspruchte Übergangszone der [[Subalpine Molasse|Faltenmolasse]] auf die Vorlandmolasse, die aufgrund der Zerrüttung des Gesteinsverbandes Möglichkeiten für einen Mineralwasseraufstieg bietet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Werner Käß, Hanna Käß |Hrsg=Vereinigung für Bäder- und Klimakunde e. V. |Titel=Deutsches Bäderbuch |Auflage=2. |Verlag=E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller) |Ort=Stuttgart |Datum=2008 |ISBN=978-3-510-65241-9 |Seiten=1015 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Lagally, Stefan Glaser, Elisabeth Jobe, Georg Loth, Andreas Murr, Hubert Schmid, Wolfgang Schmid, Klaus Schwerd, Stephan Sieblitz, Ulrich Teipel |Hrsg=Bayerisches Landesamt für Umwelt |Titel=Geotope in Schwaben |Sammelwerk=Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz |Band=7 |Ort=Augsburg |Datum=2009 |ISBN=978-3-936385-34-2 |Seiten=40 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039; wurde 1923 durch einen 30 Meter langen [[Stollen (Bergbau)|Stollen]] neu erschlossen, an dessen Ende ein Quellschacht, dem [[Einfallen]] des [[Molasse]]-[[Sandstein]]s folgend, drei Meter in die Tiefe führt und eine wasserführende [[Kluft (Geologie)|Kluft]] anschneidet. Der Zugang zu dem Stollen erfolgt durch einen Einstiegsschacht, der Stollen selber besitzt die Funktion des Überlaufs für den Quellschacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2014 wurden in dem Stollen von Geologen des [[Bayerisches Landesamt für Umwelt|Bayerischen Landesamtes für Umwelt]] bis zu 20 cm lange, glibberige [[Biofilm]]-[[Stalaktit]]en, sogenannte [[Snottit|Snottiten]] entdeckt. Die weichen, cm-dicken Gebilde werden von [[Bakterien]] gebildet, die ohne Licht leben können und sich offensichtlich von [[Methan]] und Iod ernähren. Nach Angaben des [[Helmholtz-Zentrum München|Helmholtz-Zentrums München]] sind Snottites von Sulzbrunn das weltweit erste Vorkommen von großen Biofilmen aus methanoxidierenden Bakterien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Birgit Ellinger |Titel= Lebender &amp;quot;Alien-Schleim&amp;quot; entzückt Höhlenforscher |Sammelwerk=Welt Online |Datum=2014-11-07 |Online=https://www.welt.de/wissenschaft/article134097642/Lebender-Alien-Schleim-entzueckt-Hoehlenforscher.html |Abruf=2016-02-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geotop ===&lt;br /&gt;
Die Mineralquelle ist vom [[Bayerisches Landesamt für Umwelt|Bayerischen Landesamt für Umwelt]] als wertvolles [[Geotop]] (Geotop-Nummer: 780Q002) ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geotop&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Wild- und Jodbades ==&lt;br /&gt;
[[Archäologischer Fund|Archäologische Funde]] in den Quellen und ihrer Umgebung belegten zunächst eine Nutzung der salzhaltigen Quellaustritte seit mindestens [[Römisches Reich|römischer Zeit]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. C. Schott |Titel=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke. |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=234}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Neufassungsarbeiten 1923 wurden hingegen noch ältere, vermutlich [[Prähistorische Archäologie|prähistorische]] Gefäßreste gefunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gustav Abele |Hrsg=Bayerisches Geologisches Landesamt |Titel=Die Heil- und Mineralquellen Südbayerns |Sammelwerk=Geolocia Bavarica |Band=2 |Ort=München |Datum=1950 |Seiten=53–55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die erste schriftliche Erwähnung der Quellen soll in einer Urkunde aus dem Jahr 1059 über den bischöflichen Augsburgischen Wildbannbezirk erfolgt sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Der Berghang mit den Quellen wurde darin als „Sulzeberch“ beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.allgaeuerseenland.de/index.shtml?asd_jodquellen |titel=Jodquelle Sulzbrunn |hrsg=Allgäuer Seenland |abruf=2016-02-13 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Davon haben auch die [[Burgruine Sulzberg]] und die Gemeinde [[Sulzberg (Landkreis Oberallgäu)]] ihren Namen.&amp;lt;!-- Quelle? --&amp;gt; In der Literatur wird berichtet, dass sich an den Quellaustritten regelmäßig Wild- und Weidetiere an den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Sulzen&amp;#039;&amp;#039; zum Tränken einfanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Bis ins 19. Jahrhundert floss das salzhaltige Mineralwasser ungenutzt als &amp;#039;&amp;#039;Kemptener Waldwasser&amp;#039;&amp;#039; ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1837 wurde der [[Gastwirt]] Pankratius Kapitel aus dem benachbarten [[Oberzollhaus (Oy-Mittelberg)|Oberzollhaus]] nach dem dreimonatigen Trinken des &amp;#039;&amp;#039;Kemptener Waldwassers&amp;#039;&amp;#039; von einem ausgeprägten [[Struma|Kropf]] vollkommen geheilt. Die Kunde von der Heilung erregte medizinisches Aufsehen, denn das Kropfleiden war besonders im [[Allgäu]] weit verbreitet. Der Kemptener Bezirksarzt Karrer ließ daraufhin 1838 [[Analytische Chemie|chemische Analysen]] anfertigen und erkannte die Bedeutung der Entdeckung und ließ die Quelle im gleichen Jahr neu [[Wasserfassung|fassen]]. Die Heilung des Struma-Leidens führte Karrer auf iodhaltiges Wasser zurück, was in den chemischen Analysen bestätigt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Es entstand eine starke Nachfrage nach dem Wasser aus Sulzberg.&amp;lt;!-- Quelle? --&amp;gt; Die gefasste Quelle, die zwei Einzelquellen vereinigte, erhielt 1855 den Namen &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=O. Sendtner |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Notizen über die Jodquelle Sulzbrunn bei Sulzberg nächst Kempten in Bayern vorzüglich in geognostisch-botanischer Hinsicht |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke. |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=25–29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1840 wurde das Jodwasser in Flaschen abgefüllt und verkauft. Dabei wurde festgestellt, dass das abgefüllte Mineralwasser in den Sommermonaten recht schnell verfaulte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Im Jahr 1852 baute man die erste Badeanstalt &amp;#039;&amp;#039;Wildbad Sulzbrunn&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; welche zwei Jahre später zur Kuranstalt erweitert wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Der Kurbetrieb, der von Juni bis Oktober stattfindet, wurde durch eine Brunnen- und Badeordnung geregelt. 1857 betrug die [[Ortstaxe|Kurtaxe]] 3½ [[Gulden]]; arme Patienten wurde kostenlos behandelt. Für ein Bad wurden 48 [[Kreuzer (Münze)|Kreuzer]], für ein Sitz- oder Staubregenbad 12 Kreuzer in Rechnung gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Brunnen- und Badeordnung beim Gebrauch der Jodquellen im Wildbade Sulzbrunn bei Kempten, im Königreiche Bayern |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=190–195}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Anfang der 1860er Jahre wurde Sulzbrunn als &amp;#039;&amp;#039;Jodbad&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Im Jahr 1861 hatte das Bad allerdings lediglich neun Kurgäste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Carl Friedrich Majer |Hrsg=Staatsministerium des Innern |Titel=General-Bericht für die Sanitäts-Verwaltung im Königreiche Bayern |Band=2 |Verlag=Cotta’sche Buchhandlung |Ort=München |Datum=1868 |Seiten=134}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Quellaustritte am Hang wurden 1855 durch den [[Frankfurt am Main|Frankfurter]] Ingenieur Ettling neu gefasst. Dabei wurden auch drei weitere Quellvorbrüche entdeckt, von denen zwei benachbarte den Namen &amp;#039;&amp;#039;Hildegardsquelle(n)&amp;#039;&amp;#039; bekamen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Josef Seegen |Titel=Handbuch der Allgemeinen und Speciellen Heilquellenlehre |Auflage=2. |Verlag=Wilhelm Braumüller |Ort=Wien |Datum=1862 |Seiten=497 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Quellort des &amp;#039;&amp;#039;Hildegardsquellen&amp;#039;&amp;#039; liegt unterhalb der &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039;, in den [[Mergel]]schiefern. Ein dritter Quellort, der geringer bedeutend war, war durch ein gering iodhaltiges, aber [[Schwefelwasserstoff]]-führendes Mineralwasser charakterisiert. Im Jahr 1856 wurden die Quellen von [[Ludwig Andreas Buchner]], zwei Jahre später von [[Justus von Liebig]] analysiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Im [[Brunnenstube|Quellhaus]] gab es seit dieser Zeit ein mit [[Ottomane]]n ausgestattetes &amp;#039;&amp;#039;Inhalationscabinet&amp;#039;&amp;#039;, in dem die Kurgäste iodhaltige [[Quellgas]]e inhalieren konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Eine besondere Therapieform war in Sulzbrunn die [[Brunnenkur|Trinkkur]] mit jodhaltiger [[Molke]], Milch&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. C. Schott |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Reflexionen und Thatsachen, welche zur verbesserten und zweckmäßigeren Methode zur Erzeugung der Jodmilch in Deutschland führten. |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=114–122}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. C. Schott |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Ueber den Übergang des Jods mittels des Verdauungs- und Assimilierungsprozesses in die Milch einiger Säugethiere von den Doctoren Labourdette und Dumesnil zu Quatre-Marés in Frankreich |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main. |Datum=1858 |Seiten=107–113}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie mit [[Kumys|Kumiß]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=C. Kaiser |Hrsg=A. Buchner |Titel=Neues Repertorium für die Pharmacie |Band=9 |Ort=München |Datum=1860 |Seiten=260}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu wurde den Kühen und Ziegen jodhaltiges Mineralwasser in die [[Tränke]]n gegeben und die Milch anschließend therapeutisch eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mair |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Bericht des prakt. und Badearztes Dr. Mair in Sulzberg Über den Kurort Sulzbrunn bei Kempten |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=72–101}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. C. Schott |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Über die beiden organischen Jodverbindungen, Jodmilch und Jodmolke, ihre Erzeugung und therapeutische Bedeutung |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=123–145}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben dem als Mineralwasser abgefüllten &amp;#039;&amp;#039;Jodwasser&amp;#039;&amp;#039;, der &amp;#039;&amp;#039;Jodmolke&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Jodmilch&amp;#039;&amp;#039; wurde in Sulzbrunn seit 1856 aus dem Wasser der &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039; auch &amp;#039;&amp;#039;Kemptener Quellsalz&amp;#039;&amp;#039; (sal jodinicum campodunense), &amp;#039;&amp;#039;Kemptener Salzlauge&amp;#039;&amp;#039; (lixivium jodinicum campodunense), Jodsalzseife und Jodtabletten hergestellt und in [[Apotheke]]n bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts vertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Feldbausch |Hrsg=A. C. Schott |Titel=Zur Kenntnis der Jodquellen in Sulzbrunn bei Kempten |Sammelwerk=Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke |Band=Erstes Jahrbuch |Verlag=A. Vömel |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1858 |Seiten=168–176}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bernhard Maximilian Lersch |Titel=Einleitung in die Heilquellenlehre – Ein Handbuch für Chemiker und Ärzte |Band=2 |Nummer=2. Teil |Verlag=Ferdinand Enke |Ort=Erlangen |Datum=1860 |Seiten=1338}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Jodbad Sulzbrunn 7.jpg|mini|Bahnhof &amp;#039;&amp;#039;Jodbad Sulzbrunn&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Aufgrund der größer werdenden Beliebtheit wurde 1872 ein Patientenhaus und ein Kurpark errichtet. Im Jahr 1898 besuchten 290 Kurgäste Sulzbrunn.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Julius Glax |Titel=Lehrbuch der Balneotherapie – Specielle Balneotherapie |Sammelwerk=Bibliothek des Arztes. Eine Sammlung medicinischer Lehrbücher für Studierende und Praktiker |Band=2 |Verlag=Ferdinand Enke |Ort=Stuttgart |Datum=1900 |Seiten=536}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 wird an der damals gebauten [[Außerfernbahn]] ein eigener Bahnhof mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Jodbad-Sulzbrunn&amp;#039;&amp;#039; eröffnet. In den Jahren danach reisen eine große Zahl an Kurgästen über diesen Bahnhof. Um die steigende Nachfrage nach [[Kur]]en zu decken, wurde im Jahr 1906 ein neues Badehaus eingeweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jodbad Sulzbrunn fanden Patienten und Kurgäste vor allem Heilung bei [[Gefäßerkrankung]]en, [[Skrofulose]], [[Arterielle Hypertonie|Bluthochdruck]], [[Entzündung]]en, [[Hautkrankheit|Haut]]-, [[Schilddrüse]]n- und [[Stoffwechselstörung|Stoffwechselerkrankungen]]. Im Jahr 1925 wurde das Jodbad von der Jodquellen A.G. [[Bad Tölz]] erworben und modernisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Bäder-Almanach |Sammelwerk=Mitteilungen der Bäder, Luftkurorte und Heilanstalten |Auflage=15. |Verlag=Rudolf Mosse |Ort=Berlin |Datum=1930 |Seiten=286f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Kurbetrieb zum Erliegen und wurde in der Folgezeit auch nicht mehr aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktueller Betrieb ==&lt;br /&gt;
Im Jahre 1960 übernahm das [[Diakonisse]]n-Mutterhaus [[Stiftung Hensoltshöhe|Hensoltshöhe]] das Anwesen und baute es zu einer Heilstätte für [[Abhängigkeit (Medizin)|Suchterkrankte]] aus. Nach wie vor [[Schüttung (Hydrologie)|schüttet]] die Quelle 3000 Liter am Tag. Das war jedoch zu wenig, um das Wasser als Mineralwasser vertreiben zu können. So versickert das Mineralwasser heute ungenutzt in den nahegelegenen Bach. Im Jahr 2007 wurde die &amp;#039;&amp;#039;Römerquelle&amp;#039;&amp;#039; als eine Station in den historischen Erlebniswanderweg, den Heinrichweg aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.all-in.de/allgaeu/oberallgaeu-kempten/quellwasser-machte-kropf-den-garaus_arid-73720 |autor=Silvia Reich-Recla| titel=Quellwasser machte Kropf den Garaus |werk=all-in.de |datum=2007-10-06 |abruf=2023-02-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2008 wurde der Bahnhof &amp;#039;&amp;#039;Jodbad Sulzbrunn&amp;#039;&amp;#039; stillgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Silvia Reich-Recla |url=https://www.all-in.de/allgaeu/oberallgaeu-kempten/kein-halt-mehr-in-jodbad-sulzbrunn_arid-85346 |titel=Kein Halt mehr in Jodbad-Sulzbrunn |werk=all-in.de |datum=2008-11-21 |abruf=2023-02-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den letzten Jahren wurde das ehemalige Jodbad als einzige Fachklinik in Bayern für [[Glücksspielsucht|Glücksspielsüchtige]] genutzt. Aus Rentabilitätsgründen wurde die Einrichtung 2014 geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dietrich Mittler Sulzberg |Titel= Römerhaus im Allgäu: Bayerns größter Suchtklinik droht Aus |Sammelwerk=sueddeutsche.de |ISSN=0174-4917 |Online=http://www.sueddeutsche.de/bayern/roemerhaus-im-allgaeu-bayerns-groesste-klinik-fuer-spielsuechtige-vor-dem-aus-1.1809131 |Abruf=2016-02-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2015 wird das Gelände von der ökologischen [[Mehrgenerationenhaus|Mehrgenerationen]]-Gemeinschaft Sulzbrunn genutzt, die sich als ökologisch lebende Gemeinschaft ([[Ökodorf]]) versteht. Auf dem Gelände der Gemeinschaft, in der rund 50 Personen leben und an das ein Seminarhaus angegliedert ist, befindet sich der Zugang zur Jodquelle.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://sulzbrunn.org/ |titel=Seminarhaus Sulzbrunn, Gemeinschaft Sulzbrunn |werk=sulzbrunn.org |sprache=de |abruf=2024-12-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sabine Stodal |Titel=Jodquelle, Gemeinschaft und &amp;quot;Snottites&amp;quot; |Sammelwerk=Kreisbote Kempten |Ort=Kempten |Datum=2016-02-10 |Seiten=2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;6&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jodbad Sulzbrunn 4.jpg|Anmeldung&lt;br /&gt;
Jodbad Sulzbrunn 6.jpg|Römerhaus&lt;br /&gt;
Jodbad Sulzbrunn 2.jpg|Haus Lug in’s Land&lt;br /&gt;
Jodbad Sulzbrunn 3.jpg|Haus Nebenan&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* A. C. Schott: &amp;#039;&amp;#039;Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke&amp;#039;&amp;#039;. Erstes Jahrbuch, A. Vömel, Frankfurt am Main 1858.&lt;br /&gt;
* Ludwig Ditterich: &amp;#039;&amp;#039;Sulzbrunn im Kemptener Waldgebirge: seine muriatischen Jodquellen [et]c., Jodmilch, Jodmolke, Jodkumis und Kräutersäfte.&amp;#039;&amp;#039; E.H. Gummi, München 1863.&lt;br /&gt;
* Max Feldbausch: &amp;#039;&amp;#039;Zur Kenntnis der Jodquellen in Sulzbrunn bei Kempten.&amp;#039;&amp;#039; In: A. C. Schott (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wildbad Sulzbrunn bei Kempten in Bayern – nebst den neuesten vom Freiherrn Dr. von Liebig vollzogenen authentischen Analyse seiner Jodquellen, sowie der dadurch auf organischem Wege erzeugten Jodmilch und Jodmolke&amp;#039;&amp;#039;. Erstes Jahrbuch, A. Vömel, Frankfurt am Main 1858, S. 168–176.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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* {{Bavarikon Ort|objekt=Sulzbrunn |ID= ODB_S00008594 }}&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geotop&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.umweltatlas.bayern.de/mapapps/resources/reports/sb_geotope/generateBericht.pdf?additionallayerfieldvalue=780Q002 Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop &amp;#039;&amp;#039;Jodquelle Sulzbrunn ENE von Sulzberg&amp;#039;&amp;#039;] (abgerufen am 8. Oktober 2017).&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Martinus KE</name></author>
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