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	<title>Hutanger - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hutanger&amp;diff=472270&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dostalco am 5. März 2026 um 11:11 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-05T11:11:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Altensittenbacher Anger.jpg|mini|Typischer Hutanger im Nürnberger Land ([[Altensittenbach]])]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hut[[anger]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein für das [[Nürnberger Land]] und die angrenzenden Gebiete typischer Begriff für altes Weideland, das von den Rindern einer Dorfgemeinschaft beweidet wurde und früher zu den [[Allmende]]n gehörte. Ein [[Gemeindehirte|Dorfhirte]] wurde eigens von der Gemeinde zum Hüten und Versorgen der Tiere angestellt. Als Hutanger wird somit eine traditionelle, bayerische Landnutzungsform bezeichnet, die heute ein historisches und landschaftsbildprägendes Kulturlandschaftselement darstellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://urlaub.nuernberger-land.de/poi/hutanger.html |titel=Hutanger |hrsg=Landratsamt Nürnberger Land |abruf=2017-10-18 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Hutanger setzt sich aus dem Wort Hut und dem Terminus Anger zusammen.&lt;br /&gt;
* [[Hute|Hut]] – kommt von hüten, behüten, Tiere hüten – wie auch in Hute (Hude), Hutung, Hutewald, [[Hutweide]]&lt;br /&gt;
* Anger – althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;angar&amp;#039;&amp;#039;, westgermanisch &amp;#039;&amp;#039;angraz&amp;#039;&amp;#039; bedeutet &amp;#039;&amp;#039;wildes, ungepflügtes Grasland&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Im Bereich der [[Windsheimer Bucht]] und am Rande des südlichen [[Steigerwald]]s wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;(Hut-) Wasen&amp;#039;&amp;#039; verwendet. &amp;#039;&amp;#039;[[Hutung]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Hute, Hude&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gemein&amp;#039;&amp;#039; werden als synonyme Begriffe gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben ist der Terminus &amp;#039;&amp;#039;Espan&amp;#039;&amp;#039; im süddeutschen Raum für dorfnahe Weideflächen üblich, die ohne Hirten mit Vieh beweidet wurden. Alte [[Flurname]]n zeugen von dieser historischen Landnutzungsform.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakteristik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Eichenhain bei Penzenhofen 20180506.jpg|mini|Alteichen-Hutanger bei Penzenhofen im Nürnberger Land]]&lt;br /&gt;
Heute sind die Flächen meist an alten, parkartig verteilten Bäumen zu erkennen. Sie zählen zu den &amp;#039;&amp;#039;kulturlandschaftlichen Höhepunkten Bayerns&amp;#039;&amp;#039; und sind Zeugen der einstigen fränkischen Hirtenkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hutangerflächen wurden vor allem mit Rindern beweidet, aber auch Schafe, Ziegen, Pferde, Schweine und Gänse wurden auf den Weideflächen gehalten. Das Grünland war zumeist mit [[Eichen]] bestanden, seltener mit [[Obstbaum|Obstbäumen]], [[Buchen]], [[Linden (Gattung)|Linden]], [[Fichten]] oder [[Kiefern]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Typen ===&lt;br /&gt;
Die Hutanger können in verschiedene Typen untergliedert werden. Die Differenzierung ergibt sich aus dem unterschiedlichen Charakter der Angerflächen aufgrund ihrer kleinregionalen Bindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unregelmäßiger Alteichen-Hutanger ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Anger bei Krönhof01.jpg|mini|Unregelmäßiger Alteichen-Hutanger bei Krönhof]]&lt;br /&gt;
Dieser Angertypus umfasst unregelmäßig mit Alteichen überschirmte Hutanger, welche überwiegend in Kombination mit anderen Gehölzen wie [[Weidbuche]]n, Weide-Hainbuchen, [[Feldulme]]n, [[Birken]], Fichten und Obstbäumen durchsetzt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entstanden meist aus dorfnahen und offenen Weideflächen oder seltener aus der historischen Nutzung des Waldes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Regelmäßiger Eichen-Hutanger ====&lt;br /&gt;
Dieser Hutangertypus zeichnet sich durch seine planmäßige Anlage der Gehölze aus. Im 19. Jahrhundert wurden die Bäume mit regelmäßiger Struktur zur Erzielung einer optimalen Eichelmast gepflanzt. Die Baumpflanzung erfolgte in regelmäßigen Abständen, wobei das Pflanzgut gleichaltrig war. Dieser Angertypus weist eine enge Verwandtschaft zu [[Streuobstwiese]]n auf. Die gezielte und planmäßige Pflanzung von Einzelbäumen ist ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinreichend belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fichten-Hutanger ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Anger Heuchling 01.jpg|mini|Fichten-Hutanger in [[Heuchling (Pommelsbrunn)|Heuchling]] (Heuchlinger Anger)]]&lt;br /&gt;
Auf den Hochflächenspornen der südlichen Frankenalb wurden bereits vor Jahrhunderten freistehende und tiefbeastete Schirmfichten angepflanzt, diese bilden den Typus des Fichten-Hutangers.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
* Heuchlinger Anger (Landkreis Nürnberger Land)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gemischter Hutanger ====&lt;br /&gt;
[[Datei:2018 Hinterhaslacher Hutanger 03.jpg|mini|2018 Hinterhaslacher Hutanger 03]]&lt;br /&gt;
Gemischte Hutbaumensembles entstanden auf den Jura-Schafheiden und bestanden aus Weidbuchenbeständen, welche Beimischungen von Birken, Kiefern, Fichten, Vogelbeeren, Hainbuchen, Linden und Eschen aufweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* Klingenhofer Hutanger – Gemischter Hutanger auf einer Jurahochfläche zwischen [[Weißenbrunn (Leinburg)|Weißenbrunn]] und [[Offenhausen (Mittelfranken)|Offenhausen]] in der Gemarkung [[Püscheldorf]] ([[Liste der geschützten Landschaftsbestandteile im Landkreis Nürnberger Land|geschützter Landschaftsbestandteil im Landkreis Nürnberger Land]])&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://landkreis.nuernberger-land.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Klingenhofer_Anger.pdf |titel=Verordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil „Klingenhofer Anger“ vom 10.11.1986 |hrsg=Landratsamt Nürnberger Land |datum=1986-11-10 |abruf=2017-10-22 |format=PDF |sprache=de |archiv-datum=2017-11-13 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20171113221904/http://landkreis.nuernberger-land.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Klingenhofer_Anger.pdf |offline=ja |archiv-bot=2025-07-12 01:04:40 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Hinterhaslacher Hutanger (geschützter Landschaftsbestandteil im Landkreis Nürnberger Land)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://landkreis.nuernberger-land.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Hinterhaslacher_Hutanger.pdf |titel=Amtsblatt für den Landkreis Nürnberger Land |hrsg=Landratsamt Nürnberger Land |datum=2011-01-06 |abruf=2017-10-22 |format=PDF |sprache=de |archiv-datum=2017-11-13 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20171113222501/http://landkreis.nuernberger-land.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Hinterhaslacher_Hutanger.pdf |offline=ja |archiv-bot=2025-07-12 01:04:40 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Obstanger ====&lt;br /&gt;
Bei diesem Angertypus handelt es sich um Obstbaumbestände, die auf Hutangern meist in Hanglagen angelegt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Bereits im 16. Jahrhundert existierten Obstbäume auf Baumweiden, welche bis in das 18. Jahrhundert aus &amp;#039;&amp;#039;wildem Obst&amp;#039;&amp;#039; bestanden. Ab dem 19. Jahrhundert fand eine gezielte Anpflanzung von kultivierten Obstbäumen statt. Die Anpflanzung von Obstbäumen wurde meist von der Dorfobrigkeit angeregt. Auch die Nutzung des Obstes erfolgte gemeinschaftlich (Allmende). Die Verteilung des Obstes erfolgte nach unterschiedlichen Regularien. Entweder wurde das Obst an die Rechtler der Dorfgemeinschaft verteilt, die Bäume zur Ernte freigegeben, versteigert oder verpachtet. Im Einzelfall durften selbst angepflanzte Bäume lebenslang genutzt werden und gingen nach dem Ableben des Anpflanzenden in das Allgemeingut über.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.anl.bayern.de/fachinformationen/beweidung/datenbank/detailansicht.htm?ID=A%2Bs3RgSTi2RGBwwXIkloSw%3D%3D |titel=Projekt: Hutangerprojekt |hrsg=Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) |abruf=2017-10-22 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.streuobstinitiative-hersbruck.de/streuobstwiese.html |titel=Die Streuobstwiese: Die Obstanger. |hrsg=Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.&amp;amp;nbsp;V. |abruf=2017-10-22 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
* Hersbrucker Alb&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tratte ====&lt;br /&gt;
Tratten sind lichte, hainartige Laubbaumbestände mit [[Berg-Ahorn]] &amp;#039;&amp;#039;(Acer pseudoplatanus)&amp;#039;&amp;#039; als dominierender Baumart sowie Buche, Ulme, Esche und Linde als Nebenbaumart auf zumeist magerem Grünlandunterwuchs. Eine Strauchschicht fehlt oder ist nur spärlich ausgebildet. Diese Weideflächen befanden sich im unmittelbaren oder näheren Siedlungsbereich und umfassten meist weniger als ein Hektar Größe. Die Freiflächen garantierten eine öffentliche Wegeverbindung zwischen den Weilern und Höfen. Sie waren früher in landesherrlichem Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beweidung der Trattenflächen erfolgte vor und nach dem Almabtrieb, im Frühjahr und Herbst. Die Bauern besaßen zudem die Nutzungsrechte zum so genannten &amp;#039;&amp;#039;Schwenden&amp;#039;&amp;#039;. Unter dem Begriff wird die Beseitigung des Jungwuchses unter den lichten Baumbeständen verstanden. Somit wurden die Weideflächen offen gehalten. Häufig wurden die Weideflächen einmal im Jahr im Spätsommer vor dem Laubfall gemäht. Somit wurde die herbstliche Laubstreugewinnung, das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Laabrecheln&amp;#039;&amp;#039; erleichtert. Berg-Ahorn weist ein leicht zersetzbares Laub auf, welches dadurch für die Laubstreunutzung besonders gut geeignet ist. Die dicken Stämme des Berg-Ahorns wurden zudem für das heimische Holzhandwerk benötigt. Der Wechsel der Nutzungsarten Laubstreugewinnung, Mahd, Weide und Holzgewinnung auf den Trattenflächen stellt eine regionaltypische Anpassung an die spezifischen Standortbedingungen des [[Berchtesgadener Land]]es dar. Aufgrund der wenigen Ackerflächen musste der Mangel an Stroh kompensiert werden. Auch gab es kaum Streuwiesen mit nutzbares Feuchtgrünland. Die charakteristische Dreifachnutzung der baumbestandenen Freiflächen überdauerte Jahrhunderte und wird lokal im Berchtesgadener Raum noch heute als Anpassung an das alpine Gelände und das raue Klima betrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Merker |Hrsg= |Titel=Hochgefühl im Berchtesgadener Land: Von Bergen, Kühen und Menschen |Verlag=Gmeiner Verlag |Ort=Meßkirch |Datum=2013 |ISBN=978-3-8392-1472-5 |Seiten=192}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lfu.bayern.de/natur/kulturlandschaft/entwurf_gliederung/doc/61_berchtesgadener_land.pdf |titel=Entwurf einer kulturlandschaftlichen Gliederung Bayerns als Beitrag zur Biodiversität: 61 Berchtesgadener Land |hrsg=Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) |datum=2011 |abruf=2017-10-22 |format=PDF |sprache=de |archiv-datum=2016-04-26 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160426073318/http://www.lfu.bayern.de/natur/kulturlandschaft/entwurf_gliederung/doc/61_berchtesgadener_land.pdf |offline=ja |archiv-bot=2025-07-12 01:04:40 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
* Scheffauer Tratte – Tratten als typisches Element der bäuerlichen Kulturlandschaft sind auf den Berchtesgadener Raum ([[Berchtesgaden]], [[Bischofswiesen]], [[Ramsau bei Berchtesgaden]] und [[Schönau am Königssee]]) beschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.europarc-deutschland.de/wp-content/uploads/2012/10/Broschur_Ausstellg_BR_NNL_Web_P.pdf |titel=UNESCO Biosphärenreservate: Nationale Landschaften |hrsg=EUROPARC Deutschland e. V |datum=2007 |abruf=2017-10-24 |format=PDF |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landschaftliche Ausstattungsmerkmale ===&lt;br /&gt;
Hutanger können unterschiedliche landschaftliche Ausstattungsmerkmale aufweisen:&lt;br /&gt;
* Triftweg (Viehtriebweg),&lt;br /&gt;
* Viehtränken und Viehrastplätze mit Schatten spendenden Gehölzbeständen,&lt;br /&gt;
* Spurenfächer,&lt;br /&gt;
* [[Steinriegel|Lesesteinwälle]] (Steinriegel) als Begrenzung zu Nachbarallmenden und -gemarkungen,&lt;br /&gt;
* [[Feldgehölz]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;hecken, Heckenzüge und&lt;br /&gt;
* Gräben oder Landwehre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora und Fauna ===&lt;br /&gt;
Die Hutanger beherbergen wertvolle Lebensräume für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Die höchste [[Biodiversität]] weisen diejenigen Hutanger auf, welche ein vielfältiges Mosaik an sonnenexponierten Offenlandflächen und beschatteten Standorten bieten. Totholzbewohnende Käfer [[Xylobiont|(Xylobionte]]) wie [[Eremit (Käfer)|Eremit]] &amp;#039;&amp;#039;(Osmoderma eremita),&amp;#039;&amp;#039; [[Hirschkäfer]] &amp;#039;&amp;#039;(Lucanus cervus)&amp;#039;&amp;#039; und [[Großer Eichenbock|Heldbock]] &amp;#039;&amp;#039;(Cerambyx cerdo)&amp;#039;&amp;#039; besiedeln Höhlen in den Laubbäumen&amp;amp;nbsp;der Hutanger und verwenden diese als Brutbäume.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Brünner und Klaus von Dunk |Online={{ZOBODAT|nurURL=1|pfad=pdf/Galathea_19_0161-0167.pdf}} |Band=19 |Titel=Weitere fränkische Nachweise des Eremit Osmoderma eremita (Col.), sowie Anmerkungen zur Fortpflanzungsdynamik im Hinblick auf den Habitatschutz |Sammelwerk=Galathea, Berichte des Kreises Nürnberger Entomologen e.&amp;amp;nbsp;V. |Hrsg=Kreis Nürnberger Entomologen |Datum=2003 |Abruf=2017-10-15 |Format=PDF |KBytes= |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.nordbayern.de/region/hersbruck/hutanger-weideflachen-werden-aufgeraumt-1.3332508 |titel=Hutanger-Weideflächen werden &amp;quot;aufgeräumt&amp;quot; |hrsg=Verlag Nürnberger Presse (nordbayern.de) |datum=2013-12-10 |abruf=2017-10-15 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.naturschutzzentrum-wengleinpark.de/wp/st_eichenanger.htm |titel=Der Eichenanger |hrsg=Naturschutzzentrum Wengleinpark e.&amp;amp;nbsp;V. |abruf=2017-10-15 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Distelfalter]]&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;(Vanessa cardui)&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;findet auf dem mageren Grünland (Trockenrasen) dieser halboffenen [[Kulturlandschaft]] geeignete Lebensbedingungen. Auch der [[Mittelspecht]] (Dendrocopos medius) nutzt die alten [[Biotopbaum|Biotopbäume]] als Lebensraum. Alteichen mit rauer Borke, hohem Anteil an Kronentotholz und Faulstellen bieten geeignete&amp;amp;nbsp;[[Habitat]]e für die gefährdete Spechtart. Der [[Wendehals (Vogel)|Wendehals]]&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;(Jynx torquilla)&amp;#039;&amp;#039; brütet in den Spechthöhlen und besetzt diese [[ökologische Nische]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
In ganz Bayern waren Hutanger seit dem Mittelalter verbreitet. Im Landkreis [[Nürnberger Land]] liegt der Schwerpunkt der erhaltenen Flächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Bayerische Landesamt für Umwelt |Titel=Historische Kulturlandschaftselemente in Bayern. |Sammelwerk=Heimatpflege in Bayern. Schriftenreihe des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege |Band=4 |Auflage=1 |Datum=2013 |ISBN=978-3-931754-54-9 |Seiten=98 f, 148 f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kernraum des Verbreitungsgebiets ist die [[Hersbrucker Alb]]. Dieser Bestand an Hutangern ist deutschlandweit einzigartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelfranken sind ebenfalls nennenswerte Bestände dieses historischen Kulturlandschaftselements zu finden, drei Kulturlandschaftsräume weisen noch Hutanger auf:&lt;br /&gt;
* Südlicher Steigerwald mit Vorland,&lt;br /&gt;
* [[Frankenhöhe]] und&lt;br /&gt;
* Windsheimer Bucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Seit dem [[Hochmittelalter]] bis in das 19. Jahrhundert wurden die landwirtschaftlichen Nutzflächen in Flur- und Allmendbereiche unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Flur (Gelände)|Flur]] stellt eine parzellierte landwirtschaftliche Nutzfläche zumeist im Privatbesitz dar. Hingegen umfasst die Allmende gemeinschaftlich genutzte Wirtschaftsflächen, welche beweidet wurden oder der [[Streunutzung]] dienten. Die Nutzung der Allmenden erfolgte durch Berechtigte und nicht durch eine besitzmäßige Zuordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Allmenden wurden neben den klassischen [[Dorfanger]]n sowie Gemeindeangern in der Flussaue auch Hutanger genutzt, welche in der Flur verteilt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Dreifelderwirtschaft|Dreizelgenwirtschaft]] (Dreifelderwirtschaft) waren Nutztiere des Dorfes wie beispielsweise Rinder, Schweine, Gänse und Schafe durch [[Hutzwang]] nur auf gemeinschaftlich organisierten Hut-Viehweiden des Dorfes zu führen. Die Nutztiere mussten zumindest während der Kernzeiten der Vegetationsperiode gemeindlich bestellten Hirten übergeben werden und durften nicht individuell von jedem Viehhalter für sich geweidet werden. Das Schwerpunktgebiet der ungeregelten Hut-Viehweiden waren Anger aus Grünland, welche meist dorfnahes und besseres Weideland umfasste. Mit der Einführung der verbesserten Dreizelgenwirtschaft durch Abschaffung des Hutzwangs im Zeitraum von etwa 1770 bis 1850 veränderte sich das Bild der mitteleuropäischen Kulturlandschaften grundlegend.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nul-online.de/Aktuelles/Beitrag-zur-Geschichte-des-Gruenlands-Mitteleuropas,QUlEPTE1MzE1OTEmTUlEPTY1Mzk4.html |titel=Beitrag zur Geschichte des Grünlands Mitteleuropas |hrsg=Naturschutz und Landschaftsplanung |datum=2010-05 |abruf=2017-10-23 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Folge dessen sind in Mitteleuropa die meisten Hutanger im 18. und 19. Jahrhundert verloren gegangen, obwohl diese Landnutzungsform teilweise über Jahrhunderte lang ausgeübt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Situation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hersbrucker Alb ===&lt;br /&gt;
Auf der Hersbrucker Alb gibt es noch etwa 120 Hutanger mit einer Gesamtfläche von rund 500 [[Hektar]]. Knapp ein Viertel nehmen Eichenanger ein, ungefähr 60 Hektar stellen Obstanger dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim ===&lt;br /&gt;
Die Mehrzahl der Hutanger im Landkreis [[Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim|Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim]] stellen Hutungen dar, welche zur [[Eichelmast]] in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt worden sind. Die Durchschnittsgröße beträgt rund 3 Hektar und mit wenigen Ausnahmen ist die Ausdehnung unter 10 Hektar. Zwei größere Standorte sind aus der mittelalterlichen [[Waldweide]] entstanden. Der &amp;#039;&amp;#039;Weigenheimer Schimmel&amp;#039;&amp;#039; im Steigerwald nimmt mit über 28 Hektar den Charakter von Hutelandschaften ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefährdungen ===&lt;br /&gt;
Die vielfach betriebene Aufteilung der Allemendeflächen war die Hauptursache für das Verschwinden dieses Angertypus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.hutanger.de/faltblatt_hutanger.pdf |titel=Hutanger in der Hersbrucker Alb |hrsg=Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz |datum=2006 |abruf=2017-10-18 |format=PDF |sprache=de |archiv-datum=2017-01-01 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20170101111846/http://www.hutanger.de/faltblatt_hutanger.pdf |offline=ja |archiv-bot=2025-07-12 01:04:40 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die unrentable Bewirtschaftung der Standorte hat im 20. Jahrhundert dazu geführt, dass viele Hutanger auch in Bayern aufgelassen wurden und zugewachsen sind, sich als Hochwald entwickelt haben oder durch Aufforstungsmaßnahmen zerstört wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt8/SG51_MFr_Biodiv_Web.pdf |titel=Natur.Vielfalt.Mittelfranken. |hrsg=Regierung von Mittelfranken |datum=2008-12 |abruf=2017-10-17 |format=PDF |sprache=de |archiv-datum=2013-07-22 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20130722234958/http://www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt8/SG51_MFr_Biodiv_Web.pdf |offline=ja |archiv-bot=2025-07-12 01:04:40 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Siedlungserweiterungen und Intensivierungen der Landwirtschaft haben die einst ausgedehnten Bestände dieses Kulturlandschaftstyps zersplittert und erheblich dezimiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
In [[Hersbruck]] befindet sich das [[Deutsches Hirtenmuseum|Deutsche Hirtenmuseum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 2016 Mühlschlag Anger 02.jpg|Mühlschlag Anger bei Engelthal&lt;br /&gt;
 Klingenhofer Anger Panorama 04.jpg|Klingenhofer Anger&lt;br /&gt;
 2016 Anger bei Krönhof 01.jpg|Eichenanger bei Krönhof&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Hutebaum]]&lt;br /&gt;
* [[Hutewald]]&lt;br /&gt;
* [[Anger]]&lt;br /&gt;
* [[Espan]]&lt;br /&gt;
* [[Allmende]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rainer G. Schöller,&amp;amp;nbsp;Michael Scholz, Rainer Wölfel: &amp;#039;&amp;#039;Hutanger: Natur- und Kulturerbe mit Zukunft.&amp;#039;&amp;#039; Verlag&amp;amp;nbsp;Naturschutzzentrum Wengleinpark e.&amp;amp;nbsp;V., 2005, ISBN 978-3-00-017137-6.&lt;br /&gt;
* Bayerische&amp;amp;nbsp;Landesamt für Umwelt&amp;amp;nbsp;(Hrsg.):&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Historische Kulturlandschaftselemente in Bayern.&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;In: Produktinformationen &amp;#039;&amp;#039;Heimatpflege in Bayern&amp;#039;&amp;#039;, Heft 4. 2013, ISBN 978-3-931754-54-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Hutanger in Landkreis Nürnberger Land}}&lt;br /&gt;
* [http://www.hutanger.de/ Hutangerprojekt]&lt;br /&gt;
* [https://deutsches-hirtenmuseum.de/ Deutsches Hirtenmuseum in Hersbruck]&lt;br /&gt;
* [http://www.hutanger.de/projekt_flaechen.htm Karte der Hutanger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Landkreis Nürnberger Land)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weide (Tierhaltung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flurform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Form der Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weidehaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dostalco</name></author>
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