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	<title>Intelligenzija - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T10:24:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Intelligenzija&amp;diff=85668&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-21511-36: /* Bedeutungswandel */ Liste als formatierte Liste dargestellt</title>
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		<updated>2026-04-08T08:35:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bedeutungswandel: &lt;/span&gt; Liste als formatierte Liste dargestellt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Wort &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Intelligenzija&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|интеллигенция}}) steht für die [[Gesellschaft (Soziologie)|gesellschaftliche]] Kategorie der von [[Intellektueller|Intellektuellen]] geprägten Berufsgruppen, vornehmlich in [[Russland]] bzw. der [[Sowjetunion|UdSSR]]. Abhängig von genaueren Begriffsabgrenzungen ergeben sich jedoch wesentliche Unterschiede des häufiger abwertend gebrauchten Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Intelligenzler&amp;#039;&amp;#039; zu dem des &amp;#039;&amp;#039;Intellektuellen&amp;#039;&amp;#039;. [[Synonymie|Synonym]] werden der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;russische Intelligenz&amp;#039;&amp;#039; oder schlicht &amp;#039;&amp;#039;Intelligenz&amp;#039;&amp;#039; verwendet, auch die englische [[Transkription (Schreibung)#Kyrillisch|Transkription]] &amp;#039;&amp;#039;Intelligentsia&amp;#039;&amp;#039; wird manchmal in deutschen Texten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geprägt wurde der Begriff noch ohne negative [[Konnotation]] in den [[1860er]] Jahren vom russischen [[Publizist]]en [[Pjotr Dmitrijewitsch Boborykin|Pjotr Boborykin]]. Die Intelligenzija sei die gesellschaftliche Schicht von Menschen, die „klug, verständnisvoll, wissend, denkend und auf professionellem Niveau kreativ beschäftigt sind und zur Entwicklung und Verbreitung von Kultur beitragen.“ [[Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew]] fasste den Begriff später wesentlich weiter, er rechnete auch Vertreter nicht gebildeter Schichten (wie z.&amp;amp;nbsp;B. des Bauerntums) zur Intelligenzija, sofern sie aktiv am öffentlichen Leben teilnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Bolschewiki]] war vor der [[Oktoberrevolution]] die Intelligenzija weit überproportional vertreten. Gemäß [[Marxismus|marxistischer]] Interpretation des [[Materialismus]] liegt dies daran, dass einige intellektuelle Vertreter des [[Kleinbürgertum]]s im Vergleich zum [[Großbürgertum]] weit weniger zu verlieren haben und sich im [[Klassenkampf]] auf diejenige Seite stellen, die sie für die siegreiche halten, also die [[Arbeiterklasse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutungswandel ==&lt;br /&gt;
Nach dem Brockhaus-Lexikon hat der Begriff einen häufigen Bedeutungswandel erfahren. Zunächst bezeichnete er in Russland um 1860 die nicht zur Geistlichkeit gehörenden [[Bildung|Gebildeten]]. Danach sei ein Bedeutungswechsel im Sinne der Bezeichnung von engagierten, oft staatsfeindlichen Intellektuellen eingetreten. In den Ostblockländern habe man später eine nichtkommunistische „alte“ und eine kommunistische „neue“ Intelligenzija unterschieden. Letztere sei wiederum nach funktionalen Aspekten als technische oder ökonomische Intelligenzschicht unterschieden worden. Oft sei sie beachtlich privilegiert worden. Sodann sei die russische Intelligenzschicht als Kritiker des kommunistischen Gesellschaftssystems hervorgetreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GBH&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Intelligenzija, Intelligentsia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Große Brockhaus]]. Kompaktausgabe in 26 Bänden.&amp;#039;&amp;#039; 18. Auflage. F.A. Brockhaus, Wiesbaden 1983, ISBN 3-7653-0353-4, Band 10, S. 249.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der modernen Theorie von Vitaly Tepikin sind die soziologischen Merkmale, die den Intellektuellen einer bestimmten Gesellschaft innewohnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# moralische Ideale, Sensibilität für den Nächsten, Takt und Weichheit in ihren Erscheinungsformen sind für ihre Zeit fortgeschritten;&lt;br /&gt;
# aktive geistige Arbeit und kontinuierliche Selbsterziehung;&lt;br /&gt;
# Patriotismus, der auf dem Glauben an sein Volk und der selbstlosen, unerschöpflichen Liebe zu einer kleinen und großen Heimat basiert;&lt;br /&gt;
# die kreative Unermüdlichkeit aller Abteilungen der Intelligenz (und nicht nur ihres künstlerischen Teils, wie es von vielen angenommen wird), die Askese;&lt;br /&gt;
# Unabhängigkeit, das Streben nach Freiheit der Meinungsäußerung und sich darin zu finden; &lt;br /&gt;
# kritische Haltung gegenüber der gegenwärtigen Macht, Verurteilung jeglicher Erscheinungsformen von Ungerechtigkeit, Antihumanismus, Antidemokratismus;&lt;br /&gt;
# Treue zu ihren Gewissensüberzeugungen unter schwierigsten Bedingungen und sogar eine Neigung zur Selbstverleugnung;&lt;br /&gt;
# eine mehrdeutige Wahrnehmung der Realität, die zu politischen Schwankungen und manchmal zu Konservatismus führt;&lt;br /&gt;
# ein verschärftes Gefühl von Groll aufgrund von nicht Realisierbarkeit (real oder scheinbar), was manchmal zu größter Geschlossenheit des Intellektuellen führt;&lt;br /&gt;
# periodische Missverständnisse, Ablehnung durch Vertreter verschiedener intellektueller Einheiten sowie einer Einheit, die durch Angriffe von Selbstsucht und Impulsivität verursacht werden (am häufigsten charakteristisch für die künstlerische Intelligenz).&amp;lt;ref&amp;gt;Vitaly Tepikin. &amp;#039;&amp;#039;Kultur und Intelligenz&amp;#039;&amp;#039;. Ivanovo: Universität Ivanovo, 2006, ISBN 5-8972-9085-7, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziologie ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Intelligenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; als Bezeichnung für die Gesamtheit aller Gebildeten wurde erstmals 1844 im [[Polnische Sprache|Polnischen]] von [[Karol Libelt]] gebraucht, 1846 im [[Russische Sprache|Russischen]] von [[Wissarion Grigorjewitsch Belinski]], im [[Deutsche Sprache|Deutschen]] später u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Karl Kautsky]], [[Karl Marx]], [[Hugo Ball]] (&amp;#039;&amp;#039;Kritik der deutschen Intelligenz&amp;#039;&amp;#039;) und [[Adolf Hitler]]. Die „[[Intelligenz]] als [[soziale Schicht]]“ war bis 1990 fester Bestandteil eines [[Kommunismus|kommunistisch]] geprägten [[Gesellschaft (Soziologie)#Soziologische Schulen|Gesellschaftsverständnisses]]. In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] beispielsweise verstand man unter Intelligenz –&amp;amp;nbsp;auch „Geistesarbeiter“ oder „Geistesschaffende“ genannt&amp;amp;nbsp;– die Gesamtheit aller Personen mit einem [[Hochschulabschluss|Hochschul-]] oder [[Fachschule (Deutschland)#Fachschulen in der DDR|Fachschulabschluss]], dargestellt durch den Zirkel im Staatswappen der DDR. Die Intelligenz wurde nach offizieller Lehrmeinung in eine technische, medizinische, pädagogische, wissenschaftliche und künstlerische Gruppe unterteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Eichhorn (Philosoph)|Wolfgang Eichhorn I]], [[Erich Hahn (Philosoph)|Erich Hahn]], [[Günter Heyden]], Manfred Puschmann, [[Robert Wilhelm Schulz|Robert Schulz]], Horst Taubert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Soziologie&amp;#039;&amp;#039;. Dietz, Berlin 1969, S.&amp;amp;nbsp;225&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Westdeutschland]], wo der Begriff ebenfalls weite Verbreitung fand, konkurriert Intelligenzia auch heute noch mit dem älteren Begriff „[[Intellektueller|Intellektuelle]]“ bzw. mit „[[Hochschulabschluss|Akademiker]]“ oder erscheint als [[Soziologie|soziologischer]] [[Terminus|Fachbegriff]] gar in der [[Slawische Sprachen|slawischen]] Form „Intelligentzija“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Sowjetunion]] bestand die Intelligenzija typischerweise aus [[Ingenieur]]en, [[Lehrer]]n und anderen Akademikern, deren Lebensumstände mit denen der [[Arbeiterklasse]] vergleichbar oder nur wenig besser waren. Sie umfasste aber auch Parteifunktionäre und Offiziere. Damit war die Gruppe größer als jene der &amp;#039;&amp;#039;Intelligenz&amp;#039;&amp;#039; im westlichen Wortsinn. [[Klaus Mehnert]] sah Ähnlichkeiten mit der neuen [[Oberschicht]], die in der Sowjetunion offiziell nicht so genannt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Mehnert: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Sowjetmensch]]. Versuch eines Porträts nach dreizehn Reisen in die Sowjetunion 1929–1959.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main und Hamburg 1961, S.&amp;amp;nbsp;38f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteren Intellektuellen aus der Zarenzeit unterschied Mehnert in eine berufsmäßige &amp;#039;&amp;#039;Fachintelligenz&amp;#039;&amp;#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. Ingenieure, Ärzte, Anwälte und Lehrer) und die unangepasste russische &amp;#039;&amp;#039;Intelligenzia&amp;#039;&amp;#039; des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts mit Schriftstellern als Avantgarde. Von der Unterdrückung der [[Bourgeoisie]] nach der Oktoberrevolution seien vor allem Erstere betroffen gewesen. Hingegen sei Letztere aufgrund ihres teils revolutionären Charakters von Lenin ursprünglich nicht den &amp;#039;&amp;#039;[[Klassenfeind]]en&amp;#039;&amp;#039; zugerechnet worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Mehnert: &amp;#039;&amp;#039;Peking und Moskau.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Bücherbund, Stuttgart und Hamburg 1963, S.&amp;amp;nbsp;219f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bildungsbürgertum]]&lt;br /&gt;
* [[Freischwebende Intelligenz]]&lt;br /&gt;
* [[Technische Intelligenz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Mannheim]]: &amp;#039;&amp;#039;The Problem of the Intelligentsia.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Essays on the Sociology of Culture.&amp;#039;&amp;#039; Routledge &amp;amp; Kegan Paul, London 1956, S. 91–170.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Lenk]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Rolle der Intelligenzsoziologie in der Theorie Mannheims.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie]].&amp;#039;&amp;#039; 15. Jg., 1963, {{ISSN|0023-2653}}, S. 323–337.&lt;br /&gt;
* [[Theodor Geiger]]: &amp;#039;&amp;#039;Intelligenz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch der Sozialwissenschaften]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Handelsrecht – Kirchliche Finanzen.&amp;#039;&amp;#039; Fischer u.&amp;amp;nbsp;a., Stuttgart 1956, S. 303.&lt;br /&gt;
* R. Piepmeier et al.: &amp;#039;&amp;#039;Intelligenz, Intelligentsia, Intellektuelle.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;I–K.&amp;#039;&amp;#039; Völlig neubearb. Auflage von [[Rudolf Eisler (Philosoph)|Rudolf Eisler]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Schwabe, Basel u.&amp;amp;nbsp;a. 1976, ISBN 3-7965-0115-X, S. 445–461.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Sowjetunion)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
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