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	<title>Individuum est ineffabile - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T01:13:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Individuum_est_ineffabile&amp;diff=1304677&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;4tilden: /* Geschichte */ dopplung entfernt</title>
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		<updated>2024-08-05T07:44:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; dopplung entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die [[Sentenz]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Individuum est ineffabile&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[latein]]isch für „Das [[Individuum]] ist unsagbar, unaussprechlich“&amp;lt;ref&amp;gt;https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/latein-deutsch/ineffabile&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird in der Philosophie [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretisch]] und ethisch verstanden: Unsere [[Verstand]]es-[[Begriff]]e erfassen nur  [[Abstraktion|abstrahiertes]] [[Allgemeines]] („Mensch“) und damit prinzipiell nicht die unendliche Fülle der konkreten Eigenschaften von [[Einzelnes|Einzelgegenständen]] („Sokrates“). Es kann als Ganzes [[Subsumtion (Philosophie)|subsumiert]] und damit [[Name|benannt]] und vergleichend besprochen, aber nicht in seiner Ganzheit [[Begriff (Philosophie)|begreifbar]] und sagbar werden, ohne gerade seine Individualität zu verlieren. Ethisch ist die [[Emergenz|irreduzible]] Individualität des Menschen gleichbedeutend mit seiner Freiheit, Selbstbestimmung, Anerkennung anderer, Verantwortung und Würde. Das Unaussprechliche der Individualität der Dinge und besonders des Menschen ist auch Thema der [[Theologie]] und der Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Besonders das erkenntnistheoretische Verständnis der Sentenz lässt sich bis in die griechische Antike zurückverfolgen. [[Platon]] trennte [[Ideenlehre|Idee]] und [[Materie (Philosophie)|Materie]] ([[hyle]]), welche das [[principium individuationis]] darstellt: „etwas“, das bestimmt, zählbar, messbar, in Raum und Zeit vorhanden ist. [[Aristoteles]] trennte Form und Materie ([[Ousia|erste Substanz]], [[Hypokeimenon]]). Beide hielten aus dem genannten Grund ein(e) [[Theorie|theoretische]] Wissen(schaft) ([[Metaphysik (Aristoteles)|Metaphysik]]) von Einzelnem für unmöglich, was die Unmöglichkeit von [[Definition]]en oder Beweisen von einzelnen sinnlichen [[Ganzheit]]en einschließt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &amp;#039;&amp;#039;[[Metaphysik (Aristoteles)|Metaphysik.]]&amp;#039;&amp;#039; 7, 15, 1039b 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Arzt [[Galenos]] formulierte für die medizinische Praxis, dass der (tatsächliche einzelne Patient) nicht durch eine Formel beschreibbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Galenos: &amp;#039;&amp;#039;Methodus medendi.&amp;#039;&amp;#039; 10, 159 f., 181 f., 206.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die praktische Philosophie bedeutete dies in der Antike, dass die menschliche [[Besonderheit]] endlich, nichtig, vergänglich und daher wertlos ist, was zählt ist die Idee in ihrer Vollkommenheit. Dieses Verständnis eines nichtigen Anteils des Partikulären findet sich noch im deutschen Idealismus, besonders bei Hegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Scholastik]] wird die Erkenntnistheorie der Antike weitergeführt, die Individualität des Menschen aber neu gedeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. aber Johannes Assenmacher: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Individuationsprinzips in der Scholastik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Philosophie und der Pädagogik.&amp;#039;&amp;#039; 1. Band, Heft 2), Felix Meiner Verlag, Leipzig 1926, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Thomas von Aquin]] schrieb im Anschluss an Aristoteles, dass das Einzelne nicht wissenschaftlich diskutierbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Franz Rieder |url=http://www.philoso.de/de_neu/000002themen/000005menschliches%20Dasein/0000044%20Philosophische%20Anthropologie/000008Mensch%20und%20Natur/index.php#sdfootnote10anc |titel=Mensch und Natur. Wer war das und wann hat das angefangen? |werk=philoso.de |datum=2017-03-22 |abruf=2021-01-18 |zitat=[…] die [[Haecceitas]] […] gehörte […] in den Bereich der Individuation und wurde als Sonderung des Allgemeinen in ein Einzelnes gedacht. Sonderung (nicht Besonderung) deshalb, weil das Einzelne selbst nicht wissenschaftlich diskutierbar (Individuum est ineffabile) ist.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnliches findet sich bei [[Francisco Suárez]].&amp;lt;ref&amp;gt;Francisco Suárez: &amp;#039;&amp;#039;Disputationes Metaphysicae.&amp;#039;&amp;#039; 1, 5, 146: „Commune enim seu universale dicitur, quod secundum unam aliquam rationem multis communicatur, seu in multis reperitur; unum autem numero seu singulare ac individuum dicitur, quod ita est unum ens, ut secundum eam entis rationem, qua unum dicitur, non sit communicabile multis ut inferioribus et sibi subiectis aut quae in illa ratione multa sint.“&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] formulierte den Gedanken näher am Wortlaut der Sentenz&amp;lt;ref&amp;gt;G. W. Leibniz: &amp;#039;&amp;#039;Nouveaux Essays.&amp;#039;&amp;#039; 3,3,6.&amp;lt;/ref&amp;gt; und diskutierte vielfach das Problem einer möglichen begrifflichen Bestimmung des Individuellen. Dabei stellte er fest, dass ein solcher [[Individualbegriff]] die menschliche Erkenntnisfähigkeit übersteigen, besonders aber die Freiheit aufheben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Georg Wilhelm Friedrich Hegel]] griff den Gedanken der Sentenz auf. Bei ihm findet sich die Formulierung, dass wir empirische Gehalte, ein „sinnliches Sein“, nur &amp;#039;&amp;#039;meinen,&amp;#039;&amp;#039; nicht aber letztlich &amp;#039;&amp;#039;sagen&amp;#039;&amp;#039; können.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Phänomenologie des Geistes]],&amp;#039;&amp;#039; Werke hg. Lasson, Bd. 5, 82.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Johann Wolfgang von Goethe]], der den Gedanken bei [[Baruch Spinoza]] oder Leibniz gefunden zu haben scheint, spricht sich mehrfach diesbezüglich enthusiastisch aus, so in einem oft zitierten&amp;lt;ref&amp;gt;Fotis Jannidis: &amp;#039;&amp;#039;‘Individuum est ineffabile’.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Aufklärung&amp;#039;&amp;#039; 9,2 (1996), S. 77–110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Kemper: &amp;#039;&amp;#039;Ineffabile. Goethe und die Individualitätsproblematik der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; München 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Brief an [[Johann Caspar Lavater]] vom 20.&amp;amp;nbsp;September 1780. Auch bei [[Johann Gottfried Herder]] findet sich dieser Gedanke in einer das menschliche Individuum, anders als Hegel, besonders hochschätzenden Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Romantik]]er versuchten ihre Opposition gegen eine Anmaßung des allgemeinen Begriffs gegenüber dem Individuellen mit dem Nachweis der Unfassbarkeit des Individuums  zu stützen. Der Satz kann hier auch im Sinne einer Opposition von [[Ontologie]] und personaler [[Individualität]] verstanden werden: Alle  Objekte sind unter ontologische Begriffe zu bringen, [[Person]]en aber nicht. In diesem Sinne finden sich Kontinuitäten beispielsweise zu [[Martin Heidegger]]s Verständnis der [[Existenz]], [[Theodor Adorno]]s [[Negative Dialektik|Negativer Dialektik]] und [[Emmanuel Levinas|Emmanuel Levinas’]] Konzept des Anderen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.&amp;amp;nbsp;B. [[Josef Wohlmuth]]: &amp;#039;&amp;#039;Chalkedonische Christologie und Metaphysik.&amp;#039;&amp;#039; In: M. Knapp, Th. Kobusch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Religion-Metaphysik(kritik)-Theologie im Kontext der Moderne/Postmoderne.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / New York 2001, S. 333–354, hier 340.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz von Kutschera]] begründet – ähnlich wie Leibniz – die Nichterfassbarkeit von Individuen mit der Behauptung, dass diese eine unendliche Fülle an Eigenschaften aufwiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Franz von Kutschera]]: &amp;#039;&amp;#039;Ästhetik.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter 1998, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst wenn man Individualbegriffe akzeptiert, sind diese durch Allgemeinbegriffe nie vollständig analysierbar und allenfalls Kennzeichnungen, keine Beschreibungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Etwas ausführlicher diskutiert das Bezugsproblem A. Pieper: &amp;#039;&amp;#039;Individuum.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Krings, H. M. Baumgartner, Ch. Wild (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch philosophischer Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5, München 1973, S. 728–731, fast vollständig bei López online zugänglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Annemarie Pieper]]: &amp;#039;&amp;#039;Individuum&amp;#039;&amp;#039;. In: Handbuch philosophischer Grundbegriffe, Band 3. München ([[Kösel-Verlag]]) 1973, S. 728–737. ISBN 3-466-40057-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Individuum]]&lt;br /&gt;
* [[Allgemeines und Einzelnes]]&lt;br /&gt;
* [[Quidditas]] und [[Haecceitas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Fotis Jannidis: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/epoche/jannidis_individuum.pdf ‘Individuum est ineffabile’. Zur Veränderung der Individualitätssemantik im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und ihrer Auswirkung auf die Figurenkonzeption im Roman.]&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 243&amp;amp;nbsp;kB). In: &amp;#039;&amp;#039;Aufklärung&amp;#039;&amp;#039; 9,2 (1996), S. 77–110.&lt;br /&gt;
* Justo Fernández López (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[http://hispanoteca.eu/Linguistik/i/INDIVIDUUM%20Individuo.htm Individuum.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[http://hispanoteca.eu/Linguistik/DICCIONARIO%20DE%20LING%C3%9C%C3%8DSTICA%20espa%C3%B1ol%20y%20alem%C3%A1n.htm Lexikon der Linguistik und Nachbardisziplinen.]&amp;#039;&amp;#039; Institut für Romanistik, Innsbruck (Zusammenstellung von Textauszügen).&lt;br /&gt;
* Roberta DeMonticelli: {{Webarchiv |url=http://home.sandiego.edu/~baber/SCP2006/papers/DeMonticelli.pdf |wayback=20060910104611 |text=&amp;#039;&amp;#039;Essential Individuality: On the Soul of a Person.&amp;#039;&amp;#039;}}. Kongressbeitrag für die Tagung der Pacific Society of Christian Philosophers zu &amp;#039;&amp;#039;Selves, Souls and Survival,&amp;#039;&amp;#039; University of San Diego, 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ontologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachphilosophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;4tilden</name></author>
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