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	<title>Jakob Schwalb - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T00:11:55Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jakob_Schwalb&amp;diff=1758293&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;AF666: /* Werdegang als Geistlicher */</title>
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		<updated>2025-12-26T16:33:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Werdegang als Geistlicher&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pfarrer Jakob SchwalbJS.jpg|mini|hochkant|Pfarrer Jakob Schwalb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jakob Schwalb&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. August]] [[1872]] in [[Hettenleidelheim]], [[Pfalz (Region)|Pfalz]]; † [[25. April]] [[1934]] in [[Mannheim]]) war ein katholischer [[Priester (Christentum)|Priester]] und [[Geistlicher Rat]] der [[Bistum Speyer|Diözese Speyer]]. Als Verfolgter und Häftling des [[NS-Regime]]s wurde er psychisch und physisch misshandelt, woran er gut zehn Monate später starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Werdegang als Geistlicher ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfarrer Jakob Schwalb 1906JS2.jpg|mini|hochkant|Pfarrer Jakob Schwalb, 1906]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jakob Schwalb Grab.JPG|mini|hochkant|Grabstätte von Pfarrer Jakob Schwalb (Familiengrab der Fabrikanten), Friedhof [[Hettenleidelheim]], 2009]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfarrer Jakob Schwalb TodesanzeigeJS.jpg|mini|hochkant|Pfarrer Schwalbs Todesanzeige mit dem versteckten Hinweis: „...sein Tod war ein Opfer.“]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfarrer Jakob Schwalb SterbebildchenJS.jpg|mini|hochkant|Sterbebildchen von Pfarrer Schwalb]]&lt;br /&gt;
Jakob Schwalb entstammt einer wohlhabenden und alteingesessenen Hettenleidelheimer Fabrikantenfamilie, welche die [[Pfälzische Tonwerke Hagenburger und Schwalb]] betrieb. Er besuchte die [[Leininger-Gymnasium|Lateinschule in Grünstadt]],&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;200-Jahrfeier des Progymnasiums Grünstadt&amp;#039;&amp;#039;, Liste der noch lebenden Schüler, Riedel Verlag, Grünstadt, 1929, S. 30&amp;lt;/ref&amp;gt; studierte u.&amp;amp;nbsp;a. in München und gehörte dort der [[katholische Studentenverbindung|katholischen Studentenverbindung]] [[KSStV Alemannia München|„Alemannia“]] an, die auch Papst [[Benedikt XVI.]] zu ihren Mitgliedern zählt. In der Festschrift zum 25. Gründungsjubiläum des Verbandes, ist Jakob Schwalb 1906 (mit Foto) als Student für die Jahre 1892 bis 1894 eingetragen, wobei er damals auch das Amt des Schatzmeisters bekleidete. Schwalb wurde am 22. August 1897 von Bischof [[Joseph Georg von Ehrler]] im [[Speyerer Dom]] zum Priester [[Priesterweihe|geweiht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast sieben Jahre wirkte er als [[Kaplan]] in [[Arzheim (Landau)|Arzheim]] und [[Bad Dürkheim]], kurz hingegen nur in den Gemeinden [[Oberlustadt]], [[Bliesmengen-Bolchen|Bliesmengen]], [[Weyher in der Pfalz|Weyher]] und [[Landstuhl]]. Seine erste eigenständige [[Pfarrei]] erhielt Jakob Schwalb in [[Nünschweiler]], wo er von 1908 bis 1912 wirkte. Am 1. Februar dieses Jahres ging er als Pfarrer nach [[Göllheim]], wo er sehr aktiv war und für die gerade erst erbaute und geweihte Pfarrkirche eine [[Orgel]] anschaffen ließ. Pfarrer Schwalb erneuerte das Gemeindeleben, gründete 1914 den Elisabethenverein (Krankenpflege) und rief 1916 die [[Dillinger Franziskanerinnen]] ins Dorf, die dort bis 1953 wirkten. Für sie erwarb er ein Schwesternhaus und schaffte nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] Ersatzglocken für das vom Staat eingezogene Geläut an. Jakob Schwalb war von großer Herzensgüte und wegen seiner Hilfsbereitschaft allgemein beliebt und geachtet. Er wurde [[Dekan (Kirche)|Dekan]] und bekam den Ehrentitel [[Geistlicher Rat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Opfer des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Der aufkommende [[Nationalsozialismus]] fand allmählich in Göllheim, wo die Katholiken ohnehin in der Minderheit waren, eine starke Anhängerschaft. Das soziale und politische Klima im Ort vergiftete sich zusehends. Bereits vor der Machtübernahme machte Pfarrer Schwalb aus seiner Gegnerschaft zur nationalsozialistischen Ideologie keinen Hehl, sondern trat ihr mutig entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man warf ihm seitens der Bevölkerung nun immer öfter „vaterlandsfeindliche Gesinnung“ vor, wie es im Pfarrgedenkbuch festgehalten ist. Mit dem frisch nach Göllheim versetzten Lehrer Hans Planck aus [[Kaiserslautern]] gründete der Priester eine „Jungschar“ für Buben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese katholische Vereinsgründung versetzte die politischen Gegner in derartige Aufregung, dass sie bereits an [[Fronleichnam]] 1933 (15. Juni) wegen mitgeführter Vereinsfahnen starke Tumulte inszenierten, die zum Abbruch der Prozession führten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kolpingfamilie-dahn.de/aktionen/ps1.jpg Vergrößerbarer Bericht aus dem Pfarrgedenkbuch Göllheim über die Entwicklung im Dorf, vor dem Pfarrhaussturm]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Agitation gegen Kirche und Pfarrer wurde immer schärfer und gipfelte schließlich im Pfarrhaussturm, nur wenige Tage später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 23. Juni 1933, gegen 21:30 Uhr, rotteten sich – zum Teil vermummte – Gestalten vor dem Pfarrhaus zusammen und begannen es mit schweren Steinen zu bombardieren. Fast alle Fensterscheiben gingen dadurch zu Bruch. Dann fielen zahlreiche scharfe Schüsse; später wurden mindestens 30 Einschüsse gezählt. Man versuchte die Haustür einzuschlagen und sprengte sie schließlich mit einer Detonation auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menge drang ins Pfarrhaus ein, um den Pfarrer herauszuschleifen. Seine Schwester stellte sich den Eindringlingen entgegen und Jakob Schwalb verschanzte sich im zweiten Stock. Der herbeigerufene Bürgermeister versuchte die Menge zwar zu beruhigen, doch verhaftete er unter Mithilfe einiger der Gewalttäter den Priester mit der Erklärung, dass es nur zu seiner eigenen Sicherheit und zur Verhinderung weiterer Übergriffe geschehe. Tatsächlich schützte ihn der Bürgermeister vor öffentlichen Handgreiflichkeiten und wehrte persönlich alle derartigen Gewaltversuche ab. In dem verwüsteten Pfarrhaus wurde eine Wache hinterlassen und der Pfarrer zum Schwesternhaus abgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort hatte die fanatisierte Menge inzwischen ebenfalls zahlreiche Fenster (26 Fensterscheiben) eingeworfen und den im Haus wohnenden Lehrer verhaftet. Um 23:00 Uhr fuhr ein Lastwagen vor, der beide Häftlinge ins Gefängnis nach [[Kirchheimbolanden]] brachte. Als Pfarrer Schwalb das Fahrzeug bestieg, wurde ihm ein heftiger Schlag aus der Menge versetzt, der jedoch nicht richtig getroffen habe. Man verhöhnte ihn lautstark als „[[Vaterlandsverräter]]“, skandierte „Aufhängen“ und sang „Jetzt ist der Tag der Rache“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gefangenentransport fuhr um 23:30 Uhr los, man hatte dem Priester alles abgenommen, was er bei sich trug; lediglich das [[Brevier (Liturgie)|Brevier]] ließ man ihm auf seinen flehentlichen Wunsch hin als Gebetbuch.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kolpingfamilie-dahn.de/aktionen/ps0.jpg Vergrößerbarer Scan über den Pfarrhaussturm, aus dem Pfarrgedenkbuch Göllheim]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Häftlinge wurden wie Verbrecher in Zellen gesperrt und offenbar auch körperlich misshandelt. Am Sonntag, den 26. Juni – also 3 Tage später – entließ man sie unter der Auflage, nichts über die Vorgänge der Haft verlauten zu lassen und nichts in Wort und Schrift dagegen zu unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfarrer Jakob Schwalb begab sich sofort in seine Heimat Hettenleidelheim und kehrte nie mehr nach Göllheim zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut den Aussagen von Zeitzeugen war der ohnehin kränkliche Mann von nun an körperlich und psychisch gebrochen. Nach einer längeren Erholungskur im Schwarzwald versetzte man ihn mit Wirkung zum 1. September 1933 in die südpfälzische Pfarrei [[Dahn]], am entgegengesetzten Ende des Bistums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er konnte seinen Dienst dort krankheitsbedingt kaum noch versehen. Wegen zunehmender Beschwerden verbrachte man ihn nach wenigen Wochen ins Theresienkrankenhaus nach [[Mannheim]], wo er bereits nach 2 Tagen, am 25. April 1934, ½ 10 Uhr morgens starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todesmeldung und Todesanzeige wurden zeitnah in der Diözesanzeitung [[Der Pilger]] Nr. 17 vom 29. April 1934 publiziert. Dabei kündigte man einen Nachruf auf den Verstorbenen an, der allerdings entgegen allen sonstigen Gepflogenheiten erst vier Wochen später, am 27. Mai, erschien (Pilger Nr. 21).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kolpingfamilie-dahn.de/aktionen/ps2.jpg Vergrößerbarer Scan vom Nachruf im &amp;quot;Pilger&amp;quot;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Nachruf ist nicht wie sonst von der Schriftleitung, sondern anonym „von einem seiner Kursgenossen“ abgefasst und enthält – offenbar aufgrund staatlicher Einwirkung – nur Andeutungen zur wahren Todesursache. Allerdings wies der Schreiber neben kurzer Erinnerung an die Ausschreitungen, die daraufhin erfolgte Schutzhaft und daraus resultierende „seelische Depressionen“, ganz ausdrücklich auf den Trauerspruch der Todesanzeige hin, der „wahr und vielsagend“ lautete: &amp;#039;&amp;#039; „Sein Leben war Liebe, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;sein Tod war ein Opfer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.“ &amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfarrer Jakob Schwalb ist in seinem Geburtsort Hettenleidelheim, im Familiengrab der Fabrikanten, beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenken ===&lt;br /&gt;
2009 wurde für den Bekennerpriester in [[Dahn]], vor dem Anwesen Kirchgasse 1, dem von ihm zuletzt bewohnten Pfarrhaus, ein sogenannter „[[Stolpersteine|Stolperstein]]“ gesetzt. Damit soll für kommende Generationen die Erinnerung an ihn wachgehalten werden. Die Begründung dazu führt ausdrücklich aus, dass Pfarrer Jakob Schwalb bei seiner Haft schwer misshandelt wurde und einige Monate danach an den Folgen starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Nachruf; Der Pilger Nr. 21, vom 27. Mai 1934&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;„Geschichtliche Notizen - Beilage zum Schematismus des Bistums Speyer 1947“&amp;#039;&amp;#039;, Pilger-Verlag Speyer 1947, auch im Reprint erschienen&lt;br /&gt;
* Max Joseph Lüneborg: &amp;#039;&amp;#039;„300 Jahre Katholische Pfarrei Göllheim“&amp;#039;&amp;#039;, 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.swr.de/swr2/stolpersteine/menschen/jakob-schwalb-dahn/-/id=12117596/did=13295494/nid=12117596/ydqky5/index.html Webseite über Pfarrer Schwalbs „Stolperstein“]&lt;br /&gt;
* [https://www.kolpingfamilie-dahn.de/aktionen/ps.html Gedenkseite der Kolpingsfamilie Dahn, zu Pfarrer Jakob Schwalb]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1195539258|VIAF=1535156990984961180002}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schwalb, Jakob}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Priester (Bistum Speyer) mit Diözesantätigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geistlicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Hettenleidelheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1872]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1934]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Schwalb, Jakob&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Priester, Geistlicher Rat, NS-Opfer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. August 1872&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hettenleidelheim]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=25. April 1934&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Mannheim]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;AF666</name></author>
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