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	<title>Isonomie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Isonomie&amp;diff=319073&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
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		<updated>2024-11-15T05:55:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Balance scales symbol.svg|mini|Die [[Waage]], in der griechischen Welt auch ein Symbol für [[Gleichheit]] und [[Gerechtigkeit]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maria Luisa Nava, |Titel=Immagine e mito nella Basilicata antica |Verlag=Osanna Edizioni |Datum=2013 |Sprache=it |Seiten=134 |Kommentar=Titel in Deutsch: Bild und Mythos in der antiken Basilikata}}&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Isonomia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Griechische Sprache|gr.]] ἰσονομία, von ἴσος &amp;#039;&amp;#039;ísos,&amp;#039;&amp;#039; „gleich“, und νόμος &amp;#039;&amp;#039;nómos,&amp;#039;&amp;#039; „Gesetz, Verordnung, Regel, Sitte, Brauch“)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Wilhelm Pape]], Max Sengebusch (Bearb.) |Titel=Handwörterbuch der griechischen Sprache |Auflage=3. Auflage, 6. Abdruck |Verlag=Vieweg &amp;amp; Sohn |Ort=Braunschweig |Datum=1914 |Online=http://images.zeno.org/Pape-1880/K/big/Pape-1880----02-0262.png |Abruf=2019-10-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnete im [[Antikes Griechenland|antiken Griechenland]] die politische Gleichheit aller [[Bürger|Vollbürger]] einer [[Polis]] vor dem [[Gesetz]]. Erstmals taucht das Wort in Athen im populären [[Harmodios]]-[[Skolion]] adjektivisch auf, welches sich auf die Ermordung des Tyrannen [[Hipparchos (Tyrann von Athen)|Hipparchos]] 514 v. Chr. bezieht; dessen Beseitigung wird als Herstellung von Isonomie besungen. In [[Ionien]] ist sogar bereits seit Mitte des sechsten Jahrhunderts von diversen Isonomien als Verfassung oder Regierungsform die Rede, allerdings in vager Bedeutung. Erst mit den [[Kleisthenische Reformen|Kleisthenischen Reformen]] wird Isonomie inhaltlich greifbar und positiv konnotiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kelly Lancaster |Titel=Isonomie als essentially contested concept |Sammelwerk=Digital Classics Online |Band=5 |Nummer=2 |Hrsg=Roxana Kath, Michaela Rücker, Reinhold Scholl, Charlotte Schubert |Ort=Leipzig |Datum=2019|Online=[https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/dco/article/download/63862/65401 ub.uni-heidelberg.de] |Format=PDF |KBytes=3742 |Abruf=2022-06-04 |Seiten=53–79; hier: S. 57, 66, 74}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
In hellenischer Zeit wurde der Begriff von [[Pythagoreer|pythagoreischen]] Ärzten wie [[Alkmaion von Kroton]] im Sinne von „Gleichgewicht der entgegengesetzten Paare“, die damit die Gesundheit des Körpers aufrechterhalten, verwendet. Heute wird Isonomie häufig&amp;lt;ref&amp;gt;M.-C. Amouretti, F. Ruzé, &amp;#039;&amp;#039;Le Monde grec au temps classique&amp;#039;&amp;#039; Hachette Supérieur, Édition 2003, Seite 139. fr. (Texturfassung fr-WP 10.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt; als [[Gleichheitssatz|Gleichheit vor dem Gesetz]] oder Gleichheit im Recht interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antike Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cleisthenes.jpg|mini|[[Kleisthenes von Athen|Kleisthenes]], moderne Gipsbüste der Bildhauerin Anna Christoforidis aus dem Jahr 2004]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Recht auf Gleichheit unter Vollbürgern einer Polis findet sich bereits unter dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;isonomia&amp;#039;&amp;#039; im antiken Griechenland. Nach den Reformen des [[Kleisthenes von Athen]] (um 570–507 v. Chr.) bezeichnete der Begriff &amp;#039;&amp;#039;isonomia&amp;#039;&amp;#039; die [[Gleichheit]] vor dem Gesetz. Danach hatte jeder das gleiche Anrecht auf eine Behandlung entsprechend dem Gesetz.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &amp;#039;&amp;#039;Entdeckung der Freiheit.&amp;#039;&amp;#039; 1985, S. 115 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Auffassung von [[Kurt Raaflaub]] (1941–2023) ist Kleisthenes der Erfinder einer nahezu perfekten Form der Isonomie.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung und Bilanz: Kleisthenes, Ephialtes und die Begründung der Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; (1992); in Kinzl (Hrsg.) 1995, S.&amp;amp;nbsp;52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. ist der Begriff in [[Athen]] aufgekommen – in anderen Poleis womöglich noch früher –, und zwar im Zusammenhang mit der adligen Opposition gegen die [[Tyrannis]], die ihrerseits bereits die sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Gleichberechtigung breiterer Schichten und für die Integration der Polis verbessert habe. „Die intellektuellen Voraussetzungen für die Verwirklichung isonomer Polisordnungen schließlich wurden in einem langen Prozeß geschaffen, der auf vielen, den Griechen weitgehend gemeinsamen Faktoren beruhte und von zahlreichen Persönlichkeiten in verschiedenen Teilen Griechenlands getragen wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Raaflaub: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung und Bilanz: Kleisthenes, Ephialtes und die Begründung der Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; (1992); in Kinzl (Hrsg.) 1995, S.&amp;amp;nbsp;32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mogens Herman Hansen]] hat argumentiert, dass die Isonomia, obwohl sie oft mit „Rechtsgleichheit“ übersetzt wird, in Wirklichkeit etwas anderes war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mogens Herman Hansen |Titel=The Athenian Democracy in the Age of Demosthenes |Sprache=en |ISBN=1-85399-585-1 |Seiten=81-84 |Kommentar=Texturfassung en-WP 10.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben der Isonomia verwendeten die Athener mehrere Begriffe für Gleichheit, die alle mit Is- beginnen: Isegoria (gleiches Recht, sich an die politischen Versammlungen zu wenden), Isopsephos polis&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Euripides |Titel=The Suppliant Woman |Ort=Ste Croix |Datum=1981 |Sprache=en |Kommentar=Texturfassung en-WP 10.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (ein Mann eine Stimme) und Isokratia&amp;lt;ref&amp;gt;Herodot 5.92&amp;lt;/ref&amp;gt; (Gleichheit der Macht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den [[Historien des Herodot]] (3,80–82) entsprechend vertrat der Perser [[Otanes]], ein ranghoher Angehöriger des Adels im [[Achämenidenreich|persischen Achämenidenreich]] im 6. Jahrhundert vor Christus, die Meinung, dass auch der beste Monarch ethisch fehl gehe, nur nach dem eigenen Willen handele und sich über die Gesetze stelle. Schließlich verbindet Otanes mit dem Alleinherrscher Vergewaltigung der Frauen, Gesetzesfrevel und ungestraften Mord (3,80,5). Deshalb forderte er die politische Gleichheit aller Vollbürger, die Isonomie.&amp;lt;ref&amp;gt;Laut Ryffel (1949), Anmerkung 172 war die Isonomie auch in Athen vorherrschend; der Gedanke der Gleichheit vor dem Gesetz sei schon bei Protagoras zu finden, werde von Herodot aber weitergebildet, siehe Ryffel (1949), Anmerkung 209.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isonomie bildete die Grundlage der [[Demokratie]] in den antiken griechischen Poleis. Etwa 508/507 v. Chr. führte Kleisthenes in Athen [[Kleisthenische Reformen|Reformen]] durch, die auf der Isonomia („Gleichheit vor dem Recht, Gleichberechtigung“) und Isegoria („gleiche Freiheit zu reden, gleiches Recht auf Meinungsäußerung“) basierten. Isonomia verstand sich als Gegensatz zur &amp;#039;&amp;#039;Eunomia&amp;#039;&amp;#039; („gute Ordnung“), der von [[Solon]] 594 v. Chr. eingeführten Gesellschaftsordnung, und zielte primär darauf ab, die Tyrannis und die Herrschaft von Adelscliquen zu verhindern. Einen der Hintergründe bildete die Verschiebung des militärischen Gewichts von der vom Adel gestellten Reiterei zum schwer bewaffneten Fußvolk, den [[Hopliten]], die ihre Ausrüstung selbst beschafften und deren Kriegsleistungen ein Mehr an Teilhabe implizierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Beamten wurden durch das Losverfahren bestimmt, wenige gewählt. Zudem wurden Beamte darauf vereidigt, die Interessen der Bürger zu vertreten. Den Endpunkt dieser Entwicklung stellte schließlich die um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. in Athen etablierte [[attische Demokratie]] dar. Diese basierte nach Meinung des [[Aristoteles]] (384–322 v. Chr.) auf einer erneuten Verschiebung des Gewichts von der kleinen Gruppe schwer bewaffneter Hopliten zu einem größeren Heer von Leichtbewaffneten und zur Marine.&amp;lt;ref&amp;gt;Roman Herzog: &amp;#039;&amp;#039;Staaten der Frühzeit.&amp;#039;&amp;#039; München 1998. S. 209.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe der Zeit hörte das Wort auf, sich auf ein bestimmtes politisches Regime zu beziehen; [[Platon]] (428/427–348/347 v. Chr.)&amp;lt;ref&amp;gt;Plato, &amp;#039;&amp;#039;Republik&amp;#039;&amp;#039; 563b&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Siebter Brief (Platon)|Siebter Brief]]&amp;#039;&amp;#039; 336c–337e.&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet es, um sich einfach auf die Gleichberechtigung zu beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Werk von Aristoteles über Politik wird die „Gemeinschaft“ (&amp;#039;&amp;#039;koinonia&amp;#039;&amp;#039;) mit dem politischen Verband der Polisbürger gleichgesetzt, die durch eine Reihe von Normen und ein [[Ethos]] charakterisiert ist, gemäß denen die Vollbürger gleichberechtigt unter der Herrschaft des Gesetzes leben (&amp;#039;&amp;#039;Isonomie&amp;#039;&amp;#039;). Das [[Teleologie|Telos]] oder Ziel der Gemeinschaft ist das [[Das gute Leben|gute Leben]] des Menschen, der als politisches Lebewesen definiert wird (&amp;#039;&amp;#039;[[Zoon politikon|zōon politikón]]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles &amp;#039;&amp;#039;Politik&amp;#039;&amp;#039;, Buch 1, 1252a1–6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cohen&amp;quot;&amp;gt;Jean L. Cohen: &amp;#039;&amp;#039;Civil Society and Political Theory.&amp;#039;&amp;#039; MIT Press, 1994, S. 84–85. en Texturfassung en-WP 10.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno Blumenfeld: &amp;#039;&amp;#039;The Political Paul: Democracy and Kingship in Paul&amp;#039;s Thought.&amp;#039;&amp;#039; Sheffield Academic Press, 2001, S. 45–83. englisch, en-WP 10.2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Davis: &amp;#039;&amp;#039;The Politics of Philosophy: A Commentary on Aristotle&amp;#039;s Politics.&amp;#039;&amp;#039; Rowman &amp;amp; Littlefield 1996, S. 15–32. englisch, en-WP 10.2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Idee der Isonomie wurde in Europa während der [[Aufklärung]] wieder aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medizinische Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Alcmeone di Crotone.jpg|mini|Alkmeon von Kroton auf einer Medaille von 1832]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isonomia wurde in hellenischer Zeit auch von pythagoreischen Ärzten wie [[Alkmaion von Kroton]], der zwischen dem späten 6. und frühen 5. Jahrhundert v. Chr. lebte, verwendet, die damit das Gleichgewicht oder die Gleichheit der entgegengesetzten Paare von heiß/kalt, nass/trocken und bitter/süß bezeichneten, die die Gesundheit des Körpers aufrechterhalten. Alkmaion von Kroton sagte, dass die Gleichheit (isonomia) der Kräfte (nass, trocken, kalt, heiß, bitter, süß usw.) die Gesundheit aufrechterhält, aber dass die Monarchie [eine Vorherrschaft] unter ihnen Krankheit hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Alkmaion stammt die älteste bekannte Definition von Gesundheit und Krankheit. Er bestimmte die Gesundheit als den Zustand der Isonomie und Krankheit als dessen Störung. Mit Isonomie meinte Alkmaion ein Gleichgewicht oder eine Ausgewogenheit der gegensätzlichen polaren Kräfte im menschlichen Körper. Krankheit war für ihn das Ergebnis der Alleinherrschaft &amp;#039;&amp;#039;(monarchía)&amp;#039;&amp;#039; eines von zwei Gegensatzpolen. So führte er ursprünglich politische Begriffe in die medizinische Terminologie ein. Er war der einzige antike Denker, der das Begriffspaar Isonomie/Alleinherrschaft in naturphilosophisch-medizinischem Zusammenhang verwendete.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu Stavros Kouloumentas: &amp;#039;&amp;#039;The Body and the Polis: Alcmaeon on Health and Disease.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;British Journal for the History of Philosophy&amp;#039;&amp;#039; 22, 2014, S. 867–887, hier: 869–873, 881–885; Jaap Mansfeld: &amp;#039;&amp;#039;The body politic: Aëtius on Alcmaeon on isonomia and monarchia.&amp;#039;&amp;#039; In: Verity Harte, Melissa Lane (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politeia in Greek and Roman philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge 2013, S. 78–95, hier: 79–82, 84.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Verwendung ==&lt;br /&gt;
Nach Ansicht des Ökonomen und politischen Theoretikers [[Friedrich August von Hayek|Friedrich Hayek]] (1899–1992) wurde die Isonomia von dem Römer [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Friedrich A. Hayek |url=http://lamar.colostate.edu/~grjan/hayekrulelaw.html |titel=Origins of the Rule of Law |werk=lamar.colostate.edu |sprache=en |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20101005080454/http://lamar.colostate.edu/~grjan/hayekrulelaw.html |archiv-datum=2010-10-05 |archiv-bot=2022-11-19 07:36:57 InternetArchiveBot |abruf=2022-10-16 |kommentar=Texturfassung en-WP 10.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=F. A. Hayek |Titel=The Constitution of Liberty. |Hrsg=University of Chicago Press |Datum=1960 |Sprache=en |Seiten=162-175 |Kommentar=Texturfassung en-WP 10.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; propagiert und im elften Jahrhundert n. Chr. von den Jurastudenten von [[Bologna]] „wiederentdeckt“, denen er die Gründung eines Großteils der westlichen Rechtstradition zuschreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Theoretikerin [[Hannah Arendt]] (1906–1975) vertrat die Ansicht, dass Isonomie spätestens seit [[Herodot]] mit politischer Freiheit gleichgesetzt wurde. Das Wort bezeichnete im Wesentlichen einen herrschaftsfreien Zustand, in dem es keinen Unterschied zwischen Herrschern und Beherrschten gab. Es war „die Gleichheit derer, die eine Gemeinschaft von Gleichen bilden“. Die Isonomie war unter den Regierungsformen im antiken Wortschatz insofern einzigartig, als ihr die [[Suffix]]e „-archie“ und „-kratie“ fehlten, die in Wörtern wie „[[Monarchie]]“ und „Demokratie“ eine Vorstellung von Herrschaft bezeichnen. Arendt argumentiert weiter, dass die griechische Polis daher nicht als Demokratie, sondern als Isonomie konzipiert war. „Demokratie“ war der Begriff, der von Gegnern der Isonomie verwendet wurde, die behaupteten, dass „das, was Sie als ‚keine Herrschaft‘ bezeichnen, in Wirklichkeit nur eine andere Art von Herrschaft ist ... die Herrschaft des Demos oder der Mehrheit“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hannah Arendt |Titel=On Revolution |Verlag=Penguin Books |Ort=London: |Datum=1963 |Sprache=en |Seiten=30 |Kommentar=Texturfassung en-WP 10.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Theoretiker der öffentlichen Verwaltung, Alberto Guerreiro Ramos, räumte der Isonomie eine zentrale Rolle in seinem Modell der menschlichen Organisation ein. Ihm war es ein besonderes Anliegen, den Raum der Isonomie von dem der Wirtschaft zu unterscheiden. In Anlehnung an Arendt vertrat Guerreiro Ramos die Ansicht, dass Individuen die Möglichkeit haben sollten, sich mit anderen in einem Umfeld zu engagieren, das von ökonomischen Überlegungen unbeeinflusst ist. Die Isonomie stellt einen solchen Rahmen dar; ihre Funktion ist es, „das gute Leben des Ganzen zu fördern“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Guerreiro Ramos |Titel=The new science of organizations: A reconceptualization of the wealth of nations. |Verlag=University of Toronto Press. |Ort=Toronto |Datum=1981 |Sprache=en |Seiten=131 |Kommentar=Texturfassung en-WP 10.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Heinrich Ryffel: &amp;#039;&amp;#039;ΜΕΤΑΒΟΛΗ ΠΟΛΙΤΕΙΩΝ [Metabolē politeiōn]. Der Wandel der Staatsverfassungen. Untersuchungen zu einem Problem der griechischen Staatstheorie.&amp;#039;&amp;#039; Paul Haupt, Bern 1949, Nachdruck. Arno Press, New York 1973, ISBN 0-405-04800-9.&lt;br /&gt;
* [[Christian Meier]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung des Politischen bei den Griechen.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-07505-5, S. 506 (Index, siehe dort &amp;#039;&amp;#039;Isonomie&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Kurt Raaflaub: &amp;#039;&amp;#039;Die Entdeckung der Freiheit. Zur historischen Semantik und Gesellschaftsgeschichte eines politischen Grundbegriffes der Griechen (= Vestigia. Beiträge zur alten Geschichte. Bd. 37). Beck, München 1985,&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-406-30552-0.&lt;br /&gt;
* Kurt Raaflaub: &amp;#039;&amp;#039;Politisches Denken und Krise der Polis. Athen im Verfassungskonflikt des späten 5. Jahrhunderts v. Chr&amp;#039;&amp;#039;. (= Schriften des Historischen Kollegs. Vorträge. Bd. 27). Stiftung Historisches Kolleg, München 1992 (Digitalisat).&lt;br /&gt;
* Kurt Raaflaub: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung und Bilanz: Kleisthenes, Ephialtes und die Begründung der Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; (1992); in Kinzl (Hrsg.) 1995&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bleicken]]: &amp;#039;&amp;#039;Die athenische Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 1986. 4., völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage 1995, ISBN 3-8252-1330-7.&lt;br /&gt;
* [[Oswyn Murray]]: &amp;#039;&amp;#039;Das frühe Griechenland&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;dtv-Geschichte der Antike.&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;dtv&amp;#039;&amp;#039; 30139). 6. Auflage, deutsche Erstausgabe. Dt. Taschenbuch-Verl., München 1998, ISBN 3-423-30139-2, S. 345&lt;br /&gt;
* [[Gerald Stourzh]]: &amp;#039;&amp;#039;Die moderne Isonomie&amp;#039;&amp;#039;. 1. Auflage. Böhlau-Verlag, Wien 2015, ISBN 978-3-205-20095-6.&lt;br /&gt;
* Karl Acham: Rezension zu: Stourzh, Gerald: &amp;#039;&amp;#039;Die moderne Isonomie. Menschenrechtsschutz und demokratische Teilhabe als Gleichberechtigungsordnung&amp;#039;&amp;#039;. Wien 2015, ISBN 978-3-205-20095-6.&lt;br /&gt;
* [[Charlotte Schubert]]: &amp;#039;&amp;#039;Isonomia. Entwicklung und Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; 392). De Gruyter, Berlin / München / Boston 2021, ISBN 978-3-11-071796-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4162541-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaft (griechische Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Institution (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizingeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Perser der Antike]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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