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	<title>Interessenkonflikt - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T17:46:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Interessenkonflikt&amp;diff=107338&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;InternetArchiveBot: InternetArchiveBot hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5</title>
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		<updated>2025-07-21T06:32:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Interessenskonflikt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Interessenkonflikt |titel=Interessenkonflikt, seltener Interessenskonflikt, der |werk=[[duden.de]] |abruf=2025-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Interessenkollision&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Konflikt]], der durch das Zusammentreffen gegensätzlicher [[Interesse (Politikwissenschaft)|Interessen]] in einer [[Person]] entsteht, die ihren Ursprung im unterschiedlichen [[Sozialer Status|Status]] dieser Person haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Einerseits hat die Person aus [[vertrag]]lichen, [[gesetz]]lichen oder [[moral]]ischen Gründen die Interessen eines Anderen zu wahren; andererseits ist sie zugleich [[Privatperson]] mit eigenen Interessen oder befindet sich in einem weiteren Verhältnis zur Wahrung von Fremdinteressen, aufgrund dessen sie kollidierende Fremdinteressen zu wahren hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=mrRRqL8U4t0C&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=interessenkonflikt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjXu7fkl7faAhUoM5oKHfkxAPgQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=interessenkonflikt&amp;amp;f=false Christoph Kumpan: &amp;#039;&amp;#039;Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2014, S. 27 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; „Interesse wahren“ heißt, dass die Person [[Entscheidung]]en treffen muss, um eigenes Interesse oder Fremdinteresse durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsinhalt ==&lt;br /&gt;
Ein einheitliches Verständnis des Begriffs „Interessenkonflikt“ hat sich bisher noch nicht entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Kumpan: &amp;#039;&amp;#039;Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2014, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst das durch [[Richtlinie (EU)|EU-Richtlinien]] kodifizierte [[Gesellschaftsrecht (Deutschland)|Gesellschafts-]] und [[Kapitalmarktrecht]], das umfangreiche Regelungen für den Umgang mit Interessenkonflikten enthält, definiert den Begriff nicht. Auch als [[Rechtsbegriff]] kommt der Interessenkonflikt vor (etwa in {{§|1897|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;5 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]], {{§|27|kagb|juris}} [[Kapitalanlagegesetzbuch|KAGB]], {{§|43a|brao|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 [[Bundesrechtsanwaltsordnung|BRAO]] oder {{§|53|wipro|juris}} [[Wirtschaftsprüferordnung|WiPrO]]); die Gesetze vermeiden jedoch eine [[Legaldefinition]]. Definitionen scheitern auch daran, dass bereits das Homonym „Interesse“ ({{laS|inter esse}}, „dazwischen sein“, „dabei sein“) schwer fassbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Kumpan: &amp;#039;&amp;#039;Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2014, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es kann als eine „positive Bezogenheit“ aufgefasst werden, die ein [[Rechtssubjekt]] zu bestimmten [[Rechtsobjekt]]en oder [[Sachverhalt]]en hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Kumpan: &amp;#039;&amp;#039;Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2014, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Verfolgung aller [[Ziel]]e ([[Persönliches Ziel|persönliche Ziele]], [[Unternehmensziel]]e wie [[Sachziel]]e oder [[Formalziel]]e) gehört zum Interesse. Der intrapersonale Konflikt ({{laS|confligere}}, „zusammentreffen“) wiederum stellt sich als die Unvereinbarkeit widersprüchlicher Interessen dar ([[Zielkonflikt]]). Er kann aus [[Organisation|organisatorischen]] oder [[Ethik|ethischen]] – meist [[Berufsethik|berufsethischen]] – Gründen nicht hingenommen werden, da er sich [[Produktivität|kontraproduktiv]] im Sinne höher angesehener Werte, Interessen oder Ziele auswirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine häufig verwendete Definition des Interessenkonflikts geht zurück auf Dennis F. Thompson und wurde von diesem 1993 im [[The New England Journal of Medicine|New England Journal of Medicine]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=A conflict of interest is a set of conditions in which professional judgment concerning a primary interest (such as a patient’s welfare or the validity of research) tends to be unduly influenced by a secondary interest (such as financial gain).&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Autor=Dennis F. Thompson&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOI10.1056/NEJM199402173300713&amp;quot;&amp;gt;Dennis F. Thompson: &amp;#039;&amp;#039;Conflicts of Interest.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;New England Journal of Medicine.&amp;#039;&amp;#039; 330, 1994, S.&amp;amp;nbsp;503–503, [[doi:10.1056/NEJM199402173300713]].&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesentlich an der Definition ist, dass der Interessenkonflikt beginnt, wenn das Risiko der Beeinflussung besteht, und nicht erst, wenn eine solche Beeinflussung tatsächlich auch stattgefunden hat.&amp;lt;ref&amp;gt;David Klemperer: &amp;#039;&amp;#039;Was ist ein Interessenkonflikt und wie stellt man ihn fest?&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Lieb, David Klemperer, Wolf-Dieter Ludwig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikte in der Medizin. Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; 2011, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sekundäre Interessen müssen dabei nicht materieller oder speziell finanzieller Art sein, sie können auch nicht-materieller Art sein. Beispiele dafür sind der Wunsch, Freunde zu unterstützen, oder das Streben nach Anerkennung.&amp;lt;ref&amp;gt;David Klemperer: &amp;#039;&amp;#039;Was ist ein Interessenkonflikt und wie stellt man ihn fest?&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Lieb, David Klemperer, Wolf-Dieter Ludwig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikte in der Medizin. Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; 2011, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Grundlage der Definition von Thompson erarbeitete die [[Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]] eine eigene Definition: „Interessenkonflikte sind definiert als Gegebenheiten, die ein Risiko dafür schaffen, dass professionelles Urteilsvermögen oder Handeln, welches sich auf ein primäres Interesse bezieht, durch ein sekundäres Interesse unangemessen beeinflusst wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Werkzeuge/empf-coi.pdf |wayback=20130916201724 |text=Empfehlungen der AWMF zum Umgang mit Interessenkonflikten bei Fachgesellschaften. |archiv-bot=2025-07-21 06:32:20 InternetArchiveBot }} Erarbeitet von einer Ad-hoc-Kommission der AWMF und verabschiedet vom Präsidium der AWMF am 23. April 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[OECD]] hat 2006 den Interessenkonflikt für [[Öffentlich Bediensteter|öffentliche Bedienstete]] wie folgt definiert: „Ein Interessenkonflikt ist ein Konflikt zwischen den [[Amtspflicht]]en und den Privatinteressen eines öffentlichen Bediensteten, bei dem die Interessen, die ein öffentlicher Bediensteter in seiner Eigenschaft als [[Privatperson]] hat, die Wahrnehmung seiner amtlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten auf [[Billigkeit|unbillige]] Weise beeinflussen können“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=7aU4nD3vaOMC&amp;amp;pg=PA8&amp;amp;dq=Privatperson+Interessenkonflikte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiwtMjx27TaAhUJD5oKHZIgAXEQ6AEILDAB#v=onepage&amp;amp;q=Privatperson%20Interessenkonflikte&amp;amp;f=false OECD, &amp;#039;&amp;#039;OECD-Leitlinien für die Behandlung von Interessenkonflikten im öffentlichen Dienst&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 8.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Definition trifft auf alle [[Arbeitnehmer]] gegenüber ihren [[Arbeitgeber]]n oder [[Dritter|Dritten]] zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vermeidung ==&lt;br /&gt;
Zur Vermeidung von Interessenkonflikten ist zwischen &amp;#039;&amp;#039;persönlicher&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;organisatorischer&amp;#039;&amp;#039; Konfliktverhinderung zu unterscheiden. Die von potenziellen Interessenkonflikten betroffene Person wird sich rechtzeitig ihres Dilemmas bewusst und trifft eine Entscheidung entweder im Fremd- oder im Eigeninteresse. Als Instrument zur Vermeidung der Interessenkonflikte im unternehmensinternen Bereich kommt primär eine konfliktverhütende betriebliche [[Organisation]] in Betracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Eisele: &amp;#039;&amp;#039;Insiderrecht und Compliance.&amp;#039;&amp;#039; In: WM 1993, S. 1021 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Chinese Wall (Finanzwelt)|Chinese Walls]] in Kreditinstituten sind beispielsweise die räumliche und organisatorische Trennung ([[Funktionstrennung]]) von [[Emission (Wirtschaft)|Fremdemission]] und [[Wertpapieranalyse]], [[Handel (Finanzwirtschaft)|Handel]] und [[Abwicklung (Finanzmanagement)|Abwicklung]], [[Marktfolge]] und [[Kundenmanagement]]. Diese so genannte [[Compliance (BWL)|Compliance]]-Organisation ist auch auf die Vermeidung bzw. Steuerung der bei der Erbringung von [[Wertpapierdienstleistung]]en, [[Handelsgeschäft]]en oder [[Kreditgeschäft]]en auftretenden Interessenkonflikte zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden sowie zwischen den Kunden untereinander gerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich L. Göres: &amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikte von Wertpapierdienstleistern und -analysten bei der Wertpapieranalyse.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 83.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
Interessenkonflikte entstehen, wenn ein [[Bevollmächtigter]], [[Funktionär]], [[Gutachter]], [[Repräsentation (Politik)|Repräsentant]], [[Stellvertreter]] oder sonstiger [[Funktionsträger]] gleichzeitig einerseits das Fremdinteresse seines Geschäftsherrn oder [[Auftraggeber]]s wahrnimmt, andererseits auch das Eigeninteresse als [[Privatperson]] verfolgt. Besitzt beispielsweise ein Finanzmarktteilnehmer mehrere Interessen, die ihn dazu bewegen könnten, Informationen zu missbrauchen oder zu unterschlagen, die für die Funktionsfähigkeit der [[Finanzmarkt|Finanzmärkte]] erforderlich sind, liegt eine Interessenkollision vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrew Crockett, Trevor Harris, Frederic S. Mishkin, Eugene N. White |Titel=Conflicts of Interest in the Financial Services Industry |Sammelwerk=Geneva Reports of the World Economy |Band=5 |Datum=2004 |Seiten=4 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Aufsichtsrat]]smitglied einer [[Aktiengesellschaft (Deutschland)|Aktiengesellschaft]] darf nicht zugleich auch [[Vorstandsmitglied]] sein ({{§|105|aktg|juris}} Abs. 1 [[Aktiengesetz (Deutschland)|AktG]]). Die hierin geforderte [[Funktionstrennung]] verhindert eine Interessenkollision. Ein Interessenkonflikt besteht auch dann, wenn ein Aufsichtsratsmitglied als [[Kreditnehmer]] [[Notleidender Kredit|notleidende Kredite]] bei jenem [[Kreditinstitut]] hat, bei dem er auch sein Aufsichtsratsmandat innehat. Ein [[moralisches Risiko]] besteht darin, dass Mitarbeiter die von ihnen kontrollierten oder bearbeiteten [[Ressource]]n oder Informationen zu ihrem persönlichen Nutzen und nicht zu dem des Unternehmens einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Shyam Sunder |Titel=Politisch-ökonomische Betrachtungen zum Zusammenbruch der Rechnungslegung in den USA |Sammelwerk=Die Wirtschaftsprüfung |Datum=2003 |Seiten=145}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer beispielsweise als Bankangestellter dienstlich kurserhebliche [[Information]]en erhält und diese als [[Privatperson]] durch private [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] ausnutzt, bevor diese Informationen öffentlich bekannt geworden sind, handelt als [[Insider]]. Ein [[Insidergeschäft]] liegt gemäß Art.&amp;amp;nbsp;8 Absatz&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;1 [[Marktmissbrauchsverordnung]] (MMVO) vor, wenn jemand ein [[Finanzinstrument]] unter Nutzung einer Insiderinformation für eigene oder fremde Rechnung direkt oder indirekt erwirbt oder veräußert. Diese Insidergeschäfte sind gemäß {{§|119|wphg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;5 [[WpHG]] strafbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgeprägte Interessenkonflikte gibt es auch in der [[Finanzberatung]]/[[Anlageberatung]] und [[Vermögensverwaltung]]. Berater erhalten [[Provision]]en von Kreditinstituten und Produktanbietern, wenn sie ihren Kunden gewisse [[Finanzprodukt]]e empfehlen. Hohe [[Kosten]] gehen stets zu Lasten der [[Rendite]] des Kunden – [[Finanzinstrument]]e mit hohen [[Bankgebühr]]en lösen aber auch höhere [[Kick-back|Rückvergütungen]] aus. Der Interessenkonflikt wird verstärkt, weil die Provisionen versteckt als [[Innenprovision]]en (auch nach der Einführung der [[Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente|Finanzmarktrichtlinie]]) fließen. Die deutsche [[Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht|BaFin]] beispielsweise legt hierzu fest: „Bei eventuellen Interessenkonflikten müssen die Interessen des Wertpapierdienstleistungsunternehmens grundsätzlich hinter den Interessen seiner Kunden zurückstehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bafin.de/DE/Aufsicht/BankenFinanzdienstleister/Verhaltenspflichten/verhaltenspflichten_node.html |titel=Verhaltenspflichten |hrsg=Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht |datum=2016-03-22 |abruf=2022-12-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwaltschaft ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen}}&lt;br /&gt;
[[Rechtsanwalt|Rechtsanwälten]] ist es verboten, sich in Ausübung ihrer Tätigkeit in Interessenkonflikte zu begeben. Sie dürfen in derselben Rechtssache keine [[Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen|widerstreitenden Interessen]] vertreten, {{§|3|bora|dejure}} [[Berufsordnung für Rechtsanwälte|BORA]].&amp;lt;ref&amp;gt;Susanne Offermann-Burckard: &amp;#039;&amp;#039;Interessenkollision – Was jeder Anwalt wissen sollte.&amp;#039;&amp;#039; In: Anwaltsblatt 6/2008, S. 446 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie unterliegen in einem solchen Fall einem [[Tätigkeitsverbot]] nach {{§|45|brao|dejure}} [[BRAO]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Whistleblower ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Whistleblower}}&lt;br /&gt;
[[Whistleblower]] gehen zusätzlich zu dem Interessenkonflikt auch einen [[Gewissenskonflikt]] ein, wenn sie mit dem [[Dilemma]] des [[Geheimnisverrat]]s ([[Staatsgeheimnis]], [[Betriebs- und Geschäftsgeheimnis]], [[Bankgeheimnis]]) und dem [[öffentliches Interesse|öffentlichen Interesse]] an der [[Veröffentlichung]] bestimmter [[Information]]en konfrontiert werden. Die letztendlichen Ziele des Geheimnisverrats sind in der Unterbindung der als Missstand empfundenen Vorgänge und der Beendigung der beim Whistleblower bestehenden Interessenkonflikte zu sehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=c7gkBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA252&amp;amp;dq=Whistleblower+Interessenkonflikt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjq7oH-ttLaAhXiB5oKHXK0BfMQ6AEIMTAC#v=onepage&amp;amp;q=Whistleblower%20Interessenkonflikt&amp;amp;f=false Alexander Classen: &amp;#039;&amp;#039;Interessenvertretung in der Europäischen Union.&amp;#039;&amp;#039; 2014, S. 252.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zivilrecht ==&lt;br /&gt;
Das [[Insichgeschäft]] („Selbstkontrahieren“) ist gemäß {{§|181|bgb|juris}} BGB verboten, damit Interessenkollisionen eingeschränkt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Medicus (Rechtswissenschaftler)|Dieter Medicus]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Recht. Eine nach Anspruchsgrundlagen geordnete Darstellung zur Examensvorbereitung&amp;#039;&amp;#039;, 1968; 23., neu bearbeitete Auflage mit [[Jens Petersen (Jurist, 1969)|Jens Petersen]], 2015, ISBN 978-3-8006-3908-3, Rnr. 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Charakteristisch ist eine Personenidentität, bei welcher der Vertreter die eine und der durch ihn vertretene Geschäftsherr die andere Partei des [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäfts]] ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=jRJOYEcoiAAC&amp;amp;pg=PA105&amp;amp;dq=Selbstkontrahieren+Interessenkonflikt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjSrPrG88DaAhWGDiwKHbl5AGIQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=Selbstkontrahieren%20Interessenkonflikt&amp;amp;f=false Stephan Festner: &amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikte im deutschen und englischen Vertretungsrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 106.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings sind die Begriffe Selbstkontrahieren und Interessenkonflikt nicht deckungsgleich; denn einerseits erzeugen nicht alle Insichgeschäfte einen Interessenkonflikt, andererseits können auch nicht selbst kontrahierte Geschäfte einen Interessenkonflikt auslösen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Festner: &amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikte im deutschen und englischen Vertretungsrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstige Gebiete ==&lt;br /&gt;
Beispiele für weitere Interessenkonflikte:&lt;br /&gt;
* [[Beamter (Deutschland)|Beamte]] sind gemäß {{§|65|bbg_2009|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Bundesbeamtengesetz|BBG]] von [[Amtshandlung]]en zu befreien, die sich gegen sie selbst oder Angehörige richten würden.&lt;br /&gt;
* Die Vereinbarkeit von [[Politisches Amt|politischen Ämtern]] und [[Beruf]], insbesondere was die Erwerbsabsichten während, aber auch vor und nach der Amtsführung betrifft (so z.&amp;amp;nbsp;B. EU-[[Verhaltenskodex]] oder österr. [[Unvereinbarkeitsgesetz (Österreich)|Unvereinbarkeitsgesetz]]).&lt;br /&gt;
* Die Vereinbarkeit von Staatsämtern mit Parlamentsmandaten, siehe [[Grundsatz der Inkompatibilität]].&lt;br /&gt;
* In der [[Medizin]] und der [[biomedizin]]ischen Forschung können Ärzte durch Unterstützung von [[Pharmaunternehmen|Pharma-]] und [[Medizinaltechnik]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;unternehmen in Interessenkonflikte kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pmid19998591&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=G.A. Jelinek, S.L. Neate |Titel=The influence of the pharmaceutical industry in medicine |Sammelwerk=Journal of Law and Medicine |Band=17 |Nummer=2 |Datum=2009-10 |Seiten=216–223 |Online=http://www.takingcontrolofmultiplesclerosis.org/article_pdfs/j09_v017_JLM_pt02_jelinek_neate_91.pdf |Format=PDF |PMID=19998591}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;pmid20181969&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=B. Lo |Titel=Serving two masters--conflicts of interest in academic medicine |Sammelwerk=[[New England Journal of Medicine|NEJM]] |Band=362 |Nummer=8 |Datum=2010-02 |Seiten=669–671 |DOI=10.1056/NEJMp1000213 |PMID=20181969}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;pmid19949717&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=S.N. Young |Titel=Bias in the research literature and conflict of interest: an issue for publishers, editors, reviewers and authors, and it is not just about the money |Sammelwerk=J Psychiatry Neurosci |Band=34 |Nummer=6 |Datum=2009-11 |Seiten=412–417 |Online=https://web.archive.org/web/20130420133229/http://www.cma.ca/multimedia/staticContent/HTML/N0/l2/jpn/vol-34/issue-6/pdf/pg412.pdf |Format=PDF |Abruf=2010-03-27 |PMC=2783432 |PMID=19949717}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um die Transparenz zu erhöhen, müssen in biomedizinischen wissenschaftlichen Publikationen Interessenkonflikte angegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;icmje_format&amp;quot;&amp;gt;[http://www.icmje.org/conflicts-of-interest/ International Committee of Medical Journal Editors (icmje)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wame_coi&amp;quot;&amp;gt;[http://www.wame.org/about/conflict-of-interest-in-peer-reviewed-medical World Association of Medical Editors (wame)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Typische Urform der in einer Person zusammenkommenden gegensätzlichen Interessen ist der [[Doppelagent]], der gleichzeitig für zwei gegeneinander arbeitende [[Nachrichtendienst]]e tätig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* David Klemperer: &amp;#039;&amp;#039;Was ist ein Interessenkonflikt und wie stellt man ihn fest?&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Lieb, David Klemperer, Wolf-Dieter Ludwig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Interessenkonflikte in der Medizin. Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2011, {{DOI|10.1007/978-3-642-19842-7_2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4123438-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftsethik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;InternetArchiveBot</name></author>
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