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	<title>Jesuitengesetz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-25T22:27:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jesuitengesetz&amp;diff=1046949&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Inhalt und Folgen */ https, Kleinkram</title>
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		<updated>2023-04-14T16:58:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhalt und Folgen: &lt;/span&gt; https, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Gesetz&lt;br /&gt;
| Titel=Gesetz, betreffend den Orden der Gesellschaft Jesu&lt;br /&gt;
| Kurztitel=Jesuitengesetz &amp;lt;small&amp;gt;([[Umgangssprache|ugs.]])&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Abkürzung=&lt;br /&gt;
| Art=[[Reichsgesetz]]&lt;br /&gt;
| Geltungsbereich=[[Deutsches Reich]]&lt;br /&gt;
| Rechtsmaterie=[[Verwaltungsrecht (Deutschland)#Besonderes Verwaltungsrecht|Besonderes Verwaltungsrecht]]&lt;br /&gt;
| DatumGesetz=4. Juli 1872&amp;lt;br /&amp;gt;([[Reichsgesetzblatt|RGBl.]] S. 253)&lt;br /&gt;
| Inkrafttreten=24. Juli 1872&lt;br /&gt;
| Neubekanntmachung=&lt;br /&gt;
| Neufassung=&lt;br /&gt;
| InkrafttretenNeufassung=&lt;br /&gt;
| LetzteÄnderung=§ 1 G vom 8. März 1904&amp;lt;br /&amp;gt;(RGBl. S. 139)&lt;br /&gt;
| InkrafttretenLetzteÄnderung=10. März 1904&amp;lt;br /&amp;gt;(§ 2 G vom 8. März 1904)&lt;br /&gt;
| Außerkrafttreten=19. April 1917&amp;lt;br /&amp;gt;(§§ 1, 2 G vom 19. April 1917,&amp;lt;br /&amp;gt;RGBl. S. 362)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jesuitengesetz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; vom 4. Juli 1872 war Teil des [[Kulturkampf]]es 1871–1887 und verbot die Niederlassungen des [[Jesuiten]]ordens auf dem Boden des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreichs]]. Trotz mehrerer Versuche wurde es erst 1904 gemildert und 1917 abgeschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt und Folgen ==&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt der Kulturkampfmaßnahmen ging auf Gesetze der Bundesstaaten zurück. Neben dem so genannten [[Kanzelparagraph|Kanzelparagrafen]] gehörte das Jesuitengesetz zu den wenigen auf der Reichsebene geltenden Gesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als etwa die Einführung von [[Standesamt|Standesämtern]] oder die Durchsetzung der staatlichen Schulaufsicht ([[Schulaufsichtsgesetz]]) in [[Königreich Preußen|Preußen]], diente das Jesuitengesetz von Anfang an zur Bekämpfung des [[Ultramontanismus]], galten doch die Jesuiten als Speerspitze dieser romtreu-katholischen Bewegung. Vorausgegangen waren in der Öffentlichkeit regelrechte Kampagnen der [[Altkatholische Kirche|Altkatholiken]] und des [[Deutscher Protestantenverein|Deutschen Protestantenvereins]]. Die liberale Reichstagsmehrheit hatte einen Entwurf des Bundesrates, das heißt des [[Reichskanzler]]s [[Otto von Bismarck]], noch verschärft.  Am 4. Juli wurde das Gesetz, das die Betätigung der Jesuiten und verwandter Orden betraf, verkündet. Es verbot alle Ordensniederlassungen auf deutschem Boden und ermächtigte die Regierung, Aufenthaltsverbote gegen einzelne Jesuiten auszusprechen sowie ausländische Jesuiten jederzeit aus dem Deutschen Reich auszuweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Kulturkampf von vielen [[Liberalismus|Liberalen]] mit vorangetrieben wurde, stimmten doch eine Reihe liberaler Politiker bei der namentlichen Abstimmung am 19. Juni 1872 [[Abweichler|gegen]] das Gesetz, so etwa die [[Nationalliberale Partei|Nationalliberalen]] [[Otto Bähr]], [[Ludwig Bamberger]] und [[Eduard Lasker]] sowie von der Fortschrittspartei [[Franz Duncker]], [[Moritz Wiggers]], [[Franz Wigard]], [[Julius Dickert]], [[Edward Banks (Politiker, 1836)|Edward Banks]], [[Ludwig Joseph Gerstner]], [[Adolf Hermann Wilhelm Hagen]], [[August Ludwig Hausmann]], [[Carl Herz (Politiker, 1831)|Carl Herz]], [[Moritz Klotz]], [[Julius von Kirchmann]] und [[Wilhelm Schaffrath]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Reichstagsprotokolle&amp;#039;&amp;#039;, 1872, S. 1149–1150.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie lehnten das Jesuitengesetz als Ausnahmegesetz, massiven Eingriff in die Grundrechte und eklatante Diskriminierung einer einzelnen Gruppe ab. Eine Anzahl Liberaler blieb der Abstimmung fern, so etwa die Fortschrittler [[Franz Ziegler (Politiker, 1803)|Franz Ziegler]], [[Albert Haenel]], [[Eugen Richter]] oder der Nationalliberale [[Karl Biedermann (Politiker)|Karl Biedermann]], der sich im Vorfeld ablehnend geäußert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://germanhistorydocs.ghi-dc.org/pdf/deu/704_Biedermann%20an%20Lasker_209.pdf Karl Biedermann an Eduard Lasker vom 12. Juni 1872]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die überwiegende Mehrheit der Nationalliberalen und ein großer Teil der Fortschrittspartei stimmte Bismarck jedoch zu, als dieser vor dem [[Reichstag (Deutsches Kaiserreich)|Reichstag]] verkündete: „[[Gang nach Canossa|Nach Canossa gehen]] wir nicht – weder körperlich noch geistig.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz blieb auch nach der weitgehenden Beendigung des Kulturkampfes in den 1880er Jahren in Kraft. In der Folge verlangten die [[Deutsche Zentrumspartei|Zentrumspartei]] und andere Organisationen immer wieder vergeblich die Aufhebung des Gesetzes. Ungewollt trug die Weitergeltung des Gesetzes dazu bei, den Zusammenhalt des [[Katholisches Milieu|katholischen Milieus]] zu stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 sprach sich [[Rudolf von Bennigsen (Politiker)|Rudolf von Bennigsen]] in einem Brief an [[Karl Bachem]] gegen die Aufhebung des Jesuitengesetzes aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Bennigsen über die Jesuiten, in: Kölnische Zeitung Nr. 495, 2. Mai 1912, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Arbeit der Jesuiten sah Bennigsen eine Gefahr für „das friedliche und einträchtige Zusammenleben und Zusammenwirken der verschiedenen Konfessionen“ in Deutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;Bennigsen über die Jesuiten, in: Kölnische Zeitung Nr. 495, 2. Mai 1912, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bayerische Jesuitenerlass vom 11. März 1912 entfachte die Debatte über das Jesuitengesetz neu.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Der bayrische Jesuitenerlaß, in: Kölnische Zeitung Nr. 405, 12. April 1912, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst 1904 wurde das Gesetz gemildert und 1917 abgeschafft. Die Motive lagen in Zugeständnissen an die Zentrumspartei, die inzwischen für die Regierungsbildung unentbehrlich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutsches Reichsgesetzblatt 1917 078 0362.png|miniatur|Gesetz, betreffend die Aufhebung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu. Vom 19. April 1917. Veröffentlicht im [[Reichsgesetzblatt|Deutschen Reichsgesetzblatt]] gleichen Datums.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gordon A. Craig]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichte 1866–1945. Vom Norddeutschen Bund bis zum Ende des Dritten Reiches&amp;#039;&amp;#039;. C. H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-07815-X, S. 76.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Nipperdey]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichte 1866–1918. Machtstaat vor der Demokratie&amp;#039;&amp;#039;. C. H. Beck, München 1992, ISBN 3-406-34801-7, S. 374.&lt;br /&gt;
* [[Heinrich August Winkler]]: &amp;#039;&amp;#039;Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte 1806–1933&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 1, Bonn 2002, ISBN 3-89331-463-6, S. 224.&lt;br /&gt;
* [[Reinhold Zippelius]]: &amp;#039;&amp;#039;Staat und Kirche&amp;#039;&amp;#039;. C. H. Beck, München 1997.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{wikisource|Religion#Deutsches Reich|Themenseite Religion}}&lt;br /&gt;
{{wikisource|Gesetz, betreffend den Orden der Gesellschaft Jesu|Jesuitengesetz vom 4. Juli 1872}}&lt;br /&gt;
{{wikisource|Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu|Ausführungsvorschrift zum Jesuitengesetz vom 5. Juli 1872}}&lt;br /&gt;
{{wikisource|Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu. Vom 20. Mai 1873|Ausführungsvorschrift zum Jesuitengesetz vom 20. Mai 1873}}&lt;br /&gt;
{{wikisource|Gesetz, betreffend die Aufhebung des § 2 des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu|Gesetz, betreffend die Aufhebung des § 2 des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu (1904)}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturkampf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (Deutsches Kaiserreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Jesuitenordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion 1872]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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