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	<title>Ich - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Zenon am 21. Januar 2026 um 20:07 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--{{Redundanztext|[[Benutzer:W!B:|W!B:]] 16:44, 6. Jan. 2007 (CET)|Januar 2007|Ich|Ego}} --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Dieser Artikel|behandelt den Begriff in der Philosophie, Soziologie und allgemeinen Psychologie. Andere Definitionen finden sich unter [[Ich (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; tritt als [[Terminus|Fachterminus]] in verschiedenen Theorien der [[Philosophie]], [[Psychologie]], Theologie und Soziologie, aber auch in Religion und Esoterik auf. Als [[Personalpronomen]] verweist die aussagende Person mit &amp;#039;&amp;#039;ich&amp;#039;&amp;#039; auf sich selbst. Das [[Selbst]], das [[Selbstbewusstsein]] als aktiver Träger des Denkens oder [[Handeln]]s, und das [[Selbstbild]] werden auch als &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Wissenschaftssprachlich wird die lateinische Entsprechung &amp;#039;&amp;#039;Ego&amp;#039;&amp;#039; oft synonym verwendet, gelegentlich werden mit Ich und Ego aber auch zu unterscheidende Aspekte des Selbsts benannt. In Sigmund Freuds [[Strukturmodell der Psyche]] ist es eine der drei [[Psychodynamik#Psychische Instanzen|psychodynamischen Instanzen]]. [[Sprachwissenschaft|Linguistisch]] ist das &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039; eines der Ausgangskoordinaten der [[Deixis]] &amp;#039;&amp;#039;(Hier-Jetzt-Ich-Origo)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophie ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Subjekt (Philosophie)}}&lt;br /&gt;
Das Ich spielt spätestens seit [[René Descartes]] berühmtem &amp;#039;&amp;#039;[[cogito, ergo sum]]&amp;#039;&amp;#039; (aus dem lat.: ich denke, also bin ich) eine herausgehobene Rolle in der Philosophie des Abendlandes. Descartes erhob die Existenz des Ich als ein [[Subjekt (Philosophie)#Descartes|Subjekt]] von Gedanken zur einzig zweifelsfreien Grundlage philosophischen Denkens und jeglichen [[Wissen]]s überhaupt. Das Ich wurde damit zum Ausgangspunkt einer Philosophie der [[Subjektivität]], die sich von der [[Aufklärung]] bis in die Moderne hält ([[Solipsismus]]). Die [[Rationale Psychologie]] verstand die Gewissheit der Existenz des Ich als Subjekt der Gedanken als Nachweis der Existenz einer immateriellen [[Seele]]. Im [[Deutscher Idealismus|Deutschen Idealismus]] wurden Ich und Nicht-Ich bei [[Johann Gottlieb Fichte]] sogar Prinzipien einer metaphysischen [[Letztbegründung]] der Welt. Die Moderne betrachtet die Bedingungsverhältnisse zwischen Ich und Welt sowohl in [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischer]] wie in [[Metaphysik|metaphysischer]] Hinsicht differenzierter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hans-Georg Gadamer]] sieht eine grundsätzliche Auseinandersetzung bereits beim Kleinkind, das zum ersten Mal im Leben das Wort „Ich“ verwendet: „Wenn ein Kind zum erstenmal &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039; sagt. Was ist da passiert? Ist es nicht mehr Ich, dass es &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039; sagen kann? […] Das ist das Urteil. Das ist das Geheimnis des Seins, dass es so etwas, wie ein Selbstbewusstsein gibt, das nicht den Charakter von &amp;#039;&amp;#039;Hier ist das denkende Ich und dort ist das, worüber ich denke als etwas Anderes&amp;#039;&amp;#039; … [trägt] …. Sondern hier ist das Ich mit sich selber sozusagen identisch.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gadamer erzählt die Geschichte der Philosophie 4/6&amp;#039;&amp;#039; (2000) [https://www.youtube.com/watch?v=ePvk6lDas0U youtube.com] Gadamer zum deutschen Idealismus ab min. 4:55 bei &amp;#039;&amp;#039;Youtube&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gadamer zufolge zeigt sich mit dem Ich „die Lebensbewegung des Seins selber“. [[Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus]] formuliere, was [[Friedrich Wilhelm Joseph Schelling]] im deutschen Idealismus am besten gezeigt habe, dass „die Ichheit in der Natur selber sich als der Schlüssel für alle Naturerscheinungen denken lässt“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gadamer erzählt die Geschichte der Philosophie 4/6&amp;#039;&amp;#039; (2000) [https://www.youtube.com/watch?v=ePvk6lDas0U youtube.com] Gadamer zum deutschen Idealismus ab min. 11:07.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ansgar Beckermann]] argumentiert unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es gibt kein Ich, doch es gibt mich&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, dass schon grammatikalisch „das Ich“ (ebenso wie „das Selbst“) nicht korrekt ist. Beides seien keine Substantive und somit keine [[Entität]]en. Das Wort „ich“ ist „&amp;#039;&amp;#039;ein [[indexikalischer Ausdruck]], der jeweils die [[Person#Philosophie|Person]] bezeichnet, die diesen Ausdruck äußert“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gehirn, Ich, Freiheit. Naturwissenschaften und Menschenbild.&amp;#039;&amp;#039; mentis, Paderborn 2008; 2., überarbeitete Auflage 2010, ISBN 978-3-89785-619-6, S. 54 f., Zitat S. 62. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Voßkühler kommt zu &amp;#039;&amp;#039;zwei Charakteristika des Ich&amp;#039;&amp;#039;:{{Zitat|Text=[E]inerseits wird das &amp;#039;&amp;#039;Ich bin Ich&amp;#039;&amp;#039; zum Grundsatz der Philosophie, bringt es das Sein im ganzen unter seine &amp;#039;&amp;#039;Identität&amp;#039;&amp;#039;, so dass die Ontologie sich in der Moderne zur Egologie als Wissenschaft ausgestalten kann. Andererseits aktiviert das Ich dagegen das &amp;#039;&amp;#039;mythische Bewusstsein&amp;#039;&amp;#039;, die Sehnsucht, nicht das Sein im ganzen auf seine Schultern zu nehmen, sondern in das &amp;#039;&amp;#039;Ur-Eine&amp;#039;&amp;#039; zurückzukehren und die Macht des &amp;#039;&amp;#039;principium&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;individuationis&amp;#039;&amp;#039; zu brechen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Voßkühler/Red.: [[Lexikon#Artikel, Eintrag, Stichwort|Artikel]] &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Hans Jörg Sandkühler]] (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie in 3 Bdn&amp;#039;&amp;#039;. Meiner, Hamburg, zuerst 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Psychologie wird häufiger von [[Bewusstsein]] oder [[Selbstbewusstsein]] gesprochen, Das &amp;#039;&amp;#039;Ich&amp;#039;&amp;#039; findet sich als Thema in Bereichen, in denen es oft um die persönliche [[Identität]] geht, vor allem in der [[Differentielle Psychologie|differentiellen Psychologie]] oder in der [[Klinische Psychologie|klinischen Psychologie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychoanalyse ===&lt;br /&gt;
Eine spezielle Ausrichtung erfuhr der Begriff in der [[Psychoanalyse]] [[Sigmund Freud]]s. Dem Ich wird in der Weiterentwicklung der Psychoanalyse, der [[Ich-Psychologie]], eine besondere Bedeutung bei der Genese psychischer Krankheiten zugesprochen. Besonders [[Anna Freud]] und [[Heinz Hartmann (Mediziner)|Heinz Hartmann]] haben das Ich als Instanz genauer differenziert. Hierbei sind besonders die [[Abwehrmechanismus|Abwehrmechanismen]] und die Ich-Funktionen zu nennen. Die von Anna Freud beschriebenen und vielfach weiterentwickelten Abwehrmechanismen beschreiben die Fähigkeit des Ichs, unangenehme Gefühle und Gedanken auf verschiedene Weise abzuwehren, so dass sie dem Bewusstsein nicht mehr direkt zugänglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, der als eigentlicher Begründer der Ich-Psychologie gilt, hat insbesondere die Funktionen des Ichs hervorgehoben und die Entwicklung des Ichs beschrieben. Die Funktionen des Ichs entwickeln sich hauptsächlich in der Abwesenheit von Konflikten, der sogenannten konfliktfreien Ich-Sphäre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mertens&amp;quot;&amp;gt;W. Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die psychoanalytische Therapie.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Kohlhammer, Stuttgart 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute können unzählige verschiedene Ich-Funktionen unterschieden werden, von denen [[Wolfgang Mertens]] (in Anlehnung an Bellak und Meyers) einige benennt, wie [[Realität]]s&amp;amp;shy;prüfung, Urteilen, Realitätssinn, Regulation von [[Triebtheorie|Trieb]] und [[Affekt]], Objektbeziehungen, [[Denken]], adaptive [[Regression (Psychoanalyse)|Regression]] im Dienste des Ich, Abwehr, [[Stimulus]]&amp;amp;shy;schranke, [[Autonomie]], synthetische Funktionen, Bewältigungskompetenzen (oder [[Copingstrategie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuronale Grundlagen ===&lt;br /&gt;
[[V. S. Ramachandran]] machte 2009 mehrfach den Vorschlag, dass die neuronale Repräsentation der Selbstwahrnehmung analog der Repräsentation der Fremdwahrnehmung sein könne. So wie das Verhalten anderer Lebewesen neuronal präsentiert werde, so könne auch das eigene Verhalten neuronal präsentiert werden. Ausgelöst wurde der Vorschlag u.&amp;amp;nbsp;a. durch die Entdeckung der [[Spiegelneuron]]en. Diese reagieren bei der Beobachtung von Aktionen, z.&amp;amp;nbsp;B. eines Fußtritts, genauso wie bei der Selbstausführung der Aktion. Ramachandran hielt es für plausibel, dass sich die neuronalen Mechanismen von Fremd- und Selbstrepräsentation während der Evolution parallel entwickelten.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Oberman, V. S. Ramachandran: &amp;#039;&amp;#039;Reflections on the Mirror Neuron System: Their Evolutionary Functions Beyond Motor Representation.&amp;#039;&amp;#039; In: J. A. Pineda (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mirror Neuron Systems: The Role of Mirroring Processes in Social Cognition.&amp;#039;&amp;#039; Humana Press, 2009, ISBN 978-1-934115-34-3, S. 39–62.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;V. S. Ramachandran: &amp;#039;&amp;#039;Self Awareness: The Last Frontier.&amp;#039;&amp;#039; Edge Foundation web Essay, 1. Januar, 2009 [http://www.edge.org/3rd_culture/rama08/rama08_index.html abgegriffen August 06, 2014].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nicht-menschliches Selbstbewusstsein ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bewusstsein#Bewusstsein bei Tieren|titel1=„Bewusstsein bei Tieren“ im Artikel Bewusstsein}}&lt;br /&gt;
Allgemein geht man davon aus, dass nur der [[Mensch]] sich seines Ichs bewusst sei ([[Selbstbewusstsein]]). Bestimmte Traditionen betrachten dies als Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und [[Tier]]. Einige wissenschaftliche Studien deuten an, dass auch diverse [[Affen]]arten, [[Delfine]], [[Elefant]]en und [[Elster]]n ein Bewusstsein über sich selbst besitzen. Hier wird unter anderem angeführt, dass sich Exemplare dieser Tierarten im Spiegel selbst erkennen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,445479,00.html &amp;#039;&amp;#039;Ich-Bewusstsein: Elefanten erkennen sich im Spiegel.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Spiegel online.&amp;#039;&amp;#039; 31. Oktober 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Fähigkeit, sich selbst im Spiegel zu erkennen und den sogenannten [[Spiegeltest]] zu bestehen, entwickelt sich beim Menschen in der Regel im ersten oder zweiten Lebensjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziologie ==&lt;br /&gt;
=== Symbolischer Interaktionismus ===&lt;br /&gt;
Einen großen Stellenwert nahm das Ich in der in den USA entwickelten [[Mikrosoziologie|mikrosoziologischen]] Theorie des [[Symbolischer Interaktionismus|Symbolischen Interaktionismus]] ein. Diese Theorie ging von der philosophischen Richtung des [[Pragmatismus]] aus, die den Menschen als ein aktives Wesen bezeichnet, das sich seine Welt mittels Interaktion mit ihr selbst [[Konstruktivismus (Philosophie)|konstruiere]]. Mit anderen Worten: Ohne das Individuum existiere die Welt nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Symbolischen Interaktionismus sind die Theorien von [[Charles Cooley]], [[George Herbert Mead]] und [[Erving Goffman]] richtungsweisend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charles Cooley war der erste, der sich mit dem Ich im Rahmen dieser Theorie beschäftigte. Für ihn entsteht das Selbst, bzw. das Ich, einzig und allein in der Interaktion des Individuums mit seiner Umwelt. Sein Modell wird auch &amp;#039;&amp;#039;[[Looking-glass self]]&amp;#039;&amp;#039; (etwa „Spiegel-Ich“) genannt, da sich das Individuum seiner Theorie zufolge nach der Weise definiert, wie es von anderen Menschen wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
George Herbert Mead ging von einer ähnlichen Theorie aus. Nach [[William James]] gibt es jedoch zwei Dimensionen des Ich, das I und das ME. Das ME entspricht in etwa dem Spiegel-Ich Cooleys, es besteht aus der Reflexion mit dem Umweg über die Gesellschaft, in Form von Normen und Regeln. Das I jedoch ist eine autonome, unvorhersehbare, individuelle Dimension des Ich. Dieses I als Prozess, der auf das Me schaut, entspricht am ehesten dem Verständnis des Ichs von Jane Loevinger. Diese hat in ihrem Modell der [[Ich-Entwicklung]] erforscht, wie sich das Ich in verschiedenen Stufen der persönlichen Reife entwickelt. Hier befindet sich laut Mead die menschliche Kreativität. I und ME befinden sich in einer permanenten Interaktion untereinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erving Goffman]] sieht das Ich dagegen in seinem sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Dramaturgischen Modell&amp;#039;&amp;#039; als eine Art Schauspieler an, das in verschiedenen Situationen verschiedene Formen annimmt. Laut Goffman ist es unmöglich, das Ich einer Person wirklich zu definieren, da dieses Ich auch in der Selbstreflexion verschiedene Rollen annehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesprächsanalyse ==&lt;br /&gt;
Ob und wann das „Ich“ ersetzt wird (etwa durch „man“ oder „wir“), und wieweit dies mit Unsicherheit und Selbstwertgefühl zu tun hat, kann in der Gesprächsanalyse, etwa in der Psychologie oder der Soziologie untersucht werden. Einige Sprecher verwenden so anstelle des [[Personalpronomen]]s „ich“ das [[Indefinitpronomen]] „man“, um die eigene Situation zu verallgemeinern, zum Beispiel bei regelmäßigen Abläufen. „Man steht spät auf, isst Mittag und ist schon wieder müde.“ In umgangssprachlichen und Songtexten fällt das „Ich“ oft mit dem „Du“ zusammen. Auf diese Weise werden Weisheiten oder Pseudoweisheiten als Argumente inszeniert. Manche inszenieren sich in Gesprächssituationen so weit, dass ein theatralisches „Er“ / „Sie“ als Ersatz gewählt wird. Bis hin zum inzwischen akzeptierten „Meinereiner“ ist jedes Singularpronomen, inklusive der Pseudopluralformen &amp;#039;&amp;#039;Majestatis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Modestiae&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Für das Schriftsprachliche ist zu den Pseudopluralen &amp;#039;&amp;#039;Majestatis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Modestiae&amp;#039;&amp;#039; noch der &amp;#039;&amp;#039;Pluralis Auctoris&amp;#039;&amp;#039; zu erwähnen.&amp;lt;/ref&amp;gt; geeignet, als Ersatz für das Wort „Ich“ gewählt zu werden. Das Verstehen gewährleisten Gesprächskontext, Gestik und Mimik, [[Intonation (Sprachwissenschaft)|Intonation]] usw. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang besonders die [[Appell (Kommunikation)|Appellfunktion]], die bei [[Karl Bühler]] eine der Grundfunktionen der [[Performanz (Linguistik)|Performanz]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spiritueller Bereich ==&lt;br /&gt;
Das Transzendieren, die bewusste Klärung von Ich (&amp;#039;&amp;#039;Ego&amp;#039;&amp;#039;) und Selbst, ist das Hauptthema und Ziel im [[Hinduismus]] und im [[Buddhismus]]. Der Schüler (Chela) eines geistigen Weges im Hinduismus (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Yoga]]) erkennt, dass sein Ich sich im „inneren Selbst“ (dem &amp;#039;&amp;#039;[[Atman]]&amp;#039;&amp;#039;) auflöst und damit die Einheit mit dem Göttlichen ([[Brahman (Philosophie)|Brahman]]) als Selbsterkenntnis stattfindet. Diese Befreiung wird [[Moksha]] genannt, im Westen häufig mit [[Erleuchtung]] übersetzt. Im Buddhismus hingegen wird die Existenz einer Seele und von etwas Göttlichem verneint (vgl. [[Anatta]]), alle Phänomene sind letztendlich [[Shunyata|Leerheit]], und der Weg ist lediglich ein Erwachen zur Erkenntnis der Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Erlebnis wird im Hinduismus [[Samadhi]] genannt, im [[Buddhismus in Japan|japanischen Buddhismus]] [[Satori]]. Alle Yogapraxis ([[Jnana-Yoga]], [[Raja-Yoga]]) dient nur dazu, diese Täuschung einer eigenen separierten Existenz des Ichs (Egos) zu überwinden. Es gibt in der Erfahrung des eigenen Selbst das Lichterlebnis des &amp;#039;&amp;#039;Einen ohne ein Zweites&amp;#039;&amp;#039; (Erleuchtungserlebnis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ich (Ego) gibt seine Täuschungsexistenz auf und wird eins mit dem Ganzen (mit dem spirituellen Licht des ewigen Lebens). Tatsächlich „wird“ es nicht eins: Da das Ich (Ego) tatsächlich nie existiert hat, wird diese Einheit nach dem Loslassen von der Täuschung eines „Ichs“ als allumfassende Glückseligkeit im ewigen Licht erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ursprünglichen ([[Theravada]]) Buddhismus existiert dieses spontane Erleuchtungserlebnis zwar auch, wird aber letztlich als Täuschung bzw. ohne bleibenden Wert begriffen. Das „kleine Tor“ ([[Lankavatara-Sutra]]) des Erleuchtungserlebnisses ist dort lediglich ein erster Kontakt mit dem durch Übung zu beschreitenden Weg und kein erstrebenswerter Zustand (vgl. [[Arhat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Lehre der [[Sufismus|Sufis]] ([[islam]]ische Mystiker) existieren sieben verschiedene Stufen des Selbst ([[Arabische Sprache|arabisch]]: &amp;#039;&amp;#039;[[nafs]]&amp;#039;&amp;#039;), die unterste ist &amp;#039;&amp;#039;an-nafs al-ammara&amp;#039;&amp;#039;, das &amp;#039;&amp;#039;niedere Selbst&amp;#039;&amp;#039;, die höchste &amp;#039;&amp;#039;an-nafs al-safiya&amp;#039;&amp;#039;, das &amp;#039;&amp;#039;reine Ich&amp;#039;&amp;#039;. Dazwischen liegen die Stationen der Gottessuchenden auf dem Weg zur [[Gott|göttlichen]] Einheit ([[tauhid]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
[[Datei:ich denkmal.jpg|mini|„Ich“-Denkmal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Mainufer in Frankfurt steht das [[Ich-Denkmal]], das von [[Hans Traxler]] entworfen und 2005 eingeweiht wurde. Auf einer Tafel hat Traxler seine Idee illustriert, dass den Denkmalsockel jeder benutzen kann, um sich darauf fotografieren zu lassen, und als Kommentar hinzugefügt: „Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt natürlich auch für alle Tiere.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Garten des [[Museum Haus Esters|Museums Haus Esters]] in Krefeld steht die Neonskulptur &amp;#039;&amp;#039;ICHS&amp;#039;&amp;#039; des Künstlers [[Ludger Gerdes]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://kultur-in-krefeld.de/kulturhistorie/oeffentlicher-raum/ludger-gerdes/ |titel=Ludger Gerdes – ICHS, Garten von Haus Esters |datum=2015-03-10 |abruf=2024-05-07 |archiv-datum=2015-03-10 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150310090602/http://kultur-in-krefeld.de/kulturhistorie/oeffentlicher-raum/ludger-gerdes/ |offline=ja |archiv-bot=2025-07-15 02:00:58 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Egoismus]]&lt;br /&gt;
* [[Egologie]]&lt;br /&gt;
* [[Erste-Person-Perspektive]]&lt;br /&gt;
* [[Ich-Botschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Ichspaltung]]&lt;br /&gt;
* [[Subjektwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Ontologischer Dualismus|Ontologie]]&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ulrich Schwabe: &amp;#039;&amp;#039;Individuelles und transindividuelles Ich. Die Selbstindividuation reiner Subjektivität und Fichtes Wissenschaftslehre.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-76325-9. (Mit einem durchlaufenden Kommentar zur „Wissenschaftslehre &amp;#039;&amp;#039;nova methodo&amp;#039;&amp;#039;“.)&lt;br /&gt;
* [[Anna Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Ich und die Abwehrmechanismen.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1936.&lt;br /&gt;
* Werner Siefer, Christian Weber: &amp;#039;&amp;#039;Ich: Wie wir uns selbst erfinden.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-37676-8. [https://www.perlentaucher.de/buch/werner-siefer-christian-weber/ich.html Rezensionsnotizen] auf [[Perlentaucher]]&lt;br /&gt;
* [[Lambert Wiesing]]: &amp;#039;&amp;#039;Ich für mich. Phänomenologie des Selbstbewusstseins.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Berlin 2020, ISBN 978-3-518-29914-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Scholarpedia|http://scholarpedia.org/article/Self_Models|Self Models|[[Thomas Metzinger]]}}&lt;br /&gt;
* [[Universität Kopenhagen]] [http://cfs.ku.dk/ Center for Subjectivity Research]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4026453-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie des Geistes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychoanalyse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Zenon</name></author>
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