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	<title>In-Camera-Verfahren - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T10:24:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=In-Camera-Verfahren&amp;diff=746894&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Entwicklung */ https</title>
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		<updated>2023-12-09T20:10:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Entwicklung: &lt;/span&gt; https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|In camera|Zu dem Album von Peter Hammill siehe [[In Camera (Album)]].}}&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;In-Camera-Verfahren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|in camer|de=in der Kammer}}, also „geheim“) ist nach deutschem Recht ein besonderes Zwischenverfahren im [[Verwaltungsgerichtsbarkeit (Deutschland)|Verwaltungsprozess]]. Verweigert die oberste Aufsichtsbehörde in einem Verwaltungs-[[Gerichtsverfahren]] nach pflichtgemäßem [[Ermessen]] die Vorlage von Unterlagen aus [[Geheimschutz]]gründen, kann –&amp;amp;nbsp;auf Antrag eines Beteiligten und sofern das Gericht der Hauptsache die zurückgehaltenen Unterlagen für entscheidungserheblich erachtet&amp;amp;nbsp;– im In-Camera-Verfahren nach {{§|99|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;[[Verwaltungsgerichtsordnung|VwGO]] die [[Rechtmäßigkeit]] der Zurückhaltung durch speziell bei den [[Oberverwaltungsgericht]]en und beim [[Bundesverwaltungsgericht (Deutschland)|Bundesverwaltungsgericht]] eingerichtete „Fachsenate für In-Camera-Verfahren“ ({{§|189|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;VwGO) überprüft werden. Den Fachsenaten sind die gesperrten Unterlagen vollständig und ungeschwärzt vorzulegen, womit dem Rechtsstaatsprinzip genüge getan wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchberger&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Elisabeth Buchberger |Hrsg=Jan-Hendrik Dietrich et al. |Titel=Gerichtlicher Rechtsschutz gegen nachrichtendienstliche Aktivitäten |Sammelwerk=Nachrichtendienste im demokratischen Rechtsstaat |Band=1 |Verlag=Mohr Siebeck |Ort=Tübingen |Datum=2018 |ISBN=978-3-16-155923-5 |Seiten=107-124 |Fundstelle=zum In-camera-Verfahren S. 116–120}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die vorgelegten Unterlagen werden weder der Öffentlichkeit noch den Beteiligten der Streitsache bekannt gegeben oder zugänglich gemacht, auch nicht dem Gericht der Hauptsache. Sie verbleiben im Fachsenat, also „in der Kammer“. Im In-Camera-Verfahren wird festgestellt, ob die Behörde die Unterlagen zu Recht geheim halten darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwärtige Rechtslage ==&lt;br /&gt;
Behörden sind gegenüber den Verwaltungsgerichten gemäß {{§|99|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;VwGO grundsätzlich zur Vorlage von Urkunden oder Akten, zur Übermittlung elektronischer Dokumente und zu Auskünften verpflichtet. Diese – vom Gericht auf Antrag oder [[Amtsermittlungsgrundsatz|von Amts wegen]] ({{§|86|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;VwGO) gewonnenen – Erkenntnisse werden dem Prozessgegner zugänglich, da dieser ein [[Akteneinsicht (Deutschland)|Akteneinsichtsrecht]] hat ({{§|100|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;VwGO). Darüber hinaus können solche Informationen auch allgemein publik werden, da gemäß {{§|55|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;VwGO i.&amp;amp;nbsp;V.&amp;amp;nbsp;m. {{§|169|gvg|juris}}&amp;amp;nbsp;[[Gerichtsverfassungsgesetz|GVG]] die Gerichtsverhandlung grundsätzlich öffentlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber das Bekanntwerden dem Wohl des Bundes oder eines Landes Nachteile bereiten würde oder wenn die Vorgänge nach einem Gesetz oder ihrem Wesen nach geheim gehalten werden müssen, kann die zuständige oberste Aufsichtsbehörde die Vorlage von Urkunden oder Akten, die Übermittlung der elektronischen Dokumente und die Erteilung der Auskünfte gemäß {{§|99|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;2 VwGO verweigern. Auf Antrag eines Beteiligten entscheidet dann der [[Fachsenat nach § 189 VwGO des Bundesverwaltungsgerichts]] oder eines Oberverwaltungsgerichts gemäß {{§|99|vwgo|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 VwGO darüber, ob die Verweigerung der Informationserbringung rechtmäßig ist. Die oberste Aufsichtsbehörde hat auf Aufforderung dieses Spruchkörpers die verweigerten Informationen vorzulegen. Das In-Camera-Verfahren unterliegt den Vorschriften des [[Geheimschutz]]es. Auch die Entscheidungsgründe dürfen Art und Inhalt der geheim gehaltenen Informationen nicht erkennen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein entsprechendes Verfahren sieht {{§|86|fgo|juris}}&amp;amp;nbsp;[[Finanzgerichtsordnung]] für den Finanzprozess vor. Im Strafprozess gibt es kein In-Camera-Verfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchberger&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Das In-Camera-Verfahren wurde erst durch das &amp;#039;&amp;#039;Gesetz zur Bereinigung des Rechtsmittelrechts im Verwaltungsprozess&amp;#039;&amp;#039; vom 20.&amp;amp;nbsp;Dezember&amp;amp;nbsp;2001 ({{BGBl|2001 I S. 3987}}) eingeführt. Bereits vorher konnte das Gericht zwar entscheiden, ob von der verweigernden Behörde hinreichend glaubhaft gemacht worden war, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Verweigerung vorlagen. Allerdings konnte es zur Beurteilung nicht in die verweigerten Unterlagen Einsicht nehmen, da nach alter Rechtslage die Informationen als in den Prozess eingeführt gegolten hätten und so auch der Klägerpartei bekannt geworden wären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während international ein In-Camera-Verfahren nicht unüblich war (vgl. etwa Verfahren nach dem &amp;#039;&amp;#039;[[Freedom of Information Act]]&amp;#039;&amp;#039; der USA oder die „Huberschwiller“-Rechtsprechung des [[Conseil d’État (Frankreich)|Staatsrats in Frankreich]]), schreckte die deutsche Rechtsprechung und Gesetzgebung hiervor jahrzehntelang zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 entschied das [[Bundesverfassungsgericht]] im Rahmen einer [[Verfassungsbeschwerde (Deutschland)|Verfassungsbeschwerde]], dass §&amp;amp;nbsp;99 Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;2 i.&amp;amp;nbsp;V.&amp;amp;nbsp;m. Abs.&amp;amp;nbsp;2 Satz&amp;amp;nbsp;1 VwGO a.&amp;amp;nbsp;F. mit der [[Rechtsweggarantie]] des {{Art.|19|gg|juris}}&amp;amp;nbsp;Abs.&amp;amp;nbsp;4 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]] unvereinbar sei, soweit er die Aktenvorlage auch in denjenigen Fällen ausschließt, in denen die Gewährung effektiven Rechtsschutzes von der Kenntnis der Verwaltungsvorgänge abhängt. Weiterhin stellte es klar, dass die Beschränkung des Akteneinsichtsrechts der Verfahrensbeteiligten gemäß {{§|100|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;Abs.&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;VwGO hinsichtlich der nur für den entscheidenden Spruchkörper bekanntzugebenden Informationen mit dem [[Anspruch auf rechtliches Gehör]] nach {{Art.|103|gg|juris}}&amp;amp;nbsp;Abs.&amp;amp;nbsp;1 Grundgesetz (der auch Akteneinsicht umfasst) vereinbar sei, wenn sich erst durch diese Beschränkung der von {{Art.|19|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 Grundgesetz gebotene effektive Rechtsschutz ermöglichen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob die derzeit gültige Regelung des {{§|99|vwgo|juris}}&amp;amp;nbsp;VwGO den verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht, ist weiterhin umstritten, da eine In-Camera-Verwertung zu Gunsten des Rechtsschutzsuchenden immer noch ausgeschlossen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20060314_1bvr208703.html BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 14. März 2006], Az. 1 BvR 2087/03 und 1 BvR 2111/03.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Österreich ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;Unter einem In-Camera-Verfahren ist ein Verfahren zu verstehen, bei dem Beweise zwar in den Prozess eingeführt, der Gegenpartei aber nicht zur Kenntnis gebracht werden. Dieses Verfahren wird in Österreich unter Hinweis auf die damit einhergehende Beschränkung des rechtlichen Gehörs weitgehend abgelehnt. … Unternehmensgeheimnisse und rechtliches Gehör werden als &amp;quot;unantastbar&amp;quot; qualifiziert.&amp;#039; (Birgit Schneider, ÖJZ 2013, H. 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://rdb.manz.at/document/rdb.tso.LIoejz20130402 |titel=RDB Rechtsdatenbank |sprache=de |abruf=2022-04-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Elisabeth Buchberger&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Jan-Hendrik Dietrich et al.&lt;br /&gt;
   |Titel=Gerichtlicher Rechtsschutz gegen nachrichtendienstliche Aktivitäten&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Nachrichtendienste im demokratischen Rechtsstaat&lt;br /&gt;
   |Band=1&lt;br /&gt;
   |Verlag=Mohr Siebeck&lt;br /&gt;
   |Ort=Tübingen&lt;br /&gt;
   |Datum=2018&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-16-155923-5&lt;br /&gt;
   |Seiten=107-124&lt;br /&gt;
   |Fundstelle=zum In-Camera-Verfahren Seiten 116–120}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3-8329-2164-8}}&lt;br /&gt;
* Hans von Egidy: &amp;#039;&amp;#039;Vorlagepflichten und Geheimhaltungsinteressen im Verwaltungsprozess in Deutschland und Frankreich.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 2005, ISBN 3-8329-1209-6 (zugleich: München, Universität und Paris, Université de Paris&amp;amp;nbsp;II, Panthéon-Assas, Dissertation, 2004).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs19991027_1bvr038590.html BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 27. Oktober 1999, Az. 1 BvR 385/90]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsprozessrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zivilprozessrecht (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geheimhaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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