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	<title>Ivor Bell - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;fix language&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ivor Bell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{GaS|&amp;#039;&amp;#039;Éibhear Mac Giolla Mhaoil&amp;#039;&amp;#039;}}, * [[1936]] oder [[1937]])&amp;lt;ref name=&amp;quot;B.O&amp;#039;Brien.130&amp;quot;&amp;gt;B. O’Brien: &amp;#039;&amp;#039;The long war: the IRA and Sinn Féin&amp;#039;&amp;#039;. New York 1999, S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein ehemaliges führendes Mitglied der [[Provisional Irish Republican Army]] (IRA) aus [[Belfast]]. Innerhalb der IRA stieg er bis zum [[IRA-Stabschef]] (Chief of Staff) auf. Lange Zeit war er ein enger Vertrauter und Verbündeter von [[Gerry Adams]], bevor Bell sich mit ihm entzweite und 1985 aus der IRA ausgeschlossen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Moloney: &amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;. New York 2002, S. 14 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belfast Brigade ==&lt;br /&gt;
=== Anfänge ===&lt;br /&gt;
Bell trat der [[Óglaigh na hÉireann (1922–1969)|Irish Republican Army]] (IRA) während ihrer sogenannten [[Border Campaign]] (1956–1962) bei. Als die IRA 1962 die Waffen niederlegte und das Ende der Border Campaign verkündete, verließ er die Untergrundorganisation enttäuscht. Als die Gewalt 1969 in [[Nordirland]] eskalierte und der [[Nordirlandkonflikt]] begann, spaltete sich die IRA in die politisch bzw. sozialistisch orientierte [[Official Irish Republican Army]] und die anfangs fast rein militaristische Provisional Irish Republican Army. Bell schloss sich daraufhin 1970 der Provisional IRA in Belfast an. Dort wurde er zuerst der Kommandeur der B&amp;amp;nbsp;Kompanie des 2.&amp;amp;nbsp;Bataillons der [[Provisional IRA Belfast Brigade|Belfast Brigade]]. Diese Kompanie war im Bereich der Kashmir Road aktiv. Bald darauf war er bereits hinter [[Gerry Adams]] stellvertretender Kommandeur des 2.&amp;amp;nbsp;Bataillons.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 106&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Einführung der [[Internment-Politik]] der nordirischen und [[Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland|britischen]] Regierungen am 9. August 1971 gab der damalige Kommandeur der Belfast Brigade [[Joe Cahill]] am folgenden Tag eine öffentliche Pressekonferenz in einer Schule im Stadtteil Ballymurphy, in der er behauptete, dass die IRA durch die Internierungen nicht geschwächt worden sei. Cahill musste dennoch nach diesem [[Propaganda]]-Coup in die [[Republik Irland]] fliehen, um einer möglichen Festnahme zu entgehen. Deshalb übernahm [[Seamus Twomey]] Cahills Position als Brigadekommandeur. Von Twomey wurde Bell nun als Operations Officer (Einsatzleiter) in den Stab der Brigade beordert. Im folgenden Jahr wurde er Twomeys Stellvertreter, nachdem der vorherige Stellvertreter Gerry Adams am 14. März 1972 von der [[British Army|britischen Armee]] verhaftet und interniert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 101 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Führung ===&lt;br /&gt;
Am 26. Juni 1972 erklärte die IRA einen vorübergehenden Waffenstillstand, woraufhin sich eine IRA-Delegation mit einer britischen Delegation unter der Leitung des damaligen Nordirlandministers [[William Whitelaw, 1. Viscount Whitelaw|William Whitelaw]] am 7. Juli 1972 zu Geheimgesprächen in [[London]] traf. Bell gehörte zu den anwesenden IRA-Führern, wie auch Gerry Adams, der für dieses Treffen extra freigelassen wurde. Die anderen IRA-Führer waren [[Seán Mac Stíofáin]], [[Dáithí Ó Conaill]], Seamus Twomey und [[Martin McGuinness]]. Die Gespräche verliefen wenig konstruktiv, so dass der Waffenstillstand von der IRA bereits zwei Tage später aufgehoben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web| url=http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/2601875.stm |title=Adams and IRA&amp;#039;s secret Whitehall talks  |publisher=bbc.co.uk | language=en|accessdate=2011-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bell war zusammen mit den anderen IRA-Kommandeuren im Belfaster Stab, wie Twomey, Adams und [[Brendan Hughes]], für die Planung und Organisation mehrere schwerer Bombenanschläge in Belfast verantwortlich. Darunter waren der Anschlag auf das &amp;#039;&amp;#039;Abercorn Restaurant&amp;#039;&amp;#039; am 4. März 1972, bei dem zwei Menschen getötet und über einhundert verletzt wurden; der Anschlag in der Donegall Street am 20. März 1972, bei dem sieben Menschen getötet und wieder über einhundert verletzt wurden; sowie der sogenannte [[Bloody Friday (Belfast)|Bloody Friday]] am 21. Juli 1972. Bei dieser Anschlagsserie am 21. Juli explodierten in etwas über einer Stunde zwischen 19 und 22 [[Autobombe]]n in ganz Belfast – neun von ihnen innerhalb von 18 Minuten und sechs innerhalb von drei Minuten. Dabei wurden neun Menschen getötet und erneut über einhundert verletzt. Unter den Verletzten aller dieser Anschläge gab es viele Schwerverletzte, die teils schreckliche Verstümmelungen davongetragen haben. Die IRA behauptete zwar, dass sie keine zivilen Opfer absichtlich töte, und dass die britischen Sicherheitskräfte auf die Warnungen oft nicht richtig reagiert hätten, jedoch lösten diese Attentate, besonders &amp;#039;&amp;#039;Bloody Friday&amp;#039;&amp;#039;, nicht nur in der weiten Öffentlichkeit, sondern selbst unter den meisten IRA-Sympathisanten Abscheu und Empörung aus. Bis 1972 hatte die IRA gerade in West Belfast viele Gebiete unter ihrer Kontrolle, aber nun marschierte die britische Armee in einer großen Aktion namens &amp;#039;&amp;#039;Operation Motorman&amp;#039;&amp;#039; am 31. Juli 1972 in solche Gebiete ein und baute dort dauerhafte befestigte Posten, um die Bewegungsfreiheit der IRA erheblich einzuschränken. Nach diesem Rückschlag wurde Seamus Twomey, wie zuvor Joe Cahill, als Brigade-Kommandeur abgelöst und nach [[Dublin]] ins General Headquarters (GHQ), den Generalstab der IRA, geschickt, um die Belfaster IRA dort zu vertreten. Sein Nachfolger wurde Gerry Adams und dessen Stellvertreter Ivor Bell.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Moloney: &amp;#039;&amp;#039;Voices from the grave: Two Men’s War in Ireland&amp;#039;&amp;#039;. New York 2010, S. 102 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ermordung Jean McConvilles ==&lt;br /&gt;
Im Juli 2016 entschied ein Richter in Belfast, dass die Beweislage ausreichend sei, dass Bell sich wegen der Beteiligung an der Entführung und des Mordes an Jean McConville sowie wegen der Mitgliedschaft in der IRA vor Gericht verantworten muss. Jean McConville war die erste der sogenannten „[[Die Verschwundenen (Nordirland)|Verschwundenen]]“, die von der IRA des Verrats beschuldigt und nach ihrer Ermordung in unmarkierten Gräbern begraben wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry McDonald, [https://www.theguardian.com/uk-news/2016/jul/07/ivor-bell-stand-trial-involvement-jean-mcconville Ivor Bell to stand trial for involvement in Jean McConville murder], in: [[The Guardian]], 7. Juli 2016, abgerufen am 7. Juli 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Long Kesh ==&lt;br /&gt;
Am 19. Juli 1973 wurden Adams sowie weitere führende Mitglieder der IRA in Belfast festgenommen und interniert. Infolgedessen wurde Bell der neue Kommandeur der Brigade. Im Februar 1974 verhafteten ihn die britischen Sicherheitskräfte aber ebenfalls. Zwar konnte er am 15. April 1974 aus dem Internierungslager [[Long Kesh]] fliehen, indem er seinen Platz mit einem Besucher tauschte, jedoch gelang es den Sicherheitskräften, ihn bereits zwei Wochen später wieder in South Belfast in der Malone Road festzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 133 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück in Long Kesh war er zusammen mit Gerry Adams und Brendan Hughes eingesperrt. Als die IRA-Führung im Februar 1975 erneut einen Waffenstillstand ausrief und wieder mit britischen Vertretern geheim verhandelte, waren Bell und seine beiden Kameraden skeptisch. Der Waffenstillstand endete im Januar 1976. Adams, Bell und Hughes warfen der Führung Inkompetenz und die Schwächung der Kampfkraft sowie der Moral der IRA vor. Im Internierungslager entwarfen sie eine neue Struktur der IRA. Damit ihre Einheiten beispielsweise möglichst schwer zu infiltrieren wären, sollte die Untergrundorganisation in Zukunft eine Zellenstruktur und einen gesamtverantwortlichen [[Internal Security Unit (IRA)|inneren Sicherheitsdienst]] haben. Außerdem sollte die IRA in ein [[IRA Northern Command|Northern Command]] und ein Southern Command aufgeteilt werden. Die IRA sollte des Weiteren eher auf einen &amp;#039;&amp;#039;langen Krieg&amp;#039;&amp;#039; setzen, als auf einen schnellen militärischen Sieg, sowie ein sogenanntes [[Grünes Buch (IRA)|Green Book]] entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 133–161&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe suchte sich mit [[Brian Keenan (IRA-Mitglied)|Brian Keenan]] und Martin McGuinness Verbündete außerhalb des Gefängnisses, die ebenfalls eine Neuorganisation propagierten. Am Ende wurden die Vorschläge von der IRA-Führung übernommen. Als die irische Polizei [[Garda Síochána]] den damaligen [[IRA-Stabschef]] Seamus Twomey im Dezember in Dublin festnahm, hatte dieser eine schriftliche Kopie der Restrukturierungspläne bei sich.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 157 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Armeerat ==&lt;br /&gt;
Nach seiner Freilassung 1977 berief man Bell schon bald in den siebenköpfigen Armeerat, das oberste Führungsgremium der IRA.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Moloney: &amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;. New York 2002, S. 166&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort wurde er im weiteren Verlauf Kommandeur des Northern Commands und später der Stellvertreter des Stabschefs Martin McGuinness.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B.O&amp;#039;Brien.130&amp;quot; /&amp;gt; Als die IRA und [[Sinn Féin]] begannen, sich im Verlauf des [[Irischer Hungerstreik von 1981|Hungerstreiks]] im [[Maze-Gefängnis]] 1981 zu politisieren und an Wahlen teilzunehmen, unterstützte dies Bell zuerst. Zusammen mit Adams manövrierte er die alte südirische Führungsriege um [[Ruairí Ó Brádaigh]] und Dáithí Ó Conaill aus, sodass die IRA und Sinn Féin ihre seit 1972 geltende [[Provisional Irish Republican Army#Éire Nua und die Waffenruhe von 1975|Éire-Nua-Politik]] (hauptsächlich [[Föderalismus]]) verwarfen und einen Linksruck vollzogen.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Moloney: &amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;. New York 2002, S. 189 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Herbst 1982 wurde Bell vom Armeerat zum neuen Stabschef gewählt. Im September 1983 verhafteten ihn die britischen Sicherheitskräfte jedoch erneut, da er vom [[Kronzeuge]]n Robert „Beano“ Lean, dem damaligen stellvertretenden Kommandeur der Belfast Brigade, mit weiteren 27 hochrangigen IRA-Mitgliedern verraten wurde. Nachdem Lean seine Aussagen zurückgezogen hatte, mussten die Behörden Bell wieder freilassen, woraufhin er seinen Platz im Armeerat wieder einnahm. Seinen Posten als Stabschef hatte er aber an [[Kevin McKenna (IRA-Mitglied)|Kevin McKenna]] verloren. Seine neue Aufgabe war es nun, in [[Europa]] Waffen für die IRA zu akquirieren und als &amp;#039;&amp;#039;Botschafter&amp;#039;&amp;#039; für [[Libyen]], das der IRA bereits in den 1970er Jahren Waffen lieferte, zu agieren.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 242 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== IRA-Ausschluss ===&lt;br /&gt;
Zur gleichen Zeit begann er, die zunehmende Politisierung der [[Republikanismus (Irland)|irisch-republikanischen Bewegung]] unter Adams Führung zu kritisieren, da diese dem bewaffneten Kampf schade. Er fing an, Verbündete aus dem Northern Command und der Belfast Brigade um sich zu scharen, wie seine Lebensgefährtin Anne Boyle, Sean McIlvenna (Einsatzleiter im Northern Command), Eddie Carmichael (Brigadekommandeur in Belfast), Anto Murray und [[Operation Flavius|Daniel McCann]], um ungewünschte Personen in der Führung abzuwählen. Als diese den geplanten „Putsch“ bemerkten, schloss die IRA Bell, Boyle, Carmichael, McCann und Murray Ende 1985 wegen Verrats aus der Untergrundorganisation aus. Letztere zwei wurden jedoch später wieder aufgenommen. McIlvenna verstarb bereits ein Jahr zuvor bei einem Schusswechsel mit der nordirischen Polizei [[Royal Ulster Constabulary]] (RUC). Bell und Boyle leben bis heute gemeinsam, zurückgezogen in West Belfast.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A Secret History of the IRA&amp;#039;&amp;#039;, S. 242 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bell, Ivor}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Provisional Irish Republican Army]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordire]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Bell, Ivor&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Mac Giolla Mhaoil, Éibhear &lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=nordirischer IRA-Führer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1936 oder 1937&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eriosw</name></author>
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