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	<title>Industriegeschichte - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Pessottino: Änderungen von 185.231.252.105 (Diskussion) auf die letzte Version von 92.79.40.116 zurückgesetzt</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/185.231.252.105&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/185.231.252.105&quot;&gt;185.231.252.105&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:185.231.252.105&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:185.231.252.105 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:92.79.40.116&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:92.79.40.116 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;92.79.40.116&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Industriegeschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Teilgebiet der [[Wirtschaftsgeschichte]] und befasst sich mit historischer Untersuchung, Vergleich und Darstellung der [[industrie]]llen Entwicklungen und ihrer beeinflussenden Faktoren von der [[Industrialisierung]] bis hin zum [[Struktur (Soziologie)|Strukturwandel]]. Sie ist daher eng verbunden mit weiteren [[Interdisziplinarität|Brückendisziplinen]] wie [[Technikgeschichte]], [[Verkehrsgeschichte]], [[Unternehmensgeschichte]], [[Sozialgeschichte]] und [[Kulturgeschichte]] und [[Architekturgeschichte]] und [[Kunstgeschichte]]. Eine praktische, meist [[Regionalgeschichte|regionalgeschichtliche]] Darstellung anhand von Industriedenkmälern erfährt sie mit Hilfe der [[Industriekultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung der industriellen Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Am 14. April 1365 belehnte Kaiser [[Karl IV. (HRR)|Karl IV.]] [[Grafen von Helfenstein|Graf Ulrich von Helfenstein]] mit dem Recht, in der Herrschaft [[Heidenheim an der Brenz]] nach Erz zu graben sowie Schmelzöfen und Hammerwerke zu errichten.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Kohlhammer, &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 53, 1994, S. 343&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Datum gilt als die Geburtsstunde der ersten industriell ausgerichteten Fabrik in Europa, die sich [[Schwäbische Hüttenwerke]] nannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industriegeschichte unterscheidet die Phasen der &amp;#039;&amp;#039;vorindustriellen Epoche&amp;#039;&amp;#039; (vor 1770), der &amp;#039;&amp;#039;ersten modernen Industrie&amp;#039;&amp;#039; (1770–1820), &amp;#039;&amp;#039;[[Frühindustrialisierung]]&amp;#039;&amp;#039; (1820–1860), [[Zweite industrielle Revolution|&amp;#039;&amp;#039;Spätindustrialisierung&amp;#039;&amp;#039;]] (1860–1890) und [[Industrielle Revolution|&amp;#039;&amp;#039;Hochindustrialisierung&amp;#039;&amp;#039;]] (seit 1890).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=j3_RBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA2109&amp;amp;dq=Industrie+lat.+Industria&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Industrie%20lat.%20Industria&amp;amp;f=false Reinhold Sellien (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Dr. Gablers Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, 1977, Sp. 2110]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Jahresangaben gelten nicht als feststehende Zeitabschnitte. Seit 1969 gibt es den Zeitabschnitt der [[digitale Revolution|digitalen Revolution]]. Als Hauptursachen der [[Industrialisierung]] gelten wichtige technische [[Erfindung]]en und eine [[Rationalisierung (Ökonomie)|Rationalisierung]] der [[Arbeitsorganisation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorindustrielle Epoche ===&lt;br /&gt;
Erste industrielle Ansätze zeigten sich bereits im 16. Jahrhundert im [[Verlagssystem]], das sich durch dezentrale [[Produktion]] von [[Textilie]]n auszeichnete, die von den so genannten Verlegten in [[Heimarbeit]] hergestellt und vom Verleger zentral vermarktet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=-rZsxDQLY-QC&amp;amp;pg=PA17&amp;amp;dq=Verlagssystem+Industrie&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Verlagssystem%20Industrie&amp;amp;f=false Karl-Werner Hansmann, &amp;#039;&amp;#039;Industrielles Management&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 17]&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Verleger fungierten [[Kaufmann|Kaufleute]], die die Produktion koordinierten, das [[Kapital]] „vorlegten“ ([[Vorfinanzierung]]) und deshalb zunächst „Vorleger“, dann „Verleger“ hießen. Sie trugen das [[Marktrisiko]]. Als nächste Betriebsform entstand die [[Manufaktur]] ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;manu facere&amp;#039;&amp;#039;}}, „mit der Hand machen“) mit in [[Werkstatt|Werkstätten]] zentralisierten [[Lohnarbeit]]ern bei überwiegender Handarbeit. Sie stellten meist [[Luxusgüter]] wie [[Seide]], [[Porzellan]], [[Bildwirkerei|Tapisserien]], [[Leder]]waren oder [[Uhr]]en her. Die ersten Manufakturen entstanden wohl in [[Frankreich]], nachdem König [[Heinrich IV. (Frankreich)|Heinrich IV.]] 1602 jede Gemeinde anwies, eine [[Maulbeeren|Maulbeerbaumplantage]] sowie eine [[Seidenraupenzucht]] einzurichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:2018 09 21 Modell 3 Kupfermühle IMG 9618.JPG|mini|Industriemuseum Kupfermühle, Blick auf das Wasserrad und Halle mit dem Hammerwerk ]]&lt;br /&gt;
Um 1600 ließ der dänische König und Herzog von Schleswig Christian 4. dicht bei [[Flensburg]] an der [[Krusau]] ein Hammerwerk zur Metallverarbeitung errichten. Die seinerzeit wichtigsten Grundvoraussetzungen, zollfreie Verkehrswege, Energie und Rohstoffzufuhr waren gegeben. Flensburg war der zweitwichtigste Hafen des großen [[Königreich Dänemark|Königreiches Dänemark]], und über [[Trondheim]] wurde Roh[[kupfer]] und Metallerze zollfrei aus [[Roros]] (Norwegen) mit dem auch heute noch effektivsten Verkehrsmittel – [[Schiff]] – angeliefert. Bis 1800 hat sich das Kupfer- und Messingwerk in die größte Industrieanlage des Herzogtums Schleswig entwickelt und galt als eine der größten im Dänischen Königreich. Die Region geht 1864 an Preußen und 1871 werden in der [[Crusauer Kupfer- und Messingfabrik]] neben der Wasserkraft eine Anlage zur Nutzung der Dampfkraft errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Erfindung des [[Verkokung]]sprozesses in [[England]] durch [[Abraham Darby II]] im Jahre 1735 konnte die [[Holzkohle]] in der bisherigen [[Roheisen]]herstellung ersetzt und der Bergbau und die [[Hüttenindustrie]] intensiviert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=99GbBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA11&amp;amp;dq=Industriebetriebslehre+geschichte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Industriebetriebslehre%20geschichte&amp;amp;f=false Wolfgang Kilger, &amp;#039;&amp;#039;Industriebetriebslehre&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1986, S. 11]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Benjamin Huntsman]] entwickelte 1740 ein Verfahren, den damaligen [[Zementstahl]] in einem [[Tiegelofen]] umzuschmelzen (Tiegel-[[Gussstahl]]) und ihn so von seinen Schlackeresten zu befreien. Beide Verfahren trugen erheblich zur industriellen Entwicklung zunächst in England bei. Schließlich kam nach 1769 die [[Fabrik]] ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;fabrica&amp;#039;&amp;#039;}}, „Werkstätte“) auf, bei der die Arbeiter vorwiegend maschinelle [[Arbeitsmittel]] einsetzten. Das traf vor allem auf die erste [[Spinnmaschine]] [[Waterframe]] zu, die im Jahre 1771 zur Gründung der ersten industriellen [[Baumwollspinnerei]] der Welt durch ihren Erfinder [[Richard Arkwright]] in [[Cromford (Derbyshire)|Cromford]] führte. England galt als führendes Land der industriellen Entwicklung, das ab 1775 neben Frankreich, [[Belgien]] und [[Holland]] zu den wohlhabendsten Nationen Europas gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Rheinland]] entstand 1783 bei [[Ratingen]] die erste mechanische Spinnerei, es folgte 1799 [[Chemnitz]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=PYgdG-PSW70C&amp;amp;pg=PA242&amp;amp;dq=Fr%C3%BChindustrialisierung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Fr%C3%BChindustrialisierung&amp;amp;f=false Hans Pohl, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft, Unternehmen, Kreditwesen, soziale Probleme&amp;#039;&amp;#039;, Teil 1, 2005, S. 249 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die von [[Johann Gottfried Brügelmann]] bei Ratingen gegründete mechanische Baumwollspinnerei benannte er nach seinem Vorbild „Cromford Mill“ [[Textilfabrik Cromford]]. Sie erwarb sich den Ruf, die erste moderne Fabrik auf dem europäischen Festland zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Dröge/Detlef Hoffmann (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Museum revisited: Transdisziplinäre Perspektiven auf eine Institution im Wandel&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 40&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mechanische [[Webstuhl]] von [[Edmond Cartwright]] erreichte nach 1785 die 20-fache [[Produktivität]] eines manuellen Webstuhls.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Werner Hansmann, &amp;#039;&amp;#039;Industrielles Management&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste moderne Industrie ===&lt;br /&gt;
Eine weitere Erfindung löste die Entstehung der ersten modernen Industrie aus. [[James Watt]] erhielt für seine Erfindung der [[Dampfmaschine]] im Januar 1769 ein [[Patent]], das zunächst die [[Textilindustrie]] zum Antrieb von [[Textilmaschine]]n nutzte. Ihre vielseitige Verwendbarkeit sorgte im Juni 1783 für den Einsatz in [[Dampfschiff]]en ([[Claude François Jouffroy d’Abbans]]), im [[Bergbau]] erstmals im August 1785 in [[Hettstedt]] ([[Carl Friedrich Bückling]]) und im Februar 1804 in schienengebundenen [[Dampflokomotive]]n ([[Richard Trevithick]]). Hierdurch industrialisierten sich der [[Schiffbau]], [[Eisenbahnbau]], die [[Montanindustrie]] und die [[Stahlindustrie]]. Diese Entwicklung gilt als der Beginn des Zeitalters der ersten [[industrielle Revolution|industriellen Revolution]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ue3MBgAAQBAJ&amp;amp;pg=RA1-PA2062&amp;amp;dq=Industrie+lat.+Industria&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Industrie%20lat.%20Industria&amp;amp;f=false Reinhold Sellien/Helmut Sellien (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gablers Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1980, Sp. 2061 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; die durch eine zunehmende [[Industrialisierung]] einige [[Agrarstaat]]en in [[Industriestaat]]en verwandelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1800 galt [[Deutschland]] noch als Agrarstaat, weil etwa 62 % der [[Beschäftigter|Beschäftigten]] in der [[Landwirtschaft]] tätig waren, nur 21 % arbeiteten im [[Gewerbe]]. Hier dominierte das [[Handwerk]] (50 %), gefolgt vom Verlagssystem (45 %) und [[Manufaktur]]en (5 %).&amp;lt;ref&amp;gt;Toni Pierenkemper, &amp;#039;&amp;#039;Gewerbe und Industrie im 19. und 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühindustrialisierung ===&lt;br /&gt;
Der maschinelle Spinnprozess erreichte um 1820 die 200-fache Produktivität des manuellen Spinnrads.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=xB76BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA16&amp;amp;dq=Industriebetriebslehre+geschichte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Industriebetriebslehre%20geschichte&amp;amp;f=false Reinhard Haupt, &amp;#039;&amp;#039;Industriebetriebslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 17]&amp;lt;/ref&amp;gt; In England gab es im Jahre 1821 bereits 1500 Dampfmaschinen für die industrielle Fertigung, wodurch England seinen Status als erster Industriestaat Europas festigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des [[Wiener Kongress]]es im Juni 1815 setzte in Deutschland der Prozess der [[Frühindustrialisierung]] ein. Hauptursachen waren unter anderem die Gründung der „Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrtsgesellschaft“ (Vorläuferin der [[Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt]]) im Oktober 1825,&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Oepen-Domschky, &amp;#039;&amp;#039;Kölner Wirtschaftsbürger im deutschen Kaiserreich&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 150&amp;lt;/ref&amp;gt; im Juni 1837 folgte die [[Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft]], im Oktober 1843 die [[Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft]]. Hiervon profitierten der [[Schiffbau|Schiff-]] und [[Eisenbahnbau]]. An der Spitze des Eisenbahnbaus stand unbestritten die [[Borsig (Unternehmen)|Firma Borsig]], die 1841 ihre erste und 1858 bereits die tausendste [[Lokomotive]] herstellte und mit 1100 Beschäftigten zur drittgrößten Lokomotivfabrik der Welt aufstieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Deutsche Revolution 1848/1849]] markierte den Übergang von der Frühindustrialisierung zur zweiten industriellen Revolution. [[Johann von Zimmermann]] gründete im Jahr 1848 in [[Chemnitz]] die erste [[Werkzeugmaschine]]nfabrik Deutschlands. Wichtigster Industriezweig blieb jedoch 1850 in Deutschland mit 45,5 % der Beschäftigten immer noch die Textilindustrie, deren Anteil 1959 nur noch 15,2 % betrug. Demgegenüber wuchs die [[Metallindustrie]] von 10,8 % (1850) auf 33,4 % (1959).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walther G. Hoffmann]], &amp;#039;&amp;#039;Das Wachstum der deutschen Wirtschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, 1965, S. 68 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen zweiten Schub bekam die Textilindustrie ab etwa 1860 durch die Mechanisierung der Baumwollweberei.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft, Unternehmen, Kreditwesen, soziale Probleme&amp;#039;&amp;#039;, Teil 1, 2005, S. 250&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätindustrialisierung und Hochindustrialisierung (ab 1860) ===&lt;br /&gt;
In den [[USA]] setzte die industrielle Revolution vergleichsweise spät ein, seit 1850 zügig&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=KxGm88BF4mcC&amp;amp;pg=PA78&amp;amp;dq=industrialisierung+usa&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=industrialisierung%20usa&amp;amp;f=false Peter Lösche (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Länderbericht USA&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 81 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; und nach dem [[Sezessionskrieg]] ab 1865 deutlich erkennbar. Als Schrittmacher erwiesen sich auch hier die Eisenbahn und auch die [[Grundstoffindustrie]]. Eisenbahnen sorgten für die industrielle [[Infrastruktur]], [[Energie]] verschaffte der Industrie die Produktionsgrundlagen. Die 3069 Kilometer lange [[First Transcontinental Railroad|transkontinentale Eisenbahnverbindung]] zwischen [[New York City]] und [[San Francisco]] konnte am 10. Mai 1869 vollendet werden, seit 1887 brachten Tiefkühlwaggons das Frischfleisch aus [[Chicago]] nach New York. [[John D. Rockefeller]] gründete 1870 die [[Standard Oil Company]], um den enormen Ölbedarf decken zu können. Die 1879 von [[Thomas Alva Edison]] erfundene [[Glühlampe]] ermöglichte auch die Beleuchtung von [[Fabrikhalle]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=mBTnBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PT112&amp;amp;dq=industrialisierung+usa&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=industrialisierung%20usa&amp;amp;f=false Willi Paul Adams, &amp;#039;&amp;#039;Die USA vor 1900&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 100 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Werner von Siemens]] erfand inzwischen 1866 einen leistungsstarken [[Gleichstrommaschine|Dynamo]] zur Stromerzeugung, 1862 erfand [[Nicolaus Otto]] den [[Verbrennungsmotor]], 1876 standen [[Elektromotor]]en als Antriebsaggregate zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Kilger, &amp;#039;&amp;#039;Industriebetriebslehre&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1986, S. 12&amp;lt;/ref&amp;gt; Allmählich konnte der Industriesektor in Deutschland eine Führungsrolle in der Wirtschaft übernehmen. Weitere technische Fortschritte sorgten für eine zunehmende Mechanisierung. Die ersten einsetzbaren [[Dampfturbine]]n entwickelten der Schwede [[Carl Gustav Patrik de Laval]] (1883; &amp;#039;&amp;#039;Aktionsprinzip&amp;#039;&amp;#039;) und der Engländer [[Charles Parsons (Ingenieur)|Charles Parsons]] (1884; &amp;#039;&amp;#039;Reaktionsprinzip&amp;#039;&amp;#039;). [[Oskar von Miller]] gelang 1891 durch die Fernübertragung von [[Drehstrom]] der Anschluss von [[Fabrik|Industriebetrieben]] an fernliegende Stromquellen, so dass die Wahl für Industriestandorte unabhängiger von vorhandenen Energiequellen erfolgen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem [[Carl Benz]] 1885 das [[Automobil]] erfand, verstärkte sich die Industrialisierung wesentlich durch die 1897 in den USA beginnende [[Automobilindustrie]], die 1913 in [[Henry Ford]]s Unternehmen das erste permanente [[Fließbandfertigung|Fließband]] ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;moving assembly line&amp;#039;&amp;#039;}}) einsetzte. Dadurch steigerte Ford die Produktion auf das Achtfache, so dass er zugleich den Preis seines Modells [[Tin Lizzy]] enorm verringern und die Löhne erhöhen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Ford, &amp;#039;&amp;#039;Erfolg im Leben&amp;#039;&amp;#039;, 1952, S. 94 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits im Oktober 1912 ließ die Firma [[Friedrich Krupp AG]] ihren Mitarbeiter [[Benno Strauß]] als Erfinder des [[Edelstahl]]s patentieren, auch wenn erst im August 1913 in [[Sheffield]] [[Harry Brearley]] als Erfinder des [[Rostfreier Stahl|rostfreien Stahls]] gefeiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Anteil der [[Großindustrie und Aufstieg der NSDAP|Großindustrie am Aufstieg der NSDAP]] ist in der [[Geschichtswissenschaft]] ein zentraler Gegenstand in der politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem [[Zeit des Nationalsozialismus|Nationalsozialismus]] und der Endphase der [[Weimarer Republik]]. Umstritten ist dabei vor allem, ob und wie weit die Großindustrie die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] die entscheidenden Jahre nach der [[Reichstagswahl 1930|Reichstagswahl von 1930]] bis zum Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 förderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] mussten viele Industrieunternehmen – soweit es technisch möglich war – ihre [[Kapazität (Wirtschaft)|Kapazitäten]] als [[Rüstungsindustrie]] zur Verfügung stellen; dadurch machten sie sich ab Mai 1940 zu strategischen Zielen für Luftangriffe der Alliierten. Die hierdurch völlig zerstörten deutschen Industrieanlagen erlebten ab 1946 einen rasanten [[Wiederaufbau]] nach neusten technischen Standards. Die nunmehr auch hierdurch gestiegene [[Wettbewerbsfähigkeit]] und die [[Produktqualität]] des „[[Made in Germany]]“ waren die Hauptursachen des von der Industrie getragenen Exportwachstums während des [[Wirtschaftswunder]]s. Allerdings geschah dies auf flachem Niveau, denn wenn man die reale [[Industrieproduktion]] des Jahres 1936 mit 100 % ansetzt, so lag sie im Nachkriegsjahr 1946 bei 34 %, 1947 bei 40 % und 1948 bei 60 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Abelshauser, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft in Westdeutschland 1945-1948&amp;#039;&amp;#039;, 1975, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutschland setzte seinen Weg als Industriestaat fort, denn 1950 erzielte die Industrie einen Umsatz von 80 Mrd. DM, gefolgt in weitem Abstand mit 27 Mrd. DM im Handwerk und 9,4 Mrd. DM in der Landwirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Abelshauser, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft in Westdeutschland 1945-1948&amp;#039;&amp;#039;, 1975, S. 47 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digitale Revolution ===&lt;br /&gt;
Die digitale Revolution ist der seit 1969 bestehende Zeitabschnitt, der durch die Erfindung [[Digitale Transformation|digitaler Technologien]] und die Gründung neuer [[Wirtschaftszweig]]e gekennzeichnet ist. Die Entwicklung des [[Internet]]s seit Oktober 1969 förderte die [[Digitalisierung]], die [[Intel]] im November 1971 mit dem ersten kommerziellen [[Mikroprozessor]] verstärkte. Deren Mikroprozessor war auch im [[Mikrocomputer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Micral]] N&amp;#039;&amp;#039; vom Februar 1973 eingebaut, der als Vorläufer des heutigen [[Personal Computer]] gilt. Es folgte unter anderem die Gründung von [[Microsoft]] im April 1975, die sich auf die [[Softwarehersteller|Softwareherstellung]] konzentrierte. Der [[Apple II]] kam im April 1977 auf den Markt und besaß die heutigen Grundeigenschaften eines PCs. [[IBM]], die die Entwicklung der [[Mittlere Datentechnik|mittleren Datentechnik]] unterschätzt hatte, brachte erst im August 1981 ihren ersten PC heraus. Weltweit neue [[Spitzentechnologie]]n verbreiteten sich unter anderem durch den [[CD-Player]] und die [[Compact Disc]] (September 1981), neben digitalen [[Tonträger]]n erfasste die Digitalisierung auch die [[Bildträger]] ([[Fotografie]], [[Film]]) mit Hilfe der im November 1996 herausgebrachten [[DVD]]. Die rasante [[IT-Industrialisierung]]  brachte mit dem [[Motorola International 3200]] im September 1991 das erste digitale [[Global System for Mobile Communications|GSM-fähige]] [[Mobiltelefon]] hervor, das die [[Digitale Medien|digitalen Medien]] ergänzte. Es löste auch in Deutschland ab dem Jahr 2000 einen regelrechten [[Handy]]boom aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Industriedenkmal]], ein als Kulturdenkmal anerkannte Industrieanlage, oft erforscht von der [[Industriearchäologie]]&lt;br /&gt;
* Der [[Stromkrieg]] war die erste wirtschaftliche Auseinandersetzung um eine technische Standard-Lösung ([[Formatkrieg]]) in der Industriegeschichte&lt;br /&gt;
* [[Industriearchitektur]], [[Industriekultur]], [[Industriefotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Industriestadt]], [[Industriegebiet]], [[Industriepark]]&lt;br /&gt;
* [[Industriegesellschaft]], [[Industrieökonomik]]&lt;br /&gt;
* [[Industriepolitik]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang Wüst (Hg.): Regionale Wirtschafts- und Industriegeschichte in kleinstädtisch-ländlicher Umgebung (Mikro und Makro – Vergleichende Regionalstudien 1) Erlangen 2015. ISBN 978-3-940804-07-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|History of industry|Industriegeschichte}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Industrie}}&lt;br /&gt;
* [http://www.industrie.lu/ www.industrie.lu] – Die Industriegeschichte Luxemburgs&lt;br /&gt;
* [https://www.industriekultur.ch/ www.industriekultur.ch] – Gesamtschweizerisches Industriekultur-Inventar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Industriegeschichte| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pessottino</name></author>
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