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	<title>Incipit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T23:36:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Incipit&amp;diff=468236&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;BurghardRichter: Kleinere formale und sprachliche Änderungen, Typographhie, Linkvereinfachung, Abschnittslink, Teilwortverlinkung, Formatierung von Einzelnachweisen/Literaturangaben</title>
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		<updated>2025-08-11T13:15:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kleinere formale und sprachliche Änderungen, Typographhie, Linkvereinfachung, Abschnittslink, Teilwortverlinkung, Formatierung von Einzelnachweisen/Literaturangaben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Lateinische Sprache|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;‚[es] fängt an‘, [es] beginnt‘&amp;#039;&amp;#039;) werden in der Literatur-, Geschichts- und Musikwissenschaft die ersten Worte eines [[Literatur|literarischen]] oder fachwissenschaftlichen Textes,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Christine Jakobi-Mirwald: &amp;#039;&amp;#039;Buchmalerei. Terminologie in der Kunstgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Reimer, Berlin 2015, S. 32–33.&amp;lt;/ref&amp;gt; eines Dokuments oder der Anfang eines [[Note (Musik)|Notentextes]] bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039; dient zur Identifizierung [[antike]]r, [[mittelalter]]licher und [[Frühe Neuzeit|frühneuzeitlicher]] Texte, die ohne Titel oder mit verschiedenen, oft nicht authentischen Titeln überliefert sind. Die &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039;-Angabe wird in der modernen Fachliteratur gewöhnlich mit der Abkürzung &amp;#039;&amp;#039;inc.&amp;#039;&amp;#039; eingeleitet. Diese bereits in den [[Hochkultur (Geschichtswissenschaft)|Frühen Hochkulturen]], in [[Antike]] und [[Mittelalter]] nachweisbare Praxis findet sich besonders in Bücherverzeichnissen, Katalogen oder [[Bibliografie]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alternativbezeichnung ist im deutschen Sprachraum auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Initium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („Anfang“) üblich. Für das Textende wird der entsprechende Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Explicit]]&amp;#039;&amp;#039; („Es endet&amp;amp;nbsp;…“) verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum andern bezeichnet Incipit die mit diesen Wörtern beginnenden einleitenden [[Paratext|Paratexte]], die Informationen über Autor und Werktitel bzw. Inhalt des Werkes enthalten (siehe dazu unten im Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;[[#Mittelalter und Frühe Neuzeit|Mittelalter und Frühe Neuzeit]]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung bei Texten ==&lt;br /&gt;
Für die Bezeichnung von anonym überlieferten Werken oder solchen mit unsicherer Verfasserschaft, die keinen eindeutig fixierten, authentischen Titel haben (beispielsweise unzählige kurze Gedichte) oder für die verschiedene Titel gebräuchlich sind, bieten sich die Anfangsworte des Textes als bequemes, relativ sicheres und eindeutiges Mittel der Identifizierung an. Ein solches Incipit, bestehend aus den etwa zwei bis zwölf ersten Wörtern des Textes, ermöglicht die schnelle Identifizierung des Textes und die Katalogisierung mit Hilfe von Incipit-Verzeichnissen (auch Initien-Verzeichnissen oder Incipitarien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altertum ===&lt;br /&gt;
Die Praxis, einen Text nach den ihn eröffnenden Worten zu betiteln, war bereits im Altertum verbreitet. Einige Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Sumer]]ische [[Keilschrift]]tafeln des 3. Jahrtausends v.&amp;amp;nbsp;Chr. wurden von den damaligen [[Archivar]]en anhand dieser Methode [[Verzeichnis|katalogisiert]].&lt;br /&gt;
* Gelehrte der [[Alexandrinische Schule|Alexandrinischen Schule]] (ca. 300 v.&amp;amp;nbsp;Chr. bis 600 n.&amp;amp;nbsp;Chr.) verwendeten Incipits.&lt;br /&gt;
* Der römische Dichter [[Ovid]] nahm auf das Lehrgedicht des [[Lukrez]] Bezug, indem er nicht den Titel &amp;#039;&amp;#039;[[De rerum natura]]&amp;#039;&amp;#039;, sondern nur das Incipit &amp;#039;&amp;#039;Aeneadum genetrix&amp;#039;&amp;#039; angab, das er somit als seinen Lesern bekannt voraussetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ovid, &amp;#039;&amp;#039;Tristia&amp;#039;&amp;#039; 2, 261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Philosoph [[Porphyrios]] (3. Jahrhundert) bezeichnete die Schriften seines Lehrers [[Plotin]] mit ihren damals gängigen Titeln und bemerkte dazu: „Übrigens will ich auch den Buchanfang hersetzen, damit jede gemeinte Schrift nach dem Anfang eindeutig kenntlich ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Porphyrios, &amp;#039;&amp;#039;Vita Plotini&amp;#039;&amp;#039; 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der [[Kirchenvater]] [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (354–430) gab in seinen &amp;#039;&amp;#039;Retractationes&amp;#039;&amp;#039; die Incipits seiner eigenen Werke an, um die Identifizierung zu erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurden berühmte antike Dichtungen manchmal nicht mit ihren Titeln, sondern mit ihren unter Gebildeten allgemein bekannten Incipits bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter und Frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Als formelhafte Wendung steht &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039; oft am Anfang von Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Die Bedeutung ist „Hier beginnt&amp;amp;nbsp;…“; es folgt eine meist knappe, mitunter ausführliche Bezeichnung des Inhalts, die etwa die Funktion eines Werktitels hat, doch ohne die für Titel im heutigen Sinne typische exakte, verbindliche Fixierung des Wortlauts. Oft ist dabei der Verfassername angegeben, manchmal sind weitere Informationen zum Werk angefügt. Ein Beispiel ist: &amp;#039;&amp;#039;Incipit liber scintillarum, id est diversarum sententiarum, distinctus per LXXXI capitula&amp;#039;&amp;#039;, deutsch: „Hier beginnt das Buch der Funken, das heißt verschiedener [[Sentenz]]en, eingeteilt in 81 Kapitel“ (mit „Funken“ sind Geistesblitze gemeint).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mittelalterlichen Handschriften ist der Anfangsbuchstabe „I“ von „Incipit“ manchmal als prächtige und fantasievoll verzierte [[Initiale]] ausgeführt. Häufig ist auch der ganze mit &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039; beginnende Satz oder dessen erste Zeile durch eine andere Schriftart oder Farbe hervorgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Christine Jakobi-Mirwald: &amp;#039;&amp;#039;Buchmalerei. Terminologie in der Kunstgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Reimer, Berlin 2015, S. 42–70, 222–223.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dann spricht man von einer Initialgruppe oder, wenn sämtliche Buchstaben einer Seite oder deren überwiegender Teil betroffen sind, von einer Initialzierseite.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Christine Jakobi-Mirwald: &amp;#039;&amp;#039;Buchmalerei. Terminologie in der Kunstgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Reimer, Berlin 2015, S. 27, 29, 33–34, 149.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Urheber des mit &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039; eingeleiteten Satzes war oft nicht der Autor des Werks, sondern der Kopist einer bestimmten Abschrift oder ein Bibliothekar. In diesen Fällen ist der &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039;-Satz kein echter Bestandteil des Textes, sondern spielt die Rolle einer willkürlich gewählten, nicht authentischen Überschrift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Geoffrey Chaucer, Tale of Melibee, Ellesmere Chaucer, mssEL 26 C 9, folio 153v.jpg|mini|[[Geoffrey Chaucer]] als Pilger im &amp;#039;&amp;#039;Ellesmere Manuscript&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;[[Canterbury Tales]]&amp;#039;&amp;#039;. Oben das [[mittelenglisch]]e Incipit „Heere bigynneth Chaucers tale of Melibeus“.]]&lt;br /&gt;
Ab dem [[Spätmittelalter]] nahm die Anzahl der Werke stark zu, die in [[Volkssprache]]n (gesprochenen Sprachen im Gegensatz zum Latein als Gelehrtensprache) verfasst waren. In volkssprachlichen Werken kommen Einleitungsfloskeln vor, die dem lateinischen „Incipit&amp;amp;nbsp;…“ entsprechen, etwa „Hie hebt sich an&amp;amp;nbsp;…“ oder „Heere bigynneth&amp;amp;nbsp;…“ usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Textanfänge hatten Funktionen, die im modernen [[Buchdruck]] in erster Linie vom [[Titelblatt]], zum Teil auch vom [[Inhaltsverzeichnis]] und den [[Gliederung|Kapitel]]-[[Überschrift]]en wahrgenommen werden. Auch einzelne Kapitel oder Bücher innerhalb eines Werks wurden so eingeleitet, z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Incipit septimus liber compendii philosophiae&amp;#039;&amp;#039; „Hier beginnt das siebte Buch des Handbuchs der Philosophie“. Die einleitenden Angaben sollten das Werk identifizieren und dienten einer ersten Orientierung des Lesers über den Inhalt. Hilfreich waren solche Angaben insbesondere zur Orientierung in [[Sammelhandschrift]]en, wo Werke verschiedener Autoren in einem einzigen [[Kodex]] zusammengebunden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Frühen Neuzeit wurden derartige stereotype Textanfänge zunehmend ungebräuchlich. Unter literarischem Gesichtspunkt begann man in der [[Renaissance]] auf eine ansprechende, originelle Gestaltung der Anfangsworte eines Werks Wert zu legen. Da Werke nun gewöhnlich eindeutig fixierte Titel hatten, büßte das Incipit seine Rolle als Identifizierungshilfe ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Judentum und Christentum ===&lt;br /&gt;
Im [[Hebräische Sprache|Hebräischen]] heißen die Bücher des [[Tanach]]s häufig nach ihrem Incipit; so heißt das [[1. Buch Mose]] &amp;#039;&amp;#039;Bereschit&amp;#039;&amp;#039;, also „Im Anfang“. Erst mit der [[Koine|griechischen]] Bibelübersetzung der [[Septuaginta]] kam die auf den Inhalt bezogene Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Genesis&amp;#039;&amp;#039; auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Parascha|Paraschot]], also die Wochenabschnitte der [[Tora]]lesung am [[Sabbat]], heißen ausnahmslos nach den ersten Worten des jeweiligen Abschnitts (&amp;#039;&amp;#039;Bereschit, Noach, Lech Lecha&amp;#039;&amp;#039; et cetera). An diese Praxis knüpft das [[Kirchenjahr]] an: Hier tragen die [[Sonntag]]e in vielen Fällen Namen, die auf die ersten Worte des zur [[Liturgie]] gehörenden [[Introitus (Gesang)|Introitus]] zurückgehen (beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;[[Laetare]], [[Quasimodogeniti]]&amp;#039;&amp;#039;). Die [[Klagelieder Jeremias]] in den [[Karmette]]n werden mit dem lateinischen &amp;#039;&amp;#039;Incipit Lamentatione Jeremiae Prophetae&amp;#039;&amp;#039; eingeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Konzilsdokument]]e und päpstliche [[Enzyklika|Enzykliken]] werden nach den Anfangsworten ihrer [[Arenga]] genannt, etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Gaudium et spes]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Lumen gentium]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Mit brennender Sorge]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Amoris laetitia]]&amp;#039;&amp;#039;, auch [[Hymne]]n und Kirchenlieder wie &amp;#039;&amp;#039;[[Regina caeli]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Zu Bethlehem geboren]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedichte und Liedtexte ===&lt;br /&gt;
Bei einigen Gedichten ist es auch heute üblich, sie nach ihren Anfangsworten zu zitieren. In manchen Fällen ist das Incipit bekannter als der eigentliche Titel. So wird [[Friedrich Schiller]]s Gedicht &amp;#039;&amp;#039;[[An die Freude]]&amp;#039;&amp;#039; (1785) gewöhnlich stärker mit den einleitenden Worten „Freude, schöner Götterfunken“ assoziiert als mit seinem Titel. Insbesondere kurze Gedichte haben mitunter gar keinen Titel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Volkslied]]er werden meistens nach ihren Anfangsworten benannt, z.&amp;amp;nbsp;B. „Der Mond ist aufgegangen“ anstelle des Titels &amp;#039;&amp;#039;[[Abendlied (Matthias Claudius)|Abendlied]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dateinamen ===&lt;br /&gt;
Eine moderne Variante der Erfassung von Texten anhand ihrer Anfänge besteht darin, dass viele [[Textverarbeitung]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;programme ein neu erstelltes Dokument standardmäßig mit den ersten Worten des Textes als [[Dateiname]]n speichern, wenn der Benutzer beim Speichern nicht selbst einen bestimmten Dateinamen wählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Incipitarien (Initienverzeichnisse) ==&lt;br /&gt;
Ein Nachschlagewerk, in dem Incipits (Initien) in alphabetischer Reihenfolge zusammengestellt sind, heißt &amp;#039;&amp;#039;Incipitarium&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Initienverzeichnis&amp;#039;&amp;#039;. In der Literaturwissenschaft dienen Incipitarien der raschen und eindeutigen Identifizierung von antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Werken nach dem Incipit. Die Werke sind dort alphabetisch nach ihren Incipits geordnet und mit einer fortlaufenden Zählung versehen; sie können daher nach ihrer Nummer im Verzeichnis zitiert werden. Ein Beispiel ist Hans Walther: &amp;#039;&amp;#039;Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum. Alphabetisches Verzeichnis der Versanfänge mittellateinischer Dichtungen.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1959 (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Carmina medii aevi posterioris latina&amp;#039;&amp;#039;, I); ein weiteres [[Lynn Thorndike]], Pearl Kibre: &amp;#039;&amp;#039;A catalogue of incipits of mediaeval scientific writings in Latin.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Cambridge/Massachusetts 1963 (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;The mediaeval academy of America.&amp;#039;&amp;#039; Publication 29). Mittelalterliche lateinische Gedichte aus dem von Walther berücksichtigten Zeitraum werden nach ihrer Walther-Nummer zitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Katalogen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handschriften, wo viele anonyme Werke angeführt sind, spielen die Initienregister eine zentrale Rolle beim Auffinden einzelner Texte. In Werken moderner Forschungsliteratur ist oft unter den Registern auch ein Incipit-Register zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Inhaltsverzeichnissen von Gedichtbänden und Liedersammlungen werden die Gedichte beziehungsweise Lieder nicht nur nach Titeln, sondern auch nach Incipits geordnet verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Incipit in der Musik ==&lt;br /&gt;
In der Musik gibt das Incipit die Anfangstakte der Melodiestimme oder den Anfang des ersten charakteristischen [[Thema (Musik)|Themas]] eines Werkes wieder, bei mehrsätzigen Werken auch die der einzelnen Sätze. Neben der allgemein üblichen Wiedergabe des Notenbildes gibt es auch spezielle Notationen für das Incipit; der &amp;#039;&amp;#039;Oxford Hymn Tune Index&amp;#039;&amp;#039;, ein Verzeichnis aller vor 1820 gedruckten englischsprachigen Kirchenlieder, enthält als Incipit eine Folge von 15 Ziffern, welche die ersten fünfzehn [[Tonstufe]]n der Melodie bezeichnen, wobei „1“ den Grundton der Tonleiter bezeichnet, „2“ den nächsthöheren Ton usw. Die Tonlänge bleibt unberücksichtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hymntune.library.uiuc.edu/about/definitions.asp Definitions] auf der Website des &amp;#039;&amp;#039;Oxford Hymn Tune Index&amp;#039;&amp;#039; mit Erläuterung der Notation.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine vergleichbare Darstellungsweise ist die im angelsächsischen Raum zur Tonstufennotation benutzte &amp;#039;&amp;#039;do-re-mi form&amp;#039;&amp;#039;, bei der die Tonstufen nicht durch Zahlen, sondern durch die Anfangsbuchstaben der Tonsilben do, re, mi, fa, sol, la, ti bezeichnet werden, wobei „d“ als „bewegliches do“ wiederum den Grundton angibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ccel.org/cceh/0001/x000165.htm Angabe von &amp;#039;&amp;#039;Oxford Hymn Tune Index Form&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Do-re-mi-Form&amp;#039;&amp;#039;] am Beispiel von [[Amazing Grace]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine weitere Methode zur Notation von Melodie-Incipits ist der [[Parsons-Code]], der die relative Tonbewegung der Melodie mit den Symbolen * (Anfangston), u (Aufwärtsbewegung), d (Abwärtsbewegung) und r (gleichbleibende Tonhöhe) abbildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Musikalische Incipitverzeichnisse dienen zur Zusammenstellung thematischer Kataloge von Musikstücken oder für die genaue Ausführung von [[Werkverzeichnis]]sen einzelner Komponisten. Der Leipziger Gelehrte und Buchverleger [[Johann Gottlob Immanuel Breitkopf]] veröffentlichte im 18. Jahrhundert als erster in größerem Umfang gedruckte Incipitkataloge, erstmals 1762,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://reader.digitale-sammlungen.de//de/fs1/object/display/bsb10624203_00002.html Catalogo delle Sinfonie, che si trovano in Manuscritto nella Officina Musica di Giovanni Gottlieb Immanuel Breitkopf, in Lipsia. Parte Ima. 1762.]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; um seine große Musiksammlung, nach musikalischen Gattungen und alphabetisch geordneten Komponistennamen geordnet, für den Verkauf anzubieten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://reader.digitale-sammlungen.de//de/fs1/object/display/bsb10624203_00006.html Beginn der Incipits der Gattung Sinfonie] im Breitkopf-Katalog von 1762.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Komponisten haben ihre [[Komposition (Musik)|Kompositionen]] selbst katalogisiert, etwa [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]], der ein eigenhändiges Verzeichnis seiner Werke unter ihrem Incipit führte.&amp;lt;ref&amp;gt;E. H. Müller von Asow (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;W.&amp;amp;nbsp;A. Mozart. Verzeichnis aller meiner Werke&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Doblinger (B.&amp;amp;nbsp;Herzmansky), Wien/Leipzig. Wien 1943.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die maßgeblichen Werkverzeichnisse wie zum Beispiel das [[Köchelverzeichnis]] der Werke Mozarts oder das [[Hoboken-Verzeichnis]] der Werke [[Joseph Haydn|Haydns]] geben die Incipits der Werke an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thematische Kataloge sind ein wichtiges Arbeitsmittel der historischen Musikwissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Inchoatio]]&lt;br /&gt;
* [[Kolophon (Schriftstück)|Kolophon]]&lt;br /&gt;
* [[Explicit]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Werkverzeichnissen der Musik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Milde]]: &amp;#039;&amp;#039;Incipit&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Initia&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des gesamten Buchwesens]]&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-8527-7, S. 576 und 610f.&lt;br /&gt;
* Richard Sharpe: &amp;#039;&amp;#039;Titulus. Identifying Medieval Latin Texts. An Evidence-Based Approach&amp;#039;&amp;#039;. Brepols, Turnhout 2003, ISBN 2-503-51258-5, S. 45–59&lt;br /&gt;
* Christine Jakobi-Mirwald: &amp;#039;&amp;#039;Buchmalerei. Terminologie in der Kunstgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Reimer, Berlin 2015.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://archivalia.hypotheses.org/16903 Hinweise auf Online-Initienverzeichnisse]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kodikologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Identifikator]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BurghardRichter</name></author>
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