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	<title>Jacqueline Moudeina - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jacqueline Moudeina&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[17. April]] [[1957]] in [[Koumra]], [[Tschad]]) ist eine tschadische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Exil in der Republik Kongo ===&lt;br /&gt;
Jacqueline Moudeina stammt aus der Region [[Mandoul]] im Süden des Tschads und wuchs als Waisenkind auf. Ihr Vater, ein bekannter Arzt, starb wenige Wochen nach ihrer Geburt an einer [[Vergiftung]], nachdem er sich zuvor geweigert hatte, für die französische Kolonialregierung in dem afrikanischen Land zu arbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.humanrightspaintingproject.com/detail.php?id=224 Arts for Amnesty International – Jacqueline Moudeina] The Human Rights Painting Project (abgerufen am 29. September 2011)&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hauptstadt [[N’Djamena]] legte sie ihr Abitur ab. 1979 immatrikulierte sie sich an der [[Universität N’Djamena|Universität des Tschad]], um Englisch zu studieren. Der einsetzende [[Geschichte des Tschad#Bürgerkrieg 1979–1982|tschadische Bürgerkrieg]] und die anschließende Schreckensherrschaft des Diktators [[Hissène Habré]] zwangen Jacqueline Moudeina und ihren Mann jedoch dazu, das Land zu verlassen. Zwischen 1982 und 1995 lebte sie im [[Exil]] in [[Brazzaville]] ([[Republik Kongo]]), wo sie ein Studium der [[Rechtswissenschaft]]en absolvierte.&amp;lt;ref name=right&amp;gt; {{Webarchiv|text=Jacqueline Moudeina (Tschad) |url=http://www.rightlivelihood.org/fileadmin/Files/PDF/2011_Laureates/biographies_single/BioMoudeina_DE.pdf |wayback=20111104193103 |archiv-bot=2018-04-16 16:53:45 InternetArchiveBot }} (PDF; 118&amp;amp;nbsp;kB) Right Livelihood Award Foundation (abgerufen am 30. September 2011)&amp;lt;/ref&amp;gt; 1993 schloss sie sich der kongolesischen Sektion der kurz zuvor im Tschad gegründeten [[Liste von Menschenrechtsorganisationen|Menschenrechtsorganisation]] ATPDH (Tschadische Vereinigung für die Förderung und Verteidigung der Menschenrechte) an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.afrik.com/article6543.html Les combats de Jacqueline. Le spectre du régime d’Hissène Habré demeure] afrik.com, 8. September 2003&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwältin für die Opfer der Habré-Diktatur ===&lt;br /&gt;
Nach der Rückkehr in ihr Heimatland begann sie als eine der ersten Frauen im Tschad als Rechtsreferendarin sowie als Rechtsbeauftragte für das tschadische Büro der ATPDH in N’Djamena zu arbeiten. Sie setzt sich seitdem vor allem für die Rechte von Frauen, Kindern und benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein und kämpft gegen die Ignoranz der Regierung und gegen Straffreiheit für [[Menschenrechte|Menschenrechtsverletzungen]].&amp;lt;ref name=ai&amp;gt;Margarete Jacob, Hoffnung trotz aller Widrigkeiten. - In: amnesty journal, Februar 2004 ({{Webarchiv|url=http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/74306e77ccabf47cc12565cb003dc377/891fd1a498ec23d2c1256e290049b9af?OpenDocument |wayback=20160303181508 |text=Online-Version |archiv-bot=2022-11-19 19:04:12 InternetArchiveBot }})&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2000 ist sie Anwältin der Opfer des Habré-Regimes. Eine nach seiner Amtszeit eingesetzte Untersuchungskommission beschuldigt Hissène Habré, für ungefähr 40.000&amp;amp;nbsp;politisch motivierte Morde verantwortlich zu sein. Er ordnete unter anderem die massenhafte Tötung von Angehörigen der [[Sara (Volk)|Sara]] (1984), der [[Hadjerai]] (1987) und der [[Zaghawa]] (1989) an. 1990 floh er in den [[Senegal]], wo er zeitweise ein Leben im Luxus führte. Im Jahr 2000 reichte Jacqueline Moudeina im Senegal Klage gegen Habré ein; gleichzeitig erstattete sie vor tschadischen Gerichten Anzeige gegen seine Sicherheitsbeamten.&amp;lt;ref name=right&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Oberste Gerichtshof Senegals wies die Klage mit der Begründung ab, nicht zuständig zu sein. Jacqueline Modeina und die von ihr vertretenen Opfer versuchten daraufhin, Habré vor ein Gericht in [[Belgien]] zu bringen, damit er sich dort – auf der Grundlage des [[Weltrechtsprinzip]]s – für seine Taten verantwortet. Sie erreichte, dass sich ein belgischer Ermittlungsrichter des Falles annahm, im Tschad ehemalige Gefolgsleute Habrés befragte, [[Massengrab|Massengräber]] und Internierungslager inspizierte und Archivmaterial zu den Akten nahm.&amp;lt;ref name=slate&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.slateafrique.com/18643/tchad-affaire-hissene-habre-pourquoi-la-belgique |wayback=20110918115032 |text=Affaire Habré: les Tchadiens peuvent compter sur la Belgique |archiv-bot=2025-07-29 18:05:33 InternetArchiveBot }} Slate Afrique, 28. Juli 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Er klagte Habré der [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]], der [[Kriegsverbrechen]] und des [[Völkermord]]es an und erließ einen [[Internationaler Haftbefehl|internationalen Haftbefehl]] gegen ihn. Belgien beantragte die [[Auslieferung (Recht)|Auslieferung]] Habrés aus dem Senegal. Die [[Afrikanische Union]] verlangte indes, dass Habré der Prozess im Senegal gemacht werde, da kein afrikanisches Staatsoberhaupt außerhalb Afrikas verurteilt werden solle. Der Senegal verschleppte zunächst den Prozessbeginn und erklärte 2011, dass kein Gerichtsverfahren gegen Habré eröffnet werde. Jacqueline Moudeina setzte sich erneut dafür ein, dass ihm in Belgien der Prozess gemacht wird.&amp;lt;ref name=right&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tschad beantragte im Juli 2011 offiziell die Auslieferung Habrés, die der Senegal ablehnte.&amp;lt;ref name=slate&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab dem 2. Juli 2013 musste sich Habré wegen Kriegsverbrechen, Folter und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem Sondergericht in Dakar („Chambres Africaines Extraordinaires“) verantworten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hrw.org/habre-case African Rights Groups Back Habre Court] Human Rights Watch, 2. November 2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=L&amp;#039;affaire Habré |url=http://www.chambresafricaines.org/index.php/l-affaire-habre.html |wayback=20160531121334 |archiv-bot=2018-04-16 16:53:45 InternetArchiveBot }} chambresafricaines.org (abgerufen am 31. Dezember 2014)&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 30. Mai 2016 wurde Habré wegen Vergewaltigung, sexueller Sklaverei und angeordneten illegalen Tötungen während seiner Regierungszeit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/hissene-habre-verurteilt-lebenslange-haftstrafe-fuer-tschads-frueheren-diktator-14260092.html Hissène Habré verurteilt: Lebenslange Haftstrafe für Tschads früheren Diktator]. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Mai 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere ATPDH-Projekte ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2004 wurde Jacqueline Moudeina zur Vorsitzenden der ATPDH gewählt. Die Organisation bietet Seminare und Fortbildungen für Kinder an und betreibt [[AIDS|AIDS-Aufklärung]].&amp;lt;ref name=ai&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Schwerpunkt der Arbeit stellt der Einsatz gegen Kindersklaverei dar. Aufgrund von Armut und schlechter Bildung verkaufen viele Landwirte im Tschad ihre Kinder für umgerechnet 10 [[US-Dollar]] an Viehhalter, die billige Arbeitskräfte zum Hüten ihrer Herden benötigen. Teilweise werden die Kinder auch ohne Einwilligung ihrer Eltern [[Entführung|entführt]]. Wenn die Kinder ihre Arbeit nicht zur Zufriedenheit der Viehhalter ausführen, werden sie geschlagen und teilweise sogar ermordet.&amp;lt;ref name=witness&amp;gt; {{Webarchiv|text=The Challenge of Human Rights in Chad |url=http://www.thewitness.org/article.php?id=886 |wayback=20101129221103 |archiv-bot=2018-04-16 16:53:45 InternetArchiveBot }} The Witness, 13. April 2005&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Praxis soll durch die Schaffung von „Wachsamkeitskreisen“, aber auch durch eine finanzielle Unterstützung der Farmer beendet werden.&amp;lt;ref name=right&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben setzt sich Jacqueline Moudeina dafür ein, dass in Zusammenhang mit einem [[Pipeline]]-Projekt zwischen den tschadischen Erdölfeldern bei [[Doba (Tschad)|Doba]] und der Hafenstadt [[Kribi]] in [[Kamerun]] die Menschenrechte beachtet werden. Für Umweltzerstörungen fordert sie angemessenen [[Schadenersatz]].&amp;lt;ref name=witness&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewalt und Morddrohungen gegen Moudeina ===&lt;br /&gt;
Jacqueline Moudeinas Arbeit ist im Tschad großem Widerstand ausgesetzt. Am 11.&amp;amp;nbsp;Juni 2001 wurde sie bei einer friedlichen Demonstration gegen Wahlmanipulationen in N’Djamena von einer [[Handgranate]] getroffen, die ihr ein Soldat vor die Füße geworfen hatte. Sie erlitt schwere Verletzungen, die einen 15 Monate langen Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalt in [[Frankreich]] notwendig machten; einige Splitter der Granate befinden sich noch immer in ihrem Bein und behindern sie beim Gehen. Obwohl ihr geraten wurde, in Frankreich zu bleiben, kehrte sie in ihr Heimatland zurück. Kurz vor Weihnachten 2003 brachen Unbekannte in ihr Büro ein und durchsuchten es.&amp;lt;ref name=ai&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; 2005 erhielt sie im Rahmen des Programms „Scholars at Risk“ ein Stipendium der Dickinson School of Law an der [[Pennsylvania State University]]. Zu Beginn des Jahres 2008 wurde sie mehrfach von den Behörden ihres Landes eingeschüchtert, nachdem sie und ihre Organisation enthüllt hatten, dass die Regierung des Präsidenten [[Idriss Déby]] auch [[Kindersoldat]]en in den tschadisch-sudanischen Krieg (innerhalb des [[Darfur-Konflikt]]es) schickte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://reliefweb.int/node/197404 Youths in Chad seized, forced to fight on border] Relief Web, 19. Januar 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erhielt mehrfach Morddrohungen und musste in die französische Militärbasis in N’Djamena flüchten. Diese Vorgänge bewogen sie, Asyl in Frankreich zu beantragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 2002: [[Martin Ennals Award]] von mehreren internationalen Menschenrechtsorganisationen&lt;br /&gt;
* 2011: [[Right Livelihood Award]] (Alternativer Nobelpreis)&lt;br /&gt;
* 2016: [[Deutsch-Französischer Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit]] der französischen und deutschen Außenministerien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.slateafrique.com/18643/tchad-affaire-hissene-habre-pourquoi-la-belgique Affaire Habré: les Tchadiens peuvent compter sur la Belgique] Slate Afrique, 28. Juli 2011 (Artikel von Jacqueline Moudeina über den Fall Hissène Habré; in französischer Sprache) &lt;br /&gt;
* {{RightLiveli|jacqueline-moudeina}}&lt;br /&gt;
* [http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/74306e77ccabf47cc12565cb003dc377/891fd1a498ec23d2c1256e290049b9af?OpenDocument Hoffnung trotz aller Widrigkeiten] amnesty journal, Februar 2004 (Porträtartikel über Jacqueline Moudeina)&lt;br /&gt;
* [http://www.thewitness.org/article.php?id=886 The Challenge of Human Rights in Chad] The Witness, 13. April 2005 (Interview mit Jacqueline Moudeina; in englischer Sprache)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Moudeina, Jacqueline}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Menschenrechtsaktivist (Tschad)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Tschad)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Right Livelihood Award]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Martin-Ennals-Awards]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschader]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1957]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Moudeina, Jacqueline&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=tschadische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. April 1957&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Koumra]], [[Tschad]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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