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	<title>Islam in Albanien - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Skadar, polozatopená Olověná mešita II.jpg|mini|Die [[Bleimoschee (Shkodra)|Bleimoschee]] in [[Shkodra]] wurde am Ende des 18. Jahrhunderts erbaut; obschon 1948 unter Kulturdenkmalschutz gestellt, wurde ihr Minarett abgerissen.]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Islam in Albanien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist dort die [[Religion]] mit den meisten Anhängern. Sie gliedert sich  in zwei Richtungen: Die Mehrheit der [[Albanien|albanischen]] Muslime sind [[Sunniten]], eine bedeutende Minderheit Anhänger von nichtsunnitischen  [[Sufismus|Sufiorden]] wie der [[Bektaschi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben zur heutigen Zahl der [[Islam|Muslime]] sind widersprüchlich. Weder die [[Glaubensgemeinschaft|islamischen Gemeinschaften]] noch die albanischen Behörden führten eine [[Religion]]s- oder   [[Konfession]]s-[[Statistik]]. Verschiedene Schätzungen und Untersuchungen gehen von 40 bis 45 Prozent&amp;lt;ref&amp;gt;Nathalie Clayer: &amp;#039;&amp;#039;Islam, state and society in post-Communist Albania,&amp;#039;&amp;#039; S. 116&amp;lt;/ref&amp;gt;, rund 60 Prozent&amp;lt;ref&amp;gt;Forschungsresultate der [[Universität Tirana]] zusammen mit der [[Universität Potsdam]], publiziert in: {{Literatur |Hrsg=Arqile Bërxholi, Dhimitër Doka, Hartmut Asche |Titel=Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien |Verlag=Ilar |Ort=Tirana |Datum=2003 |ISBN=99927-907-6-8 |Online={{Webarchiv |url=https://geoinfo.geographie.uni-potsdam.de/forschung/projekte/albanien-atlas |text=Informationen zum Buchprojekt |wayback=20160305141018}}}} {{Webarchiv |url=https://geoinfo.geographie.uni-potsdam.de/forschung/projekte/albanien-atlas |text=Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien |wayback=20160305141018 |archiv-bot=2019-09-12 06:39:56 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder sogar 70&amp;lt;ref&amp;gt;Arqile Bërxholi: &amp;#039;&amp;#039;Ethnische und konfessionelle Struktur der Bevölkerung Albaniens&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Osthefte&amp;#039;&amp;#039;, Jahrgang 45, Wien 2003 (ohne Berücksichtigung Konfessionsloser und [[Protestantismus|protestantischer Gruppen]]); [http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Albanien.html Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Albanien]; {{Webarchiv |url=https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/al.html |text=CIA World Factbook - Albania |wayback=20181224211117 |archiv-bot=2022-11-19 05:54:10 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 79,9 Prozent&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Tracy Miller |Titel=Mapping the Global Muslim Population: A Report on the Size and Distribution of the World’s Muslim Population |Verlag=[[Pew Research Center]] |Datum=2009-10 |Online=[https://web.archive.org/web/20130805151226/http://www.pewforum.org/files/2009/10/Muslimpopulation.pdf web.archive.org] |Format=PDF |KBytes=8400 |Abruf=2021-10-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Gesamtbevölkerung aus. Nach dem europäischen Teil der [[Türkei]] und dem [[Kosovo]] ist Albanien somit das [[Europa|europäische]] Land mit dem dritthöchsten muslimischen Bevölkerungsanteil: Unter den Albanern des benachbarten Kosovos und [[Nordmazedonien]]s liegt der Anteil der Muslime zwischen 95 und 98 Prozent. Viele Albaner, egal welcher Religion oder Konfession, praktizieren ihren Glauben seit dem Religionsverbot von 1968 nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Muslime leben in allen Teilen Albaniens. Im Zentrum, im Süden und im Nordosten des Landes bilden sie fast überall die Mehrheit unter den Religionen. Die Bektaschi sind vor allem in der Landesmitte und im Süden vertreten und haben ihre Hochburgen in den Regionen [[Kreis Bulqiza|Bulqiza]], [[Kreis Gramsh|Gramsh]], [[Kreis Skrapar|Skrapar]] und [[Kreis Tepelena|Tepelena]]. Andere Sufiorden wie die [[Mevlevi]] und [[Halveti]] sind heute insbesondere wegen des Religionsverbots in der kommunistischen Periode kaum oder gar nicht mehr präsent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2002 waren bei den staatlichen Behörden 17 verschiedene islamische Vereinigungen registriert, die [[Moschee]]n, [[Madrasa|Koranschulen]] usw. unterhielten. Einige von ihnen werden von ausländischen Missionaren aus [[Arabische Welt|arabischen Ländern]], der Türkei und dem [[Iran]] geführt. Es gibt einige von Muslimen betriebene allgemeinbildende Schulen, deren Lehrpläne wie die der [[Christentum|christlichen]] Schulen vom Bildungsministerium überprüft und zugelassen werden. Im April 2011 wurde in der Hauptstadt Tirana die Bedër-Universität, Albaniens erste islamische Universität eröffnet; 2018 wurde sie zur [[Hochschule Bedër]] umfunktioniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden [[Bayram|&amp;#039;&amp;#039;Bajram&amp;#039;&amp;#039;]] genannten muslimischen Feste sind in Albanien ebenso wie das christliche [[Weihnachten]] staatliche [[Feiertag]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsitzender des (sunnitischen) [[Muslimische Gemeinschaft Albaniens|Rates der Muslime]] und [[Großmufti von Albanien]] war von 2004 bis 2014 [[Selim Muça]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.kmsh.al/kryetari.html |text=CV e Kryetarit të KMSH-së H. Selim Muça |wayback=20111227041302}}&amp;lt;/ref&amp;gt; danach [[Skënder Bruçaj]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.kmsh.al/al/2014/03/skender-brucaj-zgjidhet-kryetari-i-ri-i-kmsh-se/ |titel=Skender Bruçaj zgjidhet Kryetari i ri i KMSH-së |hrsg=Offizielle Homepage der Muslimischen Gemeinschaft Albaniens |datum=2014-03-08 |sprache=sq |abruf=2015-12-27 |archiv-datum=2015-12-27 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20151227152812/http://www.kmsh.al/al/2014/03/skender-brucaj-zgjidhet-kryetari-i-ri-i-kmsh-se/ |offline=ja |archiv-bot=2025-07-27 17:27:17 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 2019 ist [[Bujar Spahiu]] Vorsitzender der Muslimischen Gemeinschaft Albaniens. Den Bektaschi steht seit 2011 der [[Baba (Orient)|Baba]] [[Edmond Brahimaj]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:07Tirana Et&amp;#039;hem beu Mosque05.jpg|mini|Die [[Et’hem-Bey-Moschee]] in der Hauptstadt [[Tirana]] gehört zu den schönsten Beispielen [[Osmanische Architektur|osmanischer Architektur]] in Albanien. Auf dem Foto ist die Innenkuppel abgebildet, mit den typischen [[Ornament]]en als Verzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Islam hält Einzug in Albanien ===&lt;br /&gt;
Die ersten Muslime kamen vermutlich im 9. Jahrhundert in das Gebiet des heutigen Albanien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Olsi Jazexhi |Hrsg=Jørgen Nielsen, Samim Akgönül, [[Ahmet Alibašić]], Egdunas Racius |Titel=Yearbook of Muslims in Europe |Band=5 |Verlag=Brill |Ort=Leiden, Boston |Datum=2013 |Kapitel=Albania |Seiten=23 |Online={{Google Buch |BuchID=ia5AAQAAQBAJ |Seite=351 |Hervorhebung=yearbook islam europa albania}} |Abruf=2016-03-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu Beginn der [[Geschichte Albaniens#Herrschaft der Osmanen|osmanischen Herrschaft in Albanien]] – im Süden zu Anfang, im Norden gegen Ende des 15. Jahrhunderts – waren fast ausschließlich die [[Türken|türkischen]] Einwanderer in den Städten (vor allem Kaufleute, Handwerker und Soldaten) Anhänger des Islam. Hinzu kamen die über das Land verteilten [[Tımar|Timarioten]], welche einen bedeutenden Anteil der neuen grundbesitzenden Oberschicht ausmachten. Für diese eingewanderten Muslime wurden schon in dieser Zeit ansehnliche [[Moschee]]n errichtet – so unter anderen die [[Königsmoschee (Elbasan)|Königsmoschee von Elbasan]], die [[Königsmoschee (Berat)|Königsmoschee von Berat]], die [[Mirahor-Moschee]]&amp;amp;#160;in Korça, die [[Fatih-Moschee]] in Durrës – oder Kirchen zu solchen umgewandelt. Die [[Islamische Architektur|islamische Sakral- und Stadtarchitektur]] der [[Osmanisches Reich|Osmanen]] ([[Osmanische Architektur]]) prägte bereits Anfang des 16. Jahrhunderts das Bild fast aller albanischen Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe der Islamisierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Inscription on the Halveti-Tekke in Berat.jpg|mini|links|hochkant|Arabische Inschrift auf der Außenwand der [[Halveti-Tekke (Berat)|Halveti-Tekke]] in [[Berat]]. Die Halveti sind eine Richtung des [[Sufismus]].]]&lt;br /&gt;
Die [[Islamisierung]] weiter Teile der Bevölkerung setzte zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein, wiederum im Süden eher und durchgreifender als im Norden. Es gab mehrere Gründe für den Erfolg der neuen Glaubensrichtung bei den [[Albaner]]n: Die Begünstigung der Viehzucht durch das osmanische &amp;#039;&amp;#039;Celeb&amp;#039;&amp;#039;-System kam jenen Teilen der Bevölkerung entgegen, die als [[Transhumanz|halbnomadische Wanderhirten]] lebten. Am besten konnte man als Muslim an diesem System partizipieren. Wie in [[Bosnien]] traten auch viele Adelige zum Islam über, um als Timarioten und [[Sipahi|Spahis]] weiter zur grundbesitzenden Oberschicht gehören zu können. Die unter osmanischer Herrschaft aufblühenden Städte, wie [[Elbasan]], [[Berat]], [[Delvina]] und andere, waren Ziele der [[Binnenwanderung|Binnenmigration]]. Die vom Land kommenden neuen Bewohner nahmen bald Glauben und Kultur der islamischen Oberschicht an. Ein wichtiger Grund für den Übertritt zum Islam war auch, dass man als Muslim keine [[Kopfsteuer]] zu zahlen hatte. Schließlich hing die starke Islamisierung Albaniens auch damit zusammen, dass viele Männer aus dem armen Land ihr Glück beim osmanischen Militär suchten, wo sie alsbald den neuen Glauben annahmen. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründe, die oft Motivation zum [[Konversion (Religion)|Religionswechsel]] waren, führten dazu, dass manche Konvertierte [[Kryptochristentum|Kryptochristen]] waren, die heimlich die alte Religion weiter zelebrierten. Oft konvertierte zunächst nur das Familienoberhaupt und seine Angehörigen blieben Christen. Es bildeten sich auch Formen eines islamisch-christlichen [[Synkretismus]] heraus. So ist es zum Beispiel im Norden üblich, dass auch muslimische Bauern um den katholischen Viehsegen für ihre Herden bitten und die Priester ihn spenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Forschung geht davon aus, dass die Kirchenbindung der Albaner zur Zeit der türkischen Eroberung geringer als bei anderen Balkanvölkern gewesen ist, weil das Land zwischen [[Östliches Christentum|Ost-]] und [[Römisch-katholische Kirche|Westkirche]] gespalten war und weil die Kirche in den miteinander rivalisierenden Fürstentümern wenige Institutionen, geringen Besitz und damit auch wenig Einfluss auf die Bevölkerung hatte. Dies soll die Islamisierung Albaniens begünstigt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 16. Jahrhunderts war die große Mehrheit der Stadtbewohner muslimisch, während in den Dörfern noch 80 Prozent Christen waren. Im Laufe des 17. Jahrhunderts nahm der auf die Christen ausgeübte Druck zur Konversion zu. Dies hatte zum einen politische Ursachen – die Osmanen gerieten zunehmend in die Defensive gegenüber den christlichen Mächten, zum anderen gab es wirtschaftliche Gründe – der Verfall des Timarsystems führte zur verschärften Ausbeutung insbesondere der christlichen Bauern durch die Großgrundbesitzer. Um wenigstens der Kopfsteuer zu entgehen, traten deshalb im 17. Jahrhundert häufig ganze Dorfschaften zum Islam über. Seit dieser Zeit ist Albanien ein mehrheitlich muslimisches Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
Als Albanien 1912 unabhängig wurde, waren die Muslime als größte religiöse Gruppierung führend an der Staatsgründung beteiligt. Anders als in den christlich dominierten Balkanstaaten wanderte die muslimische Oberschicht nicht in die Türkei ab. Die muslimischen Institutionen blieben bestehen. Der albanische König [[Ahmet Zogu]], der Albanien von 1925 bis 1939 regierte, war Muslim, praktizierte seinen Glauben aber zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Immer auf einen Ausgleich zwischen den Religionen abzielend und mitunter von der Gunst der katholischen Stämme und der [[Italien]]er abhängig, heiratete er eine katholische Gräfin aus [[Ungarn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 20er Jahren wurde erstmals der [[Koran]] ins Albanische übersetzt. Der Übersetzer [[Ilo Mitkë Qafëzezi]], ein Christ, folgte bei seinem 1921 erschienenen Werk französischen und englischen Vorlagen. Die Koranübersetzung des Religionsgelehrten [[Ibrahim Dalliu]] aus Tirana folgte dem [[Arabische Sprache|arabischen]] Originaltext und erschien im Jahr 1929.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rezarta Delisula |Titel=Tirana-Mahnia |Verlag=Maluka |Ort=Tirana |Datum=2018 |ISBN=978-9928-260-18-5 |Kapitel=Tiranasi që prktheu Kuranin |Seiten=104 f. |Kommentar=Nachdruck eines Artikels, der am 21. April 2002 in der Gazeta Shqiptare (S. 15) veröffentlicht wurde.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 wurden alle [[Derwisch]]-Orden &amp;#039;&amp;#039;([[Tekke]])&amp;#039;&amp;#039; in der Türkei unter [[Mustafa Kemal Atatürk|Atatürk]] geschlossen und das Weltzentrum der im Osmanischen Reich einflussreichen Bektaschi wurde in der albanischen Hauptstadt [[Tirana]] angesiedelt, wo es auch nach der Aufhebung des Religionsverbots in Albanien im Jahr 1990 wieder eingerichtet wurde. In der Zwischenkriegszeit entfaltete die Reformbewegung der [[Ahmadiyya]] aus Nordindien in Albanien ihre Missionstätigkeit. Das einzige europäische Land mit muslimischer Mehrheit sollte Ausgangspunkt für die Mission in Europa sein. Der Erfolg blieb bescheiden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ahmadiyya.org/movement/albania_hist.pdf Nathalie Clayer: &amp;#039;&amp;#039;The Lahore Ahmadiyya Movement and the Reform of Albanian Islam in the Inter-War Period.&amp;#039;&amp;#039; Maisonneuve &amp;amp; Larose, Paris 2004] (PDF; 96&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Sozialistischen Volksrepublik Albanien und der Zeit danach ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Moscheeruine bei Borsh (Albanien).jpg|mini|Während der kommunistischen Herrschaft abgerissenes Minarett einer Moschee im südalbanischen [[Borsh]]]]&lt;br /&gt;
Erst unter der [[Geschichte Albaniens#Sozialistische Volksrepublik Albanien|kommunistischen Herrschaft]] wurden im August 1945 die islamischen [[Stiftung]]en ([[Waqf|Vakuf]]), welche die Grundlage für den Unterhalt von Moscheen und Medresen bildeten, enteignet. Die muslimische [[Liste religiöser Amts- und Funktionsbezeichnungen#Islam|Geistlichkeit]] war ebenso wie die christliche einem starken Verfolgungsdruck ausgesetzt. Mit dem Religionsverbot von 1967 wurden alle Moscheen geschlossen, die [[Minarett]]e abgerissen, die Gebäude in Lagerhäuser umgewandelt oder ganz zerstört. Nur wenige historisch bedeutsame Moscheen entgingen als Museen diesem Schicksal. Die meisten muslimischen Geistlichen wurden zu Zwangsarbeit verurteilt. Dutzende starben in Gefängnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer geheim gehaltenen Umfrage musste das [[Partei der Arbeit Albaniens|kommunistische Regime]] Ende der 1980er Jahre feststellen, dass auch die nach 1960 geborene junge Generation noch zu 95 Prozent wusste, welchem religiösen [[Glaubensbekenntnis|Bekenntnis]] die eigene Familie angehört hatte. Es war nicht gelungen, das religiös-kulturelle Gedächtnis der Albaner in dieser kurzen Zeitspanne auszulöschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Fall des kommunistischen Regimes begann die Renaissance des Islams in Albanien. [[Hafiz Sabri Koçi]] leitete im November 1990 in der Moschee von [[Shkodra]] das erste öffentliche Gebet seit 1967. Er wurde bald darauf zum Vorsitzenden des Rates der Muslime gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei den Christen wurde der religiöse Wiederaufbau ganz wesentlich mit ausländischer Hilfe (Spenden und Missionare) bewerkstelligt. Unter anderen haben sich dabei die [[Wahhabiten]] aus [[Saudi-Arabien]] und die [[Mullah]]s aus dem [[Iran]] stark engagiert. Ihre strenge Form des Islams ist jedoch vielen albanischen Muslimen fremd geblieben. Weder die einen noch die anderen konnten entscheidenden Einfluss auf die muslimische Gemeinschaft erlangen. In den letzten Jahren hat sich vor allem die [[Türkei]] stark engagiert. Es wird von einer Spaltung der Muslime in arabisch Beeinflusste und türkisch Beeinflusste gesprochen. So wurde eine &amp;#039;&amp;#039;Liga albanischer [[Imam]]e&amp;#039;&amp;#039; gegründet, die sich von der &amp;#039;&amp;#039;Muslimischen Gemeinschaft&amp;#039;&amp;#039; distanziert, die eher türkischen Glaubenstraditionen und Einfluss nahesteht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Altin Raxhimi |url=http://www.balkaninsight.com/en/article/albanian-muslims-grapple-with-religious-identity/2027/3 |titel=Albanian Muslims Grapple with Religious Identity |werk=[[Balkan Insight]] |datum=2010-12-01 |sprache=en |abruf=2015-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interreligiöse Beziehungen ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Religion in Albanien}}&lt;br /&gt;
Nach wie vor zeichnen sich die beiden in Albanien dominierenden Richtungen des Islams (Sunniten und Bektaschi) durch große Toleranz gegenüber Andersgläubigen aus. Die gemeinsame Erfahrung der Verfolgung unter [[Enver Hoxha]] bewirkt bis heute, dass sich (katholische und orthodoxe) Christen und Muslime mit viel gegenseitigem Respekt begegnen. Ausgelöst durch die Situation in kommunistischer Zeit sind [[Interreligiöse Ehe|interreligiöse Heiraten]] in Albanien heute keine Seltenheit, während dies in den anderen Balkanländern mit muslimischen Bevölkerungsanteil kaum der Fall ist, so auch bei den Albanern im [[Kosovo-Albaner|Kosovo]] und in [[Albaner in Nordmazedonien|Nordmazedonien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irritationen zwischen den Glaubensgemeinschaften sind selten. 2003 wurde [[Kastriot Myftari]], Autor eines Buches mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Islamizmi Kombëtar Shqiptar (Der nationale albanische Islamismus)&amp;#039;&amp;#039;, wegen Stiftung religiösen Unfriedens von der Polizei festgenommen. Er hatte den Islam als unalbanisch bezeichnet und zum Übertritt zum [[Katholizismus]] aufgerufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 veröffentlichte [[Ismail Kadare]] einen Aufsatz über die kulturelle Identität der Albaner (&amp;#039;&amp;#039;Identiteti evropian i shqiptarëve/Die europäische Identität der Albaner&amp;#039;&amp;#039;), der in der albanischen Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ismail Kadare |Titel=Identiteti evropian i shqiptarëve |Ort=Tirana |Datum=2006 |Online={{Webarchiv |url=http://gentianluli.npage.de/die_europ%C3%A4ische_identit%C3%A4t_der_albaner_24581927.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Die europäische Identität der Albaner&amp;#039;&amp;#039;. Deutsche Übersetzung |wayback=20110427075339}}}} {{Webarchiv |url=http://gentianluli.npage.de/die_europ%C3%A4ische_identit%C3%A4t_der_albaner_24581927.html |text=Identiteti evropian i shqiptarëve |wayback=20160305040056 |archiv-bot=2019-09-12 06:39:56 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kadare vertrat die Auffassung, die Albaner seien eine westliche Nation, deren geistig-kulturelle Basis das Christentum sei; den Islam charakterisierte der konfessionslose Schriftsteller als eine den Albanern während der osmanischen Herrschaft aufgedrängte Religion mit überwiegend negativen Folgen für sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste von Moscheen in Albanien]]&lt;br /&gt;
* [[Medresse von Tirana]]&lt;br /&gt;
* [[Haxhi Qamili]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Aydın Babuna: The Bosnian Muslims and Albanians: Islam and nationalism. In: &amp;#039;&amp;#039;Nationalities Papers&amp;#039;&amp;#039;. 32, 2004, S. 287–321.&lt;br /&gt;
* Ali Musa Basha: &amp;#039;&amp;#039;Islami në Shqipëri gjatë shekujve&amp;#039;&amp;#039;. Tirana 2000.&lt;br /&gt;
* Nathalie Clayer: &amp;#039;&amp;#039;Religion et nation chez les Albanais. XIXe – XXe siècles&amp;#039;&amp;#039;. (=Analecta Isisiana. 64). Istanbul 2002, ISBN 975-428-235-8&lt;br /&gt;
* Nathalie Clayer: Islam, state and society in post-Communist Albania. In: Hugh Poulton (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Muslim identity and the Balkan State.&amp;#039;&amp;#039; London 1997, S. 115–138.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Robert Elsie]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Islam und die Derwisch-Sekten Albaniens&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Kakanien Revisited&lt;br /&gt;
   |Ort=Wien/Olzheim&lt;br /&gt;
   |Datum=2004-05-27&lt;br /&gt;
   |Online=[http://www.kakanien.ac.at/beitr/fallstudie/RElsie2.pdf Artikel]&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=}}&lt;br /&gt;
* Nexhat Ibrahimi: &amp;#039;&amp;#039;Islami në trojet iliro-shqiptare gjatë shekujve&amp;#039;&amp;#039;. Prishtinë 2000.&lt;br /&gt;
* Stephan Lipsius: Politik und Islam in Albanien. Instrumentalisierung und Abhängigkeiten. In: &amp;#039;&amp;#039;Südost-Europa. Zeitschrift für Gegenwartsforschung&amp;#039;&amp;#039; 47, 1998, S. 128–134.&lt;br /&gt;
* [[Georg Stadtmüller]]: Die Islamisierung bei den Albanern. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher für Geschichte Osteuropas&amp;#039;&amp;#039;. NF 3, 1955, S. 404–429.&lt;br /&gt;
* Petrika Thëngjilli: Aspekte të Islamizimit në Shqipërinë e veriut në SHEK. XVII. In: &amp;#039;&amp;#039;Studime Historike&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 2002, S. 29–49.&lt;br /&gt;
* Frances Trix: The resurfacing of Islam in Albania. In: &amp;#039;&amp;#039;East European Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 28, 1994, S. 533–549.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mosques in Albania|Moscheen in Albanien}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kmsh.al/ Offizielle Homepage der Muslimischen Gemeinschaft Albaniens – &amp;#039;&amp;#039;Komuniteti Mysliman i Shqipërisë&amp;#039;&amp;#039;] (albanisch)&lt;br /&gt;
* [http://bektashiorder.com/ Offizielle Homepage des Bektaschi-Ordens in Albanien] (englisch, albanisch, türkisch, bosnisch)&lt;br /&gt;
* [[Robert Elsie]]: [http://albanisches-institut.ch/?p=313 Der Islam und die Derwisch-Sekten Albaniens.] In: Albanisches Institut St. Gallen, Schweiz vom 1. Januar 2012 (gesamter Text als [http://albanisches-institut.ch/wp-content/uploads/2011/12/Der-ISlam-und-die-Derwischen.pdf PDF-Datei], 155&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Islam in Europa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam in Albanien| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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