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	<title>Israelitische Gartenbauschule Ahlem - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Israelitische_Gartenbauschule_Ahlem&amp;diff=1970884&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-11T17:11:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Schule&lt;br /&gt;
| Schulname         = Israelitische Gartenbauschule Ahlem&lt;br /&gt;
| Bild              = [[Datei:Gartenbauanstalt Ahlem um 1900.jpg|300px]]&lt;br /&gt;
| Bildbeschriftung = Das Gelände der Israelitischen Erziehungsanstalt um 1900&lt;br /&gt;
| Schultyp          = Berufsschule&lt;br /&gt;
| Ort               = [[Ahlem]]&lt;br /&gt;
| Breitengrad       = 52.377613&lt;br /&gt;
| Längengrad        = 9.672786&lt;br /&gt;
| Region-ISO        = DE-NI&lt;br /&gt;
| Koordinatenregion = &amp;lt;!-- Statt Region-ISO: Heutige Koordinatenlage einer (ehemaligen) Schule auf historischem Territorium --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Nebenbox          = &amp;lt;!-- Flag, falls gesetzt, wird die Artikelkoordinate unterdrückt, Wert egal --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Land              = Deutschland&lt;br /&gt;
| Schulträger       = Verein zur Förderung des Gartenbau- und Handfertigungsunterrichts in Jüdischen Volksschulen&lt;br /&gt;
| Gründungsjahr     = 1893&lt;br /&gt;
| Schließungsjahr   = 1942&lt;br /&gt;
| Schülerzahl       = &lt;br /&gt;
| Lehrerzahl        = &lt;br /&gt;
| Leitung           = &lt;br /&gt;
| Website           = &lt;br /&gt;
| Wiki              =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Israelitische Gartenbauschule Ahlem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine 1893 als „Israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover“ gegründete [[Juden in Deutschland|jüdische]] [[Schule]] in [[Ahlem]] bei [[Hannover]]. Sie diente der jüdischen Bevölkerung als überregionale, internatsmäßige Bildungseinrichtung für [[Gartenbau]] und [[Handwerk]]sberufe. Gründer war der hannoversche Bankier [[Alexander Moritz Simon]]. 1919 wurde die Einrichtung in „Israelitische Gartenbauschule Ahlem“ umbenannt. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurden Gebäude auf dem Gelände als [[Judenhaus]] und Dienststelle sowie Gefängnis der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] genutzt. Heute gehört das Gelände der [[Landwirtschaftskammer Niedersachsen]] und ist Sitz der Justus-von-Liebig-[[Berufsschule]]. Außerdem ist es als [[Gedenkstätte Ahlem]] eine zentrale Mahn- und Gedenkstätte der [[Region Hannover]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gartenbauschule Ahlem Direktorenhaus.jpg|mini|Ehemaliges Direktorenhaus an der Straßenfront, rechts das Eingangstor mit Mahnmal]]&lt;br /&gt;
Zum Ende des 19. Jahrhunderts wanderten Tausende von [[Juden in Osteuropa|Juden aus Osteuropa]] ins [[Deutsches Reich|Deutsche Reich]] ein. Sie lebten in den Städten meist in [[Armenviertel]]n oder in ärmlichen Verhältnissen. In Hannover stieg die Personenzahl binnen eines Jahrhunderts von 500 um das Zehnfache auf etwa 5000 Menschen jüdischen Glaubens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der wohlhabende jüdische Bankier [[Alexander Moritz Simon]] bemühte sich seit den 1880ern um eine Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage seiner Glaubensgenossen in Hannover – nach seinem Motto: „Nicht durch Almosen, sondern durch Erziehung zur Arbeit kann unseren armen Glaubensgenossen geholfen werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dirk Böttcher]]: [http://books.google.com/books?id=ShneE5mxmEUC&amp;amp;pg=PA336 &amp;#039;&amp;#039;Hannoversches biographisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer von ihm gestifteten Schule in Hannover in der Ohestraße begann er mit praktischem Unterricht. Der von ihm 1884 gegründete &amp;#039;&amp;#039;Verein zur Förderung des Gartenbau- und Handfertigungsunterrichts in Jüdischen Volksschulen&amp;#039;&amp;#039; erreichte seine Ziele jedoch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Israelitische Erziehungsanstalt (1893–1919) ==&lt;br /&gt;
Im Herbst 1884 erwarb Alexander Moritz Simon bei Hannover im damals noch selbständigen Dorf [[Ahlem]] in der Heisterbergallee 8 ein 18 ha großes Grundstück und begann mit dem Aufbau einer Gartenbauschule. Neun Jahre später, am 2. Juni 1893, wurde sie unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Israelitische-Erziehungs-Anstalt zu Ahlem bei Hannover&amp;#039;&amp;#039; eröffnet. Von 1896 bis 1930 war [[Albert Silberberg]] der Direktor der Schule, die für 150 Schüler ausgelegt war. Zur Verbesserung ihrer sozialen Lage konnten hier jüdische Schüler praktisch-gewerbliche Berufe erlernen, die ihnen traditionell verwehrt waren („[[Umschichtung]]“). Während der Ausbildung waren die Schüler auf dem Gelände internatsmäßig untergebracht.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gartenbauschule Ahlem Mädchenhaus.jpg|mini|Das um 1900 erbaute Mädchenhaus]]&lt;br /&gt;
Es entstand eine Reihe von Gebäuden auf dem Gelände, wie das Direktorenhaus, das Schusterhaus, das Mädchenhaus, ein Gebäude „[[Laubhütte]]“ und weitere Wirtschaftsgebäude sowie Gewächshäuser. Die Gründung des Mädchenhauses wurde finanziell auch von der zur [[B’nai B’rith]] gehörenden &amp;#039;&amp;#039;U.O.B.B. Zion-Loge XV. No. 360&amp;#039;&amp;#039; aus Hannover unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeborg Pauluhn: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Migrantinnen und Migranten im Seebad Norderney 1893–1938 unter besonderer Berücksichtigung des Kinder-Erholungsheimes UOBB. Zion-Loge XV. No. 360 Hannover und jüdischer Geschäftsbetriebe&amp;#039;&amp;#039;, Igel-Verlag Literatur &amp;amp; Wissenschaft, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86815-541-9, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gelände der Einrichtung wurden Felder und Beete sowie eine Baumschule und Obstplantagen angelegt. Die Gärtnerei der Schule umfasste die Bereiche Gemüse (für Märkte in Hannover), Plantage (mit Obstbäumen) und Landwirtschaft (Hackfrüchte, Getreide). Vermittelt wurden anfangs die Bereiche Gartenbau, Landwirtschaft und Handwerk (Schuster, Bäcker, Schneider, Tischler, Klempner, Elektriker) für männliche Jugendliche. Später kam der Hauswirtschaftsbereich für Mädchen hinzu. Die dreijährige Ausbildung zum Gehilfen endete für die Schüler mit einer Prüfung vor der Landwirtschaftskammer.&lt;br /&gt;
Unter den Ausbildern wurden einige später sehr bekannt: [[Julius Höxter]] arbeitete von 1893 bis 1896 als Lehrer und Erzieher in der Anstalt; [[Heinrich Zeininger]] war von 1898 bis 1902 Garteninspektor der Plantage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Israelitische Gartenbauschule (1919–1942) ==&lt;br /&gt;
1919 wurde die Schule in „Israelitische Gartenbauschule Ahlem“ umbenannt. An der Leitung beteiligte sich [[Manfred Berliner]]. Ein bekannter Schüler und späterer Lehrer (1927–28) war [[Martin Gerson]], ein deutscher Vorkämpfer für die [[Hachschara]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Leo-Rosenblatt-Weg, Hannover-Ahlem, geb. 6.5.1888, ab 1929 Leiter d. Israelitischen Gartenbauschule, am 15.10.1944 nach Auschwitz verschleppt, danach verschollen.jpg|mini|Straßenschild in Ahlem mit Legende zu [[Leo Rosenblatt]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1929 leitete [[Leo Rosenblatt]] die Gartenbauschule,&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche die Dokumentation bei &amp;#039;&amp;#039;Commons&amp;#039;&amp;#039; (siehe unter dem Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Weblinks&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Anmerkung: Andere Sekundär-[[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] nennen 1930 als den Leitungsbeginn Rosenblatts; vergleiche [[Nomen nominandum|N.N.]]: [http://www.ghetto-theresienstadt.de/pages/r/rosenblattl.htm &amp;#039;&amp;#039;Rosenblatt, Leo&amp;#039;&amp;#039;], Unterseite auf &amp;#039;&amp;#039;ghetto-theresienstadt.de&amp;#039;&amp;#039; des &amp;#039;&amp;#039;Kulturvereins Schwarzer Hahn e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;#039;&amp;#039; zuletzt abgerufen am 26. August 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Vorsitzender]] im [[Kuratorium]] war der Sanitätsrat [[Leo Catzenstein]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Schulze (Historiker)|Peter Schulze]]: &amp;#039;&amp;#039;Catzenstein, Leo.&amp;#039;&amp;#039; In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversches Biographisches Lexikon]]. Von den Anfängen bis in die Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 84 ([http://books.google.de/books?id=ShneE5mxmEUC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=hannoversches+biographisches+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=nryTT5OxGovssgbyh5SqBA&amp;amp;ved=0CDsQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=catzenstein&amp;amp;f=false online] über [[Google-Bücher]])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach der [[Machtergreifung]] 1933 durch die Nationalsozialisten stieg die Zahl der Aufnahmegesuche enorm an. Für die knapp 100 Ausbildungsplätze jährlich gab es 1935 über 500 Anmeldungen. Seit 1933 war die Ausbildung hauptsächlich auf die [[Alija|Auswanderung]] nach [[Palästina (Region)|Palästina]] ausgerichtet. Die abgelegene Schule war in der Zeit des Nationalsozialismus ein verhältnismäßig sicherer Rückzugsort für jüdische Jugendliche. Seitens der Nationalsozialisten wurde die Israelitische Gartenbauschule bis zu ihrem Verbot 1942 aus zwei Gründen geduldet: Sie lag weit ab der Besiedlung und sie bereitete die Schüler auf ihre Auswanderung aus Deutschland vor. Viele Schulabsolventen wanderten nach Palästina (dem späteren Staat [[Israel]]) aus. Dort gründeten sie Gärtnereien und leisteten Entwicklungsarbeit. Dabei bildeten viele ehemalige Schüler die ansässige Bevölkerung in der Landwirtschaft sowie im Garten- und Landschaftsbau aus. Auch waren Schüler aus Hannover an der Planung und Gründung von neuen Siedlungen beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schule hatte eine überregionale und internationale Bedeutung, da die Schüler aus ganz Deutschland, Osteuropa, in Einzelfällen auch aus Palästina kamen. Insgesamt haben in den fast 50 Jahren, in denen die Schule bestand, etwa 2000 Jungen und Mädchen eine Ausbildung erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gartenbauschule war Eigentümerin einer Bronzeskulptur &amp;#039;&amp;#039;Läufer am Ziel&amp;#039;&amp;#039; von [[Alexander Oppler]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Judenhaus und zentrale Sammelstelle (1941–1945) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gartenbauschule Ahlem Judenhaus.jpg|mini|Schulgebäude von 1897, später [[Judenhaus]]]]&lt;br /&gt;
Beim [[Novemberpogrome 1938|Novemberpogrom 1938]] wurde die [[Neue Synagoge (Hannover)|Synagoge Hannover]] in Brand gesteckt, und rund 120 Geschäfte sowie Wohnungen jüdischer Bürger wurden zerstört. Die außerhalb der Stadt und isoliert von der Bebauung des Dorfes Ahlem liegende Gartenbauschule überstand die Übergriffe unbeschadet. Der Schulbetrieb lief weiter und wurde erst 1942 eingestellt, als im gesamten Deutschen Reich jüdische Schulen geschlossen wurden. Am 3. und 4. September 1941 wurden im Rahmen der „[[Aktion Lauterbacher]]“ die jüdischen Familien in Hannover in 15 [[Geschichte der Juden in Hannover#Judenhäuser|Judenhäuser]] eingewiesen, eines davon befand sich auf dem Gelände der Gartenbauschule. Von Dezember 1941 bis Januar 1944 verließen acht Transporte mit insgesamt rund 2200 jüdischen Kindern, Frauen und Männern Hannover in Richtung der östlichen [[Konzentrationslager|Konzentrations-]] und [[Vernichtungslager]]. Das Schulgelände in Ahlem fungierte dabei als zentrale Sammelstelle von Juden in den [[Regierungsbezirk Hannover|Regierungsbezirken Hannover]] und [[Regierungsbezirk Hildesheim|Hildesheim]]. Der erste Transport brachte 1001 Menschen nach [[Riga]]. Vor dem Transport waren sie über Tage in Gewächshäusern zusammengepfercht. Der Abtransport erfolgte über den [[Bahnhof Hannover-Linden/Fischerhof|Bahnhof Linden-Fischerhof]]. Insgesamt wurden 2174 Juden, darunter 277 Ahlemer, in die Ghettos [[Ghetto Riga|Riga]], [[Warschauer Ghetto|Warschau]], [[Ghetto Theresienstadt|Theresienstadt]] und das [[KZ Auschwitz]] [[Deportation von Juden aus Deutschland|deportiert]]. In dem Judenhaus auf dem Gelände der Gartenbauschule überlebten die letzten 27 jüdischen Bürger Hannovers den Krieg bis zum Einmarsch amerikanischer Truppen am 10. April 1945. Es handelte sich um in [[Mischehe (Nationalsozialismus)|Mischehe]] lebende Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gestapo-Dienststelle und -gefängnis (1943–1945) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenkstätte Ahlem Grundmauern Laubhütte.jpg|mini|Grundfläche der einstigen [[Laubhütte]], von der Gestapo zur Hinrichtungsstätte umfunktioniert]]&lt;br /&gt;
Infolge der Ausbombung der Gestapodienststelle durch die [[Luftangriffe auf Hannover]] 1943 wurden im Direktorenhaus und im benachbarten Internatsgebäude eine Dienststelle sowie ein Gefängnis der Gestapo eingerichtet, mit zeitweise bis zu 1.200 inhaftierten Personen. Überwiegend handelte es sich um ausländische [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus|Zwangsarbeiter]] und Kriegsgefangene, die wegen Verfehlungen eingeliefert wurden. In der Endphase des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] richtete die Gestapo Inhaftierte in der „Laubhütte“ der Gartenbauschule durch [[Hängen]] hin. Nachgewiesen sind Hinrichtungen an 86 Zwangsarbeitern aus Italien, Polen und der Sowjetunion. Den Erinnerungen des Gefängnisleiters nach, eines später verurteilten [[Schutzstaffel|SS]]-Angehörigen, sollen es insgesamt um 400 Personen gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Attentat vom 20. Juli 1944]] wurden in Hannover etwa 90 Personen in [[Schutzhaft]] genommen und im Gestapo-Gefängnis in Ahlem inhaftiert. Es handelte sich überwiegend um Politiker der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] und der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]], darunter [[Kurt Schumacher]], [[Karl Wiechert]] und [[Richard Borowski]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Einnahme Hannovers am 10. April 1945 verbrannten Angehörige der Gestapo-Dienststelle belastendes Material, unter anderem zu den Hinrichtungen, in der Laubhütte der Gartenbauschule. Davon zeugen noch heute Brandnarben an einer benachbarten Kastanie. Diese Kastanie und die anderen [[Bäume um die ehemalige Laubhütte Ahlem|Bäume um die ehemalige Laubhütte]] sind seit 1989 ein [[Naturdenkmal]]. Am 6. April begingen Angehörige der Gestapo-Dienststelle ein [[Endphaseverbrechen|Verbrechen der Endphase]]. Sie trieben Gefangene der Gartenbauschule, vorwiegend [[sowjetische Kriegsgefangene]] und Zwangsarbeiter, auf den [[Stadtfriedhof Seelhorst|Seelhorster Friedhof]] in Hannover, wo sie 154 Menschen töteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Nutzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gartenbauanstalt Ahlem Tor.jpg|mini|Mahnmal mit Inschrift und Kränzen am alten Eingangstor neben dem ehemaligen Direktorenhaus]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenkstätte Ahlem 4774.jpg|mini|Gedenkstätte Ahlem, 2015]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es auf dem Gelände mehrere bauliche Veränderungen. Das Schusterhaus am Eingang sowie ein Nebengebäude des Direktorenhauses wurden abgerissen. Das Eingangstor wurde von der Straßenfront neben das Direktorenhaus zurückversetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grundstück der Gartenbauschule wurde ab 1945 vom Land Niedersachsen verwaltet, da die Eigentumsrechte gesperrt waren. 1952 wurde das Grundstück an die [[Jewish Trust Corporation]] übergeben, die es 1955 an die [[Landwirtschaftskammer Niedersachsen]] für die heutige Nutzung durch die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem veräußerte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/7/nav/0/action/contact/adr/148.html |titel=Kontakt : Landwirtschaftskammer Niedersachsen |abruf=2021-07-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätte Ahlem ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Gedenkstätte Ahlem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1987 richtete der [[Landkreis Hannover]] im ehemaligen Direktorenhaus und auf dem Außengelände der Gartenbauschule eine Mahn- und Gedenkstätte ein. Nach dem Aufgehen des Landkreises in die Region Hannover 2001 wechselte die Trägerschaft zu diesem Kommunalverband. Die Einrichtung ist die zentrale Gedenkstätte für die Region Hannover. Dort wird die Geschichte der Gartenbauschule sowie die der Einwohner jüdischen Glaubens der Stadt Hannover und des ehemaligen Landkreises dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Naherholung/Natur-erleben/Radfahren/Grüner-Ring/Velber-Schwarze-Heide/Gedenkstätte-Ahlem &amp;#039;&amp;#039;Gedenkstätte Ahlem.&amp;#039;&amp;#039;] auf: &amp;#039;&amp;#039;hannover.de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundg&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.hannover.de/nananet/ahbada/Stadtteile/Ahlem/Rundgang/index.html | archive-is=20120802232654 | text=&amp;#039;&amp;#039;Ein Rundgang durch Ahlem.&amp;#039;&amp;#039;}} auf: &amp;#039;&amp;#039;hannover.de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ausstellung in der Gedenkstätte wurde in den Jahren 2012 bis 2014 neu konzipiert und gestaltet. Ebenso wurde das Gebäude umgestaltet und umgebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Architektur-Geschichte/Erinnerungskultur/Gedenkstätte-Ahlem/Neugestaltung-und-Konzept | wayback=20160304052231 | text=&amp;#039;&amp;#039;Die neue Gedenkstätte Ahlem: Neugestaltung und Konzept.&amp;#039;&amp;#039;}} auf: &amp;#039;&amp;#039;hannover.de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Raum der Einrichtung ist nach [[Martin Gerson]] benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundg&amp;quot; /&amp;gt; In der Gedenkstätte befindet sich eine Dokumentation über das in der Nähe gelegene [[KZ-Außenlager Hannover-Ahlem]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Justus-von-Liebig-Schule ===&lt;br /&gt;
Die nach [[Justus von Liebig]] benannte Schule wurde Ende der 1980er Jahre auf einem Teil des Geländes der Gartenbauschule erbaut. Es handelt sich um eine [[Berufsbildende Schule]], die am Standort Ahlem Ausbildungen im Bereich [[Floristik (Handwerk)|Floristik]], [[Gartenbau]], [[Landwirtschaft]] und [[Tierpflege]] anbietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus der Hoffnung Ahlem ===&lt;br /&gt;
Das Mädchenhaus wurde 2003 von der christlichen Drogentherapieeinrichtung [[Neues Land (Diakonie)|Neues Land]] gekauft. Als Haus der Hoffnung wurde es zu einem Nachsorgehaus ausgebaut. Darin befinden sich ein öffentliches Café (&amp;#039;&amp;#039;Café Jerusalem&amp;#039;&amp;#039;) und ein Raum der Erinnerung, der die Geschichte der Gartenbauschule und speziell des Hauses erzählt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.neuesland.net/cms/haus-der-hoffnung/cafe-jerusalem.html |titel=Neues Land – Café Jerusalem |zugriff=2012-12-26 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20130221184904/http://www.neuesland.net/cms/haus-der-hoffnung/cafe-jerusalem.html |archiv-datum=2013-02-21   }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, außerdem ist die Arbeit von &amp;#039;&amp;#039;return – Fachstelle für exzessiven Medienkonsum&amp;#039;&amp;#039; im Haus der Hoffnung untergebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Juden in Hannover]]&lt;br /&gt;
* [[Bäume um die ehemalige Laubhütte Ahlem|Naturdenkmal Bäume um die ehemalige Laubhütte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Ziele der Simon’schen Stiftung&amp;#039;&amp;#039;, Hannover: Gebrüder Jänecke, 1907&amp;lt;!-- Stadtbibliothek Hannover! https://opac.k10plus.de/DB=2.299/PPNSET?PPN=1849554811&amp;amp;PRS=HOL&amp;amp;HILN=888&amp;amp;INDEXSET=21 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ruth Enis: &amp;#039;&amp;#039;The Impact of the „Israelitische Gartenbauschule Ahlem“ on Landscape Architecture in Israel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Gartenkunst]].&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;10, Nr. 2, 1998, S.&amp;amp;nbsp;311–330.&lt;br /&gt;
* Hartwig Hickmann: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau der Landwirtschaftskammer Hannover, Justus-von-Liebig-Schule Ahlem, ehemalige Israelitische Gartenbauschule 1893–1993.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1993 {{OCLC|936017197}}&lt;br /&gt;
* Friedel Homeyer: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Israelitische Erziehungsanstalt – Israelitische Gartenbauschule 1893–1993, Mahn- und Gedenkstätte des Landkreises Hannover in Ahlem.&amp;#039;&amp;#039; Hannover, 1993 {{DNB|931610125}}&lt;br /&gt;
* [[Matthias Horndasch]]: &amp;#039;&amp;#039;Du kannst verdrängen, aber nicht vergessen. Die Erinnerungen des Zeitzeugen und Holocaust-Überlebenden Gerd Landsberg.&amp;#039;&amp;#039; (= Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem, 2) Hannover 2005, ISBN 3-00-015808-1&lt;br /&gt;
* Matthias Horndasch: &amp;#039;&amp;#039;„Ich habe jede Nacht die Bilder vor Augen.“ Das Zeitzeugnis des Nachum Rotenberg.&amp;#039;&amp;#039; (= Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem, 3) Hannover 2006, ISBN 3-00-017910-0.&lt;br /&gt;
* Matthias Horndasch: &amp;#039;&amp;#039;Spuren meines Vaters. Das Zeitzeugnis der Ruth Gröne (geb. Kleeberg).&amp;#039;&amp;#039; (= Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem, 5) Hannover 2006, ISBN 3-00-020565-9.&lt;br /&gt;
* Ernst Gottfried Lowenthal: &amp;#039;&amp;#039;The Ahlem Experiment: a brief survey of the „Jüdische Gartenbauschule“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Leo Baeck Institute Yearbook]], 14. London 1969 {{ISSN|0075-8744}} S. 165–181 (Deutschsprachiger Nachdruck: Landkreis Hannover (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Experiment Ahlem: ein kurzer Überblick über die jüdische Gartenbauschule.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1969, {{OCLC|256240766}}.)&lt;br /&gt;
* [[Herbert Obenaus]]: &amp;#039;&amp;#039;„Sei stille, sonst kommst Du nach Ahlem!“: Zur Funktion der Gestapostelle in der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule von Ahlem (1943–1945).&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kulturinformation.&amp;#039;&amp;#039; Band 16). Landeshauptstadt Hannover, Der Oberstadtdirektor, Kulturamt (Hrsg.). Hannover 1988. (= Veränderter und um einen Nachtrag ergänzter Sonderdruck aus: &amp;#039;&amp;#039;Hannoversche Geschichtsblätter.&amp;#039;&amp;#039; N.F. Band 41, 1987, S. 301–327)&lt;br /&gt;
* [[Waldemar R. Röhrbein]]: &amp;#039;&amp;#039;Israelitische Gartenbauschule Ahlem&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Stadtlexikon Hannover]]. Von den Anfängen bis in die Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 318–319.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schicksalsweg einer großen Idee: vor 100 Jahren wurde die einzige israelitische Gartenbauschule eröffnet, vor wenig mehr als 50 Jahren begann ihr schreckliches Ende, nun ist wieder viel blühendes junges Leben in Ahlem.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Niedersächsischer Heimatbund]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Niedersachsen: Zeitschrift für Kultur, Geschichte, Heimat und Natur seit 1895.&amp;#039;&amp;#039; Spezialausgabe. Band 94, Berlin 1994, S. 17–20. {{ZDB-ID|207172-1}}&lt;br /&gt;
* [[Hans-Dieter Schmid]] (Hrsg.), [[Marlis Buchholz]] [[et al.]]: &amp;#039;&amp;#039;Ahlem: die Geschichte einer jüdischen Gartenbauschule und ihres Einflusses auf Gartenbau und Landschaftsarchitektur in Deutschland und Israel.&amp;#039;&amp;#039; Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-039-8.&lt;br /&gt;
* Hans-Dieter Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Suche nach der Bibliothek der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem.&amp;#039;&amp;#039; In: Regine Dehnel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;NS-Raubgut in Bibliotheken. Suche, Ergebnisse, Perspektiven. Drittes Hannoversches Symposium.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Sonderband.&amp;#039;&amp;#039; 94.). Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-465-03588-6, S. 85–95.&lt;br /&gt;
* Hans-Dieter Schmid: &amp;#039;&amp;#039;[[Theodor Lessing]] und die israelitische Gartenbauschule Ahlem. Eine Legende.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversche Geschichtsblätter]].&amp;#039;&amp;#039; Band 52, Sonderheft, 1998, S. 289–295. {{ZDB-ID|21221224}}&lt;br /&gt;
* [[Joachim Wolschke-Bulmahn]], Marlis Buchholz: &amp;#039;&amp;#039;Die Israelitische Gartenbauschule Ahlem bei Hannover. Eine besondere Facette in der Geschichte der Gartenkultur.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Stadt und Grün. Das Gartenamt.&amp;#039;&amp;#039; Jg. 49, H. 4, Berlin 2000 {{ISSN|0948-9770}} S. 269–275&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gedenkstätte Ahlem}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.erinnernundzukunft.de/index.php?id=184 | archive-is=20130210212005 | text=Schulprojekt zur Gartenbauschule}}&lt;br /&gt;
* [http://www.postkarten-archiv.de/die-israelitische-gartenbauschule-in-ahlem.html Fotos und Geschichte der Gartenbauschule]&lt;br /&gt;
* [http://objekte.jmberlin.de/person/jmb-pers-166097 Fotodokumentation des Lebens in Ahlem 1938] durch [[Herbert Sonnenfeld]]&lt;br /&gt;
* [http://www.jvl.de/ Justus-von-Liebig-Schule]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=2132826-2|LCCN=n/96/102268|VIAF=141411665}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berufsbildende Schule im Gartenbau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Schule in der Region Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdische Schule in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Sammellager]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinrichtungsstätte in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ahlem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Organisation (Hannover)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaustgedenkstätte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niedersachsen (1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1942]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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