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	<title>Identifizierbarkeit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T10:00:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Identifizierbarkeit&amp;diff=2246775&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bigbossfarin: /* Normalverteilungen */Parameter durch Koeffizienten ersetzt, um Verwechslungen vorzubeugen.</title>
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		<updated>2023-04-13T17:22:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Normalverteilungen: &lt;/span&gt;Parameter durch Koeffizienten ersetzt, um Verwechslungen vorzubeugen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt eine technische Definition des Begriffs Identifizierbarkeit. Für eine weniger technische Beschreibung siehe [[Identifikationsproblem]].}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Identifizierbarkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; eines [[Statistisches Modell|Modells]] bezeichnet man in der [[Statistik]] und insbesondere in der [[Ökonometrie]] die Eigenschaft von [[Schätzmethode (Statistik)|Schätzmodellen]], dass [[Inferenzstatistik]] auf sie anwendbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Modell ist dann identifizierbar, wenn es theoretisch möglich ist, die dem Modell zugrundeliegenden [[Wahrer Wert|wahren Werte]] zu ermitteln, indem unendlich viele Beobachtungen gemacht wurden (gezogen wurden). Mathematisch bedeutet das, dass unterschiedliche Werte der Parameter des Modells unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsfunktionen der beobachtbaren Variablen erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis, wo endlich viele Beobachtungen vorliegen, ist die Identifizierbarkeit eines Modells durch die Anzahl der zu schätzenden [[Regressionsparameter|Parameter]], die Anzahl der Beobachtungen und Anzahl der damit verbundenen [[Anzahl der Freiheitsgrade (Statistik)|Freiheitsgrade]] beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Multikollinearität]] führt zu nicht identifizierbaren Parametern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Begriffs ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Identifizierbarkeit wurde von dem Ökonometriker [[Tjalling Koopmans]] um 1945 in Bezug auf die ökonomische Identität einer Beziehung innerhalb eines Beziehungssystems geprägt. Der Begriff erschien darauf unmittelbar in der Ökonometrie-Literatur, obwohl Koopmans eigene Darstellung des Themas – seine „Identifikationsprobleme im ökonomischen Modellbau“ – erst 1949 erschien. Um 1950 wurde der Begriff von Statistikern aufgegriffen und in einem allgemeineren Sinn verwendet, siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Jerzy Neyman]]s &amp;#039;&amp;#039;Existence of Consistent Estimates of the Directional Parameter in a Linear Structural Relation Between Two Variables&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Earliest Known Uses of Some of the Words of Mathematics: [https://jeff560.tripod.com/i.html &amp;#039;&amp;#039;Identifiability&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Sei &amp;lt;math&amp;gt; \mathcal{P}=\{P_\theta:\theta\in\Theta\} &amp;lt;/math&amp;gt; ein [[statistisches Modell]] mit einem (möglicherweise unendlich-dimensionalen) [[Parameterraum]] &amp;lt;math&amp;gt;\Theta&amp;lt;/math&amp;gt;. Dann heißt &amp;lt;math&amp;gt;\mathcal{P}&amp;lt;/math&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;identifizierbar&amp;#039;&amp;#039;, wenn die [[Funktion (Mathematik)|Abbildung]] &amp;lt;math&amp;gt;\theta\mapsto P_\theta&amp;lt;/math&amp;gt; [[Injektive Funktion|injektiv]] ist. Es soll also gelten:&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
    P_{\theta_1}=P_{\theta_2} \quad\Rightarrow\quad \theta_1=\theta_2 \;\ \text{für alle}\quad\ \theta_1,\theta_2\in\Theta&lt;br /&gt;
 &amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Werte von &amp;lt;math&amp;gt;\theta&amp;lt;/Math&amp;gt; sollen also unterschiedlichen [[Wahrscheinlichkeitsverteilung]]en entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Verteilungen über [[Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion]]en definiert sind, dann werden diese als unterschiedlich angesehen, wenn sie sich auf einer Menge von positivem [[Lebesgue-Maß]] unterscheiden. (Beispielsweise werden zwei Funktionen, die sich nur in einem Punkt unterscheiden, in diesem Sinne nicht als unterschiedlich Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen angesehen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Identifizierbarkeit des Modells im Sinne der Invertierbarkeit von &amp;lt;math&amp;gt;\theta\mapsto P_\theta&amp;lt;/math&amp;gt; ist äquivalent dazu, dass die [[Wahrer Wert|wahren]] Parameter des Modells bestimmbar sind, wenn man das Modell unendlich lange beobachten kann. Denn wenn &amp;lt;math&amp;gt;\{X_t\} \subseteq S&amp;lt;/math&amp;gt; die [[Folge (Mathematik)|Folge]] der Beobachtungen ist, dann folgt aus dem [[Starkes Gesetz der großen Zahlen|starken Gesetz der großen Zahlen]]&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
    \frac 1 T \sum_{t=1}^T \mathbf{1}_{\{X_t\in A\}} \ \xrightarrow{\text{a. s.}}\ P(X_t\in A),&lt;br /&gt;
  &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
für jede [[messbare Menge]] &amp;lt;math&amp;gt;A\subset S&amp;lt;/math&amp;gt;, wobei &amp;lt;math&amp;gt; \mathbf{1}_{\{...\}}&amp;lt;/math&amp;gt; die [[Indikatorfunktion]] einer Menge bezeichnet. Mit einer unendlichen Anzahl von Beobachtungen kann man also die wahre Wahrscheinlichkeitsverteilung &amp;lt;math&amp;gt;P_\theta&amp;lt;/math&amp;gt; und wegen der Invertierbarkeit der Abbildung &amp;lt;math&amp;gt;\theta\mapsto P_\theta&amp;lt;/math&amp;gt; auch den wahren Wert des Parameters &amp;lt;math&amp;gt;\theta&amp;lt;/math&amp;gt; bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Normalverteilungen ===&lt;br /&gt;
Sei &amp;lt;math&amp;gt;\mathcal{P}&amp;lt;/math&amp;gt; die Familie der [[ Normalverteilung]]en, die eine [[Lage-Skalen-Familie]] bildet&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
    \mathcal{P} = \Big\{\ f_\theta(x) = \tfrac{1}{\sqrt{2\pi}\sigma} e^{ -\frac{1}{2\sigma^2}(x-\mu)^2 }\ \Big | \ \theta=(\mu,\sigma): \mu\in\mathbb{R}, \,\sigma\!&amp;gt;0 \ \Big\}&lt;br /&gt;
  &amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dann ist&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
\begin{align}&lt;br /&gt;
    &amp;amp; f_{\theta_1}=f_{\theta_2} \\[6pt]&lt;br /&gt;
    \Longleftrightarrow {} &amp;amp; \frac 1 {\sqrt{2\pi}\sigma_1} \exp\left( -\frac 1 {2\sigma_1^2} (x-\mu_1)^2 \right) = \frac 1 {\sqrt{2\pi}\sigma_2} \exp\left( -\frac 1 {2\sigma_2^2}(x-\mu_2)^2 \right) \\[6pt]&lt;br /&gt;
    \Longleftrightarrow {} &amp;amp; \frac 1 {\sigma_1^2}(x-\mu_1)^2 + \ln \sigma_1 = \frac 1 {\sigma_2^2}(x-\mu_2)^2 + \ln \sigma_2 \\[6pt]&lt;br /&gt;
    \Longleftrightarrow {} &amp;amp; x^2 \left(\frac 1 {\sigma_1^2}-\frac 1 {\sigma_2^2}\right) - 2x\left(\frac{\mu_1}{\sigma_1^2}-\frac{\mu_2}{\sigma_2^2} \right) + \left(\frac{\mu_1^2}{\sigma_1^2}-\frac{\mu_2^2}{\sigma_2^2}+\ln\sigma_1-\ln\sigma_2\right) = 0&lt;br /&gt;
\end{align} &amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dieser Ausdruck ist genau dann [[fast überall]] null, wenn alle Koeffizienten null sind, was nur für &amp;lt;math&amp;gt;\vert\sigma_1\vert=\vert\sigma_2\vert&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\mu_1=\mu_2&amp;lt;/math&amp;gt; möglich ist. Weil der [[Skalenparameter]] &amp;lt;math&amp;gt;\sigma&amp;lt;/math&amp;gt; positiv ist, ist das Modell identifizierbar: &amp;lt;math&amp;gt;f_{\theta_1} = f_{\theta_2} \Leftrightarrow \theta_1 = \theta_2&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Multiples lineares Regressionsmodell ===&lt;br /&gt;
Sei &amp;lt;math&amp;gt;\mathcal{P}&amp;lt;/math&amp;gt; das [[Multiple lineare Regression#Das klassische Modell der linearen Mehrfachregression|das klassische Modell der linearen Mehrfachregression]] &amp;lt;math&amp;gt;\mathbf y = \mathbf X \boldsymbol{\beta} + \boldsymbol \varepsilon&amp;lt;/math&amp;gt;, mit &amp;lt;math&amp;gt;\boldsymbol\beta&amp;lt;/math&amp;gt; dem &amp;lt;math&amp;gt;p \times 1&amp;lt;/math&amp;gt; Vektor der unbekannten [[Regressionsparameter]], der &amp;lt;math&amp;gt;n \times p&amp;lt;/math&amp;gt; [[Versuchsplanmatrix]] &amp;lt;math&amp;gt;\mathbf{X}&amp;lt;/math&amp;gt;, dem &amp;lt;math&amp;gt;n \times 1&amp;lt;/math&amp;gt; Vektor der abhängigen Variablen &amp;lt;math&amp;gt;\mathbf{y}&amp;lt;/math&amp;gt; und dem &amp;lt;math&amp;gt;n \times 1&amp;lt;/math&amp;gt; Vektor der [[Störgröße und Residuum|Störgrößen]] &amp;lt;math&amp;gt;\boldsymbol \varepsilon&amp;lt;/math&amp;gt;. Dann ist der Parameter &amp;lt;math&amp;gt;\hat\boldsymbol\beta&amp;lt;/Math&amp;gt; genau dann identifizierbar, wenn die Matrix &amp;lt;math&amp;gt;(\mathbf X^{\top}\mathbf X)^{-1}&amp;lt;/math&amp;gt; [[Invertierbare Matrix|invertierbar]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klassisches Fehler-in-den-Variablen-Modell ===&lt;br /&gt;
Sei &amp;lt;math&amp;gt;\mathcal{P}&amp;lt;/math&amp;gt; das klassische [[Fehler-in-den-Variablen-Modell]]&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\begin{cases}&lt;br /&gt;
    y = \beta x^* + \varepsilon, \\&lt;br /&gt;
    x = x^* + \eta,&lt;br /&gt;
  \end{cases},&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt;(\varepsilon,\eta,x^*)&amp;lt;/math&amp;gt; gemeinsam normalverteilte [[Stochastisch unabhängige Zufallsvariablen|unabhängige]] [[Zufallsvariable]]n mit [[Erwartungswert]] null und unbekannter [[Varianz (Stochastik)|Varianz]] sind und nur die Variablen &amp;lt;math&amp;gt;(x,y)&amp;lt;/math&amp;gt; beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Modell ist nicht identifizierbar. Jedoch ist das Produkt &amp;lt;math&amp;gt;\beta\sigma_*^2&amp;lt;/math&amp;gt; (wobei &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_*^2&amp;lt;/math&amp;gt; die Varianz des [[Konstrukt|latenten]] Regressors &amp;lt;math&amp;gt;x^*&amp;lt;/math&amp;gt; ist) identifizierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Beispiel kann zwar nicht der exakte Wert von &amp;lt;math&amp;gt;\hat\beta&amp;lt;/Math&amp;gt; identifiziert werden, jedoch kann man garantieren, dass er im Intervall &amp;lt;math&amp;gt;(\hat \beta_{yx},\frac{1}{\hat \beta_{xy}})&amp;lt;/math&amp;gt; liegen muss, wobei &amp;lt;math&amp;gt;\hat \beta_{yx}&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\hat \beta_{yx}&amp;lt;/math&amp;gt; die Koeffizienten sind, die mittels einer [[Methode der kleinsten Quadrate|gewöhnlichen Kleinste-Quadrate-Schätzung]] von &amp;lt;math&amp;gt;y&amp;lt;/math&amp;gt; auf &amp;lt;math&amp;gt;x&amp;lt;/math&amp;gt; bzw. &amp;lt;math&amp;gt;x&amp;lt;/math&amp;gt; auf &amp;lt;math&amp;gt;y&amp;lt;/math&amp;gt; gewonnen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Hans-Friedrich Eckey, Reinhold Kosfeld, Christian Dreger&lt;br /&gt;
   |Titel=Ökonometrie: Grundlagen, Methoden, Beispiele&lt;br /&gt;
   |Verlag=Gabler Verlag&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-409-33732-8&lt;br /&gt;
   |Seiten=321&lt;br /&gt;
   |Online={{Google Buch|BuchID=cM5tjJKkUoIC|Seite=321}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regressionsanalyse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitreihenanalyse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schätztheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bigbossfarin</name></author>
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