<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Indischer_Monsun</id>
	<title>Indischer Monsun - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Indischer_Monsun"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Indischer_Monsun&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T09:24:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Indischer_Monsun&amp;diff=348613&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchmiAlf: Die letzte Textänderung von ~2026-10499-69 wurde verworfen und die Version 261584365 von Nicowa wiederhergestellt.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Indischer_Monsun&amp;diff=348613&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-04T10:55:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-10499-69&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-10499-69&quot;&gt;~2026-10499-69&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/261584365&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/261584365&quot;&gt;261584365&lt;/a&gt; von Nicowa wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
Offenes:&lt;br /&gt;
salut zum Fortschreiten der Monsunfront in die entsprechende Grafik einbinden und anschaulich machen (eventuell Platz und Formatierungsprobleme).&lt;br /&gt;
--Saperaud --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;indische Monsun&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der größte [[Monsun]] der Welt und wird daher häufig auch einfach &amp;#039;&amp;#039;der Monsun&amp;#039;&amp;#039; genannt. Er erstreckt sich im Wesentlichen über den [[Indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]], gehört jedoch auch zu einem größeren Verbundsystem von Monsunerscheinungen im Raum des [[Indischer Ozean|Indischen Ozeans]]. Dessen Ausläufer erstrecken sich in den [[Südasien|süd-]], [[Südostasien|südostasiatischen]], [[Australien|nordaustralischen]], aber auch [[ostafrika]]nischen Raum.&lt;br /&gt;
[[Datei:India 78.40398E 20.74980N.jpg|mini|280px|rechts|Indischer Subkontinent]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Monsun Sommermonsun Indien.png|mini|Sommermonsun: Ein Hitzetief jenseits des [[Nördlicher Wendekreis|nördlichen Wendekreises]] ist wirksam. Die [[innertropische Konvergenz]] ist hier so weit nach Norden verlagert, dass „außertropische Konvergenz“ treffender wäre.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Monsun Wintermonsun Indien.png|mini|Wintermonsun: Vom Festland kommende trockene Winde bewirken Dürreperioden.]]&lt;br /&gt;
Wegen der großen kontinentalen Oberfläche, besonders der [[Tibet#Geographie|tibetischen Hochebene]], erscheint das Monsunphänomen in Indien mit einer Verlagerung der [[Innertropische Konvergenzzone|Innertropischen Konvergenzzone, kurz ITC]], bis 30° [[Breitengrad|nördlicher Breite]] sehr deutlich. Auch ist der indische Monsun der einzige Monsun, welcher eine Wirkung bis in die oberen Schichten der [[Troposphäre]] aufweist. Hier zeigt sich über der tibetischen Hochebene eine hochreichende Umkehr des meridionalen [[Temperaturgradient]]en und somit die Tendenz zu ausgeprägten Advektionserscheinungen. Zudem wird auf [[Wetterkarte|Höhenwetterkarten]] eine saisonale Umkehr der Windrichtungen bis über die 700-hPa-[[Isobare]] hinaus deutlich. Weder der [[Nordamerikanischer Monsun|nordamerikanische]] noch der [[Westafrikanisches Monsunsystem|westafrikanische Monsun]] zeigen eine derartige Höhenwirkung, obwohl sich die Luftschichten in Bodennähe sehr stark erwärmen. Die Entwicklung einer vergleichsweise hochreichenden feuchten Tiefenluftschicht in Verbindung mit dem advektiven Aufstieg und der adiabatischen Abkühlung der Luft, die zum [[Monsunregen]] führen, sind daher typische Phänomene des indischen Monsuns, während es in den anderen Monsunregionen zu nur wesentlich schwächeren Monsunregenfällen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der starke Gegensatz zwischen den vom trockenen Wintermonsun und vom regenbringenden Sommermonsun geprägten Jahreszeiten hat weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Da es sich bei Indien noch mehrheitlich um ein [[Agrarland]] handelt, kommt diesen Niederschlägen eine lebenswichtige Bedeutung zu. Das gilt zwar vornehmlich für die Landbevölkerung, jedoch sind auch die indischen Städte über ihre Wasser- und Lebensmittelversorgung einerseits auf den Monsunregen angewiesen und andererseits durch [[Regen#Starkregen|extreme Niederschläge]], die mit ihm einhergehen, bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser enormen Abhängigkeit in Verbindung mit dem rasanten Wachstum der indischen Bevölkerung und einem zunehmend instabilem Klima im Zuge der [[Globale Erwärmung|globalen Erwärmung]] resultiert ein dramatisches Krisenpotential. Besonders drastisch zeigt sich dies bei den großflächigen Waldrodungen und der hieraus resultierenden Anfälligkeit für [[Bodenerosion]] und [[Überschwemmung]]en. Aus diesem Dualismus zwischen der Abhängigkeit vom und den Gefahren durch den Monsun entwickelte sich in der Folge auch die charakteristische Einstellung der indischen Bevölkerung zum Monsun, welche mit vielen Aspekten der indischen Kultur und Lebenseinstellung verwoben ist. Die Rolle des Monsuns in Zusammenhang mit der indischen Kultur beziehungsweise Kulturgeschichte, vor allem in Bezug auf die [[Indus-Kultur]], wird im Abschnitt zur [[Monsun#Kulturgeschichte|Bedeutung der Monsune]] näher erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Jahresgang ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mount Everest.jpg|mini|280px|Der [[Himalaya]] als [[Wetterscheide]]]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Abgleich mit malaysisch-australischem, aber vor allem ostasiatischem Monsun noch suboptimal. --Saperaud --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Grundlagenartikel: [[Entstehung eines Monsuns]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Verständnis des regionalen [[Witterung]]sablaufs muss die großräumige thermische Steuerung mit [[Zellularstruktur]]en wie der [[Monsundepression]] kombiniert werden. Auch terrestrische Gegebenheiten, wie der Stau von Winden am [[Luv und Lee|Lee]] von Gebirgen, spielen eine starke Rolle. So verzweigt sich der [[Jetstream]] in der Wintermonsunzeit am [[Pamir (Gebirge)|Pamirknoten]] in einen Nord- und einen Südoststrom, welcher sich feststehend über den [[Himalaya]]-Abfall anlegt und eine wesentliche Rolle bei der Ausbildung eines stabilen Hochdruckgebiets über Nord-Zentralindien spielt. Die Lee-Konvergenz der beiden Höhenströmungen weist eine [[Zyklogenese|zyklogenetische]] Tendenz auf, was sich klimatisch auf [[Japan|Südjapan]] und [[China]] auswirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Himalaya 85.30820E 32.11063N.jpg|mini|280px|Der Himalaya und die tibetische Hochebene]]&lt;br /&gt;
Im Sommer wird zunächst der südliche Ast des Jetstreams durch ein Höhenhoch der Luft über [[Tibet]] blockiert, woraufhin er zum nördlichen Jetstream am [[Kunlun Shan]] überspringt. Die für das Höhenhoch über Tibet verantwortliche tibetanische Hochebene ist aufgrund von Größe, Höhenlage, Abgeschirmtheit und Trockenheit ideal dafür geeignet, die über ihr befindlichen Luftschichten aufzuheizen. Es bildet sich daher, wie im Abschnitt zur Oberflächenerwärmung erläutert, ein thermisches Bodentief aus. Dieses stabile Bodentief wirkt nun sehr stark auf den indischen Subkontinent ein und verstärkt die Konvergenzerscheinung hin zum Kontinent. Dadurch ist die Luft am Fuße des [[Himalaya]]s weniger stabil und das winterliche Subtropenhoch über [[Indien]] verschwindet. Der Sommermonsun kann nach dem Abklingen des Wintermonsun nun ungehindert eindringen (&amp;#039;&amp;#039;burst of monsoon&amp;#039;&amp;#039;). Durch das Tibet-Hoch und die resultierenden Temperaturdiskrepanzen entsteht ein starkes Druckgefälle, wodurch sich eine östliche Höhenströmung ([[Jetstream|Tropical Easterly Jet]]) ausbildet, die das Wetter bis in die [[Sahara]] beeinflusst. Der indische Monsun hat also Auswirkungen auf das globale Klima.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jahreszeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Klimadiagramm-deutsch-Kanpur-Indien.png|miniatur|Klimadiagramm von [[Kanpur]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Klimadiagramm-deutsch-Cherrapunji-Indien.png|mini|Extrem hohe Niederschläge werden in der Region [[Cherrapunji]] gemessen.]]&lt;br /&gt;
Der indische Sommermonsun ist ein Südwestwind, oder mit anderen Worten, wenn sich die ITC auf der Nordhalbkugel befindet, überquert der Süd-Ost-Passat den geographischen Äquator und wird dabei durch die sich ändernde [[Corioliskraft]] in einen Südwestwind umgewandelt. Der Sommermonsun setzt im Juni/Juli durch die oben erläuterte ITC-Verlagerung und Passatumlenkung (SO-Passat zu SW-Monsun) von Südwesten her ein und hält bis September/Oktober an. Feuchte ozeanische Luftmassen erreichen zuerst die [[Westghats]] und verursachen eine labile [[Atmosphärischer Temperaturgradient|Atmosphärenschichtung]] (Erläuterung siehe im Artikel [[Föhn]]), aus der der Monsunregen resultiert. Diese hohen Niederschläge dauern mehrere Monate an, man spricht daher auch von einer [[Regenzeit]]. Besonders an morphologischen Hindernissen ([[Gebirge]]n) kann der Monsunregen als [[Steigungsregen]] sehr hohe Niederschlagsmengen erreichen, welche sogar stellenweise die Grenze von 10.000 [[Niederschlagsmenge|Millimetern]] [[Jahresniederschlag]] überschreiten. Extrem hohe Niederschläge durch Monsunregen werden in der Region um [[Cherrapunji]] gemessen mit einem durchschnittlichen Jahresgesamtniederschlag von circa 9000&amp;amp;nbsp;[[Niederschlagsmenge|mm]], wo auch der globale Einzeljahresrekord von 26461&amp;amp;nbsp;mm registriert wurde. In Mawsynram im indischen Bundesstaat [[Meghalaya]] bringt der Monsunregen den weltweit höchsten gemittelten Jahresniederschlag von 11872&amp;amp;nbsp;mm. Diese Niederschläge fließen in großen Teilen oberirdisch ab und führen in [[Bangladesch]] regelmäßig zu [[Flutkatastrophe]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wintermonsun ist mit dem [[Hauptwindrichtung|Nordost]]-[[Passat (Windsystem)|Passat]] identisch und liefert kalte, trockene Luftmassen aus dem [[Hochdruckgebiet|Kältehoch]] über [[Sibirien]] ([[#Literatur|Lit.]]: Goudie 2002). Er setzt im September/Oktober ein und hält bis Juni/Juli an, wobei man diesen [[arides Klima|ariden]] Zeitraum als [[Trockenzeit]] bezeichnet. Diese kann sich in Jahren mit einem schwachen Sommermonsun zu einer [[Dürre]] ausweiten und führte in der Vergangenheit oft zu großen [[Hungersnot|Hungersnöten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ausbreitung Indischer Sommermonsun.png|mini|320px|rechts|Ausbreitung und Rückzug des indischen Sommermonsuns]]&lt;br /&gt;
Im Bild rechts ist die zeitliche Ausbreitung des indischen Monsuns anhand einiger Markierungen verdeutlicht. Die dunkelblauen Linien stehen für die Ausbreitung des Sommermonsuns (Monsunfront) beziehungsweise den Rückzug des Wintermonsuns im Juni/Juli und die hellblauen Linien für die Ausbreitung des Wintermonsuns beziehungsweise den Rückzug des Sommermonsuns im September/Oktober, wobei man – in hinreichend guter, aber keinesfalls verlässlicher Genauigkeit – jeder Linie einen bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf zuordnen kann. Es gilt deshalb zu beachten, dass die tagesgenauen Angaben nur grobe Richtwerte darstellen, da das Vordringen des Monsuns ein dynamischer Prozess ist, welcher durch Oszillationen an der Monsunfront geprägt wird. Als Erfahrungswerte (empirische Merkmale) zur Bestimmung dieser Zeitpunkte werden das Auftreten beziehungsweise das Verschwinden des Monsunregens genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variabilität und Wandel ==&lt;br /&gt;
Der indische Monsun stellt als Ganzes eine verlässliche Klimaerscheinung mit nur relativ geringfügigen Unterschieden im Verlauf mehrerer Jahre dar. So spiegelt die mittlere jährliche Niederschlagsmenge von 852&amp;amp;nbsp;mm mit einer Standardabweichung von 84&amp;amp;nbsp;mm ein feuchtes, aber auch schwankungsarmes Klima wider. [[Wetterbeobachtung]]en deuten ebenso wie darauf beruhende klimatische [[Trendanalyse]]n auf eine mittelfristige Zunahme der Monsunniederschläge im indischen Raum hin. Diese sind mit einer zunehmenden Gefahr von Überschwemmungen verbunden, welche an Häufigkeit und Stärke bereits nachweisbar zunehmen. Man führt die Ursachen dieser Entwicklung auf eine Kopplung mit der globalen Durchschnittstemperatur zurück, also auch mit der [[Globale Erwärmung|globalen Erwärmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wechselwirkungen mit ENSO ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ninjo deprec.gif|mini|400px|Anomale Meeresoberflächentemperatur (°C), beobachtet im Dezember 1997 während des letzten starken El Niños (Quelle: [[National Centers for Environmental Prediction|NCEP]], [[National Oceanic and Atmospheric Administration|NOAA]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Auftreten des [[El Niño|El-Niño]]-Phänomens im [[Pazifik|ostpazifischen]] Raum wirkt sich selbst bis in den [[Indik]] und somit auch auf den indischen Monsun aus. Schon recht früh wurde der [[Southern Oscillation Index]], ein Parameter für die [[Wahrscheinlichkeit]] des Auftretens des genannten El Niño-Phänomens, auf Grundlage der Messungen des Observatoriums der [[Britisches Weltreich|britischen Kolonialverwaltung]] in Indien durch dessen Leiter [[Gilbert Walker]] mit dem Ausbleiben beziehungsweise der Abschwächung des indischen Sommermonsuns und den dadurch bedingten Niederschlägen in Verbindung gebracht. Es zeigte sich, dass beide Phänomene eng miteinander verwoben sind und sich gegenseitig beeinflussen, was nichts anderes aussagt, als dass die globale [[Planetarische Zirkulation|Atmosphärenzirkulation]] keine für sich stehenden Elemente enthält, sondern ihr globaler Charakter im Vordergrund steht. Es reicht also nicht aus, den Monsun nur für sich allein zu betrachten, wenn man seine Dynamik und sein Auftreten verstehen will. Aber die Annahme einer direkten Verbindung zwischen beiden Phänomenen ist nicht ausreichend, da es beispielsweise 1997 trotz eines starken El Niño „normale“ Monsunregenfälle gab. Sehr wichtig ist es beispielsweise, auch die [[Streuung (Statistik)|Variabilität]] der Luftaufwärmung über der tibetischen Hochebene und damit vor allem die dortige [[Albedo]], die durch das Vorhandensein von schneebedeckten Flächen und deren [[Schneehöhe]] entscheidend beeinflusst wird, zu beachten. Generell lässt sich jedoch in den letzten Jahrzehnten ein abnehmender Einfluss des El Niño auf den indischen Monsun feststellen, wobei noch weitgehend ungeklärt ist, weshalb es hierzu kommt, und vor allem, wie nachhaltig dieser Wandel ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Kulturgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die kulturgeschichtliche Bedeutung ist besonders im Falle des indischen Monsuns sehr stark ausgeprägt. Neben der Rolle der Monsunwinde als Mittler des Kulturaustauschs im Raum des Indiks (siehe auch [[Monsun]]) zeigt sich dies vor allem am Beispiel der Indus-Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Indus-Kultur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Harappa.png|rechts|230px|mini|Stätten der Indus-Kultur]]&lt;br /&gt;
Die [[Indus-Kultur]] zeichnet sich dadurch aus, dass sie schon sehr früh einen fortgeschrittenen [[Wasserbau]] entwickelte, wohl weil sie auch aufgrund schwankender Monsunregenfälle darauf angewiesen war. Die Entwicklungen der Infrastruktur in Bezug auf Wasserspeicherung, -transport und -verteilung erreichten im Zeitraum von 3500 bis 1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ein ähnliches Niveau wie erst Jahrtausende später die [[Römische Architektur|römische Hochkultur]]. In Teilbereichen übertraf sie diese sogar und wurde in vielen Regionen Indiens bis heute nicht wieder erreicht. Die Frage des Wassers und der Wasserversorgung hatte hier eine hohe Priorität; und zahlreichen Innovationen gehörten bereits Einrichtungen wie Bäder, Spültoiletten, ein durch Brunnen gestütztes Kanal- und Leitungssystem bis zu den Wohnhäusern und eine ausgereifte [[Kanalisation]]. Zwar sind die bisherigen archäologischen Funde nur von begrenzter Aussagekraft, jedoch deuten viele Indizien auf eine ausgeprägte Rückhaltewirtschaft hin, welche dazu beigetragen haben könnte, die Wasserversorgung auch in den trockenen Wintermonaten zu sichern. Dies stellt wiederum eine Grundvoraussetzung für die Etablierung einer stabilen [[Hochkultur (Geschichtswissenschaft)|Hochkultur]] dar, setzt eine Vielzahl an wasserbaulichen Kenntnissen voraus und erlaubt den Rückschluss auf eine mit deren Anwendung und Bewahrung betraute „Wasserelite“. Die Notwendigkeit, mittels im Jahresverlauf sehr unterschiedlicher Niederschläge eine sehr produktive Landwirtschaft zu betreiben, könnte den entscheidenden Impuls zur Herausbildung eines solchen Wasserbaus und der damit verbundenen „Wasserkultur“ gegeben haben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für andere Regionen, also nicht nur für Indien, wobei sich an den grundlegenden Fragen der Wechselbeziehung zwischen Monsun, Landwirtschaft und Mensch bis in die heutige Zeit nur wenig geändert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:MatheranPanoramaPointDrySeason.JPG|mini|Die Western Ghats in der Trockenzeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MatheranPanoramaPointMonsoon.JPG|mini|Die Western Ghats in der Regenzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monsun fordert in Indien jährlich große Opferzahlen. So starben in der Saison 2005 etwa 1300 Menschen durch Flut und Unwetter. Auch 2006 waren bis zum 31.&amp;amp;nbsp;Juli bereits 480&amp;amp;nbsp;Opfer zu beklagen. Würde der Monsun jedoch einmal ausbleiben, hätte das für die Landwirtschaft einschneidende Folgen. Da die Felder bewässert werden müssten, würde es zu Dürren und bis zu 95&amp;amp;nbsp;Prozent Ernteausfall kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außergewöhnliche heftige Auswirkungen hatte der Monsun 2007. Etwa 21 Millionen Menschen verloren in Indien, Nepal und Bangladesch ihr Obdach. Allein in den indischen Bundesstaaten [[Bihar]], [[Uttar Pradesh]] und [[Assam]] starben bis Anfang August mehr als 120&amp;amp;nbsp;Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de:80/ausland/meldung6454.html | wayback=20090324065210 | text=Überflutungen in Südasien - Obdachlose von Seuchen bedroht}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach wochenlangen Monsunregenfällen kam es Ende August 2008 im [[Liste der indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien|indischen Bundesstaat]] [[Bihar#Naturkatastrophen|Bihar]] zu über 1,2&amp;amp;nbsp;Millionen Obdachlosen und mehreren hundert Toten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben diesen direkten Auswirkungen auf die Bevölkerung hat die Monsunzeit auch große wirtschaftliche Folgen. Insbesondere die Erträge aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dw.com/de/bessere-monsunvorhersagen-f%C3%BCr-indische-landwirte/a-59730984 |titel=Bessere Monsunvorhersagen für indische Landwirte |hrsg=Deutsche Welle |abruf=2023-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Tourismus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://indien-individuell.de/2023/05/31/indien-im-monsum-entdecke-indien-waehrend-der-regenzeit/ |titel=Indien im Monsun |hrsg=Indien Individuell |abruf=2023-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; hängen stark vom Verlauf der Monsunsaison ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Datei:India-demography.png|Bevölkerungsentwicklung Indiens&lt;br /&gt;
 Datei:Vindhya.jpg|Monsun über dem [[Vindhyagebirge]] in Zentralindien&lt;br /&gt;
 Datei:Indiatemperaturetemp.png|Temperaturzonen&lt;br /&gt;
 Datei:India-physical-map.png|Höhenzonen&lt;br /&gt;
 Datei:India-naturalhazards-map.png|Naturkatastrophen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://bildungsserver.hamburg.de/ozean-und-klima/4337334/enso-indien-artikel/ Folgen des Klimawandels für den indischen Monsun]&lt;br /&gt;
* Christoph S. Sprung: [http://www.suedasien.info/laenderinfos/282#toc_12 Indien: Land (Klima)], Artikel auf der Website des Südasien-Informationsnetz e.&amp;amp;nbsp;V. (suedasien.info)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Vidya Sagar Katiyar: &amp;#039;&amp;#039;The Indian Monsoon and Its Frontiers.&amp;#039;&amp;#039; Inter-India Publications, Neu-Delhi 1990, ISBN 81-210-0245-1.&lt;br /&gt;
* Klaus Leßmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Asiatische Sommermonsunzirkulation. Sensitivitätsstudien mit einem zonal symmetrischen Basismodell.&amp;#039;&amp;#039; Kovač, Hamburg 1997, ISBN 3-86064-569-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Monsun]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchmiAlf</name></author>
	</entry>
</feed>