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	<title>Iwan Alexandrowitsch Serow - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2026-10575-82 am 16. Februar 2026 um 20:28 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-16T20:28:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ivan Serov (1941).jpg|mini|Iwan Serow (1941)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Iwan Alexandrowitsch Serow&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|Иван Александрович Серов}}, wiss. [[Transliteration]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ru-Latn|Ivan Aleksandrovič Serov}}&amp;#039;&amp;#039;; * {{JULGREGDATUM|25|8|1905|Link=1}} in Afimskoje, [[Ujesd|Kreis]] [[Kadnikow]], Gouvernement [[Wologda]], [[Russisches Kaiserreich]]; † [[1. Juli]] [[1990]] in [[Moskau]]) war ein General des [[KGB]]. Serow war der erste Vorsitzende des KGB zwischen 1954 und 1958 und Chef des [[Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije|GRU]] in der Zeit von 1958 bis 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Karriere im Geheimdienst ===&lt;br /&gt;
Serow trat 1926 in die [[Kommunistische Partei der Sowjetunion|KPdSU (B)]] ein. Er absolvierte 1939 die [[Militärakademie des Generalstabes der Russischen Streitkräfte|Frunse-Militärakademie des Generalstabs]] in Moskau. Noch im Februar des Jahres wurde er ins [[NKWD]] übernommen und Kommissar in der [[Ukrainische SSR|Ukrainischen SSR]]. Damit gehörte er zu den Nutznießern der [[Stalinsche Säuberungen|Stalinschen Säuberungen]], die nach 1938 rasch Karriere machten. Außerdem war er einer der wenigen ausgebildeten Militärs im NKWD. In der Ukraine lernte er [[Nikita Chruschtschow]] kennen&amp;amp;nbsp;– zu dieser Zeit Erster Sekretär der ukrainischen KP&amp;amp;nbsp;– was für seine weitere Karriere bedeutsam werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Robert W. Pringle |Titel=Serov, Ivan Alexandrovich |Sammelwerk=Historical dictionary of Russian and Soviet intelligence |Auflage=2. |Verlag=Rowman &amp;amp; Littlefield |Ort=Lanham |Datum=2015 |ISBN=978-1-4422-5317-9 |Seiten=274–275}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine wurde Serow einer der Stellvertreter [[Lawrenti Beria]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Serow überstand die [[Großer Terror (Sowjetunion)|Große Säuberung]] (1936–1938) und wurde beauftragt, Marschall [[Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski|Michail Tuchatschewski]] hinzurichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als stellvertretender Volkskommissar für Inneres (1939–1941) organisierte er die [[Ethnische Deportationen in der UdSSR|Deportationen]] aus dem Baltikum nach Sibirien (Instruktion 001223 vom 10. Oktober 1939).&amp;lt;ref&amp;gt;Valdis O. Lumans: &amp;#039;&amp;#039;Latvia in World War II&amp;#039;&amp;#039;. Fordham University Press, New York City 2006, ISBN 0-8232-2627-1, S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Im August 1941 war er an der Deportation der [[Wolgadeutsche]]n beteiligt. In der [[Schlacht um Moskau]] im Herbst 1941 wurde Serow Befehlshaber der Verteidigungszone Moskau. Später war er im NKWD für die Überwachung der Partisanenbewegung zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An führender Stelle war er 1943/44 gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Beria an den gewaltsamen Massendeportationen der [[Karatschaier]], [[Kalmücken]], [[Tschetschenen]] und [[Inguschen]] sowie [[Krimtataren]] beteiligt. Personen, die sich weigerten, deportiert zu werden, wurden direkt erschossen. Ebenso erging es transportunfähigen Personen, wie Alten oder Behinderten. Zum Teil kam es auch zu wahllosen Tötungen, so etwa im Dorf [[Chaibach]], wo unter der Leitung des Georgiers Michail Gwischiani&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Steen Ammentorp |url=http://www.generals.dk/general/Gvishiani/Mikhail_Maksimovich/Soviet_Union.html |titel=General Mikhail Maksimovich Gvishiani |werk=generals.dk |hrsg=Steen Ammentorp |abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; über 700 Menschen in einer Scheune verbrannt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Norman M. Naimark: &amp;#039;&amp;#039;Flammender Haß. Ethnische Säuberungen im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2008, S. 125–126.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird geschätzt, dass bei den Deportation im Schnitt 43 % der deportierten Bevölkerung an Infektionskrankheiten und Mangelernährung starb.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|language=en|url=http://www.hawaii.edu/powerkills/USSR.TAB1B.GIF |format=GIF |title=Table 1B: Soviet Transit, Camp and Deportation Death Rates|publisher=Hawaii.edu |accessdate=2015-02-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Juli 1944 war Serow für die Entwaffnung und Deportation der Einheiten der [[Polnische Heimatarmee|Polnischen Heimatarmee]] (poln. &amp;#039;&amp;#039;Armia Krajowa&amp;#039;&amp;#039;) im Gebiet von [[Vilnius]] zuständig, die in den Tagen zuvor die Stadt von [[Reichswehr|deutschen Truppen]] zurückerobert hatten (siehe [[Operation Bagration]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Włodzimierz Borodziej |Titel=The Warsaw Uprising of 1944 |Auflage= |Verlag=University of Wisconsin Press |Ort=Madison |Datum=2006 |ISBN=0-299-20730-7 |Seiten=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab diesem Zeitpunkt leitete Serow die Unterdrückung und Eliminierung der bedeutendsten antisowjetischen Kraft Polens. Anfang Mai 1945 wurde Serow, zu dieser Zeit Kommissar für Staatssicherheit 2. Ranges, einer der drei Stellvertreter für Fragen der Zivilverwaltung bei den Truppen in der [[Sowjetische Besatzungszone|SBZ]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Großen Vaterländischen Krieges]] war Serow bei der Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin anwesend. Zu diesem Zeitpunkt bekleidete er den Rang eines [[Generaloberst]]s und war Träger des Ordens [[Held der Sowjetunion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit nach dem Krieg ===&lt;br /&gt;
Serow leitete nach dem Zweiten Weltkrieg in der SBZ die NKWD-Sektion und war als Chef der gesamten Zivilverwaltung der [[Sowjetische Militäradministration in Deutschland|SMAD]] auch für Sicherheitsfragen zuständig: Aufdeckung von –&amp;amp;nbsp;aus [[Stalinismus|stalinistischer]] Sicht&amp;amp;nbsp;– „Spionen, Diversanten, Terroristen, Mitgliedern faschistischer Organisationen und aktiven feindlichen Elementen“. Dazu zählen auch Sowjetbürger, die während des Krieges nach Deutschland verschleppt worden waren oder mit den Deutschen kollaboriert hatten, gleichfalls alle Personen, die verdächtigt wurden, der neuen Gesellschaftsordnung im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands kritisch gegenüberzustehen. Offiziell wurde Serow als Mitglied der SMAD geführt. Er baute zur Überwachung von Parteien, Kirchen und Gewerkschaften ein Agentennetz unter Generalmajor Melnikow auf. Serow trieb den Ausbau der [[Festungspionierschule]] in [[Berlin-Karlshorst]] zur größten Operationsbasis der sowjetischen Agententätigkeit gegen den Westen außerhalb der Sowjetunion voran. Angeblich unterschlug er aus deutschem Raubgut die belgische Königskrone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Serow bereitete mit seinem Apparat die am 13. Mai 1946 vom sowjetischen Ministerrat verfügte „Überführung“ von ca. 2000 deutschen &amp;#039;&amp;#039;Spezialisten&amp;#039;&amp;#039; (Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker sowie teilweise deren Familien) aus der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] in die UdSSR unter großer Geheimhaltung vor&amp;lt;ref name=&amp;quot;Uhl&amp;quot; details=&amp;quot;108,126&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Matthias Uhl]] |Titel=Stalins V-2. Der Technologietransfer der deutschen Fernlenkwaffentechnik in die UdSSR und der Aufbau der sowjetischen Raketenindustrie 1945 bis 1959 |TitelErg=Dissertationsschrift mit Reproduktion vieler Originaldokumente |Verlag=Bernard &amp;amp; Graefe Verlag |Ort=Bonn |Datum=2001 |ISBN=3-7637-6214-0 |Umfang=304}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und leitete die als [[Aktion Ossawakim]] bekannte Verschleppung am 22. Oktober 1946.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Mick |Titel=Forschen für Stalin, deutsche Fachleute in der sowjetischen Rüstungsindustrie 1945–1958 |Verlag=R. Oldenbourg Verlag |Ort=München / Wien |Datum=2000 |ISBN=3-486-29003-7 |Seiten=82}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1947 bis 1953 übte er die Funktion des Ersten Stellvertretenden [[Innenministerium der UdSSR|Innenministers der UdSSR]] aus. Nach Stalins Tod 1953 schloss er sich–&amp;amp;nbsp;nicht zuletzt aus Abneigung gegen die georgische Clique um Beria&amp;amp;nbsp;– der Verschwörung der neuen „kollektiven Führung“ gegen Beria an. Er wurde Stellvertretender Vorsitzender des MWD.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan Aleksandrovich Serov.jpg|mini|Iwan Serow als Vorsitzender des KGB]]&lt;br /&gt;
Nach der Ausgliederung des KGB aus dem Innenministerium wurde Serow 1954 dessen Vorsitzender. Er war Gefolgsmann Chruschtschows, der ihm vertraute, und hatte zudem keine politischen Ambitionen. 1954 vernichtete er die Akten, die Chruschtschows Verwicklung in den „Großen Terror“ dokumentierten. Zwei Attentate auf den Überläufer [[Nikolai Chochlow]] scheiterten 1954, ein drittes misslang 1957 ebenfalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Stalins Tod setzte sich Serow vehement für den Erhalt der [[Zwangsarbeit]] im [[Gulag]] ein, sein Gegenspieler in dieser Frage war Innenminister [[Nikolai Pawlowitsch Dudorow|Nikolai Dudorow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1956 leitete er die KGB-Operationen gegen den [[Ungarischer Volksaufstand|ungarischen Volksaufstand]]. Er besuchte das Land inkognito als sowjetischer Berater des [[Innenministerium (Ungarn)|ungarischen Innenministeriums]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Serow 1956 [[London]] besuchte, um Sicherheitsvorkehrungen für den Besuch Chruschtschows und Bulganins zu treffen, musste er wegen Angriffen der britischen Presse vorzeitig abreisen. Sein aufgrund der Beteiligung am stalinistischen Terror schlechter Ruf im Westen war mit ursächlich für seinen Niedergang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 wurde Serow zunehmend von [[Alexander Nikolajewitsch Schelepin]], dem Ersten Sekretär des [[Komsomol]], und [[Nikolai Romanowitsch Mironow]], dem Vorsitzenden des Leningrader KGB, kritisiert. Im Dezember ersetzte das [[Zentralkomitee der KPdSU]] Serow als Vorsitzenden des KGB durch Schelepin. Serow wurde auf die Position des Chefs des militärischen Geheimdiensts GRU versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Enttarnung des CIA-Agenten [[Oleg Wladimirowitsch Penkowski|Oleg W. Penkowski]] 1962, mit dem er persönlich befreundet war, wurde Serow als Leiter des GRU entlassen. Er wurde zum Generalmajor degradiert und 1965 „wegen Verletzung der Rechtsstaatlichkeit während seiner Tätigkeit in Deutschland“ aus der KPdSU ausgeschlossen. Serow bemühte sich danach lange Zeit erfolglos um seine Rehabilitation, die Wiederherstellung seiner militärischen Ränge und seiner Mitgliedschaft der KPdSU.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meduza&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://meduza.io/feature/2016/10/03/priklyucheniya-chemodanchika |titel=Приключения чемоданчика В чем ценность воспоминаний руководителя КГБ Ивана Серова. И что с ними не так |datum=2016-10-03 |sprache=ru |abruf=2019-09-21 |kommentar=Titel Übersetzt: Die Irrfahrt einer Aktentasche. Wie wertvoll sind die Memoiren des KGB-Chefs Serow und was ist mit ihnen geschehen?}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.vesti.ru/doc.html?id=2808064&amp;amp;cid=7# |titel=Чемоданы тайн: найден архив первого председателя КГБ СССР Ивана Серова |werk=Вести.ру |datum=2016-10-09 |sprache=ru |abruf=2019-09-21 |kommentar=Titel übersetzt: Koffer voller Geheimnisse: Archiv des ersten Vorsitzenden des KGB der UdSSR Iwan Serow aufgetaucht.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Persönlichkeit ===&lt;br /&gt;
Der britische Geheimdienst [[Security Service|MI5]] beschrieb Serow als [[Frauenheld]], gut erzogen, sorgfältig gekleidet und mäßigen Trinker. Er verfüge über einen sarkastischen etwas schwerfälligen Humor und gefalle sich als [[Antisemit]]. Er soll ein guter Organisator mit schneller Auffassungsgabe gewesen sein. Er habe beträchtliche Vertrautheit mit Kriminalromanen wie [[Sherlock Holmes]] gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;blog.nationalarchives.gov.uk&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tommy Norton |url=http://blog.nationalarchives.gov.uk/blog/ivan-terrible-visited-britain/ |titel=When ‘Ivan the terrible’ visited Britain |werk=nationalarchives.gov.uk |sprache=en |abruf=2024-05-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Serow soll stolz auf seine Fähigkeiten als [[Folter]]er gewesen sein; er könne einem Mann jeden Knochen im Körper brechen, ohne ihn zu töten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TheSalt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=The Bone Breaker. The mystery of General Serov’s demotion. |Sammelwerk=The Salt Lake Tribune |Verlag=Kearns-Tribune Corp. |Datum=1958-12-18 |ISSN=0746-3502 |Seiten=46 |Online={{Webarchiv |url=http://www.newspapers.com/newspage/10672061/TheSalt/ |text=online |wayback=20140331041604}} |Abruf=2015-02-09 |OCLC=12686122}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tagebücher und Memoiren ==&lt;br /&gt;
Serow führte ab 1939, seinem ersten Auftritt in der [[Lubjanka]], heimlich [[Tagebuch|Tagebücher]]. Nach seinem Rücktritt schrieb der General weiter und vollendete seine Memoiren, die er in seiner Datscha in [[Archangelskoje (Kaliningrad)|Archangelskoje]] bei Moskau versteckte. 1971 sagte auch der damalige KGB-Vorsitzende [[Juri Wladimirowitsch Andropow|Juri Andropow]] aus, dass Serow Memoiren geschrieben habe; unter Berücksichtigung der Einzelheiten von Serows Aktivitäten war die Veröffentlichung seiner Tagebücher in der UdSSR zu dieser Zeit in der UdSSR ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang der 2000er Jahre standen dem amerikanischen Historiker Vadim Birstein kleine Fragmente der angeblichen „Serow-Tagebücher“ zur Verfügung. Dies war jedoch nicht Serows Text, sondern eine Abschrift, die vom dritten Ehemann von Serows Tochter, dem Drehbuch- und Detektivautor Eduard Khrutsky, gemacht wurde. Ob es irgendwo eine vollständigere Version von Langzeiterinnerungen gab, konnte niemand mit Sicherheit sagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Сергей Бондаренко (Sergey Bondarenko) |url=https://meduza.io/feature/2016/10/03/priklyucheniya-chemodanchika |titel=Приключения чемоданчика В чем ценность воспоминаний руководителя КГБ Ивана Серова. И что с ними не так |hrsg=[[Meduza]] |datum=2016-10-03 |sprache=ru |abruf=2026-01-02 |kommentar=übersetzter Titel: Die Abenteuer des Koffers. Welchen Wert haben die Memoiren des KGB-Chefs Ivan Serov? Und was stimmt nicht mit ihnen?}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012, während des Abrisses einer Mauer in einer Garage in der Datscha von Serow im Stadtteil [[Krasnogorsk]] der Region Moskau, entdeckte seine Enkelin Vera Serowa laut ihrer Version „zwei in den Wänden der Garage versteckte Koffer“ mit maschinengeschriebenen Manuskripten des KGB-Generals. Der Text wurde vom Alexander Khinshtein, Abgeordneter der [[Duma|Staatsduma]] und Journalist von [[Moskowski Komsomolez]], redigiert und 2016 als „Записки из чемодана“ (&amp;#039;&amp;#039;Sapiski is tschemodana,&amp;#039;&amp;#039; Notizen aus einem Koffer) von der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft (unter der Leitung von Kulturminister [[Wladimir Rostislawowitsch Medinski|Wladimir Medinski]]) veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=И. А. Серов (Iwan Serow) |Hrsg=Александра Хинштейна &amp;amp;lpar;Alexander Khinstein&amp;amp;rpar; |Titel=Записки из чемодана: тайные дневники первого председателя КГБ, найденные через 25 лет после его смерти |Verlag=Просвещение (Prosveshchenie) |Ort=Moskau |Datum=2016 |ISBN=978-5-09-042258-1 |Sprache=ru |Kommentar=Titel übersetzt: Notizen aus einem Koffer: Geheime Tagebücher des Ersten Vorsitzenden des KGB, 25 Jahre nach seinem Tod gefunden |Umfang=702}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das 700-seitige Buch ist weitgehend chronologisch in Kapitel von 1939 bis 1963 unterteilt. Der Herausgeber Khinstein hebt einzelne thematische Fragmente hervor und kommentiert sie. Er erklärt, wie der KGB unter Serow „begann, sich zu einem besonderen Dienst zu entwickeln, bei dem nicht die Fäuste, sondern das Gehirn im Vordergrund steht“ und warum der erste KGB-Vorsitzende „keine sehr bequeme Person, noch alte, stalinistische Schule“ war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Serows Memoiren werden durch die Augen eines Zeugen die Geheimnisse der historischen Ereignisse der [[Stalinismus|Stalin-Ära]] beschrieben, insbesondere die Deportation unterdrückter Völker, die Liquidierung ausländischer Bürger in den Kerkern des NKWD, das Schicksal von [[Raoul Wallenberg]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Vadim Birstein |url=https://www.vbirstein.com/serov-memoir-book-review/ |titel=Raoul Wallenberg in Ivan Serov’s Memoir |datum=2016-09 |sprache=en |abruf=2026-01-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Operationen des sowjetischen Auslandsgeheimdienstes und andere.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Павел Зарубин (Pavel Zarubin) |url=http://www.vesti.ru/doc.html?id=2808064&amp;amp;cid=7 |titel=Чемоданы тайн: найден архив первого председателя КГБ СССР Ивана Серова |hrsg=Vesti (Fernsehsender) |datum=2016-10-09 |sprache=ru |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20200608214856/http://www.vesti.ru/doc.html?id=2808064&amp;amp;cid=7 |abruf=2026-01-02 |kommentar=übersetzter Titel: Koffer voller Geheimnisse: Das Archiv des ersten KGB-Vorsitzenden der UdSSR, Iwan Serow, wurde gefunden}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Khinshteins Kommentaren wird deutlich, dass er keine Originale in seinen Händen hielt, nur Serowas Kopien. Auch anderen Forschern wurde kein Zugang zu den Originalen gewährt. Da es unmöglich ist, den Inhalt des kompletten Archivs zu bewerten, und das veröffentlichte Buch im Wesentlichen aus „ausgewählten Passagen“ mit vielen Auslassungen und redaktionellen Einfügungen, haben einige Historiker und Kommentatoren Zweifel an der [[Authentizität]] der Tagebücher geäußert. In Khinshteins Version verwechselt Serow Daten, es gibt Inkonsistenzen und Anachronismen in seinen Notizen. Außerdem zweifeln viele an der Entdeckungsgeschichte der Dokumente. Der Historiker [[Boris Wadimowitsch Sokolow|Boris Sokolow]] bezeichnete das Buch als [[Fälschung]]. „Wenn [das Buch] sich mit Ereignissen beschäftigt, zu denen es zahlreiche dokumentarische Veröffentlichungen gibt, wird die Handlung nah an ihnen erzählt, mit Details und größtenteils wahr. Wenn es um etwas geht, das außerhalb dieser Publikationen passiert, ist alles vage, vage und hat offensichtliche literarische Quellen“, sagte Sokolov 2016 in [[Echo Moskwy|Echo]] [[Echo Moskwy|Moskwy]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; und vor Gericht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Boris Sokolov |url=https://www.vbirstein.com/serovs-memoir-on-trial/ |titel=Objections to the claim by A. Khinstein and V. Serova |hrsg=Vadim Birstein |datum=2016-11-09 |sprache=en |abruf=2026-01-02 |kommentar=Wortprotokoll der Aussage Sokolows vor Gericht}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Boris Sokolov |url=https://www.vbirstein.com/boris-sokolovs-speech-at-his-final-court-session/ |titel=Boris Sokolov’s Speech at His Final Court Session |hrsg=Vladim Birstein |datum=2016-12-23 |sprache=en |abruf=2026-01-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er glaubt, dass das Hauptziel des Buches darin besteht, Serow als positiven Helden darzustellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Der Historiker [[Nikita Wassiljewitsch Petrow|Nikita Petrov]] ist der Ansicht, dass das Buch nicht mehr als ein Drittel des Archivs abdeckt und dass elementare Regeln einer wissenschaftlichen Veröffentlichung nicht eingehalten wurden. Dies mache die Tagebücher jedoch nicht zur Fälschung und neue, bisher unbekannte Details seien ein wichtiges Argument für ihre Authentizität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Der Journalist [[Christian Neef]] berichtete, Vera Serowa getroffen zu haben und in Moskauer Archiven Aufzeichnungen ihres Großvaters überprüft zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christian Neef]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Schattenregime. Wie der sowjetische Geheimdienst nach 1945 Deutschland terrorisierte.&amp;#039;&amp;#039; Propyläen Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-549-10077-6 (auch Sonderausgabe für die Zentralen für politische Bildung), S. 16 f., passim.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;in der Reihenfolge des Erscheinens&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Michail Sergejewitsch Woslenski|Michael S. Voslensky]]: &amp;#039;&amp;#039;Sterbliche Götter. Die Lehrmeister der Nomenklatura.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin 1991, ISBN 3-548-34807-6.&lt;br /&gt;
* Michael S. Voslensky: &amp;#039;&amp;#039;Das Geheime wird offenbar.&amp;#039;&amp;#039; Langen Müller, München 1995, ISBN 3-7844-2536-4.&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=iwan-alexandrowitsch-serow|lemma=Serow, Iwan Alexandrowitsch|autor=Jan Foitzik|band=2|idNum=3282}}&lt;br /&gt;
* Nikita Petrov: &amp;#039;&amp;#039;General Ivan Serov – der erste Vorsitzende des KGB&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, Dezember 1998, Heft 2, S. 161–208, [[doi:10.7788/frm.1998.2.2.161]], {{ISSN|1433-4887|print=1|klammer=1}}, {{ISSN|2194-3672|online=1|klammer=1}}.&lt;br /&gt;
* Włodzimierz Borodziej: &amp;#039;&amp;#039;The Warsaw Uprising of 1944.&amp;#039;&amp;#039; University of Wisconsin Press Madison, 2006, ISBN 0-299-20730-7.&lt;br /&gt;
* [[Anne Applebaum]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Eiserne Vorhang. Die Unterdrückung Osteuropas 1944–1956&amp;#039;&amp;#039;. Siedler, München 2013, ISBN 978-3-8275-0030-4.&lt;br /&gt;
* Art. &amp;#039;&amp;#039;Serov, Ivan Alexandrovich&amp;#039;&amp;#039;. In: Robert W. Pringle: &amp;#039;&amp;#039;Historical dictionary of Russian and Soviet intelligence&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Rowman &amp;amp; Littlefield, Lanham 2015, ISBN 978-1-4422-5317-9, S. 274–275.&lt;br /&gt;
* Peter Erler: &amp;#039;&amp;#039;Der sowjetische Geheimdienstbevollmächtigte am Berliner Obersee&amp;#039;&amp;#039;. Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Studien und Analysen, 04/2017 ([https://www.stiftung-hsh.de/forschung/studien-und-analysen/der-sowjetische-geheimdienstbevollmaechtigte-am-berliner-obersee/ stiftung-hsh.de])&lt;br /&gt;
* Christian Neef: &amp;#039;&amp;#039;Das Schattenregime. Wie der sowjetische Geheimdienst nach 1945 Deutschland terrorisierte.&amp;#039;&amp;#039; Propyläen Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-549-10077-6 (auch Sonderausgabe für die Zentralen für politische Bildung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ivan Aleksandrovich Serov|Iwan Alexandrowitsch Serow|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.deutschlandfunk.de/christian-neef-das-schattenregime-dlf-4d5804b1-100.html Christian Neef: &amp;quot;Das Schattenregime - Wie der sowjetische Geheimdienst nach 1945 Deutschland terrorisierte&amp;quot;], Rezension&lt;br /&gt;
* [http://www.az-libr.ru/index.shtml?Persons&amp;amp;H5G/61d491f2/index Lebenslauf], &amp;#039;&amp;#039;AZ-Library&amp;#039;&amp;#039; (russisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Chefs der Sicherheitsorgane der Sowjetunion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=120108852|LCCN=n90725635|VIAF=20503209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Serow, Iwan Alexandrowitsch}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (NKWD)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (KGB)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Held der Sowjetunion]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (KPdSU)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Medaille für Warschau 1939–1945]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Träger des Kutusowordens I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens des Vaterländischen Krieges I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Träger der Jubiläumsmedaille „XX Jahre Rote Arbeiter-und-Bauern-Armee“]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Held der Sowjetunion (aberkannt)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Träger des Suworow-Ordens (aberkannt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1905]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1990]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Serow, Iwan Alexandrowitsch&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Серов, Иван Александрович; Serov, Ivan Aleksandrovič&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=russischer Geheimdienstler, Vorsitzender des sowjetischen Geheimdienstes KGB&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. August 1905&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Afimskoje bei [[Wologda]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. Juli 1990&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Moskau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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