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	<title>Jean Jannon - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;08Linus: PD-fix, Commonscat mit Helferlein hinzugefügt</title>
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		<updated>2024-10-03T19:10:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;PD-fix, Commonscat mit &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wurgl/8Schwestern&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wurgl/8Schwestern (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Helferlein&lt;/a&gt; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jannon Romain de l&amp;#039;Université matrices.jpg|mini|Originalmatrizen der &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l&amp;#039;université&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:20 la principauté de Sedan Davanne-Chappier.jpg|mini|Karte des protestantischen Fürstentums Sedan]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jean Jannon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (alternative Namensschreibweisen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Iean Iannon, Joannes Jannonus, Jean Janon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Joannes Janonus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; geboren [[1580]] in [[Genf]] oder allgemein der [[Romandie]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;geburtsort&amp;quot;&amp;gt;[http://luc.devroye.org/fonts-32741.html &amp;#039;&amp;#039;Jean Jannon&amp;#039;&amp;#039;], luc.devroye.org. und [https://www.typolexikon.de/jannon-jean/ &amp;#039;&amp;#039;Jannon, Jean&amp;#039;&amp;#039;], [[Wolfgang Beinert (Grafiker)|Wolfgang Beinert]], typolexikon.de, 27. September 2022, aufgerufen jeweils am 10. Juni 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;, gestorben [[1658]] in [[Sedan]]) war ein [[Frankreich|französischer]] [[Protestantismus|protestantischer]] [[Drucker (Beruf)|Drucker]], [[Typografie|Schriftgestalter]], [[Schriftschneider|Stempelschneider]] und [[Schriftgießer]], der in Sedan, [[Paris]] und [[Caen]] tätig war. Bekannt wurde er durch seine Schrift &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l’Université&amp;#039;&amp;#039; sowie den Umstand, dass diese Schrift später irrtümlich [[Claude Garamond]] zugeschrieben wurde – ein Umstand, der sich erst in den [[1920er]]-Jahren aufklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Richelieu, por Philippe de Champaigne (detalle).jpg|mini|Bestimmende Figur der französischen Politik in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Kardinal Richelieu]]&lt;br /&gt;
Eine Reihe Punkte in der Vita Jannons sind entweder nur bruchstückhaft bekannt oder aber Gegenstand unterschiedlicher Deutungen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit steht fest, dass er seine [[Ausbildung]] zum Buchdrucker in Genf absolvierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;typolexikon-jannon&amp;quot;&amp;gt;[https://www.typolexikon.de/jannon-jean/ &amp;#039;&amp;#039;Jannon, Jean&amp;#039;&amp;#039;], Wolfgang Beinert, typolexikon.de, 27. September 2022, aufgerufen am 10. Juni 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso, dass er als Buchdrucker-[[Geselle]] in [[Lausanne]], [[Basel]], [[Süddeutschland]] sowie in der Pariser Druckerei [[Robert Estienne|Estienne]] arbeitete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucdevroye&amp;quot;&amp;gt;[http://luc.devroye.org/fonts-32741.html &amp;#039;&amp;#039;Jean Jannon&amp;#039;&amp;#039;], luc.devroye.org, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein dortiger Arbeitgeber war vermutlich Robert Estienne III, ein Enkel des Druckdynastie-Mitbegründers Robert Estienne. Aufgrund seiner calvinistischen Gesinnung hatte dieser Paris Mitte der [[1550er]]-Jahre verlassen; seine Söhne hatten allerdings – gegen den Willen des Vaters – den Druckereibetrieb in Paris wieder re-etabliert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;estienne&amp;quot;&amp;gt;[https://estiennes.edwardworthlibrary.ie/estienne-family/robert-ii/ &amp;#039;&amp;#039;Robert II (1530-1570); Paris 1556-1588&amp;#039;&amp;#039;] und [https://estiennes.edwardworthlibrary.ie/estienne-family/robert-iii/ &amp;#039;&amp;#039;Robert III Estienne (1560-1630), Paris 1606-30&amp;#039;&amp;#039;], Estiennes at the Edward Worth Library, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Jahr 1610 übersiedelte Jannon in das nordostfranzösische Sedan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;typolexikon-jannon&amp;quot; /&amp;gt; Sedan war nicht nur eine der Hochburgen des französischen Protestantismus. Als [[Fürstentum]] am Rand des französischen Machtbereichs genoss die Region eine prekäre Form politischer Autonomie. Ob Jannon aus politisch-religiösen Gründen nach Sedan zog, wegen Arbeitsmangel oder aufgrund persönlicher Konflikte, ist nicht zweifelsfrei zu bestimmen. [[Pierre de L’Estoile]], ein damaliger Zeitchronist, hielt in seinem Tagebuch fest, dass Jannon bei [[Hugenotten|hugenottischen]] Behörden auf Ablehnung gestoßen sei, weil er den Druck eines [[Katholizismus|katholischen]] Propagandawerks übernommen habe. Laut L’Estoile sei Jannon verärgert gewesen über diese Angelegenheit und habe in dem Zug auch die Äußerung getätigt, die Hugenotten wären – seien sie erst einmal an der Macht – möglicherweise noch schlimmer als die [[Jesuiten]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wagstaffe&amp;quot;&amp;gt;[https://core.ac.uk/download/pdf/9641174.pdf &amp;#039;&amp;#039;Forms and methods of religious controversy in Paris: with special reference to Pierre du Moulin and his Catholic opponents&amp;#039;&amp;#039;], Sally Anne Wagstaffe, 1990, Durham University, S. 66 ff., aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch; PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In erster [[Ehe]] war Jean Jannon mit Anne de Quingé verheiratet, die 1618 starb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;quinge&amp;quot;&amp;gt;[https://archive.org/stream/revuedardenneet00unkngoog/revuedardenneet00unkngoog_djvu.txt &amp;#039;&amp;#039;Revue d&amp;#039;Ardenne et d&amp;#039;Argonne&amp;#039;&amp;#039;], Societé d’études ardonnaises, Sedan 1901/1902, S. 102, aufgerufen am 10. Juni 2024 (französisch; archivierter Volltext)&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später heiratete er Marie Demangin, die zuvor ihren Mann verlassen hatte. Der Wiederverheiratung Demangins wurde laut einem Bericht des Rats der reformierten Kirche von [[Mainz]] das kirchliche Placet erteilt – wobei der Bericht das Verhalten von Demangins früherem Ehemann als eine nachgewiesene Reihe von „Ehebrüchen, Polygamie und Ausschweifungen“ charakterierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revue&amp;quot;&amp;gt;[https://archive.org/details/revuedardenneet00unkngoog/page/n104/mode/2up?q=Jannon &amp;#039;&amp;#039;Jean Jannon ses fils. Leurs ceuvres&amp;#039;&amp;#039;], &amp;#039;&amp;#039;Revue d&amp;#039;Ardenne et d&amp;#039;Argonne&amp;#039;&amp;#039;, Societé d’études ardonnaises, Sedan 1894, S. 97 ff., aufgerufen am 10. Juni 2024 (französisch; Internet Archive)&amp;lt;/ref&amp;gt; In Sedan begann Jannon eine Karriere als Drucker für die [[Akademie Sedan|protestantische Akademie]]. Etwa zur gleichen Zeit startete er dort seine zweite Karriere – als Entwerfer und Produzent von [[Schriftart|Schriften]]. 1615 entwickelte er die erste eigene Schrift-Garnitur. Neben dem ökonomischen Grund, so nicht mehr der Notwendigkeit ausgesetzt zu sein, Schriften aus [[Deutschland]], [[Holland]] oder Paris zukaufen zu müssen, gab es auch einen praktischen: Die damals üblichen Stempel waren recht schnell verschlissen – was mehr oder weniger aufwändige Restaurierungsarbeiten zur Folge hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucdevroye&amp;quot;&amp;gt;[http://luc.devroye.org/fonts-32741.html &amp;#039;&amp;#039;Jean Jannon&amp;#039;&amp;#039;], luc.devroye.org, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1640 zog Jannon zurück nach Paris, um nach dem Tod seines Sohns Antipas dessen Werkstatt zu übernehmen. In Paris betätigte sich Jannon als Buchdrucker, Schriftschneider sowie Kompagnon des in Caen geborenen Buchdruckers und [[Buchhändler]]s Pierre de Cardonell. Alleine oder zusammen mit de Cardonell betrieb neben seiner Pariser Werkstatt eine zusätzliche [[Offizin]] in der Hugenotten-Hochburg Caen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;typolexikon-jannon&amp;quot; /&amp;gt; Trotz seiner religiösen Ansichten kaufte die königliche Druckerei Frankreichs 1641 von ihm Matrizen, Formen zum Gießen von Metalltypen, für drei große Schriftgrößen. Die aus dem Auftrag entstandene Schrift – bekannt geworden unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l&amp;#039;Université&amp;#039;&amp;#039; – war eine Weiterentwicklung seiner 1615 begonnenen &amp;#039;&amp;#039;Petite Sedanaise&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;typolexikon-jannon&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet des durchaus als ansehnlich charakterisierbaren Imprimerie-Auftrags geriet Jannon vier Jahre später – 1644 – in den Fokus staatlicher Repression. In deren Zug wurden seine [[Werkstatt|Werkstätten]] in Paris und Caen durchsucht und möglicherweise auch Inventar-Teile beschlagnahmt. Der Verdacht der Behörden: der Protestant Jannon habe verbotenes Material gedruckt. Möglicher Hintergrund der erfolgten Repressalien war der (kurzzeitige) [[Krieg]]szustand, in dem sich Frankreich mit dem [[Fürstentum Sedan]] befand. Jannons Schrift, die &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l&amp;#039;Université,&amp;#039;&amp;#039; verblieb im Bestand der [[Imprimerie Royale]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;typolexikon-jannon&amp;quot; /&amp;gt; Bereits 1642, also noch vor den Repressalien, war ein Text von [[Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu|Kardinal Richelieu]] in ihr gesetzt worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;typefoundry&amp;quot;&amp;gt;[http://typefoundry.blogspot.com/2012/02/types-of-jean-jannon-at-imprimerie.html &amp;#039;&amp;#039;The types of Jean Jannon at the Imprimerie royale&amp;#039;&amp;#039;], James Mosley, Typefoundry – Documents For The History Of Type And Letterforms, 3. Februar 2012, aufgerufen am 4. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den durchwachsenen bis eher unliebsamen Erfahrungen in der französischen Hauptstadt zog Jannon zurück nach Sedan. Dort übte er bis zu seinem Tod 1658 das Druck- und Schriftgießerei-Handwerk weiter aus. Die [[Druckerei]] wurde den Quellen zufolge zunächst weiterbetrieben, die [[Schriftgießerei]] hingegen im Jahr 1664 aufgegeben. Weitere Angaben darüber, wer die Gießerei eventuell übernommen hat oder in welche Hände das Inventar in der Folge geriet, lassen sich nicht eindeutig verifizieren und sind entsprechend vager Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften und Bedeutung ==&lt;br /&gt;
=== Jannons Bedeutung als Schriftentwerfer ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jannon and Jannon Sans.gif|mini|Schriftmuster der 1997 begonnenen &amp;#039;&amp;#039;Jannon Pro&amp;#039;&amp;#039; von František Štorm]]&lt;br /&gt;
Als wesentliche Schrift von Jean Jannon gilt seine 1641 im Auftrag der Imprimerie Royale erstellte &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l’Université.&amp;#039;&amp;#039; Sie basierte auf Jannons 25 Jahre zuvor begonnener Petite Sedanaise. Prototyp wie Hauptschrift standen in der Tradition der französischen Schriften aus der ersten Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s – speziell denjenigen von Claude Garamond, die seinerzeit allgemein als die vollkommenste Ausprägung der [[Antiqua]] angesehen wurden. Nichtsdestotrotz unterscheidet sich Jannons Schrift in einigen formalen Merkmalen. Einige Zeichen sind großzügiger angelegt; die [[Strichstärke|Strichkontrast]]e fallen ausgeprägter aus als bei den Garamond-Schriften. Bei der [[Kursivschrift|Kursiven]] fällt der unterschiedlich gehaltene [[Steigung#Steigungs- oder Neigungswinkel|Neigungswinkel]] ins Auge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob Jannons Schriften eindeutig der [[Renaissance-Antiqua]] des [[Französische Renaissance-Antiqua|französischen Typs]] zuzuordnen sind, wird von einigen Typo-Experten und Fachhistorikern zumindest relativiert. Einige tendieren dazu, sie stilistisch an der Grenze zu den [[Barock-Antiqua|Übergangsantiquas]] des 17. und [[18. Jahrhundert]]s zu verorten – wahlweise also als späte Renaissanceantiqua oder frühe Barockantiqua anzusehen. [[František Štorm]], ein [[Tschechien|tschechischer]] Schriftentwerfer, hält Jannon für einen der bedeutendsten Vertreter der französischen Typografie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucdevroye&amp;quot; /&amp;gt; Mit der 1997 begonnenen &amp;#039;&amp;#039;Jannon Pro&amp;#039;&amp;#039; schuf Storm eine digitale Neuversion der Jannon-Schrift.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jannonpro&amp;quot;&amp;gt;[https://fontsinuse.com/typefaces/6254/jannon &amp;#039;&amp;#039;Jannon&amp;#039;&amp;#039;], Fonts in Use, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber hinaus basieren einige [[Garamond (Schriftart)|Garamond]]-Varianten, welche in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s entstanden, auf Jannons Originaltypen. Grund hierfür ist eine falsche Zuschreibung, welche im Endeffekt bewirkte, dass Jannon wegen dieser Verwechslung einen größeren Bekanntheitsgrad in der Fachwelt erlangte als durch seine Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwechslung mit Garamond-Schriften ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bruce Rogers Garamont specimen page 20 detail.jpg|mini|Detail der auf Jannons Schrift beruhenden &amp;#039;&amp;#039;Garamont&amp;#039;&amp;#039; von Monotype]]&lt;br /&gt;
Trotz seiner bemerkenswerten Karriere als Drucker ist Jannon vielleicht am bekanntesten für eine lang anhaltende historische Falschzuschreibung. Befördert wurde diese durch den Umstand, dass – ähnlich wie bei Claude Garamond – wesentliche Biografie-Parameter entweder unklar sind oder aber in ihrer Bedeutung unterschiedlich gewichtet werden. Unklar ist etwa, ob Jannon als protestantischem Drucker – über die Durchsuchung seiner Werkstätten sowie die [[Konfiskation|Konfiszierung]] von Betriebsinterieur hinaus – zusätzliche Repressionen widerfahren sind: beispielsweise eine zeitweilige [[Haft|Inhaftierung]]. Aktuell verfügbare Biografieangaben sparen den Konflikt mit der französischen Obrigkeit entweder ganz aus oder legen eine zeitweilige, von der katholischen [[Inquisition]] respektive Kardinal Richelieu initiierte Haft zumindest nahe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;richelieu&amp;quot;&amp;gt;Siehe diesbezügliche Angaben in den Jannon-Portraits bei [http://luc.devroye.org/fonts-32741.html &amp;#039;&amp;#039;luc.devroye.org&amp;#039;&amp;#039;], [https://www.typolexikon.de/jannon-jean/ &amp;#039;&amp;#039;typolexikon.de&amp;#039;&amp;#039;], [http://www.klingspor-museum.de/KlingsporKuenstler/Schriftdesigner/Jannon/JeanJannon.pdf &amp;#039;&amp;#039;Klingspor Museum&amp;#039;&amp;#039;] und bei [http://typefoundry.blogspot.com/2012/02/types-of-jean-jannon-at-imprimerie.html &amp;#039;&amp;#039;James Mosley&amp;#039;&amp;#039;], aufgerufen jeweils am 10. Juni 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umstritten ist darüber hinaus, wie weitgehend und wie lange die in Auftrag gegebene und unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l’Université&amp;#039;&amp;#039; firmierende Schrift von der Imprimerie Royale genutzt wurde. Auch zu dieser Frage gibt es unterschiedliche Ansichten. Der [[Vereinigtes Königreich|britische]] Fachhistoriker James Mosley etwa wies im Zug der anhaltenden Debatte um das Ausmaß dieser Verwechslung auf den Umstand hin, dass die &amp;#039;&amp;#039;Caractères&amp;#039;&amp;#039; kaum genutzt wurde und bereits im späten 17. Jahrhundert durch eine zeitaktuellere „Romain du roi“ ersetzt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mosley2&amp;quot;&amp;gt;[http://typefoundry.blogspot.com/2012/07/caracteres-de-luniversite.html &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l’Université&amp;#039;&amp;#039;], James Mosley, Typefoundry, 29. Juli 2012, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;romain&amp;quot;&amp;gt;[https://www.typografie.info/3/wiki.html/r/romain-du-roi-r250/ &amp;#039;&amp;#039;Romain du Roi&amp;#039;&amp;#039;], typografie.info, aufgerufen am 10. Juni 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; Die im 19. und 20. Jahrhundert erfolgte Verwechslung von Jannon-Originalen mit Garamond-Originalen resuliere, so Mosley, im Wesentlichen aus dem Umstand, das die in der Imprimerie Royale (beziehungsweise: Nationale) eingelagerten Jannon-Typen zunächst in informeller Weise als „Garamond-Schriften“ bezeichnet und zu einem vergleichsweise späten Zeitpunkt (erstmals: 1845) als Schriften von Claude Garamond ausgewiesen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mosley-garamont&amp;quot;&amp;gt;[http://typefoundry.blogspot.com/2011/04/garamond-or-garamont.html &amp;#039;&amp;#039;Garamond or Garamont?&amp;#039;&amp;#039;], James Mosley, Typefoundry, 1. April 2011, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Explizit als Garamond-Schriften ausgegeben wurden die Typen Jannons anlässlich eines mehrbändigen Historienreihe-Drucks im Jahr 1911. Vorgenommen wurde diese Bezeichnung von Christian Schwartz, dem damaligen Direktor der Imprimerie Nationale. Auf der Basis dieser Originale fertigten mehrere bedeutende [[Schriftgießerei]]en neue Garamond-Schriften – darunter die [[Vereinigte Staaten|US-amerikanische]] [[American Type Founders|ATF]] sowie die britisch-amerikanische [[Monotype-Setzmaschine|Monotype]]. Aufgedeckt wurde die fälschlich erfolgte Zuschreibung von der Journalistin [[Beatrice Warde]]. Vermittels Recherchen sowie Schriftproben-Vergleiche fand sie heraus, dass die als Garamond-Schriften ausgewiesenen Typen in der Imprimerie Nationale in Wirklichkeit die historisch neueren &amp;#039;&amp;#039;Caractères&amp;#039;&amp;#039;-Typen von Jean Jannon waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mosley-garamont&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warde publizierte das Ergebnis ihrer Recherchen 1926 in einem aufsehenerregenden Fachaufsatz mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;The „Garamond“ Types.&amp;#039;&amp;#039; Vermutlich um die These zu untermauern, dass Jean Jannon ein eigenständiger Schriftenentwerfer war, veröffentlichte sie 1927 eine Schriftprobe der &amp;#039;&amp;#039;Petite Sedanaise&amp;#039;&amp;#039; von 1621. Die Auseinandersetzung um die falsche [[Urheber]]schafts-Zuschreibung der Imprimerie National hatte unter anderem zur Folge, dass später in Fabrikation gegangene Garamond-Schriften auf authentischeren Vorlagen basierten – etwa solchen im [[Plantin-Moretus-Museum]] in [[Antwerpen]] oder dem [[Jacques Sabon|Egenolff-Berner Muster]] in [[Frankfurt am Main]], dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mosley-garamont&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jean Jannons Bedeutung wird in der Fachwelt heute höher veranschlagt, als es noch vor 100 Jahren der Fall gewesen war. Nieder schlägt sich dies unter anderem in digitalen Remakes. Außer der – mittlerweile zur [[Schriftsippe]] ausgebauten – &amp;#039;&amp;#039;Jannon Pro&amp;#039;&amp;#039; von Frantisek Storm haben zwischenzeitlich weitere [[Font (Informationstechnik)|Fonts]] auf den Markt reussiert, die sich an Jannons Schriftentwürfen orientieren. Beispiel: die &amp;#039;&amp;#039;JJannon&amp;#039;&amp;#039; des Schweizer Schriftentwerfers François Rappo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rappo&amp;quot;&amp;gt;[https://optimo.ch/typefaces/jjannon &amp;#039;&amp;#039;JJannon&amp;#039;&amp;#039;], optimo.ch, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Jannon-Digitalneuauflagen von František Štorm und François Rappo sind beide mit mehreren [[Strichstärke]]n sowie Kursivschnitten versehen. Die &amp;#039;&amp;#039;Jannon Pro&amp;#039;&amp;#039; enthält zusätzlich eine [[Akzidenzschrift|Display]]-Variante für größere [[Schriftgrad]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.typolexikon.de/jannon-jean/ &amp;#039;&amp;#039;Jannon, Jean&amp;#039;&amp;#039;], Wolfgang Beinert, typolexikon.de, 27. September 2022, aufgerufen am 10. Juni 2024&lt;br /&gt;
* [http://typefoundry.blogspot.com/2012/02/types-of-jean-jannon-at-imprimerie.html &amp;#039;&amp;#039;The types of Jean Jannon at the Imprimerie royale&amp;#039;&amp;#039;], James Mosley, Typefoundry – Documents For The History Of Type And Letterforms, 3. Februar 2012, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://typefoundry.blogspot.com/2011/04/garamond-or-garamont.html &amp;#039;&amp;#039;Garamond or Garamont?&amp;#039;&amp;#039;], James Mosley, Typefoundry, 1. April 2011, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://typefoundry.blogspot.com/2012/07/caracteres-de-luniversite.html &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l’Université&amp;#039;&amp;#039;], Artikel von James Mosley zur &amp;#039;&amp;#039;Caractères de l’Université&amp;#039;&amp;#039; und der Geschichte der Imprimerie Royale, Typefoundry, 29. Juli 2012, aufgerufen am 10. Juni 2024 (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139892923|LCCN=no/2001/48902|VIAF=78430319}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jannon, Jean}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchdrucker (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Typograf (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hugenotte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1580]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1658]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Jannon, Jean&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Schriftschneider und Drucker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1580&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Genf]] oder allgemein der [[Romandie]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1658&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Sedan]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;08Linus</name></author>
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