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	<title>Interessenjurisprudenz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T10:31:21Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Interessenjurisprudenz&amp;diff=41035&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;FWS AM: /* Inhaltliche Bedeutung */</title>
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		<updated>2026-04-08T05:54:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhaltliche Bedeutung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Interessenjurisprudenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[juristische Methodenlehre]] der [[Rechtswissenschaft]]. Sie wurde in den 1900er-Jahren aus dem Ansatz heraus entwickelt, dass Ziel des [[Recht]]s sein muss, [[Interessenkonflikt]]e friedlich zu lösen. Im Sinne des Fortschritts versucht die Interessenjurisprudenz sicherzustellen, dass rechtliche Modernisierungen auf Ausgleich der Interessenslagen bedacht sind. Zur Rechtsfortbildung werden die Interessenbewertungen des Gesetzgebers herangezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Interessenjurisprudenz wurde maßgeblich von [[Philipp Heck]] und [[Rudolf Müller-Erzbach]] entwickelt und fußt auf der Ethik [[Jeremy Bentham]]s und [[Rudolf von Jhering]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Coing]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsphilosophie&amp;#039;&amp;#039;, S. 136, 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Anschluss an Jhering versteht die Interessenjurisprudenz jede [[Rechtsnorm|gesetzliche Norm]] als Entscheidung des [[Gesetzgeber]]s, einzelne gesellschaftliche [[Interessenkonflikt]]e zu befrieden. Der [[Richter]], der ein [[Gesetz]] [[Auslegung (Recht)|auslegt]], muss sich diese Konflikte vor Augen führen, das originäre gesetzliche Ansinnen gleichsam „rekonstruieren“, damit die Entscheidung des Gesetzgebers bei Erlass der Norm zutreffend erfasst werden kann. Hecks Vorstellungen entsprechend, soll sich der Rechtsanwender die Intention des Gesetzgebers deutlich machen, warum bestimmte Interessenslagen bevorzugt behandelt wurden, oder warum er für legislatorischen Ausgleich sorgte, wenn Interessenskollisionen bestehen bleiben mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Edelmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der Interessensjurisprudenz.&amp;#039;&amp;#039; Bad Homburg. 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche auch [[Philipp Heck]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzesauslegung und Interessenjurisprudenz&amp;#039;&amp;#039;, [[Archiv für die civilistische Praxis|AcP]] 112 (1914), 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Richter muss also ermitteln, welche Interessen sich in dem zu beurteilenden Fall gegenüberstehen. Er muss prüfen, ob und gegebenenfalls wie das Gesetz diesen Interessenkonflikt entschieden hat. Da sich die Methode der Interessensjurisprudenz nach Hecks Auffassung der „Lebensforschung“ und der „Lebenswertung“ verschrieben hat,&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche auch Philipp Heck: &amp;#039;&amp;#039;Begriffsbildung und Interessensjurisprudenz.&amp;#039;&amp;#039; 1932. S. 17 (&amp;#039;&amp;#039;„Primat der Lebensforschung und Lebenswertung.“&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt; vermag der Richter auf Basis seiner erlangten Erkenntnisse, Recht zutreffend zu interpretieren und gegebenenfalls rechtsschöpfend tätig zu werden. Die Interessensjurisprudenz griff [[Max Weber]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;Rechtssoziologie&amp;#039;&amp;#039; auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jens Petersen (Jurist, 1969)|Jens Petersen]]: &amp;#039;&amp;#039;Max Webers Rechtssoziologie und die juristische Methodenlehre&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage, Mohr Siebeck 2020. ISBN 978-3-16-159120-4. S. 4 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Schoppmeyer (Jurist)|Heinrich Schoppmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Juristische Methode als Lebensaufgabe: Leben, Werk und Wirkungsgeschichte Philipp Hecks.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, 2001. S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch kann die Interessenjurisprudenz als Weiterentwicklung der [[Begriffsjurisprudenz]] Jherings begriffen werden. Ursprünglich wollte Jhering ein methodisch von subjektiven Einflüssen befreites Recht etablieren, das sich zudem an [[Friedrich Carl von Savigny|Savignys]] [[Historische Rechtsschule|rechtsgeschichtlichem Bewusstsein]] orientierte. Davon rückte er insofern ab, als er Recht nicht mehr über die bloße Abstraktion von Begrifflichkeiten definieren wollte. Erfolg war ihm dabei insofern beschieden, als er in seinem unvollendet gebliebenen Werk &amp;#039;&amp;#039;Der Zweck im Recht&amp;#039;&amp;#039; (1877/83), erste Komponenten einer [[Rechtssoziologie]] vorwegnahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Uwe Wesel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Beck, München 2006, ISBN 3-406-47543-4. Rn. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die fundamentalen Überlegungen Hecks und die noch zaghaften Ansätze Jherings übertrug [[Franz von Liszt]] dann auf das Strafrecht (&amp;#039;&amp;#039;Der Zweckgedanke im Strafrecht&amp;#039;&amp;#039; 1882).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1900 wurde der Ansatz in der deutschen Privatrechtsdogmatik vorherrschend und auch die [[Rechtsprechung]] übernahm die Methode.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Coing: &amp;#039;&amp;#039;Europäisches Privatrecht 1800–1914&amp;#039;&amp;#039;, München 1989. § 7 V, S. 51–53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die Interessenjurisprudenz geht von zwei zentralen [[Prämisse]]n aus: erstens von der [[Gesetzesbindung|Bindung]] des Richters an das Gesetz, zweitens von der Unzulänglichkeit und [[Gesetzeslücke|Lückenhaftigkeit]] gesetzlicher Normen („Lückentheorie“). Zur Füllung von Lücken soll der Richter jene Wertentscheidungen heranziehen, die im Gesetz niedergelegt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Peter Haferkamp]]: &amp;#039;&amp;#039;Lebensbezüge in der Zivilrechtsdogmatik des 19. und 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Spomenica Valtazara Bogišića (Gedächtnisschrift für Valtazar Bogišića)&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Belgrad 2011, S. 301–313 (302).&amp;lt;/ref&amp;gt; Fehlt dazu eine einschlägige Norm, ist der Richter aufgefordert, rechtsschöpferisch tätig zu werden, er soll dann [[Rechtsfortbildung|Recht fortbilden]]. Maßstab seiner Entscheidung ist die gesetzliche Grundentscheidung zu den sich einander gegenüberstehenden Interessen in vergleichbaren Fällen. Den Richter trifft nicht buchstabengenauer, sondern „interessengemäßer“ Gehorsam gegenüber dem Gesetz. Das Verfahren war als [[Analogie (Recht)|Gesetzes-/Rechtsanalogie]] zwar längst bekannt, erfuhr aber über die Anwendung auf die Parteieninteressen eine neue methodische Begründung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waren Lücken im Gesetz beabsichtigt, weil sie entweder durch richterliches [[Ermessen]] auf der [[Rechtsfolge]]nseite gefüllt werden sollten, oder bestanden sie aufgrund [[Unbestimmter Rechtsbegriff|unbestimmter Rechtsbegriffen]] auf [[Tatbestand#Tatbestand in der Rechtswissenschaft|Tatbestandsseite]], oblag es dem Richter, den Einzelfall so zu entscheiden, wie er ihn – versetzt in die Rolle des Gesetzgebers – entscheiden würde. Diese Aufforderung ist beispielsweise im Art.&amp;amp;nbsp;1 des [[Schweizerisches Zivilgesetzbuch|Schweizerischen Zivilgesetzbuches]] normiert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19070042/index.html#a1 Art.&amp;amp;nbsp;1] ZGB, abgerufen am 17. Juli 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Drittes Reich|Dritten Reich]] wurde die Interessenjurisprudenz als zu individualistisch abgelehnt. Die [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] [[Rechtsphilosophie]] kritisierte, dass die Interessenjurisprudenz die nationalen und gemeinschaftlichen Interessen mit materiellen Einzelinteressen auf eine Stufe stelle und die Einheit von Gemeinschafts- und Sonderinteressen vernachlässige.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Larenz]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechts- und Staatsphilosophie&amp;#039;&amp;#039;, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Interessenjurisprudenz baut die spätere [[Wertungsjurisprudenz]] auf, deren Credo war, dass dem [[Gesetz]] stets eine gesetzgeberische Bewertung zugrunde liegt. Diese bewerteten Interessen werden Inhalt von Rechtsnormen.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Coing: Allgemeine Rechtsgrundsätze in der Rechtsprechung des Reichsgerichts zum Begriff der „guten Sitten.“ In: [[Neue Juristische Wochenschrift|NJW]] I (1947/48). S. 213–217.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Philipp Heck]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzesauslegung und Interessenjurisprudenz&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Archiv für die civilistische Praxis|AcP]] 112 (1914), S. 1 ff.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Wiethölter]]: &amp;#039;&amp;#039;Begriffs- oder Interessenjurisprudenz&amp;#039;&amp;#039;, Festschrift [[Gerhard Kegel (Jurist)|Gerhard Kegel]], 1977, S. 213–263, [https://www.jura.uni-frankfurt.de/42908765/fronten.pdf Volltext]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.uni-trier.de/index.php?id=16425 Rechtshistorischer Podcast, Folge 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Juristische Methodenlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrechtsgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;FWS AM</name></author>
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