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	<title>Indigo-Reizker - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Indigo-Reizker&amp;diff=2022872&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-11-30T14:54:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Indigo-Reizker&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Lactarius indigo&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Lewis David von Schweinitz|Schwein.]]&amp;lt;!--1822--&amp;gt;) [[Elias Magnus Fries|Fr.]]&amp;lt;!--1838--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Reizker&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Deliciosi&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Sektion&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Milchlinge&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Lactarius&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Täublingsverwandte&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Russulaceae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Täublingsartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Russulales&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = unsichere Stellung&lt;br /&gt;
| Taxon6_LinkName  = incertae sedis&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = incertae sedis&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Unterklasse&lt;br /&gt;
| Bild             = Lactarius indigo 48568 edit.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Indigo-Reizker&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039;) ist eine [[Pilze|Pilz]][[Art (Biologie)|art]] aus der Familie der [[Täublingsverwandte]]n. Der Milchling ist im östlichen Nordamerika, Zentralamerika und in Ostasien weit verbreitet. Aus Europa sind bisher nur Vorkommen in Südfrankreich bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bon1988&amp;quot; /&amp;gt; Der Pilz wächst sowohl in [[Laubwald|Laub-]] als auch im [[Nadelwald|Nadelwäldern]], in denen er [[Mykorrhiza|Mykorrhizen]] mit diversen Baumarten bildet. Die Farbe reicht von Dunkelblau bei jungen Exemplaren bis zu einem fahlen Blaugrau bei älteren [[Fruchtkörper]]n. Die bei Verletzung des Fruchtfleisches austretende, ebenso [[indigo]]blaue Milch verfärbt sich bei Luftkontakt grünlich. Der [[Hut (Pilze)|Hut]] misst typischerweise 5 bis 15 cm im Durchmesser, der Stiel ist 2 bis 8 cm hoch und 1 bis 2,5 cm dick. Der Pilz ist essbar und wird auf Bauernmärkten in [[Mexiko]], [[Guatemala]] und [[China]] angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
=== Makroskopische Merkmale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lactarius indigo 54015.jpg|miniatur|Indigo-Reizker aus [[Guadalajara (Mexiko)|Guadalajara]], Mexiko mit konzentrisch gezonten Hüten]]&lt;br /&gt;
Der [[Hut (Mykologie)|Hut]] des Fruchtkörpers ist 5–15&amp;amp;nbsp;cm breit, zunächst konvex und entwickelt allmählich eine flache Trichterform. Im Alter wird er sogar noch stärker eingedrückt, wobei sich der Rand aufwärts wölbt. Im jungen Zustand ist der Hutrand nach innen eingerollt, entfaltet und hebt sich aber, wenn der Pilz wächst. Bei jungen Exemplaren ist der Hut indigoblau, wird aber bei alten Pilzen graublau oder silberblau, manchmal auch mit grünlichen Flecken. Er ist häufig ringförmig gezont mit dunkelblauen Flecken zum Hutrand hin. Die Kappen junger Exemplare haben eine klebrige Oberfläche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:2011-10-15 Lactarius indigo (Schwein.) Fr 175047.jpg|miniatur|links|Frisch angeschnittene Fruchtkörper zeigen ein blaues Fleisch.]]&lt;br /&gt;
Das [[Trama|Fleisch]] ist blass bläulich und färbt sich bei Kontakt mit Luft langsam grün; sein Geschmack ist mild bis leicht bitter. Das Fleisch des gesamten Pilzes ist spröde und der Stiel bricht sauber durch, wenn man ihn biegt. Die aus Verletzungen austretende Milch ist ebenfalls indigoblau und färbt den Anschnitt grünlich; wie auch das Fleisch schmeckt sie mild. &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; ist dafür bekannt, nicht so viel Milch zu produzieren wie andere &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039;-Arten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Volk2000&amp;quot; /&amp;gt; und insbesondere alte Exemplare können derart ausgetrocknet sein, dass sie gar keine Milch mehr absondern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Metzler&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Online={{Google Buch |BuchID=HRtfvVigMmsC }} |Autor=Susan Metzler, Van Metzler|Titel=Texas Mushrooms: A Field Guide|Verlag=University of Texas Press|Jahr=1992|ISBN=978-0-292-75125-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lactarius indigo 48609.jpg|miniatur|Der Hutrand ist bei jungen Exemplaren nach innen gerollt.]]&lt;br /&gt;
Die [[Lamelle (Mykologie)|Lamellen]] sind am Stiel angewachsen oder leicht bogig und stehen dicht zusammengedrängt. Ihre Farbe reicht von indigoblau im jungen Stadium bis zu einem fahlen graublau im Alter, bei Beschädigung treten grüne Flecken auf. Der Stiel ist 2–6 cm hoch und 1.2–5 cm dick, der Durchmesser ist über den gesamten Stiel gleich oder manchmal an der Basis etwas geringer. Der Stiel ist gleichfalls indigo- bis silber- und graublau gefärbt. Das Innere des Stiels ist zunächst fest und kompakt, im Alter wird er jedoch oft hohl. Wie der Hut ist er zu Anfang klebrig oder schleimig, trocknet aber später ab. Normalerweise ist der Hut zentral am Stiel angewachsen, kann aber auch dezentral verschoben sein. Die Fruchtkörper des Indigo-Reizkers haben keinen besonderen Geruch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; var. &amp;#039;&amp;#039;diminutivus&amp;#039;&amp;#039; (der „Kleine Indigo-Reizker“, engl.: &amp;#039;&amp;#039;smaller indigo milk cap&amp;#039;&amp;#039;), eine kleinere Varietät mit Hüten von 3–7 cm Durchmesser und Stielhöhen von 1,5–4 cm, wird häufig in Virginia gefunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Miller&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=Orson K. Miller, Hope Miller |Titel=North American mushrooms: a field guide to edible and inedible fungi|Verlag=Falcon Press|Jahr=2006|ISBN=978-0-7627-3109-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Helser und Smith, die die Varietät als erste beschrieben, bemerken dazu als typischen Lebensraum: „entlang der Ränder von schlammigen Gräben unter Gräsern und Kräutern mit [[Weihrauch-Kiefer]]n in der Nähe (along [the] sides of a muddy ditch under grasses and weeds, [with] loblolly pine nearby).“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroskopische Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Sporenabdruck]] ist cremefarben bis gelb. Unter dem [[Lichtmikroskop]] betrachtet, sind die [[Spore|Sporen]] durchsichtig ([[hyalin]]), sie sind elliptisch bis beinahe rund mit [[Amyloidität|amyloiden]] Warzen und haben Dimensionen von etwa 7–9 mal 5,5–7,5 µm. Mittels [[Rasterelektronenmikroskop]]ie wird eine netzige Sporenoberfläche erkennbar. Die [[Basidie]]n sind viersporig und messen 37–45 µm Länge mal 8–10 µm Breite.&amp;lt;ref&amp;gt;Hesler und Smith (1979), S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Pleurozystide|Pleurozystiden]] messen 40–56 mal 6,4–8 µm, sind grob spindelförmig und weisen eingeschnürte Spitzen auf. Cheilozystiden sind zahlreich vorhanden und weisen Abmessungen von 40–45,6 mal 5,6–7,2 µm auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Montoya&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=L. Montoya, V. M. Bandala|Jahr=1996|Titel=Additional new records on Lactarius from Mexico|Sammelwerk=Mycotaxon |Band=57|Seiten= 425–450| ISSN =0093-4666}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lactarius indigo 19700.jpg|mini|Eine Sammlung von &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; aus [[Jalisco]], Mexiko|alt=Etwa zwei Dutzend blauer Fruchtkörper in verschiedenen Größen auf einem Teller.]]&lt;br /&gt;
Der Indigo-Reizker ist im südlichen und östlichen Nordamerika verbreitet und kommt häufig entlang des [[Golf von Mexiko|Golfs von Mexiko]] und in Mexiko vor. Seine Verbreitung in den [[Appalachen]] der Vereinigten Staaten wurde mit „gelegentlich bis lokal häufig &amp;#039;&amp;#039;(occasional to locally common)“&amp;#039;&amp;#039; beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roody2003&amp;quot; /&amp;gt; Arora schreibt, dass die Art in den USA bei [[Gelb-Kiefer]]n in [[Arizona]] gefunden wird, jedoch in den [[Kalifornien|kalifornischen]] Gelb-Kiefer-Wäldern fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;Arora, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Art wurde auch in [[Eiche]]nwäldern in China, [[Indien]], [[Bhutan]], [[Kolumbien]], [[Guatemala]] und [[Costa Rica]] gefunden. Eine Studie zum saisonalen Auftreten von &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; in den subtropischen Wäldern von [[Xalapa]]/Mexiko zeigte, dass die Maximalproduktion von Fruchtkörpern mit der [[Regenzeit]] von Juni bis September zusammenfällt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=S. Chacon, G. Guzmán |Jahr=1995 |Titel=Observations on the phenology of ten fungal species in the subtropical forests at Xalapa, Mexico |Sammelwerk=Mycological Research |Band=99 |Nummer=1 |Seiten= 54–56| DOI=10.1016/S0953-7562(09)80316-X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; bildet Mykorrhizen und geht daher mit den Wurzeln verschiedener Baumarten eine [[Mutualismus (Biologie)|Symbiose]] ein, wobei der Pilz [[Mineral]]ien und [[Aminosäure]]n aus dem Boden gegen fixierten [[Kohlenstoff]] mit dem Wirtsbaum austauscht. Die unterirdischen Hyphen des Pilzes spannen ein Geflecht von Zellgewebe, das sogenannte Ektomykorrhizum, um die Wurzeln des Baumes – eine enge gegenseitige Beziehung, die insbesondere für den Wirt von Vorteil ist, da der Pilz [[Enzym]]e produziert, die organische Verbindungen mineralisieren und so den Transport von Nährstoffen zum Baum ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer engen Symbiose mit Bäumen finden sich die Fruchtkörper des Indigo-Reizkers typischerweise am Boden, verstreut oder in Gruppen, sowohl in [[Laubwald|Laub-]] als auch in [[Nadelwald|Nadelwäldern]]. Man findet den Pilz auch häufig in [[Flussaue]]n, die kürzlich überschwemmt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Metzler&amp;quot; /&amp;gt; In Mexiko wurden Gemeinschaften mit Mexikanischer Erle (&amp;#039;&amp;#039;Alnus jorullensis&amp;#039;&amp;#039;), [[Amerikanische Hainbuche|Amerikanischer Hainbuche]], [[Virginische Hopfenbuche|Virginischer Hopfenbuche]] (&amp;#039;&amp;#039;Ostrya virginiana&amp;#039;&amp;#039;) und [[Amberbäume]]n beobachtet,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Montoya&amp;quot; /&amp;gt; während sich der Pilz in Guatemala an &amp;#039;&amp;#039;[[Pinus pseudostrobus]]&amp;#039;&amp;#039; und andere Kiefern- und auch Eichenarten hält. In Costa Rica geht der Indigo-Reizker Verbindungen mit verschiedenen Eichenarten ein. Unter kontrollierten Laborbedingungen konnte gezeigt werden, dass &amp;#039;&amp;#039;L. indigo&amp;#039;&amp;#039; Verbindungen mit den [[Neotropis|neotropischen]] Kiefernarten [[Mexikanische Weymouth-Kiefer]], &amp;#039;&amp;#039;[[Pinus hartwegii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Pinus oocarpa&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Pinus pseudostrobus&amp;#039;&amp;#039; und auch mit [[Eurasien|eurasischen]] Arten wie [[Aleppokiefer]], [[Schwarzkiefer]], [[See-Kiefer]] und [[Waldkiefer]] eingeht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=G. Diaz, R. Flores, M. Honrubia |Jahr=2007 |Titel=Lactarius indigo and L. deliciosus form mycorrhizae with Eurasian or Neotropical Pinus species |Sammelwerk= Sydowia |Band=59 |Nummer=1|Seiten=32–45| ISSN=0082-0598}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
=== Speisewert ===&lt;br /&gt;
Der Indigo-Reizker ist als essbare Art bekannt, jedoch unterscheiden sich die Meinungen über seinen Speisewert: So nennt der amerikanische [[Mykologe]] David Arora ihn „vorzüglich &amp;#039;&amp;#039;(superior edible)&amp;#039;&amp;#039;“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Arora69&amp;quot; /&amp;gt; während ein Bestimmungsbuch für Pilze in [[Kansas]] ihn mit „mittlerer Qualität &amp;#039;&amp;#039;(mediocre in quality)&amp;#039;&amp;#039;“ bewertet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=D. Abel, B. Horn, R. Kay |Jahr=1993 |Titel=A Guide to Kansas Mushrooms|Ort=Lawrence|Verlag= University Press of Kansas|Seiten= 63| ISBN= 0-7006-0571-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kann leicht bitter oder pfeffrig schmecken und hat eine grobe, körnige [[Mundgefühl|Textur]]. Das feste Fruchtfleisch wird am besten zubereitet, indem man den Pilz in dünne Scheiben schneidet. Beim Kochen verschwindet die blaue Farbe und der Pilz wird grau. Wegen des körnigen Fleisches ist der Pilz nicht leicht zu trocknen. Exemplare mit besonders reichlichem Milchgehalt eignen sich zur Färbung von [[Marinade]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mexiko werden wild wachsende Indigo-Reizker typischerweise von Juni bis November für den Verkauf gesammelt, wobei sie als Speisepilz zweiter Wahl angesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=V. M. Bandala, L. Montoya, I. H. Chapela|Jahr=1997 |Titel=Wild edible mushooms in Mexico: A challenge and opportunity for sustainable development |Herausgeber=M. E. Palm, I. H. Chapela|Sammelwerk=Mycology in Sustainable Development: Expanding Concepts, Vanishing Borders|Verlag= Parkway Publishers |Seiten= 62| ISBN= 978-1-887905-01-5|Online= [http://books.google.de/books?id=P4LXG3p9MwwC&amp;amp;pg=PA77&amp;amp;dq=Lactarius+indigo&amp;amp;lr=#v=onepage&amp;amp;q=Lactarius%20indigo&amp;amp;f=false Google Bücher]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Indigo-Reizker wird auch in Guatemala von Mai bis Oktober auf Märkten angeboten. Er ist eine von 13 &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039;-Arten, die in [[Yunnan]] im Südwesten Chinas verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chemische Zusammensetzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lactarius azulene.png|mini|250px|rechts|(7-Isopropenyl-4-methylazulen-1-yl)-methylstearat, das blaue, lipophile [[Azulen]]pigment des &amp;#039;&amp;#039;L. indigo&amp;#039;&amp;#039;. Der für die Färbung verantwortliche Teil des Moleküls ([[Chromophor]]) ist blau hervorgehoben.|alt=Struktur des (7-Isopropenyl-4-methylazulen-1-yl)methylstearat]]&lt;br /&gt;
Eine [[Analytische Chemie|chemische Analyse]] von mexikanischen Exemplaren zeigte, dass &amp;#039;&amp;#039;L. indigo&amp;#039;&amp;#039; 95,1 % Feuchtigkeit, 4,3 [[Milligramm|mg]] Fett pro Gramm Masse und 13,4 mg [[Protein]] enthält. Es sind 18,7 mg [[Ballaststoff]]e enthalten, viel mehr als z. B. im [[Zuchtchampignon]], der nur 6,6 mg enthält. Im Vergleich zu drei anderen wild vorkommenden Pilzarten, die auch in dieser Studie untersucht wurden ([[Perlpilz]], &amp;#039;&amp;#039;Boletus frostii&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Ramaria flava&amp;#039;&amp;#039;), hatte der Indigo-Reizker mit 32,1 mg/g den höchsten Gehalt an gesättigten [[Fettsäuren]], einschließlich [[Stearinsäure]] – etwas mehr als die Hälfte des Gesamtgehaltes an freien Fettsäuren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=M. F. León-Guzmán, I. Silva, M. G. López |Jahr=1997 |Titel=Proximate chemical composition, free amino acid contents, and free fatty acid contents of some wild edible mushrooms from Querétaro, México|Sammelwerk=[[Journal of Agricultural and Food Chemistry]] |Band=45|Nummer=11|Seiten= 4329–4332|DOI=10.1021/jf970640u| ISSN=0021-8561}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die blaue Farbe des Indigo-Reizkers wird durch das [[Azulen]]-[[Derivat (Chemie)|Derivat]] (7-Isopropenyl-4-methylazulen-1-yl)-methylstearat hervorgerufen. Das Molekül kommt nur im Indigo-Reizker vor, ist aber ähnlich einer Verbindung, die im [[Edel-Reizker]] gefunden wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=A. D. Harmon, K. H. Weisgraber, U. Weiss |Jahr=1979 | Titel=Preformed azulene pigments of Lactarius indigo (Schw.) Fries (Russulaceae, Basidiomycetes)|Sammelwerk= Cellular and Molecular Life Sciences |Band=36 |Nummer=1 Seiten= 54–56 |DOI=10.1007/BF02003967| ISSN=1420-682X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Namensgebung ==&lt;br /&gt;
1822 von dem amerikanischen [[Mykologe]]n [[Lewis David von Schweinitz]] als &amp;#039;&amp;#039;Agaricus indigo&amp;#039;&amp;#039; beschrieben,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor= Lewis David von Schweinitz |Jahr=1822 |Titel =Synopsis fungorum Carolinae superioris|Sammelwerk=Schriften der naturforschenden Gesellschaft in Leipzig |Band=1|Seiten=87}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde die Art 1838 von dem Schweden [[Elias Magnus Fries]] der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; zugeordnet. Der deutsche Botaniker [[Carl Ernst Otto Kuntze|Otto Kuntze]] nannte die Art in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Revisio Generum Plantarum&amp;#039;&amp;#039; von 1891 &amp;#039;&amp;#039;Lactifluus indigo&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuntze&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=C. E. Otto Kuntze|Titel=Revisio Generum Plantarum |Jahr=1891 |Seiten=857}}&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch wurde diese Namensänderung nicht von anderen Autoren aufgegriffen. In ihrer Studie zu den nordamerikanischen Arten von &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; von 1960 definierten Hesler und Smith &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; als [[Typspezies]] der Unterteilung &amp;#039;&amp;#039;Caerulei&amp;#039;&amp;#039;, einer Gruppe, die sich durch blaue Milch und einen klebrigen, blauen Hut auszeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=L. R. Hesler, A. H. Smith |Jahr= 1960 |Titel=Studies on &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; - I: The North American Species of Section &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; |Sammelwerk=Brittonia |Band=12 |Seiten= 119–39|ISSN=0007196X|DOI=10.2307/2805213}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1979 zogen sie ihre Meinung zu den Unterteilungen der Art &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; zurück und ordneten &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; stattdessen in die Untergattung &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; ein, basierend auf der Farbe der Milch und deren Farbänderung, die bei Kontakt mit Luft beobachtet werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hesler und Smith (1979), S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erklären dazu:&amp;lt;ref&amp;gt;Hesler und Smith (1979), S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die allmähliche Entwicklung von blauer zu violetter Pigmentierung, wenn man sich von Art zu Art bewegt, ist ein interessantes Phänomen, das weiterer Forschung bedarf. Der Höhepunkt wird bei &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; erreicht, der durch und durch blau ist. &amp;#039;&amp;#039;Lactarius chelidonium&amp;#039;&amp;#039; und seine Abarten &amp;#039;&amp;#039;Lactarius chelidonioides&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lactarius paradoxus&amp;#039;&amp;#039;, und &amp;#039;&amp;#039;Lactarius hemicyaneus&amp;#039;&amp;#039; können als Meilensteine auf dem Weg zu &amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039; angesehen werden. (The gradual development of blue to violet pigmentation as one progresses from species to species is an interesting phenomenon deserving further study. The climax is reached in &amp;#039;&amp;#039;L. indigo&amp;#039;&amp;#039; which is blue throughout. &amp;#039;&amp;#039;L. chelidonium&amp;#039;&amp;#039; and its variety &amp;#039;&amp;#039;chelidonioides&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;L. paradoxus&amp;#039;&amp;#039;, and &amp;#039;&amp;#039;L. hemicyaneus&amp;#039;&amp;#039; may be considered as mileposts along the road to &amp;#039;&amp;#039;L. indigo&amp;#039;&amp;#039;.)“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Epitheton|Artname]] &amp;#039;&amp;#039;indigo&amp;#039;&amp;#039; bezieht sich auf die [[Lateinische Sprache|lateinische]] Bezeichnung für „indigoblau“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artabgrenzung ==&lt;br /&gt;
Die charakteristische blaue Farbe des Fruchtkörpers und der Milch machen diese Art leicht bestimmbar. Andere Arten von &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; mit blauer Farbe umfassen &amp;#039;&amp;#039;[[Lactarius paradoxus|L. paradoxus]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem östlichen Nordamerika, der im Jungstadium einen graublauen Hut hat, aber rotbraune bis purpurne Lamellen und Milch aufweist. &amp;#039;&amp;#039;[[Lactarius chelidonium|L. chelidonium]]&amp;#039;&amp;#039; hat einen gelblichen bis graublauen Hut und gelbbraune Milch. Der europäische [[Wechselblauer Edel-Reizker|Wechselblaue Edel-Reizker]] (&amp;#039;&amp;#039;Lactarius quieticolor&amp;#039;&amp;#039;) hat einen rötlichgrauen bis zimtbraunen Hut mit blauem Fleisch und orangefarbenes Fleisch in der Stielbasis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bon1988&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Arora69&amp;quot;&amp;gt;Arora, S. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl die blaue Färbung des &amp;#039;&amp;#039;L. indigo&amp;#039;&amp;#039; als selten innerhalb der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039; gilt, wurden 2007 fünf neue Arten mit bläuender Milch oder bläuendem Fleisch auf der [[Malaiische Halbinsel|Malaiischen Halbinsel]] gefunden: &amp;#039;&amp;#039;[[Lactarius cyanescens]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Lactarius lazulinus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Lactarius mirabilis]]&amp;#039;&amp;#039; und zwei noch unbenannte Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=L. R. Hesler, A. H. Smith |Jahr=1979 |Titel=North American Species of Lactarius|Ort=Michigan|Verlag= The University of Michigan Press| ISBN=0-472-08440-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=David Arora |Titel=Mushrooms Demystified: a Comprehensive Guide to the Fleshy Fungi |Verlag=Ten Speed Press |Ort=Berkeley/Kalifornien |Jahr=1986 |ISBN=0-89815-169-4 |Sprache=en-US}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bon1988&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor = [[Marcel Bon]] | Ort= Hamburg, Berlin | Jahr = 1988  | Seiten= 88 | Titel = [[Pareys Buch der Pilze]] | Verlag = Paul Parey | ISBN = 3-490-19818-2}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roody2003&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=W. C. Roody |Jahr=2003 |Titel=Mushrooms of West Virginia and the Central Appalachians|Ort= Lexington, Kentucky|Verlag=University Press of Kentucky |Seiten=93| ISBN=0-8131-9039-8|Online ={{Google Buch|BuchID=5HGMPEiy4ykC|Seite=93}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Volk2000&amp;quot;&amp;gt;{{cite web|author=Tom Volk |year=2000 |title=Tom Volk&amp;#039;s Fungus of the Month for June 2000 |publisher= Department of Biology, University of Wisconsin-La Crosse |url=https://botit.botany.wisc.edu/toms_fungi/june2000.html| accessdate=2011-01-04}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lactarius indigo|Indigo-Reizker (&amp;#039;&amp;#039;Lactarius indigo&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Speisepilzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Milchlinge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Speisepilzart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>