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	<title>Irène Némirovsky - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2026-10851-23 am 19. Februar 2026 um 06:44 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-19T06:44:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Irene Nemirovsky 25yo.jpg|miniatur|Irène Némirovsky im Alter von 25 Jahren]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Irène Némirovsky&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. Februar]] [[1903]] in [[Kiew]], [[Russisches Kaiserreich]]; † [[17. August]] [[1942]] im [[KZ Auschwitz]]) war eine auf Französisch schreibende Schriftstellerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Irène Némirovsky wurde als Tochter eines [[Judentum|jüdischen]] [[Bankier]]s in Kiew geboren. Da ihre Eltern sich nicht sonderlich für sie „interessierten“, wuchs sie unter der Obhut einer französischen [[Gouvernante]] auf, so dass Französisch zu ihrer zweiten [[Muttersprache]] wurde. Im Verlauf der [[Oktoberrevolution|Russischen Revolution]] floh die Familie und kam über [[Finnland]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Catherine Gousseff |Titel=L’exil russe: La fabrique du réfugié apatride (1920–1939) |Auflage=2 |Verlag=[[Centre national de la recherche scientifique|CNRS]] Éditions |Ort=Paris |Datum=2023 |Reihe=Collection Biblis |NummerReihe=267 |ISBN=978-2-271-14687-8 |Seiten=177 |Kommentar=dort zitiert in [[Élisabeth Gille]]: &amp;#039;&amp;#039;Le mirador&amp;#039;&amp;#039;, Presses de la Renaissance, Paris 1992, S. 156; siehe Gousseff: S. 177, Fußnote 28, &amp;#039;&amp;#039;op. cit.&amp;#039;&amp;#039; S. 458}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Stockholm]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; nach [[Paris]], wo sie im Juni 1919 eine Wohnung in einem Stadtpalais an der Avenue du Président Wilson&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; bezog. In den [[1920er]] Jahren gelangte sie wieder zu Reichtum, so dass Irène ein behütetes und luxuriöses Leben führen konnte. Das Studium der Literaturwissenschaft an der [[Sorbonne]] schloss sie mit Auszeichnung ab. Mit 18 Jahren begann sie zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1926 heiratete sie den ebenfalls staatenlosen Juden Michel Epstein, mit dem sie zwei Töchter hatte, Denise (1929–2013)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.telegraph.co.uk/news/obituaries/10023679/Denise-Epstein.html &amp;#039;&amp;#039;Denise Epstein&amp;#039;&amp;#039;], [[The Daily Telegraph]], 28. April 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Élisabeth Gille|Élisabeth]] (1937–1996). Ihr 1929 erschienener Roman &amp;#039;&amp;#039;[[David Golder]]&amp;#039;&amp;#039; machte sie mit einem Schlag bekannt. Ihr Werk wurde von allen Seiten gelobt, so auch von [[Antisemit]]en wie [[Robert Brasillach]], was in der US-Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[The New Republic]]&amp;#039;&amp;#039; im Frühjahr 2008 zu einer Diskussion über ihren angeblichen Antisemitismus führte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://dash.harvard.edu/server/api/core/bitstreams/7312037c-cc16-6bd4-e053-0100007fdf3b/content – Zum Umgang mit dem jüdischen Anteil an Verantwortung für den Antisemitismus sind die Ausführungen von [[Hannah Arendt]] in ihrem Werk &amp;#039;&amp;#039;Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft.&amp;#039;&amp;#039; (Piper, München 2001, S. 36–43) aufschlussreich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits im Jahr nach der Veröffentlichung der französischen Ausgabe erschien eine deutsche Übersetzung von &amp;#039;&amp;#039;David Golder&amp;#039;&amp;#039;. 1930 folgte &amp;#039;&amp;#039;Le Bal,&amp;#039;&amp;#039; in dessen Verfilmung im folgenden Jahr [[Danielle Darrieux]] ihren ersten Auftritt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Anerkennung als Schriftstellerin und ihrer erfolgreichen Mitsprache in der literarischen Welt war sie in die französische Gesellschaft nicht so integriert, dass man sie aus ihrem Status als [[Staatenlose]] befreit und die von ihr angestrebte Einbürgerung ermöglicht hätte. Da sie den auch in Frankreich verbreiteten [[Antisemitismus (bis 1945)#Frankreich|Antisemitismus]] spürte, [[Konversion (Religion)|konvertierte]] sie am 2. Februar 1939 in der Kapelle &amp;#039;&amp;#039;Sainte-Marie de Paris&amp;#039;&amp;#039; zusammen mit ihren Töchtern zum Christentum, was aber ohne Einfluss auf ihr späteres Schicksal bleiben sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Denoël&amp;quot;&amp;gt;Irène Némirovsky: &amp;#039;&amp;#039;Suite française.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Vorwort von Myriam Anissimov. Éditions Denoël, Paris 2004, S. 19–23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nach Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] brachten Irène und ihr Mann Michel die Kinder nach [[Issy-l’Évêque]]. Sie selbst blieben in Paris. Als sich der deutsche Vormarsch auf Paris im Juni 1940 zuspitzte, verlegte Némirovsky ihren Aufenthaltsort nach Issy-l’Évêque im burgundischen Umland, wo sie an einem auf fünf Teile angelegten Projekt zu Krieg und Frieden zu arbeiten begann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.theguardian.com/film/2015/mar/15/suite-francaise-review-kermode-complex-compassionate |titel=Suite Française review – rewardingly complex and disarmingly compassionate |werk=The Observer/The Guardian |autor=Mark Kermode |datum=2015-03-15 |zugriff=2026-02-19 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus dieser Konzeption gingen die später unter dem Obertitel &amp;#039;&amp;#039;Suite française&amp;#039;&amp;#039; bekannt gewordenen Teile hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Nachdem Frankreich die [[Waffenstillstand von Compiègne (1940)|Kapitulation]] unterzeichnet hatte, [[Philippe Pétain|Pétain]] eingesetzt worden und die [[Demarkationslinie (Frankreich)|Demarkationslinie]] gezogen war, wurde die Familie durch die antisemitischen Gesetze der [[Vichy-Regime|Vichy-Regierung]] gezwungen, Paris zu verlassen. Sie standen vor der Entscheidung, entweder nördlich der Demarkationslinie zu verbleiben oder zu ihren Kindern zu fliehen. Die Eltern lebten nun mit ihren Kindern in einem Hotel, in dem auch Offiziere und Soldaten der Wehrmacht untergebracht waren. Im Jahr darauf mieteten sie ein großes Haus im Ort. Irène Némirovsky unternahm täglich lange Spaziergänge, las und schrieb viel. Sie kam mit dem Verlag &amp;#039;&amp;#039;Albin Michel&amp;#039;&amp;#039; und dem Direktor der antisemitischen Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Gringoire&amp;#039;&amp;#039; überein, unter den Pseudonymen &amp;#039;&amp;#039;Pierre Nérey&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Charles Blancat&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichen zu dürfen. Aber sie ahnte, dass sie nicht mehr lange leben würde, und so schrieb sie an ihrem bis dahin größten Werk, &amp;#039;&amp;#039;Suite française,&amp;#039;&amp;#039; weiter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Denoël&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. Juli 1942 wurde Irène Némirovsky verhaftet und drei Tage später ins [[Camp de transit de Pithiviers|Durchgangslager Pithiviers]] gebracht, am Tag darauf wurde sie nach [[KZ Auschwitz|Auschwitz-Birkenau]] [[Deportation|deportiert]], wo sie am 17. August völlig geschwächt im Krankenbau starb. Ihr Mann versuchte noch verzweifelt, bei den Behörden ihre Freilassung zu erwirken. Er schrieb an Pétain, worauf auch er deportiert wurde. Im Oktober 1942 wurde er nach Auschwitz gebracht und dort sofort nach seiner Ankunft in der [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|Gaskammer]] ermordet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Denoël&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irène Némirovsky hatte ihre Deportation und die ihres Mannes Michel geahnt und alles Notwendige vorausgeplant, um die Kinder in Sicherheit zu bringen. Julie Dumot, Vormund der beiden Töchter, versteckte diese in einem Kloster und später in Höhlen. Beide Mädchen überlebten auf diese Weise den Krieg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Denoël&amp;quot; /&amp;gt; Némirovskys handschriftliche Notizhefte wurden nach ihrer Deportation den Töchtern anvertraut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiederentdeckung nach 60 Jahren ==&lt;br /&gt;
Die beiden Töchter Denise und Élisabeth überlebten mit Hilfe von Freunden den Krieg, indem sie bis zur Befreiung und dem Kriegsende in Frankreich von Versteck zu Versteck flohen. Als sie nach dem Krieg ihre Großmutter, Fanny Némirovsky, die, von Irène gefürchtet und gehasst, die Okkupationszeit überlebt hatte, in ihrem großen Appartement in Nizza aufsuchten, um sie um Hilfe zu bitten, soll sie sie fortgeschickt und an ein Waisenhaus verwiesen haben. Während dieser Zeit behielten die Schwestern in einem Koffer das letzte Manuskript ihrer Mutter bei sich, hielten dies jedoch nur für Skizzen und Notizen. Die Töchter erkannten den literarischen Rang des Materials, das den Charakter vermeintlicher Tagebücher trug, zunächst nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Denise Epstein stellte erst in den 1990er-Jahren fest, dass es sich um die ersten beiden Teile eines unvollendeten Romans handelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Erst nach Élisabeths Tod 1996 stellte man fest, dass es sich um den unvollendeten [[Roman]] &amp;#039;&amp;#039;[[Suite française]]&amp;#039;&amp;#039; handelte. Von den fünf geplanten Teilen sind jedoch nur zwei fertig geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch schildert im ersten Teil die überstürzte Flucht von Pariser Intellektuellen und Angehörigen der Bourgeoisie angesichts der drohenden Eroberung der Stadt durch die Deutschen im Juni 1940. Der zweite Teil handelt von der Einquartierung eines deutschen Regiments in dem kleinen Ort Bussy im Jahr 1941 und von den Beziehungen der Besatzer zur einheimischen Bevölkerung. Im Mittelpunkt steht die beginnende Liebesbeziehung zwischen einem deutschen [[Offizier]] und einer Französin aus besseren Kreisen, in deren Haus er einquartiert wurde. Mit dem Abzug der Truppe nach Russland endet die Geschichte. Die weiteren Teile sollten die Titel &amp;#039;&amp;#039;Gefangenschaft, Schlachten&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Frieden&amp;#039;&amp;#039; tragen, wobei es zu &amp;#039;&amp;#039;Gefangenschaft&amp;#039;&amp;#039; schon konkrete Notizen gibt. Der Roman erschien im Herbst 2004 in Frankreich und erhielt sogleich den renommierten Literaturpreis [[Prix Renaudot]], der zum ersten Mal postum verliehen wurde. Die deutsche Übersetzung erschien im September 2005.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.arlindo-correia.org/suite_française.html | titel= Suite française, de Irène Némirovsky (Deutsche Übersetzung) | hrsg=Rezensionen auf der Website von Arlindo Correia | zugriff=2017-08-17 | archiv-url=https://web.archive.org/web/20131106024302/http://arlindo-correia.com/suite_fran%C3%A7aise.html | archiv-datum=2013-11-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Veröffentlichung gilt als außergewöhnlicher publizistischer Erfolg, der &amp;#039;&amp;#039;Suite française&amp;#039;&amp;#039; zu einer Sensation machte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Die beiden Novellen wurden zeitweise von Universal Pictures optioniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Die Rechte gelangten bis 2007 wieder in französische Hand und wurden anschließend in Zusammenarbeit mit TF1 für eine Verfilmung weiterentwickelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmung ==&lt;br /&gt;
Der Stoff wurde von [[Saul Dibb]] als französisch-britisch-belgische Koproduktion für das Kino adaptiert; das Drehbuch entstand gemeinsam mit [[Matt Charman]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Die Adaption enthält Elemente aus dem Fluchtteil &amp;#039;&amp;#039;Storm in June&amp;#039;&amp;#039; und der Dorferzählung &amp;#039;&amp;#039;Dolce&amp;#039;&amp;#039; und stellt eine in sich geschlossene Handlung dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Schauplatz ist der (im Roman zentrale) Ort [[Bussy]], dessen Alltagsleben durch die Ankunft von Flüchtlingen aus Paris und die Einquartierung deutscher Soldaten geprägt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Zu den Figuren gehören Madame Angellier und ihre Schwiegertochter Lucile, die einen deutschen Offizier in ihrem Haus aufnehmen müssen, sowie der Landarbeiter Benoît, der Anhänger der Widerstandsbewegung ist und als Gegenspieler gezeichnet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Der Film betont moralische Grauzonen und widersprüchliche Loyalitäten des besetzten Frankreichs und unterläuft dabei Erwartungen an scheinbar archetypische Figuren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt; Die Liebesgeschichte zwischen Lucile und dem deutschen Offizier tritt gegenüber Nebenfiguren und dem sozialen Gefüge des Dorfs teilweise in den Hintergrund.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian2015&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroverse ==&lt;br /&gt;
Mehrere Kritiker und Kommentatoren haben Fragen sowohl bezüglich Némirovskys Haltung gegenüber Juden aufgeworfen, die sie durchweg negativ in ihren Schriften darstellte, als auch was ihre Beteiligung an antisemitischen Publikationen betrifft, um ihre Karriere zu befördern. So besagt ein Rückblick auf ihr Werk, veröffentlicht am 16. Oktober 2007 im Blog &amp;#039;&amp;#039;La République des Livres&amp;#039;&amp;#039; (dt.: „Die Republik der Bücher“) Folgendes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„ … Die Aufregung rührt woanders her. Aufgrund dessen, was durchaus als der jüdische Selbsthass zu bezeichnen ist, so wie ihn Theodor Lessing bestimmte als manchmal bis zum Suizid führende Verinnerlichung des abweisenden Blickes der Anderen, dieses eigentliche Gefängnis, dem sie sich gerne entziehen würde, diese Scham, die sie verfolgt und die sie mittels der Heftigkeit der Beschreibung ihres Milieus ausdrückt, alles Dinge, in denen mancher eine andere Form von Antisemitismus sehen würde, erscheint Némirovsky wie die Romanversion des Dramaturgen [[Henry Bernstein]]. Es stimmt, dass ihre [[Israeliten|israelitischen]] Persönlichkeiten, wie man so sagte, karikaturenhaft, übertrieben, oft abstoßend sind. Diese gescheiterten Kosmopoliten sind, meistens in [[Biarritz]], oft amoralische Emporkömmlinge, die sich einem Kult des „Geld regiert die Welt“ hingeben. „Ich habe sie so gesehen“ wird sie zur Begründung ihrer Darstellungen sagen, was nichts daran ändert, dass sie nicht überraschen würden, stammten sie aus der Feder von [[Paul Morand]], in seinem Werk France la doulce. Es stimmt ebenfalls, dass sie, was auch immer Philipponnat und Lienhardt sagen, öfter in der Presse der extremen Rechten zu allen Zeiten und auch bis in die Zeit der Okkupation hinein geschrieben hat, aber unter Pseudonym (Gringoire, Candide), als in jener der Linken (Marianne); ein [[Robert Brasillach]] gratulierte ihr zur Vollbringung des Wunders, „die immense russische Melancholie in einer französischen Form dargestellt“ zu haben. Es ist schlussendlich wahr, dass sie im Vorfeld des Krieges zum Katholizismus konvertiert ist und ihren Ehemann und ihre Töchter in ihr Kielwasser gezogen hat, in der verrückten Hoffnung, sich dem üblen Wind zu entziehen, der mit der Zunahme der Gefahren aufkam, obwohl sie doch ganz und gar [[Agnostizismus|Agnostikerin]] war. Eine religiös begründete Ängstlichkeit war ihr fremd.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einleitung von Myriam Anissimov in der französischen Ausgabe von &amp;#039;&amp;#039;[[Suite française]],&amp;#039;&amp;#039; welche den Selbsthass von Irène Némirovsky durch die Situation erklärt, der sich die Juden in Frankreich ausgesetzt sahen, erscheint nicht im Werk und der fragliche Absatz wurde in der englischen Ausgabe entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* 1926: &amp;#039;&amp;#039;Le Malentendu.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Das Mißverständnis&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: [[Susanne Röckel]]. Knaus, München 2013, ISBN 978-3-8135-0467-5.&lt;br /&gt;
* 1927: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;enfant génial&amp;#039;&amp;#039; (spätere Wiederveröffentlichungen unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;enfant prodige&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Das Wunderkind.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung: [[Irene Kafka]]. Reihe: Novellen, 60. [[Illustriertes Oesterreichisches Journal|Oesterreichisches Journal]], Wien ohne Jahresangabe (1929), S. 143–189.&lt;br /&gt;
* 1929: &amp;#039;&amp;#039;David Golder&amp;#039;&amp;#039; ([[David Golder (Film)|verfilmt 1931]]).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;[[David Golder]].&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung: Dora Winkler. Fischer TB, Frankfurt 1997, ISBN 3-596-13383-1.&lt;br /&gt;
* 1930: &amp;#039;&amp;#039;Le Bal&amp;#039;&amp;#039; ([[Der Ball (1931)|verfilmt 1931]]).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Ball&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung und Nachwort: Claudia Kallscheuer. Zsolnay, Wien 2005, ISBN 3-552-05361-1.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Ball&amp;#039;&amp;#039;. Lesung: [[Nina Hoss]]. Random House Audio Editionen / Brigitte Hörbuch-Edition 2006, ISBN 978-3-866-04191-2.&lt;br /&gt;
* 1931: &amp;#039;&amp;#039;Les Mouches d’automne.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Herbstfliegen&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: [[Eva Moldenhauer]]. Manesse, Zürich 2008, ISBN 978-3-7175-4068-7.&lt;br /&gt;
* 1933: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;Affaire Courilof&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Kurilow und David Golder: zwei Romane.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung: Dora Winkler. Eichborn – Reihe [[Die Andere Bibliothek]], Frankfurt am Main 1995, ISBN 978-3-8218-4121-2.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;[[Der Fall Kurilow]]&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Dora Winkler, btb, München 2006, ISBN 3-442-73614-5.&lt;br /&gt;
* 1934: &amp;#039;&amp;#039;Ida/La comédie bourgeoise&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Ida. Im Rausch des Weins. Gesprochene Filme&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Cordula Scheel. Input-Verlag 2022, ISBN 978-3-941905-49-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1935: &amp;#039;&amp;#039;Le vin de solitude.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Die süße Einsamkeit&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Susanne Röckel. Knaus, München 2012, ISBN 978-3-8135-0377-7.&lt;br /&gt;
* 1936: &amp;#039;&amp;#039;Jézabel.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Jesabel&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Eva Moldenhauer. Knaus, München 2006, ISBN 3-8135-0282-1.&lt;br /&gt;
* 1939: &amp;#039;&amp;#039;Le maître des âmes&amp;#039;&amp;#039; (als Episoden veröffentlicht in der Zeitschrift „Gringoire“).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Herr der Seelen.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung: Eva Moldenhauer. Luchterhand, München 2009, ISBN 978-3-630-62157-9.&lt;br /&gt;
* 1939: &amp;#039;&amp;#039;Deux.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** * &amp;#039;&amp;#039;Zu zweit&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Susanne Röckel. Knaus, München 2015, ISBN 978-3-8135-0587-0.&lt;br /&gt;
* 1940: &amp;#039;&amp;#039;Les chiens et les loups.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;[[Die Hunde und die Wölfe]]&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung Eva Moldenhauer. Knaus, München 2007, ISBN 978-3-8135-0283-1.&lt;br /&gt;
* 1946: &amp;#039;&amp;#039;La vie de Tchekov.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1947: &amp;#039;&amp;#039;Les Biens de ce monde.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Die Familie Hardelot&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Eva Moldenhauer. Knaus, München 2010, ISBN 978-3-8135-0375-3.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Die Familie Hardelot&amp;#039;&amp;#039;. Lesung: [[Iris Berben]]. Random House Audio, 2010, ISBN  978-3-837-10702-9.&lt;br /&gt;
* 1948: &amp;#039;&amp;#039;Les Feux de l’automne.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;[[Feuer im Herbst]]&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Eva Moldenhauer. Knaus, München 2008, ISBN 978-3-8135-0317-3.&lt;br /&gt;
* 2000: &amp;#039;&amp;#039;Dimanche et autres nouvelles&amp;#039;&amp;#039; (Sammlung von fünfzehn Erzählungen).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Meistererzählungen&amp;#039;&amp;#039;. (Auswahl von neun Erzählungen). Übersetzung: Eva Moldenhauer. Knaus, München 2011, ISBN 978-3-8135-0346-3.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Rausch.&amp;#039;&amp;#039; (Eine der Erzählungen). Übersetzung: Eva Moldenhauer; Nachwort: Claudia Vidoni. Edition 5plus, Berlin 2011.&lt;br /&gt;
* 2004: &amp;#039;&amp;#039;Suite française.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;[[Suite française]].&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung: Eva Moldenhauer. Knaus, München 2005, ISBN 3-8135-0260-0.&lt;br /&gt;
* 2007: &amp;#039;&amp;#039;Chaleur du sang.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Leidenschaft&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Eva Moldenhauer. Knaus, München 2009, ISBN 978-3-8135-0322-7.&lt;br /&gt;
* 2012: &amp;#039;&amp;#039;La Symphonie de Paris et autres histoires&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Pariser Symphonie. Erzählungen&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung: Susanne Röckel; Nachwort: Sandra Kegel. Manesse, Zürich 2016, ISBN 978-3-7175-2412-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oper ==&lt;br /&gt;
* [[Oscar Strasnoy]]: &amp;#039;&amp;#039;Le Bal.&amp;#039;&amp;#039; Libretto: Matthew Jocelyn, nach der gleichnamigen Erzählung von Irène Némirovsky. UA Hamburgische Staatsoper, März 2010.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiel ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Vertraute,&amp;#039;&amp;#039; nach der gleichnamigen Erzählung von Irène Némirovsky. Mit [[Sylvester Groth]], [[Katharina Schüttler]]. Regie: [[Gottfried von Einem (Regisseur)|Gottfried von Einem]]. MDR 2015.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellung ==&lt;br /&gt;
* 2010/2011: &amp;#039;&amp;#039;Irène Némirovsky. Il me semble parfois que je suis étrangère …&amp;#039;&amp;#039; [[Mémorial de la Shoah]], Paris, bis 8. März 2011.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joseph Hanimann]]: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/eine-entdeckung-irene-nemirovsky-mein-gott-was-tut-mir-dieses-land-an-11067853.html &amp;#039;&amp;#039;Eine Entdeckung: Irène Némirovsky: Mein Gott, was tut mir dieses Land an?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 17. November 2010, S. 32, abgerufen am 17. August 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Olivier Carpet: &amp;#039;&amp;#039;Irène Némirovsky, un destin en images.&amp;#039;&amp;#039; Éditions Denoël, Paris 2010, ISBN 978-2-207-10974-8.&lt;br /&gt;
* Alexandra König: &amp;#039;&amp;#039;„Pour redonner à la vie ce goût âpre et fort“. Irène Némirovsky. Autorin der dreißiger Jahre.&amp;#039;&amp;#039; In: Renate Kroll (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gender studies in den romanischen Literaturen.&amp;#039;&amp;#039; Dipa, Frankfurt 1999, ISBN 3-7638-0526-5, S. 95–113 (Reihe: Siegener Frauenforschung 7).&lt;br /&gt;
* Martina Stemberger: &amp;#039;&amp;#039;Irène Némirovsky. Phantasmagorien der Fremdheit.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3313-2 (Reihe: Epistemata. Literaturwissenschaft, Bd. 566).&lt;br /&gt;
* Olivier Philipponnat, Patrick Lienhardt: &amp;#039;&amp;#039;La vie d’Irène Nemirovsky: 1903–1942.&amp;#039;&amp;#039; Grasset-Denoel, Paris 2007, ISBN 978-2-246-68721-4 (die bislang umfassendste Biographie, Kurzrez. in [[NZZ]] 2. Februar 2008, S. 31).&lt;br /&gt;
** dt.: Olivier Philipponnat, Patrick Lienhardt: &amp;#039;&amp;#039;Irène Némirovsky: die Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzung Eva Moldenhauer. Knaus, München 2010, ISBN 978-3-8135-0341-8.&lt;br /&gt;
* Alexandra König: &amp;#039;&amp;#039;Littérature feminine? Französische Romanautorinnen der dreißiger Jahre.&amp;#039;&amp;#039; M-Press, München 2005, ISBN 3-89975-512-X (Reihe: Forum Europäische Literatur 3).&lt;br /&gt;
* Wolfgang Schwarzer: &amp;#039;&amp;#039;Irène Némirovsky 1903–1942.&amp;#039;&amp;#039; In: Jan-Pieter Barbian (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Vive la littérature! Französische Literatur in deutscher Übersetzung.&amp;#039;&amp;#039; Hg. &amp;amp; Verlag [[Stadtbibliothek Duisburg]], ISBN 978-3-89279-656-5, S. 24.&lt;br /&gt;
* [[Elke Schmitter]]: &amp;#039;&amp;#039;Irene Nemirowsky: Im Koffer ein Weltuntergang.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Leidenschaften. 99 Autorinnen der Weltliteratur.&amp;#039;&amp;#039; München 2009, ISBN 978-3-570-01048-8, S. 395–399.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119046040}}&lt;br /&gt;
* Maike Albath: [https://www.deutschlandfunk.de/vor-75-jahren-schriftstellerin-irene-nemirovsky-gestorben.871.de.html?dram:article_id=393443 &amp;#039;&amp;#039;Vor 75 Jahren – Schriftstellerin Irène Némirovsky gestorben&amp;#039;&amp;#039;.] [[Deutschlandfunk]]-Sendung „Kalenderblatt“, 17. August 2017&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle | url=https://arlindo-correia.com/180405.html | titel=Suite française, de Irène Némirovsky | hrsg=Website von Arlindo Correia | datum=2005-04-18 | zugriff=2017-08-17 | sprache=fr | kommentar=Biographisches und Rezensionen zu „Suite française“}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise, Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119046040|LCCN=nr/88/1622|VIAF=66484425|NDL=00524730}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Nemirovsky, Irene}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Roman, Epik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Französisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mort pour la France]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Todesopfer im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatenloser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russischer Emigrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1903]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1942]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Némirovsky, Irène&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischsprachige Schriftstellerin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. Februar 1903&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kiew]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. August 1942&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-10851-23</name></author>
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