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	<title>Janitscharen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Janitscharen&amp;diff=54304&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mert Ahmet1453: Das Bild von Mustafa Kemal wurde durch eine Darstellung einer traditionellen Janitscharenuniform ersetzt, da er kein Janitschar war, keinen direkten Bezug zum Abschnitt hat und die bisherige Darstellung missverständlich sein konnte.</title>
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		<updated>2026-03-21T16:55:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Das Bild von Mustafa Kemal wurde durch eine Darstellung einer traditionellen Janitscharenuniform ersetzt, da er kein Janitschar war, keinen direkten Bezug zum Abschnitt hat und die bisherige Darstellung missverständlich sein konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Battle of Vienna.SultanMurads with janissaries.jpg|mini|Der Kammerherr von Sultan Murad&amp;amp;nbsp;IV. im Kreise der Janitscharen]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Janitscharen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{otaS|یكیچری اوجاغی&amp;amp;lrm;|IA=Yeñiçeri Ocaġı|de=Janitscharenkorps}}, wörtlich „Feuerstelle der neuen Truppe“) waren im [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] die [[Elitetruppe]] der [[Osmanische Armee|Armee]]. Sie stellten die [[Leibwache]] des [[Sultan]]s und erreichten höchste Positionen im osmanischen Staatswesen. Die Truppen hatten ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und wurden 1826 aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die 1911er EB hat zur Vorgeschichte noch ein bisschen mehr zu sagen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Osmanische Mythen bezeichnen gerne [[Orhan&amp;amp;nbsp;I.]] als Gründer der Janitscharen und 1330 als das Gründungsjahr, aber moderne Historiker wie [[Patrick Balfour, 3. Baron Kinross|Patrick Kinross]] glauben, dass erst sein Nachfolger Sultan [[Murad&amp;amp;nbsp;I.]] dafür verantwortlich war. Die [[Aleviten|alevitische]] Tradition hingegen weist auf zwei Gründer hin: [[Abdal Musa]] und [[Balim Sultan]], ganz in der Tradition des [[Bektaschi|Bektaschi-Ordens]], wobei Abdal Musa als Hauptgründer identifiziert, Balim Sultan jedoch als Fortführer angesehen wird. Als Zeitraum der Gründung werden die Jahre zwischen 1365 und dem Ende des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee dahinter war, ausreichend Soldaten für die neuen Kriegszüge der Osmanen zu finden, da das eigene Volk nicht immer ausgereicht hätte, um ein Heer zu stellen, das größere Teile der Welt hätte unterwerfen können. Jeder neue Kriegszug brachte jedoch neue Kriegsgefangene ein, unter denen sich kräftige, junge Männer befanden, die für den Waffendienst geeignet gewesen wären. Den Makel, dass diese Männer der „falschen“ Religion anhingen, beseitigte Orhan, indem er den [[Christen]] ihre Kinder wegnahm, sie von Angehörigen eines nach dem heiligen [[Hadschi Bektasch]] benannten Derwisch-Ordens zu fanatischen Muslimen erziehen ließ und sie dann seiner neuen, ebenfalls einem Orden gleichenden Einheit eingliederte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herm&amp;quot;&amp;gt;[[Gerhard Herm]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Balkan. Das Pulverfaß Europas&amp;#039;&amp;#039;. Econ Verlag, Düsseldorf / Wien / New York / Moskau, 1993, ISBN 978-3-430-14445-2, S.&amp;amp;nbsp;159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Janitscharen wurden anfänglich nach dem Vorbild der [[Mamluken]] gebildet, überwiegend aus Christen, die meistens nicht freiwillig dem Korps beitraten, sondern durch die [[Knabenlese]] im kindlichen Alter aus dem [[Kaukasus]] und dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]] verschleppt und zum Islam zwangskonvertiert wurden. Oftmals versuchten [[islam]]ische Eltern aus den Unterschichten ihre Kinder einzuschmuggeln, um ihnen so eine bessere Zukunft im Dienste des Sultans zu ermöglichen. Die Janitscharen wurden die erste [[Stehendes Heer|stehende Armee]] des Osmanischen Reiches und ersetzten die aus Stammeskriegern zusammengesetzten Truppen, auf deren Loyalität und Moral man nicht vertraute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und Lebensweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Yenieri-aturkishjanissary-gentilebellini.jpg|mini|Sitzender Janitschar, Zeichnung von [[Gentile Bellini]] um 1480]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Janicsár aga.jpg|mini|Janitscharen-Agha]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Karakullukcu.jpg|mini|Janitscharen-Agha mit Begleitern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Janitscharen-Einheiten umfassten noch Kriegsgefangene und Sklaven. Ab 1438&amp;lt;!-- 1380er laut englischer Wikipedia? --&amp;gt; wurden systematisch Knaben unterworfener christlicher Völker zwangsrekrutiert (so genannte [[Knabenlese]]), wobei hauptsächlich vom Balkan –&amp;amp;nbsp;vor allem aus [[Serbien]], [[Bosnien]], [[Bulgarien]] und [[Albanien]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://albanianstudies.weebly.com/janissaries.html |titel=Janissaries |sprache=englisch |abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;– stammende Jungen ausgewählt und zur Erziehung, Ausbildung und Zwangsislamisierung in das Osmanische Reich gebracht wurden. Üblicherweise wurde jeder 40.&amp;amp;nbsp;Junge im Alter zwischen 7 und 14 ausgewählt, die Anzahl wurde aber je nach Bedarf geändert. Am Anfang favorisierten die türkischen Eroberer [[Albaner|albanische]] und [[Griechen|griechische]] Christenknaben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Mit der Expansion der Grenzen wurden vor allem [[Serben]] und [[Bosnier]], wie auch [[Armenier]], [[Bulgaren]], [[Georgier]], [[Kroaten]], [[Polen (Ethnie)|Polen]], Süd[[russen]], [[Ukrainer]] und [[Magyaren|Ungarn]] rekrutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janitscharen wurden unter strikter Disziplin und harter Arbeit in &amp;#039;&amp;#039;acemi-oğlan&amp;#039;&amp;#039;-Schulen ausgebildet, wo sie dem [[Zölibat]] unterworfen waren und islamisiert wurden. Im Gegensatz zu freien Moslems durften sie nur einen [[Schnurrbart]] und keinen Vollbart tragen. Die Janitscharen gehörten als Armee dem Sultan und wurden so erzogen, dass sie das Korps als ihre Heimat und Familie und den Sultan als ihren Vater anerkannten. Nur diejenigen, die sich als stark genug herausstellten, verdienten sich den Rang eines echten Janitscharen im Alter von 24 bis 25 Jahren. Das Eigentum verstorbener Mitglieder ging auf das Regiment über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiös orientierten sich die Janitscharen an den Lehren des Mystikers [[Hadschi Bektasch]], der im 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert die ersten Truppen gesegnet hatte, und an dem nach ihm benannten Orden der Bektaschi-[[Derwisch]]e. Die spezielle weiße Kopfbedeckung der Janitscharen ({{arF|بورك&amp;amp;lrm;|d=börk}} oder &amp;#039;&amp;#039;[[keçe]]&amp;#039;&amp;#039;) symbolisiert den Ärmel des Hadschi Bektasch und zeigt die Verbundenheit zu dessen Lehren. Darin und in ihrem abgeschiedenen Leben in Kasernen ähnelten sie den christlichen [[Ritterorden]] wie dem [[Geschichte des Johanniterordens|Malteserorden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Konstantinopel bestanden zwei Janitscharenkasernen, die &amp;#039;&amp;#039;Eski Odalar&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|اسكی اوطه لر&amp;amp;lrm;|b=alte Kasernen}}) und die gegenüberliegenden &amp;#039;&amp;#039;Yeni Odalar&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|یكی اوطه لر&amp;amp;lrm;|b=neue Kasernen}}) im Stadtviertel [[Aksaray (Istanbul)|Aksaray]]. An Stelle der Alten Stuben wurde später die &amp;#039;&amp;#039;Şehzâde Camii&amp;#039;&amp;#039; („Prinzenmoschee“) erbaut.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Franz Kreutel (Übersetzer): &amp;#039;&amp;#039;Der fromme Sultan Bayezid. Die Geschichte seiner Herrschaft [1481–1512] nach den altosmanischen Chroniken des [[Oruç]] und des [[Anonymus Hanivaldanus]].&amp;#039;&amp;#039; In der Reihe: &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Band 9. Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1978, ISBN 3-222-10469-7, S.&amp;amp;nbsp;285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Janitscharenkorps ==&lt;br /&gt;
Die Janitscharen lebten ausschließlich für den Krieg. Sie heirateten nicht, sie hatten keinen Besitz und bezogen außer regelmäßigen Mahlzeiten so gut wie keinen [[Sold]]. Da die Janitscharen rechtlich als Militärsklaven ({{arF|قول&amp;amp;lrm;|d=ḳul}}) galten, war der Sold vornehmlich von symbolischem Wert und stammte direkt aus der Kasse des Herrschers. Die [[Bataillon]]skommandeure der Truppe führten den bezeichnenden Titel „Tschorbadschi-Baschi“ ({{arF|چورباجی باشی&amp;amp;lrm;|d=çorbacı-başı|b=Suppenmeister}}). Die Rangabzeichen aller [[Offizier]]e setzten sich aus gekreuzten Löffeln zusammen; vier davon kennzeichneten etwa den „Aschdschi-Baschi“ ({{arF|آشجی باشی&amp;amp;lrm;|d=aşcı-başı|b=Oberkoch}}). Anstelle von [[Standarte]]n wurden den Janitscharen mächtige Suppenkessel ({{arF|قزغان&amp;amp;lrm;|w=kazan|d=ḳazġan}}) vorangetragen, auf dem Kopf trugen sie eine kegelförmige, von einem [[Turban]] umwundene Filzkappe der Bektaschi-Mönche, ihre Beine steckten in hohen [[Schaftstiefel]]n, ihre wichtigste Waffe war der [[Kompositbogen]]. Die Janitscharen machten die Infanterie aus, während die [[Sipahi]] die Kavallerie bildeten. Ähnlich wie die fränkischen Reiter Karls des Großen fand sich die ganze Streitmacht des Sultans Jahr für Jahr auf dem [[Märzfeld]] ein, um zu erfahren, wohin der nächste Feldzug führen würde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die volle Stärke der Janitscharen-Truppe stieg von ungefähr 100 bis auf mehr als 200.000. Das [[Korps]] wurde in [[Kompanie (Militär)|Kompanien]] ({{arF|اورتا&amp;amp;lrm;|d=orta}}, wörtlich „Mitte“) mit 200–400 Männern organisiert. [[Süleyman der Prächtige]] hatte 165 Orta, später stieg die Anzahl auf 196.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sultan hatte das Oberkommando inne, geführt und organisiert wurde das Korps aber –&amp;amp;nbsp;nach der Einrichtung des Amtes durch [[Selim I.]] im Jahre 1515 – vom &amp;#039;&amp;#039;[[Agha (Titel)|Ağa]]&amp;#039;&amp;#039;. Das Korps war in drei [[Division (Militär)|Divisionen]] unterteilt, den &amp;#039;&amp;#039;Cemaat&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|جماعت&amp;amp;lrm;|b=Gemeinschaft}}) mit 101 Orta, den &amp;#039;&amp;#039;Bölük&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|بلوك&amp;amp;lrm;|d=Kompanie}}) mit 61 Orta und den &amp;#039;&amp;#039;[[Sekban|Segban]]&amp;#039;&amp;#039; ({{faF|سگبان&amp;amp;lrm;|b=Hundewärter}}, auch &amp;#039;&amp;#039;sekbān&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;seğmen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;seyman&amp;#039;&amp;#039;) mit 34 Orta. Zusätzlich gab es 34 Orta mit [[Rekrut]]en ({{arF|عجمى&amp;amp;lrm;|d=ʿacemī}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich konnten die Janitscharen nur innerhalb ihrer Orta aufsteigen und ihre Einheit nur verlassen, indem sie das Kommando einer anderen annahmen. Sie durften nur von ihren eigenen Vorgesetzten bestraft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namen ihrer Ränge entsprachen denen des Küchenpersonals und der Begleiter des Sultans auf der Jagd. So trugen bei der [[Zweite Wiener Türkenbelagerung|Zweiten Wiener Türkenbelagerung]] die traditionsreichen Janitscharenkompanien Nr.&amp;amp;nbsp;64 und Nr.&amp;amp;nbsp;71 die bezeichnenden Namen &amp;#039;&amp;#039;Zağarcı&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|زغارجی&amp;amp;lrm;|b=Spürhundwärter}}) und &amp;#039;&amp;#039;Samsuncu&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|صامسونجی&amp;amp;lrm;|b=Doggenwärter}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Vajda: &amp;#039;&amp;#039;Die Belagerung. Bericht über das Türkenjahr 1683.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Orac-Pietsch, Wien 1983, ISBN 3-85368-921-3, S.&amp;amp;nbsp;121.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahrhunderten waren die Janitscharen [[Bogenschütze]]n, sie benutzten aber [[Feuerwaffe]]n, sobald sie verfügbar waren. Im [[Nahkampf]] verwendeten sie [[Beil]]e, [[Säbel]] und [[Jatagan]]e.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Originally in peacetime they could carry only clubs or [[cutlass]]es, unless they served in border troops.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Osmanische Reich setzte die Janitscharen in allen größeren Feldzügen ein, so 1453 bei der [[Belagerung von Konstantinopel (1453)|Eroberung Konstantinopels]], dem Sieg über die [[Ägypten|ägyptischen]] [[Mamluken]] und den Kriegen gegen [[Österreich]]. Dabei erwarben sie sich bald den Ruf, außerordentlich grausam gegen ihre Feinde zu sein. Die Janitscharentruppen wurden in den früheren Feldzügen immer vom Sultan selbst in die Schlacht geführt und bekamen einen Anteil an der Beute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Niedergang und Revolten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Janissary.jpg|mini|Darstellung einer traditionellen Janitscharenuniform.]]&lt;br /&gt;
Die Janitscharen wurden sich allmählich ihrer Bedeutung bewusst. Im Jahr 1446 revoltierten sie in [[Edirne]] (Adrianopel) und forderten die Rückkehr Sultan [[Murad II.|Murads]]. Hierbei gibt es je nach Quelle zwei Versionen:&lt;br /&gt;
Entweder musste Sultan Murad zuvor nach einer verlorenen Schlacht abdanken, sein Sohn [[Mehmed II.|Mehmed]] war zum Zeitpunkt der Revolte der neue Sultan, oder Mehmed fungierte nur als Statthalter Sultan Murads, der einen Feldzug in Anatolien befehligte.&lt;br /&gt;
Jedenfalls setzten sich die Janitscharen durch, Murad kehrte zurück und sein Sohn bestieg erst 1451 als Mehmed&amp;amp;nbsp;II. den Thron.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1449 rebellierten sie ein weiteres Mal und verlangten eine bessere Bezahlung, die sie auch bekamen. Nach 1451 musste jeder neue Sultan allen Janitscharen eine Belohnung geben und ihren Lohn verbessern. Sultan [[Selim&amp;amp;nbsp;II.]] gab ihnen 1566 die Erlaubnis zu heiraten. Immer mehr muslimische türkische Familien brachten ihre eigenen Söhne in den Truppen unter, da diese ein hohes Ansehen genossen. 1683 wurde die Knabenlese abgeschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung wurde durch Veränderungen der Kriegsführung, nicht nur im Osmanischen Reich, befördert: Im 17. Jahrhundert wuchs die Bedeutung der Infanterie, während die der Kavallerie zurückging. Zudem machte die große Ausdehnung des Osmanischen Reiches stehende Truppen zur Bemannung von Grenzfestungen wichtiger. Für Feldzüge wurden auch kurzfristig neue, den Janitscharen zugeordnete Verbände ausgehoben. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wuchs die Stärke der Janitscharen auf rund 400.000 Mann an. Dadurch sank die Qualität ihrer Ausbildung, so dass sie zunehmend weniger eine militärische Elite darstellten.&amp;lt;ref&amp;gt;Elke Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Scheinbehörde im politischen Kräftespiel: Der osmanische Generalstab&amp;#039;&amp;#039;. in: &amp;#039;&amp;#039;Gehirne der Armeen? Die Generalstäbe der europäischen Mächte im Vorfeld der Weltkriege&amp;#039;&amp;#039;. (= Krieg in der Geschichte. Bd. 118). Schoeningh, Paderborn u. a. 2023, ISBN 978-3-657-79195-8, S. 180 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ging aber auch eine Änderung des Selbstbewusstseins der Janitscharen einher. Waren sie anfänglich dem Sultan gegenüber gehorsam und loyal, übten sie nun selbst wesentlichen Einfluss auf die Regierung aus. Sie [[Meuterei|meuterten]], diktierten die Politik und verhinderten Bemühungen, die Struktur der [[Osmanische Armee|Armee]] zu modernisieren. Durch [[Staatsstreich]]e ersetzten sie unliebsame Sultane durch andere. Sie machten sich selbst zu Landbesitzern und Geschäftsleuten. Die Söhne von Truppenangehörigen mussten nicht mehr obligatorisch die harte Ausbildung in den &amp;#039;&amp;#039;acemi oğlan&amp;#039;&amp;#039; durchlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Janitscharen praktisch Geld vom Sultan erpressen konnten und das Geschäfts- und Familienleben die Hingabe an den Kriegsdienst ersetzte, nahm auch ihre Wirksamkeit als Kampftruppe ab. Die Nordgrenze des Reichs verschob sich nach der [[Schlacht am Kahlenberg]] 1683 immer mehr nach Süden. Die Janitscharen widersetzten sich allen Ansätzen, die [[Osmanische Armee|Armee]] zu reformieren, und ermordeten 1622 Sultan [[Osman II.]], als er plante, sie zu ersetzen. 1807 revoltierten sie und setzten [[Selim III.]] ab, der mit Hilfe europäischer Ausbilder die Armee zu modernisieren versuchte. Bevor seine Anhänger die Macht wieder an sich ziehen konnten, ließ ihn [[Mustafa IV.]] töten und setzte 1808 [[Mahmud II.]] auf den Thron. Wiederum drohten die Janitscharen, Mahmud zu verdrängen, der gehorchte und Mustafa [[Hinrichtung|hinrichten]] ließ. Er brauchte ein Jahrzehnt, um seine Position zu festigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1810 setzten die Janitscharen in [[Galata (Türkei)|Galata]] 2000 Häuser in Brand, und im Frühjahr 1811 waren zwei Regimenter in ein Gefecht in [[Istanbul]] verwickelt. 1826 waren sie an der Niederschlagung von Aufständen in [[Griechenland]] beteiligt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- One reason could have been that he had to pay the high salaries of 135,000 janissaries, many of which were not actually serving soldiers. Many may have been already dead or retired soldiers that were kept on the [[payroll]] to allow the commander to claim the money and speculate with the pay tickets. In 1826 the Janissaries noticed that sultan was forming a new army. Some have suggested that sultan had incited them to revolt in purpose.  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das sogenannte „Wohltätige Ereignis“ ==&lt;br /&gt;
Schließlich entschied [[Mahmud&amp;amp;nbsp;II.]], die Janitscharen aufzulösen. Er ging dabei vorsichtiger und mit längerer Planung als seine Vorgänger vor: Er baute neue, nach europäischem Vorbild gestaltete Einheiten auf, insbesondere der Artillerie. Dabei achtete er darauf, keine bestehenden Privilegien zu gefährden. So entwickelte er ohne größeren Widerstand eine ihm loyale Truppe. Zudem band er zahlreiche Provinzgouverneure eng an sich.&amp;lt;ref&amp;gt;Elke Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Scheinbehörde im politischen Kräftespiel: Der osmanische Generalstab&amp;#039;&amp;#039;. in: &amp;#039;&amp;#039;Gehirne der Armeen? Die Generalstäbe der europäischen Mächte im Vorfeld der Weltkriege&amp;#039;&amp;#039;. (= Krieg in der Geschichte. Bd. 118). Schoeningh, Paderborn u. a. 2023, ISBN 978-3-657-79195-8, S. 182.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1831 schaffte der Sultan auch die Sipahi ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mahmud 1826 schließlich öffentlich die Aufstellung einer neuen [[Osmanische Armee|Armee]] unter der Bezeichnung {{arF|عساكر منصوره&amp;amp;zwnj; محمديه&amp;amp;lrm;|w=Asâkir-i Mansure-i Muhammediye|b=Siegreiche Armee [[Mohammed]]s}} verkündete, rebellierten die Janitscharen am 14./15.&amp;amp;nbsp;Juni. Dieses Mal stellten sich allerdings die Bevölkerung, Machthaber in den Provinzen und große Teile der Armee gegen sie. In Istanbul drängten dem Sultan gegenüber loyale Truppen sie in ihre Quartiere zurück. Die Artillerie ([[Topçu]]) feuerte 15 Salven in die Kasernen, weswegen viele Janitscharen verbrannten. Überlebende wurden hingerichtet oder verbannt. Zwei Jahre später ließ Mahmud II. den letzten verbliebenen Besitz der Janitscharen beschlagnahmen. Der Sultan bezeichnete diese Ereignisse als {{arF|واقعهٔ خيريه&amp;amp;lrm;|d=Vaḳʿa-ʾi Ḫayrīye|b=Wohltätiges Ereignis}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article157144236/Das-wohltaetige-Blutbad.html Das „wohltätige“ Blutbad.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039;, 19. Juli 2016, abgerufen am 6. September 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Während die in Istanbul anwesenden Janitscharen mehrheitlich umgebracht wurden, erfolgte bei den in den Provinzen stationierten Verbänden ein weitgehender Übergang in neu aufgestellte Armeeeinheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Elke Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Scheinbehörde im politischen Kräftespiel: Der osmanische Generalstab&amp;#039;&amp;#039;. in: &amp;#039;&amp;#039;Gehirne der Armeen? Die Generalstäbe der europäischen Mächte im Vorfeld der Weltkriege&amp;#039;&amp;#039;. (= Krieg in der Geschichte. Bd. 118). Schoeningh, Paderborn u. a. 2023, ISBN 978-3-657-79195-8, S. 182.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Janitscharen ==&lt;br /&gt;
* [[Sokollu Mehmed Pascha]] (um 1505–1579), ein gebürtiger [[Serbe]] aus [[Bosnien]], wurde als Großwesir einer der höchsten Würdenträger des Osmanischen Reiches&lt;br /&gt;
* [[Sinan]] (um 1490–1588), Architekt&lt;br /&gt;
* [[Koca Hıdır]], ein Kriegsherr, der in der [[Schlacht bei Warna]] zu Ruhm gelangte&lt;br /&gt;
* [[Yirmisekiz Mehmed Çelebi]] (um 1670–1732), ein osmanischer Diplomat&lt;br /&gt;
* [[Konstantin aus Ostrovitza]] (um 1435–nach 1481), Verfasser der [[Memoiren eines Janitscharen]], ein von der Knabenlese betroffener Serbe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Janitscharenmusik]]&lt;br /&gt;
* [[Liste osmanischer Titel#Janitscharen|Liste osmanischer Titel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Godfrey Goodwin: &amp;#039;&amp;#039;The Janissaries&amp;#039;&amp;#039;. Saqi Books, London 1997, ISBN 0-86356-055-5. [https://books.google.de/books?id=Zj8hBQAAQBAJ&amp;amp;printsec=frontcover google.de]&lt;br /&gt;
* [[Bodo Hechelhammer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Korps der Janitscharen. Eine militärische Elite im Spannungsfeld von Gesellschaft, Militär und Obrigkeit im Osmanischen Reich.&amp;#039;&amp;#039; In: Gundula Gahlen, Carmen Winkel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Militärische Eliten in der Frühen Neuzeit&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;#039;&amp;#039; Militär und Gesellschaft in der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|1861-910X}}. Jg. 14, Heft 1). Universitätsverlag Potsdam, Potsdam 2010, ISBN 978-3-86956-070-0, S. 33–58; {{URN|nbn:de:kobv:517-opus-43115}}. [https://d-nb.info/1218389842/34 PDF]&lt;br /&gt;
* [[Richard Franz Kreutel]] (Übersetzer): &amp;#039;&amp;#039;Der fromme Sultan Bayezid. Die Geschichte seiner Herrschaft [1481–1512] nach den altosmanischen Chroniken des [[Oruç]] und des [[Anonymus Hanivaldanus]]&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Band 9). Styria, Graz/Wien/Köln 1978, ISBN 3-222-10469-7.&lt;br /&gt;
* [[Renate Lachmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Slavische Geschichtsschreiber, Band&amp;amp;nbsp;VIII.&amp;#039;&amp;#039;). Styria Verlag, Graz/Wien/Köln 1975, ISBN 3-222-10552-9 (Neudruck 2010, Ferdinand Schöningh Verlag, ISBN 978-3-506-76842-1).&lt;br /&gt;
* [[David Nicolle]]: &amp;#039;&amp;#039;The Janissaries&amp;#039;&amp;#039;. Osprey, Oxford 1995. ISBN 1-85532-413-X.&lt;br /&gt;
* [[Annemarie Schimmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Religion des Islam: eine Einführung&amp;#039;&amp;#039;. 11. Auflage. Reclam, Stuttgart 2010 (Erstausgabe als: &amp;#039;&amp;#039;Der Islam&amp;#039;&amp;#039;, 1990), ISBN 978-3-15-018659-6 (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universal-Bibliothek&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 18659 &amp;#039;&amp;#039;Reclam-Sachbuch&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Schweizer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Janitscharen: geheime Macht des Türkenreiches&amp;#039;&amp;#039;. Bergland-Buch, Salzburg 1984, ISBN 3-7023-0098-8.&lt;br /&gt;
* Stephan Vajda: &amp;#039;&amp;#039;Die Belagerung. Bericht über das Türkenjahr 1683.&amp;#039;&amp;#039; Orac-Pietsch, Wien 1983, ISBN 3-85368-921-3.&lt;br /&gt;
* Nahoum Weissmann: &amp;#039;&amp;#039;Les Janissaires – Etude de l’organisation militaire des Ottomans&amp;#039;&amp;#039;. Librairie Orient, Paris 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Janissaries|Janitscharen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Janitschar}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4162701-5|TEXT=Literatur zum Thema}}&lt;br /&gt;
* [http://www.osmanischesreich.de/geschichte/armee/janitscharen/ Das Janitscharen Korps] osmanischesreich.de&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.tuerkenbeute.de/kun/kun_kri/Janitscharen_de.php Die Janitscharen – Eliteeinheit im osmanischen Heer] (Text zur Sammlung [[Karlsruher Türkenbeute]] im Badischen Landesmuseum, Karlsruhe)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.bleublancturc.com/Turqueries/janissaires.htm Geschichte der Janitscharen] (französisch)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.xenophon-mil.org/milhist/modern/janizar.htm Truppenstärke, Organisation und Sold der Janitscharen] (englisch)&lt;br /&gt;
* Uwe Becker: [https://www.osmanischesreich.de/geschichte/armee/janitscharen/ &amp;#039;&amp;#039;Das Janitscharen Korps (Yeniçeri Ocaği)&amp;#039;&amp;#039;] abgerufen am 12. März 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärischer Verband (Osmanisches Reich)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Truppengattung (historisch)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Deutsche Diaspora]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärgeschichte (14. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mert Ahmet1453</name></author>
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