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	<title>Jean Chapelain - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-09-19T20:30:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jean Chapelain - Versailles MV 2888.jpg|mini|Jean Chapelain, zeitgenössisches Gemälde eines anonymen Künstlers]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jean Chapelain&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Dezember]] [[1595]] in [[Paris]]; † [[22. Februar]] [[1674]] in Paris) war ein [[Frankreich|französischer]] [[Schriftsteller]] und [[Kulturpolitiker]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chapelain stammte aus einer Juristenfamilie und beherrschte die klassischen Sprachen sowie das Italienische und Spanische, wodurch ihm die maßgebliche Literatur seiner Zeit zugänglich war. Er war Schüler von [[François de Malherbe]], einem Wegbereiter der [[Französische Klassik|französischen Klassik]], und führte dessen Bestrebungen fort, indem er eine Dichtung praktizierte und förderte, die strenge Regeln befolgen sowie dem Staat und seinen offiziellen Anlässen nützen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Eigenschaft wurde Chapelain oftmals angegriffen, etwa von [[Nicolas Boileau]], und die französischen [[Romantik]]er machten ihn schließlich zum Inbegriff des uninspirierten Staatsdichters und Kunstrichters. [[Molière]] soll Chapelain hingegen als Vorbild des Philinte in &amp;#039;&amp;#039;[[Der Menschenfeind]]&amp;#039;&amp;#039; (1666) gesehen haben, einer positiven Figur also, die den radikalen Protagonisten dieser Komödie zur Mäßigung und sozialen Eingliederung bewegen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dramentheorie ==&lt;br /&gt;
Bedeutung für die [[Dramentheorie]] der französischen Klassik hatte seine &amp;#039;&amp;#039;Lettre sur la règle des vingt-quatre heures&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Brief über die Regel der 24 Stunden,&amp;#039;&amp;#039; 1630), die an [[Antoine Godeau]] adressiert war und im Kreis des [[Hôtel de Rambouillet]], eines einflussreichen [[Literarischer Salon|literarischen Salons]], zirkulierte. Es handelt sich um einen [[Traktat]] über die [[Drei Aristotelische Einheiten|aristotelische Lehre]], wonach die vorgeführte Handlung innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen sein müsse, weil nur dies dem Gebot der „vraisemblance“ (der Wahrscheinlichkeit) entspreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chapelain wendet sich in diesem Brief gegen das Theater seiner Zeit, namentlich gegen den populären Unterhaltungskünstler [[Tabarin]], indem er ihm den römischen Schauspieler  [[Quintus Roscius Gallus]] voranstellt (der die Schauspielkunst mit [[Cicero]]s Beifall an der politischen [[Rhetorik]] orientiert hatte). Von der Notwendigkeit aus, das Theater von den „gothismes“ (d.&amp;amp;nbsp;h. von seinen mittelalterlichen Traditionsresten) zu befreien und an der Antike zu orientieren, schließt Chapelain auch auf eine notwendige „Einheit des Orts“, die bei Aristoteles nicht zu finden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean Chapelain: &amp;#039;&amp;#039;Opuscules critiques&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von Anne Duprat. Droz, Genf 2007, S. 222–234.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einheit des Orts wird mit der von [[Horaz]] geforderten Übereinstimmung von Poesie und Malerei (&amp;#039;&amp;#039;[[Ut pictura poesis]]&amp;#039;&amp;#039;) begründet:&amp;lt;ref&amp;gt;Matei Chihaia: &amp;#039;&amp;#039;Institution und Transgression: inszenierte Opfer in Tragödien Racines und Corneilles&amp;#039;&amp;#039;. Narr, Tübingen 2002, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Analogie zur Unwahrscheinlichkeit, dass in den drei Stunden einer Theateraufführung mehr als ein Tag vergehe, könnten dem Zuschauer auch keine weiten Entfernungen glaubwürdig vorgeführt werden. Chapelain orientierte sich hierbei an italienischen Dramatikern und Theoretikern, vor allem [[Julius Caesar Scaliger]]. Mit seinem Traktat reagierte er indirekt auf das seines Erachtens regellose Theater des fruchtbarsten Dramatikers der ersten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts, [[Alexandre Hardy]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Verbreitung fand Chapelains Übersetzung des [[Schelmenroman]]s &amp;#039;&amp;#039;La vida del Pícaro Guzmán de Alfarache&amp;#039;&amp;#039; (1599) von [[Mateo Alemán]], 1619. Ein weiterer poetologischer Traktat, der &amp;#039;&amp;#039;Discours de la poésie représentative&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Rede über die darstellende Dichtung,&amp;#039;&amp;#039; 1635), hatte wenig Ausstrahlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chapelains Hauptwerk ist das Versepos &amp;#039;&amp;#039;La Pucelle, ou la France delivrée&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Die [[Jungfrau von Orléans]], oder das befreite Frankreich&amp;#039;&amp;#039;, 1656), das als eine Art [[Gründungsmythos]] des französischen Staates gedacht war. Chapelain versuchte, wie er es in seinem Vorwort ausführlich rechtfertigte, eine Frau an die Seite der [[homer]]ischen Helden zu stellen, was ihm einigen Spott einbrachte. Das Werk wurde insbesondere von Nicolas Boileau scharf kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Eduard von Jan: &amp;#039;&amp;#039;Jean Chapelain&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Das literarische Bild der Jeanne d&amp;#039;Arc&amp;#039;&amp;#039;. Niemeyer, Halle (Saale) 1928, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die letzten zwölf Gesänge blieben aufgrund der Kritik der literarischen Öffentlichkeit zu Chapelains Lebzeiten ungedruckt. Sie erschienen erst 1882 in einer separaten Ausgabe bei Herluison in Orléans. [[Voltaire]]s berühmtes und umstrittenes Poème &amp;#039;&amp;#039;[[La Pucelle d&amp;#039;Orléans]]&amp;#039;&amp;#039; (1755) entstand als [[Parodie]] des Werkes von Chapelain.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
Dank des Umstands, dass er 1634 zu den Gründungsmitgliedern der [[Académie française]] ([[Liste der Mitglieder der Académie française#Fauteuil 7|Fauteuil 7]]) gehört hatte und dies zu nutzen wusste, war Chapelain fast 40 Jahre lang ein mächtiger Exponent des Pariser Literaturbetriebs. Er verhielt sich loyal zu den Ministern [[Richelieu]] und [[Jules Mazarin]]. In der [[Querelle du Cid]] 1637 unterstützte Chapelain Richelieus Ablehnung des Dramas von [[Pierre Corneille]], indem er eine offizielle Stellungnahme der Académie française gegen dieses Werk verfasste. Zudem betätigte er sich als Dichter im Dienste hochstehender Personen, als Chefkritiker der Académie (die laut Gründungsauftrag über den guten Geschmack in Sprache und Literatur wachen sollte) sowie als [[Epik]]er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1661 führte Chapelain im Auftrag des Ministers [[Jean-Baptiste Colbert]] eine königliche [[Pension (Altersversorgung)|Pensionsliste]], auf die Autoren gesetzt wurden, die dem Minister und seinem jungen König [[Ludwig&amp;amp;nbsp;XIV.]] genehm waren und damit als einer jährlichen [[Gratifikation]] würdig erschienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1654 war Chapelain Mitglied der [[Accademia della Crusca]] in [[Florenz]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.accademicidellacrusca.org/scheda?IDN=580 Mitgliederliste der Crusca]&amp;lt;/ref&amp;gt; 1663 wurde er Mitglied der [[Académie des Inscriptions et Belles-Lettres]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://www.aibl.fr/membres/academiciens-depuis-1663/?lang=fr#C| titel=Mitglieder seit 1663| hrsg=Académie des Inscriptions et Belles-Lettres| zugriff=2021-01-01| sprache=fr| archiv-url=https://web.archive.org/web/20220119185656/https://www.aibl.fr/membres/academiciens-depuis-1663/?lang=fr#C| archiv-datum=2022-01-19| offline=ja| archiv-bot=2022-11-20 17:04:25 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Regeldrama]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11257010-8 &amp;#039;&amp;#039;La pucelle, ou la France delivrée&amp;#039;&amp;#039;. Poe͏̈me heroi͏̈que. Courbé, Paris 1656.]&lt;br /&gt;
* [https://books.google.de/books?id=9OQuQTLkCykC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Jean Chapelain, les douze derniers chants du poème de la Pucelle&amp;#039;&amp;#039;. Publiés pour la première fois par H. Herluison. Précédés d&amp;#039;une préface de l&amp;#039;auteur et d&amp;#039;une étude sur le poème de la Pucelle par René Kerviler. Herluison, Orléans 1882.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Paul Mesnard: &amp;#039;&amp;#039;Histoire de l’académie française depuis sa fondation jusqu&amp;#039;en 1853&amp;#039;&amp;#039;. Charpentier, Paris 1857.&lt;br /&gt;
* Eduard von Jan: &amp;#039;&amp;#039;Jean Chapelain&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Das literarische Bild der Jeanne d&amp;#039;Arc&amp;#039;&amp;#039;. (1429–1926). Niemeyer, Halle (Saale) 1928, S. 55–67.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.pinkernell.de/romanistikstudium/Internet1.htm Artikel.] In: &amp;#039;&amp;#039;Namen, Titel und Daten der französischen Literatur&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;!-- Hauptquelle --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{Acadfr|jean-chapelain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119501279|LCCN=n/85/196942|VIAF=94902}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Chapelain, Jean}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Französisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Académie française]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Accademia della Crusca]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1595]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1674]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Accademia degli Umoristi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Chapelain, Jean&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Schriftsteller&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Dezember 1595&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=22. Februar 1674&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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