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	<title>Insektengiftallergie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T15:22:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Insektengiftallergie&amp;diff=246680&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Auchwaswisser: Grammatik+Interpunktion</title>
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		<updated>2026-02-23T11:33:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Grammatik+Interpunktion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = T78.4&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Allergie, nicht näher bezeichnet&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 4A84.2&lt;br /&gt;
| Data-01 = Anaphylaxie durch Insektengift&lt;br /&gt;
| Code-02 = 4A85.30&lt;br /&gt;
| Data-02 = Systemische allergische Reaktion durch Hymenopterengift&lt;br /&gt;
| Code-03 = 4A85.31&lt;br /&gt;
| Data-03 = Allergische oder überempfindliche Reaktionen der Haut auf Hymenopterengift&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bee-sting-abeille-dard-2.jpg|mini|Im Gegensatz zu den anderen Insekten hat der Stachel einer [[Westliche Honigbiene|Honigbiene]] kleinste Widerhaken. Dadurch wird in der elastischen menschlichen Haut der gesamte Stechapparat mitsamt der Giftblase aus dem Hinterleib des Insekts herausgerissen. Ein durch einen Nervenknoten gesteuerter Muskel pumpt dann den gesamten Blaseninhalt in die Stichwunde.]]&lt;br /&gt;
Unter einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Insektengiftallergie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Hymenopterengiftallergie&amp;#039;&amp;#039;) versteht man allergische Reaktionen auf [[Insektengift]]e. Solche kommen vorwiegend nach Stichen von [[Westliche Honigbiene|Honigbienen]] (Apis mellifera), [[Wespen]] (insbesondere Vespula vulgaris, Vespula germanica), seltener auch [[Hornissen]] (Vespa crabro) und [[Hummeln]] (Bombus spp.) vor. Diese Insekten haben eine spezielle Verteidigungsstrategie entwickelt, bei der nur die Weibchen mit einem [[Giftstachel]] eine artspezifische Giftmischung unter die Haut spritzen. Entwicklungsgeschichtlich war der Stachel zunächst eine [[Ovipositor|Legeröhre]] von weiblichen Insekten zur [[Ei]]ablage, erst später diente er durch Kopplung an Giftdrüsen als Waffe zur Verteidigung. Bei Arbeiterinnen, also unfruchtbaren Weibchen staatenbildender Insekten, dient der Stachel jetzt nur noch als Waffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch [[Ameisen]]arten die stechen können, beispielsweise die [[Große Knotenameise]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ameisenwiki.de/index.php/Manica_rubida |titel=Manica rubida (Große Knotenameise) |werk=Ameisenwiki.de |abruf=2010-07-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In seltenen Fällen kann auch ein solcher Stich eine allergische Reaktion auslösen.&amp;lt;ref&amp;gt;J. D. Seebach, C. Bucher, M. Anliker, P. Schmid-Grendelmeier, B. Wüthrich: [http://www.smw.ch/docs/archive/2000/130-47-205-00.html &amp;#039;&amp;#039;Ameisengift: eine seltene Ursache für allergische Reaktionen in der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Schweiz Med Wochenschr.&amp;#039;&amp;#039; Band 130, 2000, S. 1805–1813.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allergene ==&lt;br /&gt;
* [[Bienengift]] enthält als Gesamtextrakt 13 derzeit bekannte [[Bienengiftallergene]]. Neben dem Majorallergen [[Phospholipase]] A (Api m 1) sind u.&amp;amp;nbsp;a. [[Mellitin]] (Api m 4), welches den Hauptbestandteil des Trockengewichts des Giftes darstellt, sowie eine [[Hyaluronidase]] (Api m 2), eine saure [[Phosphatasen|Phosphatase]] (Api m 3) und Icarapin (Api m 10) als wichtige Bestandteile identifiziert.&lt;br /&gt;
* [[Wespengift]] besitzt als Hauptallergene die [[Phospholipase A1]] und [[Phospholipase A2]], die [[Hyaluronidase]] und das [[Antigen 5]].&lt;br /&gt;
* [[Hornissengift]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ein Teil des Allergenspektrums zwischen Bienen und Wespen überlappt, können bei einzelnen Allergikern gleichzeitig allergische Reaktionen sowohl nach Bienen- als auch nach Wespenstichen ausgelöst werden. Das Allergenspektrum der Hornissen entspricht weitgehend dem der Wespen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während zur Entwicklung einer [[Sensibilisierung (Medizin)|Sensibilisierung]] gegenüber [[Pollen]], [[Tierhaar]]en oder [[Hausstaubmilben]] eine genetische Bereitschaft ([[Atopie (Medizin)|Atopie]]) vorhanden sein muss, ist diese Vorbedingung zum Erwerb einer Insektengiftallergie &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; notwendig. Der Weg zur Sensibilisierung geht bei Insektengiften unter Umgehung des in der Haut (und Schleimhaut) gelegenen [[Immunsystem]]s ([[Injektionsallergen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweregrade der Anaphylaxie ==&lt;br /&gt;
Das klinische Bild infolge des durch einen [[Insektenstich]] abgegebenen Gifts führt bei Nicht-Allergikern an der Stichstelle zu schmerzhafter Rötung und Schwellung, die meist weniger als 10&amp;amp;nbsp;cm im Durchmesser groß sind und innerhalb eines Tages abklingen. Darüber hinaus kann es zu einer gesteigerten örtlichen Reaktion (&amp;quot;large local reaction&amp;quot;) kommen, bei der eine [[erythema]]töse Schwellung auftritt, die länger als 24 Stunden anhält, meist über die Maße schmerzhaft ist und von milden Allgemeinbeschwerden wie Krankheitsgefühl oder Frösteln begleitet sein kann.&lt;br /&gt;
Insektengiftallergien zeigen sich durch Auftreten systemischer Reaktionen (Allgemeinreaktionen). Diese sind durch [[Symptom]]e gekennzeichnet, die keinen örtlichen Zusammenhang mit der Stichstelle haben und potenziell lebensbedrohlich verlaufen können, denn sie sind bei Erwachsenen die Hauptauslöser so genannter [[Anaphylaxie|anaphylaktischer]] Reaktionen.&lt;br /&gt;
Diese werde in vier Schweregrade eingeteilt:&amp;lt;ref&amp;gt;J. Ring, K. Messmer: &amp;#039;&amp;#039;Incidence and severity of anaphylactoid reactions to colloid volume substitutes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Lancet]]&amp;#039;&amp;#039;, 1977, S. 466–469.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schweregrad I: Juckreiz, [[Erröten]], [[Urtikaria|Nesselsucht]], [[Quincke-Ödem|Schwellung insbesondere des Gesichtes, der Augenlider]];&lt;br /&gt;
* Schweregrad II: erste Herz-Kreislauf Beschwerden wie [[Tachykardie]], niedriger Blutdruck, sowie Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit;&lt;br /&gt;
* Schweregrad III: [[Schock (Medizin)|Schock]], [[Dyspnoe|schwere Atemnot]], Bewusstseinstrübung. Es kann zu [[Defäkation]] und [[Miktion]] kommen;&lt;br /&gt;
* Schweregrad IV: Atemstillstand und Kreislaufstillstand.&lt;br /&gt;
Ein Anaphylaxie-Patient muss nicht zwangsläufig alle Stadien I-IV durchlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland reagieren bis zu 3,5 % der Bevölkerung mit systemischen Reaktionen auf einen [[Insektenstich]], bei bis zu 25 % treten gesteigerte örtliche Reaktionen (Schwellung größer als 10&amp;amp;nbsp;cm im Durchmesser für länger als 24 Stunden) auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leitlinie Bienen- und Wespengifttallergie&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;S2k-Leitlinie Bienen- und Wespengifttallergie, Diagnose und Therapie&amp;#039;&amp;#039; der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). In: &amp;#039;&amp;#039;AWMF online.&amp;#039;&amp;#039; (Stand 2011), S. 321.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor allem Wespenstiche sind im deutschsprachigen Raum bei Erwachsenen die häufigsten gemeldeten Auslöser schwerer Anaphylaxien. Jährlich werden vom Statistischen Bundesamt etwa 20 Todesfälle durch Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche erfasst, in der Schweiz ist die [[Mortalität]] bezogen auf die Bevölkerungszahl etwa doppelt so hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Die Diagnostik gründet sich auf drei bedeutungsvolle Pfeiler, welche gegebenenfalls erweitert werden können: [[Anamnese]], Hauttests und Antikörperbestimmung im Blut. Die Hauttests und die Antikörperbestimmung werden zur sicheren Diagnose in der ersten Woche sowie wiederholend vier bis sechs Wochen nach dem Stich vorgenommen. Sollte eine zweimalige Bestimmung nicht möglich sein, so empfiehlt sich eine Untersuchung zwei Wochen nach Stichereignis.&lt;br /&gt;
Ziel der Diagnostik ist zunächst die klinische Klassifikation der Schwere der Stichreaktion (Schweregrad I–IV). Allgemeinreaktionen werden durch [[Immunglobulin E|IgE-Antikörper]] des allergischen Patienten ausgelöst, die gegen Komponenten des Insektengifts gerichtet sind. Entsprechend zielt die Diagnostik auf den Nachweis dieser spezifischen Antikörper im [[Blutserum]], um eine allergische Insektengiftsensibilisierung nachzuweisen. Vervollständigend wird das individuelle [[Anaphylaxie]]risiko des Allergikers erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Algorithmus ===&lt;br /&gt;
Die Diagnose einer Insektengiftallergie und folglich die Indikationsstellung zu einer [[Hyposensibilisierung|spezifischen Immuntherapie]] mit Bienen- bzw. Wespengift richtet sich nach einem definierten Schema, das im Folgenden vereinfacht dargestellt ist:&lt;br /&gt;
# Es muss zunächst die Anamnese einer anaphylaktischen Reaktion, d.&amp;amp;nbsp;h. eine lokal auftretende [[Symptom]]e überschreitende Reaktion, erhoben werden&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hauttest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; auf Insektengift und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Antikörperbestimmung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen einer herkömmlichen Blutentnahme. Bestimmt werden hierbei die spezifischen [[Antikörper]] gegen das &amp;#039;&amp;#039;Gesamt&amp;#039;&amp;#039;bienen- und &amp;#039;&amp;#039;Gesamt&amp;#039;&amp;#039;wespengift&lt;br /&gt;
#: Wenn nun die Auswertung der Blutwerte mit dem anamnestisch mutmaßlichen Insekt, das für die Anaphylaxie verantwortlich war, übereinstimmt, so ist die Diagnose der entsprechenden Insektengiftallergie gestellt und der Patient ist einer spezifischen Immuntherapie zuzuführen.&lt;br /&gt;
#: Es ergeben sich weitere diagnostische Schritte, falls dies nicht eindeutig zu klären sein sollte: Dies tritt ein, falls&lt;br /&gt;
#:* die Auswertung der Blutwerte nicht mit der Anamnese übereinstimmt (z.&amp;amp;nbsp;B. vermeintliches Insekt, das die Anaphylaxie hervorrief, als Biene identifiziert, jedoch negative Antikörperwerte gegen Gesamtbienengift und/oder positive Werte gegen Gesamtwespengift)&lt;br /&gt;
#:* Antikörper auf Gesamtbienen- &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Gesamtwespengift positiv sind, jedoch nicht erinnerbar ist, dass Stiche beider Insekten eine anaphylaktische Reaktion provozierten. Sollte der Fall sein, dass auf beide Insektenstiche anaphylaktische Reaktionen erinnerbar sind, so ist eine weitere Diagnostik dringend notwendig und eine spezifische Immuntherapie auf beide Insektengifte indiziert.&lt;br /&gt;
# Wiederholung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hauttests&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und Bestimmung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;spezifischen Antikörper gegen &amp;#039;&amp;#039;Allergenkomponenten&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Biene: Api m 1; Wespe: Ves v 1 und Ves v 5), die im Bienen- und Wespengift vorhanden sind. Die Bestimmung der [[Sensibilisierung (Medizin)|Sensibilisierung]] auf &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;einzelne Allergenkomponenten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ermöglicht eine nahezu sichere Identifizierung der Insektengiftallergie, so dass bei vorher bestehenden Unsicherheiten der Patient einer adäquaten Immuntherapie zugeführt werden kann.&lt;br /&gt;
# In einem letzten Schritt kann bei weiterhin bestehender diagnostischer Unsicherheit ein Basophilen-Aktivierungstest (BAT) angeschlossen werden. Dieser testet auf zellulärer Ebene die Reaktivität von [[Basophiler Granulozyt|basophilen Granulozyten]] auf Allergenstimuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anamnese ====&lt;br /&gt;
Wertvolle Grundlage jeder Diagnostik ist die Befragung des Patienten. Befragt wird nach Anzahl, Symptomen und Ablauf der Stichreaktion, den Umständen der Ereignisse und der Art des Insekts. Die Kenntnis der Dauer zwischen Stich und Reaktion bzw. der Symptome ermöglicht die Diagnose oder den Ausschluss einer Anaphylaxie. Hautsymptome sind bei Anaphylaxie typisch, oft beginnend mit [[Juckreiz]] an den Handflächen, Fußsohlen, Kopfhaut und im Genitalbereich, jedoch nicht obligat. Insbesondere bei schweren Reaktionen mit Bewusstseinsverlust sind diese Anfangssymptome häufig nicht erinnerbar. Ausschließlich subjektive Beschwerden wie Angst, Herzklopfen, Schwächegefühl sprechen eher gegen eine [[Anaphylaxie]], schließen diese aber nicht aus.&lt;br /&gt;
Das individuelle Anaphylaxierisiko wird erhoben, weil eine höhere Gefährdung für Patienten besteht, wenn diese eine vermehrte Insektenexposition (bedingt durch Imkertätigkeit, einen Beruf z.&amp;amp;nbsp;B. als Obst- oder Bäckereiverkäufer, Waldarbeiter, Gärtner, Landwirt, LKW-Fahrer, oder infolge intensiver Ausübung von Aktivitäten im Freien) vorweisen. Das Risiko schwerer Anaphylaxien wird ebenfalls potenziert, wenn in der Vergangenheit eine Schweregrad-III- oder -IV-Reaktion auftrat, außerdem bei Patienten ab etwa dem 40. Lebensjahr, bei [[Blutkreislauf|kardiovaskulären]] Erkrankungen, bei Vorliegen eines [[Asthma bronchiale]], bei Einnahme bestimmter Medikamente (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Betablocker]], [[ACE-Hemmer]]), bei körperlichen oder psychischen Belastungssituationen oder erhöhten basalen Serumtryptasekonzentrationen, insbesondere im Rahmen einer [[Mastozytose]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hauttests ====&lt;br /&gt;
Hauttests werden mit verschiedenen als Arzneimittel verfügbaren Insektengiften (z.&amp;amp;nbsp;B. Bienen- und Wespengift) und Positiv- ([[Histamin]]) sowie Negativkontrollen ([[isotonische Kochsalzlösung]]) vorgenommen. Dies geschieht im Rahmen eines [[Pricktest]]s bzw. eines [[Intrakutantest]]s in verschiedenen Giftkonzentrationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spezifische IgE-Antikörper im Serum ====&lt;br /&gt;
Spezifische [[Immunglobulin E|IgE-Antikörper]] sind für die [[Manifestation]] einer anaphylaktischen Reaktion verantwortlich. Im Rahmen einer herkömmlichen venösen Blutentnahme werden diese Antikörper im [[Blutserum|Serum]] des Patienten bestimmt. Häufig können von einer anaphylaktischen Reaktion betroffene Patienten das mutmaßliche Insekt nicht exakt identifizieren. Die Antikörperbestimmung ermöglicht infolge der Interpretation des individuellen Sensibilisierungsprofils des Patienten die Identifizierung des krankheitsursächlichen Insekts. Der Patient kann so sicher der für ihn geeigneten Therapie zugeführt werden, damit in Zukunft erfolgende Insektenstiche ohne lebensbedrohliche Folgen überstanden werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Da Insektengift-Allergien potentiell lebensbedrohlich verlaufen können, ist es wichtig, dass alle Stichreaktionen, bei denen zu einer maximal handflächengroßen Schwellung noch weitere Reaktionen (wie zum Beispiel Atemnot, Bauchbeschwerden, Schwindel, Kreislaufprobleme oder gar Bewusstlosigkeit) aufgetreten sind, durch einen [[Allergologie|Allergologen]] abgeklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Ort und Stelle empfiehlt sich die sofortige rasche Entfernung des gegebenenfalls steckengebliebenen Stachels. Der Stachelapparat sollte dabei nicht mit den Fingern zusammengepresst werden. Dies würde ein Ausdrücken des Giftsacks mit folglich weiterer Injektion des Insektengifts provozieren. Daher erfolgt die optimale Entfernung durch Wegkratzen mit einem Fingernagel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Örtliche Reaktion ===&lt;br /&gt;
Die örtliche Reaktion wird mit einem stark wirksamen [[Glucocorticoide|Glukokortikoid]] [[Lokaltherapie|topisch]] (lokal in Form einer Creme oder eines Gels) behandelt. Unterstützend hilft ein kühlender feuchter Umschlag, um die Entzündungsreaktion [[Adjuvante Therapie|adjuvant]] zu mildern. Außerdem wird ein [[Antihistaminikum]] in Form einer Tablette [[Peroral|oral]] eingenommen.&lt;br /&gt;
Sollte die örtliche Reaktion gesteigert sein, kann eine kurzfristige [[Systemische Therapie (somatische Medizin)|systemische]] Glukokortikoidtherapie indiziert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Systemische Reaktion ===&lt;br /&gt;
Patienten mit Auftreten systemischer Reaktion infolge eines Insektenstiches bedürfen dringend einer langfristigen Versorgung. Diese gründet auf drei wesentliche Komponenten: Allergenvermeidung, Selbsthilfemaßnahmen des Patienten bei erneutem Stich und [[Hyposensibilisierung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Allergenvermeidung ====&lt;br /&gt;
Zu den Maßnahmen, einen [[Hautflügler|Hymenopterenstich]] zu vermeiden, gehören u.&amp;amp;nbsp;a.: Vermeiden des Verzehres von Speisen oder Getränken im Freien, Hände- und Mundwaschen nach dem Essen, weitgehend bedeckende Kleidung, nicht Barfußlaufen, kein offenes Schuhwerk, dicht anliegende Kleidung beim Motorradfahren und mit einem Netz versehene Fahrradhelme. Es empfiehlt sich, besonders an Tagen mit schwülheißer Witterung sehr vorsichtig zu sein, da Insekten insbesondere dann aggressiv sind.&lt;br /&gt;
Helle Kleidungsstücke sind dunklen vorzuziehen, Wohnungsfenster sollten tagsüber geschlossen bleiben bzw. durch Insektennetze gesichert werden. Abends kein Licht bei geöffnetem Fenster, weil Hornissen nachtaktiv sind und Lichtquellen anfliegen. Einem erhöhten Stichrisiko setzt man sich des Weiteren beim Obst- oder Blumenpflücken, in der Nähe von Abfallkörben und bei Verwendung von parfümierten Kosmetika aus.&lt;br /&gt;
Sollte sich ein Insekt annähern, sind hastige oder gar schlagende Bewegungen zu vermeiden. Stattdessen sollte ein ruhiger Rückzug mit langsamen Bewegungen erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Repellens|Chemische Insektenabwehrmittel]] bieten hingegen keinen Schutz!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Selbsthilfemaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Zur Selbstbehandlung bei erneutem Stich erhält der Patient ein sogenanntes „Notfallset“, welches folgende Medikamente enthält:&lt;br /&gt;
* schnellwirkendes [[peroral]]es H1-blockierendes [[Antihistaminikum]], z.&amp;amp;nbsp;B. [[Cetirizin]], [[Levocetirizin]] oder [[Fexofenadin]]&lt;br /&gt;
* ein [[Glucocorticoid|Glukokortikoid]] zur oralen Anwendung, bei jüngeren Kindern auch als [[Suppositorium]]&lt;br /&gt;
* Adrenalin in Form eines [[Autoinjektor]]s zur [[Intramuskuläre Injektion|intramuskulären Injektion]]&lt;br /&gt;
* zusätzlich bei Patienten mit [[Asthma bronchiale]] oder deutlicher [[Bronchokonstriktion|Verengung der Bronchien]] ein rasch wirkendes [[Beta-2-Sympathomimetika|β2-Sympathomimetikum]] zur Inhalation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zeitliche Vorgehen der [[Applikationsform|Applikation]] erfolgt nach der oben gelisteten Reihenfolge: unmittelbar nach dem Stich werden das Antihistaminikum und das Glukokortikoid eingenommen. Adrenalin wird erst dann via Autoinjektor verabreicht, wenn über Hautreaktionen hinausreichende systemische Symptome auftreten (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Dyspnoe|Atemnot]], Schwindel, [[Übelkeit]]). In der Schweiz wird abweichend hierzu bereits bei einer generalisierten Hautreaktion zur Verabreichung von Adrenalin intramuskulär geraten. Allgemein gilt, dass unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hyposensibilisierung ====&lt;br /&gt;
Die Behandlung einer Insektengiftallergie erfolgt durch eine spezifische Immuntherapie, auch [[Hyposensibilisierung]] genannt. Sie benötigt in der Regel drei bis fünf Jahre und zeigt sehr gute Ansprechraten von ca. 90&amp;amp;nbsp;% Schutz. Beim Vorliegen einer Insektengiftallergie sollten besonders gefährdete oder besonders besorgte Allergiker auch eine „Schnell-Hyposensibilisierung“ in Erwägung ziehen, bei der das Therapieziel innerhalb weniger Tage bis Wochen erzielt werden kann. Eine solche Therapie muss aufgrund des deutlich erhöhten Therapie-Risikos durch erfahrene Allergologen in einer Klinik durchgeführt werden, damit Fachkräfte bei einer anaphylaktischen Reaktion sofort optimal eingreifen können.&lt;br /&gt;
Nach den Empfehlungen der EAACI (European Academy of Allergy and Clinical Immunology) besteht bei Erwachsenen die [[Indikation]] zur Hyposensibilisierung bei:&lt;br /&gt;
* Patienten, die infolge eines Insektenstiches eine Reaktion Grad&amp;amp;nbsp;II erlitten haben und&lt;br /&gt;
* Patienten mit individuellen Risikofaktoren oder einer Einschränkung der Lebensqualität durch die Insektengiftallergie ab einer Grad-I-Reaktion.&lt;br /&gt;
Der Nachweis einer spezifischen Sensibilisierung (spezifisches IgE im Serum, Hauttest) auf das reaktionsauslösende Gift ist für die Hyposensibilisierung bedingend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als „natürliches Modell“ einer Hyposensibilisierung können die [[Imker]] gelten: auch sie erwerben durch &amp;#039;&amp;#039;regelmäßige&amp;#039;&amp;#039; und in &amp;#039;&amp;#039;kurzen Abständen&amp;#039;&amp;#039; erhaltene Bienenstiche eine spezifische [[Toleranz]] gegenüber Bienengift. Dennoch ist selbst bei ihnen eine spontane allergische Reaktion nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.gesundheitsinformation.de/insektengiftallergie.html Insektengiftallergie auf] [[gesundheitsinformation.de]]&lt;br /&gt;
* [https://gesund.bund.de/insektengiftallergie Insektengiftallergie], Gesundheitsinformation auf [[gesund.bund.de]]&lt;br /&gt;
* [https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/notfall-erste-hilfe/was-tun-bei-bienen-wespen-und-zeckenstichen Was tun bei Bienen-, Wespen- und Zeckenstichen?] Gesundheitsinformation auf [[Stiftung Gesundheitswissen|stiftung-gesundheitswissen.de]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Immunologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Imkerei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Auchwaswisser</name></author>
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