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	<title>Hiva Oa - Versionsgeschichte</title>
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&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Insel. Zur Gemeinde siehe [[Hiva Oa (Gemeinde)]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Insel&lt;br /&gt;
|NAME=Hiva Oa&lt;br /&gt;
|BILD1=Hivaoaküste.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT=Hiva Oa, Südküste&lt;br /&gt;
|BILD2=HivaOa Atuona 20061110.JPG&lt;br /&gt;
|BILD2-TEXT=[[Atuona]], Bucht und Dorf&lt;br /&gt;
|GEWAESSER=Pazifischer Ozean&lt;br /&gt;
|GRUPPE=[[Marquesas]]&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD=9/45//S&lt;br /&gt;
|LAENGENGRAD=139/0//W&lt;br /&gt;
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|KARTE=&lt;br /&gt;
|POSKARTE=Französisch-Polynesien Marquesas&lt;br /&gt;
|LAENGE=35&lt;br /&gt;
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|ERHEBUNG=[[Mont Temetiu]]&lt;br /&gt;
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|HAUPTORT=[[Atuona]]&lt;br /&gt;
|ZENSUS=2007&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hiva Oa&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (alte Namen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hiwaoa, Ohiwaoa, La Dominica&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist eine im südöstlichen [[Pazifischer Ozean|Pazifik]] gelegene Insel, die geographisch zur Südgruppe der [[Marquesas]], politisch zu [[Französisch-Polynesien]] gehört. Sie ist nach [[Nuku Hiva]] die zweitgrößte Insel des [[Archipel]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der polynesische Name Hiva Oa heißt übersetzt „langer [[Dachfirst|Firstbalken]]“ und geht auf eine Legende der Ureinwohner zurück: Bei der Errichtung der „Erde der Männer“ (polynesisch: &amp;#039;&amp;#039;te fenua enata,&amp;#039;&amp;#039; der alte polynesische Name für die Marquesas) schufen die Götter zum Schluss das Dach, dessen tragender Balken von Hiva Oa gebildet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:HIVA OA, TAHUATA.JPG|mini|Satellitenaufnahme der Insel]]&lt;br /&gt;
Die wie ein [[Seepferdchen]] geformte, 387&amp;amp;nbsp;km² große [[Insel]] wird von Südwest nach Nordost von einer schroffen Gebirgskette durchzogen, die eine [[Wasserscheide]] bildet. Fließgewässer haben tiefe Schluchten gegraben, die durch steile Felsgrate getrennt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HivaOa MontTemetiu 20061110.jpg|mini|Der Mont Temetiu auf Hiva Oa]]&lt;br /&gt;
Die besonders im Norden stark zerklüftete Küste wird nicht von einem [[Korallenriff|Saumriff]] geschützt, sodass eine starke [[Brandung]] die Uferbereiche direkt erreicht. Die Insel erhebt sich unmittelbar steil aus dem Meer, die Küstenebenen sind nur schmal und beschränken sich auf die Mündungen der Täler, in denen auch die Ansiedlungen liegen. Die relativ wenigen, oft nur kleinen Strände bestehen aus einem schwarz-grauen, vulkanischen Sand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Südküste wird dominiert von der großen, rund 10&amp;amp;nbsp;km durchmessenden Taaoa-Bucht (französischer Name: &amp;#039;&amp;#039;Baie des traîtres&amp;#039;&amp;#039; = Verräterbucht). In der Bucht liegt die kleine, nur niedrig bewachsene Felseninsel Motu Hanakee, die die Einfahrt zu &amp;#039;&amp;#039;Baie d&amp;#039;Atuona,&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Vevau-Bucht&amp;#039;&amp;#039; genannt) markiert. Am westlichen Ende der Bucht liegt der höchste Berg der Insel, der [[Mont Temetiu]] mit 1190 Metern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologie ===&lt;br /&gt;
Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Geologisch gehört Hiva Oa zur „Marquesas linear volcanic chain“, die sich aus einem [[Hotspot (Geologie)|Hotspot]] der [[Pazifische Platte|Pazifischen Platte]] gebildet hat und sich mit einer Geschwindigkeit von 103 bis 118 mm pro Jahr in Richtung WNW bewegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.mantleplumes.org/Hotspots.html]. Carlo Doglioni &amp;amp; Marco Cuffaro: &amp;#039;&amp;#039;The hotspot reference frame and the westward drift of the lithosphere.&amp;#039;&amp;#039; Abgerufen am 26. November 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Magma|magmatischen Gesteine]] der Insel sind 1,63 bis 4,26 Mill. Jahre alt.&amp;lt;ref&amp;gt;V. Cloutard und A. Bonneville: &amp;#039;&amp;#039;Ages of seamounts, islands and plateaus on the Pacific plate,&amp;#039;&amp;#039; Paris 2004, S. 15–17&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings sind die vulkanischen Aktivitäten noch nicht gänzlich erloschen. Unweit des Weges von Atuona zum weiter westlich gelegenen Taaoa kann man einige [[Schlammtopf|Schlammtöpfe]] und kleine [[Solfatare]] sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Hiva Oa liegt im [[Tropen]]gürtel der Erde, das Klima ist feucht-heiß, die Temperaturen in den Küstenregionen werden jedoch durch die ständig wehenden Winde gemäßigt. Die Durchschnittstemperatur in Atuona liegt bei angenehmen 26&amp;amp;nbsp;°C und variiert während des Jahres nur wenig. Die Jahresregenmenge beträgt durchschnittlich 1.408 mm (zum Vergleich: [[Köln]] rund 800 mm). Die regenreichsten Monate sind Mai und Juni, relativ trocken sind September, Oktober und November.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.klimadiagramme.de/Australien/marquesas.html]. Klimadiagramm für Atuona. Abgerufen am 26. November 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora ===&lt;br /&gt;
Ähnlich wie [[Nuku Hiva]] hat Hiva Oa als zweitgrößte Insel des Archipels eine für die südpazifischen Inseln verhältnismäßig hohe [[Biodiversität]]. Es wurden 205 [[indigene Pflanzen]] – davon 24 [[Endemit|endemische]] – sowie 178 fremde Arten festgestellt. Zu den artenreichsten und am weitesten verbreiteten [[Autochthone Art|autochthonen Spezies]] der Insel gehören die [[Farne]] mit einer hohen Zahl endemischer Arten. Sie bedecken große Bereiche der unzugänglichen, feuchten und schattigen Taleinschnitte. Zu den [[Idiochorophyten]] (altheimischen Arten) zählen wahrscheinlich auch die in den Niederungen verbreitete [[Kokospalme]] und der [[Schraubenbaum]].&amp;lt;ref&amp;gt;J. Florence und D. Lorence: &amp;#039;&amp;#039;Introduction to the Flora and Vegetation of the Marquesas Islands.&amp;#039;&amp;#039; in: Allertonia Journal, Vol. 7 vom Februar 1997, Hrsg.: Pacific Tropical Botanical Garden, Lawai, Kauai (HI), S. 226–237&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niederen bis mittleren Regionen werden von [[Hemerochorie|anthropochoren]] Pflanzen dominiert, darunter die bereits von den polynesischen Siedlern eingeführten [[Brotfrucht]]bäume und [[Tahitikastanie]]n &amp;#039;&amp;#039;(Inocarpus edulis).&amp;#039;&amp;#039; Als Bedrohung für heimische Pflanzengemeinschaften könnte sich der ursprünglich nicht auf der Insel vorkommende [[Bambus]] erweisen, der stellenweise schon ausgedehnte Haine gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den höheren und unzugänglichen Lagen der Insel sind die natürlichen Lebensräume noch nahezu unverändert erhalten. Der Norden, im Wind- und Regenschatten der Berge, ist weitgehend [[Arides Klima|arid]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fauna ===&lt;br /&gt;
Die Fauna der Marquesas-Inseln ist artenarm und beschränkt sich auf Land- und Seevögel, Insekten, Reptilien, Schmetterlinge und Spinnen. Endemisch auf Hiva Oa und der Nachbarinsel Tahuata ist der [[Marquesas-Rohrsänger]] &amp;#039;&amp;#039;(Acrocephalus mendanae mendanae).&amp;#039;&amp;#039; Für den Menschen gefährliche Tiere gibt es nicht. Äußerst unangenehm sind die im Landesinnern vorkommenden „Nono-Fliegen“, eine [[Kriebelmücken]]art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Marquesas#Geschichte|titel1=Geschichte der Marquesas}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten polynesischen Siedler waren offenbar Höhlenbewohner (wobei die „Höhlen“ nicht mehr als tiefe Felsüberhänge sind), wie Ausgrabungen von Wohnhöhlen in den 1970er Jahren bei Hanapeteo an der Nordküste von Hiva Oa gezeigt haben. Sie ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arne Skjølsvold]] und Peter S. Bellwood: &amp;#039;&amp;#039;Excavation of a habitation cave: Hanapete’o, Hiva Oa, Marquesas Islands.&amp;#039;&amp;#039; Pacific Anthropological Records Nr. 16–17, 1972, Hrsg.: Department of Anthropology, [[Bernice P. Bishop Museum]], Honolulu (HI), ISBN 0-910240-63-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Wohnhöhle Hanatukua liegen [[Radiokohlenstoffdatierung]]en vor. Das früheste Datum weist auf das Jahr 698 n. Chr. (±90 Jahre) hin.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthew Spriggs &amp;amp; Atholl Anderson: &amp;#039;&amp;#039;Late colonisation of East Polynesia.&amp;#039;&amp;#039; Antiquity Nr. 67, 1993, S. 205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahrhunderten bildeten sich, wie auf den übrigen Marquesasinseln auch, streng [[Soziale Schicht#Schichtenmodelle|stratifizierte]] Stammesgesellschaften heraus. Zunächst wurden die strandnahen Bereiche besiedelt mit Zugang zu der wichtigen Nahrungsquelle Ozean. Mit zunehmendem Bevölkerungswachstum okkupierten die [[Clan]]s die von steilen Felsgraten getrennten Täler und kumulierten sich um ein zeremonielles und machtpolitisches Zentrum, &amp;#039;&amp;#039;tohua&amp;#039;&amp;#039; genannt. Tohua war ein von mehreren steinernen Plattformen stufenförmig umgebener, rechteckiger Platz für zeremonielle Feste und Versammlungen. Die Plattformen, von unterschiedlicher Größe und Bedeutung, waren sowohl Tempelplattformen &amp;#039;&amp;#039;([[Marae|ma´ae]])&amp;#039;&amp;#039; als auch Wohnplattformen &amp;#039;&amp;#039;(paepae)&amp;#039;&amp;#039; für die höheren Adels- und Priesterränge sowie Sitzplattformen für die Häuptlinge (eine Art von [[Thron]]). Zur Nahrungsversorgung der wachsenden Bevölkerung wurden terrassierte Felder für den Nassfeldanbau des Taro (ähnlich wie der [[Reis#Reisanbau|Nassreisanbau]] in Asien) angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stämme der Insel befanden sich in einem ständigen ritualisierten Kriegszustand. Das waren überwiegend kleinere [[Geplänkel]], die angeblich, wie [[Jacques-Antoine Moerenhout]] es 1831 ausdrückte, „oft nur zur Beschaffung der [[Menschenopfer]] und der Schlachtopfer für die [[Kannibalismus|kannibalischen]] Feste dienten“. Die Vielzahl von Bergfestungen auf Hiva Oa lässt auf eine kriegerische Gesellschaft schließen. Die Bollwerke waren auf strategisch günstig gelegenen, schwer zugänglichen Felsgraten angelegt und bestanden aus einem System von Stein- und Erdplattformen, bis zu 3 m tiefen Gräben und mit [[Palisade]]n bestückten [[Brustwehr]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Linton&amp;quot; details=&amp;quot;20–23&amp;quot;&amp;gt;Ralph Linton: &amp;#039;&amp;#039;Archaeology of the Marquesas Islands.&amp;#039;&amp;#039; Bernice P. Bishop Bulletin Nr. 23, Honolulu (HI) 1925&amp;lt;/ref&amp;gt; Überreste solcher Befestigungen sind heute noch im Tahauku-Tal unweit Atuona und im Tal von Hanapeteo an der Nordküste zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spanische Seefahrer [[Alvaro de Mendaña de Neyra]] entdeckte Hiva Oa als erster Europäer. Er landete mit vier Schiffen am 27. Juli 1595, um die Insel zu kolonisieren und nannte sie &amp;#039;&amp;#039;La Dominica.&amp;#039;&amp;#039; Der Versuch der Kolonisation stieß aber auf heftigen Widerstand der kriegerischen Einwohner. Schließlich gab er seine Pläne auf und verließ Hiva Oa am 5. August 1595.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seiner zweiten Reise in den Pazifik nahm der französische [[Konteradmiral]] [[Abel Aubert Dupetit-Thouars|Abel Aubert Du Petit-Thouars]] die Marquesas für Frankreich in Besitz. Häuptling Iotete, obwohl nur einer von mehreren Stammesfürsten der Nachbarinsel [[Tahuata]], akzeptierte vertraglich am 1. Mai 1842 die französische [[Annexion]] für die Südgruppe der Marquesas und damit auch für Hiva Oa. Trotzdem gab es insbesondere auf Hiva Oa weiterhin Widerstand gegen die französische Oberherrschaft. Erst [[Abel Bergasse Dupetit-Thouars]], dem Adoptivsohn von [[Abel Aubert Dupetit-Thouars|Abel Aubert Du Petit-Thouars]], gelang es 1880, die Stämme zu entwaffnen und die letzten Widerstände gewaltsam zu beseitigten. Die Marquesas wurden französische Kolonie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1901 ließ sich der französische Maler [[Paul Gauguin]] auf Hiva Oa nieder, da er sich in dem, wie er meinte, zunehmend europäisch geprägten Tahiti unwohl fühlte. Er baute am damaligen Ortsrand von Atuona ein Haus, das „Maison du Jouir“ (dt.: Haus der Freude oder auch, weniger vornehm übersetzt, Haus des [[Orgasmus]]), in dem er mit seiner 14-jährigen, einheimischen Geliebten lebte. Hier starb er 54-jährig am 8. Mai 1903 und ist auf dem Friedhof von Atuona begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer berühmter Europäer, der sich 1976 auf Hiva Oa ansiedelte, war der belgische [[Chanson]]-Sänger [[Jacques Brel]]. Er war bei den Insulanern sehr beliebt, da er mit seinem zweimotorigen Flugzeug gelegentlich Krankentransportflüge nach Tahiti unternahm. 1977 und 1978 kehrte er zu einer [[Krebs (Medizin)|Tumorbehandlung]] nach Frankreich zurück und starb am 9. Oktober 1978 in einem Krankenhaus in [[Bobigny]]. Auch sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Atuona.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
Heute gehört die Insel politisch zum [[Französisches Übersee-Territorium|französischen Überseeland]] &amp;#039;&amp;#039;(Pays d&amp;#039;outre-mer)&amp;#039;&amp;#039; [[Französisch-Polynesien]] und ist damit der [[Europäische Union|EU]] angegliedert. Sie wird von einer Unterabteilung &amp;#039;&amp;#039;(Subdivision administrative des Îles Marquises)&amp;#039;&amp;#039; des Hochkommissariats von Französisch-Polynesien &amp;#039;&amp;#039;(Haut-commissariat de la République en Polynésie française)&amp;#039;&amp;#039; mit Sitz in [[Papeete]] verwaltet. Hiva Oa bildet eine eigenständige Gemeinde &amp;#039;&amp;#039;(Commune de Hiva Oa)&amp;#039;&amp;#039; mit den beiden Teilgemeinden &amp;#039;&amp;#039;(communes associées)&amp;#039;&amp;#039; Atuona und Puamau. Die politische Gemeinde [[Hiva Oa (Gemeinde)|Hiva Oa]] hat 2447 Einwohner,&amp;lt;ref&amp;gt;Institut Statistique de Polynésie Française (ISPF) – Recensement de la population 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; die Bevölkerungsdichte beträgt rund 6 Ew./km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amtssprache ist Französisch. Währung ist (noch) der an den Euro gebundene [[CFP-Franc]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptort und Sitz der lokalen Verwaltung ist das Dorf [[Atuona]] im Süden der Insel, weitere Siedlungen sind: Puamau, Taaoa (Taahoa), Hanapaoa und Hanaiapa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Puamau on Hiva Oa, Marquesas Islands, French Polynesia.jpg|mini|Puamau, Insel Hiva Oa]]&lt;br /&gt;
Die [[Subsistenzwirtschaft]], eine Kombination von Fischfang, Schweine- und Hühnerzucht sowie dem Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Brotfrucht, Kokosnuss, [[Yams]], [[Taro]], [[Süßkartoffel]]n und [[Bananen]], ist weiterhin die Grundlage der Inselwirtschaft. Für den Export wird etwas [[Kopra]] angebaut. [[Tourismus]] gibt es bisher nur in geringem Umfang, er ist jedoch wirtschaftlich von Bedeutung, da es ansonsten wenig Arbeitsplätze auf der Insel gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ansiedlungen sind nur zum Teil mit asphaltierten Straßen verbunden. Da die vorhandenen zudem steil und gewunden sind, ist das bevorzugte Verkehrsmittel zwischen den Dörfern immer noch das Boot. Der Westen und das gebirgige Inselinnere sind weitgehend unerschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Flughafen Atuona|Flugplatz]] mit einer Asphalt-Landebahn von 1.250 m Länge ([[ICAO-Code]]: NTMN, [[IATA-Flughafencode|IATA-Code]]: HIX) liegt auf dem Tepuna-Hochplateau nordöstlich von Atuona und ist mit dem Ort durch eine kurvenreiche Straße verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atuona hat eine recht moderne Infrastruktur mit [[Krankenhaus]], Arzt- und Zahnarztpraxis, Post (mit Satellitentelefon), [[Bank]] (mit Kontoautomat), einer Station der [[Gendarmerie nationale]], [[Gericht]], [[Schule]]n mit Vor- und Grundschule &amp;#039;&amp;#039;(école maternelle et primaire)&amp;#039;&amp;#039; und einer Sekundarstufe (das &amp;#039;&amp;#039;Collège Sainte Anne&amp;#039;&amp;#039;) sowie einer katholischen und protestantischen [[Kirche (Bauwerk)|Kirche]]. Für die Bedürfnisse des [[Tourismus]] gibt es ein [[Hotel]] und kleine [[Pension (Unterkunft)|Privatpensionen]] (Guesthouses) sowie [[Restaurant]]s und Snack-Bars.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die Bucht von Atuona können auch größere [[Kreuzfahrtschiff]]e einlaufen. Sie liegen jedoch meist auf [[Reede]], die Passagiere werden ausgebootet. Die regelmäßig von/nach Tahiti verkehrenden Versorgungsschiffe legen an der Hafen[[mole]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tikimarquesas.jpg|mini|Marae Takii.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HivaOa Takii.jpg|mini|Maki&amp;#039;i Taua Pepe, 2009.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:K.v.d.Steinen, Marquesaner Bd2 p80 Abb60, Hiva Oa, Puamau - Makii-Taua-Pepe.jpg|mini|Maki&amp;#039;i Taua Pepe, 1897 (v.d.&amp;amp;nbsp;Steinen).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tikitaaoa.jpg|mini|hochkant|links|Versteckter kleiner Tiki im Taaoa-Tal.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marquesas Hiva Oa Grab Paul Gauguin.jpg|mini|Paul Gauguins Grab.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marquesas Hiva Oa Grab Jacques Brel.jpg|mini|Jacques Brels Grab.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Dorf &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Puamau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; liegt 45 km von Atuona entfernt (zweieinhalb Stunden Fahrt über eine steile und kurvenreiche Buckelpiste). Am Ortsrand befindet sich eine große Zeremonialplattform, angeblich die Grabstätte der Königin &amp;#039;&amp;#039;Vahine Titoiani.&amp;#039;&amp;#039; Große Stein-[[Tiki (Schnitzkunst)|Tikis]] sind in zwei Ecken der Plattform eingearbeitet.&lt;br /&gt;
* Im Puamau-Tal, etwa zwei Kilometer von der Küste talaufwärts, liegt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ipona&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (früher: &amp;#039;&amp;#039;Oipona&amp;#039;&amp;#039;), die größte und bedeutendste historische Stätte der Marquesas. Das Tal gehörte einst dem einflussreichen &amp;#039;&amp;#039;Naiki&amp;#039;&amp;#039;-Stamm, der auch die Region um Atuona kontrollierte. Nachdem die Naiki den Häuptling &amp;#039;&amp;#039;Tio´o&amp;#039;&amp;#039; des Nachbarstammes gefangen und verzehrt hatten, rächten sich die [[Clan]]s des Hanapaaoa-Distriktes und löschten die Naiki aus. Die Sieger errichteten ein [[Tapu]] über Ipona und stellten Tikis auf. Nach Einführung des Christentums verfiel die Kultstätte. Der heute wieder gut restaurierte, aus drei übereinanderliegenden Terrassen bestehende &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marae Takii&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; liegt am Fuß einer steilen Felswand und umfasst 8 zyklopische Steinstatuen und -köpfe.&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Ralph Linton beschrieb 1920/21 noch 15 Statuen. Einen großen Steinkopf ließ [[Karl von den Steinen]] 1897 in das Völkerkundemuseum Berlin-Dahlem verbringen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die größte ist Tiki Takai&amp;#039;i, der Schutzgeist des Tals, mit 2,43 m. Das interessanteste Kunstwerk ist jedoch die im gesamten [[Südsee]]raum einzigartige Figur &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Maki&amp;#039;i Taua Pepe,&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; die nach [[Karl von den Steinen]], Arzt und [[Ethnologie|Ethnologe]], eine gebärende Priesterin oder Göttin zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl von den Steinen: Die Marquesaner und ihre Kunst: Studien über die Entwicklung primitiver Südseeornamentik nach eigenen Reiseergebnissen und dem Material der Museen. Dietrich Reimers Berlin, 1925–1928, Band 2, S. 80f.: Das „Kind“, Rückseite des heutigen [[Piedestal]]s der Statue, wurde von v.d. Steinen als lebensbedrohliche [[Steißlage]] verstanden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Thor Heyerdahl, der 1937 Hiva Oa besuchte, gleicht die Statue nicht einer Gebärenden, sondern „eher einem schwimmenden Tier“, und er verglich sie mit zwei Skulpturen des „[[Kaimane|Kaiman]]-Gottes“ der [[San-Agustín-Kultur]]. Gegen v.d. Steinens Deutung einer Gebärenden spräche, dass der Sockel aus der Nabelgegend und nicht aus den Lenden entspringe. Er erfuhr von seinen Gewährsmännern, die Statue habe lange Zeit auf dem Rücken in einem Dickicht gelegen und sei erst „vor Kurzem“ aufgerichtet worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Thor Heyerdahl: Fatu Hiva. Bertelsmann Gütersloh 1974, S. 235 und Abb. S. 213 Mitte&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine weitere bedeutende Fundstätte liegt im Tal von &amp;#039;&amp;#039;‚Taaoa‘&amp;#039;&amp;#039;, westlich von Atuona. Das Tal ist mit riesigen [[Banyan-Feige|Bayanbäumen]], Kokospalmen, zwanzig Meter hohen, alten [[Barringtonia asiatica]], vielen [[Brotfruchtbaum|Brotfruchtbäumen]], [[Mango]]s und [[Tahitikastanie]]n wildromantisch überwachsen. In dem dichten Bewuchs sind die meisten der auf einer Fläche von 3 ha verteilten Haus- und Zeremonialplattformen nur schwer auszumachen, da wenig ausgegraben und kaum etwas restauriert wurde. Das Taaoa-Tal gehörte zum Einflussbereich des mächtigen Tiu-Stammes, der in den überlieferten Mythen Hiva Oas eine zentrale Rolle einnimmt. Entsprechend zahlreich und repräsentativ waren die errichteten Bauten. Im Zentrum liegt ein &amp;#039;&amp;#039;tohua,&amp;#039;&amp;#039; der größte der Marquesas.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Linton &amp;quot;  details=&amp;quot;136–138&amp;quot;/&amp;gt; Auf dem Platz steht ein großer Tiki und auf einer der Zeremonialplattformen ein Steinkopf. Im Umfeld der Ansiedlung wurden Anbauterrassen für den Taro nachgewiesen. [[Ralph Linton]] erforschte diese Stätte im Rahmen seiner vom [[Bishop Museum]] veranstalteten Expedition zu den Marquesas, 1920/21.&lt;br /&gt;
* Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eiaone&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;-Tal westlich von Puamau ist bekannt für seine einzigartigen, besonders ausdrucksstarken [[Petroglyphen]] im [[Relief|Halbrelief]]. Die meisten sind jedoch von dichtem Pflanzenwuchs überwuchert. Weitere Felszeichnungen, Steinbilder und -plattformen gibt es in den Tälern von Tahauku und Punae (Punai) östlich von Atuona.&lt;br /&gt;
* Das dem Maler [[Paul Gauguin]] gewidmete &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kulturzentrum in Atuona&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zeigt zwar nur Kopien seiner Gemälde, dokumentiert aber sein Leben in der Südsee. Sein Haus, das gleich nebenan stand, wurde rekonstruiert. Dabei fand man einen stillgelegten Brunnen, in dem die späteren Bewohner persönliche Gegenstände des Malers entsorgt hatten, u.&amp;amp;nbsp;a. Kamm und Zahnbürste, Weinkrüge, leere [[Absinth]]flaschen, eine [[Morphin|Morphiumspritze]] und [[Tiger Balm|Tigerbalsam]].&amp;lt;ref&amp;gt;Angelika Franz: &amp;#039;&amp;#039;Der Maler und sein Müll.&amp;#039;&amp;#039; [[Der Spiegel]] vom 10. Dezember 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Auch an &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Jacques Brel]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gibt es einige Erinnerungen in Atuona. Für seine inzwischen restaurierte [[Beechcraft Model 50|Beechcraft D 50 Twin-Bonanza]] mit dem Namen „Jojo“ wurde 2003 eigens ein Hangar gebaut, in dem auch Fotos und Dokumente von Brels mehrjährigem Südseeaufenthalt ausgestellt sind. An der Straße zum Flughafen hat man an einem Aussichtspunkt ein Denkmal für Jacques Brel errichtet.&lt;br /&gt;
* Auf dem pittoresken Friedhof &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cimetière Calvaire&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oberhalb von Atuona liegen die Gräber Gauguins und – nahebei – Brels. Dass es sich um das echte Grab von Gauguin handelt, wird mitunter bezweifelt, angeblich soll er namenlos und irgendwo im Dschungel beerdigt worden sein. Der Friedhof ist ein viel besuchter Aussichtspunkt, der einen überwältigenden Blick über die Taaoa-Bucht bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.tahiti-nui.com/island/hiva_oa/default.asp | wayback=20100120042057 | text=Paul Gauguin&amp;#039;s island}} (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.archeonavale.org/polynesie/polynesie2006/docs/fra/doc4.php Hiva Oa: Karte der Wasserscheiden]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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