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	<title>Horst Wessel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Historybuff0105: /* Einzelnachweise */ Kategorie hinzugefügt.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; Kategorie hinzugefügt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1978-043-14, Horst Wessel.jpg|mini|Horst Wessel als Sturmführer des Berliner SA-Sturms&amp;amp;nbsp;5, Porträtfoto ([[Heinrich Hoffmann (Fotograf)|Heinrich Hoffmann]], 1929)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[9. Oktober]] [[1907]] in [[Bielefeld]] als &amp;#039;&amp;#039;Horst Ludwig Georg Erich Wessel&amp;#039;&amp;#039;;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Daniel Siemens]]: Horst Wessel: Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten, Siedler Verlag, 2010, S. 11 [https://books.google.de/books?id=KX4_zFFyJigC&amp;amp;pg=PT11&amp;amp;dq=horst+ludwig+georg+erich+wessel&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwixmcXR2t3lAhXNLFAKHSCsDrQQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=horst%20ludwig%20georg%20erich%20wessel&amp;amp;f=false books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; † [[23. Februar]] [[1930]] in [[Berlin]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.content.landesarchiv-berlin.de/labsa/pdf/P_Rep_523_1116.pdf Digitalisiertes Namensverzeichnis des Sterberegister des Standesamtes Berlin VIII für das Jahr 1930, S. 141: Sterberegisternummer 1930/414.] (PDF; 76&amp;amp;nbsp;MB) Landesarchiv Berlin.&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[Paramilitär]] der [[Sturmabteilung|SA]], den die [[nationalsozialistische Propaganda]] zum bedeutendsten „[[Blutzeuge (Nationalsozialismus)|Märtyrer der Bewegung]]“ stilisierte.&lt;br /&gt;
Kurz nachdem er 1930 von einem [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD-Mitglied]] getötet worden war, wurde das von ihm verfasste [[Kampflied]] „[[Horst-Wessel-Lied|Die Fahne hoch!]]“ zur Parteihymne der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] erklärt. Nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme der Nationalsozialisten]] im Jahr 1933 wurde verordnet, dass dieses sodann nach Wessel benannte Lied stets im Anschluss an die erste Strophe der [[Das Lied der Deutschen|deutschen Nationalhymne]] zu spielen ist. Während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] bis 1945 wurde um Wessel ein intensiver propagandistischer [[Personenkult]] betrieben, der ihn zum [[Nationalheld]]en [[Glorifizierung|glorifizierte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wessel 1907.png|mini|hochkant|Ludwig und Margarete Wessel mit ihrem Sohn Horst kurz nach dessen Geburt 1907]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft ===&lt;br /&gt;
Horst Wessel wuchs in einem [[Pfarrhaus]] als Sohn des evangelischen Pastors [[Ludwig Wessel|Wilhelm Ludwig Georg Wessel]] (1879–1922) und dessen Frau [[Margarete Wessel]] (1881 oder 1882–1970) auf. Sein Vater wirkte von 1906 bis 1908 an der [[Pauluskirche (Bielefeld)|Bielefelder Pauluskirche]] und ab 1913 an der historisch wichtigen [[Nikolaikirche (Berlin)|Berliner Nikolaikirche]]. Wessels Eltern blieben auch nach der [[Novemberrevolution]] 1918 stets kaiserlich gesinnt. Weitere Kinder des Ehepaars waren die Tochter [[Ingeborg Wessel]] (1909–1993) und der Sohn [[Werner Wessel]] (1910–1929).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schulzeit und Studium ===&lt;br /&gt;
Wessel besuchte in Berlin vier verschiedene Oberschulen: von 1914 bis 1922 das [[Köllnisches Gymnasium|Köllnische Gymnasium]] (bis zur [[Untersekunda]]), dann jeweils kurzzeitig das [[Königstädtisches Gymnasium Berlin|Königstädtische Gymnasium]] und das evangelische [[Gymnasium zum Grauen Kloster]]. &amp;lt;!-- https://www.welt.de/welt_print/article1495330/Anmerkungen-zu-Haffner.html Die Welt, 27. Dezember 2007: bitte nicht verwenden, Angabe zu Wessel ist unvollständig und Angabe zu Erich Mielke ist falsch, Gymnasien werden verwechselt --&amp;gt; Die letzten zweieinhalb Jahre der Schulzeit verbrachte er auf dem [[Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Berlin)|Luisenstädtischen Gymnasium]]. Dort bestand er im Frühjahr 1926 das Abitur.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 46, 51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cartes de membre des Bismarckjugend et du Wikingbund de Horst Wessel.jpeg|mini|Mitgliedsausweise der [[Bismarckjugend]] und des [[Wikingbund]]es]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1922 bis 1925 war er Mitglied der [[Bismarckjugend]], der Jugendorganisation der rechtskonservativen [[Deutschnationale Volkspartei|DNVP]].&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 47, 50.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits hier gehörte Wessel einem Kreis an, der als „Rollkommando Friedrichshain“ Jagd auf [[Kommunismus|kommunistische]] und [[Sozialdemokratie|sozialdemokratische]] Jugendliche machte. Im Frühjahr 1924 nahm er an einem mehrwöchigen Ausbildungskurs der [[Schwarze Reichswehr|Schwarzen Reichswehr]] teil und war seither – bis diese im Mai 1926 verboten wurden – Mitglied zweier paramilitärischer Organisationen: des [[Bund Wiking|Wikingbundes]] und des Sportvereins &amp;#039;&amp;#039;[[Deutscher Verein für Leibesübungen Olympia|Olympia]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 52, 55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Horst Wessel als Berliner Normanne.jpg|mini|hochkant|Wessel als Mitglied des [[Corps Normannia Berlin]] (vor 1929)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 147-0503, Nürnberg, Horst Wessel mit SA-Sturm.jpg|mini|Wessel an der Spitze seines SA-Sturms, [[Nürnberg]] 1929]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1926 studierte er vier Semester [[Rechtswissenschaft]] und wurde 1928 Mitglied der Corps [[Corps Normannia Berlin|Normannia Berlin]] und [[Corps Alemannia Wien zu Linz|Alemannia Wien]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kösener Corpslisten]] 1930, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;7&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 461a; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;131&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 187&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr gab er das Studium auf und arbeitete unter anderem als Taxifahrer und Schipper beim U-Bahn-Bau. Daneben wirkte Wessel 1926 in der zweiten Fassung des Films &amp;#039;&amp;#039;[[Der Student von Prag (1926)|Der Student von Prag]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Hanns Heinz Ewers]] bei den Dreharbeiten in Berlin als [[Statist]] mit. Möglicherweise kannten sich Ewers und Wessel, da beide an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin Rechtswissenschaften studiert und der Studentenverbindung Normannia Berlin angehört hatten. Ewers betätigte sich später als NS-Propagandist, schrieb 1932 den Roman &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel : Ein deutsches Schicksal&amp;#039;&amp;#039; und wird in der Biographie von [[Wilfried Kugel]] sogar als möglicher [[Ghostwriter]] des Textes des [[Horst-Wessel-Lied]]es vermutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Führungsfigur der Berliner SA ===&lt;br /&gt;
Wessel trat 1926 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 48.434)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wessel&amp;quot;&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, ISBN 978-3-88680-926-4, S.&amp;amp;nbsp;143.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die SA ein und stieg bis 1928 zu einer Führungsfigur der Berliner SA auf. Er agierte einige Zeit im SA-Sturm 2 ([[Berlin-Prenzlauer Berg|Prenzlauer Berg]]) und übernahm im Frühjahr 1929 als [[Sturmabteilung#Dienstränge|Sturmführer]] den Sturm 5 im Arbeiterbezirk [[Berlin-Friedrichshain|Friedrichshain]], einer Hochburg der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sturm 5 galt als besonders „brutale Schlägertruppe“,&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt; wagte sich aber – zu dieser Zeit nur 30 Mann stark – in die meisten Straßen des Bezirkes nicht hinein.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wessel fiel hier mehrfach dadurch auf, dass er in SA-Uniform – begleitet von SA-Leuten in Zivilkleidung – mit dem Fahrrad die Hauptstraßen abfuhr. Provokatorische „Märsche“ seines Sturms wurden von Polizisten begleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von seinem Förderer [[Joseph Goebbels]] erhielt er die Ausnahmegenehmigung, eine [[Martinstrompete|Schalmeienkapelle]] aufzubauen, obwohl dies bis dahin eine rein kommunistische Tradition war. Mit seiner Schalmeienkapelle sorgte er daraufhin für Verwirrung.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Knobloch: Der arme Epstein, sowie [http://www.sueddeutsche.de/politik/der-phaenotypische-nazi-horst-wessel-schalmeien-und-der-kampf-um-kiez-kneipen-1.25694 Der phänotypische Nazi: Horst Wessel Schalmeien und der Kampf um Kiez-Kneipen] von Johannes Willms [[Süddeutsche Zeitung]] 17. Mai 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1929 hatte Wessel in der nationalsozialistischen Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der Angriff]]&amp;#039;&amp;#039; erstmals sein Gedicht „Die Fahne hoch, die Reihen dicht!“ (später geändert in: &amp;#039;&amp;#039;fest geschlossen&amp;#039;&amp;#039;) veröffentlicht, das, später mit der Melodie eines Seefahrerliedes unterlegt, zum &amp;#039;&amp;#039;Horst-Wessel-Lied&amp;#039;&amp;#039; wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod ==&lt;br /&gt;
Die polizeilichen Ermittlungen und das anschließende Strafverfahren ergaben: Horst Wessel wurde am 14.&amp;amp;nbsp;Januar 1930 von [[Albrecht Höhler]], einem aktiven Mitglied der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]], und weiteren Mitgliedern einer Ersatzorganisation des damals verbotenen [[Roter Frontkämpferbund|Roten Frontkämpferbunds]] in seiner Wohnung in der [[Karl-Marx-Allee|Großen Frankfurter Straße]] 62&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Gailus: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/nationalsozialistische-kultfigur-horst-wessel-hebt-ihn-hoch-den-toten/8853356.html &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialistische Kultfigur Horst Wessel „Hebt ihn hoch, den Toten“&amp;#039;&amp;#039;.] [[Der Tagesspiegel]], 26. September 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgesucht, wobei Albrecht Höhler Horst Wessel beim Öffnen der Tür in den Kopf schoss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knobloch, 9-48&amp;quot;&amp;gt;Heinz Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1996, S. 9–48.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Kleinhans: [http://shoa.de/drittes-reich/biographien/576-horst-wessel-1907-1930.html &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel (1907–1930)&amp;#039;&amp;#039;.] shoa.de&amp;lt;br /&amp;gt; Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten&amp;#039;&amp;#039;. München 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baird 1990&amp;quot;&amp;gt;Jay W. Baird: &amp;#039;&amp;#039;To Die for Germany. Heroes in the Nazi Pantheon.&amp;#039;&amp;#039; Bloomington (Ind.) 1990, S. 80&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brentzel&amp;quot;&amp;gt;Marianne Brentzel: &amp;#039;&amp;#039;Die Machtfrau. Hilde Benjamin 1902–1989.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1997, S. 38&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozessbeobachter der &amp;#039;&amp;#039;[[Vossische Zeitung|Vossischen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Moritz Goldstein]], berichtete, dass die Angeklagten im Prozess behaupteten, Wessel oder sein später eingetroffener SA-Kamerad [[Richard Fiedler]] hätten eine Erstversorgung durch den „herbeigeeilten“ jüdischen Arzt Max Selo abgelehnt. So habe es in der Folge über eine Stunde gedauert, bis ein anderer Arzt kam und Wessel ins Krankenhaus transportiert werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1996, S. 49–51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies wurde im Prozess von seiner damaligen Lebensgefährtin [[Erna Jaenichen]] energisch bestritten.&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Daniel Siemens]] hält die Darstellung der Angeklagten für „nicht sehr wahrscheinlich“.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 23, dort auch Hinweise auf die Zeitangaben im Tagebuch der Telefonzentrale der NSDAP-Gauleitung und in der Rechnung für den Rettungseinsatz.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 22:15&amp;amp;nbsp;Uhr, etwa&amp;amp;nbsp;15 Minuten nach dem Überfall, rief eine der Zeuginnen die Gauzentrale der NSDAP an. Um 22:30 Uhr traf ein von dort alarmierter [[Rettungswagen]] ein, der Wessel in das [[Klinikum im Friedrichshain|Städtische Krankenhaus im Friedrichshain]] brachte, wo ihm eine von 22:50 bis 0:45&amp;amp;nbsp;Uhr dauernde [[Operation (Medizin)#Dringlichkeit|Notoperation]] zunächst das Leben rettete. Wessel starb dort am 23.&amp;amp;nbsp;Februar an einer [[Blutvergiftung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beisetzung Wessels auf dem [[St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I|St.-Nikolai-Friedhof]] am 1.&amp;amp;nbsp;März 1930 sollte auf Wunsch des NSDAP-Gauleiters von Berlin [[Joseph Goebbels]] ein propagandistisches Großereignis werden. Die Polizei verbot jedoch das Tragen von Fahnen und Uniformen und begrenzte die Größe des [[Trauerzug|Leichenzuges]], der an der KPD-Zentrale vorbeiführen sollte, auf zehn Fahrzeuge. Auf der [[Prenzlauer Allee]] kam es dabei zu Unmutsbekundungen durch Pfeifkonzerte und Sprechchöre gegen den Trauerzug. Bei der eigentlichen Beisetzung erfolgten Steinwürfe über die Friedhofsmauer. Der Historiker [[Ronald Friedmann]] dokumentierte unbestätigte Versuche, den Leichenwagen Wessels anzugreifen und seine Leiche zu entwenden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Friedmann&amp;quot;&amp;gt;Ronald Friedmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Zentrale. Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses.&amp;#039;&amp;#039; Karl Dietz Verlag, Berlin, 2011, S. 73f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schuldfrage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-09303, Berlin, Beisetzung von Horst Wessel.jpg|mini|Beisetzung Horst Wessels in Berlin, 1930]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die KPD wies jede Schuld an der Tötung Wessels von sich und gab an, es handele sich um einen privaten Streit zwischen der Vermieterin Elisabeth Salm und der ehemaligen [[Prostitution|Prostituierten]] Erna Jaenichen, mit der Wessel in deren Wohnung zusammenlebte. Ferner streute die Partei das Gerücht, Horst Wessel sei bei einer Schießerei zwischen zwei Zuhälterbanden zwischen die Fronten geraten und dabei getroffen worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baird 1990&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brentzel&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1996, S. 63–65.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Mommsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die verspielte Freiheit. Aufstieg und Untergang der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Propyläenverlag, Berlin 2019. S. 469.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;so noch 1943 in: J.O. Reichenheim: &amp;#039;&amp;#039;Der Mythos Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 29. Oktober 1943, Nr. 347, S. 4; [https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/KRK6IH3LZ5RE33NUHBPRZ5T3XVDN22R3?issuepage=4 deutsche-digitale-bibliothek.de] – Faksimile im [[Zentrales Verzeichnis Digitalisierter Drucke|ZVDD]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der verstorbene Gatte der Vermieterin Salm war aktives KPD-Mitglied gewesen, und deshalb wandte sich die Vermieterin mit der Bitte um handfeste Unterstützung im Streit mit der Freundin des bekennenden Nationalsozialisten Wessel an Parteifreunde ihres Gatten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knobloch, 9-48&amp;quot; /&amp;gt; Am selben Tag war Camillo Roß, ein 17-jähriger Jungkommunist, von SA-Männern angeschossen worden, und Wessel war als SA-Führer eine der bekannteren Personen der örtlichen NSDAP. Demnach können sowohl private Streitigkeiten&amp;lt;ref&amp;gt;nach Aussagen von Biografen&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch der Gedanke der Vergeltung eine Rolle bei der Tat gespielt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht Höhler und seine Mittäter wurden bereits kurz nach der Tat verhaftet. Höhler wurde wegen [[Totschlag (Deutschland)|Totschlags]] zu sechs Jahren und einem Monat [[Zuchthaus]] verurteilt. Weitere zwei Beteiligte erhielten Zuchthausstrafen, zehn Angeklagte Gefängnisstrafen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1996, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Rote Hilfe Deutschlands|Rote Hilfe]] unterstützte zwar die Angeklagten bei der Verteidigung, Elisabeth Salm wurde beispielsweise von der KPD-Anwältin [[Hilde Benjamin]] verteidigt,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brentzel&amp;quot; /&amp;gt; die KPD distanzierte sich jedoch von ihnen. Nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme Hitlers]] ermordeten zum Teil hochgestellte SA-Mitglieder und mindestens ein [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]]-Beamter Höhler während eines fingierten Gefängnistransportes im September 1933.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, ISBN 978-3-88680-926-4, S. 211–225.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zwei weitere beteiligte Personen, [[Sally Epstein]] und [[Hans Ziegler (NS-Opfer)|Hans Ziegler]], wurden 1934 in einem weiteren Prozess&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Neuer Prozeß um die Ermordung Horst Wessels.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Völkischer Beobachter]] Nr. 857 v. 23. Dezember 1933; &amp;#039;&amp;#039;Ein neuer Prozeß um die Ermordung Horst Wessels.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Frankfurter Zeitung]] Nr. 883 v. 23. Dezember 1933; &amp;#039;&amp;#039;Drei Mörder Horst Wessels vor dem Schwurgericht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Völkischer Beobachter.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 164 v. 13. Juni 1934 (Faksimiles im gemeinsamen Pressearchiv von HWWA und IfW in der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), Neuer Jungfernstieg in Hamburg).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Todesstrafe|zum Tode verurteilt]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Mord an Horst Wessel gesühnt!&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Völkischer Beobachter.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 168 v. 17. Juni 1934.&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1935 [[Hinrichtung|hingerichtet]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Angebliche Horst Wessel-Mörder hingerichtet.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Pariser Tageblatt.&amp;#039;&amp;#039; Jg. 3. 1935, Nr. 485 (11. April 1935), S. 2.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1996, S. 145–187.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stilisierung zum Märtyrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-09302, Berlin, Beisetzung von Horst Wessel.jpg|mini|Beisetzung Horst Wessels in Berlin, 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-03016, Berlin, SA Standarte &amp;quot;Horst Wessel&amp;quot;.jpg|mini|hochkant|SA-Standarte &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039; (1933)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die NSDAP nutzte Wessels Tod [[NS-Propaganda|propagandistisch]]: er wurde zum &amp;#039;&amp;#039;[[Blutzeuge (Nationalsozialismus)|Märtyrer der Bewegung]]&amp;#039;&amp;#039; [[Stilisierung|stilisiert]]. Zur Errichtung eines Grabsteins für Wessel am 22. Januar 1933 zogen mehr als 10.000 Angehörige der NSDAP und ihrer Teilorganisationen erneut am [[Karl-Liebknecht-Haus]] vorbei. Gegendemonstrationen waren polizeilich untersagt und das Haus sowie umliegende Häuserdächer am [[Rosa-Luxemburg-Platz|Bülowplatz]] von der Polizei besetzt worden. Der Demonstrationszug wurde mit [[Panzerwagen]] der Polizei begleitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Friedmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme der Nationalsozialisten]] kurze Zeit später am 30.&amp;amp;nbsp;Januar wurde der Berliner Bezirk [[Berlin-Friedrichshain|Friedrichshain]] in &amp;#039;&amp;#039;Horst-Wessel-Stadt&amp;#039;&amp;#039; umbenannt (ab 1936 &amp;#039;&amp;#039;Horst-Wessel&amp;#039;&amp;#039;) und trug diesen &amp;#039;&amp;#039;[[Stadt-Ehrentitel der NS-Zeit|NS-Ehrentitel]]&amp;#039;&amp;#039; bis 1945. Das Krankenhaus am Rande des [[Volkspark Friedrichshain|Volksparks Friedrichshain]], in dem Wessel gestorben war, erhielt den Namen „Horst-Wessel-Krankenhaus“. Am 9.&amp;amp;nbsp;Oktober 1933 wurde im Krankenhaus Horst Wessels Sterbezimmer zu einer „Gedächtnisstätte geweiht“, wobei Propagandaminister Goebbels eine Ansprache hielt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|kvz|10|10|1933|3|Horst Wessel-Feier zu Berlin|HERVORHEBUNG=Horst&amp;amp;#32;Wessel-Feier&amp;amp;#32;m&amp;amp;#32;Berlin}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bülowplatz (seit 1945 [[Rosa-Luxemburg-Platz]]) in [[Berlin-Mitte]] wurde in &amp;#039;&amp;#039;Horst-Wessel-Platz&amp;#039;&amp;#039; umbenannt, wodurch auch der dortige U-Bahnhof &amp;#039;&amp;#039;Schönhauser Tor&amp;#039;&amp;#039; (heute [[U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz]]) diesen Namen erhielt.&lt;br /&gt;
Ebenso trugen die [[Volksbühne Berlin|Volksbühne]] und das heutige [[Karl-Liebknecht-Haus]] den Namen Wessels. Am Eingang der ehemaligen KPD-Zentrale wurde eine Relief-Gedenktafel mit dem Konterfei Wessels angebracht und innerhalb des Hauses eine [[Ehrenhalle]] für ihn eingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ronald Friedmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Zentrale. Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses&amp;#039;&amp;#039;, Karl Dietz Verlag, Berlin, 2011, S. 114 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf dem Platz erhob sich ab November 1936 das &amp;#039;&amp;#039;Denkmal für die im Freiheitskampf gefallenen Nationalsozialisten des Bezirks&amp;#039;&amp;#039; in Gestalt eines fast fünf Tonnen schweren Bronzeadlers mit einer Spannweite von etwa sieben Metern. Unter den sechs Namen am Sockel war auch der Wessels verzeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Adler wurde 1943 ein Opfer der [[Metallspende des deutschen Volkes]], zum Denkmal siehe Kirsten Otto: &amp;#039;&amp;#039;Berlins verschwundene Denkmäler. Eine Verlustanalyse von 1918 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Lukas, Berlin 2020, ISBN 978-3-86732-357-4, S. 86 f.; der von seiner Inschrift befreite Sockel ist erst Ende 1947 entfernt worden. Kirsten Otto: &amp;#039;&amp;#039;Berlins verschwundene Denkmäler. Eine Verlustanalyse von 1918 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. S. 120 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso benannten viele andere Orte in Deutschland Plätze, Straßen und Schulen nach Wessel, unter anderem seine Geburtsstadt Bielefeld die heutige [[August-Bebel-Straße (Bielefeld)|August-Bebel-Straße]], an der die Pauluskirche steht, in der sein Vater früher tätig war. Einer Division der [[Waffen-SS]], der [[18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Horst Wessel“|18.&amp;amp;nbsp;SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division]], wurde der Beiname &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039; verliehen sowie am 24.&amp;amp;nbsp;März 1936 dem [[Jagdgeschwader 134 „Horst Wessel“|Jagdgeschwader 134]] der [[Luftwaffe (Wehrmacht)|Luftwaffe]]. Dieses wurde später in [[Zerstörergeschwader 142 „Horst Wessel“|Zerstörergeschwader 142]] und anschließend in [[Zerstörergeschwader 26 „Horst Wessel“|Zerstörergeschwader 26]] umbenannt und führte Wessels Namen weiter.&lt;br /&gt;
Am 17.&amp;amp;nbsp;September 1934 wurde in [[Dresden]] mit großem propagandistischen Aufwand die Knabenberufsschule Altstadt als „Horst-Wessel-Schule“ eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bsz-agrar-dd.de/de/php/schulgeschichte_43.php Geschichte des BSZ für Agrarwirtschaft „Justus von Liebig“.] bsz-agrar-dd.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bsz-technik-zeuner.de/allgemeines/schulgeschichte |text=Geschichte des Beruflichen Schulzentrums für Technik „Gustav Anton Zeuner“ Dresden. |wayback=20170203095436}} bsz-technik-zeuner.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rahmen der [[Blut-und-Boden-Ideologie|Blut-und-Boden]]-Politik der Nationalsozialisten wurde ein neu eingedeichter [[Koog]] auf der [[Halbinsel]] [[Eiderstedt]] mit &amp;#039;&amp;#039;Horst-Wessel-Koog&amp;#039;&amp;#039; (heute: [[Norderheverkoog]]) benannt. Auch der zweite [[Segelschulschiff]]bau der [[Kriegsmarine]] erhielt den Namen &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039; (heute: &amp;#039;&amp;#039;[[Eagle (Schiff)|Eagle]]&amp;#039;&amp;#039;, [[United States Coast Guard]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen davon, dass das von Goebbels geleitete Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda die Tötung Wessels im Rahmen von NSDAP-Propaganda politisierte und aus ihm einen nationalsozialistischen Helden machte, wurde das Schicksal des ehemaligen Studenten von dem bekannten Schriftsteller [[Hanns Heinz Ewers]] in dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039; (Stuttgart: Cotta, 1932) aufgegriffen. Dieser wurde 1933 verfilmt, wobei aus rechtlichen Gründen der Name des Protagonisten in &amp;#039;&amp;#039;[[Hans Westmar]]&amp;#039;&amp;#039; geändert wurde. Im Umlauf befindliche Ausschnitte dieses NS-Propagandafilms, die die angebliche Störung des Trauerzugs und die Schändung des Sargschmucks durch Kommunisten zeigen, sind nicht authentisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versionen des Lieds &amp;#039;&amp;#039;[[Der kleine Trompeter]]&amp;#039;&amp;#039; wurden um ein auf Horst Wessel umgetextetes [[Kampflied]] der nationalsozialistischen Bewegung vermehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[KZ Dachau]] hatten Häftlinge 1933 ein Horst-Wessel-Denkmal zu errichten und fortan beim Vorbeigehen die Mütze zu ziehen. Am 4.&amp;amp;nbsp;August 1933 fand die Einweihung statt: [[Ernst Röhm|Röhm]], [[Heinrich Himmler|Himmler]], [[Reinhard Heydrich|Heydrich]], [[Hermann Esser]], [[Hans Frank]] und [[Robert Wagner (Gauleiter)|Robert Wagner]] mit Gefolge sowie eine Hundertschaft der Polizei nahmen an der Feier teil.&amp;lt;ref&amp;gt;Stanislav Zámečník: &amp;#039;&amp;#039;Das war Dachau.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Comité International de Dachau. Luxemburg 2002, ISBN 2-87996-948-4, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wessels Geburtsstadt widmete ihm im Oktober 1933 das [[Horst-Wessel-Denkmal (Bielefeld)|Bielefelder Horst-Wessel-Denkmal]]; im Februar 1939 folgten [[Hameln]] auf dem [[Süntel]] sowie im November 1939 [[Horst-Wessel-Denkmal (Mainz)|Horst-Wessel-Denkmal Mainz]]. Zum 9.&amp;amp;nbsp;Todestag Horst Wessels im Jahre 1939 vollendete der Bildhauer [[Ernst Paul Hinckeldey]] nach dreijähriger Arbeit eine 2½&amp;amp;nbsp;Meter hohe Statue mit dem Titel „Horst Wessel im Schritt seines Liedes“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|dkv|18|02|1939|9|Horst Wessel im Schritt seines Liedes|HERVORHEBUNG=Horst&amp;amp;#32;Wejfel&amp;amp;#32;im Schritt&amp;amp;#32;seines&amp;amp;#32;Liedes}} (Mit Foto.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Denkmal wurde in Bielefeld aufgestellt und am 14.&amp;amp;nbsp;Juni 1939 eingeweiht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|ibn|15|05|1939|16|Ein Horst-Wessel-Denkmal in Bielefeld|HERVORHEBUNG=Ein&amp;amp;#32;Horst-Wessel-Denkmal&amp;amp;#32;in&amp;amp;#32;Bielefeld}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Reste haben sich einzig beim [[Horst-Wessel-Denkmal (Süntel)|Horst-Wessel-Denkmal im Süntel]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wessel Grab.jpg|mini|Ehemaliges Grab von Horst und Werner Wessel sowie ihres Vaters auf dem [[St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I|St.-Nikolai-Friedhof]] (2010)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grab ==&lt;br /&gt;
Das gemeinsame Grab Horst und Werner Wessels sowie ihres Vaters befand sich auf dem [[St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I]] in [[Berlin-Prenzlauer Berg]]. Zu Wessels Todestag am 23.&amp;amp;nbsp;Januar 1933 sprachen [[Adolf Hitler]] und Hanns Heinz Ewers am Grab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|pit|24|01|1933|1|Der Krieg im deutschen Volke|HERVORHEBUNG=Ser&amp;amp;#32;Krieg&amp;amp;#32;fm&amp;amp;#32;deutschen&amp;amp;#32;Volke}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soldaten der [[Rote Armee|Roten Armee]] ebneten es 1945 auf Befehl der [[SMAD|sowjetischen Besatzungsmacht]] ein, ließen aber den Teil des Steins mit der Inschrift für den Vater stehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2009, S. 255&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stätte war Ziel individueller oder, spätestens ab 1997, kollektiver Heldenverehrung durch Rechtsextreme, wie z.&amp;amp;nbsp;B. durch [[Freie Kameradschaften]]. Im Jahr 2000 wollten Neonazis zum 70.&amp;amp;nbsp;Todestag Horst Wessels eine Demonstration samt Kranzniederlegung mit 500 Teilnehmern zum Friedhof durchführen; die Polizei untersagte dies.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bnr.de&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Theo Schneider |url=http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/rechter-totenkult |titel=Rechter Totenkult |werk=[[Blick nach Rechts]] |datum=2013-08-08 |abruf=2013-08-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2002 grub eine Gruppe, die sich „Autonome Totengräber“ nannte, den vermeintlichen [[Schädel]] Horst Wessels aus und warf ihn in die [[Spree]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Claudia Naujoks |url=http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2009/02/24/horst-wessel-%E2%80%9Emartyrer-der-bewegung%E2%80%9C-kopflos-im-grab_833 |titel=Horst Wessel: „Märtyrer der Bewegung“ kopflos im Grab? |werk=[[Zeit Online]] Blog Störungsmelder |datum=2009-02-24 |abruf=2012-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut Polizei wurde damals aber nur oberflächlich gegraben; es erscheint zweifelhaft, dass tatsächlich ein Schädel ausgegraben wurde. Im September 2003 randalierten Unbekannte an dem Grab und warfen Grabsteine um.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bnr.de&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Juni 2013 ließ die Friedhofsleitung die Überreste des Grabsteins entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.berlin.de/aktuelles/berlin/3175162-958092-bericht-grab-von-samann-wessel-vollstaen.html &amp;#039;&amp;#039;Horst-Wessel-Grab eingeebnet&amp;#039;&amp;#039;.] Hauptstadtportal Berlin.de; Bericht des &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Kurier]]&amp;#039;&amp;#039;, 30. August 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archivische Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Die Originalakten zum Ermittlungsverfahren wegen der Tötung von Wessel aus dem Jahr 1930 werden heute im Landesarchiv Berlin verwahrt (A Rep. 358-01, Nr. 8303–8310).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sabine Behrenbeck: &amp;#039;&amp;#039;Der Kult um die toten Helden. Nationalsozialistische Mythen, Riten und Symbole 1923 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Vierow 1996, ISBN 3-89498-006-0 (durchges. Neuauflage. ebd., Köln 2011, ISBN 978-3-89498-257-7).&lt;br /&gt;
* [[Manfred Gailus]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Feldgeistlichen des Ersten Weltkriegs zum politischen Prediger des Bürgerkriegs. Kontinuitäten in der Berliner Pfarrerfamilie Wessel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (1953)|Zeitschrift für Geschichtswissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, 2002, 50, S. 773–803.&lt;br /&gt;
* Manfred Gailus, [[Daniel Siemens]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Hass und Begeisterung bilden Spalier“. Horst Wessels politische Autobiographie&amp;#039;&amp;#039;. bebra, Berlin 2011, ISBN 978-3-89809-092-6.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Knobloch]]: &amp;#039;&amp;#039;Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-7466-8021-2.&lt;br /&gt;
* Imre Lazar: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Horst Wessel&amp;#039;&amp;#039;. Belser, Stuttgart 1980, ISBN 3-7630-1194-3.&lt;br /&gt;
* Thomas Oertel: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel – Untersuchung einer Legende&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Köln 1988, ISBN 3-412-06487-4.&lt;br /&gt;
* [[Fred K. Prieberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;. CD-ROM-Lexikon. 2. Auflage. Kiel 2009, S. 8231–8236; {{archive.org |handbuch-ns-musiker-prieberg |Blatt=}}.&lt;br /&gt;
* Daniel Siemens: &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel. Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten&amp;#039;&amp;#039;. Siedler, München 2009, ISBN 978-3-88680-926-4.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörn Retterath: [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-2-096 Rezension.] In: [[H-Soz-u-Kult]], 5. Mai 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{NDB|27|884|885|Wessel, Horst|Daniel Siemens|118631721}}&lt;br /&gt;
* Maica Vierkant: &amp;#039;&amp;#039;Märtyrer und Mythen. Horst Wessel und Rudolf Heß: Nationalsozialistische Symbolfiguren und neonazistische Mobilisierung.&amp;#039;&amp;#039; Tectum, Marburg 2008, ISBN 978-3-8288-9616-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Speaking of Pictures. These Officially Glorify Nazi Hero&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Life (Magazin)|Life]]&amp;#039;&amp;#039;, 28. März 1938, Jg. 4, Nr. 13, S. 6–8 (englisch); [https://books.google.com/books?id=3UoEAAAAMBAJ&amp;amp;lpg=PA9&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA6#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false books.google.com]&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/2011/37/Interview-Gailus &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel – Und sonntags in die Kirche&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 37/2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118631721}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/018490}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=horst-wessel |Autor=Sebastian Weinert}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/horst-wessel/ Horst Wessel] auf Shoa.de.&lt;br /&gt;
* Daniel Siemens: [http://www.sueddeutsche.de/kultur/ns-mythos-horst-wessel-der-saenger-des-herrenvolkes-1.908564 &amp;#039;&amp;#039;NS-Mythos Horst Wessel. Der Sänger des Herrenvolkes&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Süddeutsche Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 8. Oktober 2007.&lt;br /&gt;
* [http://www.cicero.de/das-kurze-leben-eines-überzeugungstäters/40030 &amp;#039;&amp;#039;Das kurze Leben eines Überzeugungstäters. Interview mit Daniel Siemens&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Cicero.de&amp;#039;&amp;#039;, 18. August 2009.&lt;br /&gt;
* [https://www.focus.de/wissen/bildung/Geschichte/nationalsozialismus/tid-16846/horst-wessel-vom-pastorensohn-zum-sa-schlaeger_aid_470438.html &amp;#039;&amp;#039;Vom Pastorensohn zum SA-Schläger&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Focus Online.&amp;#039;&amp;#039; 14. Januar 2010.&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/kultur/article5834833/Goebbels-profitierte-von-Wessels-Tod-doppelt.html &amp;#039;&amp;#039;Nazi-Märtyrer – Goebbels profitierte von Wessels Tod doppelt&amp;#039;&amp;#039;.] [[Die Welt|Welt Online]], 14. Januar 2010.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Politika&amp;#039;&amp;#039;. Eine politische Autobiographie von Horst Wessel. Von der polnischen [[Jagiellonische Bibliothek|Jagiellonen Bibliothek]] digitalisiert und ins Internet gestellt. Die [http://jbc.bj.uj.edu.pl/dlibra/docmetadata?id=262&amp;amp;from=pubstats „Politika“] des Horst Wessel (1907–1939). Vorgestellt: [https://www.welt.de/kultur/history/article13880049/Die-Bekenntnisse-eines-christlichen-Nazis.html &amp;#039;&amp;#039;Horst Wessel: Bekenntnisse einen „christlichen Nazis“&amp;#039;&amp;#039;.][[Die Welt|Welt Online]], 16. März.&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ShlPsat6dk Ernst-Michael Brandt: „Verklärt, verhaßt, vergessen“ – Horst Wessel – Demontage eines Mythos. MDR 1997.] youtube.com&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/geschichte/article204999984/Aufstieg-der-NSDAP-So-wurde-Horst-Wessel-zum-braunen-Maertyrer.html So wurde Horst Wessel zum braunen Märtyrer.] [[Die Welt|Welt Online]].&lt;br /&gt;
* Daniel Siemens: [https://www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de/glossar/hoehler-albrecht-u-a/ &amp;#039;&amp;#039;Höhler, Albrecht et al&amp;#039;&amp;#039;.] in: [[Kurt Groenewold]], Alexander Ignor, Arnd Koch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politischen Strafprozesse&amp;#039;&amp;#039;, Online, Stand Mai 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118631721|LCCN=n88244635|VIAF=20473732}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wessel, Horst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Horst Wessel| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Namensgeber für ein Schiff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Bund Wiking]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Propaganda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalfall in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalfall (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1907]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1930]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wessel, Horst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wessel, Horst Ludwig Georg Erich (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SA-Sturmführer und Student der Rechtswissenschaft&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=9. Oktober 1907&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bielefeld]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. Februar 1930&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Historybuff0105</name></author>
	</entry>
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