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	<title>Invalidenblock des KZ Dachau - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T08:25:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Invalidenblock_des_KZ_Dachau&amp;diff=1957843&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan am 27. August 2023 um 06:42 Uhr</title>
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		<updated>2023-08-27T06:42:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Invalidenblock des KZ Dachau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war der Wohnbereich für kranke und als arbeitsunfähig eingestufte [[KZ-Häftlinge|Häftlinge]] des [[KZ Dachau]]. Der Invalidenblock entstand allmählich ab 1937 auf dem [[Konzentrationslager Dachau#Räumliche Struktur|neu erbauten]] Häftlingsgelände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Den Begriff [[Invalide]] (lat.: &amp;#039;&amp;#039;invalidus&amp;#039;&amp;#039;, kraftlos, schwach, hinfällig) hatte die SS für KZ-Häftlinge konkret definiert: Jeder Häftling, der nicht innerhalb von drei Monaten seine Erkrankung ausheilen konnte und wieder arbeitsfähig war, fiel in die Kategorie „Invalide“.&amp;lt;ref&amp;gt;Stanislav Zámečník: &amp;#039;&amp;#039;Das war Dachau&amp;#039;&amp;#039;. Luxemburg 2002. S. 223.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation ==&lt;br /&gt;
Das frühe Lager Dachau befand sich 1933 noch in den Gebäuden einer ehemaligen Munitionsfabrik. Mit der Fertigstellung des neuen Häftlingsgeländes entstanden 34 [[KZ-Baracke]]n, die später unter [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] [[Hans Loritz|Loritz]] den Namen &amp;#039;&amp;#039;Blöcke&amp;#039;&amp;#039; erhielten. Ähnlich wie Geistliche im sogenannten [[Pfarrerblock (KZ Dachau)|Pfarrerblock]] zusammengelegt wurden, begann die [[Schutzstaffel|SS]] auch „invalide“ Häftlinge zusammenzulegen. Die Anzahl der Invalidenblöcke variierte, z. B. Block Nr. 20, Nr. 27, auch Nr. 29. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Invalidenblöcken befanden sich, insbesondere in der Endphase des KZ Dachau, viele schwerkranke Häftlinge mit beispielsweise eiternden Wunden und ohne ärztliche Pflege. Viele waren aus dem [[Krankenrevier (KZ Dachau)|Krankenrevier]] in den Invalidenblock verlegt worden, um die Kapazität des Lazaretts zu entlasten. Die [[Schutzstaffel|SS]] konnte schwerkranke Häftlinge nicht zur [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeit]] heranziehen, daher bekamen die als „unnütze Esser“ bezeichneten Häftlinge eine geringere Essensration als arbeitende Häftlinge. Zahlreiche Häftlinge starben an Unterernährung und Entkräftung. (Vgl. gezielte „Hungerkost“ der [[Aktion Brandt#Tötungspraktiken|Aktion Brandt]]). Einige der kranken Häftlinge wurden durch [[Letale Injektion|Phenol-Injektionen]] getötet.&amp;lt;ref&amp;gt;Aussage von Häftlingspfleger [[Heinrich Stöhr]] in den [[Dachauer Prozesse]]n&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transporte aus den Invalidenblöcken ==&lt;br /&gt;
=== Nach Hartheim ===&lt;br /&gt;
Nach der 1941 gestarteten „[[Aktion 14f13|Sonderbehandlung 14f13]]“ verbrachte die SS zahlreiche „Invaliden“ in die [[NS-Tötungsanstalt Hartheim]]. Gutachter [[Selektion (Konzentrationslager)|selektierten]] Häftlinge überwiegend aus den Invalidenblöcken, jedoch auch aus dem Krankenrevier, den Priesterblöcken, aus einigen Arbeitskommandos sowie einige der „[[Appellplatz#Die Uneingeteilten|uneingeteilten]]“ Häftlinge. Der bürokratische Aufwand der Aktion 14f13 war enorm. So kam es, dass nach der ersten Selektion vom 3. September 1941 die ersten „Invalidentransporte“ erst im Januar 1942 aus dem Lager Dachau abgingen. Ab nun transportierten etwa ein- bis zweimal pro Woche zwei Lastkraftwagen Häftlinge in die Vernichtungsstätte Hartheim bei Linz. Ausgesonderte waren in den Invalidenblock verlegt worden. Am Abend vor dem Transport wurden die Häftlinge jeweils [[Wirtschaftsgebäude des KZ Dachau#Bad|im Bad]] gesammelt und schliefen dort auf dem Fußboden beziehungsweise auf den Tragen, mit denen man sie hineingetragen hatte. Häftling Carl, [[Kapo (KZ)|Kapo]] der Bekleidungskammer, stattete sie mit [[KZ-Häftlingskleidung|Drillichanzügen]] aus. Er berichtete, dass in der Regel zwei bis drei im Bad starben, und vermutete, dass im Winter weitere auf der Ladefläche des LKW erfroren seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Dachauer Archiv, DA-6171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten „Invalidentransporte“ fanden in vier Etappen statt, stets mit neu beginnender alphabetischer Reihenfolge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 15. Januar 1942 bis 3. März 1942: 15 Transporte mit insgesamt 1.452 Häftlingen. Es ist davon auszugehen, dass zwischen dem Zeitpunkt der Selektion im September 1941 und dem Zeitpunkt des Abtransports einige schwerkranke Häftlinge bereits verstorben waren, also die Anzahl der Ausgesonderten ursprünglich höher war. Ein Brief [[Friedrich Mennecke|Menneckes]] vom 3. September 1941 spricht von 2.000 zu selektierenden Insassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Es erfolgte eine zweimonatige Transport-Pause. Zwischen 4. Mai und 6. Juni fand die zweite Transportetappe mit 561 „Invaliden“ statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nach einer Pause von weiteren zwei Monaten, erfolgte die dritte Etappe, mit erneuter alphabetischer Reihenfolge. 181 Häftlinge wurden in zwei Transporten am 10. und 12. August aus dem Lager deportiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wieder fand eine etwa zweimonatige Pause statt. Eine vierte Etappe fand vom 7. Oktober bis zum 14. Oktober 1942 statt. In drei Transporten wurden 330 Häftlinge deportiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den 2.524 Häftlingen, die in diesen vier Etappen nach Hartheim transportiert wurden, kamen am 9. November weitere 150.&amp;lt;ref&amp;gt;Zámečník, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß einer Anweisung des [[Reichsführer SS|Reichsführers SS]] [[Heinrich Himmler|Himmler]] teilte ein Rundschreiben vom 27. April 1943 mit, dass nur noch „geisteskranke“ Häftlinge ausgesondert werden duften. Bettlägerige Häftlinge, beispielsweise [[Tuberkulose|TBC]]-Patienten, sollten zu einer Arbeit herangezogen werden, die auch im Bett verrichtbar sei. Der Arbeitszwang für Bettlägerige wurde in Dachau jedoch nicht realisiert. Das Rundschreiben bezog sich auf [[Adolf Hitler|Hitlers]] Forderung, die größtmögliche Anzahl von Häftlingen in die Rüstungsproduktion einzubeziehen. Mit dem Rundschreiben endete die eigentliche Aktion 14f13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Selektionen ===&lt;br /&gt;
Auch nach Ende der Aktion 14f13 wurde das Tötungsprogramm fortgesetzt, jedoch in vereinfachter Weise:&amp;lt;ref&amp;gt;Zámečník, S. 223.&amp;lt;/ref&amp;gt; Drei- bis viermal im Jahr sonderten [[Personal im KZ Dachau#SS-Ärzte|Dachauer Lagerärzte]] Häftlinge aus, die im Krankenrevier waren, der Pflege bedurften und auf absehbare Zeit nicht fähig zur Zwangsarbeit waren. Diese Häftlinge wurden in den Invalidenblock verlegt, wo viele an ihren Krankheiten starben oder verhungerten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. Januar 1944 wurden aus Dachau 1.000 „Invaliden“ nach Lublin-Majdanek [[Deportation|deportiert]]. Der Transport traf am 6. Januar mit 29 Toten im [[KZ Majdanek]] ein. Die erste Nacht schliefen die Häftlinge auf dem Betonboden des unbeheizten Lager-Duschraums, in dieser Nacht starben weitere 27. Innerhalb der ersten drei Monate starben mindestens 469 Häftlinge des Transports aus Dachau. In diesem Zeitraum waren auch aus anderen Lagern sogenannte „Invaliden“ nach Majdanek transportiert worden, insgesamt etwa 18.000.&amp;lt;ref&amp;gt; [[Zofia Leszczyńska]] hat eine Studie zu Majdanek erstellt: Zofia Leszczyńska: Transport wiezniow chorych i kalek przeniesionych z obozu koncentracyjnego Dachau na Majdanek 7 stycznia 1944 roku. Zeszyty Majdanka X, S. 135–183.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Transportliste KZ Mühldorf.JPG|mini|Liste eines sogenannten „[[Invalidentransport]]s“]]&lt;br /&gt;
Aus den Dachauer [[Außenlager des KZ Dachau|Außenlagern]] kam es ebenfalls zu „Invalidentransporten“. Nach der physischen Ruinierung durch Zwangsarbeit wurden „kranke oder arbeitsunfähige“ Häftlinge in [[Gaskammer (Massenmord)|Gaskammern]] geschickt, beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* im Juli 1944 fand ein Transport von 131 „arbeitsunfähigen“, jüdischen Kindern statt. Von Kaufering wurden sie ins Hauptlager Dachau verlegt, von hier nach [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] deportiert. Etwa 70 von ihnen wurden nach einer [[Selektion (Konzentrationslager)|Selektion]] [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|vergast]].&amp;lt;ref&amp;gt;Prozess Dachau, Aussage von Sloma Levine, S. 736–740.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* am 25. September 1944 selektierte [[Erika Flocken]], [[Organisation Todt]], 280 jüdische, „invalide“ Häftlinge aus dem [[KZ-Außenlagerkomplex Mühldorf]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kopie Dachauer Archiv, DA-20176.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 9. Oktober 1944 aus Kaufering wurden 277 jüdische Männer und 5 Frauen deportiert. Ihre Ankunft wurde in Auschwitz nicht registriert, was bedeutet, dass sie dort umgehend in die Gaskammer geschickt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Dachauer Archiv, DA-1044.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* am 25. Oktober 1944: Transport von 555 Häftlingen aus Mühldorf nach Auschwitz&lt;br /&gt;
* am 31. Oktober 1944: Abtransport von 1.020 Häftlingen aus Kaufering nach Auschwitz&amp;lt;ref&amp;gt;Kopie Dachauer Archiv, DA-20177.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der heranrückenden Front wurde der Gaskammern-Betrieb von Auschwitz im November 1944 eingestellt. Das [[KZ Bergen-Belsen#Konzentrationslager Bergen-Belsen|KZ Bergen-Belsen]] übernahm nun die Vernichtung der „Invaliden“ und wurde von der SS als „Erholungslager“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Eberhard Kolb: &amp;#039;&amp;#039;Bergen-Belsen. Geschichte des &amp;quot;Aufenthaltslagers&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, S. 121–125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* am 21. Dezember 1944 brachte ein „Invalidentransport“ 1.400 Häftlinge aus Dachau nach Bergen-Belsen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dachauer Archiv, DA-1044.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== NS-Propaganda ==&lt;br /&gt;
Um Aufruhr und Meuterei im Lager zu verhindern, gab die SS vor, der Abtransport der kranken Häftlinge erfolge in ein besseres Lager. Zunächst glaubten Häftlinge die Aussage der SS, es gäbe ein Erholungslager oder ein Lager mit besseren Bedingungen, viele meldeten sich freiwillig. Häftlinge, die in der Kleidungsabteilung des Lagers arbeiteten, bemerkten jedoch, wie die Häftlingskleidung der „Invaliden“ wieder ins Lager zurückgeschickt wurde. Unter vielen Häftlingen wurde es ein offenes Geheimnis, dass die „Invaliden“ getötet würden. Andere erfuhren erst nach der eigenen Verlegung in den Invalidenblock des Lagers, was ihnen wahrscheinlich bevorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Stanislav Zámečník]]: (Hrsg. [[Comité International de Dachau]]): &amp;#039;&amp;#039;Das war Dachau&amp;#039;&amp;#039;. Luxemburg 2002, ISBN 2-87996-948-4. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ Dachau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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