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	<title>Jessica Benjamin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T10:23:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: /* Überwindung Geschlechterpolarisierung und Mütterfeindlichkeit */ fehlendes Leerzeichen</title>
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		<updated>2026-02-03T00:43:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Überwindung Geschlechterpolarisierung und Mütterfeindlichkeit: &lt;/span&gt; fehlendes Leerzeichen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jessica Benjamin.jpg|mini|Jessica Benjamin 2008]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jessica Rachel Benjamin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[17. Januar]] [[1946]] in [[New York City|New York]]) ist eine [[Vereinigte Staaten|US-amerikanische]] [[Psychoanalyse|Psychoanalytikerin]] und [[Feministin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Jessica Benjamin wuchs als Kind jüdischer Einwanderer in Amerika auf. 1967 begann sie ein Studium der [[Sozialwissenschaften]] bei [[Theodor W. Adorno]] an der [[Universität Frankfurt am Main]], das sie 1978 in New York mit der Promotion abschloss. Anschließend begann sie eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jessica Benjamin praktiziert als Psychoanalytikerin in [[New York City]] und unterrichtet am &amp;#039;&amp;#039;Postdoctoral Psychology Program in Psychoanalysis and Psychotherapy&amp;#039;&amp;#039; an der [[New York University]]. Als Mitbegründerin der &amp;#039;&amp;#039;Internationalen Vereinigung für relationale Psychoanalyse und Psychotherapie&amp;#039;&amp;#039; und des &amp;#039;&amp;#039;Stephen Mitchell Center for Relational Studies&amp;#039;&amp;#039; in New York gilt sie als eine der wichtigsten Theoretikerinnen der [[Intersubjektivität (Psychoanalyse)|relationalen Psychoanalyse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Einsichten bringt sie in verschiedenen Workshops zur Geltung, u.&amp;amp;nbsp;a. mit dem Ziel zwischen Palästinensern und Israelis, die im Gesundheitswesen tätig sind, einen Prozess gegenseitiger Anerkennung in Gang zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2008 war sie auf Einladung der Sigmund Freud Privatstiftung in [[Wien]] und hielt dort die traditionelle [[Sigmund-Freud-Vorlesung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 2015 erhielt sie den &amp;#039;&amp;#039;[[Hans-Kilian-Preis|Hans Kilian Preis]] zur Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation&amp;#039;&amp;#039;. Der Preis würdigt ihr wissenschaftliches Lebenswerk, das „fachliche als auch nationale Wissenschaftskulturen“ vereinige, und ihren „maßgebliche[n] Beitrag [...] zur Entwicklung einer relationalen, intersubjektiven Theorie des Selbst“.&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv |url=http://www.hans-kilian-preis.de/de/preisverleihungen/2015/preistraegerin/index.html |text=Prof. Dr. Jessica Rachel Benjamin Preisträgerin 2015 |wayback=20161009092627 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Laudatio hielt [[Werner Bohleber]], der ihr „beeindruckendes Projekt einer psychoanalytischen Theorie der Anerkennung“ hervorhob.&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv |url=http://www.hans-kilian-preis.de/de/preisverleihungen/2015/preisverleihung/index.html |text=Mitteilung auf der Homepage des Hans-Kilian-Preises |wayback=20161009090344 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Intersubjektivität, Anerkennung, neuer Ödipus, identifikatorische Liebe ===&lt;br /&gt;
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Neubegründung der [[Intersubjektivität (Psychoanalyse)|Psychoanalyse auf intersubjektiver Grundlage]]. In ihren frühen Arbeiten setzte sie sich u.&amp;amp;nbsp;a. mit der frühkindlichen Genese [[Patriarchat (Soziologie)|patriarchaler]] Machtstrukturen auseinander. Ausgehend von der [[Kritische Theorie|Kritischen Theorie]] verbindet sie den [[hegel]]schen Gedanken des [[Herrschaft und Knechtschaft|Kampfs um Anerkennung]] mit dem psychoanalytischen Theoriekonzept (&amp;#039;&amp;#039;The Bonds of Love&amp;#039;&amp;#039;, 1988). In aktuelleren Arbeiten befasst sie sich mit dem Thema des &amp;#039;&amp;#039;intersubjektiven analytischen Dritten&amp;#039;&amp;#039;, wobei sie sich vor allem auf den Erkenntnisprozess und die [[Anerkennung]] des [[Trauma (Psychologie)|Traumas]] konzentriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benjamin kritisiert das mangelnde Verständnis des Begehrens der [[Frau]], der Entwicklung weiblicher [[Geschlechtsidentität]] sowie die resultierende Polarisierung der geschlechtlichen Identität in der klassischen Psychoanalyse. (S. 103ff.).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:02&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica Benjamin |Titel=Die Fesseln der Liebe. Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der Macht |Auflage=5. |Ort=Frankfurt/M. |Datum=2020}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie vervollständigt das Verständnis vom geschlechtlichen Begehren und der Entwicklung weiblicher Geschlechtsidentität und revidiert die klassische Psychoanalyse und deren Kerntheorem des [[Ödipuskomplex]]es. Ihr Konzept nennt Benjamin „Der Neue Ödipus“. &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Der Neue Ödipus, diese Umdeutung der Geschichte als Konfrontation mit der Erkenntnis des Selbst und der anderen, eröffnet nicht nur die Perspektive auf die verborgene Innenwelt, sondern auch auf die Mystifikationen der Außenwelt, ihrer [[Macht]] und Ohnmacht. Er zeigt eine andere Möglichkeit der postödipalen Ablösung, bei der die Individuen auf ihre Eltern zurückblicken könnten, um deren Vermächtnis kritisch zu beurteilen, statt sich einfach mit ihrer Autorität zu identifizieren.“ (S. 207)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:02&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Nicht erst der Vater konstituiere eine dritte Position, die eine [[Triangulierung]] ermögliche; diese sei vielmehr als &amp;#039;&amp;#039;Gemeinschaft im Dritten&amp;#039;&amp;#039; ein intersubjektives Produkt der frühen Mutter-Kind Symbiose. Das orthodoxe Verständnis des Ödipus, in dem der Mutter nur Objektstatus zuerkannt wird, sei tatsächlich eine Forcierung des Abwehrmechanismus der [[Identifikation mit dem Aggressor]], dessen Folge u.&amp;amp;nbsp;a. die Nicht-Anerkennung weiblicher [[Subjektivität]] in der Geschlechterbeziehung sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:02&amp;quot; /&amp;gt; Traditionelle Gesellschafts- und Familienstrukturen erzeugen eine Geschlechterpolarisierung, die erforderliche „Identifizierung mit beiden Eltern“, die „identifikatorische Liebe“ zu beiden Eltern, verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica Benjamin |Titel=Gleiche Subjekte und doch Liebesobjekte: Identifikatorische Liebe und die Herausbildung geschlechter Identität |Hrsg=Jessica Benjamin |Sammelwerk=Phantasie und Geschlecht. Studien über Idealisierung, Anerkennung und Differenz |Ort=Basel |Datum=1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überwindung Geschlechterpolarisierung und Mütterfeindlichkeit ===&lt;br /&gt;
In ihrem international einflussreichen Werk &amp;#039;&amp;#039;The Bonds of Love&amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Die Fesseln der Liebe&amp;#039;&amp;#039;) von 1988 setzt sich Benjamin kritisch mit der [[Psychoanalyse]], [[Geschlechterordnung|Geschlechterverhältnissen]] und dem Problem der [[Macht]] auseinander. Sie bezeichnet das „Prinzip der Polarisierung“ als zentrales Problem, das innerpsychische und psychosoziale [[Spaltung (Psychologie)|Spaltungsprozesse]] befördert und die eigentliche Ursache des von [[Sigmund Freud]] konstatierten [[Das Unbehagen in der Kultur|Unbehagens in der Kultur]] sei:&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die tiefste Ursache des Unbehagens in unserer Kultur ist also nicht die [[Verdrängung (Psychoanalyse)|Verdrängung]] oder – nach neuster Mode – der [[Narzissmus]], sondern die Polarisierung der Geschlechter“. (S. 198)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica Benjamin |Titel=Die Fesseln der Liebe. Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der Macht |Auflage=5. |Ort=Frankfurt/M. |Datum=2020}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Diese Polarisierung spiele den [[Vater]] gegen die [[Mutter]] aus und erzeuge [[Elternschaft|Elternbilder]] als polare Gegensätze ([[Spaltung (Psychologie)|Spaltung]]). Sie führe in eine übermäßige [[Einfachheit|Vereinfachung]] der Geschlechterverhältnisse als [[Komplementarität]] von Mutter und Vater bzw. [[Weiblichkeit|weiblich]] und [[Männlichkeit|männlich]]. Dies erzeuge fundamentale innerpsychische und psychosoziale [[Konflikt]]e bei der [[Identifikation (Psychologie)|Identifikation]] mit der Mutter und der [[Anerkennung]] der Mutter als erste Andere und [[Subjekt (Philosophie)|Subjekt]]. &amp;lt;blockquote&amp;gt;„In dem Maß, wie dieses Schema tatsächlich vorherrscht, kann niemand den Geschlechterunterschied wirklich würdigen, weil die Identifikation mit dem anderen Elternteil blockiert ist. Die Identifikation dient nicht mehr als Brücke zur [[Erfahrung]] eines anderen. Sie kann nur noch Ähnlichkeit bestätigen. Zur wahren Anerkennung des anderen gehört auch die [[Fähigkeit (Psychologie)|Fähigkeit]], Gemeinsamkeit durch den [[Unterschied]] wahrzunehmen; und wahre Differenzierung hält das Gleichgewicht zwischen Trennung und Verbindung in einer dynamischen Spannung. Aber sobald die Identifikation mit der anderen verleugnet wird, ist Liebe nur noch die Liebe zu einem [[Objektbeziehungstheorie|Objekt]], zu ‚der‘ oder ‚dem‘ Anderen. Da die Mutter ihrer [[Subjektivität]] beraubt ist, beinhaltet die Identifikation mit ihr einen Verlust des [[Selbst]].“ (S. 197)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Benjamin stellt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen [[Liebe]], Machtdynamiken und [[Geschlechterordnung]] her. Die Unfähigkeit, eine dynamische Spannung zwischen Trennung und Verbindung innerpsychisch wie sozial aufrechtzuerhalten, führe zu hochgradig problematischen [[Idealisierung (Psychologie)|Idealisierungen]] und [[Allmacht|Omnipotenzphantasien]]. &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Aus der Vorstellung, die Mutter solle perfekt und allesgewährend sein (nur um Haaresbreite entfernt von [[Kontrolle|alleskontrollierend]]), spricht die Denkungsweise der Omnipotenz, die Unfähigkeit, die Mutter als unabhängig existierendes [[Subjekt (Philosophie)|Subjekt]] zu erleben.“ (S. 243)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Eine zentrale Voraussetzung zur „Unterscheidung zwischen innerer und äußerer Realität“ ist nach Benjamin zuallererst die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Mutter als Subjekt und in der Folge generell die Fähigkeit zur „[[Wahrnehmung]] der Anderen als einer getrennten [[Person]], die nicht perfekt und auch kein [[Idealisierung (Psychologie)|Ideal]] zu sein braucht, um uns zufriedenstellen zu können.“ (S. 242) Solange Idealisierungen und Allmachtsphantasien Menschen in einer inneren „[[Fiktives Universum|Phantasiewelt]]“ gefangen halten, weichen sie dem wahren [[Problem]] der „gegenseitigen Anerkennung“ aus. &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Diese Dynamik, die zuerst die Mutter konkret demontiert und sie dann durch [[Symbol|symbolische]] Wiederverzauberung zu reparieren sucht, lässt zwei idealisierte Figuren entstehen: die [[Perfektionismus (Psychologie)|perfekte]] Mutter und das ([[Männlichkeit|männliche]]) [[Autonomie|autonome]] [[Individuum]], miteinander verbunden in einer [[Herrschaft]]sbeziehung. Je mehr das Individuum die Mutter ablehnt, desto mehr wird es durch seine eigene [[Destruktivität]] und ihre übermächtige Schwäche oder [[Vergeltung]] bedroht.“ (S. 245)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Die Lösung liegt für Benjamin in der „gesellschaftlichen Abschaffung des [[Patriarchat (Soziologie)|Patriarchats]]. Und dies heißt nicht nur [[Gleichberechtigung]] der Frau, sondern auch die Aufhebung der Geschlechterpolarisierung“. Dies ermögliche eine „Wiederherstellung der lebenswichtigen Spannung zwischen Anerkennung und Selbstbehauptung, zwischen Abhängigkeit und [[Freiheit]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschlechterpolarisierung führe zu einem ungeheuerlichen Verlust. Sie eliminiere „die mütterlichen Aspekte der Anerkennung ([[Fürsorge]] und [[Empathie]]) aus unseren kollektiven [[Wertvorstellung|Werten]], Handlungen und [[Institution]]en“ und vernichte die [[Subjektivität]] selbst, die dann nurmehr auf [[Selbstbehauptung]], Leistung, [[Kontroll]]e und unpersönliche Beziehungen reduziert sei. Zudem führe sie zudem zu einem Verlust an moralischer Urteilskraft und Zeugenschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica Benjamin |Titel=Anerkennung, Zeugenschaft und Moral: Soziale Traumata in psychoanalytischer Perspektive |Ort=Gießen |Datum=2015}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und mache Herrschaft rational, unpersönlich und unsichtbar, weswegen sie natürlich und notwendig erscheine.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strategie der [[Geschlechterwissen|Geschlechterneutralität]] in traditionellen Geschlechterverhältnissen und [[Feminismus]] bezeichnet Benjamin als „Angelpunkt männlicher Herrschaft“ und lehnt sie ab. Denn Geschlechterneutralität befördere eine [[Depersonalisation|Depersonalisierung]] bzw. Entpersonalisierung, wodurch es scheine, als hätten die autonomen Individuen nichts mehr mit den Macht- und Herrschaftsverhältnissen zu tun, die sie selbst miteinander formen: „Gerade dieses [[Proteische Persönlichkeit|proteisch Unpersönliche]] macht die männliche Herrschaft so schwer fassbar.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feminismus ==&lt;br /&gt;
Benjamin bezeichnet sich als [[Feminismus|Feministin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=PFV Interview with Jessica Benjamin: Becoming a Feminist |Hrsg=Psychology’s Feminist Voices |Datum=2013 |Online=https://www.youtube.com/watch?v=KXxjgxIxhsY}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Geschlechter- und [[Macht]]verhältnisse, deren Polarisierung, [[Idealisierung (Psychologie)|Idealisierung]] und Unsichtbarmachung waren von Anfang an ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit. Dabei beleuchtet sie insbesondere die ausgeblendeten Aspekte, die durch psychische und sozialen [[Spaltung (Psychologie)|Spaltungen]] entstehen und zu einer mangelnden psychischen und sozialen Integration von Widersprüchlichkeiten führen. Das betrifft nicht nur die Idealisierung und Nicht-Anerkennung von [[Mutter|Müttern]] als [[Subjekt (Philosophie)|Subjekten]], von Mutterschaft, [[Mutterliebe|Mütterlichkeit]] und [[Frau]]en, sondern auch die [[Depersonalisation|Depersonalisierung]] männlicher [[Herrschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr international einflussreiches Werk &amp;#039;&amp;#039;The Bonds of Love&amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Die Fesseln der Liebe&amp;#039;&amp;#039;) von 1988 setzt sich mit [[Psychoanalyse]], Feminismus und dem Problem der [[Macht]] auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spaltungen, Idealisierungen und mangelnde Fähigkeiten zur Integration von Widersprüchlichkeiten kritisiert sie nicht nur für Individuen, Gesellschaften und die Psychoanalyse, sondern auch im Feminismus: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die dunkle Seite des Feminismus ist die Seite, die gut sein will und mächtig sein will, indem sie Gutes tut und gut ist, entweder indem sie gut ist als das Opfer, das den Bösen gegenübersteht, die uns unterdrücken, oder indem sie gut ist, weil sie als alles gebende Mütter da ist, und das ist die dunkle Seite des Feminismus. Opfertum oder allmächtige Mutterschaft – das sind die dunklen Seiten des Feminismus. Eine Sache, die feministische Psychologie also tun könnte, ist, unsere dunkle Seite wirklich klar zu machen. Es ist wichtig, die Kluft zwischen Denken und Fühlen ‚aufzuheben‘, wie die [[Deutsche]]n sagen würden, um zu [[Transzendenz|transzendieren]], denn wenn wir das nicht transzendieren, können wir uns an diesen unbedachten Ort begeben, und ehe wir uns versehen, können sich all diese heiklen Dinge wieder einschleichen – wie etwa der Versuch, mächtig zu sein, indem man gut ist. Die Kritik des Machtwillens und anderer Gaben, die wir von [[Misogynie|frauenfeindlichen]] Menschen wie [[Friedrich Nietzsche|Nietzsche]] haben, sollte nicht abgetan werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Jessica Benjamin - Oral History Transcript |Hrsg=Psychology’s Feminist Voices |Datum=2006 |Online=http://www.feministvoices.com/assets/Feminist-Presence/Benjamin/JessicaBenjaminOralHistoryTranscript.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;   &amp;lt;/blockquote&amp;gt;Mit der international bekannten [[Geschlechterforschung|Geschlechterforscherin]] und Feministin [[Judith Butler]] verbindet sie ein langer und intensiver Austausch zu gemeinsamen und unterschiedlichen Positionen. Dabei geht es insbesondere um Benjamins Konzept des intersubjektiven analytischen Dritten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica Benjamin |Titel=Intersubjectivity, Recognition and the Third. A Comment on Judith Butler |Hrsg=N. Ricken, N. Balzer |Sammelwerk=Judith Butler: Pädagogische Lektüren |Ort=Wiesbaden |Datum=2012 |Seiten=283-301}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im deutschsprachigen Raum wird diese [[Kontroverse]] bislang kaum diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
Originalausgaben und deutsche Übersetzung:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The Bonds of Love: Psychoanalysis, Feminism and the Problem of Domination.&amp;#039;&amp;#039; 1988.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Die Fesseln der Liebe. Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der Macht.&amp;#039;&amp;#039; Übers. von Nils Thomas Lindquist und Diana Müller. Basel 1990.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Like Subjects and Love Objects: Essays on Recognition, Identification and Difference.&amp;#039;&amp;#039; 1995.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Phantasie und Geschlecht. Psychoanalytische Studien über Idealisierung, Anerkennung und Differenz.&amp;#039;&amp;#039; Übers. von Helgard Kramer. Basel 1993.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Shadow of the Other: Intersubjectivity and Gender in Psychoanalysis.&amp;#039;&amp;#039; 1997.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Schatten des Anderen. Intersubjektivität, [[Gender]], Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Übers. von Irmgard Hölscher. Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2002.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Anerkennung, Zeugenschaft und Moral: Soziale Traumata in psychoanalytischer Perspektive.&amp;#039;&amp;#039; Psychosozial-Verlag, Gießen 2017, ISBN 978-3-8379-2434-3. Hans-Kilian-Preis 2015&amp;lt;ref&amp;gt;https://psychosozial-verlag.de/programm/19000/19100/2434-detail&amp;lt;/ref&amp;gt;, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beiträge:&lt;br /&gt;
* {{Literatur| Autor=| Titel=Vater und Tochter: Identifizierung mit Differenz. Ein Beitrag zur Geschlechter-Heterodoxie| Sammelwerk=Psyche| Band=46| Nummer=9| Datum=1992| Seiten=821–846| DOI=}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tue ich oder wird mir angetan? Ein intersubjektives Triangulierungskonzept&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Martin Altmeyer]], [[Helmut Thomä]] (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Die vernetzte Seele. Die intersubjektive Wende in der Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2006, ISBN 978-3-608-94672-7, S. 65–107.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herausgeberschaft ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Unbestimmte Grenzen. Beiträge zur Psychoanalyse der Geschlechter&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-596-11954-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 2008: [[Sigmund-Freud-Vorlesung]] in [[Wien]]&lt;br /&gt;
* 2015: [[Hans-Kilian-Preis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Jessica Benjamin}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|124149782}}&lt;br /&gt;
* [https://www.psychoanalytikerinnen.de/usa_biografien.html#Benjamin Biografie auf psychoanalytikerinnen.de]&lt;br /&gt;
* [https://www.humiliationstudies.org/news-old/archives/001327.html Brief an Bundeskanzlerin Merkel]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124149782|LCCN=n/88/34426|NDL=00511981|VIAF=59137623}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Benjamin, Jessica}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychoanalytiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (New York University)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachbuchautor (Pädagogik und Psychologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Englisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essay]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herausgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Benjamin, Jessica&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Benjamin, Jessica R.&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=US-amerikanische Psychoanalytikerin und systemische Publizistin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. Januar 1946&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[New York City]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fan-vom-Wiki</name></author>
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