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	<title>Investitionsstau - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T11:45:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Investitionsstau&amp;diff=1243963&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: Tippfehler entfernt, Leerzeichen nach Punkt eingefügt, Kleinkram</title>
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		<updated>2025-01-21T17:38:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;, Leerzeichen nach Punkt eingefügt, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Investitionsstau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; liegt vor, wenn anstehende fällige [[Investition]]en durch den [[Investor]] [[Unterlassen (Deutschland)|unterlassen]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Als Investoren kommen [[Privathaushalt]]e, [[Unternehmen]] und der [[Staat]] mit seinen [[Staatsunternehmen]] in Frage. Der Investitionsstau betrifft alle Investitionsarten, also [[Erweiterungsinvestition|Erweiterungs-]], [[Ersatzinvestition|Ersatz-]] oder [[Rationalisierungsinvestition]]en. Bei Unternehmen gehören auch die [[Immaterielle Investition|immateriellen Investitionen]] ([[Forschung und Entwicklung]]) zu den Investitionen. Ihre [[betriebswirtschaftliche Kennzahl|betriebswirtschaftliche]] oder [[volkswirtschaftliche Kennzahl]] ist die [[Investitionsquote|Forschungsquote]] (F&amp;amp;E-Quote). Die Investitionstätigkeit ist von herausragender Bedeutung für das [[Wirtschaftswachstum]] eines Landes&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=6a1PAgAAQBAJ&amp;amp;pg=PT26&amp;amp;dq=Investitionsquote+volkswirtschaft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjGytqrk7bgAhWhtIsKHZ4vBvwQ6AEIRTAF#v=onepage&amp;amp;q=Investitionsquote%20volkswirtschaft&amp;amp;f=false Georg Milbradt/Gernot Nerb/Wolfgang Ochel/Hans-Werner Sinn, &amp;#039;&amp;#039;Der ifo Wirtschaftskompass: Zahlen - Fakten – Hintergründe&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 14]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder das [[Unternehmenswachstum]]. Das Unternehmenswachstum ist eng mit der Investitionspolitik verknüpft, weil sich das Wachstum in neuen Investitionen konkretisiert; über die Investitionen ergibt sich auch ein Zusammenhang mit der Abschreibungspolitik.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ST-zBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA9&amp;amp;dq=Investitionen+in+H%C3%B6he+der+Abschreibungen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjbupyTk4zhAhWuMewKHURyCkoQ6AEIPTAE#v=onepage&amp;amp;q=Investitionen%20in%20H%C3%B6he%20der%20Abschreibungen&amp;amp;f=false Karl Hax/Erwin Geldmacher, &amp;#039;&amp;#039;Industriebetrieb und industrielles Rechnungswesen&amp;#039;&amp;#039;, 1961, S. 9]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Investitionsstau offenbart deshalb Schwächen für ein nachhaltiges Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei stellt das Wort Investitionsstau eher eine [[Metapher]] (aus „Verkehrsstau“) dar, denn die [[Streitfrage]], wann eine Investition vorgenommen werden müsste und nicht mehr aufgeschoben werden kann, aber dennoch nicht vorgenommen wird, ist schwer zu beantworten. Am ehesten ist diese Feststellung bei der Ersatzinvestition möglich. Sie steht an, wenn beispielsweise eine [[Maschine]] [[Abnutzung|abgenutzt]] oder [[Verschleiß|funktionsuntüchtig]] ist und – zur Vermeidung von [[Betriebsstörung]]en oder [[Fehlmenge]]n – ersetzt werden muss. Geschieht dies nicht, liegt ein Investitionsstau vor. Bei Erweiterungs- oder Rationalisierungsinvestitionen dagegen ist der Investitionsstau schwieriger feststellbar. Werden Erweiterungsinvestitionen nicht vorgenommen, kann die [[Nachfrage]] nicht mehr vollständig bedient werden, es treten Fehlmengen auf. Ausbleibende Rationalisierungsinvestitionen machen sich durch erhöhte [[Wartungsaufwand|Wartungs-]] oder [[Personalkosten]] oder steigende [[Ausfallrate]]n bemerkbar. Die Unterarten &amp;#039;&amp;#039;Modernisierungsstau&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Sanierungsstau&amp;#039;&amp;#039; lassen darauf schließen, dass mögliche [[Modernisierung (Mietrecht)|Modernisierungen]] nicht vorgenommen oder notwendige [[Sanierung (Bauwesen)|Sanierungen]] unterlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische [[Bilanztheorie]] geht davon aus, dass es grundsätzlich notwendig sei, Investitionen in Höhe der jeweiligen [[Abschreibung]]en vorzunehmen, um eine gleichbleibende [[Bilanztheorie#Kapital- und Substanzerhaltung|Substanzerhaltung]] zu betreiben. Liegen die Investitionen niedriger, stelle dies [[Desinvestition]] dar. Um die Produktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten, müssen mindestens Investitionen in Höhe der Ersatzinvestitionen getätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=uLcWiqBeLiMC&amp;amp;pg=PA44&amp;amp;dq=Investitionen+in+H%C3%B6he+der+Abschreibungen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjbupyTk4zhAhWuMewKHURyCkoQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=Investitionen%20in%20H%C3%B6he%20der%20Abschreibungen&amp;amp;f=false Reinhard Schneider, &amp;#039;&amp;#039;Globalisierung und Wohlstand&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 44]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist eine Desinvestition nicht erwünscht, so sind die notwendigen Investitionen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Investitionsstaus sind auf fehlende [[Entscheidung|Investitionsentscheidungen]], ungünstiges Investitionsklima oder fehlende bzw. unzureichende [[Finanzierung]] ([[Eigenfinanzierung|Eigen-]] und [[Fremdfinanzierung]]) zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=POE--qiiQigC&amp;amp;pg=PA59&amp;amp;dq=Investitionsstau+finanzierungsengpass&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjozf_6577gAhXexcQBHZkRBoAQ6AEILTAB#v=onepage&amp;amp;q=Investitionsstau%20finanzierungsengpass&amp;amp;f=false Wilhelm Schmeisser/Lydia Clausen/Gerfried Hannemann (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Bankcontrolling mit Kennzahlen&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 59]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Finanzierung stellt häufig einen [[Flaschenhals (Wirtschaft)|Engpass]] dar, wenn [[Eigenkapital]] und/oder [[Fremdkapital]] nicht oder nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen und die [[Investitionsausgaben]] nicht [[Deckung (Wirtschaft)|decken]]. Das hieraus resultierende [[Finanzrisiko]] hemmt die Investitionstätigkeit. Investitionsentscheidungen werden nicht getroffen, weil sich der Entscheidungsträger entweder nicht bewusst ist, dass eine Entscheidung ansteht oder er noch entscheidungsrelevante Informationen sammelt. Das Investitionsklima betrifft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ([[Absatzplanung]] und [[Absatzrisiko]], [[Konjunktur]]lage, [[Kreditklemme]], [[Lagerrisiko]], [[Steuerpolitik]], [[Zinsniveau]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gründe für Investitionsstaus können die gesetzlichen Rahmenbedingungen sein, wenn Gesetze oder Verwaltungsvorschriften (etwa im [[Baurecht (Deutschland)|Baurecht]]), die eine staatliche [[Erlaubnis]] für bestimmte Investitionen vorsehen ([[Baugenehmigung]]), die Investition verzögern oder sogar verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Investitionsstau in der Privatwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Die Investitionsneigung der Unternehmen hängt auch stark von der Konjunktur ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=VZqXaZbucdYC&amp;amp;pg=PA42&amp;amp;dq=Investitionsneigung+konjunktur&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiprKTth7fgAhVJx4sKHU0SDWcQ6AEINTAC#v=onepage&amp;amp;q=Investitionsneigung%20konjunktur&amp;amp;f=false Elfried Peffgen/Werner Vomfelde, &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Konjunkturpolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1977, S. 42]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei beginnender [[Rezession]] tendieren [[Unternehmer]] dazu, geplante Investitionen zurückzustellen oder gar nicht vorzunehmen, bei sich abzeichnendem [[Aufschwung (Wirtschaft)|Aufschwung]] oder [[Expansion (Wirtschaft)|Expansion]] neigen sie sogar zum Vorziehen von Investitionen. Eine Erhöhung der Investitionsneigung wirkt expansiv auf das [[Volkseinkommen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Konjunktur und Krise, Bände 5–6, 1961, S. 266 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor allem spielen Investitionsstaus bei Forschung und Entwicklung eine Rolle, weil sie die [[Wettbewerbsfähigkeit]] der Unternehmen verringern, wenn [[technologischer Fortschritt]] nur von der Konkurrenz wahrgenommen wird. Daher führen Investitionsstaus zu geringerem [[Absatzvolumen]], sich verringernden [[Marktanteil]]en und behindern das Ziel der [[Gewinnmaximierung]]. Langfristig fehlt es an [[Produktinnovation]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Unternehmensbewertung]] spielen die Einzahlungsüberschüsse des Unternehmens eine zentrale Rolle. Während im [[Substanzwertverfahren]] ein Investitionsstau über die niedrigeren [[Buchwert]]e der Anlagen automatisch zu einer Reduzierung des Unternehmenswertes führt, muss beim [[Ertragswertverfahren]] darauf geachtet werden, dass der [[Gewinn]] nicht durch einen Verzicht auf notwendige Investitionen überzeichnet wird. Ein deutlich von 1 abweichendes [[Marktwert-Buchwert-Verhältnis]] kann ein Hinweis auf einen Investitionsstau sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Investitionsstau beim Staat ==&lt;br /&gt;
Der Staat sollte im Rahmen seiner [[Wirtschaftspolitik]] [[antizyklisches Investieren]] zum [[Staatsziel]] haben. Investive [[Staatsausgaben]] (etwa [[Infrastruktur]], [[Straßenbau]], [[sozialer Wohnungsbau]]) sollten deshalb bevorzugt in der Rezession vorgenommen werden. Bei hoher [[Staatsverschuldung]] sind jedoch der Finanzierung Grenzen gesetzt und negative [[Primärsaldo|Primärsalden]] unerwünscht, sodass Staatsinvestitionen im Rahmen der [[Austerität]] nicht stattfinden. Die Folge sind marode oder baufällige Infrastruktur ([[Straßenschaden|Straßenschäden]] auf Autobahnen, Bundesstraßen, Sanierungsbedarf bei [[öffentliche Einrichtung|öffentlichen Einrichtungen]] auch in den Gemeinden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Situation in Deutschland  ===&lt;br /&gt;
Das gilt auch beim Bund. Beispielhaft ist der Bau des [[Fehmarnbelttunnel]]s, den das [[Folketing|dänische Parlament]] am 28. April 2015 genehmigte; eine [[Baugenehmigung]] auf deutscher Seite wurde erst am 3. November 2020 erteilt. Hier lag ein Investitionsstau bei einer Erweiterungsinvestition vor, denn die vorhandene dänische Genehmigung ließ auch eine zeitnahe deutsche Entscheidung erwarten. Fehlende Haushaltsmittel sind auch der Grund für die seit November 2012 bekannten Schäden der [[Rheinbrücke Leverkusen]], die neu gebaut werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens seit Beginn der 2000er Jahre lässt sich für den öffentlichen Sektor in Deutschland großflächiger Investitionsstau feststellen, die Bruttoinvestitionen von Bund, Ländern und Gemeinden liegen seit 2001 auf dem niedrigen Niveau von gut zwei Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wirtschaft/article168220608/Deutschland-die-Investitionsruine.html |titel=Internationaler Vergleich: Deutschland – die Investitionsruine |hrsg=welt.de |datum=2017-09-02 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen 1996 und 2016 sank der Anteil der investiven Ausgaben am deutschen [[Bruttoinlandsprodukt]] (BIP) von 2,5 auf nur noch 2,12 Prozent. Die Mitgliedstaaten der [[OECD]] wenden im Schnitt hingegen mehr als drei Prozent für Investitionen auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Handelsblatt vom 2. Dezember 2018, &amp;#039;&amp;#039;Wie der Investitionsstau Deutschlands Infrastruktur lähmt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutschlandweit wird der Investitionsstau auf 1,4 Billionen Euro geschätzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Welt vom 15. Juni 2018, &amp;#039;&amp;#039;Das 1,4 Billionen-Loch gefährdet Deutschlands Erfolg&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alleine auf kommunaler Ebene betrug 2018 der Investitionsstau 158,8 Mrd. Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;Handelsblatt vom 27. August 2019, &amp;#039;&amp;#039;Investitionsstau in Städten und Kommunen erreicht Rekordniveau&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Er sank zwar 2019 auf 138,4 Mrd. Euro (darunter Schulen 42,8 Mrd. €, Straßen 36,1 Mrd. € und [[Öffentliches Gebäude|Verwaltungsgebäude]] 14 Mrd. €)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutsches Institut für Urbanistik]] vom 12. Juni 2019, &amp;#039;&amp;#039;KfW-Kommunalpanel 2019: Investitionsrückstand der Kommunen in Deutschland beträgt 138 Mrd. Euro&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;, danach aber, unverändert auf hohem Niveau, wieder steigend: Der [[Deutscher Städte- und Gemeindebund|Deutsche Städte- und Gemeindebund]] stellt auf Basis des 2021er bzw. 2024er [[KfW|KfW-Kommunalpanels]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/KfW-Kommunalpanel.html |titel=KfW-Kommunalpanel |hrsg=kfw.de |datum= |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen kommunalen Investitionsrückstand von 149 Mrd. Euro für 2021 und von 186 Mrd. Euro für 2024 fest&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dstgb.de/themen/finanzen/investitionen/149-mrd-investitionsstau |titel=KfW-Kommunalpanel 2021 – 149 Mrd. € Investitionsstau |hrsg=dstgb.de |datum=2021-05-06 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei entfielen im Jahr 2024 allein auf Schulen 54,8 Mrd.€, auf Straßen 48,3 Mrd.€, auf Verwaltungsgebäude 18,8 Mrd.€ sowie auf den Bereich Kinderbetreuung ([[Kindertagesstätte]]n 12,7 Mrd.€).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Kommunalpanel/KfW-Kommunalpanel-2024.pdf |titel=KfW-Kommunalpanel 2024 PDF-Datei |hrsg=kfw.de |datum=2024-05-05 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Deutsche Bahn]] ging 2019 von einem Investitionsstau von 57 Mrd. Euro aus, davon 50 Mrd. Euro im [[Schienennetz|Netz]] und 7 Mrd. bei Bahnhöfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Frankfurter Allgemeine vom 4. März 2019, &amp;#039;&amp;#039;57 Milliarden Euro Investitionsstau&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;, für 2023 wird sogar ein Gesamt-Investitions-Rückstand bei der DB von mehr als 80 Mrd. Euro angegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.br.de/nachrichten/bayern/bahn-in-bayern-19-milliarden-euro-investitionsrueckstau,UNzvkFV |titel=Bahn in Bayern – 19 Milliarden Euro Investitionsrückstau  |hrsg=br.de |datum=2024-09-11 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bei Staaten mit Zentralverwaltungswirtschaften  ===&lt;br /&gt;
Insbesondere [[Realsozialismus|sozialistische Staaten]] weisen typischerweise einen hohen Investitionsstau auf. In diesen [[Zentralverwaltungswirtschaft]]en, legt der Staat den Anteil des Bruttosozialprodukte selbst fest, der für Konsum genutzt wird und damit auch den Rest, der investiert werden soll. Um ein relativ hohes Konsumniveau zu erreichen, müssen daher die Investitionen reduziert werden. So führte die Wirtschaftspolitik der [[DDR]] ab 1971 („[[Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik]]“) dazu, dass der Anteil der [[Konsum]]tion am [[Nationaleinkommen]] von 1970 bis 1987 von 71,0 % auf 78,5 % stieg. Dementsprechend ging der Anteil der Nettoinvestitionen am im Inland verwendeten Nationaleinkommen im gleichen Zeitraum von 24,6 % auf 18,8 % zurück&amp;lt;ref&amp;gt;Statistisches Taschenbuch der DDR 1988, Staatsverlag der DDR 1988, S. 28, 110 und 111&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dies führte zur Verschlechterung des Zustandes der Infrastruktur und zum Zurückbleiben gegenüber dem internationalen Niveau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesamtwirtschaftlicher Investitionsstau ==&lt;br /&gt;
Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene kann es aus bilanztheoretischer Sicht in einer [[Marktwirtschaft]] zu einem Investitionsstau kommen, wenn [[Administrierter Preis|administrierte Preise]] unterhalb der [[Marktpreis]]e festgelegt werden ([[Höchstpreis]]e). Da in diesem Fall die Produktion der entsprechenden Güter und Dienstleistungen nicht mehr lohnend ist, wird die Investition in Anlagen zur Herstellung dieser Güter reduziert. Die bestehenden Kapazitäten werden weiter genutzt, verfallen aber mangels Ersatzinvestitionen. Ein typisches Beispiel sind die [[Wohnungsmarkt|Wohnungsmärkte]]. Vielfach wurden die Mietpreise hier künstlich niedrig festgelegt. Die Folge war eine Reduzierung der Wohnungsbauinvestitionen, obwohl dies politisch eigentlich nicht das Ziel war. Zur Überwindung von Investitionsstaus können, so [[Peter Bofinger]], „konjunkturgerechte Wachstumsprogramme“ dienen.&amp;lt;ref&amp;gt;Carsten Brönstrup/Amory Burchard/Susanne Vieth-Entus/Rainer Woratschka: [https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/konjunkturprogramme-wo-ist-der-investitionsstau-am-groessten/1386940.html &amp;#039;&amp;#039;Wo ist der Investitionsstau am größten? Deutschland ist in einer Rezession. Staatliche wie private Investitionen könnten helfen. Aber wohin müsste das Geld fließen?&amp;#039;&amp;#039;], [[Der Tagesspiegel]] Online vom 14. Dezember 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der dauerhaft starke [[Nettoexport|Exportüberschuss]] der deutschen Wirtschaft kann als ein Investitionsstau im Inland interpretiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/hoher-kapitalexport-deutscher-exportueberschuss-bremst-investitionen/11729632.html WirtschaftsWoche vom 6. Mai 2015, Stefan Bielmeier, &amp;#039;&amp;#039;Deutscher Exportüberschuss bremst Investitionen&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Zentralplanwirtschaft]] verhält es sich anders. Hier werden nicht nur [[Administrierter Preis|Preise administrativ]] festgelegt, sondern auch das Investitionsvolumen der vergesellschafteten Ökonomie zentral gesteuert. Künstlich niedrig gehaltene Mietpreise etwa in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] führten keineswegs zu einer Reduktion der Wohnungsbauinvestitionen. Jedoch war die Investitionskraft des Staates insgesamt relativ gering, sodass Investitionen etwa zur Sanierung von Altbaubeständen oft zurückgestellt werden mussten. Ein Investitionsstau kann demnach also sehr unterschiedliche, komplexe Ursachen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistik ==&lt;br /&gt;
Die [[Investitionsquote]] ist ein [[Indiz]] für die Investitionsfreudigkeit der Wirtschaftssubjekte. Die [[Bruttoanlageinvestition]]en werden dabei dem [[Bruttoinlandsprodukt]] (oder Volkseinkommen) gegenübergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Investitionsquoten ===&lt;br /&gt;
Bei den Investitionsquoten je Staat führte 2016 mit 35,7 % [[Irland]], gefolgt von der [[Türkei]] (29,3 %), [[Norwegen]] (25,3 %) oder [[Tschechien]] (24,9 %). Deutschland lag mit 20,9 % knapp oberhalb des EU-28-Medians von 19,9 %.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wirtschaftskammer Österreich]], &amp;#039;&amp;#039;Statistik&amp;#039;&amp;#039;, November 2018&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch bei Unternehmen verringerte sich die Investitionsquote. Lag die Nettoinvestitionsquote 1992 noch bei 9,2 %, so sank sie über die Jahre kontinuierlich auf 2,6 % (2017).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Statistisches Bundesamt]] vom 30. November 2018, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen&amp;#039;&amp;#039;, S. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktuellere weltweite Daten enthält die [[Liste der Länder nach Investitionsquote|Liste Gesamtinvestitionsquoten je Staat]]. Die Gesamtinvestitionsquote wird zudem oft noch unterteilt in Staatsinvestitionsquote und Unternehmensinvestitionsquote. Gemäß [[Statistisches Bundesamt|Destatis]] ist in Deutschland die Investitionsquote des Staates von 3,1 % im Jahr 1991 bis 2023 auf 2,6 % gefallen, zudem fiel die der nichtstaatlichen Sektoren von 21,8 % im Jahr 1991 auf 19,3 % im Jahr 2023, somit ist dabei insgesamt ein Rückgang von 24,9 % auf 21,9 % festzusllen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://service.destatis.de/DE/vgr-monitor-deutschland/investitionen.html |titel=DeStatis - VGR Monitor Deutschland - Investitionen |hrsg=destatis.de |datum=2024 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staaten oder Unternehmen mit kontinuierlich geringeren Investitionsquoten verlieren langfristig den Anschluss an die internationale Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschungsquoten ===&lt;br /&gt;
Bei den [[Forschung und Entwicklung#Arten|Forschungsquoten]] führte 2016 weltweit [[Südkorea]] (4,23 %), gefolgt von [[Japan]] (3,29 %), [[Schweden]] (3,25 %), [[Österreich]] (3,09 %), Deutschland (2,94 %), [[Dänemark]] (2,87 %) oder [[USA]] (2,79 %).&amp;lt;ref&amp;gt;Kleine Zeitung vom 1. Dezember 2017, &amp;#039;&amp;#039;Österreich bei Forschungsquote EU-weit auf Platz Zwei&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Für 2022 weist das [[Bundesministerium für Bildung und Forschung]] für Deutschland eine Forschungsquote von 3,07 %&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.datenportal.bmbf.de/portal/de/research.html |titel=Forschung und Innovation - Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE)  |hrsg=bmbf.de |datum=2024 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aus und stellt dabei eine ungefähre prozentuale Konstanz für die vergangenen zehn Jahren fest, 2012 betrug sie 2,82 %.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.datenportal.bmbf.de/portal/de/K1/grafik-1.1.1a.html |titel=Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (BAFE) der Bundesrepublik Deutschland |hrsg=bmbf.de |datum=2024 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Bruttoinlandsprodukt in Österreich der vergangenen Jahre ist ähnlich mit leicht höheren Prozentsätzen und betrug 2023 rund 3,2 %, 2024 circa 3,34 %.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.statista.com/themen/8193/forschung-und-innovation-in-oesterreich/#topicOverview |titel=Statistiken zu Forschung und Innovation in Österreich |hrsg=statista.com |datum=2024 |abruf=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Investitionsrechnung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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