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	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Jeans-Kriterium</id>
	<title>Jeans-Kriterium - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T11:28:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jeans-Kriterium&amp;diff=100339&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M. Hammer-Kruse: wie vor</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jeans-Kriterium&amp;diff=100339&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-03-24T17:13:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;wie vor&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Landscape Carina Nebula.jpg|mini|[[Sternentstehung]] im [[Carinanebel]]]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jeans-Kriterium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; der [[Sternentstehung]] (nach [[James Jeans]]), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jeanssches Kriterium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, besagt, dass eine kosmische [[Gaswolke]] kollabiert und aus ihr letztlich ein [[Stern]] entstehen kann, wenn ihre Masse größer als die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jeans-Masse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;M_{\mathrm{Jeans}}&amp;lt;/math&amp;gt; ist. Handelt es sich bei der Gaswolke um eine [[protoplanetare Scheibe]], so kann das Jeans-Kriterium auch für die Entstehung von [[Gasplanet]]en herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter irdischen Bedingungen breiten sich [[Gas]]e aufgrund der [[kinetische Energie|kinetischen Energie]] der Moleküle und ihrer damit verbundenen Kollisionen in dem zur Verfügung stehenden Raum gleichmäßig aus. Im freien Weltall dagegen werden größere Ansammlungen von Gasen durch ihre [[Schwerkraft]] zusammengehalten und sind deswegen räumlich begrenzt. Nach Überschreiten der Jeans-Masse zieht sich die Wolke immer weiter zusammen, bis ein neuer [[Gleichgewichtszustand]] erreicht wird (Sternentstehung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berechnung bzw. Abschätzung der Jeans-Masse ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jeans-Masse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; als minimale Grenzmasse lässt sich abschätzen zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt; M_{\mathrm{Jeans}} =\alpha \cdot \sqrt{\frac{1}{\rho} \cdot \left( \frac{k T}{G \mu} \right)^3 }&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit&lt;br /&gt;
* einem numerischen Koeffizienten &amp;lt;math&amp;gt;\alpha&amp;lt;/math&amp;gt;, der von der Abschätzung und ihrer Genauigkeit abhängt&lt;br /&gt;
* weiteren Variablen, die im Folgenden erläutert werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Spherical molecular cloud d hc2-de.svg|mini|Kräfte bzw. Drücke in einer kosmischen Gaswolke]]&lt;br /&gt;
Es wird eine kugelförmige Gaswolke der Masse&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt;, der homogenen [[Dichte]] &amp;lt;math&amp;gt;\textstyle\rho = M/(\frac{4}{3} \pi R^3)&amp;lt;/math&amp;gt;, dem daraus zu berechnenden Radius&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; und der Temperatur&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt; angenommen. Auf die Gaswolke wirken keine äußeren Kräfte, sie rotiert nicht, und das Gas verhält sich wie ein [[ideales Gas]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wolke beginnt zu kollabieren, falls die zusammenziehenden Gravitationskräfte größer sind als die stabilisierende Kraft des [[Gasdruck]]es (Jeans-Kriterium). Dieser Zustand ist erreicht, wenn die Masse der Gaswolke bei einer bestimmten Dichte und Temperatur die zugehörige Jeans-Masse überschreitet. Sie kann sowohl über das Gleichgewicht der Drücke als auch über das der Energien ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über den Gleichgewichtsdruck ===&lt;br /&gt;
Bei Gleichgewicht der Drücke im Zentrum der Wolke gilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;|p_{\mathrm{Gas}}| = |p_{\mathrm{grav}}|&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Thermische Zustandsgleichung idealer Gase|idealen Gasgleichung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;pV = nkT \iff p = \frac{\rho}{\mu}kT&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und dem [[Hydrostatischer Druck #Gravitationsdruck in Planeten, Monden, Asteroiden und Meteoriten|Gravitationsdruck im Zentrum einer Kugel]] folgt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\implies \frac{\rho}{\mu}kT = \frac{3G M^2}{8\pi R^4}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit&lt;br /&gt;
* dem Druck&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
* dem Volumen&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;V&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der Zahl&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; der Gasmoleküle&lt;br /&gt;
* der [[Boltzmann-Konstante]]n&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;k&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der absoluten [[Temperatur]]&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der Masse&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;\mu&amp;lt;/math&amp;gt; des einzelnen Gasmoleküls&lt;br /&gt;
* der [[Gravitationskonstante]]n&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;G&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich:&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe das Skript von Hermann Kolanoski: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Astroteilchenphysik&amp;#039;&amp;#039;. HU Berlin, WS 2009/2010 in den Literaturangaben&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\implies M_{\mathrm{crit}} = \sqrt{\frac{6}{\pi}} \cdot \sqrt{\frac{1}{\rho} \cdot \left( \frac{k T}{G \mu} \right)^3}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Koeffizient &amp;lt;math&amp;gt;\alpha&amp;lt;/math&amp;gt; ist hier &amp;lt;math&amp;gt;\alpha = \sqrt{\frac{6}{\pi}} \approx 1{,}38&amp;lt;/math&amp;gt; und beschreibt den Zustand im Zentrum der Wolke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über das Energiegleichgewicht ===&lt;br /&gt;
Bei dem Ansatz über das Energiegleichgewicht steht die [[kinetische Energie]] &amp;lt;math&amp;gt;\textstyle E_\mathrm{kin} = \frac{3}{2} nkT&amp;lt;/math&amp;gt; nach Verwendung des [[Virialsatz]]es zur [[Bindungsenergie #Gravitation|gravitativen Bindungsenergie]] der Gaswolke wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;2 E_{\mathrm{kin}} = E_{\mathrm{grav}}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bzw. mit &amp;lt;math&amp;gt;n = \tfrac{M}{\mu}&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\iff 3 \frac{M}{\mu}kT = \frac{3G M^2}{5R}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflösung nach&amp;amp;nbsp;&amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; führt zu folgender kritischen Masse:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\implies M_{\mathrm{crit}} = \sqrt{\frac{3 \cdot 5^3}{4 \pi}} \cdot \sqrt{\frac{1}{\rho} \cdot \left(\frac{k T}{G \mu}\right)^3}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der Koeffizient &amp;lt;math&amp;gt;\alpha \approx 5{,}46&amp;lt;/math&amp;gt;, der für eine einheitliche Temperatur der Wolke gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über die Schallgeschwindigkeit ===&lt;br /&gt;
Die von Jeans,&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe das Skript von Kolanoski in der Literatur&amp;lt;/ref&amp;gt; gefundene Masse geht von der [[Schallgeschwindigkeit]] im einatomigen Gas mit dem [[Isentropenexponent]]en &amp;lt;math&amp;gt;\kappa=\tfrac{5}{3}&amp;lt;/math&amp;gt; aus.&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;c_S = \sqrt{\kappa\frac{p}{\rho}} = \sqrt{\frac{5k T}{3\mu}}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Jeans-Länge&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\lambda_{\mathrm{Jeans}} = c_S\sqrt{\frac{\pi}{G\rho}} = \sqrt{\frac{5\pi k T}{3\mu G\rho}}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ergibt sich die Jeans-Masse&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;M_{\mathrm{Jeans}} = \frac{\pi}{6}\rho \lambda_{\mathrm{Jeans}}^3 = \alpha_{\mathrm{Jeans}}\cdot \sqrt{\frac{1}{\rho} \cdot \left(\frac{k T}{G \mu}\right)^3}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Faktor π/6 entspricht dabei dem Volumen einer Kugel in einem Würfel mit gegebener Kantenlänge &amp;#039;&amp;#039;λ&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Vorfaktor mit &lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\alpha_{\mathrm{Jeans}} = \frac{\pi}{6}\sqrt{\frac{5^3\pi^3}{3^3}} \approx 6{,}27&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfluss von Dichte und Temperatur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeans hc2.png|400px|rechts|Dichte-Temperaturdiagramm für verschiedene Jeans-Massen&amp;amp;nbsp;(M) für ein einatomiges Wasserstoffgas]]&lt;br /&gt;
Wie sich aus den Formeln ablesen lässt, ist die Jeans-Masse für kalte Gaswolken kleiner als für heiße, dafür aber bei niedrigen Gasdichten höher. Das nebenstehende Diagramm gibt diese Abhängigkeit verschiedener Jeans-Massen von der Dichte und der Temperatur wieder. Die Jeans-Masse ist als Vielfaches der Sonnenmasse angegeben, als Gas wurde einatomiges [[Wasserstoff]]gas als häufigstes Element im Universum gewählt (Masse pro Atom: {{ZahlExp|1,67|-27|pre=µ ≈|post=kg}}). Die Berechnung erfolgte wie oben ausgeführt über das Druckgleichgewicht; die Berechnung über das Energiegleichgewicht würde zu einem leicht unterschiedlichen Ergebnis führen, allerdings sind beide Ansätze stark vereinfachte Näherungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ablese-Beispiel: Eine Wolke aus einatomigem Wasserstoffgas von 10&amp;amp;nbsp;[[Sonnenmasse]]n und einer Dichte von 10&amp;lt;sup&amp;gt;−17&amp;lt;/sup&amp;gt;kg&amp;amp;#8239;⋅m&amp;lt;sup&amp;gt;−3&amp;lt;/sup&amp;gt; kollabiert bei einer Temperatur von ≤&amp;amp;nbsp;10&amp;amp;thinsp;K. Zur Veranschaulichung hätte eine solche Wolke etwa 6000&amp;amp;nbsp;Atome pro cm³ und einen Durchmesser von 1,65&amp;amp;nbsp;[[Lichtjahr]]en ({{ZahlExp|1,56|13}} Kilometer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Bradley W. Carroll, Dale A. Ostlie&lt;br /&gt;
   |Titel=An introduction to Modern Astrophysics&lt;br /&gt;
   |Datum=1996&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-321-21030-1&lt;br /&gt;
   |Seiten=449}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Hermann Kolanoski&lt;br /&gt;
   |url=https://www.zeuthen.desy.de/~kolanosk/astro0910/skripte/astro.pdf&lt;br /&gt;
   |titel=Einführung in die Astroteilchenphysik&lt;br /&gt;
   |format=PDF; 13,8&amp;amp;nbsp;MB&lt;br /&gt;
   |abruf=2013-07-21}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Malcolm S. Longair]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Galaxy Formation&lt;br /&gt;
   |Verlag=Springer, Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1998&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-540-63785-0}} (&amp;#039;&amp;#039;Astronomy and Astrophysics Library&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Roman Sexl]], Hannelore Sexl&lt;br /&gt;
   |Titel=Weiße Zwerge – Schwarze Löcher. Einführung in die relativistische Astrophysik.&lt;br /&gt;
   |Auflage=2. erweiterte&lt;br /&gt;
   |Verlag=Vieweg Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Braunschweig&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-528-17214-2&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Vieweg-Studium – Grundkurs Physik}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Albrecht Unsöld]], Bodo Baschek&lt;br /&gt;
   |Titel=Der neue Kosmos&lt;br /&gt;
   |Auflage=4. völlig neubearbeitete&lt;br /&gt;
   |Verlag=Springer&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1988&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-540-18171-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stellarphysik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Methode der Astrophysik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M. Hammer-Kruse</name></author>
	</entry>
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