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	<title>Interbankenhandel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T06:08:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-07-21T05:48:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 2 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Interbankenhandel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Interbankgeschäft&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Interbankenmarkt&amp;#039;&amp;#039;) wird der weltweite [[Handel (Finanzwirtschaft)|Handel]] mit [[Finanzinstrument]]en und [[Finanzprodukt]]en zwischen [[Kreditinstitut]]en genannt. Nicht zum Interbankenhandel gehören die [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäfte]] von Kreditinstituten mit ihrer [[Zentralbank]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Handelsobjekt]]e sind unter anderem [[Devisen]], [[Derivat (Wirtschaft)|Derivate]], [[Edelmetalle]], [[Geld]], [[Wertpapier]]e oder [[Sorten]]. Sie werden auf folgenden [[Teilmarkt|Teilmärkten]] gehandelt:  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Teilmarkt]]&lt;br /&gt;
! [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]]&lt;br /&gt;
! [[Nachfrage]]&lt;br /&gt;
! [[Produktgruppe]]&lt;br /&gt;
! [[Preis (Wirtschaft)|Preis]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Devisenmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Devisenangebot]] || [[Devisennachfrage]] || [[Devisen]] || [[Devisenkurs]]e&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Geldmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Geldangebot]] || [[Geldnachfrage]] || [[Geldmarktpapier]]e || [[Geldmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kapitalmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Kapitalangebot]] || [[Kapitalnachfrage]] || [[Effekten]] || [[Kapitalmarktzins]], &amp;lt;br /&amp;gt; [[Börsenkurs]]e&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kreditmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Kreditangebot]] || [[Kreditnachfrage]] || [[Kredit]]e || [[Kreditzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Goldmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Gold]]angebot || [[Gold]]nachfrage  || [[Goldbarren]], [[Goldmünze]]n || [[Goldpreis]]&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einigen Teilmärkten (insbesondere Devisen- und Geldmarkt) wirkt im Rahmen der [[Geldpolitik|Geld-]] und [[Währungspolitik]] die Zentralbank als Marktteilnehmer mit, auch wenn sie nicht zum [[Bankensektor]] gerechnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Interbankenmarkt ist ein Teilmarkt des [[Bankenmarkt]]s und gewährt nur Kreditinstituten [[Marktzutritt]]. Er setzt [[Kapitalverkehrsfreiheit]] voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Im Interbankenhandel werden auf dem Interbankenmarkt Handelsobjekte wie Geld, Devisen, Sorten oder Wertpapiere zu [[Interbankenkurs]]en ausgetauscht. Interbankenmarkt wiederum ist der ökonomische Ort (also kein geografisch eingrenzbarer Ort), an dem Interbankenangebot und -nachfrage aufeinander treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Geldleihe]]n werden international anerkannte [[Referenzzinssatz|Referenzzinssätze]] wie EURIBOR, LIBOR oder EONIA bei der Zinsberechnung zugrunde gelegt:&lt;br /&gt;
* [[EURIBOR]] (European Interbank Offered Rate) ist ein internationaler repräsentativer Euro-Geldmarktzinssatz, der unter Banken für unbesicherte Euro-Geldanlagen mit einer Laufzeit bis zu maximal 12 Monaten gezahlt wird.&lt;br /&gt;
* [[LIBOR]] (London Interbank Offered Rate) ist der erstmals im Januar 1986 eingeführte Referenzzins für unbesicherte [[Geldmarkt|Geldmarktkredite]] (1 Tag bis maximal 12 Monate) zwischen den wichtigsten, international tätigen Banken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb_glossar&amp;quot;&amp;gt; {{Webarchiv|text=Glossar der SNB |url=http://www.snb.ch/de/system/glossary |wayback=20150217163822 |archiv-bot=2018-04-16 04:15:39 InternetArchiveBot }} (eine Sammlung erklärungsbedürftiger Begriffe). Abgerufen am 4. Februar 2015&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese melden bankwerktäglich der Nachrichtenagentur [[Thomson Reuters]] gegen 11:00 Uhr Londoner Zeit [[Greenwich Mean Time|(GMT)]] den Zinssatz, zu dem sie am Londoner  Interbankenmarkt unbesicherte Geldmarktkredite in handelsüblicher Größe aufnehmen würden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ice&amp;quot; /&amp;gt; Der Durchschnittszinssatz wird von &amp;#039;&amp;#039;Thomson Reuters&amp;#039;&amp;#039; nach bestimmten Kriterien errechnet, von der durch die &amp;#039;&amp;#039;Financial Conduct Authority&amp;#039;&amp;#039; (FCA) autorisierten &amp;#039;&amp;#039;ICE Benchmark Administration&amp;#039;&amp;#039; (IBA) täglich gegen 11:45 Uhr Londoner Zeit bekanntgegeben und durch deren Partner (z.&amp;amp;nbsp;B. global-rates.com) publiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ice&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.global-rates.com/interest-rates/libor/libor-information.aspx |wayback=20150114023633 |text=LIBOR, information about the London InterBank Offered Rate |archiv-bot=2025-07-21 05:48:51 InternetArchiveBot }}. Abgerufen am 7. Februar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[EONIA]] (Euro Overnight Index Average) ist ein umsatzgewichteter Durchschnittsatz für unbesicherte Tagesgelder im Interbankengeschäft, der seit April 1999 von der EZB auf Basis effektiver Umsätze täglich berechnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Handel der Banken untereinander mit [[Devisen]] zum sogenannten [[Interbankenkurs]] veröffentlicht etwa die [[Europäische Zentralbank]] werktäglich Referenzkurse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgrundlagen ==&lt;br /&gt;
Der gesamte Handel bei Kreditinstituten ist jeweils einer der drei folgenden Kategorien zuzuordnen:&lt;br /&gt;
* Der Handel im &amp;#039;&amp;#039;fremden Namen für fremde Rechnung&amp;#039;&amp;#039; ([[Stellvertretung (Deutschland)|offene Stellvertretung]]) ist [[Finanzdienstleistung]] im Sinne des {{§|1|kredwg|juris}} Abs. 1a 2 Nr. 2 [[Kreditwesengesetz|KWG]] (&amp;#039;&amp;#039;Abschlussvermittlung&amp;#039;&amp;#039;),&lt;br /&gt;
* der Handel im &amp;#039;&amp;#039;eigenen Namen für fremde Rechnung&amp;#039;&amp;#039; (verdeckte Stellvertretung) ist [[Bankgeschäft]] im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 4 KWG (&amp;#039;&amp;#039;Finanzkommissionsgeschäft&amp;#039;&amp;#039;),&lt;br /&gt;
* der Handel im &amp;#039;&amp;#039;eigenen Namen für eigene Rechnung&amp;#039;&amp;#039; ist – sofern als Dienstleistung für andere zu verstehen – [[Finanzdienstleistung]] im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 4 KWG ([[Eigenhandel]]). Beim Handel im [[Auftrag]] eines Kunden als Eigenhändler tritt das Institut seinem Kunden nicht als [[Kommissionär]], sondern als Käufer oder Verkäufer gegenüber. Auch wenn es sich zivilrechtlich hierbei um einen reinen Kaufvertrag handelt, ist das Geschäft Dienstleistung im Sinn der EG-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweck ==&lt;br /&gt;
Die Kreditinstitute beteiligen sich am Interbankenhandel aus zwei Gründen. Entweder nehmen sie Glattstellungen von ([[Exposure (Finanzwirtschaft)|offenen]]) Positionen vor, die zuvor im Kundengeschäft oder Eigenhandel aufgebaut wurden oder sie betreiben Eigenhandel. Damit funktioniert der Interbankenmarkt wie ein Allokationsmechanismus mit dem Ziel einer effizienten Verteilung der Bankrisiken.&amp;lt;ref&amp;gt;analog: Gerhard Maier, &amp;#039;&amp;#039;Die inlandswirksame Geldmenge in einer interdependenten Welt&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 80, mit weiteren Nachweisen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glattstellungen ===&lt;br /&gt;
Alle [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] des Interbankenhandels unterliegen in der Europäischen Union den Bestimmungen der [[Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung)|Kapitaladäquanzverordnung]] (englische Abkürzung CRR) und anderen Gesetzen und werden bankaufsichtsrechtlich überwacht, weil [[Exposure (Finanzwirtschaft)|offene Positionen]] mit [[Eigenmittel (Kreditinstitut)|Eigenkapital]] zu unterlegen sind. Deshalb kann es sinnvoll sein, im Kundenbereich erworbene [[Risikoposition]]en nicht im Bestand zu halten, sondern kongruent (deckungsgleich) im Interbankenhandel [[Glattstellen|glattzustellen]]. Das gilt auch umgekehrt für bestehende Positionen, die bedarfsbedingt an Kunden veräußert werden und im Interbankenhandel wieder ausgeglichen werden sollen. Damit können durch Glattstellungen im Interbankenhandel Bankrisiken reduziert oder gar völlig ausgeschaltet werden. Glattstellungen liegen nur dann vor, wenn zu einer offenen Interbankposition ein genau entgegengesetztes Geschäft getätigt wird ({{enS|closing transaction}}). Damit wird eine offene Position neutralisiert und ist nicht mehr mit Eigenkapital zu unterlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eigenhandel ===&lt;br /&gt;
Kreditinstitute betreiben [[Eigenhandel]], wenn ihre Aktivitäten nicht durch Kundengeschäft ausgelöst werden, sondern im eigenen Namen und für eigene Rechnung eines Kreditinstituts durchgeführt werden. Auch im Eigenhandel können (offene) Positionen aufgebaut oder glattgestellt werden. Werden Positionen aufgebaut, entstehen zusätzliche Bankrisiken, die im Rahmen der Anrechnungsregelungen mit Eigenkapital zu unterlegen sind. Hier zeigt sich, dass Eigenhandel und Kundengeschäft nicht immer klar voneinander abgrenzbar sind. Motive des Eigenhandels sind entweder [[Arbitrage]] oder [[Spekulation (Wirtschaft)|Spekulation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In normalen Zeiten trägt der Eigenhandel zwischen 20 und 50 % zu den Bankerträgen bei,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/eigenhandel-der-banken-beerdigt;2135884 „Eigenhandel der Banken beerdigt“], Handelsblatt vom 28. Januar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist jedoch im Rahmen der [[Finanzkrise ab 2007]] erheblich abgebaut worden, auch weil höhere Eigenkapitalanforderungen zu erwarten waren. Bei [[Volatilität|volatilen]] Märkten erhöht sich auch das Risiko im Eigenhandel, insbesondere bei Aktien und Devisen, sodass Banken dazu neigen, sich zumindest temporär aus dem Eigenhandel zurückzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://wirtschaft.t-online.de/c/17/58/34/10/17583410.html „Deutsche Bank beendet Eigenhandel“], Spiegel Online vom 17. Januar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form und Struktur ==&lt;br /&gt;
Usancegemäß erfolgt der Interbankenhandel telefonisch oder online mit einer nachfolgenden schriftlichen Bestätigung des Geschäftsabschlusses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem vollständigen Interbankenmarkt interagieren alle Kreditinstitute diskriminierungsfrei miteinander, während ein unvollständiger Interbankenmarkt dadurch gekennzeichnet ist, dass einige Kreditinstitute als Marktteilnehmer ignoriert werden. Das wirkt sich bei [[Contagion-Effekt|Ansteckungseffekten]] aus, da diese bei vollständigen Märkten diversifizierungsbedingt theoretisch geringer ausfallen als auf unvollständigen Interbankenmärkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risiken ==&lt;br /&gt;
Der Interbankenhandel ist nicht risikolos. Abstrahiert man von den typischen Handelsrisiken ([[Marktpreisrisiko|Marktpreisrisiken]]), die durch Glattstellungstransaktionen minimiert oder gar ausgeschaltet werden können ([[Risikokompensation]] oder [[Risikominderung]]), so verbleibt bei allen Transaktionen im Interbankenhandel das [[Kontrahentenrisiko|Kontrahenten-]] oder Adressausfallrisiko. Dahinter verbirgt sich die Gefahr, dass der andere Bankpartner der Transaktion ([[Gegenpartei]]) schlimmstenfalls nicht mehr seine [[Gegenleistung]] aus dem Interbankengeschäft erfüllen kann, weil er insolvent geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses [[Herstatt-Risiko|Erfüllungs]]- oder [[Settlement (Finanzwesen)|„Settlement“-Risiko]] ist seit der Insolvenz der [[Lehman Brothers]] am 15. September 2008 wieder stärker in die öffentliche und bankwirtschaftliche Diskussion geraten. Lehman Brothers konnte wegen Insolvenz auch die im Interbankenhandel eingegangenen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen, sodass die anderen Bankpartner mindestens Wiedereindeckungsverluste zu tragen hatten, möglicherweise sogar wieder offene Positionen besaßen, die eigentlich als glattgestellt galten. Die Lehman-Insolvenz ist der eigentliche Grund für den [[Attentismus]] der Kreditinstitute auf dem Interbankenmarkt. Statistisch ist nachweisbar, dass die Kreditinstitute dazu neigen, bei ihren Zentralbanken ihr Geld anzulegen und den Interbankenmarkt weitgehend zu ignorieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.handelsblatt.com/politik/international/zinssenkungen-sind-jetzt-besonders-wichtig;2107147  |titel=„Zinssenkungen sind jetzt besonders wichtig“&amp;lt;!-- Die Anführungszeichen sind Teil des Titels --&amp;gt; |werk=Handelsblatt |datum=2008-12-10 |zugriff=2017-07-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/ezb-besorgt-ueber-interbankenhandel;2107146 |titel=EZB besorgt über Interbankenmarkt |werk=Handelsblatt |datum=2008-12-11 |zugriff=2017-07-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umfang ==&lt;br /&gt;
Der Interbankenmarkt ist für Kreditinstitute weiterhin eine wichtige [[Refinanzierung]]squelle zur Steuerung der [[Liquidität]] sowie der Markt- und Bankrisiken. Das Interbankgeschäft nimmt deshalb einen beträchtlichen Anteil am Euromarktgeschehen ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Maier: &amp;#039;&amp;#039;Die inlandswirksame Geldmenge in einer interdependenten Welt&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 80&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bundesbank zufolge erreicht in normalen Zeiten der Interbankenmarkt 30 % der [[Bilanzsumme]] bei [[Universalbank]]en,&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: &amp;#039;&amp;#039;Bankenstatistik Dezember 2008&amp;#039;&amp;#039;, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; einige [[Spezialbank]]en (etwa [[Autobank|Auto-]] oder [[Teilzahlungsbank]]en) sind bis zu 90 % vom Interbankenmarkt abhängig. Vor der Krise liehen sich Banken untereinander täglich bis zu 450 Milliarden Euro, infolge der [[Finanzkrise ab 2007]] ist dieser Interbankenhandel fast völlig zum Erliegen gekommen, weil das Vertrauen der Banken untereinander gestört wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Themen/Deutschland-und-die-Krise/Die-Banken-trauen-sich-nicht |wayback=20220117184934 |text=„Die Banken trauen sich nicht“ |archiv-bot=2025-07-21 05:48:51 InternetArchiveBot }}, Hannoversche Allgemeine vom 13. Dezember 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb legen Kreditinstitute tendenziell ihre Überschussliquidität bei der [[EZB]] zu niedrigeren Zinssätzen an, als sie auf dem Interbankenmarkt erhalten würden, da ein [[Settlement (Finanzwesen)|Erfüllungsrisiko]] bei der EZB nicht besteht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BöZ&amp;quot;&amp;gt;[http://www.presseportal.de/pm/30377/1324270/boersen_zeitung „Geldmarkt ohne Handel“], Börsen-Zeitung vom 19. Dezember 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wechselwirkungen zur Kreditvergabe an Nichtbanken ==&lt;br /&gt;
Da Interbankenmärkte in normalen Zeiten eine wichtige Refinanzierungsbasis für die Kreditvergabe an [[Nichtbank]]en darstellen, kann bei sonst gleichbleibenden Verhältnissen davon ausgegangen werden, dass bei Fortfall dieser Quelle auch die Kreditvergabe an Nichtbanken leidet. Umgekehrt hat die [[Bank für Internationalen Zahlungsausgleich|BIZ]] in einer Studie festgestellt, dass ein Abbau der Interbankpositionen zu einer höheren Kreditvergabe an Nichtbanken führen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;BIZ: &amp;#039;&amp;#039;Internationales Bankgeschäft und internationale Finanzmärkte&amp;#039;&amp;#039;, Quartalsbericht März 2004, S. 15 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aktuell treffen beide Effekte zusammen, denn trotz eines Abbaus von Interbankpositionen kommt es nicht zu einer höheren Kreditvergabe an Nichtbanken. Das liegt daran, dass die derzeit wahrgenommene [[Kreditklemme]] auch auf einen nicht funktionierenden Interbankenmarkt zurückzuführen ist, weil eine wesentliche Refinanzierungsquelle für Kredite an Nichtbanken weitgehend entfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
Die [[Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA)|MaRisk]] verlangen in Deutschland (ähnlich in den meisten westlichen Staaten) zunächst eine strikte Trennung zwischen Handel ([[Markt]]seite, {{enS|[[frontoffice]]}}) und Administration ([[Marktfolge]]seite, {{enS|[[backoffice]]}}). Im Handel selbst wird unterschieden zwischen Ausführung des Kundengeschäfts ({{enS|execution trading}}), Beratung der institutionellen Anleger ({{enS|sales trading}}) und „[[Trader]]“, die für den Eigenhandel zuständig sind. Zur Begrenzung der Risiken sind institutsbezogene [[Fazilität|Handelslimite]] vorhanden, also betragliche Begrenzungen des Handelsvolumens pro Handelstag, pro Handelsprodukt und pro Händler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktuelle Situation ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Einlagefazilität.PNG|mini|Inanspruchnahme der [[Einlagefazilität]] der [[Deutsche Bundesbank|Deutschen Bundesbank]]]]&lt;br /&gt;
Nach der Insolvenz von Lehman Brothers ist der Interbankenmarkt weltweit und speziell in Deutschland ab Oktober 2008 praktisch zum Erliegen gekommen. Bei allen Transaktionen mit typischen Gläubigerrisiken (etwa ungesicherte Interbank-Geldanlagen) hat ein spürbarer Attentismus dazu geführt, dass Kreditinstitute sich gegenseitig nur noch in geringem Maße Geld leihen, weil eine Insolvenz des Kontrahenten die Rückzahlung gefährden könnte. Anstatt dessen legen Kreditinstitute überschüssige Liquidität bei der Zentralbank an, sie nehmen in großem Umfang die [[Einlagefazilität]] in Anspruch, sodass die Refinanzierungsfunktion des Interbankenmarktes praktisch entfallen ist. Noch im Oktober 2008 war die EZB vor dem Hintergrund des [[Finanzmarktstabilisierungsgesetz]]es der Ansicht, „dass die Gewährung der staatlichen Garantien zur Deckung von Interbank-Einlagen vermieden werden sollte“.&amp;lt;ref&amp;gt;Stellungnahme der Europäischen Zentralbank zum deutschen Finanzmarktstabilisierungsgesetz vom 21. Oktober 2008, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditinstitute müssen sich heute nicht mehr mit dem [[Gegenparteiausfallrisiko]] einer Vielzahl von [[Finanzdienstleistungsinstitut]]en, Kreditinstituten oder [[CRR-Wertpapierfirma|Wertpapierfirmen]] befassen, sondern lediglich mit wenigen [[Clearinghaus|Clearinghäusern]]. Deren Gegenparteiausfallrisiko ist entweder sehr gering (manche [[Zentralbank]]en sind [[Insolvenzunfähigkeit|insolvenzunfähig]] wie die [[Deutsche Bundesbank]]; oder Clearinghäuser mit reiner Zahlungsabwicklung wie die [[Continuous Linked Settlement|CLS-Bank]]) oder banküblich (wie etwa [[The Clearing Corporation|TCC]]). Dadurch sinkt das Adressausfallrisiko,  wodurch die Sicherheit der Transaktionen und der sie durchführenden [[Marktteilnehmer]] zunimmt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansteckungseffekte ==&lt;br /&gt;
Sowohl durch Interbankenbeziehungen, sonstigen Beziehungen von Finanzinstitutionen miteinander als auch durch die Verbindungen im Rahmen der Zahlungsverkehrs- und Wertpapierabwicklungssysteme existieren dauerhafte [[Interdependenz]]en zwischen den Kreditinstituten, die im Fall von Störungen zu weitreichenden systemischen und finanzwirtschaftlichen Krisen führen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcel V. Lähn, &amp;#039;&amp;#039;Hedge Fonds, Banken und Finanzkrisen&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[DIW Berlin]] sieht in einem Wochengutachten ein Problem darin, dass sich die Banken in zunehmendem Maße untereinander misstrauten und die Kreditvergabe im Interbankenverkehr ins Stocken gekommen sei, sodass einzelne Kreditinstitute in Liquiditätsschwierigkeiten geraten könnten. Trotz großer ordnungspolitischer Bedenken seien deshalb – auch mit staatlicher Beteiligung – Stützungsmaßnahmen für solche Institute erforderlich, deren Niedergang erhebliche negative Auswirkungen für den gesamten Finanzsektor in Deutschland hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;DIW Berlin, &amp;#039;&amp;#039;Wochenbericht 21/2008&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 616.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Interbankenhandel bietet den Kreditinstituten weltweit die Möglichkeit, sich so stark untereinander zu vernetzen, dass sie sich selbst als zu vernetzt, um unterzugehen, präsentieren können ({{enS|too interconnected to fail}}). Dies kann dazu führen, dass Regierungen aus Furcht vor den Folgen von [[Contagion-Effekt|Ansteckungseffekten]] davor zurückschrecken, eine stark vernetzte Bank bankrottgehen zu lassen. Dieser Fehlanreiz bedeutet ein [[Moralisches  Risiko]]. Denn durch die Eingehung niedriger Netto- aber hoher Bruttopositionen insbesondere bei [[Derivat (Wirtschaft)|Derivaten]] können sich auch Banken, die nicht bereits aufgrund ihrer Größe als [[Systemrelevanz|systemrelevant]] ({{enS|too big to fail}}) gelten, selbst eine implizite Existenzgarantie konstruieren. Im März 2008 wurde beispielsweise die kleine und eher unbedeutende [[Investmentbank]] [[Bear Stearns]] gerettet, weil sie als zu vernetzt angesehen wurde. Je mehr [[Kreditderivat]]e (insbesondere [[Credit Default Swap]]s) eine Bank als [[Sicherungsgeber]] verkauft, desto höher ist mithin auch die [[Wahrscheinlichkeit]], dass das Institut im Notfall vom Staat [[Rettungsaktion (Wirtschaft)|gerettet]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Tobin-Steuer]]&lt;br /&gt;
* [[Devisenforwards]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*{{Webarchiv | url=http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_aktuell_aussenwirtschaft.php | wayback=20061126233023 | text=Statistiken der Bundesbank}}&lt;br /&gt;
*[http://www.ecb.int/stats/html/index.en.html Statistiken der europäischen Zentralbank]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4265329-0}}  &lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handelsbetriebslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarktgeschäft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;InternetArchiveBot</name></author>
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