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	<title>Intellektuelle Anschauung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T02:45:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Intellektuelle_Anschauung&amp;diff=1512762&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;ChopinAficionado: /* Begriffsgeschichte */</title>
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		<updated>2024-09-18T11:22:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Begriffsgeschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Intellektuelle Anschauung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;intellektuale Anschauung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet die Fähigkeit zur unmittelbaren Erkenntnis der Prinzipien menschlichen Wissens und der Wirklichkeit. Der Begriff wurde vor allem im [[Deutscher Idealismus|Deutschen Idealismus]], bei [[Johann Gottlieb Fichte]] und [[Friedrich Wilhelm Joseph Schelling]], zu einer zentralen Kategorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während für [[Immanuel Kant]] die sinnliche Anschauung durch einen äußeren und unabhängig vom Menschen existierenden Gegenstand hervorgerufen wird und nur die Mathematik über eine &amp;quot;nicht empirische Anschauung&amp;quot; zur Konstruktion von Begriffen verfügt, wird der Begriff bei Fichte und Schelling zu einem wesentlichen Ausgangspunkt ihrer Philosophie. „Intellektuelle Anschauung“ bedeutet bei ihnen zunächst einmal nichts weiter als den Akt, in dem das Ich auf sich selbst reflektiert. Dabei wird im Akt der Anschauung eines Gegenstandes das Ich nicht nur auf sich aufmerksam, sondern erzeugt sich selbst. Dies wird für Fichte und Schelling zum Ausgangspunkt ihrer transzendental-idealistischen Systeme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Als Vorstufen des Begriffs der intellektuellen Anschauung gilt die &amp;#039;&amp;#039;visio intellectualis&amp;#039;&amp;#039; bei [[Nikolaus von Kues]], mit dem er das Wissen Gottes (&amp;#039;&amp;#039;scientia Dei&amp;#039;&amp;#039;) beschreibt, wonach jeder Mensch zu seinem höchsten Glück strebt (Nikolaus von Kues, &amp;#039;&amp;#039;De Possest&amp;#039;&amp;#039; 38).&lt;br /&gt;
In dieser Tradition steht noch der frühe Kant, der von einer göttlichen Anschauung (&amp;#039;&amp;#039;divinus autem intuitus&amp;#039;&amp;#039;) spricht, die von den Gegenständen unabhängig ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: &amp;#039;&amp;#039;De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis&amp;#039;&amp;#039;, § 10. Akademie-Ausgabe Bd. 2, S. 397.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später verwirft Kant im ersten Hauptteil der &amp;#039;&amp;#039;[[Kritik der reinen Vernunft]]&amp;#039;&amp;#039; zunächst die Möglichkeit einer intellektuellen Anschauung, da sie schlechterdings nicht-sinnlich sei und daher „außer unserem Erkenntnisvermögen“ liege (KrV B 307). Im zweiten Teil der KdrV, der &amp;quot;Transzendentalen Methodenlehre&amp;quot;, räumt er jedoch der Mathematik als einziger Wissenschaft die Fähigkeit ein, Begriffe mittels einer &amp;quot;nicht empirischen Anschauung&amp;quot; zu konstruieren (B 741), womit die Mathematik in die Lage versetzt wird, sich &amp;quot;glücklich und gründlich erweitern zu können&amp;quot;. Dies war der entscheidende Anknüpfungspunkt für Schellings konstruktivistisches Verständnis der &amp;quot;intellektuellen Anschauung&amp;quot; in seiner mittleren Schaffensphase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[J. G. Fichte]] und [[F. W. J. Schelling]] wird die intellektuelle Anschauung zu einer zentralen Kategorie ihrer philosophischen Systeme. So ist für Fichte die intellektuelle Anschauung „das unmittelbare Bewußtseyn, dass ich handle, und was ich handle“ und so „der einzige feste Standpunkt für die Philosophie“. Sie lässt sich nicht begrifflich ausdrücken, sondern nur erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. J. G. Fichte, Akademie-Ausgabe Bd. 1, S. 463&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Schelling ist die intellektuelle Anschauung das „Organ alles transcendentalen Denkens“.&amp;lt;ref&amp;gt;F. W. J. Schelling, Werke, hg. K. F. A. Schelling (1856–1861) Bd. 3, S. 369&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Friedrich Heinrich Jacobi]] ist die intellektuelle Anschauung „ein Ausdruck, der nicht gerade zu widersinnig und verwerflich ist“ und bezeichnet „die Art des Bewusstseins [...], in welcher sich uns das an sich Wahre, Gute und Schöne vergegenwärtigt und als ein Überschwängliches, in keiner Erscheinung darstellbares Erstes und Oberstes, offenbart“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. F. H. Jacobi, Werke (1812–1825) Bd. 3 (1816), S. 434; online [https://books.google.at/books?id=ki-mwlHo_ZMC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Bd.3] (gesehen am 7. März 2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff der intellektuellen Anschauung wird vom [[Romantik|romantischen]] Denken übernommen und dem diskursiven Denken der Schulphilosophie und der Philosophie Kants entgegensetzt. So versteht z.&amp;amp;nbsp;B. [[Novalis]] die intellektuelle Anschauung als „Urhandlung“ des [[Ich]]s, in der der Gegensatz von Gefühl und Reflexion vermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Novalis, &amp;#039;&amp;#039;Schriften&amp;#039;&amp;#039;, hg. von P. Kluckhohn, Bd. 2 (1929), S. 350.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Friedrich Hölderlin]] ist die intellektuelle Anschauung die Fähigkeit des Dichters, die Einigkeit gegenüber der Trennung der Teile und ihrem Auseinanderfallen zu empfinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hölderlin, Große Stuttgarter Ausgabe Bd. 4/1, S. 269f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hegel]]s Kritik an der intellektuellen Anschauung steht im Kontext seiner generellen Kritik an Schelling. Sie hat zwar als die „Erhebung auf den Standpunkt des reinen Wissens“&amp;lt;ref&amp;gt;Hegel, Jubiläums-Ausgabe, Bd. 4, S. 81&amp;lt;/ref&amp;gt; das richtige Moment der Zurückweisung aller äußeren Bestimmungen,&amp;lt;ref&amp;gt;Hegel, Jubiläums-Ausgabe, Bd. 5, S. 50&amp;lt;/ref&amp;gt; bleibt aber insofern ein „subjektives Postulat“, als sie nicht in der objektiven Bewegung des [[Begriff]]s steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Hegel, Jubiläums-Ausgabe, Bd. 4, S. 81f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Xavier Tilliette]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über die intellektuelle Anschauung von Kant bis Hegel&amp;#039;&amp;#039;. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2015, ISBN 978-3-7728-2622-1&lt;br /&gt;
* Xavier Tilliette:  &amp;#039;&amp;#039;Anschauung, intellektuelle&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Hans Jörg Sandkühler]] (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1. Meiner, Hamburg 1999, ISBN 3-7873-1452-0&lt;br /&gt;
* Gentile, Andrea, &amp;#039;&amp;#039;Bewusstsein, Anschauung und das Unendliche bei Fichte, Schelling und Hegel. Über den unbedingten Grundsatz der Erkenntnis&amp;#039;&amp;#039;, Alber, Baden-Baden 2018, ISBN 978-3-495-48911-6&lt;br /&gt;
* [[Manfred Frank (Philosoph)|Manfred Frank]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine Einführung in Schellings Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1985, S. 23–47&lt;br /&gt;
* Ulrich Dierse, Rainer Kuhlen: &amp;#039;&amp;#039;Anschauung, intellektuelle&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, Basel und Darmstadt 2005, S. 351&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.textlog.de/1486.html Eintrag] im &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Philosophischen Begriffe&amp;#039;&amp;#039; von [[Rudolf Eisler (Philosoph)| Rudolf Eisler]] (1904)&lt;br /&gt;
* [http://www.textlog.de/31938.html Eintrag] im &amp;#039;&amp;#039;Kant-Lexikon&amp;#039;&amp;#039; von Rudolf Eisler (1930)&lt;br /&gt;
* [http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bentry%5D=447&amp;amp;tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&amp;amp;tx_gbwbphilosophie_main%5Bcontroller%5D=Lexicon&amp;amp;cHash=e7cfd23ab1816583a78cfdb45d477a9e   Thomas Blume: &amp;#039;&amp;#039;Intellektuelle Anschauung&amp;#039;&amp;#039;, in: Wulff D. Rehfus (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch Philosophie&amp;#039;&amp;#039;,  Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2005]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4027247-3}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kantianismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Idealismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ChopinAficionado</name></author>
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