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	<title>Jetstream - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jetstream&amp;diff=53630&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wosch21149: /* Auftreten und Arten */ Grafik zur Verdeutichung des Vorkommens auf Nord- und Südhabkugel zugefügt</title>
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		<updated>2026-02-12T10:45:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Auftreten und Arten: &lt;/span&gt; Grafik zur Verdeutichung des Vorkommens auf Nord- und Südhabkugel zugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum gleichnamigen Transportflugzeug siehe &amp;#039;&amp;#039;[[Handley Page Jetstream]]&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Jet Stream diagram.svg|lang=de|mini|Strahlstromband (vereinfachte Darstellung)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jetstream&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{enS|jet stream}}, eine Übersetzung des deutschen Wortes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strahlstrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strahlströmung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://geography.about.com/od/climate/a/jetstream.htm |wayback=20130515110202 |text=&amp;#039;&amp;#039;The Jet Stream&amp;#039;&amp;#039; (ThoughtCo) }} (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; ist in der [[Meteorologie]] der [[Anglizismus]] für ein sich dynamisch verlagerndes [[Starkwindfeld]], das meist im Bereich der oberen [[Troposphäre]] bis zur [[Tropopause]] auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetstreams bilden sich infolge globaler Ausgleichsbewegungen zwischen verschiedenen Temperaturregionen sowie zwischen [[Hochdruckgebiet|Hoch-]] und [[Tiefdruckgebiet]]en. Jetstreams sind die stärksten natürlich auftretenden [[Wind]]e und im Vergleich zu anderen Wetterphänomenen sehr verlässlich und über mehrere Tage stabil. Kurzfristig betrachtet trennen sie warme von kalten Luftmassen, letztendlich verwirbeln sie diese aber durch [[Lotrichtung|Vertikalbewegungen]] in bestimmten Bereichen. Die warmen Luftmassen werden auf ihrem Weg zum [[Nordpol]] durch die Erdrotation abgelenkt, wobei sie ihre hohe Bahngeschwindigkeit beibehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeiner definiert sind Jetstreams atmosphärische Windbänder mit einer nahezu horizontalen Strömungsachse („Jetachse“) und [[Windgeschwindigkeit]]en von bis zu 150&amp;amp;nbsp;m/s (540&amp;amp;nbsp;km/h). Die Windgeschwindigkeit fällt, sowohl vertikal als auch horizontal, mit zunehmender Entfernung zum Strömungszentrum rasch ab. Jetstreams gehören zur Gruppe der [[Geostrophischer Wind|geostrophischen Winde]], bei denen ein Gleichgewicht zwischen [[Druckgradient]]- und [[Corioliskraft]] herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auftreten und Arten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aerial Superhighway.ogv|mini|Verlauf eines Jetstreams]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jetstreamconfig.jpg|mini|Jetstreams auf nördlicher und südlicher Halbkugel]]&lt;br /&gt;
Es gibt vier wesentliche Jetstreams, wobei man zwischen zwei verschiedenen Arten und ihrer jeweiligen [[Erdoberfläche#Gliederung nach Hemisphären|Erdhalbkugel]] unterscheiden muss. Da sie in großen Höhen auftreten, werden sie in [[Isobare Zustandsänderung|isobaren]] [[Höhenwetterkarte]]n dargestellt bzw. ausgewertet (meist in Bezug zur [[200-hPa-Druckfläche]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der polare Strahlstrom (PFJ – &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Polarfrontjetstream&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) verläuft je nach [[Großwetterlage]] zwischen 40° und 60° [[Geographische Breite|geographischer Breite]] im Bereich der 249- bis 300-[[Pascal (Einheit)|hPa]]-[[Isobare]] im Verbund mit der oft bis zum Boden reichenden [[Polarfront]]. Er erreicht im Kernstrom, also seinem Zentrum, Geschwindigkeiten von 200 bis 500&amp;amp;nbsp;km/h (bekanntes Maximum ~1970 in [[Japan]] 650&amp;amp;nbsp;km/h) und stellt den wichtigsten Strahlstrom dar, wobei er gerade auch für das europäische Wetter von maßgeblicher Bedeutung ist. Da sich in den mittleren Breiten aufgrund des Aufeinandertreffens von kalter Polarluft und gemäßigten wärmeren Luftmassen ein vergleichsweise starker horizontaler [[Temperaturgradient]] ausbildet, tritt der PFJ ganzjährig auf. Sein Geschwindigkeitsmaximum und die tiefsten Lagen werden jedoch im Winter erreicht, da dann in der Regel die Temperaturunterschiede zwischen [[Pol (Geographie)|Pol]] und [[Äquator]] größer sind als im [[Sommer]] sowie die [[Tropopause]] meist deutlich niedriger liegt. Durch dynamische Effekte in der [[Erdatmosphäre]] tritt der Polarfrontjetstream nur in relativ kurzen Bändern von wenigen tausend Kilometern Länge auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Der nördliche PFJ erstreckt sich über die mittleren und nördlichen Breiten von Nordamerika, Europa und Asien und den dazwischen liegenden Ozeanen, während der südliche PFJ hauptsächlich über der Antarktis kreist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ozonewatch.gsfc.nasa.gov/meteorology/wind_2024_MERRA2_SH.html |titel=2024 Antarctic MERRA-2 Wind |werk=NASA Ozone Watch |hrsg=[[NASA]] |datum= |sprache=en |abruf=2026-02-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der subtropische Strahlstrom (STJ – &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Subtropenjetstream&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ebenso ein Westwind-Jetstream in der Nähe der [[Wendekreis (Breitenkreis)|Wendekreise]] bzw. der [[Subtropen]], also im Bereich von 20° bis 30° geographischer Breite und im Bereich der 150- bis 200-hPa-Isobare. Er tritt an der Obergrenze des abfallenden Astes der [[Hadley-Zelle]] auf, also über dem [[Subtropischer Hochdruckgürtel|subtropischen Hochdruckgürtel]], und entwickelt sich aus dem [[Antipassat]]. Der STJ ist schwächer als der PFJ und kommt oft nur in den jeweiligen Wintermonaten (der Erdhalbkugeln) zur Ausbildung. Wie der PFJ ist er eng verknüpft mit einem großen horizontalen Temperaturgradienten, der sogenannten [[Subtropenfront]], die sich jedoch im Gegensatz zur Polarfront im Allgemeinen nicht bis zum Boden ausdehnt. Obwohl er schwächer ist als der Polarfrontjetstream, zeigt er eine wesentlich größere Beständigkeit in Position und Intensität und erstreckt sich zudem geschlossen um den gesamten Globus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den bekannten großen Jetstreams gibt es aber auch noch&lt;br /&gt;
* den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tropical Easterly Jet&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (TEJ): Er erstreckt sich ausgehend von der [[Tibet#Geographie|tibetischen Hochebene]] bis zur [[Innertropische Konvergenzzone|innertropischen Konvergenzzone]] (ITC) und ist hier vor allem als Höhenostwind bis in den Norden [[Afrika]]s wetterwirksam. Insbesondere handelt es sich also nicht um einen Westwind wie beim PFJ oder STJ, sondern um einen Ostwind. Seine stärkste Ausprägung erfährt er im Nordsommer, also während des indischen [[Monsun|Sommermonsuns]].&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Low Altitude Jets:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Sie treten in der Nähe von [[Wirbelsturm|Wirbelstürmen]] auf (low altitude = geringe Höhe).&lt;br /&gt;
* den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nocturnal Jet:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Ein nächtlicher &amp;#039;&amp;#039;low-altitude-Jetstream.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Stratosphäre|stratosphärische]] bzw. [[Mesosphäre|mesosphärische]] Jetstreams.&lt;br /&gt;
* Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Supersturm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Jetstreamverwirbelung aus einem polaren Strahlstrom (PFJ – Polarfrontjetstream) und einem subtropischen Strahlstrom (STJ – Subtropenjetstream).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsursachen ==&lt;br /&gt;
Die vergleichsweise starke [[Sonnenstrahlung|Sonneneinstrahlung]] am [[Äquator]] sorgt hier für eine Erwärmung der bodennahen [[Luftmasse (Meteorologie)|Luftmassen]] und eine positive [[Erde#Globaler Energiehaushalt|Energiebilanz]], während diese an den Polen aufgrund der Breitengradabhängigkeit der durch die [[Sonne]] bedingten [[Strahlungsenergie]] negativ ist. Es handelt sich folglich im bodennahen Bereich des Äquators um relativ warme Luftmassen, die im Vergleich zu den kälteren Luftmassen der Pole eine geringere [[Dichte (Physik)#Wirkung der Temperatur auf die Dichte von Luft (Luftdichte)|Dichte]] besitzen. Die [[Luft]] der [[Troposphäre]] ist deswegen entlang der den ganzen Erdball umspannenden [[Innertropische Konvergenzzone|innertropischen Konvergenzzone (ITC)]] lockerer gepackt als an den Polen, was zur Folge hat, dass der vertikale [[Druckgradient]] wesentlich geringer ist als bei niedrigen Temperaturen und der [[Luftdruck]] daher langsamer mit zunehmender Höhe absinkt, als dies südlich oder nördlich der ITC der Fall ist. Unter anderem deswegen kann sich die Troposphäre entlang des Äquators bis in eine Höhe von ungefähr 18&amp;amp;nbsp;km und auch noch in den gemäßigten Breiten bis etwa 12&amp;amp;nbsp;km erstrecken, während sie an den Polen nur eine mittlere Mächtigkeit von 8&amp;amp;nbsp;km erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klett Verlag|Klett Buch]]: TERRA Geographie Bayern 11, S.&amp;amp;nbsp;10, Z.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese [[Luftdichte]]&amp;amp;shy;verminderung am Äquator ist dabei mit einer relativen [[Druck (Physik)|Druck]]&amp;amp;shy;erniedrigung und somit einem stabilen „Tiefdruckgürtel“ verbunden (siehe [[Planetarische Zirkulation]]): der schon angesprochenen innertropischen Konvergenzzone. Dabei ist zwischen ITC und Äquator zu unterscheiden. In der Höhe herrscht dagegen aufgrund des geringen Druckgradienten ein [[Hochdruckgebiet]], weshalb man am Äquator zwischen [[Bodentief]] und [[Höhenhoch]] unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Polen sind die Luftmassen hingegen wesentlich dichter gepackt. Durch die geringe Sonneneinstrahlung ist die Luft hier kalt und lagert aufgrund der höheren Dichte schwerer auf der Erdoberfläche. Der Druckgradient ist hier folglich wesentlich stärker ausgeprägt und es existieren stabile Hochdruckgebiete am Boden. Man spricht deshalb von einem [[Bodenhoch]] und dementsprechend auch von einem [[Höhentief]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Luftdruck- bzw. Temperaturunterschiede zwischen dem Äquator und den Polen sind also thermisch bedingt. Sie resultieren aus der [[Sonnenenergie#Abhängigkeit der Strahlungsleistung vom Einfallswinkel|Breitenabhängigkeit der Sonneneinstrahlung]], die sich rein geometrisch aus den verschieden großen Einfallswinkeln der [[Sonnenstrahlung]] ergibt. Der Antriebsmotor des entstehenden dynamischen Wetter- und Windsystems und somit auch der Jetstreams lässt sich demnach, trotz aller anderen Einflussfaktoren, in der [[Sonne]] finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Druckgradientkraft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jetsteam gradientkraft vom aequator zum pol 1.png|mini|hochkant=1.6|1. Die Höhenluft bewegt sich, der [[Gradientkraft]] folgend, vom [[Äquator]] zum [[Pol (Geographie)|Pol]]]]&lt;br /&gt;
Zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten stellt sich eine Ausgleichskraft ein, die man als [[Gradientkraft]] oder auch Druckgradientkraft bezeichnet. Im Bestreben, die Druck- bzw. Temperaturunterschiede auszugleichen, bewegt sich die Höhenluft, der Gradientkraft folgend, über die [[Breitengrad]]e hinweg vom Höhenhoch des Äquators in Richtung des Höhentiefs der Pole, also vom Ort des höheren zum Ort des niedrigeren Druckes. Je stärker nun diese Druck- und Temperaturunterschiede sind, desto stärker ist auch die Gradientkraft und der aus ihr resultierende [[Wind]]. Diese Unterschiede sind nur selten, etwa bei [[Tropischer Wirbelsturm|tropischen Wirbelstürmen]], groß genug, um die Luft in Nähe des Erdbodens ausreichend zu beschleunigen, und führen dabei auch meist nur zu Rotationsbewegungen, welche jedoch sehr unbeständig sind und aufgrund der fehlenden horizontalen Strömungsachse, trotz teilweise hoher Drehgeschwindigkeiten, keine Jetstreams darstellen. Diese selbst können sich nur bei den mit der Höhe zunehmenden Druckunterschieden und ohne Reibungseinflüsse ([[Freie Atmosphäre]]) bilden. Die Druckunterschiede nehmen jedoch auch nahe der Tropopause bzw. in der Stratosphäre wieder stark ab. Das erklärt, warum sich die sehr starken Jetstreams vor allem an scharfen Luftmassengrenzen entwickeln und zudem vertikal auf eine bestimmte Höhe begrenzt sind, im Endeffekt also die Erscheinungsform eines Windschlauches besitzen. Diese idealisierte Darstellung muss jedoch um den sogenannten [[Corioliskraft|Corioliseffekt]] erweitert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Corioliseffekt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jetsteam hoehenkarte nordhalbkugel.png|mini|400px|2. Horizontale Corioliskraft lenkt Luftmassen ab]]&lt;br /&gt;
Aufgrund der Erdrotation wirkt auf die polwärts fließende Luft die [[Corioliskraft]]. Diese [[Scheinkraft]] bewirkt, dass bewegte Luftmassen auf der [[Nordhalbkugel]] stets nach rechts und auf der [[Südhalbkugel]] stets nach links abgelenkt werden.&lt;br /&gt;
Für polwärts fließende Luftmassen bedeutet das auf &amp;#039;&amp;#039;beiden&amp;#039;&amp;#039; Erdhalbkugeln eine Ablenkung nach Osten.&lt;br /&gt;
Dadurch werden aus polwärts strömenden Gradientenwinden die ostwärts strömenden Jetstreams.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oben beschriebene (horizontale) Corioliskraft nimmt vom Äquator zu den Polen hin zu. Am Äquator verschwindet sie.&lt;br /&gt;
Das nebenstehende Schema veranschaulicht die Ostablenkung der polwärts strömenden Höhenwinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Übrigen besitzt die Corioliskraft auch eine vertikale Komponente, die auf- bzw. absteigende Luftmassen beeinflusst.&lt;br /&gt;
Durch sie werden aufsteigende Luftmassen nach Westen und absteigende Luftmassen nach Osten abgelenkt.&lt;br /&gt;
Die vertikale Komponente nimmt vom Äquator zu den Polen hin ab. An den Polen ist sie Null.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:straalstroom.jpg|mini|hochkant=1.1|Durch Kondensationseffekt sichtbarer Jetstream über Kanada (Foto NASA)]]&lt;br /&gt;
Im späten [[19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]] gelangte man durch die Beobachtung von hochgelegenen Wolkenformationen zu dem Schluss, dass es in deren Umgebung starke &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Höhenwinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; geben müsse. Diese konnten jedoch nur in sehr unregelmäßigen Abständen beobachtet werden, sodass ihre Regelmäßigkeit und vergleichsweise gleichbleibende Stärke noch nicht erkannt wurden. 1924 erforschte der japanische Meteorologe [[Oishi Wasaburo]] diesen Höhenwind sehr genau. Unabhängig von Oishi entdeckte [[Johannes Georgi (Meteorologe)|Johannes Georgi]] in 10 bis 15&amp;amp;nbsp;km Höhe starke Höhenwinde, die sich nicht direkt mit dem Bodendruckfeld erklären ließen, als er 1926 und 1927 Ballonsondierungen an der Nordspitze Islands durchführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1930er Jahren erfolgten dann erstmals international abgestimmte Vertikalsondierungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flohn&amp;quot;&amp;gt;Flohn, Hermann, 1992, &amp;#039;&amp;#039;Meteorologie im Übergang, Erfahrungen und Erinnerungen&amp;#039;&amp;#039; (1931–1991), Ed. Kraus, H., Bonner Meteorologische Abhandlungen, Heft 40, Dümmler Verlag, Bonn. {{ISSN|0006-7156}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies veranlasste [[Richard Scherhag]] ab dem Jahr 1935 regelmäßig Höhenwetterkarten zu erstellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flohn&amp;quot; /&amp;gt; Im Jahr 1937 untersuchte Scherhag ein Sturmtief über der [[Labrador-Halbinsel]]. Er berechnete für 5000&amp;amp;nbsp;m Höhe einen Gradientwind von 275&amp;amp;nbsp;km/h und kam zu dem Schluss, dass man im Ursprungsgebiet der atlantischen Sturmzyklonen in Höhe der Tropopause mit Windgeschwindigkeiten von über 300&amp;amp;nbsp;km/h rechnen muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;scherhag&amp;quot;&amp;gt;Scherhag, R., 1937: Wetterskizzen Nr.&amp;amp;nbsp;17: &amp;#039;&amp;#039;Die aerologischen Entwicklungsbedingungen einer Labrador-Sturmzyklone. Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie&amp;#039;&amp;#039;, Februar 1937, S.&amp;amp;nbsp;90–92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutsche Wetterflieger flogen am 20. Februar 1937 von Frankfurt/M. in den Jetstream und dabei flog ihre [[Heinkel He 46]] oberhalb von 5500&amp;amp;nbsp;m rückwärts von Mainz bis Frankfurt, wobei eine mittlere Strömungsgeschwindigkeit von 280&amp;amp;nbsp;km/h gemessen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vocke&amp;quot;&amp;gt;Vocke, E., 2002: &amp;#039;&amp;#039;Von Temp zu Temp. Die Geschichte der Wetterflieger.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Heinrich Seilkopf]] benutzte 1939 den Begriff der „Strahlströmung“ für eine Schicht maximaler Windgeschwindigkeit in der Nähe der Tropopause im Übergangsbereich zwischen Höhenhoch und -tief.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seilkopf&amp;quot;&amp;gt;Seilkopf, H., 1939: &amp;#039;&amp;#039;Maritime Meteorologie. Handbuch der Fliegerwetterkunde&amp;#039;&amp;#039;, Vol.&amp;amp;nbsp;2, Herausgeber. R. Habermehl, Radetzke, 359&amp;amp;nbsp;S.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hermann Flohn]] erwähnt in seinen Erinnerungen, dass der belarussische Meteorologe [[Mironovitch]] vor 1939 in der französischen Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;La Météorologie&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls einen Beitrag zu starken Windgeschwindigkeiten in der oberen Troposphäre veröffentlicht hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flohn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veröffentlichungen erfolgten jedoch nur auf Deutsch und Französisch, was den Wissensaustausch mit den britischen und amerikanischen Meteorologen stark einschränkte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flohn&amp;quot; /&amp;gt; Die Übersetzung von Seilkopfs Veröffentlichung in andere Sprachen war sogar explizit verboten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seilkopf&amp;quot; /&amp;gt; Mit Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war der Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und den anderen Nationen dann ganz unterbunden. Die weitere Entdeckungsgeschichte ist daher sehr inhomogen und stark durch die Erfahrungen und Bedingungen in den jeweiligen Ländern geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die spätere Entdeckung in den [[Vereinigte Staaten|USA]] ist nach Angaben von [[Hermann Flohn]], dass die Forschung sich dort zunächst auf andere Analysemethoden konzentrierte, mit denen die für die Fliegerei wichtigen Höhenwinde nicht direkt hergeleitet werden konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flohn&amp;quot; /&amp;gt; Daher mussten in den USA mit dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg zunächst die Verfahren zur Erstellung von Höhenwetterkarten und die Ausbildung der Wetterberater umgestellt werden. Hier leistete [[Carl-Gustaf Rossby]] Pionierarbeit, indem er ein großes Ausbildungsprogramm für Wetterberater initiierte, in welchem im weiteren Verlauf etwa 8000 Wetterberater (Weather Officers) ausgebildet wurden, welche auch eng mit den Briten zusammenarbeiteten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;phillips&amp;quot;&amp;gt;Phillips, N. A., 1998, &amp;#039;&amp;#039;Carl-Gustav-Rossby: His times, personality and actions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Bulletin of the American Meteorological Society]]&amp;#039;&amp;#039;, Vol.&amp;amp;nbsp;79, Nr.&amp;amp;nbsp;6, S.&amp;amp;nbsp;1097–1112 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1942 wies der norwegische Meteorologe [[Sverre Petterssen]] ebenfalls die Existenz des Jetstreams nach und untersuchte die Mechanismen hinter seiner Entstehung. Der norwegische Meteorologe [[Jacob Bjerknes]] erwähnte 1943 den Begriff Jetstream bei einem Vortrag in England.&amp;lt;ref name=&amp;quot;phillips&amp;quot; /&amp;gt; Obwohl es bereits Berichte über Probleme der Flugzeugbesatzungen mit hohen Windgeschwindigkeiten in der oberen Troposphäre gab, wurde dieser Sachverhalt zunächst nicht systematisch untersucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;phillips&amp;quot; /&amp;gt; Im Jahre 1944 wurde dann mit der [[B-29]] erstmals ein Bomber fertiggestellt, welcher dazu konzipiert war, eine hohe Bombenlast in großen Höhen zu transportieren. Zur Vorbereitung der Luftangriffe gegen Japan stießen die Meteorologen der [[United States Air Force|US Air Force]] nun regelmäßig auf Starkwindfelder in großer Höhe. Manche hatten zunächst Probleme, dies ihren Vorgesetzten klarzumachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fuller&amp;quot;&amp;gt;Fuller, J. F., 1990; &amp;#039;&amp;#039;Thor’s Legions. Weather Support to the U. S. Air Force and Army&amp;#039;&amp;#039;, 1937–1987 (American Meteorological Society – Historical Monographs), ISBN 0-933876-88-2, ISBN 978-0-933876-88-0 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieser Erfahrungen begann Rossby, nun intensiv an der Erforschung des Jetstreams und an der Vorhersage seiner Verlagerung zu arbeiten. In der Folge setzte sich die Bezeichnung im englischsprachigen Raum zunehmend durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
=== Wetter und Klima ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jetstream - Rossby Waves - N hemisphere.svg|mini|400px|3. [[Rossby-Welle]]n im Jetstream:&amp;lt;br /&amp;gt;a, b: Einsetzende Wellenbildung&amp;lt;br /&amp;gt;c: Beginnende Abtrennung eines Kaltlufttropfens&amp;lt;br /&amp;gt;blau/orange: kalte/warme Luftmassen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jetsteam bodenkarte nordhalbkugel.png|mini|400px|Ausscherende Druckgebiete (Jetstream: blaue Linie)]]&lt;br /&gt;
Jetstreams sind maßgeblich für die Luftdruckverteilung und somit für die Ausbildung der [[Wind- und Luftdruckgürtel]] auf der Erde verantwortlich. Sie stellen eine wesentliche Ursache für die Wetterentwicklung und ein wichtiges Element für den globalen Wärmeübergang zwischen Tropen und Polen dar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ausreichend großen Temperaturunterschieden der Luftmassen aus den Subtropen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Wüste]]n) und den Polen wird der Windstrom an der Polarfront aufgrund der höheren Dynamik der Polarfront stark abgelenkt. Hindernisse wie die Hochgebirge des [[Himalaya]] und der [[Rocky Mountains]] verstärken dies. Dadurch bilden sich die in der oberen Abbildung blau dargestellten [[Rossby-Welle]]n. Die Darstellung ist idealisiert, da die Faltung des Jetstreams uneinheitlich ist und sich der Polarfrontjetstream nicht geschlossen um die gesamte Erde windet. Der Jetstream befindet sich zwischen warmer Luft mittlerer Breiten und kalter Luft höherer Breiten. Ein realistischeres Bild der mäandrierenden Bänder des PFJ ist in den [[#Weblinks|Weblinks]] einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Jetstream reißt Luftschichten darunter mit, wobei entsprechend der Verwirbelung der Rossby-Welle dynamische [[Tiefdruckgebiet]]e ([[Zyklon]]e) in Richtung Pol (im Gegenuhrzeigersinn verdreht über den ‚Wellentälern‘, sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Trog (Meteorologie)|Tröge]]&amp;#039;&amp;#039;) und in Richtung Äquator [[Hochdruckgebiet]]e (im Uhrzeigersinn verdreht unter den ‚Wellenbergen‘, sogenannte [[Rücken (Meteorologie)|Rücken]]) ausscheren. Rossby-Wellen sind auf der [[Nordhalbkugel]] wegen einiger sehr großer Gebirge, welche als Barriere wirken, wesentlich ausgeprägter als auf der [[Südhalbkugel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Merkmal des polaren Jetstreams ist die Stabilisierung seiner Rossby-Wellen im Sommer: Wie weit südlich sie dabei vordringen und in welcher Zahl und Form sie sich manifestieren, bestimmt dann maßgeblich die Wetterlage in [[Mitteleuropa]]. Diese Erfahrung spiegelt sich auch in der [[Bauernregel]] über den [[Siebenschläfertag]] wider.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kurzerklärt, Extremwetter - Tagesschau.webm|mini|links|thumbtime=09|Video: Jetstream &amp;amp; Extremwetter (Quelle: Tagesschau)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein „Resonanzmechanismus, der Wellen in den mittleren Breiten festhält und sie deutlich verstärkt“,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.idw-online.de/en/news598864 &amp;#039;&amp;#039;Mehr Wetterextreme durch Aufschaukeln riesiger Wellen in der Atmosphäre.&amp;#039;&amp;#039;] Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressemitteilung vom 11. August 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde 2014 als Ursache unter anderem für die ab 2003 gestiegene Anzahl der [[Wetterextrem]]e im Sommer in Bezug gebracht. Dazu zählt auch die [[Omegalage]] im Jahr 2010 mit [[Überschwemmungskatastrophe in Pakistan 2010|Überschwemmungen in Pakistan]] und [[Hochwasser in Mitteleuropa im Frühjahr 2010|Mitteleuropa]] sowie der [[Wald- und Torfbrände in Russland 2010|Ernteeinbußen und verheerenden Waldbränden]] u.&amp;amp;nbsp;a. um [[Moskau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Dim Coumou et&amp;amp;nbsp;al.: &amp;#039;&amp;#039;Quasi-resonant circulation regimes and hemispheric synchronization of extreme weather in boreal summer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Proceedings of the National Academy of Sciences|PNAS]].&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;111, Nr.&amp;amp;nbsp;34, 2014, S.&amp;amp;nbsp;12331–12336, [[doi:10.1073/pnas.1412797111]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klimamodell]]e stellen einen Zusammenhang zwischen [[Kältewelle|Kälteeinbrüchen]] in den [[Vereinigte Staaten|USA]] unter anderem [[Kältewelle in den USA im Januar 2019|Anfang 2019]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2019/09/rekordhitze-und-duerre-der-sommer-2019-war-extrem |title=Rekordhitze und Dürre: Der Sommer 2019 war extrem |publisher=nationalgeographic.de |author=Jens Voss |date=2019-09-10 |accessdate=2019-12-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und lang anhaltenden Hitzeperioden in [[Europa]] [[Hitzewelle in Europa 2003|2003]], [[Juli 2006#Mittwoch, 19. Juli 2006|2006]], [[Hitzewellen in Europa 2015|2015]], [[Dürre und Hitze in Europa 2018|2018]], [[Hitzewellen in Europa 2019|2019]] und [[Dürre und Hitze in Europa 2022|2022]] aufgrund der Jetstream-Abschwächung und Verwirbelung durch den [[Globale Erwärmung|menschengemachten Klimawandel]] her. Dies zählt zu den [[Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wissen/extremwetter-und-klimawandel-ueber-den-wolken-aus-der-puste/22893494.html &amp;#039;&amp;#039;Extremwetter und Klimawandel. Über den Wolken aus der Puste&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Tagesspiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, 9. August 2018. Abgerufen am 10. August 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/2000137679707/was-der-jetstream-mit-der-hitzewelle-in-europa-zu-tun |titel=Was der Jetstream mit der Hitzewelle in Europa zu tun hat |sprache=de-AT |abruf=2024-09-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – „quasi als Resonanz-Verstärkung“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael E. Mann, Stefan Rahmstorf, Kai Kornhuber, Byron A. Steinman, Sonya K. Miller |Titel=Projected changes in persistent extreme summer weather events: The role of quasi-resonant amplification |Sammelwerk=Science Advances |Band=4 |Nummer=10 |Datum=2018-10-01 |ISSN=2375-2548 |Seiten=eaat3272 |Online=http://advances.sciencemag.org/content/4/10/eaat3272 |Abruf=2018-11-11 |DOI=10.1126/sciadv.aat3272}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;José L. Lozán, Siegmar-W. Breckle, Hartmut Grassl &amp;amp; Dieter Kasang (2019): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/pdf/de/einfuehrung/Einf%C3%BChrung-Klimawandel_und_Wetterextreme-Ein_%C3%9Cberblick-(2018).pdf &amp;#039;&amp;#039;Klimawandel und Wetterextreme: Ein Überblick&amp;#039;&amp;#039;] (PDF, 10&amp;amp;nbsp;S.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Zusammenhang ([[Kausalität]] oder [[Korrelation]]) zwischen dem abgeschwächten oder instabilen Jetstream und längere Zeit ortsfesten Hoch- und Tiefdruckgebieten, die z.&amp;amp;nbsp;B. im Sommer 2021 die [[Hitzewelle in Nordamerika 2021|Hitzewelle in Nordamerika]] bzw. die extremen Niederschläge mit der Folge des [[Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021|Hochwassers in West- und Mitteleuropa]] verursachten, wird diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe zum Beispiel {{Webarchiv|url=https://www.hydro.uni-wuppertal.de/de/mitarbeiter/leitung.html |wayback=20210718054837 |text=Andreas Schlenkhoff |archiv-bot=2025-08-07 18:36:51 InternetArchiveBot }} (2020): [https://www.hydro.uni-wuppertal.de/fileadmin/bauing/hydro/GEOTAG_2020_SCHLENKHOFF_08_2020.pdf#page=10 &amp;#039;&amp;#039;Ein Blick auf das Wasserdargebot in Zeiten des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen&amp;#039;&amp;#039;], S.&amp;amp;nbsp;11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neuere Studien sehen insbesondere die Teilung des Jetstreams in einen Ast über Süd- und einen Ast über Nordeurasien (sogenannter &amp;#039;&amp;#039;Doppel-Jet&amp;#039;&amp;#039;) als mögliche Ursache der Hitzewellen in Europa.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=NATURSTROM AG |url=https://www.energiezukunft.eu/klimawandel/ueber-westeuropa-haeufen-sich-die-hitzewellen/ |titel=Doppelter Jetstream sorgt für häufigere Hitzewellen in Europa |sprache=de |abruf=2022-08-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.br.de/nachrichten/wissen/studie-sind-jetstreams-an-der-hitzewelle-in-westeuropa-schuld,TAoikGL |titel=Sind Jetstreams an Hitzewellen schuld? |datum=2022-07-18 |sprache=de |abruf=2022-08-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rousi, E., Kornhuber, K., Beobide-Arsuaga, G |Titel=Accelerated western European heatwave trends linked to more-persistent double jets over Eurasia |Sammelwerk=Nat Commun |Nummer=13 |Datum=2022-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommt die menschengemachte Beeinflussung der [[Ozonschicht]] (→ [[Ozonloch]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Erik Romanowsky, Dörthe Handorf, Markus Rex et&amp;amp;nbsp;al.: &amp;#039;&amp;#039;The role of stratospheric ozone for Arctic-midlatitude linkages&amp;#039;&amp;#039;, 28. Mai 2019, [[doi:10.1038/s41598-019-43823-1]] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Luftfahrt ===&lt;br /&gt;
Besonders auf Linienflügen über größere Entfernungen, beispielsweise zwischen [[Nordamerika]] und [[Europa]], ist der Effekt des Jetstream deutlich spürbar. Da es sich um einen starken und recht verlässlichen Höhenwind handelt, können Flugzeuge ihn nutzen, um eine höhere [[Geschwindigkeit über Grund]] und auch einen niedrigeren Treibstoffverbrauch zu erreichen. Sowohl Flughöhen als auch Reiserouten werden deshalb an den Verlauf des Jetstream so angepasst, dass man ihn als Rückenwind nutzen oder als Gegenwind meiden kann. Aus diesem Grund können je nach Höhe des Jetstream und der Reiseroute Flughöhen von 10 bis 12&amp;amp;nbsp;km weit abseits einer direkten „Luftlinie“ favorisiert werden. Bei einem Flug über den Atlantik nach Europa beispielsweise verläuft die Route meist abseits der [[Orthodrome]] (Großkreise) und kann eine Zeitersparnis von mehreren Stunden bringen. Allerdings stellen solche Optionen zusätzliche Anforderungen bezüglich der [[Navigation]] und der [[Flugverkehrskontrolle|Flugsicherung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Jetstream in Gegenrichtung verlangsamt die tatsächliche Fluggeschwindigkeit im Verhältnis zur Erdoberfläche. Bleiben solche starken Höhenwinde unberücksichtigt, kann es bei einfacher [[Koppelnavigation]] (ohne [[Trägheitsnavigationssystem]]) und schlechter Sicht zu groben Fehleinschätzungen hinsichtlich der erreichten Position kommen. Dies kann fatale Folgen haben, wie beim [[Flugunfall der Star Dust]] 1947, die während der Andenüberquerung zu früh in den Sinkflug überging und in einen Berghang flog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Ballonfahrt können Jetstreams von Bedeutung sein. Mithilfe dieser Starkwindfelder gelang es so Japan gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, das amerikanische Festland mit [[Ballonbombe#Japanische Ballonbomben|Sprengstoff führenden Ballons]] anzugreifen (allerdings ohne größere Erfolge). Die Wirkung der Höhenwinde wurde auch für die erste Ballon-Weltumrundung 1999 durch [[Bertrand Piccard]] mit Copilot [[Brian Jones (Flugpionier)|Brian Jones]] genutzt. Mit Navigationsunterstützung durch Bodenstationen konnte anhand von Wetterdaten die passende Route gewählt werden, ein Stück abseits des Äquators.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetstreams werden von Gebieten mit verstärkter Turbulenz begleitet. Dieser Umstand muss bei Flügen mit berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Astronomie ===&lt;br /&gt;
In der [[Astronomie]] spielt das [[Seeing]] bei der visuellen Beobachtung und der [[Fotografie|Astrofotografie]] eine wichtige Rolle. Eine der Hauptursachen des Seeings ist der Jetstream, indem in der Übergangsschicht zu tieferen Luftschichten aufgrund von Geschwindigkeitsunterschieden Turbulenzen entstehen. Diese Turbulenzen verursachen schnelle Änderungen im optischen Brechungsindex der Luft und somit eine verminderte Abbildungsqualität.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://abenteuer-astronomie.de/was-ist-eigentlich-seeing/ &amp;#039;&amp;#039;Abenteuer Astronomie: Was ist eigentlich Seeing&amp;#039;&amp;#039;], 12. Oktober 2018, abgerufen am 4. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Produktion elektrischer Energie ===&lt;br /&gt;
Die Nutzung des Höhenwindes bzw. der Jetstreams als Primärquelle von [[Erneuerbare Energie|Erneuerbaren Energien]] durch [[Flugwindkraftwerk]]e hat das Forschungs- und Entwicklungsstadium bisher nicht überschritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jetstreams auf anderen Planeten ==&lt;br /&gt;
Das [[Max-Planck-Institut für Astronomie]] und die [[Europäische Südsternwarte]] maßen mithilfe des [[Paranal-Observatorium#Very Large Telescope|Very Large Telescope]] am Äquator des Exoplaneten [[WASP-127b]] Luftströme von etwa 33.000 Kilometern pro Stunde; nie zuvor waren solche [[Windgeschwindigkeit|Windgeschwindigkeiten]] gemessen worden. Der vorherige Rekord war mit etwa 1800 Kilometern pro Stunde auf dem [[Neptun (Planet)|Neptun]] gemessen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://idw-online.de/de/news845954 |titel=Extreme Überschallwinde auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gemessen |werk=idw-online.de |datum=2025-01-21 |abruf=2025-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Exoplanet WASP-127b: Jetstream mit 33.000 km/h – Forscher messen Windrekord |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=2025-01-21 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/exoplanet-wasp-127b-jetstream-mit-33-000-km-h-forscher-messen-windrekord-a-9efefbd1-ccf3-4b3e-b743-bc8889d7e9ab |Abruf=2025-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Meeresströmung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Valerie Trouet, Flurin Babst und Matthew Meko: &amp;#039;&amp;#039;Recent enhanced high-summer North Atlantic Jet variability emerges from three-century context.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature Communications.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;9, Artikel-Nr.&amp;amp;nbsp;180, 2018, [[doi:10.1038/s41467-017-02699-3]] (Volltext frei zugänglich; [https://www.eurekalert.org/news-releases/744208 kommentierte Zusammenfassung]; englisch).&lt;br /&gt;
* [[Hermann Flohn]], 1992, Hrsg. H. Kraus: &amp;#039;&amp;#039;Meteorologie im Übergang, Erfahrungen und Erinnerungen (1931–1991).&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Bonner Meteorologische Abhandlungen&amp;#039;&amp;#039;, Heft 40, Dümmler Verlag, Bonn, {{ISSN|0006-7156}}.&lt;br /&gt;
* J. F. Fuller, 1990: &amp;#039;&amp;#039;Thor’s Legions. Weather Support to the U. S. Air Force and Army, 1937–1987.&amp;#039;&amp;#039; [[American Meteorological Society]], &amp;#039;&amp;#039;Historical Monographs&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 0-933876-88-2, ISBN 978-0-933876-88-0 (englisch).&lt;br /&gt;
* N. A. Phillips, 1998, &amp;#039;&amp;#039;[[Carl-Gustaf Rossby|Carl-Gustav Rossby]]: His times, personality and actions.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the American Meteorological Society&amp;#039;&amp;#039;, Vol.&amp;amp;nbsp;79, Nr.&amp;amp;nbsp;6, S.&amp;amp;nbsp;1097–1112 (englisch).&lt;br /&gt;
* Elmar R. Reiter, 1963: &amp;#039;&amp;#039;Jet-stream meteorology.&amp;#039;&amp;#039; [[University of Chicago Press]], Chicago (englisch).&lt;br /&gt;
* R. Scherhag, 1937: Wetterskizzen Nr.&amp;amp;nbsp;17: Die aerologischen Entwicklungsbedingungen einer Labrador-Sturmzyklone. Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, Februar 1937, S.&amp;amp;nbsp;90–92.&lt;br /&gt;
* H. Seilkopf, 1939: &amp;#039;&amp;#039;Maritime Meteorologie. Handbuch der Fliegerwetterkunde&amp;#039;&amp;#039;, Vol.&amp;amp;nbsp;2, Hrsg.: R. Habermehl, Radetzke, 359&amp;amp;nbsp;S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Jet streams|Jetstream}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.wetteronline.de/profiwetter/europa?pcid=pc_modell_expert&amp;amp;gid=euro&amp;amp;parameter=jet3 Polarjet-Vorhersage für Europa] bei [[WetterOnline]]&lt;br /&gt;
* [http://earth.nullschool.net/#current/wind/isobaric/250hPa/orthographic=14,50,800 Polarjet aktuell in Europa] auf der [http://earth.nullschool.net/ Earth Wind Map] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://meteorology.lyndonstate.edu/data/web/upperair/jet/globjet.gif Aktuelle Jetstreams], [[Lyndon State College]] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://squall.sfsu.edu/crws/jetstream.html Aktuelle Jetstreams], [[California Regional Weather Server]] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.raonline.ch/pages/edu/cli/strahl01.html Zusatzinformationen und zahlreiche Abbildungen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4183524-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wind]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wetterbeobachtung und -vorhersage]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologisches Konzept]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Englische Phrase]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wosch21149</name></author>
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