<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hungersnot</id>
	<title>Hungersnot - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hungersnot"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hungersnot&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T14:20:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hungersnot&amp;diff=81078&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Haplochromis: Änderung 265350347 von ~2026-16660-10 rückgängig gemacht;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hungersnot&amp;diff=81078&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-17T09:47:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/265350347&quot; title=&quot;Spezial:Diff/265350347&quot;&gt;265350347&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-16660-10&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-16660-10&quot;&gt;~2026-16660-10&lt;/a&gt; rückgängig gemacht;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[File:Famine-victims-since-1860s March18 12502.png|thumb|Hungersnotopfer seit 1860]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hungersnot&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Phänomen, bei dem ein großer Anteil der Bevölkerung einer Region oder eines Landes [[Unterernährung|unterernährt]] ist und [[Hungerstoffwechsel|Tod durch Verhungern]] („Hungertod“) oder durch hungerbedingte Krankheiten in großem Maße zunimmt. Dies kann, muss aber nicht immer mit tatsächlicher Nahrungsknappheit einhergehen. Nicht selten führten Hungersnöte zu [[Hungerrevolte]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hunger]] war im Mittelalter so weit verbreitet, dass er neben [[Krieg]], [[Pestilenz]] und [[Tod]] als einer der „[[Apokalyptische Reiter|vier Apokalyptischen Reiter]]“ galt. Bei der [[Hungersnot von 1315–1317]] starben in Europa mehrere Millionen Menschen. Die schwerste Hungersnot im 15. Jahrhundert in Europa fand [[Hungersnot der Jahre 1437–1439/40|1437 bis 1439/40]] statt. In [[Industrieländer]]n kommen Hungersnöte heute praktisch nicht mehr vor, aber weiterhin in [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]]. Den größten Teil des heutigen [[Welthunger]]s machen allerdings nicht akute Hungersnöte aus, sondern der chronische Hunger armer Bevölkerungsschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Die [[Vereinte Nationen|UN]] definiert eine Hungersnot anhand der [[Integrated Food Security Phase Classification]] wie folgt:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bbc.com/news/world-us-canada-14199080 Who, what, why: What is a famine?] BBC News, 20. Juli 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* mindestens 20 % der Bevölkerung hat Zugang zu weniger als 2100 [[Kilokalorie]]n pro Tag&lt;br /&gt;
* mindestens 30 % der Kinder sind akut unterernährt&lt;br /&gt;
* mindestens zwei von 10.000 Menschen (oder vier von 10.000 Kindern) sterben täglich an Nahrungsmangel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen und Hintergründe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Famines-and-GDP 2324.png|thumb|Hungersnöte und BIP pro Kopf]]&lt;br /&gt;
Mögliche Ursachen von Hungersnöten sind [[Missernte]]n durch natürliche Faktoren wie [[Unwetter]], [[Dürre]], [[Schädling]]e und sonstige [[Naturkatastrophe]]n bei unzureichender [[Vorratshaltung]]. Diese Faktoren können durch nicht-[[Nachhaltigkeit|nachhaltige]] Wirtschaftsweisen verschärft werden, die [[Bodenerosion|Erosion]] und [[Desertifikation|Wüstenbildung]] fördern; umgekehrt können verbesserte Vorratshaltung und angepasste Landwirtschaftsmethoden die Anfälligkeit für Naturgefahren verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausbruch des [[Indonesien|indonesischen]] Vulkans [[Tambora]] im April 1815 führte im Jahr 1816 zum „[[Jahr ohne Sommer]]“, zu Ernteausfällen und Hungersnöten&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Auchmann, Stefan Brönnimann, Florian Arfeuille: &amp;#039;&amp;#039;Tambora: das Jahr ohne Sommer&amp;#039;&amp;#039;; {{doi|10.1002/piuz.201401390}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zugtiere wurden geschlachtet, Saatkartoffeln wieder ausgegraben oder Hungerbrötchen mit Gipspulver, Eichel- oder Sägemehl gestreckt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Annett Stein |url=https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/jahr-ohne-sommer-ausbruch-des-tambora-vor-200-jahren-a-1070384.html |titel=Als das ganze Jahr Winter war |titelerg=Historischer Vulkanausbruch  |hrsg=Der Spiegel (online) |werk=www.spiegel.de |datum=2016-01-04 |abruf=2023-02-24 |sprache= |format= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder gekochtes Gras, Klee, Wurzeln und Heu gegessen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thomas Spanhel |url=https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/alb-donau/als-saegespaene-mit-ins-brot-kamen-24734582.html |titel=Hungerjahre: Als Sägespäne mit ins Brot kamen |titelerg=Lokalgeschichte |hrsg=NPG Digital GmbH |werk=www.swp.de |datum=2018-02-08 |abruf=2025-09-18 |sprache=de |format= |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180823192414/https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/alb-donau/als-saegespaene-mit-ins-brot-kamen-24734582.html |archiv-datum=2018-08-23 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der harte [[Winter 1783/84]] mit Folgeüberschwemmungen und Ernteschäden wurde durch Ausbruch der [[Laki-Krater]] auf Island verursacht. Siehe dazu auch [[Kleine Eiszeit]] und [[Liste von Wetterereignissen in Europa]] und [[Liste großer historischer Vulkanausbrüche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1970er Jahren werden neben natürlichen und ökonomischen Ursachen von Hungersnöten auch soziale und politische Gründe betrachtet und analysiert. Der Wirtschaftswissenschaftler [[Amartya Sen]] hat festgestellt, dass es in keiner funktionierenden [[Demokratie]] jemals zu einer Hungersnot gekommen sei.&amp;lt;!---Beleg ? --&amp;gt; Hunger sei ein Problem der Nahrungsmittel&amp;#039;&amp;#039;verteilung&amp;#039;&amp;#039; und der [[Armut]] betroffener Bevölkerungsschichten, nicht unbedingt ein absoluter Mangel an Nahrung. Siehe dazu auch „[[Welthunger-Index#Schwerpunktthema im WHI 2017: Wie Ungleichheit Hunger schafft|Wie Ungleichheit Hunger schafft]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Russia Famine Saratov 1921.jpg|mini|Hungersnot in [[Russland]] 1921–1922]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Künstliche Hungersnöte entstehen durch [[Krieg]] oder verfehlte Politik oder werden absichtlich mit [[genozid]]aler Absicht ausgelöst. So kann der Hunger in Fällen wie dem [[Großer Sprung nach vorn|Großen Sprung nach vorn]], [[Hungersnot in Nordkorea 1994–1998|Nordkorea]] in der Mitte der 1990er-Jahre oder [[Simbabwe]] seit 2000 im Wesentlichen als Resultat der Regierungspolitik angesehen werden. In anderen Fällen wie den [[Bürgerkrieg]]en in [[Somalia]] oder [[Sudan]] war Hunger eine unvermeidliche Folge des Krieges oder absichtlich herbeigeführter Teil der Kriegsstrategie, wenn Nahrungsmittelverteilungssysteme unterbrochen und landwirtschaftliche Aktivitäten unmöglich gemacht werden. Humanitäre Hilfsmaßnahmen wie die [[Operation Lifeline Sudan]] wurden teilweise von den Konfliktparteien vereinnahmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird Hunger absichtlich im Krieg oder als Werkzeug einer repressiven Regierung gegen eine unerwünschte Bevölkerungsgruppe eingesetzt, spricht man auch von „Hunger als Waffe“. Beispielsweise initiierte die sowjetische kommunistische Führung unter [[Josef Stalin]] während der 1930er-Jahre den [[Holodomor#Bewertung durch andere Staaten und Organisationen|Holodomor]] in der [[Ukraine]]&amp;lt;ref&amp;gt;Raphael Lemkin: {{Webarchiv|url=http://www.uccla.ca/SOVIET_GENOCIDE_IN_THE_UKRAINE.pdf |wayback=20120302234607 |text=Soviet Genocide in the Ukraine }} Raphael Lemkin Papers, The New York Public Library, 1953.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Hungersnot in Kasachstan von 1932–33|Hungerkatastrophe in Kasachstan]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Boris Barth]]: &amp;#039;&amp;#039;Genozid. Völkermord im 20. Jahrhundert. Geschichte, Theorien, Kontroversen&amp;#039;&amp;#039;. Beck, München 2006, (Beck’sche Reihe, Bd. 1672), [http://books.google.de/books?id=VcGOLZ1NyC8C&amp;amp;pg=PA143&amp;amp;dq=Kasachstan=1#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false S. 143], ISBN 3-406-52865-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Militärdiktator [[Yakubu Gowon|Gowon]] blockierte nach seiner Machtergreifung in Nigeria im [[Biafra-Krieg]] (Mitte 1967 bis Januar 1970) die Nahrungsmittelzufuhr der Region [[Biafra]], nachdem Biafra die Unabhängigkeit ausgerufen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl rechnerisch genügend Nahrungsmittel für die gesamte Weltbevölkerung vorhanden wären, gibt es auch im 21. Jahrhundert vor allem in [[Afrika]] nach wie vor Hungersnöte. Heute wird auf akute Hungersnöte meist mit internationaler [[Nahrungsmittelhilfe]] reagiert. In den Jahren 2007 bis 2008 und erneut von 2010 bis 2011 stieg der weltweite [[Preisindex]] für Nahrungsmittel stark an. Preise für [[Grundnahrungsmittel]] wie [[Mais]], [[Weizen]] und [[Reis]] verteuerten sich auf das Doppelte und mehr. In einer Studie für die Welthungerhilfe äußert [[Hans-Heinrich Bass]] die Ansicht, dass neben den Fundamentalfaktoren auch ein verändertes Verhalten der Finanzmarktinvestoren preistreibend wirke.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:46-00102366-18 Hans-Heinrich Bass, &amp;#039;&amp;#039;Finanzmärkte als Hungerverursacher?&amp;#039;&amp;#039;, Studie für die Deutsche Welthungerhilfe e.&amp;amp;nbsp;V., 2011]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hans-Heinrich Bass |url=http://www.foodwatch.org/uploads/media/2013-11-21_Bass_Finanzspekulation_und_Nahrungsmittelpreise_01.pdf |titel=Finanzspekulation und Nahrungsmittelpreise: Anmerkungen zum Stand der Forschung |titelerg=Materialien des Wissenschaftsschwerpunktes „Globalisierung der Weltwirtschaft“ – Band 42 |hrsg=Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management |werk=www.foodwatch.org |datum=2013 |abruf=2025-09-18 |sprache=de |format=PDF; 1,43 MB |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150122201611/http://www.foodwatch.org/uploads/media/2013-11-21_Bass_Finanzspekulation_und_Nahrungsmittelpreise_01.pdf |archiv-datum=2015-01-22 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Ansicht ist unter Wissenschaftlern allerdings heftig umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=32026&amp;amp;elem=2722564 Ingo Pies, &amp;#039;&amp;#039;Agrarspekulation: Fluch oder Segen?&amp;#039;&amp;#039;, Diskussionspapier Nr. 2013-23 des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2013]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Irwin, S. H. and D. R. Sanders (2010), [http://www.oecd.org/trade/agricultural-trade/45534528.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Impact of Index and Swap Funds on Commodity Futures Markets: Preliminary Results&amp;#039;&amp;#039;], OECD Food, Agriculture and Fisheries Working Papers, No. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Weltbank]] hielt im Jahr 2008 [[Hungerrevolte]]n (ausgelöst durch die damals stark gestiegenen Lebensmittelpreise) in 33 Ländern für möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schau2&amp;quot;/&amp;gt; In [[Haiti]] führten Unruhen zur Entlassung des Ministerpräsidenten [[Jacques-Édouard Alexis|Alexis]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de:80/ausland/haiti54.html | wayback=20090329063359 | text=Tagesschau.de: „Ein hungriger Mann ist ein wütender Mann“}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Gründe für den Preisanstieg werden häufig genannt [[Bevölkerungswachstum]], Ernteverluste durch Dürren und Überschwemmungen offenbar infolge des [[Globale Erwärmung|Klimawandels]], die Konkurrenz von Anbauflächen für [[Biokraftstoff]]e und [[Futtermittel]] für die Fleischproduktion sowie ein wachsender Lebensmittel-Bedarf in Schwellenländern wie [[China]] oder [[Indien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;schau2&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de:80/ausland/nahrungsmittelkrise2.html | wayback=20090620103856 | text=Tagesschau: Fragen und Antworten zur Hunger-Krise}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Dekade der Jahre 2000 bis 2010 war auch geprägt durch einen steigenden [[Ölpreis]]; Mitte 2008 erreichte er ein Allzeithoch von etwa 140 US-Dollar pro Barrel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Welthunger#Ursachen des Welthungers|titel1=Ursachen des Welthungers}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten von Hunger ==&lt;br /&gt;
Hunger wird in zwei Arten unterteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akuter Hunger (Hungersnot)&lt;br /&gt;
: Bezeichnet Unterernährung über einen abgrenzbaren Zeitraum. Dieser tritt häufig in Zusammenhang mit Krisen (z.&amp;amp;nbsp;B. Dürren bedingt durch [[El Niño]]), Kriegen und Katastrophen auf und betrifft oft Menschen, die bereits unter chronischem Hunger leiden. Knapp zehn Prozent aller Hungernden sind von akutem Hunger betroffen.&lt;br /&gt;
; Chronischer Hunger&lt;br /&gt;
: Bezeichnet einen Zustand dauerhafter Unterernährung. Obwohl die Medien meist nur über akute Hungerkrisen berichten, betrifft der chronische Hunger den weitaus größten Teil aller Hungernden. Sie haben zu wenig zu essen, meist auch kein sauberes Wasser oder Gesundheitsversorgung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hunger wird auch danach unterschieden, woran es bei der Ernährung konkret mangelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Energie- und Proteinmangel (Makronährstoffe)&lt;br /&gt;
: Dabei wird jeden Tag weniger Nahrung aufgenommen, als der Körper braucht. Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hat den Schwellenwert auf ca. 7,5 MJ (= 1.800 kcal) täglich festgelegt. Daraus errechnet sich die Zahl der 795 Millionen Hungernden. Dabei ist aber zu bedenken, dass gerade arme Menschen oft hart körperlich arbeiten müssen, und der Wert deshalb eigentlich höher liegen müsste.&lt;br /&gt;
; „Verborgener“ Hunger&lt;br /&gt;
: Aufgrund von Vitamin- und Mineralstoffmangel (Mikronährstoffe). Durch einseitiger Ernährung fehlen wichtige Nährstoffe wie Eisen, Jod, Zink oder Vitamin A. Die Folgen sind auf den ersten Blick nicht unbedingt sichtbar, doch insbesondere Kinder können sich geistig und körperlich nicht richtig entwickeln. Das Todesrisiko ist hoch. Weltweit leiden zwei Milliarden Menschen an „verborgenem Hunger“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=|url=http://www.welthungerhilfe.de/hunger.html|titel=Arten von Hunger|werk=|hrsg=|datum=|abruf=2017-09-06|sprache=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Afrika ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Starved girl.jpg|mini|200px|Kind im [[Biafra-Krieg]], Nigeria]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hunger ist auch im heutigen [[Afrika]] weit verbreitet. [[Klimaschwankung]]en, [[Dürre]]n, Bodenunfruchtbarkeit, [[Bodenerosion|Erosion]] und [[Wanderheuschrecken|Heuschreckenschwärme]] können zu Ernteausfällen führen. Weitere nachteilige Faktoren sind politische Instabilität, bewaffnete Konflikte, Bürgerkriege, [[Korruption]], Misswirtschaft, Bevölkerungswachstum und eine internationale Handelspolitik, die die Vermarktung afrikanischer Landwirtschaftserzeugnisse behindert. [[AIDS]] hat langfristige ökonomische Effekte auf die Landwirtschaft (vor allem im südlichen Afrika), indem es die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung dezimiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu jüngst vergangenen Hungersnöten in Afrika siehe zum Beispiel auch: [[Hungersnot in Somalia in den 1990er-Jahren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel Sahelzone ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Hungersnot in der Sahelzone}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass neben den natürlichen Ursachen der ausbleibenden [[Niederschlag|Niederschläge]] oder Niederschlägen zur falschen Zeit und [[Bodenerosion|Erosions]]&amp;amp;shy;schäden vor allem der Mensch zu Hungersnöten beiträgt durch:&lt;br /&gt;
* unterlassene Hilferufe und Gegenmaßnahmen,&lt;br /&gt;
* allgemeine Kriegswirren,&lt;br /&gt;
* fehlende Anreize zur Überschussproduktion (zu tiefe staatliche Aufkaufpreise),&lt;br /&gt;
* Vermarktungsverbote,&lt;br /&gt;
* Anbau von Exportprodukten ([[Baumwolle]], [[Erdnuss|Erdnüsse]], [[Palmöl]]) anstelle von Grundnahrungsmitteln,&lt;br /&gt;
* [[Verstaatlichung]] von Großbetrieben; niedrige Produktivität, unrationelle Arbeitsweise,&lt;br /&gt;
* fehlende [[Infrastruktur]],&lt;br /&gt;
* [[Überbevölkerung|hoher Bevölkerungsdruck]],&lt;br /&gt;
* [[Korruption]] und politische Willkürmaßnahmen der Machthaber und&lt;br /&gt;
* nicht nachhaltige Landwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Anhaltender schwerer Hunger kann dazu führen, dass man Ungenießbares isst (zum Beispiel [[Eicheln#Archäologie|Eicheln]]), dass [[Nahrungstabu]]s gebrochen werden (zum Beispiel [[Kannibalismus#Kannibalismus in Extremsituationen|Menschenfleisch]] gegessen wird), dass die Hungernden Verfaultes, Verkeimtes oder anderes Ungeeignete essen ([[Seuche]]ngefahr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hunger hat eine starke Auswirkung auf die [[Demographie]]. Beispielsweise ist beobachtet worden, dass länger andauernde Hungerperioden zu einer Verringerung der Zahl der weiblichen Kinder führen können (&amp;#039;&amp;#039;siehe auch&amp;#039;&amp;#039; [[Kindestötung]]). Demographen und Historiker debattieren die Ursachen dieser Tendenz. Einige glauben, dass Eltern absichtlich männliche Kinder bevorzugen (indem sie weibliche Kinder verkaufen oder nach der Geburt töten, siehe [[Neonatizid]]). Andere glauben, dass biologische Prozesse ([[Amenorrhoe]]) die Ursache sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Hungersnöten Betroffene reagieren oft auf den Druck auf ihre Existenz, indem sie Dinge wie Vieh, Landbesitz oder Werkzeuge veräußern. Dies ermöglicht ihnen kurzfristig das Überleben, schwächt aber auf lange Sicht ihre wirtschaftliche Basis. In Äthiopien haben die meisten Familien, die von der [[Hungersnot in Äthiopien 1984–1985|Hungersnot 1984–1985]] betroffen waren, bis heute nicht das soziale und wirtschaftliche Niveau und die Produktionskapazität erreicht, die sie zuvor gehabt hatten&amp;lt;ref&amp;gt;Jean Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Das Imperium der Schande&amp;#039;&amp;#039;, S. 1960&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste historischer Hungersnöte ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste von Hungersnöten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prävention ==&lt;br /&gt;
Als Maßnahmen zur Verhinderung von Hungersnöten können genannt werden:&lt;br /&gt;
* [[Vorratshaltung]], sowohl staatlicherseits als auch von privater Seite&lt;br /&gt;
* Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion&lt;br /&gt;
* Schutz der natürlichen Ressourcen&lt;br /&gt;
* Beseitigung der Ursachen von Ernteschädlingen&lt;br /&gt;
* Unterstützung benachteiligter ländlicher Bevölkerungsgruppen ([[Kleinbauer]]n, [[Landlose]])&lt;br /&gt;
* Einbremsung des Bevölkerungswachstums&lt;br /&gt;
* [[Recht auf angemessene Ernährung]]&lt;br /&gt;
* [[Sondernahrungsmittel für Ernährungshilfe]]&lt;br /&gt;
* [[Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Maßnahme gegen Nahrungsmittelknappheit ist der Verzicht auf Produktion und Konsum von tierischen Proteinen. So sind zur Bildung von einem Kilogramm tierischen Proteins etwa fünf bis zehn Kilogramm Pflanzeneiweiß erforderlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula Wolf: &amp;#039;&amp;#039;Das Tier in der Moral&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl. Frankfurt a. M. 2004, S. 17f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der dänische Arzt [[Mikkel Hindhede]] riet während der Grippeepidemie im Winter 1917–1918, die bisher als Schweinefutter verwendeten Getreide und Kartoffeln direkt für menschliche Ernährung zu verwenden. Der Schweinebestand wurde auf ein Fünftel reduziert. Dadurch konnte eine Hungersnot (wie im ebenfalls betroffenen Deutschland, wo sogar noch mehr Nahrungsmittel zur Verfügung standen als in Dänemark) vermieden und die Sterblichkeit der Bevölkerung insgesamt um 17 Prozent auf den niedrigsten bisherigen Stand gesenkt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mikkel Hindhede |Titel=Naturwissenschaftliche Ernährungsforschung |Hrsg=Jörg Melzer |Sammelwerk=Vollwerternährung |Verlag=Franz Steiner Verlag |Ort=Stuttgart |Datum=2003 |Reihe=[[MedGG]]-Beihefte |BandReihe=20 |ISBN=3515082786 |Seiten=104–113 |ISSN=0941-5033 |Online={{Google Buch |BuchID=zKIRxv8ZiDMC |Seite=104 |Linktext=Kurzbeschreibung in GoogleBooks |KeinText=1}} |Abruf=2024-06-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans-Heinrich Bass]]: [http://www.giga-hamburg.de/index.php?file=gf_global.html&amp;amp;folder=publikationen#2012 &amp;#039;&amp;#039;Welternährung in der Krise&amp;#039;&amp;#039;], GIGA Focus Global Nr. 5, 2012.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Heinrich Bass]]: &amp;#039;&amp;#039;Hungerkrisen in Preussen während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 1991, ISBN 3-922661-90-4.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Heinrich Bass]]: [https://www.researchgate.net/publication/343970596_Bass_H_Hungersnote_im_19_Jahrhundert_Damals_41995_38-43 &amp;#039;&amp;#039;Hungersnöte im 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, Damals 4/1995, S. 38–43.]&lt;br /&gt;
* Christina Benninghaus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Region in Aufruhr. Hungerkrise und Teuerungsproteste in der preußischen Provinz Sachsen und in Anhalt 1846/47.&amp;#039;&amp;#039; Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2000, ISBN 3-89812-015-5 (&amp;#039;&amp;#039;Studien zur Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 3).&lt;br /&gt;
* Michael Bergstreser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Globale Hungerkrise. Der Kampf um das Menschenrecht auf Nahrung.&amp;#039;&amp;#039; VSA-Verlag, Hamburg 2009, ISBN 978-3-89965-383-0.&lt;br /&gt;
* [[Mike Davis]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geburt der Dritten Welt. Hungerkatastrophen und Massenvernichtung im imperialistischen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Assoziation, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 2004, ISBN 3-935936-11-7.&lt;br /&gt;
* [[William Easterly]]: &amp;#039;&amp;#039;The elusive quest for growth. Economists&amp;#039; adventures and misadventures in the tropics.&amp;#039;&amp;#039; The MIT Press, Cambridge MA 2001, ISBN 0-262-05065-X.&lt;br /&gt;
* [[Gunnar Heinsohn]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Völkermorde.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-22338-4 (&amp;#039;&amp;#039;rororo. rororo-aktuell&amp;#039;&amp;#039; 22338).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Holzem]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wenn Hunger droht. Bewältigung und religiöse Deutung (1400–1980)&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2017, ISBN 978-3-16-155175-8.&lt;br /&gt;
* Christian Jörg: &amp;#039;&amp;#039;Teure, Hunger, Großes Sterben. Hungersnöte und Versorgungskrisen in den Städten des Reiches während des 15. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Hiersemann, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7772-0800-8 (&amp;#039;&amp;#039;Monographien zur Geschichte des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039; 55), (Zugleich: Trier, Univ., Diss., 2006).&lt;br /&gt;
* [[William Chester Jordan]]: &amp;#039;&amp;#039;The Great Famine. Northern Europe in the early fourteenth century.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton NJ 1996, ISBN 0-691-01134-6.&lt;br /&gt;
* Andrew G. Newby: &amp;#039;&amp;#039;Finland&amp;#039;s Great Famine, 1856-68&amp;#039;&amp;#039;. Palgrave Macmillan, Cham, 2023, ISBN 978-3-031-19473-3. &lt;br /&gt;
* Cormac Ó Gráda, Richard Paping, and Eric Vanhaute (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;When the Potato failed. Causes and Effects of the Last European Subsistence Crisis, 1845-1850&amp;#039;&amp;#039;. Brepols Publishers, Turnhout 2007, ISBN 978-2-503-51985-2.&lt;br /&gt;
* Guido Rüthemann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Weltchronik der Katastrophen.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Gewalt, Macht, Hunger.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1: Josef Nussbaumer, Guido Rüthemann: &amp;#039;&amp;#039;Schwere Hungerkatastrophen seit 1845.&amp;#039;&amp;#039; Studien-Verlag, Innsbruck u.&amp;amp;nbsp;a. 2003, ISBN 978-3-70-651558-0 (&amp;#039;&amp;#039;Geschichte &amp;amp; Ökonomie&amp;#039;&amp;#039; 13).&lt;br /&gt;
* [[Amartya Sen]]: &amp;#039;&amp;#039;Poverty and Famines. An Essay on Entitlement and Deprivation.&amp;#039;&amp;#039; Reprint edition. Oxford University Press, Oxford u.&amp;amp;nbsp;a. 2007, ISBN 978-0-19-828463-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Famines|Hungersnot}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|16226|Hungersnöte|Autor=Fridolin Kurmann}}&lt;br /&gt;
* [https://fews.net/ Famine Early Warning Systems Network – Frühwarnsystem gegen Hungersnöte] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4160816-1|LCCN=sh/85/047075}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hungersnot| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katastrophentyp]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Haplochromis</name></author>
	</entry>
</feed>