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	<title>Hordeolum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hordeolum&amp;diff=158334&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Uwe Gille: /* Therapie */ Abschnitte kombiniert</title>
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		<updated>2025-11-07T06:52:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Therapie: &lt;/span&gt; Abschnitte kombiniert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{QS-Medizin}}&lt;br /&gt;
{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = H00.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Hordeolum und sonstige tiefe Entzündung des Augenlides&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Stye01.jpg|mini|Gerstenkorn nach ca. zwei Tagen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerstenkorn-5-Tage.jpg|mini|Gerstenkorn nach fünf Tagen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerstenkorn-geplatz.jpg|mini|Geplatztes Gerstenkorn]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hordeolum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Plural]] Hordeola; [[Diminutiv]] von {{laS|[[hordeum]] sativum|de=[[Gerste]]}}; hordeolum = Gerstenkorn)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludwig August Kraus]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Verlag der [[Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung|Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung]], Göttingen 1844, S. 476. [https://archive.org/details/b29306760 Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinz Walter (Pharmazeut)|Heinz Walter]], [[Günter Thiele (Mediziner)|Günter Thiele]] (Hrsg.): [[Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete]], Loseblattsammlung, Band 3 (F–Hyperlysinämie), Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], München / Berlin / Wien 1969, ISBN 3-541-84000-5, S. H 254.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder deutsch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gerstenkorn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Lidrandabszess&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Hammerschmid-Gollwitzer: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der medizinischen Fachausdrücke.&amp;#039;&amp;#039; Rheingauer Verlagsgesellschaft, Eltville 1983, ISBN 3-88102-061-6, S. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;Zilienabszess&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Altmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Therapielexikon: Dermatologie und Allergologie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2005, ISBN 3-540-23781-X, S. 385.&amp;lt;/ref&amp;gt; ([[englisch]]: &amp;#039;&amp;#039;stye&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;sty&amp;#039;&amp;#039;; [[französisch]]: &amp;#039;&amp;#039;grain d’orge&amp;#039;&amp;#039; [Botanik], &amp;#039;&amp;#039;hordéole&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;compère-loriot&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;orgelet&amp;#039;&amp;#039; [Medizin]; [[mittelbairisch]], [[Österreichisches Deutsch|österreichisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Gerschtl&amp;#039;&amp;#039;; [[schweizerdeutsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Ürseli, Gritli, Werle;&amp;#039;&amp;#039;  [[österreich]]isch: &amp;#039;&amp;#039;Wern&amp;#039;&amp;#039;) ist eine meist [[Eiter|eitrige]] [[Entzündung]] der [[Drüse]]n der [[Augenlid]]er ([[Blepharitis]]) in Form eines [[Abszess]]es mit Durchbruch nach innen oder außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gerstenkorn gilt als Äquivalent des [[Furunkel]]s &amp;#039;&amp;#039;(Augenlidfurunkel, Augenlid[[karbunkel]])&amp;#039;&amp;#039;. Im Unterschied zum Furunkel hat ein Hordeolum als Infektion einer [[exokrine Drüse|exokrinen Drüse]] jedoch einen &amp;#039;&amp;#039;Ausführungsgang&amp;#039;&amp;#039;, durch den das eitrige Sekret abfließen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem &amp;#039;&amp;#039;Hordeolum externum&amp;#039;&amp;#039; erfolgt der Eiterabfluss nach außen; es sind entweder die [[Moll-Drüse]]n ([[Schweißdrüse]]n) oder die [[Zeis-Drüse]]n ([[Talgdrüse]]n) betroffen. Bei einem &amp;#039;&amp;#039;Hordeolum internum&amp;#039;&amp;#039; erfolgt der Eiterdurchbruch vom [[Lidgerüst|Tarsus]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Maxim Zetkin]], [[Herbert Schaldach]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Wörterbuch der Medizin|Lexikon der Medizin]]&amp;#039;&amp;#039;, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 881.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgehend nach innen, hier sind die [[Meibom-Drüse]]n (Talgdrüsen am Lidrand, [[Glandula tarsalis|Glandulae tarsales]]) infiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Hordeolum abzugrenzen ist das schmerzlose [[Chalazion]] (Hagelkorn), bei dem es sich um eine chronische [[granulom]]atöse Entzündung der Meibomschen Drüsen handelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AP&amp;quot;&amp;gt;[[Theodor Axenfeld]] (Begründer), Hans Pau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. Unter Mitarbeit von R. Sachsenweger u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;#039;&amp;#039; Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-437-00255-4, S. 155 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Das Gerstenkorn wird meist durch eine [[Staphylokokken]]- (&amp;#039;&amp;#039;[[Staphylococcus aureus]]&amp;#039;&amp;#039; in 90 bis 95 Prozent aller Fälle), selten durch eine [[Streptokokken]]-[[Infektion]], hervorgerufen. An sich ist es eine harmlose Infektion. Treten diese Entzündungen jedoch gehäuft auf, spricht das entweder für ein geschwächtes [[Immunsystem]]  – verursacht zum Beispiel durch &amp;#039;&amp;#039;[[Diabetes mellitus]]&amp;#039;&amp;#039; oder durch [[Immunsuppression]] – oder für eine ständige Wiederinfektion, zum Beispiel durch Reiben der Augen mit infizierten Händen. Risikofaktoren sind eine chronische [[Blepharitis]], mangelnde Hygiene, das Tragen von [[Kontaktlinse]]n oder Make-up sowie Stress, Zugluft und [[Zigarettenrauch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häufigkeit ==&lt;br /&gt;
Augenlidentzündungen wie Gersten- und Hagelkörner sind sehr häufig und können in jedem Alter auftreten. Es fehlen genauere Angaben zu [[Inzidenz (Epidemiologie)|Inzidenz]] und [[Prävalenz]] und ob es sich um eine [[Saisonkrankheit]] mit Bevorzugung des Sommers handelt. Ein Gerstenkorn tritt unabhängig von Alter oder Geschlecht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Eine schnell auftretende Entzündung, schmerzhafte und eitrige Schwellung und lokale Rötung sind die [[Symptom]]e des Gerstenkorns. Es kommt beim &amp;#039;&amp;#039;Hordeolum externum&amp;#039;&amp;#039; zum [[Träne]]n des Auges, zu einem [[Fremdkörper]]gefühl und zu einer [[Photophobie]] (Lichtempfindlichkeit).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The [[Merck Manual]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Kenilworth 2018, ISBN 978-0-911910-42-1, S. 921.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beschrieben wird außerdem ein starkes [[Ödem]] des Lides und der angrenzenden [[Bindehaut]] ([[Chemosis]]) mit umschriebener hochroter und exzessiv schmerzhafter Vorwölbung der Lidhaut im Wimpernbereich. Wenn die Bindehaut geschwollen und gerötet ist, spricht man von einer &amp;#039;&amp;#039;Bindehautentzündung&amp;#039;&amp;#039; ([[Konjunktivitis]]). Es kommt zur [[Pseudoptosis]]. Bei den tiefliegenden Infektionen (&amp;#039;&amp;#039;Hordeolum internum&amp;#039;&amp;#039;) kann es auch zu einer Vorwölbung des Lidrandes kommen. Auch können die Patienten [[Fieber]] und eine [[Lymphadenopathie]] (Lymphknotenvergrößerung) haben. Als seltene Komplikationen treten [[Augenlid|Lid]][[abszess]]e, [[Orbita]]l[[phlegmone]] (Ausdehnung der Entzündung auf das ganze Auge) oder [[Thrombose]]n auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt beim unkomplizierten Verlauf des &amp;#039;&amp;#039;Hordeolum externum&amp;#039;&amp;#039; zwei verschiedene Formen. Entweder verschwinden die [[Entzündungszeichen]] nach wenigen Tagen durch [[Resorption]] des Abszesses. In den anderen Fällen erscheint ein Eiterpunkt, der sich spontan oder auf leichten Druck entleert. In beiden Fällen bildet sich die Schwellung meistens schnell zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;[[August Leopold von Reuss]]: &amp;#039;&amp;#039;Hordeolum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde]].&amp;#039;&amp;#039; Band IX. Verlag Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Wien / Leipzig 1887, S. 587 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Ein Gerstenkorn ist zumeist harmlos, kann aber unbehandelt beziehungsweise durch eine verspätet erfolgte [[Inzision]] zu einer [[Phlegmone|Lidphlegmone]] führen. Ein [[chronisch]]er oder ein [[rezidiv]]ierender Verlauf und das gleichzeitige Auftreten an verschiedenen Augenabschnitten (Hordeolosis) können ein Hinweis auf eine [[Immundefizienz]] oder auf eine bisher unentdeckte [[Zuckerkrankheit]] sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AP&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Ulrich Comberg, Hans-Dieter Klimm: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeinmedizin – Intensivkurs zur Weiterbildung.&amp;#039;&amp;#039; Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, Stuttgart 2004, ISBN 3-13-126814-X, S. 347, ({{Google Buch|BuchID=yPr7dHvid7oC|Seite=347}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Erreger übertragbar sind, sollten generelle [[Hygiene]]maßnahmen beachtet werden wie etwa das Vermeiden der Nutzung gemeinsamer Handtücher. Bei [[Manipulation]]en (reiben oder drücken, manuelles Ausdrücken) droht eine Keimverschleppung in das [[Zentrales Nervensystem|zentrale Nervensystem]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch)|Willibald Pschyrembel: &amp;#039;&amp;#039;Klinisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;]], 268. Auflage. Verlag [[Walter de Gruyter]], Berlin / Boston 2020, ISBN 978-3-11-068325-7, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es besteht keine [[Meningitis]]gefahr,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Bartmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Chemotherapie.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberger Taschenbücher, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1974, ISBN 3-540-06379-X, S. 209.&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch „die Gefahr der [[Thrombophlebitis]] der [[Vena angularis]]“&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Simon, Wolfgang Stille: &amp;#039;&amp;#039;Antibiotika-Therapie in Klinik und Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 1979, ISBN 3-7945-0648-0, S. 327.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder als [[Rarität]] einer [[Thrombose]] des [[Sinus cavernosus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstbehandlung ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Selbstmedikation]] kann alternativ (zum schnelleren Ablauf) trockene Wärme, z.&amp;amp;nbsp;B. durch [[Infrarot-Behandlung|Rotlicht]],&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Reuter: &amp;#039;&amp;#039;Springer Klinisches Wörterbuch 2007 | 2008&amp;#039;&amp;#039;; Springer-Verlag, 1. Auflage, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 801.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit einem [[Heizkissen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Consilium Cedip: &amp;#039;&amp;#039;Practicum 2006.&amp;#039;&amp;#039; 28. Auflage, JMS Verlag, Dortmund 2005, ISBN 3-9810440-1-0, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder mit einer &amp;#039;&amp;#039;Wärmebrille&amp;#039;&amp;#039;, mit anschließendem Ausstreichen des verflüssigten Sekrets mittels Lidmassage hilfreich sein. Jedoch sollte bei einer [[Infrarot-Behandlung|Rotlichtlampe]] – zweimal täglich für fünf bis zehn Minuten bei geschlossenen Augen – auf einen Abstand von mindestens 50&amp;amp;nbsp;cm zur [[Lichtquelle]] geachtet werden. Wichtig ist eine &amp;#039;&amp;#039;Lidrandhygiene&amp;#039;&amp;#039;. Kontaktlinsen sollten entfernt werden. Ein [[Make-up]] des betroffenen Auges sollte unterbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medikamentöse Behandlung ===&lt;br /&gt;
[[Desinfektion|Desinfizierende]] und [[Antibiotika|antibiotische]] Salben bei Nacht und [[Augentropfen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Gyrasehemmer]], [[Bibrocathol]]) am Tag können helfen, die Schwellung zu verringern, die Infektion zu beseitigen, eine Ausbreitung auf das andere Auge zu verhindern und einer [[Rezidiv|Reinfektion]] vorzubeugen. Gängige Wirkstoffe solcher [[Ophthalmikum|Ophthalmika]] sind unter anderem [[Neomycin]] oder [[Gentamicin]]. „Antibiotische Salben haben nur den Zweck, das Oberlid und die Nachbarschaft vor einer Ausbreitung der Infektion zu schützen. Ein [[Verband (Medizin)|Verband]] ist nicht zu empfehlen, er führt zur Sekretstauung und läßt den Infekt weiter fortschreiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Leydhecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundriß der Augenheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1973, ISBN 3-540-06354-4, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Antibakterielle Präparate (zum Beispiel [[Kanamycin]]-Augentropfen) sind von sekundärer Bedeutung, da sie nicht an den Wirkungsort [gemeint: Entzündungsort] gelangen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Simon, Wolfgang Stille: &amp;#039;&amp;#039;Antibiotika-Therapie in Klinik und Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 1979, ISBN 3-7945-0648-0, S. 327.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich ist bei einer Entzündung der Meibomschen Drüsen oder bei einer schweren chronischen [[Blepharitis]] eine systemische [[Antibiose]] erforderlich, üblicherweise mit [[Tetrazyklin]]en oder [[Azithromycin]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tinsley Randolph Harrison]]: &amp;#039;&amp;#039;Harrisons Innere Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage, Georg Thieme Verlag, Berlin 2020, 1. Band, ISBN 978-3-13-243524-7, S. 224.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Loscalzo, Dennis L. Kasper, Dan L. Longo, [[Anthony Stephen Fauci]], Stephen L. Hauser, J. Larry Jameson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Harrison&amp;#039;s Principles of Internal Medicine.&amp;#039;&amp;#039; 21. Auflage, [[McGraw-Hill]], New York 2022, ISBN 978-1-264-26850-4, Band 1, S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt; früher auch mit [[Dicloxacillin]] oder [[Erythromycin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widersprüchlich sind in der [[Ophthalmologie|ophthalmologischen]] [[Fachliteratur]] die Hinweise zur [[Lokaltherapie]]. Empfohlen werden &amp;#039;&amp;#039;heiße [[Wickel|Umschläge]]&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinz Graupner]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Hausbuch der Gesundheit.&amp;#039;&amp;#039; [[Deutsche Buch-Gemeinschaft]], Berlin / Darmstadt 1957, S. 580.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;heiße [[Kompresse]]n&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fritz Hollwich]]: &amp;#039;&amp;#039;Augenheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1979, ISBN 3-13-355109-4, S. 34–36.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;heiße [[Kataplasma|Kataplasmen]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Banzer: &amp;#039;&amp;#039;Arzneitherapie des praktischen Arztes.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München / Berlin 1952, S. 290, empfahl Kataplasmen ohne Hinweis auf deren Temperatur. [[Lehrmeinung]] war früher: Diese &amp;#039;&amp;#039;Breiumschläge&amp;#039;&amp;#039; sollen „so heiß wie möglich appliziert werden und möglichst lange liegenbleiben.“ Quelle: [[Heinz Walter (Pharmazeut)|Heinz Walter]], [[Günter Thiele (Mediziner)|Günter Thiele]] (Hrsg.): [[Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete]], Loseblattsammlung, Band 4 (Hypermagnesiämie–Melusinidae), Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], München / Berlin / Wien 1971, ISBN 3-541-84004-8, S. K 55. Ursprünglich (und nach dem aktuellen Medizin-[[Duden]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; 10. Auflage, [[Dudenverlag]], Berlin 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, S. 433, auch heute noch) verstand man unter einem Cataplasma einfach einen Breiumschlag (Quelle: [[Ludwig August Kraus]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 199. [https://archive.org/details/b29306760 Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive]) zur Schmerzlinderung unabhängig von seiner Temperatur, welche sich im Zeitablauf ohnehin der Hauttemperatur oder der Umgebungstemperatur angleicht.&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Reifeförderung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Altmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Therapielexikon: Dermatologie und Allergologie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2005, ISBN 3-540-23781-X, S. 305.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manchmal empfohlen&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus der österreichischen Informations-[[Website]] MeinMed.at: „Warme Umschläge stellen eine einfache Alternative der Behandlung dar, dazu legt man ein in warmes Wasser getauchtes [[Wattepad|Watte-Pad]] oder sauberes Tuch auf die betroffene Stelle auf. Durch die Wärme weitet sich der Ausführungsgang und das Sekret kann sich entleeren. Bei starker Schwellung bringt das Auflegen von kalten Umschlägen Linderung (zu empfehlen sind wechselweise warme und kalte Umschläge).“ [https://www.minimed.at/medizinische-themen/augen/gerstenkorn/], abgerufen am 23. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Die Zeit]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Lexikon in 20 Bänden.&amp;#039;&amp;#039; [[Zeit-Verlag]], Band 5, Hamburg 2005, ISBN 978-3-411-17565-9, S. 406.&amp;lt;/ref&amp;gt; („warme Umschläge“,&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Adolf Narciß: &amp;#039;&amp;#039;Knaurs Wörterbuch der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; [[Droemer Knaur]] Verlag, München 1988, ISBN 3-426-26361-0, S. 184.&amp;lt;/ref&amp;gt; „warme Waschlappen“ oder „warme Reissocken“&amp;lt;ref&amp;gt;Norsk Helseinformatikk (www.nhi.no). [https://nhi.no/sykdommer/oye/oyelokkslidelser/sti-pa-oyet-hordeolum/ «Sti på øyet (hordeolum)» hos &amp;#039;&amp;#039;Norsk Helseinformatikk&amp;#039;&amp;#039;]. Abgerufen am 23. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und manchmal nicht empfohlen wird dagegen eine Anwendung nur feuchtwarmer Kompressen, insbesondere mit [[Kamillentee]], da durch unsterile Lösungen weitere Keime in das Auge gelangen könnten und die [[Echte Kamille|Kamille]] ein zusätzliches allergisierendes Potenzial besitzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Bruhn: [https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-34-2014/genau-hinschauen &amp;#039;&amp;#039;Selbstmedikation: Genau hinschauen! Beratung bei Augenbeschwerden&amp;#039;&amp;#039;], [[Deutsche Apothekerzeitung]], DAZ 2014, Nr. 34, S. 46, 21. August 2014; abgerufen am 20. Oktober 2018&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei feuchtwarmen Verbänden und heißen Umschlägen bestehe zudem das Risiko einer Aufweichung der Haut. Dies könne eine Verschleppung der Keime, welche die Infektion hervorgerufen haben, zur Folge haben. „Feuchte Umschläge und Verbände sollen vermieden werden, da man dadurch die Oberfläche der Haut schädigt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Fanta: &amp;#039;&amp;#039;Augen-Erkrankungen.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Klaus, Dieter Tetzlaff, Wolf Vogler (Hrsg.): Praxis der Allgemeinmedizin, Band 6, Verlag Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore 1983, ISBN 3-541-10021-4, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Früher wurden trotzdem ohne Begründung &amp;#039;&amp;#039;[[Leinsamen]]umschläge&amp;#039;&amp;#039; empfohlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Banzer: &amp;#039;&amp;#039;Arzneitherapie des praktischen Arztes.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München / Berlin 1952, S. 290.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inzision ===&lt;br /&gt;
Bricht das Gerstenkorn nach einiger Zeit (acht Tage&amp;lt;ref&amp;gt;Nicole Schaenzler, Gabi Hoffbauer: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Medizin&amp;#039;&amp;#039;, Südwest-Verlag, München 2001, ISBN 978-3-517-06318-8, S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt;) nicht selbständig auf und kommt es zu starken [[Ödem|Schwellungen]], [[Fluktuation]]en oder zu einer starken Schmerzzunahme, sollte ein [[Augenarzt]] durch einen Einstich ([[Inzision]], &amp;#039;&amp;#039;Stichinzision&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Leydhecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundriß der Augenheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1973, ISBN 3-540-06354-4, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;) mit einem [[Skalpell]] das Gerstenkorn öffnen. „Die Inzision darf nicht zu früh geschehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Banzer: &amp;#039;&amp;#039;Arzneitherapie des praktischen Arztes.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München / Berlin 1952, S. 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei einer [[Sepsis]] oder bei einer Ausbreitung in die Orbita kann eine [[Krankenhaus]]-Einweisung (Hospitalisierung) erforderlich werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Differenzialdiagnosen ==&lt;br /&gt;
Die wichtigste Differentialdiagnose ist das Hagelkorn (Chalazion). Es entsteht durch eine verstopfte Talgdrüse (Meibom-Drüse und ihre Drüsengänge) am [[Augenlid]]. Hagelkörner entstehen langsam und verursachen weniger Schmerzen und Beschwerden als Gerstenkörner. Sie können durch den ausgeübten Druck und durch die Reibung zwischen dem Augenlid und der [[Bindehaut]] zu einer [[Bindehautentzündung]] führen. Oftmals ist ein Hagelkorn die Folge einer chronischen Entzündung am Lidrand. Auch durch ein Gerstenkorn kann sich anschließend ein Hagelkorn bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zweifelhaften Fällen sollte [[Differenzialdiagnose|differenzialdiagnostisch]] auch an ein [[Xanthelasma]], eine [[Dakryoadenitis]] (Tränendrüsenentzündung), ein [[Papillom]], eine [[Zyste (Medizin)|Zyste]], ein [[Erysipel]] (Wundrose) oder viel seltener an eine &amp;#039;&amp;#039;Pneumoorbita&amp;#039;&amp;#039; (Vorhandensein von Luft in der Orbitalhöhle) gedacht werden. Abzugrenzen ist auch eine [[Follikulitis]] durch die Haarbalgmilbe [[Demodex folliculorum]];&amp;lt;ref&amp;gt;Peter von den Driesch: &amp;#039;&amp;#039;Dermatologie kompakt.&amp;#039;&amp;#039; [[Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft]], Stuttgart 1995, ISBN 3-8047-1402-1, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Basalzellkarzinom]], ein [[Plattenepithelkarzinom]] des Augenlids und ein [[Karzinom]] der Talgdrüsen gelten nicht als Differenzialdiagnosen des Gerstenkorns, wohl aber des Hagelkorns, weil sie am Beginn schmerzlos verlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Erasmus Alberus]] hat 1540 in [[Frankfurt am Main]] erstmals eine kleine [[Geschwulst]] am Auge als Gerstenkorn bezeichnet. Es handelte sich um eine [[Lehnübersetzung]] des gleichbedeutenden lateinischen Begriffs Hordeolum. Das lateinische Wort Hordeolum ist die [[Verkleinerungsform]] von Hordeum (Gerste oder Gerstenkorn). Hordeum oder Hordeolum („Gerstenkörnchen“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Markwart Michler]], [[Jost Benedum]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Medizinische Fachsprache&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 1981, ISBN 3-540-10667-7, ISBN 0-387-10667-7, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist die lateinische Übersetzung des altgriechischen Wortes für [[Gerste]] (κριθή, krité oder crithe&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludwig August Kraus]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 277. [https://archive.org/details/b29306760 Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive]. Das [[Diminutiv]] von Crithe ist Crithidion oder Crithidium.&amp;lt;/ref&amp;gt;). So nannte [[Hippokrates von Kos]] dieses Augenleiden. Ähnliche Begriffe waren Augenhaber, Erbse, Haber, [[Chalazion|Hagelkorn]], Hagelstein, Kife und Perle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 21. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 250 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher wurde als Gerstenkorn aber auch eine [[Schwein]]ekrankheit bezeichnet: „Bey den Schweinen ist es eine weiße [[Blattern|Blatter]] in der Größe einer [[Erbse]], welche ihnen im Maule wächset, oft tödtlich ist, und auch der Rank oder das Rank=Korn genannt wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Georg Krünitz]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Oeconomische Encyclopädie]].&amp;#039;&amp;#039; Verlag von [[Joachim Pauli]], Berlin 1779; 2. Auflage, Berlin 1787. Band 17, S. 439, und Band 120, S. 567.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Albert Josef Augustin: &amp;#039;&amp;#039;Augenheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Springer-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-540-30454-8; 4. Auflage, Heidelberg 2019, [[Kaden Verlag]], ISBN 978-3-942825-77-1.&lt;br /&gt;
* [[Franz Grehn]]: &amp;#039;&amp;#039;Augenheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag. 30. Auflage, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-75264-6; 32. Auflage, Berlin 2019, ISBN 978-3-662-59153-6, 728 Seiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Stye|Hordeolum}}&lt;br /&gt;
* [http://augeninfo.de/leit/leit10.pdf Leitlinie Nr. 10 &amp;#039;&amp;#039;Hordeolum/Chalazion&amp;#039;&amp;#039;] (PDF) [[Berufsverband der Augenärzte Deutschlands|BVA]] und [[Deutsche ophthalmologische Gesellschaft|DOG]]&lt;br /&gt;
* [http://www.auge-online.de/Erkrankungen/Liderkrankungen/Gerstenkorn_Hagelkorn/gerstenkorn_hagelkorn.html Auge-online.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Augenheilkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Infektionskrankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Uwe Gille</name></author>
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