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	<title>Jacques Champion de Chambonnières - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-07-06T20:57:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben und Wirken: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jacques Champion de Chambonnières&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* Ende [[1601]] oder [[1602]] in [[Paris]]; † vor dem [[4. Mai]] [[1672]] ebenda) war ein französischer [[Cembalo|Cembalist]] und [[Komponist]] des Barock. Er war der Begründer der [[Französische Cembaloschule|französischen Cembaloschule]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Pièces de clavecin|Clavecinisten]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
[[Datei:Chambonnieres-livre-1-cover.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Les pièces de clavessin&amp;#039;&amp;#039; […] &amp;#039;&amp;#039;livre premier&amp;#039;&amp;#039;. Paris, 1670.|300px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Chambonnières stammte aus einer Musikerfamilie. Bereits sein Großvater Thomas Champion, gen. &amp;#039;&amp;#039;Mithou&amp;#039;&amp;#039; (ca. 1525 – ca. 1580), und sein Vater Jacques Champion, Sieur de la Chapelle (um 1555–1642), waren Organisten am französischen Königshof. Sein Großvater trat auch als Tänzer auf, und sein Vater war auch Cembalist (&amp;#039;&amp;#039;joueur d’ espinette&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, 1. Thomas, 2. Jacques (II), sieur de la Chapelle“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 699.&amp;lt;/ref&amp;gt; Chambonnières war das erste, und zunächst einzige, Kind seines Vaters aus dessen zweiter Ehe mit Anne, der Tochter des Robert Chastriot, Sieur de Chambonnières. Der klingende Name Chambonnières stammte also vom Großvater mütterlicherseits.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion,…, 2. Jacques (II), sieur de la Chapelle, 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 699 und S. 701.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im September 1611 übertrug sein Vater ihm die Anwartschaft auf das Amt als königlicher Cembalist. Trotzdem musste Chambonnières nach 1631 dieses Amt seiner Familie für einen hohen Preis abkaufen und seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern 3000 Livres nach dem Tode seines Vaters zahlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, … , 2. Jacques (II), sieur de la Chapelle, …“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 700.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies könnte ein Grund für die finanziellen Schwierigkeiten gewesen sein, in die er später geriet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chambonnières war spätestens 1632 &amp;#039;&amp;#039;„gentilhomme ordinaire de la&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Chambre du Roi&amp;#039;&amp;#039;“ unter [[Ludwig XIII.|Ludwig XIII]] (1610–1643). Etwa zu dieser Zeit war er bereits berühmt als Komponist und herausragender Interpret wunderbarer Cembalostücke (&amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavecin&amp;#039;&amp;#039;), und [[Marin Mersenne|Mersenne]] lobte ihn 1636 für „…die Schönheit seiner Werke, den schönen Anschlag, die Leichtigkeit und Geläufigkeit der Hände zusammen mit einem sehr feinen Ohr, so dass man sagen kann, dass dieses Instrument seinen letzten (größten) Meister gefunden hat.“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot; „…la beauté des mouvements, le beau toucher, &amp;amp; la legereté, &amp;amp; la vitesse de la main jointe à une oreille tres-delicate, de sorte qu’on puet dire que cet Instrument à (&amp;#039;&amp;#039;sic&amp;#039;&amp;#039;) rencontré son dernier Maistre“ (Harmonie Universelle, 1636, Préface générale, fol. A(v)&amp;quot;, in: Bruce Gustafson), „Champion, … , 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 701–706, hier: S. 701.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Tätigkeit bei Hofe begann Chambonnières um 1641 musikalische Zusammenkünfte zu organisieren, die zweimal wöchentlich mittwochs und samstags stattfanden und wo 10 Musiker diverse Vokal- und Instrumentalmusik aufführten – offenbar nach Art der italienischen &amp;#039;&amp;#039;accademie&amp;#039;&amp;#039;. Christiaan Huygens berichtete 1655 seinem Vater [[Constantijn Huygens|Constantijn]] von einer solchen „&amp;#039;&amp;#039;assemblée des honnestes curieux&amp;#039;&amp;#039;“, wo Chambonnières „bewundernswert schön“ („&amp;#039;&amp;#039;admirablement bien&amp;#039;&amp;#039;“) gespielt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, … , 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 702.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tode seines Vaters 1642 führte Chambonnières offiziell den Titel „&amp;#039;&amp;#039;joueur d’espinette&amp;#039;&amp;#039;“. Er hatte zahlreiche Schüler, und sogar [[Johann Jakob Froberger|Johann Jacob Froberger]] interessierte sich brennend dafür, Musikstücke von ihm kennenzulernen. Laut Titon du Tillet (1732) lernte Chambonnières die drei Brüder Louis, Charles und François (I) Couperin kennen, als er auf dem Landgut seiner Mutter in der Nähe von [[Chaumes-en-Brie]] war und die drei für ihn zu seinem Namenstag ein Ständchen spielten. Er erkannte das Talent von [[Louis Couperin]] und schlug vor, dass er mit ihm nach Paris komme: „… Diesen Vorschlag nahm Louis Couperin mit Vergnügen an und Chambonnières führte ihn in Paris und am Hof ein. …“.&amp;lt;ref&amp;gt;Titon du Tillet in: &amp;#039;&amp;#039;Le Parnasse Français&amp;#039;&amp;#039; (1732). Hier nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alan Curtis, Vorwort zu: Louis Couperin, &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavecin&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Le Pupitre]] LP. 18&amp;#039;&amp;#039;), Ed. par Alan Curtis, Paris: Heugel, 1970, S. XII.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1635 und 1654 wirkte Chambonnières auch als Tänzer in einigen &amp;#039;&amp;#039;[[Ballet de cour|Ballets de Cour]]&amp;#039;&amp;#039; mit, vor allem im berühmten &amp;#039;&amp;#039;[[Ballet de la nuit|Ballet Royal de la nuit]]&amp;#039;&amp;#039; am 23. Februar 1653, in dem der 14-jährige [[Ludwig XIV.]] zum ersten Mal als Sonnengott auftrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chambonnières soll auf großem Fuße über seine Verhältnisse gelebt haben. Jedenfalls geriet er Mitte der 1650er Jahre immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten: 1656 versuchte er eine temporäre Anstellung bei Königin [[Christina (Schweden)|Christine von Schweden]] zu bekommen und mithilfe von Christiaan und Constantijn Huygens eine Konzertreise durch Brabant zu organisieren; beide Projekte kamen nicht zustande. 1657 musste Chambonnières ein Grundstück seiner Mutter verkaufen, und wenige Monate später ließ seine zweite Frau Marguerite Ferret eine offizielle Trennung ihrer Besitztümer verfügen, und sie „…verkaufte … einige ihm gehörende Gegenstände, um den ihr in der Ehe entstandenen Verlust zu kompensieren,…“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, … , 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 702–703.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu allem Überfluss war sein Stern auch bei Hofe langsam am Sinken, denn im Februar des gleichen Jahres 1657 hatte Ludwig XIV den jungen Étienne Richard zu seinem Cembalolehrer erwählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem [[Jean-Baptiste Lully]] 1661 „&amp;#039;&amp;#039;surintendant de la musique de la chambre&amp;#039;&amp;#039;“ geworden war, kam es zum endgültigen „Fall“ Chambonnières’, weil dieser sich angeblich geweigert hatte, den [[Generalbass]] in einem von Lullys Werken zu spielen (Der Gambist Jean Rousseau behauptete später, Chambonnières habe nicht nach Ziffern spielen können).&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot;&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, … , 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 703. Diese Geschichte klingt etwas merkwürdig und unglaubwürdig, da Chambonnières ja selber jahrelang mit anderen Musikern Konzerte gegeben hatte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut Titon du Tillet (1732) habe man Louis Couperin die Stelle seines ehemaligen Freund und Förderers angeboten, aber er soll aus Loyalität abgelehnt haben;&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, … , 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 703.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist allerdings die Frage, wie viel man auf Anekdoten geben kann, die 60 oder 70 Jahre später kolportiert wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Couperin starb ohnehin im gleichen Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. Oktober 1662 verkaufte der 60-jährige Chambonnières sein Amt als &amp;#039;&amp;#039;joueur d’espinette&amp;#039;&amp;#039; für 2000 Livres an [[Jean-Henri d’Anglebert]], er bewahrte sich aber eine Pension von 1800 Livres im Jahr. Der gealterte Komponist machte noch ein paar Pläne, eine Stelle im Ausland zu finden (u. a. in Brandenburg), die jedoch scheiterten. Ein letztes Konzert gab er 1665 für die [[Henrietta Anne Stuart|Herzogin von Orléans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chambonnières veröffentlichte 1670 zwei Bücher &amp;#039;&amp;#039;[[Pièces de clavecin|Pièces de clavessin]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb vermutlich im April 1672. In seinem Nachlass befanden sich: Eine luxuriös ausgestattete „espinette“&amp;lt;ref&amp;gt;Den französischen Begriff „&amp;#039;&amp;#039;espinette&amp;#039;&amp;#039;“ hier mit „Spinett“ zu übersetzen, wäre etwas gefährlich, in Anbetracht der Tatsache, dass damit im 16. und 17. Jahrhundert offenbar auch das Cembalo gemeint sein konnte. Chambonnières’ traditioneller Titel lautete ja „&amp;#039;&amp;#039;joueur d’espinette&amp;#039;&amp;#039;“ (wörtl. „Spinettspieler“). Ähnlich wie im Englischen der Begriff „&amp;#039;&amp;#039;virginalls&amp;#039;&amp;#039;“ (übr. immer im Plural !) keineswegs mit dem heutigen Begriff „Virginal“ übereinstimmte – und schon gar nicht das flämische &amp;#039;&amp;#039;[[Virginal|Muselar]]&amp;#039;&amp;#039; meinte –, sondern alle Kielinstrumente umfasste, ganz besonders auch das Cembalo.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit [[Chinoiserie]]n und einem Deckelgemälde des Parnass; ein Cembalo im Wert von 60 Livre und ein einfacheres im Wert von 20 Livres; und ein Regal. Eines dieser Cembali war vielleicht das zweimalige Instrument von [[Ruckers|Joannes Couchet]], das Constantijn Huygens 1655 in einem Brief erwähnt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chambonnières war zweimal verheiratet, zuerst von ca. 1621/22 bis Anfang der 1650er Jahre mit Marie Leclerc. Seine zweite Frau Marguerite Ferret heiratete er am 16. Dezember 1652.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:IMSLP110972-PMLP43746-Chambonnieres - Les Pieces de Clavecin Livre Premier.pdf|mini|page=10| Chambonnières, „Allemande La Rare“ (Beginn), &amp;#039;&amp;#039;Les Pièces de Clavessin, Livre I.&amp;#039;&amp;#039;|250x250px]]&lt;br /&gt;
Chambonnières übte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der französischen und internationalen Cembalomusik aus, insbesondere auf die Entwicklung der barocken [[Suite (Musik)|Suite]]. Obwohl man nur verschwindend wenig französische Tastenmusik von seinen Vorgängern kennt, steht eindeutig fest, dass es mit ihm zu einem völligen Stilwandel kam. Er ist der Schöpfer eines ganz eigenen französischen Cembalostils, der sich durch große Eleganz auszeichnet, und das Fundament für die französische Musik bis ins 18. Jahrhundert lieferte; charakteristisch ist der &amp;#039;&amp;#039;style brisé&amp;#039;&amp;#039;, eine durchbrochene fließende Setzart, die sich aus der zeitgenössischen Lautenmusik ableitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch französisch ist außerdem die Konzentration auf Tänze, die bei Chambonnières ein stilisiertes, anmutig-elegantes Gesicht bekommen, mit oft weitgespannten melodischen Bögen, und mit interessanten kontrapunktisch-bewegten Mittel- und Unterstimmen. Das kontrapunktische Gerüst unterscheidet ihn von seinen Nachfolgern ebenso wie von der Lautenmusik.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson: &amp;#039;&amp;#039;France&amp;#039;&amp;#039; In: Alexander Silbiger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Keyboard Music before 1700. Routledge Studies in Musical Genres.&amp;#039;&amp;#039; Taylor &amp;amp; Francis e-Library, 2005, Copyright Routledge 1995, S. 86–139, hier 132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kanonische Anlage der &amp;#039;&amp;#039;Allemande La Rare&amp;#039;&amp;#039; findet sich in einer Courante und einer Sarabande wieder, welche die Melodie der Allemande paraphrasieren.&amp;lt;ref&amp;gt;David Fuller: &amp;#039;&amp;#039;Chambonnières, Jacques Champion&amp;#039;&amp;#039; In: Stanley Sadie (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The New Grove Dictionary of Music and Musicians.&amp;#039;&amp;#039; Reprint in paperback ed. Macmillan Publishers Ltd., London 1995, ISBN 1-56159-174-2, B. 4, S. 119–124, hier 123.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er verwendete auch ab und zu bereits emblematische Titel, wie sie später so groß in Mode kamen (z. B. &amp;#039;&amp;#039;Sarabande ‘Jeunes Zephirs’&amp;#039;&amp;#039;), manchmal in Anspielung an bestimmte Persönlichkeiten (&amp;#039;&amp;#039;Sarabande de la Reyne&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Courante de Madame&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Sarabande de la Reyne&amp;#039;&amp;#039;: in Anspielung an Königin [[Maria Teresa von Spanien (1638–1683)|Marie Thérèse]], die Gemahlin Ludwig XIV, die spanischer Herkunft war, genau wie die Sarabande. &amp;#039;&amp;#039;Courante de Madame&amp;#039;&amp;#039;: wahrscheinlich in Anspielung an Henriette d’Orléans, die Schwägerin Ludwigs XIV, die man „Madame“ nannte.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den zweimal 30 Stücken in seinen &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavessin&amp;#039;&amp;#039; von 1670 hinterließ Chambonnières noch zahlreiche andere Tänze, vor allem im berühmten &amp;#039;&amp;#039;[[Manuscrit Bauyn]]&amp;#039;&amp;#039;, aber auch in vielen anderen Manuskripten: Laut Bruce Gustafson erfuhr seine Musik „weitere Verbreitung als die Werke irgendeines anderen französischen Cembalisten des 17. Jahrhunderts“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Gustafson, „Champion, 1. Thomas, 2. Jacques (II), sieur de la Chapelle“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 704.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die beiden beliebtesten Stücke waren dabei die &amp;#039;&amp;#039;Courante „Iris“&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Sarabande „Jeunes Zephirs“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Die &amp;#039;&amp;#039;Courante „Iris“&amp;#039;&amp;#039; ist noch bis in der 1750er Jahre hinein in 13 Handschriften erhalten, die &amp;#039;&amp;#039;Sarabande „Jeunes Zephirs“&amp;#039;&amp;#039; in 10; beide stehen auch in den &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavessin&amp;#039;&amp;#039; von 1670. Siehe: Bruce Gustafson, „Champion, 1. Thomas, 2. Jacques (II), sieur de la Chapelle“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 704.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Chambonnieres - Chaconne 116 (Bauyn 45V).jpg|mini|Chambonnières oder L. Couperin (?): Chaconne in F, &amp;#039;&amp;#039;Manuscrit Bauyn&amp;#039;&amp;#039;, f. 45v]] Chambonnières’ Werk erstreckt sich auf insgesamt 148 Tänze. Interessant ist dabei die große Zahl von 67 [[Courante]]n im Vergleich zu 15 [[Allemande]]n, 31 [[Sarabande]]n, und 21 [[Gigue]]n. Chambonnières schrieb noch 4 [[Pavane]]n, die der Tradition entsprechend alle dreiteilig sind. Seine [[Gaillarde]]n haben kaum Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Tanz, sie sind relativ langsam, und von einem komplexen, prunkenden Charakter. Von den 4 [[Chaconne]]n des &amp;#039;&amp;#039;Manuscrit Bauyn&amp;#039;&amp;#039; ist eine in F-Dur (auf f. 45v, siehe Abbildung) im &amp;#039;&amp;#039;Manuscrit Parville&amp;#039;&amp;#039; auch unter dem Namen von Louis Couperin überliefert und hat dort zwei Couplets mehr – ob Louis nur diese beiden letzten Couplets hinzugefügt hat, oder doch das ganze Stück von ihm stammt, ist ungeklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;Es war durchaus üblich, dass ein Komponist das Werk eines anderen überarbeitete oder ergänzte, so gibt es gerade von Louis Couperin Doubles zu Werken anderer Komponisten. Chaconnen sind im Werk Louis Couperins wesentlich häufiger als in Chambonnières, und das besagte Stück entspricht eigentlich dem Stil von Louis. In Anbetracht der Tatsache, dass die französischen Tänze dieser Zeit sich ziemlich deutlich an Prototypen orientieren, ist es trotzdem nicht eindeutig zu entscheiden, von wem sie stammt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Die Chaconne in der Version des &amp;#039;&amp;#039;MS Parville&amp;#039;&amp;#039; ist veröffentlicht in, (und wird erwähnt im Vorwort zu):&lt;br /&gt;
Louis Couperin, &amp;#039;&amp;#039;Pièces de Clavecin&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Le Pupitre]] LP. 18&amp;#039;&amp;#039;), Ed. par Alan Curtis, Paris: Heugel, 1970, Vorwort S. XIII und S. 117–119 (Chaconne in F).&amp;lt;/ref&amp;gt; Das letzte Stück im zweiten Band der &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavessin&amp;#039;&amp;#039; von Chambonnières ist ein seinerzeit noch sehr neumodisches [[Menuett|Menuet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Manuskrit Bauyn&amp;#039;&amp;#039; sind Chambonnières Tänze meistens nur listenmäßig, nach Tonart und Charakter eingetragen, sie müssen vom Interpreten selber zu Suiten zusammengestellt werden (Ausnahme ist eine Suite in B-Dur). Dabei sind seine &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavessin&amp;#039;&amp;#039; eine große Orientierungshilfe. Es muss betont werden, dass Chambonnières im Vergleich zu Froberger eine wesentlich lockerere und fantasievollere Idee von der Reihenfolge der Suite hatte. Obwohl die Grundreihenfolge Allemande-Courante-Sarabande auch bei ihm deutlich zu erkennen ist, besteht ein erster wichtiger Unterschied darin, dass die meisten Suiten drei Couranten nacheinander bringen, seltener zwei. Eine Standardsatzfolge lautet also: Allemande-Courante-Courante-Courante-Sarabande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Sätze – wie Giguen oder eine Gaillarde – werden meistens hinten angehängt, aber es gibt auch Suiten mit einer Gigue oder Gaillarde an zweiter Stelle. Ein ganz exzentrischer Fall ist die Suite g-Moll aus &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavessin II&amp;#039;&amp;#039; mit der Satzfolge: Pavane – Gigue – Courante – Gigue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von größter Bedeutung für die Wirkung sind die Verzierungen, sie gehörten zu Chambonnières Zeit (wie in Italien) zu den Geheimnissen des guten Interpreten und Komponisten: In den Manuskripten sind die Stücke fast unverziert, der Dekor bleibt der Kunst und Fantasie des Interpreten überlassen. Chambonnières brachte in seinen publizierten &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavessin&amp;#039;&amp;#039; zum ersten Mal eine „Idealversion“ seiner Stücke mit vorgeschriebenen Verzierungen. Dabei verwendete er sieben verschiedene Zeichen (zum Vergleich: d’Anglebert benutzt 1689 ganze 29 Verzierungszeichen).&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Henry d’Anglebert, &amp;#039;&amp;#039;Pièces de Clavecin – Édition de&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;1689&amp;#039;&amp;#039;, …, Courlay: Édition J. M. Fuzeau, 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies war ein wichtiger Schritt, mit dem er einem allgemeinen Publikum zum ersten Mal wichtige Geheimnisse seiner Zunft anvertraute – nicht zufällig aber erst zwei Jahre vor seinem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man Le Gallois (1680) glauben schenken darf, hätte sich Chambonnières selber, in seiner besten Zeit, vermutlich nicht streng an seine vorgeschriebenen Verzierungen gehalten: „…jedes Mal, wenn er ein Stück spielte, mischte er neue Schönheiten darunter mit Vorhalten, Passagen, und diversen Verzierungen, mit Doppelschlägen. Schließlich machte er sie so verschieden durch all diese Schönheiten, dass man daran jedes Mal neue Reize fand.“&amp;lt;ref&amp;gt;„…toutes les fois qu’il (Chambonnières) joüoit une pièce il méloit de nouvelles beautés par des ports de voix, des passages, &amp;amp; des agréments differents, avec des doubles cadences. Enfin il les diversifioit tellement par toutes ces beautez differentes qu’il y faisoit toûjours trouver de nouvelles graces.“ (Le Gallois, 1680, S. 70).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe: Bruce Gustafson, „Champion, … , 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 705.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot;&amp;gt;Dies ist ein ganz wichtiger Unterschied z. B. zu [[François Couperin]], der forderte, dass man seine Stücke genauso spielen müsse, wie er sie drucken ließ, ohne auch nur eine Verzierung wegzulassen oder hinzuzufügen (Vorwort zum 3. Band der &amp;#039;&amp;#039;Pièces de clavecin&amp;#039;&amp;#039;, 1722). Ähnliches kann man auch von d’Anglebert vermuten, dessen Personalstil stark von der großen Menge ausgesuchter Verzierungen geprägt ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schüler ==&lt;br /&gt;
* [[Jean-Henri d’Anglebert]]&lt;br /&gt;
* [[Robert Cambert]]&lt;br /&gt;
* [[Louis Couperin]]&lt;br /&gt;
* [[Jacques Hardel]] (um 1643–1678)&lt;br /&gt;
* [[Guillaume Gabriel Nivers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Alan Curtis, Vorwort zu: Louis Couperin, &amp;#039;&amp;#039;Pièces de Clavecin&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Le Pupitre]] LP. 18&amp;#039;&amp;#039;), Ed. par Alan Curtis, Paris: Heugel, 1970.&lt;br /&gt;
* Bruce Gustafson, „Champion, 1. Thomas, 2. Jacques (II), sieur de la Chapelle, 3. Chambonnières, Jacques Champion“, in: &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4, Kassel: Bärenreiter, 2000, S. 698–706.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Noten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:IMSLP110972-PMLP43746-Chambonnieres - Les Pieces de Clavecin Livre Premier.pdf|mini|&amp;#039;&amp;#039;Les Pièces de Clavessin, Vol. I&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
* Jean-Henry d’Anglebert, &amp;#039;&amp;#039;Pièces de Clavecin – Édition de&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;1689&amp;#039;&amp;#039;, Facsimile, publ. sous la dir. de J. Saint-Arroman, Courlay: Édition J. M. Fuzeau, 1999.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Manuscrit Bauyn, première partie:&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Pièces de Clavecin de Jacques Champion de Chambonnières&amp;#039;&amp;#039;, Facsimile, prés. par Bertrand Porot, Courlay: Édition J. M. Fuzeau, 2006.&lt;br /&gt;
* Jacques Champion de Chambonnières, &amp;#039;&amp;#039;Les Pièces de Clavessin, Vol. I &amp;amp; II&amp;#039;&amp;#039;, Facsimile of the 1670 Paris Edition, New York: Broude Brothers, 1967.&lt;br /&gt;
* Louis Couperin, &amp;#039;&amp;#039;Pièces de Clavecin&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Le Pupitre]] LP. 18&amp;#039;&amp;#039;), Ed. par Alan Curtis, Paris: Heugel, 1970.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.sscm-jscm.org/jscm/instrumenta01.html Werkeverzeichnis (von Bruce Gustafson)]&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|102411298|TYP=Werke von und über}}&lt;br /&gt;
* {{IMSLP|id=Chambonnières, Jacques Champion de}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;A&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=102411298|LCCN=n/79/75509|VIAF=14957817}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Champion De Chambonnieres, Jacques}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Barock)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 16. oder 17. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1672]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Champion de Chambonnières, Jacques&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Cembalist und Komponist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1601&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=vor 4. Mai 1672&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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