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	<title>Jacob Emden - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Vsop: /* Der Hamburger Amulettenstreit */</title>
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		<updated>2026-04-30T08:31:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der Hamburger Amulettenstreit&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Emden, Rabbi Jacob signature.jpg|mini|Unterschrift Jacob Emdens]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jacob Israel Ben Ẓebi Ashkenazi Emden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{heS| (הירש אשכנזי) יעקב עמדן בן צבי|Jaakov Emden ben Tsvi (Hirsh Ashkenazi)}}, geboren am [[4. Juni]] [[1697]] in [[Hamburg-Altona|Altona]]; gestorben am [[19. April]] [[1776]] ebenda) – in nichtjüdischen [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] als &amp;#039;&amp;#039;Jacob Hertzel&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Jacob Hirschel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet – war ein [[Rabbiner]], [[Talmud]]gelehrter und Gegner der Bewegung des „falschen Messias“ [[Schabbtai Zvi|Shabbetaj Zvi]]. Für das 18. Jahrhundert kann Jacob Emden als der große jüdische Gelehrte Norddeutschlands gelten. Er verkörpert den Übergang von der [[Vormoderne]] in die [[Moderne]], obwohl er selbst auf der Schwelle der neuen Zeit stehen blieb und zeitlebens Verfechter eines strengen Traditionalismus war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Bis zu seinem 13. Lebensjahr studierte Jacob Emden den [[Talmud]] bei seinem Vater [[Zvi Ashkenazi]], der als eine der größten [[Rabbinisches Judentum|rabbinischen]] Autoritäten seiner Zeit gilt und Rabbiner der großen Dreigemeinde Altona-Hamburg-Wandsbek (in der jüdischen Geschichte nach den hebräischen Initialen der Gemeinschaften auch als „Kehiloth AHU“ bekannt) war. Zunächst lebte die Familie in Altona. Nach einem religiösen Streit verließ die Familie die Stadt an der Elbe. Zvi Ashkenazi folgte anschließend einem Ruf als Rabbiner der [[Aschkenasim|aschkenasischen]] [[Kehillah|Gemeinde]] nach [[Geschichte der Juden in Amsterdam|Amsterdam]]. Dort setzte Emden seine Studien nach seiner [[Bar Mitzwa]] in den Jahren von 1710 bis 1714 fort. 1715 heiratete er Rachel, die Tochter des Mordecai ben Naphtali Cohen (1673–1735),&amp;lt;ref&amp;gt;Rav Jacob Mordechai Katz (Hacohen), ABD Posen (1673–1735), Genealogie, auf geni.com [https://www.geni.com/people/Jacob-Katz-ABD-Posen/4157203200940032980]&amp;lt;/ref&amp;gt; Rabbi von [[Uherský Brod]] in [[Mähren]] und Sohn von [[Naphtali Cohen]] (1649–1718), und setzte seine Studien an der [[Jeschiwa]] (Talmudhochschule) seines Schwiegervaters fort. Er wurde zu einem großen Kenner talmudischer Literatur, studierte später Philosophie, [[Kabbala]] sowie [[Althebräische Grammatik|hebräische Grammatik]] und versuchte, Latein und Niederländisch zu erlernen, was jedoch durch seinen Glauben erschwert wurde, demgemäß ein Jude sich mit weltlichen Wissenschaften nur während der Stunde der Dämmerung befassen sollte. Dieser Glaube leitet sich von dem biblischen Vers ab {{Bibel|Jos|1|8}}: „Du studierst [die [[Tora]]] Tag und Nacht.“ Eine intensivere Beschäftigung mit fremdem Wissensgut lehnte Jacob Emden jedoch ab und befürwortete dessen Kenntnis nur insoweit, als er es bei Angriffen auf die [[jüdische Religion]] oder Kultur zur Verteidigung für notwendig erachtete. Nach drei Jahren intensiver Studien verließ er das Haus seines Schwiegervaters und wurde ein reisender Verkäufer für Schmuck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Rabbiner in Emden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Emden1730.jpg|mini|Emden um 1730]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines geschäftlichen Aufenthaltes im Frühling des Jahres 1729 wurde er von der [[Jüdische Gemeinde Emden|jüdischen Gemeinde in Emden]] zu ihrem Rabbiner gewählt. Hier erhielt er auch seinen Beinamen.&amp;lt;ref name=obio&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Emden_Jacob.pdf Biographisches Lexikon für Ostfriesland] (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich haben ihn persönliche Beziehungen nach Emden geführt. Seine Jugendliebe war die Tochter des damaligen Gemeindeführers und Kaufmanns Jonathan ha Levi. In den folgenden dreieinhalb Jahren, in denen er als Rabbiner tätig war, wurde die geistige Haltung Jacob Emdens nachhaltig geprägt – vor allem seine Geringschätzung für die Gemeindeführung durch jüdische Laien. Hierbei spielten die in Emden gemachten negativen Erfahrungen und seine ständigen Auseinandersetzungen mit dem jüdischen Gemeindevorstand eine entscheidende Rolle. Trotzdem genoss er aufgrund seiner Persönlichkeit und seiner Kenntnisse weit über Emden hinaus hohes Ansehen und wurde als Lehrautorität weithin respektiert. Verschiedentlich wurde er in dieser Zeit bei Streitigkeiten anderer jüdischer Glaubensgemeinschaften zu Rate gezogen, zu denen er wie auch zu anderen religiösen Themen in zahlreichen [[Response (Judentum)|Responsen]] (Anfragen rechtlicher Art an eine jüdische [[Halacha|halachische]] Autorität, mit dem Ziel, einen normativen Bescheid auf die Anfrage zu erhalten) Stellung bezog.&amp;lt;ref name=obio/&amp;gt; In Emden verfasste er sechs Predigten und 28 [[Response (Judentum)|Responsen]], welche später zum Teil publiziert wurden. Diese waren, im Unterschied zu späteren Veröffentlichungen, noch in einem um Kompromiss bemühten Ton verfasst. Neben seiner Tätigkeit als Rabbiner importierte er Waren aus Amsterdam, um seinen Lebensunterhalt aufzubessern. Nach dreieinhalb Jahren gab Jacob Emden das Amt des Rabbiners auf. Offiziell begründete er dies in seiner Autobiografie mit seiner angeschlagenen Gesundheit und der ebenfalls mangelnden Gesundheit seiner Frau. Wahrscheinlich sind die Gründe jedoch in dauernden Auseinandersetzungen mit dem jüdischen Gemeindevorstand um die wohlhabenden Kaufleute Jonas Salomon und der Familie Goldschmidt zu suchen, welche Jacob Emden in mehreren religiös-rituellen Angelegenheiten widersprachen. 1732 verließ Jacob Emden die Hafenstadt und schwor sich, nie wieder ein religiöses Amt anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über seine dortige Tätigkeit als Rabbiner berichtet Jacob ausführlich in seiner Autobiografie &amp;#039;&amp;#039;Megillat Sefer&amp;#039;&amp;#039; („Buchrolle“, entstanden 1752–1766).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Hamburger Amulettenstreit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jacobemdenkingdenmark.jpg|mini|Schreiben Jacob Emdens an den König von Dänemark vom 20. August 1743]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1732 kehrte Jacob Emden in die dänische Freistadt Altona zurück und wurde Privatgelehrter. Später versuchte er, vom dänischen König [[Christian VI. (Dänemark und Norwegen)|Christian VI.]] eine Konzession zur Einrichtung einer hebräischen Druckerei zu erhalten. Seine erste Eingabe wurde abschlägig beschieden. Erst mit der zweiten Eingabe – der Emden ein selbst gedrucktes Buch für die königliche Bibliothek zum Beweis beilegte, dass er sein Handwerk beherrschte – erhielt er am 11. November 1743 das Privileg, eine eigene Druckerei zu unterhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Brauche (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vierhundert Jahre Juden in Hamburg. Eine Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte vom 8. November 1991 bis 29. März 1992&amp;#039;&amp;#039;. Dölling und Galitz, Hamburg 1991, ISBN 3-926174-31-5, S. 69&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier verlegte er auch eigene Werke, mit denen er seinen Ruf als herausragender Gelehrter festigte. Er verfasste Sendschreiben (offene Briefe), Kommentare, ein [[Siddur|Gebetbuch]] und auch eine Autobiografie, die allerdings erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Daneben erörterte er Probleme der hebräischen Grammatik und Aspekte der Textkritik. Zusätzlich betrieb er den Handel mit Edelsteinen. In Altona trat er zudem in Opposition zu Rabbiner [[Moses Hagiz|Moshe Chagis]], dem Kopf der reichen portugiesischen ([[Sephardim|sephardischen]]) Gemeinschaft, und zu Rabbiner [[Jehezkel Katzenellenbogen|Jezekiel Katzenelnbogen]], dem Nachfolger von Emdens Vater als Hauptrabbiner der Dreigemeinde. Sechzehn Jahre lang, bis zu dessen Tod im Jahre 1749, war er ein erbitterter Konkurrent des Hauptrabbiners, dessen religionsgesetzliche Entscheidungen er immer wieder in Frage stellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Eybeschuetz.jpg|mini|Jonathan Eybeschütz (1690–1764)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuer Hauptrabbiner der Dreigemeinde wurde [[Jonathan Eybeschütz]] aus [[Krakau]], der zuvor rabbinische Ämter in [[Prag]] und [[Metz]] innehatte. In ihm sah Emden einen Anhänger der Bewegung um [[Schabbtai Zvi|Shabbetaj Zvi]]. Dieser hatte sich selbst zum Messias erklärt und ernannte 12 Mitglieder der Gemeinde zu Gaza zu Repräsentanten der [[12 Stämme Israels]]. Dies war der Beginn der messianischen Bewegung, die den Namen Shabbetajs tragen und die ganze [[jüdische Diaspora]] erschüttern sollte, die aber auch manche Christen erfasste: der [[Sabbatianismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jacob Emden denunzierte Eybeschütz in der Öffentlichkeit und verlangte, dass er aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen werde. Anlass dafür waren [[Amulett]]e, die Eybeschütz [[Wochenbett|Wöchnerinnen]] übergeben hatte. Jacob Emden glaubte, auf diesen Amuletten sabbatianische Textpassagen gefunden zu haben, und klagte Eybeschütz deswegen im Februar 1751 öffentlich an. Viele Rabbiner gaben Wöchnerinnen auf deren Wunsch Amulette zum Schutz gegen das [[Kindbettfieber]], dem damals noch viele Frauen erlagen. Zusätzlich beschuldigte er Eybeschütz in &amp;#039;&amp;#039;Megillat Sefer&amp;#039;&amp;#039; eines [[inzest]]uösen Verhältnisses zu seiner eigenen Tochter und der Zeugung eines Kindes mit ihr. Judengemeinden aus ganz Europa meldeten sich zu Wort, und auch nichtjüdische Behörden in Hamburg und Kopenhagen wurden eingeschaltet. Vielerorts spalteten sich die jüdischen Gemeinschaften in Anhänger der einen oder anderen Partei. In der Dreigemeinde gewann Eybeschütz allmählich die Oberhand und erreichte, dass 1751 der [[Bann (Bibel)|Bann]] gegen Emden verhängt wurde. Dieser verließ daraufhin die Stadt und floh im Mai 1751 nach Amsterdam, wohin er viele Verbindungen hatte und wo er im Haus seines Schwagers Aryeh Löb B. Saul wohnte, des Rabbiners der [[Aschkenasim|aschkenasischen]] Gemeinschaft. Emden klagte in Kopenhagen gegen seinen Bann und erhielt am 3. Juni 1752 ein Urteil zu seinen Gunsten. Der Rat der Dreigemeinde wurde hierin scharf kritisiert und zu einer Geldstrafe von hundert [[Taler]]n verurteilt. 1753 befasste sich sogar die [[Wa’ad Arba’ Aratzot|Vierländerversammlung]] in Polen mit dem Amulettenstreit und sprach Eybeschütz von allen Anklagen frei und ordnete an, dass alle Streitschriften, die gegen Eybeschütz erschienen waren, verbrannt werden sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. im Auftrag des Leo Baeck Instituts von Michael A. Meyer unter Mitwirkung von [[Michael Brenner (Historiker)|Michael Brenner]], 4 Bde., München 1996–1997, ISBN 3-406-39705-0 (Bd. 1: [[Mordechai Breuer (Historiker)|Mordechai Breuer]] und Michael Graetz: &amp;#039;&amp;#039;Tradition und Aufklärung 1600–1780&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 3-406-39702-6, S. 246)&amp;lt;/ref&amp;gt; Jacob Emden kehrte nach Altona zurück und setzte trotz fortschreitender Erblindung in den folgenden Jahren seinen Kampf gegen die Sabbatianer fort, ohne dass es ihm gelang, die Amtsenthebung seines Widersachers zu bewirken. Am Ende des Amulettenstreits standen ein Ansehensverlust der rabbinischen Institution und die Entfremdung vieler Juden gegenüber dem traditionellen Judentum. Damit gab der Amulettenstreit den letzten Anstoß zu einer Neudefinition des Judentums und zur [[Haskala|jüdischen Aufklärung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Arno Herzig: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Geschichte in Deutschland – Von den Anfängen bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. Beck 2002, ISBN 3-406-39296-2, S. 128&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1750 bis 1752 setzte er sich in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Mitpaḥat Sefarim&amp;#039;&amp;#039; ({{heS|מטפחת ספרים|de=Buchschleier‘ oder ‚die Enthüllung der Bücher}}) kritisch mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Sohar]]&amp;#039;&amp;#039; auseinander. Er argumentierte, dass Teile des &amp;#039;&amp;#039;Sohars&amp;#039;&amp;#039; nicht aus der Zeit des Talmud stammen können, sondern später hinzugefügt wurden. Er akzeptierte zwar, dass einige mystische Traditionen alt sein könnten, hielt aber große Teile des Textes für mittelalterliche Kompilationen, wahrscheinlich aus der Zeit von [[Moses de León]] (13. Jahrhundert), dem man oft die Veröffentlichung des &amp;#039;&amp;#039;Sohars&amp;#039;&amp;#039; zuschreibt.&lt;br /&gt;
Sein Ziel war es, die Zuschreibung des Buches an [[Tannaim|Tanna]] aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. durch Rabbi [[Schimon ben Jochai|Schimon Bar Jochai]] in Frage zu stellen und es einem späteren [[Autor]] zuzuschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;Chana Karmann-Lente: &amp;#039;&amp;#039;Schimon Bar Jochai war ein wichtiger Gelehrter der Tannaim. Ob er den Sohar selbst geschrieben hat, ist aber umstritten.&amp;#039;&amp;#039; Jüdische Allgemeine,  12. Mai 2014, auf juedische-allgemeine.de [https://www.juedische-allgemeine.de/religion/hauptfigur-der-juedischen-mystik/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiterer Lebensweg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jacob Emden.JPG|mini|Jacob Emdens [[Mazewa|Grabstein]] auf dem [[Jüdischer Friedhof Altona|jüdischen Friedhof Altona]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn Emden zeitlebens Verfechter eines strengen Traditionalismus war, so wurde im Alter sein liberales Gedankengut deutlicher. Er galt trotz der vielen Auseinandersetzungen, die er in seinem Leben geführt hatte, und der Niederlage im Amulettenstreit als einer der großen jüdischen Gelehrten. Er wurde als Autorität auf dem Gebiet der [[Halacha|jüdischen Gesetze]] anerkannt und hatte in diesem Bereich großen Einfluss bis in Regierungskreise. So wurden er und [[Moses Mendelssohn]] 1772 von der jüdischen Gemeinschaft [[Mecklenburg-Schwerin]]s um Rat gebeten. [[Friedrich (Mecklenburg)|Herzog Friedrich der Fromme]] hatte eine Verordnung erlassen, nach der die rasche Bestattung der jüdischen Toten zu unterbleiben habe und sie erst nach drei Tagen beigesetzt werden sollten. Die Juden des Herzogtums wollten aber ihre Toten weiterhin nach überlieferter Sitte beerdigen. Diese sah die Bestattung eines Juden nur drei Stunden nach seinem Tod vor. Emden und Mendelssohn sollten der Regierung die religionsgesetzliche Notwendigkeit der frühen Beisetzung erläutern. Während Emden offenbar die erhoffte Argumentation lieferte, antwortete Mendelssohn differenziert mit einem Brief an die Fragesteller und einem „Schema“, das der Regierung vorgelegt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Knufinke, Ulrich: Jüdische Friedhofsbauten um 1800 in Deutschland: Architektur als Spiegel der Auseinandersetzungen um Haskala, „Emanzipation“ und „Assimilation“. In: &amp;#039;&amp;#039;PaRDeS : Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.&amp;amp;nbsp;V. Hrsg. von Nathanael Riemer und Alexander Dubrau&amp;#039;&amp;#039;, 11 (2005) Heft II, Potsdam 2005, S. 77&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach sei „die frühe Beerdigung […] ein Brauch, kein Gebot; der Brauch aber könne anders als ein Gebot im Lichte moderner medizinischer Erkenntnisse geändert werden. Um die Beerdigung von Scheintoten zu vermeiden, könne man die Beerdigung von Juden auch, wie die christlichen Behörden wünschen, erst nach einigen Tagen vornehmen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später trat Emden in Korrespondenz mit Moses Mendelssohn und wandte sich verschiedenen weltlichen Wissenschaften zu. Er zeigte großes Interesse an Astronomie, Physik, Botanik, Medizin, Staatskunst und Geschichte, blieb jedoch in seiner Einstellung zu den Wissenschaften sehr differenziert. Er unterschied streng zwischen Wissenschaften, die [[Halacha|halachisch]] erlaubt waren und der Philosophie, die er aus religiösen Gründen ablehnte und in der er eine Gefahr für die Glaubensreinheit sah.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meyerbrenner226&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. im Auftrag des Leo Baeck Instituts von Michael A. Meyer unter Mitwirkung von Michael Brenner, 4 Bde., München 1996–1997, ISBN 3-406-39705-0 (Bd. 1: Mordechai Breuer und Michael Graetz: &amp;#039;&amp;#039;Tradition und Aufklärung 1600–1780&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 3-406-39702-6, S. 226)&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin übte er scharfe Kritik an den immer intensiver werdenden Kontakten zwischen Juden und Christen, auch wenn er in der Beurteilung des Christentums sehr tolerant war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. im Auftrag des Leo Baeck Instituts von Michael A. Meyer unter Mitwirkung von Michael Brenner, 4 Bde., München 1996–1997, ISBN 3-406-39705-0 (Bd. 1: Mordechai Breuer und Michael Graetz: &amp;#039;&amp;#039;Tradition und Aufklärung 1600–1780&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 3-406-39702-6, S. 156)&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach stehe das Christentum dem Judentum viel näher, als bisher angenommen worden sei, da es wie das Judentum eine [[Monotheismus|monotheistische]] Religion sei.&amp;lt;ref name=meyerbrenner226/&amp;gt; 1776 starb Jacob Emden im Alter von 79 Jahren in Altona und wurde auf dem [[Jüdischer Friedhof Altona|aschkenasischen Friedhof an der Altonaer Königstraße]] beerdigt. Der schmucklose Grabstein mit der Inschrift in 19 Verszeilen gehört zu den größten Grabmälern des aschkenasischen Friedhofes. Aus den hervorgehobenen Anfangsbuchstaben der ersten Zeilen ergibt sich das [[Akrostichon]] יעקב ישראל - Jaakow Israel, der hebräische Name Emdens.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Brauche (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vierhundert Jahre Juden in Hamburg. Eine Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte vom 8. November 1991 bis 29. März 1992&amp;#039;&amp;#039;. Dölling und Galitz, Hamburg 1991, ISBN 3-926174-31-5, S. 69, S. 132; siehe auch Edition, Kommentierung und Übersetzung der Inschrift [http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?function=Ins&amp;amp;sel=hha&amp;amp;inv=1586 Digitale Edition – Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße (1621–1871 / 5937 Einträge): Inv.-Nr. 1586]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die nebeneinander liegenden Gräber von Jonathan Eybeschütz und Jacob Emden zählen noch heute zu den meistbesuchten des Friedhofs.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.steinheim-institut.de/wiki/index.php/Epigrafik Zum Abschluss der Dokumentation des ältesten aschkenasischen Friedhofs in Hamburg]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Sohn war [[Meshullam Solomon]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jewishencyclopedia.com/articles/7130-hambro-synagogue jewishencyclopedia]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Siddur]] Jaavez&amp;#039;&amp;#039;, der neben den Gebeten eine Vielzahl von Erklärungen zu jüdischen Bräuchen enthält&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mor u-Kzia&amp;#039;&amp;#039; zu [[Schulchan Aruch]], Orach Chajim&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Megillat Sefer&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von David Kahana (hebräisch), o. O. 1897, Neudruck New York 1956 (Übersetzt von Jacob J. Schacter, New York; Veröffentlichung durch Yale University Press)&lt;br /&gt;
* Responsen&lt;br /&gt;
* Kommentare zur [[Mischna]], (&amp;#039;&amp;#039;Seder Olam&amp;#039;&amp;#039;, „Weltordnung“)&lt;br /&gt;
Weitere Bücher in hebräischer Sprache:&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-1-%D7%AA%D7%95%D7%A8%D7%AA-%D7%94%D7%A7%D7%A0%D7%90%D7%95%D7%AA-Hamburg-Altona-1752.pdf &amp;#039;&amp;#039;תורת הקנאות&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1752)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-2-%D7%A9%D7%A4%D7%AA-%D7%90%D7%9E%D7%AA-Hamburg-Altona-1752.pdf &amp;#039;&amp;#039;שפת אמת&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1752)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-2-%D7%A9%D7%A4%D7%AA-%D7%90%D7%9E%D7%AA-Hamburg-Altona-1752.pdf &amp;#039;&amp;#039;אספקלריה המאירה&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1753)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-6-%D7%9E%D7%90%D7%99%D7%A8%D7%AA-%D7%A2%D7%99%D7%A0%D7%99%D7%99%D7%9D-Amsterdam-1753.pdf &amp;#039;&amp;#039;מאירת עיניים&amp;#039;&amp;#039;] – (Amsterdam 1753)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-10-%D7%A2%D7%A7%D7%99%D7%A6%D7%AA-%D7%A2%D7%A7%D7%A8%D7%91-Hamburg-Altona-1753.pdf &amp;#039;&amp;#039;עקיצת עקרב&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1753)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-4-%D7%9C%D7%95%D7%97%D7%95%D7%AA-%D7%A2%D7%93%D7%95%D7%AA-Hamburg-Altona-1755.pdf &amp;#039;&amp;#039;לוחות עדות&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1755)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-9-%D7%A2%D7%93%D7%95%D7%AA-%D7%91%D7%99%D7%A2%D7%A7%D7%91-Hamburg-Altona-1756.pdf &amp;#039;&amp;#039;עדות ביעקב&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1756)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-7-%D7%A4%D7%AA%D7%97-%D7%A2%D7%99%D7%A0%D7%99%D7%9D-Hamburg-Altona-1757.pdf &amp;#039;&amp;#039;פתח עינים&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1757)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-10-%D7%A2%D7%A7%D7%99%D7%A6%D7%AA-%D7%A2%D7%A7%D7%A8%D7%91-Hamburg-Altona-1753.pdf &amp;#039;&amp;#039;ספר שמוש&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1758)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-5-%D7%A9%D7%91%D7%99%D7%A8%D7%AA-%D7%9C%D7%95%D7%97%D7%95%D7%AA-%D7%94%D7%90%D7%95%D7%9F-Hamburg-Altona-1759.pdf &amp;#039;&amp;#039;שבירת לוחות האון&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1759)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-11-%D7%A1%D7%A4%D7%A8-%D7%94%D7%AA%D7%90%D7%91%D7%A7%D7%95%D7%AA-Hamburg-Altona-1762.pdf &amp;#039;&amp;#039;ספר התאבקות&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1762)&lt;br /&gt;
* [https://www.rivkalevy.com/wp-content/uploads/2022/02/Rabbi-Yaakov-Emden-book-8-%D7%91%D7%99%D7%AA-%D7%99%D7%94%D7%95%D7%A0%D7%AA%D7%9F-%D7%94%D7%A1%D7%95%D7%A4%D7%A8-Hamburg-Altona-1763.pdf &amp;#039;&amp;#039;בית יהונתן הסופר&amp;#039;&amp;#039;] – (Hamburg-Altona 1763)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Encyclopaedia Judaica]], 2. Aufl., Jerusalem 1973, Band 6, Sp. 721–726.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Mosche Graupe]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung des modernen Judentums: Geistesgeschichte der deutschen Juden 1650–1942&amp;#039;&amp;#039;, 2. rev. und erw. Aufl., Hamburg 1977, ISBN 3-87118-260-5&lt;br /&gt;
* Jacob J. Schacter, &amp;#039;&amp;#039;Rabbi Jacob Emden: Life and Major Works&amp;#039;&amp;#039;, Diss., Department of Near Eastern Languages and Civilizations, Harvard University, Cambridge, Massachusetts 1988.&lt;br /&gt;
* [[Institut für die Geschichte der deutschen Juden]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Jüdische Hamburg&amp;#039;&amp;#039;, Hamburg 2006, ISBN 3-8353-0004-0, S. 68/69&lt;br /&gt;
* Pawel Maciejko: &amp;#039;&amp;#039;Emden-Eybeschütz-Kontroverse.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dan Diner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur&amp;#039;&amp;#039; (EJGK). Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Co–Ha.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, ISBN 978-3-476-02502-9, S. 231–235.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.chabad.org/library/article.asp?AID=112038 Kurzbiografie des Rabbi Jacob Emden], Chabad.org&lt;br /&gt;
* [http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=341&amp;amp;letter=E Emden, Jacob Israel Ben Zebi Ashkenazi], jewishencyclopedia.com&lt;br /&gt;
* [http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/Emden.html Jacob Emden], jewishvirtuallibrary.org&lt;br /&gt;
* Maoz Kahana, [https://www.academia.edu/4443820/An_Esoteric_Path_to_Modernity_Rabbi_Jacob_Emdens_Alchemical_Quest An Esoteric Path to Modernity: Rabbi Jacob Emden&amp;#039;s Alchemical Quest], Journal of Modern Jewish Studies, 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|29. April 2007|31119427}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118989316|LCCN=n85177222|VIAF=82152450}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Emden, Jacob}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rabbiner (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Ostfriesland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Niedersachsen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Altona)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Emden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1697]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1776]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Emden, Jacob&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hertzel, Jacob; Emden, Jacob Israel Ben Ẓebi Ashkenazi; hebräischer Name (הירש אשכנזי) יעקב עמדן בן צבי &lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=jüdischer Gelehrter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Juni 1697&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hamburg-Altona|Altona]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=19. April 1776&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hamburg-Altona|Altona]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vsop</name></author>
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