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	<title>Inertgas - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T11:21:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Inertgas&amp;diff=57066&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Derkoenig: S</title>
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		<updated>2025-10-16T20:47:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;S&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Inertgase&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man [[Gas]]e, die sehr reaktionsträge ([[Inerte Substanz|inert]]) sind, sich also an nur wenigen [[Chemische Reaktion|chemischen Reaktionen]] beteiligen. Es sind [[Edelgase]] oder, wenn sie [[Molekül]]verbindungen sind, zeichnen sie sich in der Regel durch eine stark negative [[Standardbildungsenthalpie]] aus. Inertgase sind geruchlos und ungiftig, und ihre Präsenz kann durch den [[Geruchssinn]], also ohne technische Hilfsmittel nicht direkt wahrgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Inertgasen gehören zum Beispiel elementare Gase wie [[Stickstoff]], Edelgase wie [[Helium]], [[Neon]], [[Argon]], [[Krypton]], [[Xenon]], [[Radon]], und gasförmige Molekülverbindungen wie [[Schwefelhexafluorid]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;a&amp;quot; /&amp;gt; Ob man ein bestimmtes Gas als Inertgas bezeichnen kann, ist allerdings von der konkreten Anwendung abhängig. Beispielsweise ist Stickstoff bei Temperaturen, wie sie beim [[Weichlöten]] auftreten, als Inertgas verwendbar. Hingegen kommt es beim [[Schutzgasschweißen]] von bestimmten Stählen und Leichtmetallen wie [[Magnesium]] oder [[Aluminium]] bei den hohen Temperaturen zu einer unerwünschten chemischen Reaktion der Metalle mit Stickstoff und muss in dieser Anwendung durch Argon, welches als Edelgas auch bei höheren Temperaturen inert ist, ersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inertgase finden Verwendung, um den in der Luft mit ca. 21 % enthaltenen [[Sauerstoff]] sowie in variierenden Konzentrationen enthaltene [[Kohlenstoffdioxid]] und [[Wasserdampf]] von bestimmten chemischen Reaktionen fernzuhalten. Anwendung von größeren Mengen ist beispielsweise das Spülen von Bereichen, in welchen sich vorher leicht brennbare Gase befanden und um letzte Gasreste zu entfernen, die sonst mit dem Luftsauerstoff zündfähige Gasgemische darstellen würden. Durch die Verdrängung oder deutliche Reduzierung von Sauerstoff können durch Inertgase oxidative Prozesse wie die [[Verbrennung (Chemie)|Verbrennung]], [[Explosion]]en oder auch im Bereich der Metallbearbeitung [[Verzunderung]] von Stoffen verhindert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefahren ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warning inert gases.svg|mini|Warnsymbol vor der Erstickungsgefahr von Inertgasen]]&lt;br /&gt;
Da das Überleben der meisten Lebewesen und auch das des Menschen von der Verfügbarkeit von Sauerstoff in der Atemluft abhängt, sind bei dem Umgang von größeren Mengen reiner Inertgase, besonders in geschlossenen Räumlichkeiten, einschlägige Sicherheitsregeln einzuhalten. Kohlendioxid zum Beispiel führt bei zu hoher Konzentration in der Atemluft zu einem deutlichen Erstickungsgefühl. Bei Inertgasen jedoch besteht durch die Sauerstoffverdrängung die Gefahr einer bewusst nicht wahrnehmbaren [[Asphyxie]]. Bei allen Inertgasen kommt es in Folge zu einer Bewusstlosigkeit und Tod durch [[Erstickung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;a&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.linde-gas.com/en/legacy/attachment?files=tcm:on17-13909,tcm:n17-13909,tcm:17-13909 |titel=Hazards of inert gases and oxygen depletion |hrsg=European Industrial Gases Association AISBL |datum=2009 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190531223925/http://www.linde-gas.com/en/legacy/attachment?files=tcm:on17-13909,tcm:n17-13909,tcm:17-13909 |archiv-datum=2019-05-31 |archiv-bot= |abruf=2018-07-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Pro Jahr kommt es in Deutschland zu einigen tödlichen [[Arbeitsunfall|Arbeitsunfällen]] in Zusammenhang mit Inertgasen mit den Hauptursachen von nicht korrekt angewendeten Arbeitsanweisungen und ungenügender Schulung der betroffenen Mitarbeiter, in Kombination von technischen Gebrechen wie Leckagen von Gasflaschen und Schläuchen oder dem Auslaufen und plötzliche Verdampfen größerer Mengen verflüssigter, kalter Gase wie Stickstoff aus [[Dewargefäß]]en in unzureichend belüfteten Räumen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IGV&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.linde-gas.de/de/images/Kampagne%20gegen%20Ersticken_tcm565-71619.pdf |titel=Sauerstoffmangel - Erstickung - Eine tödliche Gefahr |hrsg=Industriegasverband e.&amp;amp;nbsp;V. |format=PDF |abruf=2018-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Explosionsschutz ==&lt;br /&gt;
=== Schifffahrt ===&lt;br /&gt;
Bei [[Tanker]]n wird beim Herauspumpen ([[Stauerei|Löschen]]) der brennbaren Flüssigladung zum Auffüllen des entstehenden Restvolumens im Tank Inertgas eingefüllt, um zu verhindern, dass ein explosives Luft-Gas-Gemisch entsteht, welches durch Funken gezündet werden könnte. Hierzu werden in der Öltankerfahrt die inerten Abgase der Hauptantriebsanlage verwendet (Dieselmotorabgase beim Motorschiff oder Kesselabgase beim Turbinenschiff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Flüssiggastankern sind spezielle Inertgasanlagen installiert, da die qualitativen Anforderungen an das Inertgas höher sind als in der Öltankerfahrt. In einer Brennkammer wird schwefelarmes Dieselöl so verbrannt, dass der Restsauerstoffgehalt im Abgas 0,2&amp;amp;nbsp;Vol.-% nicht übersteigt. Anschließend werden mittels Seewasser Rußpartikel und wasserlösliche Substanzen ausgewaschen. Danach wird das Gas mit Hilfe einer Kälteanlage (Kältetrockner) auf 8 bis 10&amp;amp;nbsp;°C abgekühlt, dabei kondensiert das im Gas enthaltene Wasser und wird über einen Abscheider entfernt. Dem so vorgetrockneten Gas wird anschließend in einem Adsorptionstrockner die Restfeuchte entzogen, um den je nach Ladung geforderten [[Taupunkt]] sicherzustellen, so muss in der [[Flüssigerdgas|LNG]]-Fahrt ein Taupunkt ≤&amp;amp;nbsp;−40&amp;amp;nbsp;°C sichergestellt werden. Zum Inertisieren der Barrieren wird in der Flüssiggasschifffahrt Stickstoff verwendet. Dieser wird entweder in flüssiger Form mittels Tankwagen an Bord geliefert und dort je nach Bedarf verdampft oder mittels Membrananlagen an Bord aus der Luft gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flugzeuge ===&lt;br /&gt;
Ähnlich wie in der Schifffahrt werden auch die Treibstofftanks von [[Kampfflugzeug]]en zusätzlich mit einem inerten Gas befüllt, um Feuer und Explosion zu verhindern. Hierbei wird trockener [[Stickstoff]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Trans-World-Airlines-Flug 800 (1996)|Trans-World-Airlines-Flug 800]], bei dem durch Explosion eines Treibstofftanks durch Funkenbildung der Tankelektrik ein Absturz verursacht wurde, wurde diskutiert, dies auch in der zivilen Luftfahrt zu praktizieren. Daneben sucht man nach Möglichkeiten, das [[Kerosin]] so zu beeinflussen, dass es unter den im Tank herrschenden Bedingungen unbrennbar oder zumindest schwer entflammbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chemische Industrie ===&lt;br /&gt;
Inertgase werden in der [[Chemische Industrie|chemischen Industrie]] in Lagertanks als Explosionsschutz beaufschlagt, außerdem werden sie als Schutzgas zur Produktionssicherung verwendet. Zudem sind Schutzgase auch beim präparativen Arbeiten im chemischen Labor oft von großer Bedeutung. So ermöglichen sie z.&amp;amp;nbsp;B. Reaktionsführungen mit Stoffen, die sich bei Kontakt mit Luftsauerstoff oder Luftfeuchtigkeit sofort zersetzen würden. Hierzu wird oft nur innerhalb des Reaktionsgefäßes (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Schlenkkolben|Schlenk-Kolben]]) die Luft durch ein Schutzgas ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tierschlachtung ==&lt;br /&gt;
Inertgase werden auch zur Betäubung vor der Tötung von Schlachttieren wie [[Schwein]]en im Rahmen der industriellen [[Schlachtung]] eingesetzt. Primär wird dabei Kohlendioxid in einer Gasgrube mit einem [[Paternosteraufzug|Paternostersystem]] ohne Gasschleusen eingesetzt. Das Kohlendioxid hat bei der Tiertötung aber den Nachteil, dass die Tiere einen qualvollen Erstickungstod erleiden, da von Kohlendioxid in den Organismen starke Erstickungsreize ausgelöst werden. Experimentell und auch schonender erfolgt die Erstickung der Schlachttiere mit Argon, Stickstoff oder Helium. Diese Verfahren sind aber teurer und erfordern eine technisch aufwändigere Infrastruktur wie Gasschleusen im Schlachtbereich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schlachtung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Michael Marahrens]], Inga Schwarzlose |url=http://www.toennies-forschung.de/download/projekte/betaeubung-mit-stickstoffschaum/projektskizze_betaeubung-mit-stickstoffschaum.pdf |titel=Untersuchungen zur Betäubung von Schlachtschweinen mit einem Stickstoff gefüllten hochexpansiven Schaum unter Tierschutz und Fleischqualitätsaspekten |hrsg=Friedrich Loeffler Institut (FLI), Institut für Tierschutz und Tierhaltung (ITT) |format=PDF |abruf=2018-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere technische Anwendungen ==&lt;br /&gt;
* [[Brandschutz]]: zur Brandbekämpfung in [[Inertgas-Löschanlage]]n (z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Rechenzentrum|Rechenzentren]]) oder zum präventiven Brandschutz durch Inertisieren in [[Aktive Brandvermeidung|aktiven Brandvermeidungssystemen]]&lt;br /&gt;
* Chemische Synthese, wenn Reaktionskomponenten (z.&amp;amp;nbsp;B. metallisches Lithium) ungewollt mit Bestandteilen der Luft reagieren würden (Schutzgas- oder [[Schlenktechnik]])&lt;br /&gt;
* [[Verpackungstechnik]], zur Verlängerung der [[Mindesthaltbarkeitsdatum|Haltbarkeit]] von [[Lebensmittel]]n&lt;br /&gt;
* [[Schweißen]], dort wird [[Argon]] als [[Schutzgas]] eingesetzt&lt;br /&gt;
* [[Reflow-Löten]], dort wird [[Stickstoff]] eingesetzt&lt;br /&gt;
* In [[TRGI|Gasanlagen]], z.&amp;amp;nbsp;B. zur [[Dichtheitsprüfung]]&lt;br /&gt;
* Arbeiten im sogenannten [[Handschuhkasten]]&lt;br /&gt;
* In [[Glühlampe]]n, um das Verglühen der Wendel zu verhindern&lt;br /&gt;
* [[Gaschromatographie]], dort Einsatz als mobile Phase (Trägergas)&lt;br /&gt;
* [[Anästhesie]], dort wurde das [[Lachgas]] lange Zeit als Inertgas betrachtet und aus diesem Grund nicht in die toxikologische Beurteilung der [[Exposition (Medizin)|Narkosegasexposition]] des Anästhesiepersonals einbezogen&lt;br /&gt;
* [[Tauchen]], dort werden [[Helium]] und [[Neon]] in [[Atemgas]]mischungen eingesetzt, um einer [[Stickstoffnarkose]] vorzubeugen&lt;br /&gt;
* Als [[Antriebsmethoden für die Raumfahrt#Kaltgasantrieb|Antriebsmethoden für die Raumfahrt]] in Raumsonden oder Raumstationen, meist für Steuerungsdüsen als auch einzige Antriebsquelle&lt;br /&gt;
* [[Dekompression]]smodelle, simulieren die [[Sättigung (Physik)|Sättigung]] durch Inertgase (meist Stickstoff) in unterscheiden [[Gewebe (Biologie)|Körpergeweben]].&lt;br /&gt;
* [[Todesstrafe in den Vereinigten Staaten|Todesstrafe (USA)]]: In den US-amerikanischen Bundesstaaten [[Oklahoma]], [[Alabama]] und [[Mississippi (Bundesstaat)|Mississippi]] ist die Erstickung mit Inertgas (Stickstoff) als hilfsweise Hinrichtungsmethode richterlich zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=czl/AP |url=https://www.spiegel.de/ausland/todesstrafe-in-den-usa-haeftling-darf-in-alabama-durch-stickstoff-hingerichtet-werden-a-a268faa5-34c2-4777-8bab-ac237d2af2ba |titel=Todesstrafe in den USA: Oberstes Gericht in Alabama erlaubt Hinrichtung mit Stickstoff |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2023-11-03 |abruf=2023-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Januar 2024 erstmals angewendet, als Tötungsart umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* International Maritime Organization: &amp;#039;&amp;#039;Inert gas systems&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. IMO Publishing, 1990, ISBN 92-801-1262-7; [http://books.google.ch/books?id=ExLZ1SLWQ8cC Digitalisat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4026874-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemikaliengruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Derkoenig</name></author>
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