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	<title>Hygiene-Institut der Waffen-SS - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-25T15:18:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hygiene-Institut_der_Waffen-SS&amp;diff=1416292&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Auchwaswisser: Interpunktion</title>
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		<updated>2025-10-17T13:50:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Interpunktion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hygiene-Institut der Waffen-SS&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurde 1939 als &amp;#039;&amp;#039;Bakteriologische Untersuchungsstelle der SS&amp;#039;&amp;#039; mit Sitz in [[Berlin]] gegründet. 1940 entstand hieraus das Hygiene-Institut der [[Waffen-SS]]. Es war unter anderem für die [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Experimente an Menschen]] in [[Konzentrationslager]]n, aber auch für zahlreiche weitere inhumane Untersuchungen verantwortlich. Die Leitung des Hygiene-Instituts der Waffen-SS hatte seit 1941 der spätere [[SS-Oberführer]] [[Joachim Mrugowsky]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{CPH|Name=Joachim Mrugowsky|ID=mrugowskyjoachim|Abruf=2015-07-28}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisatorische Einordnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Joachim Mrugoswsky SS-Arzt.jpg|mini|[[Joachim Mrugowsky]] als Angeklagter im [[Nürnberger Ärzteprozess]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Spanische Allee 10 (Schlachtensee) Sanatorium Schlachtensee.jpg|mini|[[Gedenktafel]], Spanische Allee 10, in [[Berlin-Nikolassee]] (2016)]]&lt;br /&gt;
Wesentliche Angelegenheiten der Waffen-SS wurden in den [[SS-Hauptämter]]n bearbeitet. Zuständig waren unter anderem das SS-Führungsamt sowie das SS-Führungshauptamt als Kommandostelle der Waffen-SS. In speziellen Fällen wurde diese dem Chef des Sanitätswesens der Waffen-SS bzw. dem Sanitätsamt der SS, dem das Hygiene-Institut der Waffen-SS unterstand, übertragen. Dies war 1940 aus der Hygienisch-Bakteriologischen Untersuchungsstelle der SS hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben ==&lt;br /&gt;
Das Hygiene-Institut der Waffen-SS übernahm zahlreiche Aufgaben, von denen hier nur einige exemplarisch herausgegriffen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine kritische Angelegenheit entwickelte sich in den ersten Kriegsjahren die Gesundheitsgefährdung der Armee bzw. der SS durch [[Seuche]]n. Die Verwüstungen in den eroberten Gebieten führten zu einer extremen gesundheitlichen Gefährdung der Bevölkerung. Seuchen brachen aus und damit entstand ein erhöhtes Ansteckungsrisiko sowohl für die Soldaten der [[Wehrmacht]] als auch für die SS-Angehörigen. [[Impfstoff]]e waren extrem knapp oder existierten gar nicht. Da aus Mangel an effizienten Medikamenten nur Ärzte geimpft werden durften, wurde das Hygiene-Institut der Waffen-SS eingeschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. Dezember 1941 fanden zwei Sitzungen des [[Reichsministerium des Innern|Reichsministeriums des Innern]] statt, die sich mit dieser Thematik beschäftigten. Teilnehmer waren Professor [[Eugen Gildemeister]] vom [[Robert Koch-Institut|Robert-Koch-Institut]] und [[Albert Demnitz]] von den I.G.-[[Behringwerke]]n, [[Marburg|Marburg/Lahn]]. Es wurde festgelegt, neben anderen Wirkstoffen einen neu entwickelten Impfstoff der Behringwerke auf seine Eignung zu prüfen. Zusätzlich wurde beschlossen, dass Demnitz Kontakt zum Leiter des Hygiene-Instituts der Waffen-SS, dem SS-Standartenführer Mrugowsky aufnehmen sollte. Beide entschieden, umgehend Versuche mit Häftlingen des [[KZ Buchenwald|Konzentrationslagers Buchenwald]] durchführen zu lassen. Die Koordination, aber auch die Durchführung der Experimente sollte durch bzw. mit Hilfe des Hygiene-Instituts der Waffen-SS erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. Dezember 1941 wurde im Isolierblock 46 des Konzentrationslagers Buchenwald ein Versuchslabor eingerichtet. Die Einrichtung sowie die [[Bakterienkultur]]en wurden durch das Hygiene-Institut beschafft. Experimente mit Häftlingen begannen, wobei zuerst Versuche mit [[Fleckfieber]]erregern stattfanden. Seit Mitte April unterhielt das Hygiene-Institut eine Versuchsstation, in der ohne Unterbrechung bis zum Frühjahr 1945 Menschenversuche stattfanden. Selbst zwei Wochen vor Befreiung des Lagers liefen noch Versuchsreihen. Gesunden Häftlingen wurden [[Krankheitserreger]] injiziert. Das [[Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung|Rote Kreuz]] stellte später fest, dass die Experimente zur Erprobung der Wirksamkeit von Fleckfieberimpfstoffen, [[Dysenterie|Ruhrimpfstoffen]], [[Typhus]]therapeutika, Salben gegen [[Phosphor]]-[[Naturkautschuk|Kautschuk]]-Brandwunden, zur Untersuchung der Verträglichkeit von Impfstoffen gegen [[Pocken]], Typhus, [[Paratyphus]] A und B, [[Cholera]], Fleckfieber, [[Diphtherie]] und [[Gelbfieber]], als Versuchsfeld für [[Sexualhormone]], [[Blutplasma]], Gifte, Hungerödeme ([[Avitaminose]]), Fleckfieber-[[Rekonvaleszentenserum|Rekonvaleszenten-Serum]] sowie zur Kontrolle von [[Blutserum]]konserven dienen sollten. Die Entwicklung des [[Krankheit]]sbildes wurde bis zum Tod der Häftlinge beobachtet. Das Ziel war es in vielen Fällen, lediglich das infizierte Blut der Infizierten zu erhalten. Von August 1942 bis zum Oktober 1944 führte das Hygiene-Institut der Waffen-SS in Buchenwald 35 Versuchsreihen mit epidemischen Erregern durch, bei der 1.100 Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Buchenwald errichtete das Hygiene-Institut der Waffen-SS auch in anderen Konzentrationslagern Labore. So gab es eine sehr intensive Zusammenarbeit mit dem KZ-Arzt [[Josef Mengele]] in [[KZ Auschwitz|Auschwitz]], die von einigen Beobachtern als eine Freundschaft zwischen Ärzten interpretiert wurde. Dort hatte das Hygiene-Institut im dem Lagerbereich benachbarten [[Rajsko (Oświęcim)|Raisko]] ein „Versuchslabor“ unter der Leitung von [[Bruno Weber (Mediziner)|Bruno Weber]] eingerichtet. Auch hier fand eine enge Kooperation mit der Industrie statt. So ist ein Briefwechsel zwischen dem Lagerkommandanten und [[Bayer AG|Bayer]] Leverkusen über den Verkauf von 150 weiblichen Häftlingen übermittelt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.aekv-landshut.de/news.php#Auschwitz |titel=Ärztlicher Kreisverband Landshut |abruf=2018-12-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Wahrheitsgehalt jedoch von Bayer Leverkusen bestritten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Buchenwald und Auschwitz war auch [[KZ Mauthausen|Mauthausen]] Schauplatz von Menschenversuchen, die im Auftrag des Hygiene-Institutes der Waffen-SS durch SS-Ärzte durchgeführt wurden. 1943 wurden hier an 1.700 Häftlingen Impfstoffe gegen Paratyphus und [[Tetanus]] getestet. Zwischen 1943 und 1944 fanden Versuche an mehreren hundert Menschen mit Ernährungsersatzstoffen statt. Weitere Versuchsreihen mit hauptsächlich aus Getreide bestehender „Ostkost“ forderten zahlreiche Menschenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer tabellarischer Überblick der Ergebnisse von Menschenversuchen mit den Präparaten [[Acridin|Akridin-Granula]] und Rutenol, den das Hygiene-Institut vorlegte, sah folgendermaßen aus, nachdem 39 Häftlinge mit schwerem Fleckfieber infiziert wurden und 21 Häftlinge starben:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bufata-chemie.de/reader/ig_farben/0403.html |wayback=20081029211032 |text=Archivierte Kopie |archiv-bot=2019-04-18 06:14:02 InternetArchiveBot}} von Anilin bis Zwangsarbeit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Anzahl Fälle!!Symptom!!Anzahl Fälle!!Symptome&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|30||gerötetes Gesicht||2||Erbrechen (Kontrolle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|37||gedunsenes Gesicht||15||Verstopfung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|39||Bindehautentzündung||12||Durchfall&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|9||Schüttelfrost||1||Darmbluten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|38||Kopfschmerzen||13||Luftröhrenkatarrh&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|39||Exanthem||15||Bronchitis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|38||Exanthem hämoragisch||1||Bronchopneumonie (Lungenentzündung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|33|| Gelbfärbung der Hände||1||Unterhautphlegmone über dem Kehlkopf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1|| Nierenbeckenentzündung und Harnröhrenentzündung||8||Ohrensausen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|11||Schwerhörigkeit||1||Nierenentzündung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|16||geschwollene Zunge||2||Kreuzschmerzen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|6||Nasenbluten||17||Gliederschmerzen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|4||Sprachstörungen||5||Gefühllosigkeit der Extremitäten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|4||Ohnmachtsanfälle||39||Schlaflosigkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|10||Muskelzucken||16|| Muskelschmerzen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2||Krämpfe||10||Handzittern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2||Lähmungserscheinungen||3|| Exophthalmus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|10||Benommenheit||9||Apathie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|36||Delirien||2||katatonischer Stupor&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inhumanität der Experimente zeigt deutlich folgende ebenfalls enthaltene Übersicht. Neben einer Auflistung der beobachteten Folgekrankheiten enthielten Berichte Angaben zur Sterblichkeit der Probanden bei diesen Versuchen und der unbehandelten Kontrollgruppe, die das Hygiene-Institut der Waffen-SS weiterleitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Sterblichkeit!!Prozentsatz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|bei der Kontrolle||55,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|bei Akridin-Granula||53,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|bei Rutenol||53,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der KZ-Ärzte besaßen keinerlei Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Impfstoffe. Erst gegen Kriegsende bezog das Hygiene-Institut daher [[KZ-Häftling]]e, die wie zum Beispiel [[Ludwik Fleck]] selber Spezialisten waren, in die Rolle der Ärzte ein. Diese sabotierten die Arbeit und füllten unwirksame Präparate in die für die Behandlung der SS vorgesehenen Ampullen, brauchbares Serum wurde Häftlingen verabreicht. Auf diese Weise gelang es, das Leben zahlreicher Probanden zu retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Verdacht auf [[Tuberkulose]] erfolgten die Routineuntersuchungen des [[Blutbild]]es durch die Labors des Hygiene-Institutes der Waffen-SS. Diese meldeten die Ergebnisse an die zuständigen Ärzte der Waffen-SS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist dokumentiert, dass das Hygiene-Institut der Waffen-SS abgeschnittene Kinderköpfe zur Anfertigung [[Histopathologie|histopathologischer]] Schnitte vom KZ-Arzt Josef Mengele geschickt bekam. Die Kinder waren zuvor bewusst infiziert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende wurden zahlreiche der Verantwortlichen im [[Nürnberger Ärzteprozess]] angeklagt. Viele wurden für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Heinrich Wieland: &amp;#039;&amp;#039;Naturforscher, Nobelpreisträger und Willstätters Uhr&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von Sibylle Wieland, [[Anne-Barb Hertkorn]], [[Franziska Dunkel]] Mitwirkende Personen Sibylle Wieland, Anne-Barb Hertkorn, Franziska Dunkel. Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2008. ISBN 978-3-527-32333-3.&lt;br /&gt;
* [[Erhard Geißler]]: &amp;#039;&amp;#039;Biologische Waffen – nicht in Hitlers Arsenalen. Biologische und Toxin-Kampfmittel in Deutschland 1915–1945&amp;#039;&amp;#039;. Lit, Münster 1998. ISBN 3-8258-2955-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=350424-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizin (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Medizinische Hygiene)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1939]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1945]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Auchwaswisser</name></author>
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