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	<title>Italienisch-Libyen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Italienisch-Libyen&amp;diff=1634076&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Katzenfan2k25: Sortierung (Hilfe:Kategorien#4. Regel: Sonderzeichen)</title>
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		<updated>2026-01-19T17:29:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sortierung (&lt;a href=&quot;/index.php/Hilfe:Kategorien#4._Regel:_Sonderzeichen&quot; title=&quot;Hilfe:Kategorien&quot;&gt;Hilfe:Kategorien#4. Regel: Sonderzeichen&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Staat&lt;br /&gt;
|NAME-DEUTSCH               = Italienisch-Libyen&lt;br /&gt;
|NAME-AMTSSPRACHE           = {{lang|it|Libia Italiana}}&lt;br /&gt;
|TRANSKRIPTION              = &lt;br /&gt;
|ZEITRAUM                   = 1934–1943&lt;br /&gt;
|BILD-FLAGGE                = &lt;br /&gt;
|ARTIKEL-FLAGGE             = &lt;br /&gt;
|FLAGGE-OPT                 = &lt;br /&gt;
|BILD-WAPPEN                = Coat of arms of Libya (1940–1943).svg&lt;br /&gt;
|ARTIKEL-WAPPEN             = Hoheitszeichen Libyens&lt;br /&gt;
|WAPPEN-OPT                 = Wappen (1940–1943)&lt;br /&gt;
|WAHLSPRUCH                 = &lt;br /&gt;
|AMTSSPRACHE                = [[Italienische Sprache|Italienisch]]&lt;br /&gt;
|HAUPTSTADT                 = [[Tripolis]]&lt;br /&gt;
|STAATS- UND REGIERUNGSFORM = italienische Kolonie (ab 1939 teilweise in Italien eingegliedert)&lt;br /&gt;
|STAATSOBERHAUPT            = &lt;br /&gt;
|REGIERUNGSCHEF             = &lt;br /&gt;
|PARLAMENT                  = &lt;br /&gt;
|FLÄCHE                     = 1.759.541&lt;br /&gt;
|EINWOHNER                  = 893.774 &amp;lt;small&amp;gt;(1939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|BEV-DICHTE                 = 0,5&lt;br /&gt;
|WÄHRUNG                    = [[Italienische Lira]]&lt;br /&gt;
|GRÜNDUNG                   = 1. Januar 1934&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Vereinigung von Tripolitanien, Kyrenaika und Fessan)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|UNABHÄNGIGKEIT             = &lt;br /&gt;
|AUFLÖSUNG                  = 13. Mai 1943&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Ende der italienischen Herrschaft)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;10. Februar 1947&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Aufgabe der italienischen Ansprüche)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER                  = &lt;br /&gt;
|NACHFOLGER                 = [[Königreich Libyen|Vereinigtes Königreich Libyen]]&lt;br /&gt;
|NATIONALHYMNE              = &lt;br /&gt;
|NATIONALFEIERTAG           = &lt;br /&gt;
|ZEITZONE                   = &lt;br /&gt;
|KFZ-KENNZEICHEN            = &lt;br /&gt;
|BILD-LAGE                  = Italian North Africa.JPG&lt;br /&gt;
|BILD-LAGE-BESCHREIBUNG     = &lt;br /&gt;
|BILD1                      = &lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG         = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Italienisch-Libyen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{itS|Libia italiana}}) war von 1934 bis 1939 eine [[Kolonie]] und von 1939 bis 1943 eine [[Annexion|annektierte]] Provinz des [[Italienischer Faschismus|faschistischen Italien]]. Die Kolonie umfasste das gesamte Gebiet des heutigen [[Libyen]]. Demgegenüber gehörten zur Provinz nur die nördlichen Gebiete, während die südlichen [[Sahara]]gebiete zu einer besetzten Militärzone erklärt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Italienische Kolonien|italienische Kolonie]] entstand nach der vollständigen Eroberung aller von Italien beanspruchten nordafrikanischen Gebiete im [[Zweiter Italienisch-Libyscher Krieg|Zweiten Italienisch-Libyschen Krieg]], wobei die bisher voneinander unabhängigen italienischen Kolonien [[Tripolitanien]] und [[Cyrenaika]] zusammengefasst wurden. Infolge der sich auch auf Libyen erstreckenden italienischen [[Italienische Rassengesetze|Rassengesetze von 1938]] sowie des [[Italienische Rassengesetze (Kolonien)#Gesetz von 1939|zweiten kolonialen Rassengesetzes 1939]] wurde das Land – ähnlich den amerikanischen [[Südstaaten]] oder dem späteren [[Apartheid|Südafrika]] – als [[Apartheid (Recht)|Apartheidregime]] verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gebietsentwicklung Libyens unter italienischer Kolonialherrschaft.jpg|miniatur|Gebietsentwicklung Libyens unter italienischer Kolonialherrschaft (1912–1943)]]&lt;br /&gt;
Der bereits seit 1912 bestehende Widerstand der einheimischen [[Sanusiya|Senussi]]-Bruderschaften gegen den [[Italienische Kolonien|italienischen Kolonialismus]] gewann während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] neuen Auftrieb. Mit [[Osmanisches Reich|osmanischer]] Hilfe eroberten die Senussi zwischen 1915 und 1919 fast das gesamte libysche Gebiet zurück, nur in fünf Küstenstädten konnten sich die Italiener behaupten. Nach Kriegsende begannen die Italiener mit der erneuten Eroberung des Landes, zwischen 1922 und 1925 brachten sie Tripolitanien unter ihre Kontrolle, von 1926 bis 1928 die Kyrenaika, von 1929/30 den [[Fessan]]. Der libysche Widerstand konnte erst 1931 gebrochen werden, nachdem die italienischen Truppen die [[Kufra-Oasen]] eingenommen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die einheimischen [[Araber]] gingen die Italiener weiterhin mit Brutalität vor. Der Zuzug von Italienern in den Norden Libyens wurde gefördert, über 100.000 italienische Kolonisten ließen sich im Land nieder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kultur Libyens&amp;quot;/&amp;gt; Die Verkehrsinfrastruktur wurde zunehmend ausgebaut und bereits ab 1933 fanden Grand-Prix-Rennen in Libyen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großbritannien überließ Italien 1934 das [[Sarra-Dreieck]]. Mussolini und [[Pierre Laval]] (damals Außenminister im Kabinett [[Pierre-Étienne Flandin|Flandin]] I) vereinbarten am 7. Januar 1935 das [[Französisch-Italienisches Abkommen|Französisch-Italienische Abkommen]] und darin eine endgültige Grenzziehung zwischen Libyen und der [[Französische Kolonien|französischen Kolonie]] [[Französisch-Äquatorialafrika]]. Der Vertrag wurde vom italienischen Parlament nie ratifiziert; dennoch besetzte Italien 1935 vereinbarungsgemäß den [[Aouzou-Streifen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Errichtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Visita del RE a Bengasi.JPG|miniatur|hochkant|Besuch des italienischen Königs [[Viktor Emanuel III.]] in Bengasi 1938]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 erklärte der italienische Ministerpräsident und Diktator [[Benito Mussolini]] Libyen zur Kolonie. Die drei bereits seit dem [[Italienisch-Türkischer Krieg|Türkisch-Italienischen Krieg]] von 1911/1912 vom [[Königreich Italien (1861–1946)|Königreich Italien]] (mit Unterbrechungen) besetzten Landesteile [[Tripolitanien]], [[Cyrenaika]] und [[Fessan|Fezzan]] wurden am 1. Januar 1935 vereinigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kultur Libyens&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.mittelmeerbasar.de/Wissenswertes/Libyen/libyen.html#Kultur_Geschichte |wayback=20081224124732 |text=Kultur Libyens |archiv-bot=2019-04-19 11:13:55 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Italo Balbo]] war von nun an [[Liste der italienischen Gouverneure von Libyen#Generalgouverneure von Libyen|Generalgouverneur von Libyen]] (bis 1940).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Informationen über Libyen&amp;quot;&amp;gt;nach: [[Brockhaus Enzyklopädie]] in 20 Bd. F.A. Brockhaus, Wiesbaden 1970. Bd. 11, S. 429.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen 1935 und 1937 entstand die 1.822 km lange [[Via Balbia]], die entlang der Küste Libyens Osten und Westen verbinden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltung ==&lt;br /&gt;
=== Völkerrechtlicher Status ===&lt;br /&gt;
Mit dem am 28. November 1938 im [[Großer Faschistischer Rat|faschistischen Großrat]] vorgelegten und am 9. Januar 1939 in Kraft getretenen Dekret Nr. 70 wurden die vier nördlichen Provinzen Italienisch-Libyens direkt in das Königreich Italien eingegliedert, während die in der [[Sahara]] gelegenen südlichen Gebiete unter Militärverwaltung gestellt wurden. Diese [[Annexion]] bedeutete für Italienisch-Libyen das Ende des Status als italienische Kolonie, da es fortan als integraler Bestandteil des italienischen Staatsgebietes galt.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2000, S. 188 f.; Dirk Vandevalle: &amp;#039;&amp;#039;A History of Modern Libya.&amp;#039;&amp;#039; 2. Ausgabe, New York 2012 [2006], S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab diesem Zeitpunkt hatte Libyen innerhalb des faschistischen Italien die gleiche Stellung, wie sie die [[Algerien#Französische Kolonialherrschaft|Kolonie Algerien]] für [[Frankreich]] besaß.&amp;lt;ref&amp;gt;Aram Mattioli: &amp;#039;&amp;#039;Die vergessenen Kolonialverbrechen des faschistischen Italien in Libyen 1923–1933.&amp;#039;&amp;#039; In: Fritz-Bauer-Institut (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Völkermord und Kriegsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2004, S. 209 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--=== Administrative Einteilung und Bürokratie ===--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rassentrennung und Apartheidsystem ===&lt;br /&gt;
Schon seit den 1920er Jahren betrieb das faschistische Regime eine Politik, die das Ziel einer allmählichen Einschränkung jener Freiheiten verfolgte, welche der libyschen Bevölkerung noch unter der liberalen Regierung gewährt worden waren. Das Bestreben des [[Faschismus]] nach Unterordnung und Hierarchisierung zeigte sich nicht nur an der brutalen Niederschlagung von Aufständen, sondern auch an der Tatsache, dass die eigene libysche Vollbürgerschaft, wie sie mit gewissen Grundrechten, eigener Verwaltung und eigenem Parlament seit Beginn der italienischen Herrschaft bestanden hatte, seit 1927 Schritt für Schritt abgebaut wurde. Bis 1934 bestand zwar noch eine – wenn auch bezüglich der bisherigen Rechte nicht vergleichbare – eigene Staatsbürgerschaft für die nördlichen Provinzen, jedoch waren das bisherige Recht auf freie Berufsausübung in Italien und die rechtliche Gleichstellung von Italienern und Libyern in der Kolonie selbst ebenso außer Kraft gesetzt wie die Presse- und Meinungsfreiheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Köln 2000, S. 186; Dies.: &amp;#039;&amp;#039;Das Apartheidsregime in Italienisch-Ostafriika.&amp;#039;&amp;#039; S. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GAL-Arab Lictor Youth in uniforms.PNG|miniatur|Mitglieder des libysch-faschistischen Jugendverbandes GAL]]&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Zweiten Italienisch-Libyschen Krieges zeigte sich eine im Vergleich zu den ostafrikanischen Kolonien privilegierte Stellung der Libyer, die vom faschistischen Regime mit einem unterschiedlichen Zivilisationsniveau begründet worden war. So gründete der libysche Gouverneur [[Italo Balbo]] 1935 eine eigene paramilitärische Jugendorganisation GAL, die der faschistischen [[Balilla|GIL]] in Italien ähnlich war. Beide Organisationen blieben jedoch getrennt, um der „Rassendifferenzierung“ Genüge zu tun. Vorschläge für die Gründung vergleichbarer Organisationen in den ostafrikanischen Kolonien wurden von der faschistischen Führung abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Köln 2000, S. 186 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der „Mischlingsfrage“ schlug das faschistische Regime vorübergehend sogar eine sanftere Politik als die liberale Vorgängerregierung ein: Ab 1933 besaß ein von seinem italienischen Elternteil nicht-anerkannter Mischling nicht mehr zwangsweise den Status als Untertan, sondern erhielt unter besonderen Voraussetzungen die Möglichkeit, die italienische Staatsbürgerschaft zu erwerben.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Das Apartheidsregime in Italienisch-Ostafriika.&amp;#039;&amp;#039; S. 128&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der 1936 verkündeten [[Abessinienkrieg|Eroberung Äthiopiens]] hielt das faschistische Regime an einer Differenzierung des rechtlichen Status zwischen Libyern und Ostafrikanern fest, das erste koloniale Rassengesetz von 1937 galt nur für [[Italienisch-Ostafrika]]. Auch die Segregation von italienischen Siedlern und autochthoner Kolonialbevölkerung, wie sie in [[Italienisch-Somaliland|Somalia]] und [[Kolonie Eritrea|Eritrea]] zum Teil schon vor 1936 eingesetzt hatte und nach der Eroberung Äthiopiens mit wachsender Intensität verfolgt wurde, fand in Libyen in den ersten beiden Jahren nach der Proklamation des faschistischen „Imperiums“ kaum Anwendung. Allerdings wurden Nord- und Ostafrikaner Ende der 1930er Jahre vom rechtlichen Gesichtspunkt her immer stärker angeglichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Köln 2000, S. 186 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine erste einschneidende Veränderung ergab sich mit dem [[Italienische Rassengesetze|Rassengesetz von 1938]] und dem Verbot der „Gemischtehe“, das die libysche Bevölkerung ausdrücklich einschloss. Die Verbindung zwischen Italienern und Afrikanern galt nun als „Schädigung der italienischen Rasse“. Ein weiterer Schritt wurde mit dem zweiten [[Italienische Rassengesetze (Kolonien)#Gesetz von 1939|kolonialen Rassengesetz von 1939]] vollzogen, mit dem sich das Verbot „eheähnlicher Beziehungen“ und alle weiteren im Gesetz verankerten Bestimmungen auch auf Libyen erstreckten.&amp;lt;ref&amp;gt;Abdulhakim Nagiah: &amp;#039;&amp;#039;Italien und Libyen in der Kolonialzeit: Faschistische Herrschaft und nationaler Widerstand.&amp;#039;&amp;#039; In: Sabine Frank, Martina Kamp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Libyen im 20. Jahrhundert. Zwischen Fremdherrschaft und nationaler Selbstbestimmung.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 1995, S. 74&amp;amp;nbsp;f; Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Köln 2000, S. 186 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erwerbung der vollen [[Italienische Staatsbürgerschaft|italienischen Staatsbürgerschaft]] war nun nicht mehr möglich, und die neueingeführte „spezielle italienische Staatsbürgerschaft“ stand nicht allen Libyern offen. Die Antragsteller mussten beim [[Italienische Kolonialtruppen|Militär]], der [[Kolonialpolizei]] oder in der Zivilverwaltung tätig sein. Außerdem konnte nur die moslemische Bevölkerung die spezielle Staatsbürgerschaft erhalten, womit die jüdischen und schwarzafrikanischen Libyer ausgeschlossen blieben. Zwar erhielten die Libyer weiterhin mehr Rechte als die Ostafrikaner, jedoch galten sie nur in den Kolonien und nur solange, wie sie die Stellung von Italienern nicht berührten. Daher konnten Libyer in der Militär- und Zivilverwaltung nur Positionen innehaben, in denen sie nicht in der Lage waren über einen Italiener zu befehlen. Das Recht sich zum Bürgermeister einer Gemeinde wählen zu lassen, blieb nur solange bestehen, wie in dieser Gemeinde kein [[Italiener]] ansässig war. Anderenfalls konnten Libyer in der Gemeindeverwaltung nur eine beratende Funktion einnehmen. Andererseits wurde mit dem Gesetz von 1939 die Libyer zum Militärdienst verpflichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Köln 2000, S. 190.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Politik der [[Rassentrennung]] galt für die ländlichen Gebiete und die Städte gleichermaßen. Der libyschen Bevölkerung wurde untersagt, italienische Cafés zu betreten, [[Taxi|Taxen]] mit italienischen Fahrern zu benutzen und vieles andere mehr. Die italienischen Kolonisatoren bedienten sich des Rassismus, um ihre Herrschaft zu rechtfertigen, die Privilegien der Siedler zu garantieren und damit die „demographische Kolonisation“ an ihrer „vierten Küste“ zu festigen. Der rassistisch geprägte [[Siedlungskolonie|Siedlerkolonialismus]] manifestierte sich somit in einem italienischen [[Apartheid (Recht)|Apartheidsystem]]. Die libysche Bevölkerung wurde in der Praxis abgesondert.&amp;lt;ref&amp;gt;Abdulhakim Nagiah: &amp;#039;&amp;#039;Italien und Libyen in der Kolonialzeit: Faschistische Herrschaft und nationaler Widerstand.&amp;#039;&amp;#039; In: Sabine Frank, Martina Kamp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Libyen im 20. Jahrhundert. Zwischen Fremdherrschaft und nationaler Selbstbestimmung.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 1995, S. 74&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bis 1941 kamen fast 100.000 Italiener ins Land, davon 30.000 landwirtschaftliche Siedler. Ihre Zahl sollte bis in die 1960er Jahre auf 500.000 steigen&amp;lt;ref name=&amp;quot;schliephake&amp;quot;&amp;gt;Konrad Schliephake: &amp;#039;&amp;#039;Demographie und Arbeitsmarkt im Rentier–Staat&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Fritz Edlinger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Libyen.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2011, ISBN 978-3-85371-330-3, S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit – so Aram Mattioli (2005) – hat sich das faschistische Italien ab 1938 als „offen rassistisches Regime“ schon lange vor der deutschen Besatzung aus eigenem Antrieb zu einem Apartheidsstaat entwickelt, der neben seinen slawischen und jüdischen auch die afrikanischen Untertanen in Nord- und Ostafrika schwer diskriminierte und zu einer „menschenverachtenden Sonderexistenz“ zwang. Mussolinis Italien habe klar hinter dem „Dritten Reich“, aber auf einer Stufe mit [[Südafrikanische Union|Südafrika]] und den amerikanischen [[Südstaaten]] „zu den im 20. Jahrhundert am meisten rassistisch geprägten Staaten der Welt“ gehört.&amp;lt;ref&amp;gt;Aram Mattioli: &amp;#039;&amp;#039;Das faschistische Italien – ein unbekanntes Apartheidregime.&amp;#039;&amp;#039; In: Fritz Bauer Institut (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliches Unrecht: Rassistisches Unrecht im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main/New York 2005, S. 166&amp;amp;nbsp;f u. 172&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stamp libia 50ct.jpg|miniatur|Briefmarke Italienisch-Libyens, ca. 1924]]&lt;br /&gt;
Etwa 38.000 [[Geschichte der Juden in Libyen|Juden]] lebten 1940 in Libyen. Viele von ihnen wurden im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] umgebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Afrikafeldzug]] kämpften in Libyen die [[NS-Staat|deutsche]] [[Wehrmacht]] mit dem [[Deutsches Afrikakorps|Afrikakorps]] und italienische Soldaten gemeinsam gegen die [[British Army]]. Auf Seiten der Briten wiederum kämpften die Senussi und eine etwa 14.000 Mann starke &amp;#039;&amp;#039;Libyan Arab Force&amp;#039;&amp;#039;. Bis 1943 wurden die deutschen und italienischen Truppen aus Libyen verdrängt. Damit endete die italienische Herrschaft über Libyen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Informationen über Libyen&amp;quot;/&amp;gt; Die italienischen Kolonisten waren bereits 1942 in die Heimat zurückgeholt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Munzinger-Archiv]]/Internationales Handbuch - Zeitarchiv 36/83 Libyen, Seite 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Fessan]] kam dann unter französische, Tripolitanien und die Cyrenaika unter britische Verwaltung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kultur Libyens&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rodolfo Graziani Libia redenta 1948 Widmung.jpg|mini|hochkant|[[Rodolfo Graziani]]:  Widmung im Buch &amp;#039;&amp;#039;Libia redenta&amp;#039;&amp;#039; an die italienischen Kolonisatoren, die &amp;#039;&amp;#039;die Zivilisation nach Libyen gebracht haben&amp;#039;&amp;#039; (1948)]]&lt;br /&gt;
Die von Großbritannien und Frankreich befürwortete Rückkehr Italiens als Verwaltungsmacht des [[Vereinte Nationen|UNO]]-[[Treuhandgebiet]]s Libyen zumindest nach Tripolitanien scheiterte mit der Ablehnung des [[Bevin-Sforza-Plan]]s vor der UNO 1949. Von der gescheiterten italienischen Kolonisierung der Cyrenaika zeugen bis heute verlassene italienische Dorfanlagen, in Tripolitanien lebten aber bis 1969/70 noch 45.000 Italiener als Händler und Landwirte&amp;lt;ref name=&amp;quot;schliephake&amp;quot; /&amp;gt;. Einige Italiener wurden bereits von den Briten ausgewiesen, die letzten wurden 1969/70 vom „Revolutionären Militärrat“ unter Führung [[Muammar al-Gaddafi|Gaddafis]] aus Libyen ausgewiesen, ihre Besitztümer enteignet&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sas-space.sas.ac.uk/3623/3/Libya_III.pdf &amp;#039;&amp;#039;Libya, The Elusive Revolution&amp;#039;&amp;#039;]; Ruth First, Penguin Books 1974, neupubliziert 2012, S. 66&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Libyens]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Italiens]]&lt;br /&gt;
* [[Zaptié]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Italian Libya|Italienisch-Libyen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=5251148-0|VIAF=7678159035178201380005}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Italienischlibyen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Überseegebiet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Afrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Hoheitsgebiet ohne Selbstregierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italienische Militärgeschichte|Libyen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Italienisch-Libyen)| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italienisch-libysche Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1934]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1943]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Katzenfan2k25</name></author>
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