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	<title>Hoatzin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hoatzin&amp;diff=380618&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Kuhni74: /* Systematik */+Etymologie</title>
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		<updated>2025-09-05T00:27:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Systematik: &lt;/span&gt;+Etymologie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Hoatzin&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Opisthocomus hoazin&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Philipp Ludwig Statius Müller|Statius Müller]], 1776)&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Opisthocomus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[Johann Karl Wilhelm Illiger|Illiger]], 1811&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Opisthocomidae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Autor     = [[William John Swainson|Swainson]], 1837&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Opisthocomiformes&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Autor     = [[Johann Georg Wagler|Wagler]], 1830&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Vögel&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Aves&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Bild             = 4 day trip to La Selva Lodge on the Napo River in the Amazon jungle of E. Ecuador - Hoatzin (Opisthocomus hoazin) - (26592958760).jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hoatzin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Opisthocomus hoazin&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schopfhuhn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zigeunerhuhn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stinkvogel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine [[Vögel|Vogelart]], die im nördlichen [[Südamerika]] lebt. Da eine Untersuchung des Erbguts keine nähere Verwandtschaft zu anderen lebenden Vögeln zeigte, wird er einer eigenen Familie und Ordnung zugeordnet. Von allen anderen Vögeln unterscheidet sich der Hoatzin durch sein an [[Wiederkäuer]] erinnerndes [[Verdauungssystem]] und die krallenbewehrten Flügel der Jungvögel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
Gestaltlich hat der Hoatzin entfernt Ähnlichkeit mit den [[Hokkohühner]]n, worauf auch sein lokaler Name &amp;#039;&amp;#039;guacharaca de Agua&amp;#039;&amp;#039; („Wasser-[[Hokkohühner#Namen|Chakalaka]]“) hindeutet. Er ist mit einer Länge von 62 bis 70&amp;amp;nbsp;cm und einem Gewicht von 700 bis 900&amp;amp;nbsp;g ein recht großer und schwerer Vogel, der durch einen kleinen Kopf, einen langen Hals und einen langen Schwanz gekennzeichnet ist. Die Oberseite ist bronzefarben, eine cremefarbene Streifung zieht sich über Nacken und Vorderrücken. Kehle und Brust sind beige, zur Schwanzbasis hin geht die Farbe der Unterseite allmählich in kastanienbraun über. Die Flügeldecken sind braun mit weißem Saum und weißen Streifen. Auch der Schwanz ist dunkelbraun; eine cremefarbene Endbinde ist meistens vorhanden, kann aber durch Abnutzung der Schwanzfedern im Alter verloren gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gesicht ist das rote Auge beidseits von nackten, blauen Hautpartien umgeben. Auffällig ist eine 4 bis 8&amp;amp;nbsp;cm lange Haube, die meistens aufgerichtet ist. Diese Haube ist bei Männchen geringfügig größer als bei Weibchen, was der einzige äußerlich sichtbare Unterschied zwischen den Geschlechtern ist. Im Feld ist dieser minimale [[Geschlechtsdimorphismus]] zur Bestimmung allerdings nicht nutzbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schnabel ist schwarz, kräftig und kurz und erinnert an einen Hühnerschnabel. Auch die Beine sind schwarz. Obwohl diese kräftig und voll entwickelt sind, benutzen die Vögel sie kaum zur Fortbewegung. Meistens kriechen und schieben sie sich auf eine unbeholfen wirkende Weise, die für Vögel sehr ungewöhnlich ist, durch das Geäst vorwärts. Der Fuß ist wie bei Hühnervögeln [[Vogelfuß|anisodaktyl]]: Eine Zehe ist nach hinten, drei sind nach vorn gerichtet. Zwar können die Füße einen Ast umfassen und den Vogel tragen, meistens aber liegen Hoatzins so im Geäst, dass das Gewicht auf der Brust liegt. Hier bildet sich mit der Zeit eine [[Hornschwiele]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Rurrenabaque Bolivia - The Amazon.jpg|mini|Der Hoatzin ist wegen seiner schwachen Flugmuskulatur nur zu kurzen Flügen imstande.]]&lt;br /&gt;
Da die Flugmuskulatur stark reduziert ist, können Hoatzins nur eingeschränkt fliegen. Bevorzugt wird ein Gleiten, das manchmal von kräftigen Flügelschlägen begleitet ist. Auf diese Weise können maximal Strecken von 350&amp;amp;nbsp;m zurückgelegt werden, meistens sind die Strecken jedoch sehr viel kürzer. In der Regel besitzen nur die Jungvögel Krallen an den Flügeln, manchmal bleiben diese aber auch bei adulten Vögeln bestehen (siehe [[#Fortpflanzung|Fortpflanzung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte [[Anatomie|anatomische]] Auffälligkeit ist der enorm vergrößerte [[Vorderdarm]]. Die Verdauung des Hoatzins findet nicht im [[Magen]] statt, sondern im [[Kropf]] und in der unteren [[Speiseröhre]]. Dieser Bereich ist so voluminös, dass er den Magen um ein Fünfzigfaches an Größe übertrifft.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Grzimek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grzimeks Tierleben&amp;#039;&amp;#039;, Band 7/8: &amp;#039;&amp;#039;Vögel 1/2&amp;#039;&amp;#039;. dtv-Verlag, 1979&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein voller Vorderdarm kann 25 % des Gewichts eines Hoatzins ausmachen. Die Verdauung im Vorderdarm ist ein unter Vögeln einmaliges Merkmal, das an die [[Wiederkäuer]] unter den [[Säugetiere]]n erinnert. Die Vergrößerung des Vorderdarms geht mit einem stark reduzierten [[Brustbein]], der Verlagerung des Schwerpunkts nach vorne und der Verkümmerung der Flugmuskulatur einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Stinkvogel bezieht sich auf den Geruch, der dem Vogel nachgesagt wird. In [[Guyana]] ist der Hoatzin als &amp;#039;&amp;#039;Stinking Pheasant&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Der Geruch soll an frischen Kuhdung erinnern und entsteht vermutlich durch die Verdauungsprozesse. Allerdings riechen die Vögel in anderen Regionen Südamerikas – beispielsweise in [[Venezuela]] – nicht besonders streng. Vermutlich hängt der Eigengeruch der Hoatzins von der Art der verdauten Nahrung ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kontaktrufe der Hoatzins sind Grunzlaute, die drei- bis zehnmal wiederholt werden. Daneben gibt es ein gutturales, an Tauben erinnerndes &amp;#039;&amp;#039;rruuh&amp;#039;&amp;#039;. Wenn das Revier gegen Eindringlinge gleicher oder anderer Art verteidigt wird, gibt ein Hoatzin Zischlaute von sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hoatzin (Opisthocomus hoazin) world.png|mini|Verbreitungsgebiet des Hoatzins]]&lt;br /&gt;
Der Hoatzin lebt in den [[Tropischer Regenwald|tropischen Regenwäldern]] des nördlichen Teils von [[Südamerika]]. Besiedelt werden die Becken der Flüsse [[Amazonas]] und [[Orinoco]] sowie der zum Atlantik fließenden Ströme Guayanas. Vorkommen gibt es im Osten [[Kolumbien]]s, in [[Venezuela]], den drei [[Guayana]]-Staaten, in Nord- und Zentral-[[Brasilien]], im äußersten Osten [[Peru]]s und [[Ecuador]]s sowie im Nordosten [[Bolivien]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Habitat]] der Hoatzins ist der Tieflandregenwald in Höhen bis maximal 500&amp;amp;nbsp;m über dem Meeresspiegel. Sie kommen ausschließlich entlang von Fluss- und Seeufern vor, und auch hier haben sie bestimmte Vorlieben, die einen Einfluss auf die Häufigkeit haben: Im Binnenland bevorzugen sie das Vorhandensein der [[Aronstabgewächse]] &amp;#039;&amp;#039;[[Montrichardia]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Kaladien|Caladium]]&amp;#039;&amp;#039;, in küstennahen Regionen das von &amp;#039;&amp;#039;[[Avicennia]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktivität ===&lt;br /&gt;
Hoatzins sind in den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden aktiv. Den Rest der Zeit verbringen sie ruhend. Oft nehmen sie in den Baumwipfeln Sonnen- oder Regenbäder, zu denen sie die Flügel ausbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerhalb der Brutzeit sind Hoatzins sehr gesellig und leben in großen Gruppen von bis zu 100 Individuen. Während der Brutzeit lösen sich diese Gruppen auf, und kleinere Gruppen bilden winzige [[Revier (Tier)|Reviere]] (siehe [[#Fortpflanzung|Fortpflanzung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nahrung ===&lt;br /&gt;
Hoatzins ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Fünfzig Nahrungspflanzen sind bekannt, darunter die oben bereits erwähnten &amp;#039;&amp;#039;[[Montrichardia]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Kaladien|Caladium]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Avicennia]]&amp;#039;&amp;#039;. Die Nahrung besteht zu 82 % aus grünen Blättern, zu 10 % aus Blüten und 8 % aus Früchten.&amp;lt;ref&amp;gt;Alejandro Grajal, Stuart D. Strahl, Rodrigo Parra, Maria Gloria Dominguez &amp;amp; Alfredo Neher: &amp;#039;&amp;#039;Foregut Fermentation in the Hoatzin, a Neotropical Leaf-Eating Bird&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Science&amp;#039;&amp;#039; 1989, Bd. 245, Nr. 4923, S. 1236–1238&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich um eine nährstoffarme und oft toxische Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verdauung findet im Vorderdarm statt. Dieser ist mit kräftigen Muskeln ausgestattet, die Außenwände sind zum Teil verhornt. Mit Hilfe seiner Bakterienflora verdaut der Hoatzin die Nahrung in besonderer Effizienz. Die Bakterien sorgen hier auch für den Abbau der in den Nahrungspflanzen enthaltenen Gifte. Die Verdauungszeit beträgt insgesamt 24 bis 48 Stunden, was erheblich länger als bei jedem anderen Vogel und eher mit einem Schaf vergleichbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Zur Brutzeit, die in die regenreichsten Monate fällt, lösen sich die großen Verbände der Hoatzins auf. Nun finden sich kleinere Gruppen von zwei bis acht Vögeln zusammen. Hierbei handelt es sich um das eigentliche Brutpaar, das von seinem Nachwuchs aus vorherigen Bruten unterstützt werden kann ([[Bruthilfe]]). In 45 % der Fälle hat ein Paar keine Helfer, in den anderen Fällen beteiligen sich die subadulten Helfer an Revierverteidigung, Nestbau, Brut und Fütterung. Bruten, bei denen solche Helfer zur Verfügung stehen, sind in signifikantem Maße erfolgreicher als andere Bruten. 90 % der einjährigen Vögel bleiben im Folgejahr bei den Eltern, um die Brut zu begleiten. Aber auch ältere Vögel sind manchmal noch zugegen, so zum Beispiel noch 20 % der Vierjährigen und 10 % der Fünfjährigen. Besonders lange bleiben männliche Junge, während Weibchen nie über das dritte Lebensjahr hinaus in der Gegenwart der Eltern bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reviere sind sehr klein. Sie erstrecken sich im Schnitt 40&amp;amp;nbsp;m entlang eines Flussufers und werden bis 75&amp;amp;nbsp;m landeinwärts verteidigt. Die Verteidigung übernehmen vor allem die Männchen. Bei Kämpfen an den Reviergrenzen springen diese mit ausgebreiteten Flügeln aufeinander zu, hacken aufeinander ein und fallen kämpfend in das Geäst zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Nest]] wird immer über dem Wasser errichtet, so dass die Jungvögel direkt vom Nest ins Wasser springen können. Es befindet sich 2 bis 5&amp;amp;nbsp;m über der Oberfläche und besteht aus Zweigen, die lose aufeinander geschichtet werden. Die Breite des Nests beträgt 30 bis 45&amp;amp;nbsp;cm. Das Gelege besteht aus zwei bis vier Eiern. Diese sind weiß mit rotbraunen Flecken und haben eine durchschnittliche Größe von 4,7 × 3,3&amp;amp;nbsp;cm. Sie werden etwa 30&amp;amp;nbsp;Tage lang bebrütet. Die Jungen sind beim Schlüpfen blind und fast nackt. Schon nach einem Tag öffnen sich die Augen, und nach zehn Tagen sind die Jungen mit einem dichten dunkelbraunen Daunenkleid bedeckt. Die nährstoffarme Nahrung bedingt ein äußerst langsames Wachstum. So entwickeln sich die Schwungfedern erst im Alter von 25 Tagen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Hoatzin chick.jpg|mini|Zeichnung eines jungen Hoatzins im Daunenkleid; sichtbar sind die Krallen an den Flügeln]]&lt;br /&gt;
Im Falle einer akuten Gefahr können die Jungen bereits am dritten Lebenstag das Nest verlassen. In der Regel liegt dieser Zeitpunkt später. Wenn es keinen gefahrenbedingten Anlass zum Verlassen des Nests gibt, verlässt das Junge sein Nest nach etwa zwei bis drei Wochen. Manchmal helfen die Elternvögel mit einem Schubs nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verlassen erfolgt immer durch einen Sprung ins Wasser. Die Jungen sind schwimm- und tauchfähig. Anschließend erklettern sie wieder den Baum ihrer Eltern, wobei ihnen die Krallen an den Flügeln behilflich sind. Diese Krallen sind die Enden des zweiten und dritten Fingers und ragen als kleine gerundete Haken aus den Flügeln heraus. Die Jungvögel kehren jedoch nicht ins Nest zurück, sondern werden an verschiedenen Stellen des Geästs weiter betreut. Der Sprung ins Wasser kann jederzeit wiederholt werden und dient als Flucht vor Feinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten zwei Monaten ihres Lebens werden junge Hoatzins von den Eltern und deren Helfern gefüttert. Hierzu stecken sie bettelnd ihren Schnabel in den Rachen der Altvögel. Diese würgen dann einen vorverdauten, grünlichen Nahrungsbrei aus. Nach fünfzig bis siebzig Tagen beginnen Hoatzins, eigenständig Nahrung zu sich zu nehmen. Etwa gleichzeitig erlangen sie auch ihre (eingeschränkte) Flugfähigkeit. Die Flügelkrallen werden zwischen dem 70. und 100. Tag des Lebens abgeworfen. In seltenen Fällen bleiben sie auch bei adulten Vögeln bestehen, erfüllen bei diesen aber keine Funktion mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur durchschnittlich 27 % der Bruten sind erfolgreich. Trotz des Fluchtmechanismus‘, bei dem ein Junges vom Baum ins Wasser springt, gelingt es zahlreichen Feinden, junge Hoatzins zu erbeuten. Die wichtigsten Feinde unter den Säugetieren sind [[Kapuzineraffen]], [[Tayra]]s, [[Opossums]], [[Grisons]], [[Krabbenwaschbär]]en und [[Ozelot]]s. Bei den Vögeln gehören [[Waldfalke]]n, [[Zweifarbensperber]], [[Schwarzbussard]]e, [[Sperberweihe]]n und [[Prachtadler]] zu den Hoatzin-Jägern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher wurde eine Höchstlebensdauer von acht Jahren festgestellt. Es gibt jedoch noch ungenügende Untersuchungen, eine potenziell höhere Lebensdauer wird für sehr wahrscheinlich gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammesgeschichte ==&lt;br /&gt;
Gelegentlich wurde der Hoatzin für ein [[Missing Link]] (fehlendes Glied) zwischen heutigen und ausgestorbenen, reptilienartigen Vögeln gehalten. Wegen der Flügelkrallen der Jungvögel wurde eine Verwandtschaft mit dem Urvogel &amp;#039;&amp;#039;[[Archaeopteryx]]&amp;#039;&amp;#039; vermutet, der ebenfalls dieses Merkmal aufwies. Man geht heute allerdings davon aus, dass diese Anpassung jüngeren Datums ist und keine direktere Verwandtschaft besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fossile Hoatzins waren bis 2011 nicht bekannt, es gibt jedoch Fossilfunde, bei denen zumindest über eine Zuordnung zu den Hoatzins spekuliert wird. Hier ist &amp;#039;&amp;#039;Foro panarium&amp;#039;&amp;#039; aus dem unteren [[Eozän]] Nordamerikas zu nennen. Dieser Vogel hatte einen hoatzinartigen Schädel, erinnert aber im restlichen Skelett eher an [[Turakos]]. Aus Südamerika bekannte Fossilfunde sind &amp;#039;&amp;#039;Filholornis&amp;#039;&amp;#039; aus dem oberen Eozän und unteren [[Oligozän]] sowie &amp;#039;&amp;#039;Hoazinoides&amp;#039;&amp;#039; aus dem [[Miozän]]. Bei beiden ist umstritten, ob es sich um fossile Hoatzin-Verwandte oder um [[Hokkohühner]] handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2011 wurde &amp;#039;&amp;#039;[[Namibiavis senutae]]&amp;#039;&amp;#039;, ein fossiler Vogel aus dem frühen Miozän (vor 23 Millionen Jahren) von [[Namibia]], als Verwandter des Hoatzins identifiziert. Seine Schulter- und Oberarmknochen sind bereits ähnlich umgeformt wie bei heute lebenden Hoatzins. Noch älter ist der Hoatzin-ähnliche Vogel &amp;#039;&amp;#039;[[Protoazin parisiensis]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem späten [[Eozän]] von Frankreich. Die Funde aus Afrika und Europa legen deshalb nahe, dass sich die Linie ursprünglich in der [[Alte Welt|Alten Welt]] entwickelt hat und die unmittelbaren Vorfahren des Hoatzins auf Treibgut nach Südamerika gekommen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerald Mayr]], [[Herculano Alvarenga]] und [[Cécile Mourer-Chauviré]]: &amp;#039;&amp;#039;Out of Africa: Fossils shed light on the origin of the hoatzin, an iconic Neotropic bird.&amp;#039;&amp;#039; Naturwissenschaften, 2011 {{DOI|10.1007/s00114-011-0849-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Scinexx.de [https://www.scinexx.de/news/geowissen/schraeger-vogel-kam-mit-treibgut-nach-suedamerika/ &amp;quot;Schräger&amp;quot; Vogel kam mit Treibgut nach Südamerika]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerald Mayr, [[Vanesa L. De Pietri]]. 2014. &amp;#039;&amp;#039;Earliest and first Northern Hemispheric hoatzin fossils substantiate Old World origin of a “Neotropic endemic.”&amp;#039;&amp;#039; Naturwissenschaften, January 2014; [[doi: 10.1007/s00114-014-1144-8]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tauraco leucotis.jpg|mini|Gelegentlich wurden die [[Turakos]] für Verwandte des Hoatzins gehalten. Hier: [[Weißohrturako]] (&amp;#039;&amp;#039;Tauraco leucotis&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
Die systematische Zugehörigkeit des Hoatzins ist vermutlich umstrittener als die jedes anderen Vogels. [[Philipp Ludwig Statius Müller]] beschrieb den Vogel 1776 zunächst als &amp;#039;&amp;#039;Phasianus hoazin&amp;#039;&amp;#039;, also als einen [[Fasanenartige|Fasan]]. Seitdem wurde der Hoatzin wechselweise in die Nähe von [[Steißhühner]]n, [[Hokkohühner]]n, [[Turakos]], [[Rallen]], [[Trappen]], [[Seriemas]], [[Flughühner]]n, [[Tauben]] und [[Mausvögel]]n gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am meisten Zuspruch fanden im 20. Jahrhundert die Zuordnung zu den [[Hühnervögel]]n oder zu den [[Kuckucksvögel]]n. Dabei sprach vor allem die [[Osteologie]] und die mikroskopische Struktur der Federn für die Hühnervögel, die [[DNA-DNA-Hybridisierung]], die Eier und Verhaltensweisen für die Kuckucksvögel. Der Parasitenbefund, der oft bei der Zuordnung von Tieren behilflich ist (miteinander verwandte Tiere beherbergen auch miteinander verwandte Parasiten), hilft beim Hoatzin nicht weiter. Sämtliche Parasiten sind ausschließlich auf dem Hoatzin zu finden und tolerieren weder einen anderen Wirt noch sind nähere Verwandte bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 vermeldete eine Studie, dass neue genetische Analysen die Stellung des Hoatzins geklärt hätten und dass dieser in der Nähe der Turakos eingeordnet werden müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;J.M. Hughes &amp;amp; A.J. Baker: &amp;#039;&amp;#039;Phylogenetic relationships of the enigmatic hoatzin (Opisthocomus hoazin) resolved using mitochondrial and nuclear gene sequences&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Molecular Biology and Evolution&amp;#039;&amp;#039; 1999, Bd. 16, Nr. 9, S. 1300–1307&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem widersprach allerdings eine nachfolgende Studie, die den vorhergehenden Analysen vorwarf, fehlerhaft zu sein; die neue Analyse fand keine Anzeichen für eine Verwandtschaft zu Kuckucksvögeln oder Turakos.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael D. Sorenson, Elen Oneal Elen, Jaime García-Moreno &amp;amp; David P. Mindell: &amp;#039;&amp;#039;More taxa, more characters: the Hoatzin problem is still unresolved&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Molecular Biology and Evolution&amp;#039;&amp;#039; 2003, Bd. 20, Nr. 9, S. 1484–1499&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird der Hoatzin in eine eigene Ordnung gestellt, die Opisthocomiformes (von {{grcS|ὄπισθο-|&amp;#039;&amp;#039;ópistho-&amp;#039;&amp;#039;|de=hinter-}} und {{grcS|κόμη|kómē|de=(Haupt)Haar, Mähne}}). Als Autoren für diese Ordnung werden verschiedene Zoologen genannt. Für die Benennung der Ränge oberhalb der Familien gibt es keine einheitlichen Regeln durch den [[Internationale Regeln für die Zoologische Nomenklatur|ICZN]]. [[Johann Georg Wagler]] war einer der ersten Systematiker, die dem anatomisch von den anderen Vögeln stark abweichenden Hoatzin im Jahr 1830 einen eigenen Rang oberhalb des Familienranges einräumten. Er stellte diese „Sippe“ allerdings in die Ordnung der Kuckucksvögel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagler 1830&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo diese Ordnung innerhalb der Vögel eingeordnet werden soll, ist aber weiterhin umstritten. Richard O. Prum und Kollegen stellten die Opisthocomiformes basal in die Inopinaves, eine durch [[DNA-Analyse|DNA-Vergleiche]] ermittelte [[Klade]], zu der die meisten „Landvögel“ (core landbirds), darunter die [[Greifvögel]] (Accipitriformes), die [[Spechtvögel]] (Piciformes), die [[Papageien]] (Psittaciformes) und die [[Sperlingsvögel]] (Passeriformes), gehören.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prum et al.&amp;quot; /&amp;gt; Bei Kuhl und Mitarbeitern erhält sie dagegen eine völlig andere Position und ist die [[Schwestergruppe]] der [[Strisores]], eines ranglosen Taxons, zu dem u. a. die Ordnungen der [[Nachtschwalben]] (Caprimulgiformes) und der [[Seglervögel]] (Apodiformes) gehören.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhl et al.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Kladogramm]]e in der [[Systematik der Vögel#Kladogramme der rezenten Vögel (Neornithes)|Systematik der Vögel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Menschen und Hoatzins ==&lt;br /&gt;
In manchen Regionen Südamerikas haben indigene Völker die Eier und das Fleisch der Hoatzins gegessen und ihre Federn als Schmuck verwendet. In anderen Gebieten gilt der Vogel jedoch wegen seines Gestanks als ungenießbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Bedrohung des Hoatzins geht nicht von der Jagd, sondern von der [[Entwaldung|Zerstörung der Regenwälder]] aus. Wegen seiner eingeschränkten Bewegungsfähigkeit kann sich der Hoatzin bei einer Zerstörung seines Lebensraums nicht einmal in benachbarte unberührte Gebiete zurückziehen. Der Hoatzin ist gegenüber jeder Störung sehr empfindlich. Selbst ein maßvoller Tourismus im Brutgebiet sorgt für einen eingeschränkten Bruterfolg.&amp;lt;ref&amp;gt;Antje Müllner, K. Eduard Linsenmair &amp;amp; Martin Wikelski: &amp;#039;&amp;#039;Exposure to ecotourism reduces survival and affects stress response in hoatzin chicks (Opisthocomus hoazin)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Biological Conservation&amp;#039;&amp;#039; 2004, Bd. 118, Nr. 4, S. 549–558&amp;lt;/ref&amp;gt; Da das Verbreitungsgebiet des Hoatzins jedoch sehr groß ist, gilt er insgesamt noch nicht als gefährdet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{IUCN|Year=2011|ID=22684428|ScientificName=Opisthocomus hoazin|YearAssessed=2009|Assessor=BirdLife International|Download=13. November 2011}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zoo]] werden Hoatzins fast nie gehalten. Der [[Bronx Zoo]] in New York hatte einige Jahre Hoatzins in Pflege, die sich aber nicht fortgepflanzt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist als Nationalvogel ins [[Wappen Guyanas]] integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und weiterführende Informationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kuhl et al.&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heiner Kuhl, Carolina Frankl-Vilches, Antje Bakker, Gerald Mayr, [[Gerhard Nikolaus]], Stefan T. Boerno, Sven Klages, Bernd Timmermann, Manfred Gahr: &amp;#039;&amp;#039;An Unbiased Molecular Approach Using 3′-UTRs Resolves the Avian Family-Level Tree of Life.&amp;#039;&amp;#039; Molecular Biology and Evolution, Band 38, Ausgabe 1, Januar 2021, S. 108–127, [[doi: 10.1093/molbev/msaa191]]&lt;br /&gt;
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Richard O. Prum et al. &amp;#039;&amp;#039;A comprehensive phylogeny of birds (Aves) using targeted next-generation DNA sequencing.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; Band 526, Oktober 2015, S. 569–573, [[doi:10.1038/nature15697]].&lt;br /&gt;
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&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagler 1830&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Johann Georg Wagler: &amp;#039;&amp;#039;Natürliches System der Amphibien : mit vorangehender Classification der Säugethiere und Vögel.&amp;#039;&amp;#039; Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, München, Stuttgart und Tübingen, 1830, S. 107&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
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=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* [[Josep del Hoyo]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Handbook of the Birds of the World.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Hoatzins to Auks.&amp;#039;&amp;#039; Lynx Edicions, Barcelona 1996, ISBN 84-87334-20-2.&lt;br /&gt;
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== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Opisthocomus hoazin|Hoatzin}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{eBird.org |ID= hoatzi1 |Name= Hoatzin (&amp;#039;&amp;#039;Opisthocomus hoazin&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|8. Dezember 2008|53882234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vögel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kuhni74</name></author>
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