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	<title>Ingerenz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T04:37:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ingerenz&amp;diff=130342&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gak69: Komma entlinkt</title>
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		<updated>2023-02-02T07:48:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Komma entlinkt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ingerenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|ingerere}} „sich einmischen“) ist ein [[Terminus |terminus technicus]] des [[Strafrecht]]s und bezeichnet gefährdendes Vorverhalten im Kontext des rechtlichen Instituts der [[Garantenpflicht|Garantenstellung]].&amp;lt;ref&amp;gt;BGH [[Neue Juristische Wochenschrift|NJW]] 2017, S.&amp;amp;nbsp;2052 ff. (2054); [[Ulrich Sieber (Jurist)|Ulrich Sieber]], in: &amp;#039;&amp;#039;Sieber Handbuch Multimedia-Recht&amp;#039;&amp;#039;, Teil 19. 1, Rn. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist dieses Vorverhalten objektiv pflichtwidrig, so wird der Gefährder (nach herrschender Meinung) Garant des Gefährdeten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Nikolaus Bosch]], in: &amp;#039;&amp;#039;[[Schönke/Schröder]] Strafgesetzbuch&amp;#039;&amp;#039; (Kommentar), § 13 Rn. 35; [[Georg Freund (Rechtswissenschaftler)|Georg Freund]], in: &amp;#039;&amp;#039;[[Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch]]&amp;#039;&amp;#039;, § 13 Rn. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Stellung begründet eine besondere Rechtspflicht (sog. &amp;#039;&amp;#039;Garantenpflicht&amp;#039;&amp;#039;)  gegenüber dem Gefährdeten: Der Gefährder muss dafür einstehen, dass sich das geschaffene Risiko der Rechtsgutsverletzung nicht realisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Grundlegend [[Reichsgericht|RG]], Urteil vom 20. Oktober 1893 - Rep. 2727/93, RGSt 24, 339, 340; [[Bundesgerichtshof|BGH]], Urteil vom 22. Januar 1953 - 4 StR 417/52, BGHSt 4, 20, 22; Fischer, &amp;#039;&amp;#039;StGB&amp;#039;&amp;#039;, 64. Aufl., § 13 Rn. 47 ff. sowie [[Andreas Ransiek]], &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Wirtschaftsstrafrecht&amp;#039;&amp;#039;, 5., neu bearbeitete Auflage 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; BGH, Beschluss vom 13. November 1963 - 4 StR 267/63, BGHSt 19, 152, 154 und Urteile vom 26. Juni 1990 - 2 StR 549/89, BGHSt 37, 106, 115 sowie vom 19. Dezember 1997 - 5 StR 569/96, BGHSt 43, 381, 397.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann dies gem. {{§|13|stgb|juris}} StGB zur Strafbarkeit wegen eines unechten [[Unterlassungsdelikt]]s führen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bs037106.html BGH, Urteil vom 6. Juli 1990 - 2 StR 549/89]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexetius.com/2017,1539 BGH, Urteil vom 9. Mai 2017 – 1 StR 265/16] Rdnr. 81 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anforderungen an die Garantenstellung aus Ingerenz ==&lt;br /&gt;
=== Qualität des vorausgegangenen Verhaltens ===&lt;br /&gt;
Eine Mindermeinung in der Literatur geht davon aus, dass das Vorverhalten nur riskant sein muss und zur Strafbarkeit führt, auch wenn es erlaubt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Arzt JA 1980, 712 ff.; Freund, JuS 1990, 213, 216; Herzberg JZ 1986, 986 ff.; Seelmann GA 1989, 241, 255.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil diese Ansicht jedoch schon die bloße Risikosetzung unter Strafe stellt, wird sie größtenteils abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach herrschender Meinung muss das vorausgegangene gefährliche Tun ein unerlaubtes Risiko schaffen bzw. [[Rechtswidrigkeit|rechtswidrig]] sein, um eine Garantenstellung aus Ingerenz zu begründen. So macht sich ein Gastwirt für die Folgen des Alkoholausschanks an erkennbar Betrunkene strafbar, {{§|20|gastg|juris}} [[Gaststättenrecht|Gaststättengesetz]] (GastG).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://research.wolterskluwer-online.de/document/6225c117-5299-4e02-926a-e3b7f953e537 BGH, Urteil vom 5. Dezember 1974 - G.S. 4 StR 529//74] = BGHSt 26, 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wer sich hingegen zulässig in Notwehr eines Angriffs erwehrt, wird nicht zum Garanten des Angreifers.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bs023327.html BGH, Urteil vom 29. Juli 1970 - g. E. 2 StR 221/70]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Welzel, &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Strafrecht&amp;#039;&amp;#039; § 28 A I 4; Dreher, &amp;#039;&amp;#039;StGB&amp;#039;&amp;#039; 31. Aufl. vor § 1 Anm. D I 4; Schönke/Schröder, &amp;#039;&amp;#039;StGB&amp;#039;&amp;#039; 15. Aufl. Vorbem. Rdn. 120 d; Mezger, &amp;#039;&amp;#039;Strafrecht&amp;#039;&amp;#039; 13. Aufl. § 29 III 2 c; Eb. Schmidt, &amp;#039;&amp;#039;Niederschriften Gr. Str-Komm.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2 S. 269; Henkel MSchrKrim. 1961 S. 183, Rudolphi, &amp;#039;&amp;#039;Die Gleichstellungsproblematik der unechten Unterlassungsdelikte&amp;#039;&amp;#039; S. 180 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jakobs 29/39 ff.; Maiwald JuS 1981, 473, 482 f.; Otto NJW 1974, 528 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kausalzusammenhang ===&lt;br /&gt;
Zur Strafbarkeit führt die Ingerenz jedoch nur, wenn sich die rechtswidrig gesetzte Gefahr auch tatsächlich verwirklicht und der Täter dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte verhindern können, wenn er gehandelt hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;BGHSt 7, 211, 214; 37, 106, 126; BGH NStZ 1987, 505; Christian Kühl, &amp;#039;&amp;#039;Strafrecht Allgemeiner Teil&amp;#039;&amp;#039;, § 18 Rdnr. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Mindermeinung lässt in entsprechender Anwendung der [[Risikoerhöhungslehre]] bereits die Möglichkeit, die Gefahr abzuwenden oder zu vermindern, ausreichen. Weil damit die [[Erfolgsdelikt]]e in reine [[Gefährdungsdelikt]]e umgedeutet würden, lehnt die h.&amp;amp;nbsp;M. diese Ansicht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiel ==&lt;br /&gt;
Auf dem Heimweg nachts um 3 Uhr wird A von B, der mit einem Messer bewaffnet ist und ihm seine Wertgegenstände wegnehmen will, überfallen. A gelingt es, den B mit einem herumliegenden Stein niederzuschlagen. Anschließend lässt er den am Kopf schwer verletzten B liegen, ohne sich um medizinische Hilfe zu kümmern. Wenig später kommt C vorbei, der die Schwere der Verletzung erkennt; er bemüht sich jedoch ebenfalls nicht um Hilfe. B stirbt, hätte aber bei sofortiger Hilfe durch A oder C gerettet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A hat mit seiner [[Notwehr (Deutschland)|Notwehrhandlung]] den B zwar verletzt, was jedoch durch den rechtswidrigen Angriff des B herausgefordert und ausgelöst worden war. Den A mit der Garantenstellung für den B zu belasten, widerspräche dem Sinn des Notwehrrechts. Ein durch Unterlassen begangenes Tötungsdelikt gem. {{§|212|stgb|juris}} StGB in Verbindung mit {{§|13|stgb|juris}} StGB scheidet somit aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
C hat für den B schon keine Gefahr gesetzt, die sich im Tod des B hätte realisieren können. Ein durch Unterlassen begangenes Tötungsdelikt scheidet somit auch hier aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der durch {{§|323c|stgb|juris}} Abs. 1 StGB strafbewehrte allgemeine Anspruch auf Hilfeleistung des B greift jedoch auch dann, wenn der Betroffene die Notlage selbst hervorgerufen hat.&amp;lt;ref&amp;gt;BGHSt 6, 147, 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sowohl A als auch C könnten sich daher wegen [[Unterlassene Hilfeleistung|unterlassener Hilfeleistung]] zum Nachteil des B strafbar gemacht haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Urs Kindhäuser]]: [https://www.jura.uni-bonn.de/fileadmin/Fachbereich_Rechtswissenschaft/Einrichtungen/Lehrstuehle/Kindhaeuser/Strafrecht_AT/s-at-36.pdf &amp;#039;&amp;#039;Unechte Unterlassungsdelikte&amp;#039;&amp;#039;] Universität Bonn, ohne Jahr, S. 3 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Strafrechtslehre (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsbegriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gak69</name></author>
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