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	<title>Imzad - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T20:48:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Imzad&amp;diff=320887&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bertramz: Änderung 244068754 von AtJack rückgängig gemacht; Kulturbegriff, das hat nichts mit Geografie zu tun</title>
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		<updated>2024-04-16T13:07:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/244068754&quot; title=&quot;Spezial:Diff/244068754&quot;&gt;244068754&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/AtJack&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/AtJack&quot;&gt;AtJack&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; Kulturbegriff, das hat nichts mit Geografie zu tun&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:COLLECTIE TROPENMUSEUM Langhalsluit met 1 snaar TMnr 2760-74.jpg|mini|Imzad aus Libyen]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Imzad&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Tuareg (Sprache)|Tuareg]], Plural &amp;#039;&amp;#039;imzaden&amp;#039;&amp;#039;, „Haar“), auch &amp;#039;&amp;#039;anzad, anzhad&amp;#039;&amp;#039;, ist ein einsaitiges [[Streichinstrument]] der [[Tuareg]] in der westlichen [[Sahara]] und [[Sahelzone]]. Die nur von Frauen gespielte Schalenspieß[[Lauteninstrument|laute]] wird seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts seltener verwendet. Geblieben ist ihre Wertschätzung als aristokratisches Machtsymbol und als das am meisten verehrte Musikinstrument in dieser nomadischen Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Imzad-Musik der Tuareg von [[Algerien]], [[Mali]] und [[Niger]]“ wurde 2013 von der UNESCO zum [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit|immateriellen Kulturerbe]] erklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ich.unesco.org/en/RL/practices-and-knowledge-linked-to-the-imzad-of-the-tuareg-communities-of-algeria-mali-and-niger-00891 &amp;#039;&amp;#039;Practices and knowledge linked to the Imzad of the Tuareg communities of Algeria, Mali and Niger.&amp;#039;&amp;#039;] UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturelle Bedeutung ==&lt;br /&gt;
In Westafrika südlich der [[Sahara]] gehört die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; zu einer Gruppe von ein- oder zweisaitigen Fiedeln, die solo, zur Gesangsbegleitung und häufig in rituellem Zusammenhang gespielt werden. Bei den [[Songhai]] im [[Niger]] gibt es die Fiedel &amp;#039;&amp;#039;godje&amp;#039;&amp;#039;, bei den [[Zarma]] etwas weiter südlich die &amp;#039;&amp;#039;Ggje&amp;#039;&amp;#039;, die [[Dagomba (Volk)|Dagomba]] in Nordghana nennen das Streichinstrument &amp;#039;&amp;#039;gonje&amp;#039;&amp;#039;, die [[Hausa (Volk)|Hausa]] &amp;#039;&amp;#039;[[goge]]&amp;#039;&amp;#039; und in [[Mali]] wird die &amp;#039;&amp;#039;njarka&amp;#039;&amp;#039; gespielt. Die Anfang des 20. Jahrhunderts für [[Tunesien]] beschriebene &amp;#039;&amp;#039;gugay&amp;#039;&amp;#039; dürfte praktisch verschwunden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; ist im gesamten Tuareg-Gebiet verbreitet. Sie gehört mit der dreisaitigen Zupflaute &amp;#039;&amp;#039;[[tahardent]]&amp;#039;&amp;#039; und der Mörser-Trommel &amp;#039;&amp;#039;[[tendé]]&amp;#039;&amp;#039; zu den drei wichtigsten traditionellen Musikinstrumenten der Tuareg, deren Musik im Wesentlichen vokal ist. Zu jedem der drei Instrumente haben sich ein eigener Musikstil und eine eigene Gedichtform entwickelt. In den verschiedenen Dialekten des [[Tuareg (Sprache)|Tamascheq]] heißt sie im Norden &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039;, im Süden &amp;#039;&amp;#039;anzad&amp;#039;&amp;#039; und im Westen &amp;#039;&amp;#039;anzhad.&amp;#039;&amp;#039; Der Name bedeutet „Haar“ und ist vom Material der Saite abgeleitet. Jede Musikerin besitzt ihr eigenes Instrument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorkoloniale Tuareg-Gesellschaft war hierarchisch in Klassen strukturiert, deren oberste, die Aristokratenschicht die politische und wirtschaftliche Macht ausübte. Das niedrigste Ansehen genossen aus der [[Sudan (Region)|Sudanregion]] stammende schwarze Sklaven (&amp;#039;&amp;#039;[[Iklan]]&amp;#039;&amp;#039;) und Schmiede (umfasst alle Handwerker, &amp;#039;&amp;#039;Inaden&amp;#039;&amp;#039;). Die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; wurde von den Frauen aller sozialen Schichten gespielt, am weitaus häufigsten jedoch von den aristokratischen Frauen. Von ihnen leitet sich die dem Instrument zugesprochene Macht her. Frauen sangen von der &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; begleitete Lieder, in denen die heroischen Taten der Krieger heraufbeschwört wurden. Kampflieder dienten zur Mobilisierung der Männer, bevor diese gegen befeindete Stämme zogen; in der Erwartung auf Imzad-Melodien bei ihrer siegreichen Rückkehr schöpften sie Kampfesmut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis um 1900 hatten die von Norden vordringenden Franzosen auch den Tuareg-Lebensraum in der Sahara erobert. Durch die Kolonialherrschaft und die Abschaffung der Sklaverei verloren Anfang des 20. Jahrhunderts die Adelsgesellschaft der Tuareg ihre dominante Position, und mit Beendigung der Stammeskriege die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; ihre eigentliche Zweckbestimmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen von ihrer Machtsymbolik wird die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; auch mit Jugend und romantischer Liebe assoziiert. Bei den &amp;#039;&amp;#039;ahal&amp;#039;&amp;#039;, Zusammenkünften der männlichen und weiblichen Jugend am Rande des Zeltlagers, die an besonderen Feiertagen stattfinden, tragen die Mädchen von der &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; begleitete Liebeslieder und die jungen Männer Gedichte vor. Mit dem nur noch selten stattfindenden Fest werden Beziehungen geknüpft, Positionen in der Gesellschaft eingenommen und die traditionelle Kultur gepflegt. Gesellschaftliche Normen im Umgang der Geschlechter sind für eine Übergangszeit gelockert. Das Jugendtreffen wird diskret behandelt, das Wort &amp;#039;&amp;#039;ahal&amp;#039;&amp;#039; sollte vor der älteren Generation nicht erwähnt werden. Aus diesem Grund wird auch von der &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; nur mit Vorsicht gesprochen. Dem aus Schwarzafrika stammenden Instrument werden gelegentlich magische Fähigkeiten angedichtet, die auf vorislamische Wurzeln zurückgehen. In bestimmten Gegenden waren orthodoxen Muslimen all diese Zusammenhänge Grund genug, die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; zu verbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Imzad (Toeareg Djanet Algerije ca. 2005) MiM 29-01-2019.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Imzad&amp;#039;&amp;#039; aus [[Djanet]] im Südosten Algeriens]]&lt;br /&gt;
Die Frauen der Inaden sind für die Herstellung der &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; zuständig. Der [[Korpus (Musikinstrument)|Korpus]] besteht aus der halben Schale einer [[Kalebasse]] von 25 bis 40 Zentimetern Durchmesser, die mit einer Ziegenhaut bedeckt ist. Die Haut ist durch Schnüre an der Unterseite gespannt und mit roten und grünen Ornamenten bemalt. Diese mit dem Finger aufgetragenen Bemalungen sind bei Instrumenten im Norden häufiger als im Süden. Unterhalb der Decke verläuft über beide Korpusränder hinweg ein runder Stab oder Spieß (&amp;#039;&amp;#039;taborit&amp;#039;&amp;#039;) aus einem Ast, der an einer Seite um 30 bis 36 Zentimeter herausragt und den Hals bildet. Daher wird die &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; zu den Spießlauten gezählt, im Unterschied zu den stets gezupften westafrikanischen Binnenspießlauten, bei denen der Halsstab innerhalb des Korpus endet, wie der &amp;#039;&amp;#039;tahardent&amp;#039;&amp;#039;, der mauretanischen &amp;#039;&amp;#039;[[tidinit]]&amp;#039;&amp;#039; oder der &amp;#039;&amp;#039;[[keleli]]&amp;#039;&amp;#039; im Norden des Tschad. Beidseits der Mitte am Halsaustritt befinden sich in der Hautbespannung zwei Schalllöcher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eine Saite besteht aus etwa 40 Pferdehaaren und verläuft über einen [[Steg (Saiteninstrument)|Steg]] aus zwei dünnen, V-förmig aufgestellten Holzstäben (&amp;#039;&amp;#039;tizewen&amp;#039;&amp;#039;, Singular &amp;#039;&amp;#039;tezewt&amp;#039;&amp;#039;). Sie ist an beiden Seiten mit Lederriemen (&amp;#039;&amp;#039;tasayit&amp;#039;&amp;#039;) befestigt. Gestimmt wird die Saite durch Verschieben des Lederriemens am Hals ungefähr auf den Grundton &amp;#039;&amp;#039;c&amp;#039;&amp;#039;, häufig auch &amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;. Der [[Tonumfang]] beträgt etwa eine [[Oktave]] plus [[Terz (Musik)|Terz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Geoffrey Holiday: &amp;#039;&amp;#039;The Tuareg of the Ahaggar.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;African Music&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 1, No. 3, International Library of African Music, 1956, S. 48–52, hier S. 50&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Bogen (Streichinstrument)|Bogen]] besteht aus einem im Halbkreis gebogenen Stab. Dessen Pferdehaarbezug wird wie die Saite mit Harz bestrichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielweise ==&lt;br /&gt;
Die Musikerinnen spielen im Sitzen, wobei sie das Instrument mit dem Hals schräg vom Körper weg halten. Die Tonhöhe legen sie durch Andrücken der Saiten mit dem Daumen und den übrigen Fingern der linken Hand fest, der Hals fungiert nicht als Griffbrett. Die zweite [[Harmonische]] lässt sich mit dem gestreckten kleinen Finger erzeugen, der die Saite leicht berührt. Der Klang ist weich und [[oberton]]reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Musiktradition wird wie die gesamte Tuareg-Kultur unabhängig von ihrem verloren gegangenen Kontext bewahrt und international im Rahmen von Kulturtourismusprojekten gefördert. Die heute praktizierten, regional unterschiedlichen Spielweisen gehen bis auf die 1920er Jahre zurück. Kurze Melodieabschnitte werden mit längeren, sich wiederholenden Phrasen verbunden. Der Gesang kann von &amp;#039;&amp;#039;Youyous&amp;#039;&amp;#039;, den bei Frauen in ganz Nordafrika typischen Freuden[[jodler]]n, durchsetzt sein. In der algerischen Region [[Ahaggar]] am Nordrand der Sahara und im [[Niger]], in der zentralen Region [[Aïr]], steht die Melodie gegenüber dem Rhythmus im Vordergrund und Takte sind kaum herauszuhören. Dagegen wird die Imzad-Musik westlich von Aïr und südlich von Ahaggar in der Region [[Ullemmeden-Becken|Azawagh]], dem Grenzgebiet zu [[Mali]], von einem starken Rhythmus betont. Die wiederkehrenden melodischen Phrasen sind in dieser Region [[Metrum (Musik)|metrisch]] organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;tesawit&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;tesaweyt&amp;#039;&amp;#039;) wird eine Poesiegattung bezeichnet, die höchste Wertschätzung genießt und in der Heldentaten und die Liebe besungen werden. Die Texte in lokalen, anderswo schwer verständlichen Dialekten werden solo oder mit Imzad-Begleitung vorgetragen. Männer singen, den Vorlieben der Tuareg-Nomaden entsprechend, mit möglichst hoher Stimme und reich ornamentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Tuareg-Musikgruppen wie [[Tartit]], die für den internationalen Markt eine Stilmischung aus malischem „Wüsten-Blues“ und traditioneller eigener Musik produzieren, kann eine &amp;#039;&amp;#039;imzad&amp;#039;&amp;#039; auch in größerer Besetzung zusammen mit anderen Tuareg-Instrumenten und [[E-Gitarre]] eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Ritter: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch zur Sprache und Kultur der Twareg. Band II: Deutsch – Twareg&amp;#039;&amp;#039;. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2009, S. 269 f.&lt;br /&gt;
* Eric Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Ishumar. The Guitar and the Revolution of Tuareg Culture.&amp;#039;&amp;#039; (Paper) Honors Program, American University, Washington DC, Frühjahr 2009, S. 20–26.&lt;br /&gt;
* Caroline Card Wendt: &amp;#039;&amp;#039;Tuareg Music.&amp;#039;&amp;#039; In: Ruth M. Stone (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Garland Encyclopedia of World Music&amp;#039;&amp;#039;. Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Africa&amp;#039;&amp;#039;. Garland Publishing, New York / London 1998, S. 574–595, hier S. 575–582.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://imzad.org/english/instrument1024_ev.html &amp;#039;&amp;#039;Imzad. The Instrument.&amp;#039;&amp;#039;] Association Sauver l’imzad&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=WEKrtjzaRuk &amp;#039;&amp;#039;Tuareg-Frauen fiedeln wieder auf der Imzad.&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4227505-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Algerien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Mali)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Niger)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Streichinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lauteninstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Afrikanisches Musikinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tuareg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Repräsentatives immaterielles Kulturerbe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multinationales immaterielles Kulturerbe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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