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	<title>Hirtenberger - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;L. aus W.: +kat</title>
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		<updated>2025-10-05T21:13:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+kat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Unternehmen&lt;br /&gt;
|Name              = Hirtenberger Holding GmbH&lt;br /&gt;
|Logo              = &amp;lt;!-- Dateiname.svg --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Unternehmensform  = [[Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Österreich)|GmbH]]&lt;br /&gt;
|ISIN              = &lt;br /&gt;
|Gründungsdatum    = 1860&lt;br /&gt;
|Auflösungsdatum   = &lt;br /&gt;
|Auflösungsgrund   = &lt;br /&gt;
|Sitz              = [[Hirtenberg]], [[Niederösterreich|NÖ]], {{AUT}}&lt;br /&gt;
|Leitung           = Markus Haidenbauer&amp;lt;ref name=lu /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Mitarbeiterzahl   = 1.800&amp;lt;!--Beleg?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Umsatz            = 180 Mio. [[Euro]]&amp;lt;!--Beleg?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Stand             = 2015&lt;br /&gt;
|Branche           = Automotive, Bergbau, Rüstung, Metallbearbeitung, Umwelttechnik&lt;br /&gt;
|Homepage          = www.hirtenberger.com&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hirtenberger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; steht für die Marke und das Unternehmen, welches lange Zeit bekannter Hersteller von Munition war. Das Unternehmen hat eine Geschichte, die von etlichen unternehmerischen Übergängen gekennzeichnet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Hirtenberger Holding GmbH&amp;#039;&amp;#039; ist ein in [[Hirtenberg]] im [[Bezirk Baden (Niederösterreich)|Bezirk Baden]], [[Niederösterreich]], ansässiger traditioneller [[Rüstungsindustrie|Rüstungsbetrieb]] im Segment der Metall- und [[Patrone (Munition)|Munitionsherstellung]]. Seit den frühen 1990er Jahren wird die Produktpalette um zivile Technologieprodukte ergänzt. Hierzu wurden Tochterfirmen gegründet beziehungsweise Hersteller aufgekauft, um mittels Technologietransfer der aus einer 150-jährigen Rüstungsgeschichte erworbenen Fähigkeiten, Marktanteile im Industriemarkt zu erringen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.hirtenberger.at/company/ | wayback=20121212041152 | text=company portrait}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Hirtenberger Holding GmbH gehörte von 1996 bis zu seinem Tod 2018 dem ehemaligen IBM-Manager und vormaligen Eigentümer der [[Ankerbrot]] AG, [[Helmut Schuster (Unternehmer)|Helmut Schuster]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://kurier.at/lebensart/motor/vom-richtigen-umgang-mit-energie/791.939|autor=Maria Brandl|titel=Vom richtigen Umgang mit Energie|werk=[[Kurier.at]]|datum=2012-06-29|zugriff=2016-07-08|archiv-datum=2015-11-22|archiv-url=https://web.archive.org/web/20151122231309/http://kurier.at/lebensart/motor/vom-richtigen-umgang-mit-energie/791.939|offline=ja|archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und beschäftigt heute rund 1.800 Mitarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 wurde die etwa gleich große [[Komptech]] aus [[Frohnleiten]] (Steiermark) übernommen.&amp;lt;ref name=lu&amp;gt;[http://lu-web.de/redaktion/news/komptech-gruppe-wird-teil-von-hirtenberg/ Komptech-Gruppe wird Teil von Hirtenberger]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Produkte ==&lt;br /&gt;
Tätigkeitsschwerpunkte der Hirtenberger Group liegen in der Herstellung hochpräziser [[Stanzen (Verfahren)|Stanz-]] und [[Gaufrieren|Prägeteile]] für die Auto- und [[Elektroindustrie]] (&amp;#039;&amp;#039;HPT Präzisionstechnik&amp;#039;&amp;#039;). Daneben spielen aktive automotive Sicherheitsprodukte (wie [[Gasgenerator]]en und [[Zünder|elektrisch gezündete]] [[Aktor|Aktuatoren]] für [[Fußgängerschutz]]systeme, Kopfstützen oder [[Airbag]]s) eine tragende Rolle (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|HAS Automotive Safety}}&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;120–128 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit der Übernahme von Komptech ist die Unternehmensgruppe auch in der [[Umwelttechnik]] aktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gemeinde Hirtenberg im „Munitionsdreieck“ ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wöllersdorf Feuerwerksfabrik 2 (cropped).JPG|miniatur|Feuerwerksanstalt zwischen Wöllersdorf und Bad Fischau (etwa 1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Einrichtung militärischer Anlagen ([[Artillerie]]material) im [[Wiener Becken]] geht auf die Zeiten [[Maria Theresia]]s im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zurück. Die weitläufige, karge und daher wenig besiedelte Region stellte günstige Standortbedingungen für industrielle Ansiedlungen zur Verfügung. Die [[Reichshauptstadt|Reichshaupt-]] und [[Residenzstadt]] [[Wien]] lag nah und bot gute Verkehrsanbindung zu Land und zu Wasser. Staatliche wie private Gewerbe- und Industriebetriebe legten ihren Sitz in diesen Teil Niederösterreichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts diktierte die „[[kaiserlich-königlich|k.u.k.]] Munitionsfabrik Wöllersdorf“ (s. [[Wöllersdorfer Werke]]) mit 50.000 Beschäftigten im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] das Geschehen. Eine Vielzahl weiterer Munitionsfabriken siedelte sich an, sodass man bald vom „Rüstungs- oder auch Munitionsdreieck“ im Wiener Becken sprach.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;14 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Firmengeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== K. K. ärarische Schießwollanstalt ===&lt;br /&gt;
In Hirtenberg im [[Triestingtal]] selbst, siedelte sich 1851 die „[[kaiserlich-königlich|K. K.]] ärarische Schießwollanstalt“ an. 1854 richtete die Anstalt einen staatlichen [[Munition]]sbetrieb am Ort ein. Sie rüstete die österreichische [[Artillerie]] mit verbessertem [[Cellulosenitrat]] (Schießbaumwolle) als Ersatz für das [[Treibladung|Treibmittel]] [[Schwarzpulver]] bei Geschützen aus, einem Verfahren, das der spätere [[Feldzeugmeister]] [[Wilhelm Lenk von Wolfsberg|Wilhelm Freiherr Lenk von Wolfsberg]] entwickelt hatte. Gerhard Freiherr von Ledebur schrieb in seinem Buch über die geschichtliche Darstellung der Seemine, dass Lenk die Herstellung einer Trinitrocellulose gelungen war, die die militärischen Forderungen nach langer Haltbarkeit, gleichmäßiger Verbrennung bei hoher Effizienz erfüllte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Freiherr von Ledebur, „Die Seemine“, Verlag J. J. Lehmann, München 1977&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Verfahren der geregelten Verdichtung der Faser bei der Schießbaumwolle wurde am 4.&amp;amp;nbsp;Juni 1864 patentiert. Es führte aber nicht zum erwünschten Erfolg, da die Lagerung der hochexplosiven Schießbaumwolle für militärische Zwecke zu gefährlich war. Nach zwei Magazinexplosionen 1865 wurde diese Technik vorerst nicht mehr weiter verfolgt. Das Nitrosezellulosepulver sollte erst 1890 wieder Einzug in die Waffen- und Munitionstechnik erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;19 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Firma Serafin Keller (1860 bis 1887) ===&lt;br /&gt;
Der in [[Rheinfelden (Baden)|Niedereichsel]], [[Deutschland]], geborene Serafin Keller (1823–1882) kam 1848 als ausgebildeter [[Drechsler]] nach Hirtenberg und arbeitete sich dort zum Werkführer einer [[Liste ehemaliger Baumwollspinnereien|Baumwollspinnerei]] hoch. 1860&amp;lt;ref&amp;gt;Bezüglich der Selbständigkeit Kellers werden in unterschiedlichen Quellen auch andere Gründungsjahre genannt; so 1859 und 1860–1864&amp;lt;/ref&amp;gt; machte er sich selbständig und begründete eine eigene Werkstätte, die „Patronenfabrik“. Es wird davon ausgegangen,&amp;lt;ref&amp;gt;ausweislich der Akten im Wiener Kriegsarchiv&amp;lt;/ref&amp;gt; dass die Beziehungen zur „K.k. ärarische Schießwollanstalt“ ab 1863 auch die Belieferung Kellers mit Artilleriemunition und kleinen Waffenteilen (Riemenbügel) ermöglichte. Hergestellt wurden Zünder und andere Metallwaren. 1863 errichtete er auf einem zugekauften Grundstück eine zweite Manufaktur (heute: „Kromag-Alcar“). Produziert wurden Metallpatronen für das Militär. Ab den 1870er Jahren wurden auch Patronenhülsen für [[Handfeuerwaffe]]n ([[Revolver]]) hergestellt. Im zivilen Bereich entdeckte er Versorgungsmöglichkeiten für [[Jagdwaffe]]n; daraus ergab sich ein neues Geschäftsfeld. Das Unternehmen wuchs fortwährend und beschäftigte in den 1870er Jahren bereits 150 Mitarbeiter. 1882 waren es 400 Mitarbeiter und der Firma wurde die Ehre zuteil, sich als „k.&amp;amp;nbsp;k. Hof-Lieferant“ bezeichnen zu dürfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;23 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1883 führten drei der Söhne, Anton (1850–1924), Fridolin (1849–1923) und Serafin Keller jun. (1845–[[N/A]]), das Unternehmen als [[Offene Gesellschaft (Österreich)|Offene Gesellschaft]] (vergleichbar der [[Offene Handelsgesellschaft|oHG]] in Deutschland) fort. 1886 gab es den ersten großen [[Export]]auftrag nach [[Königreich Serbien|Serbien]], wo fünf Millionen [[Gewehrpatrone]]n geordert worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwaarenfabrik Keller &amp;amp; Compagnie“ (1887 bis 1896) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hirtenberg-Patronenfabrik-(1895).jpg|miniatur|Hirtenberger Patronenfabrik (um 1895)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1887 firmierte das Unternehmen erneut um. Es entstand die Firma Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwaarenfabrik Keller &amp;amp; Compagnie. Vorab war der hälftige Teil der Firmenliegenschaften an Ludwig Mandl (1828–1893) verkauft worden. Nacheinander schieden Serafin Keller jun. ([[Bürgermeister]]) und Fridolin Keller, der sich selbständig machte und Inhaber der Firma „Erste Österr. Zünder und Metallwarenfabrik Fridolin Keller A.G.“ (später: „Kromag Metallindustrie GesmbH“) wurde, aus der Firma aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;27 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Jahr nach dem Tod Ludwig Mandls trat der Chemiker Alexander Mandl im Jahr 1894 in das Unternehmen ein. Nachdem um 1880 noch zwei 25-PS-[[Dampfmaschine]]n die eigentlichen Fertigungsmaschinen kraft Transmissionen antrieben, waren es 1896 bereits sechs Maschinen mit 383 PS. Der Maschinenbau wurde immer bedeutender. Spezialmaschinen für die Munitionsfertigung wurden nach Europa und Übersee abgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Patronen wurden vornehmlich die [[7,92 × 57&amp;amp;nbsp;mm|7.92 × 57&amp;amp;nbsp;mm Mauser M.88]]-[[Patrone (Munition)|Militärpatrone]] und die 11&amp;amp;nbsp;mm-Schützenpatrone für Jagdgewehre vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwaarenfabrik Aktiengesellschaft“ (1897 bis 1914) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwaaren-Fabrik 400 Kr 1897.jpg|links|mini|Aktie über 400 Kronen der Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwaaren-Fabrik vom 1. Mai 1897]]&lt;br /&gt;
[[Datei:8mm Mauser stripper clip, 1941 Turkish military production.JPG|miniatur|Ladestreifen mit 5 Patronen 7,92 × 57&amp;amp;nbsp;mm; dieses Kaliber prägte die Firmengeschichte in der Munitionsfabrikation]]&lt;br /&gt;
[[Datei:9 19 parabellum FMJ.jpg|miniatur|Auch Patronen des Kalibers 9 × 19&amp;amp;nbsp;mm (Parabellum) wurden über Jahrzehnte produziert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 ging die Gesellschaft als [[Aktiengesellschaft (Österreich)|Aktiengesellschaft]] an die [[Wiener Börse]]. Bekannt wurde sie als &amp;#039;&amp;#039;Hirtenberger Patronenfabrik&amp;#039;&amp;#039;. Die Firma hatte eine enorme Größe erreicht. So konnten täglich bis zu 750.000 Patronenhülsen, 1.000.000 [[Anzündhütchen|Zündhütchen]], 500.000 [[Mantelgeschoss|Mantelgeschoße]] oder 150.000 [[Ladestreifen]] gefertigt werden. Die Kapazitäten reichten so weit, dass bis zu 500.000 Patronen verpackt werden konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;32 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 beschäftigte die Firma bereits 2600 Mitarbeiter. Ein Zweigwerk wurde in [[Königreich Ungarn|Ungarn]] begründet. Die Hirtenberger AG war zum zweitbedeutendsten Munitionsunternehmen nach „Roth“ geworden. Die Gesellschaft übernahm die Erzeugung der [[Infanterie]]munition für das [[Bundesheer (1. Republik)|Bundesheer]]. [[Russisches Kaiserreich|Russland]] orderte das Kaliber [[Mosin-Nagant|7,62&amp;amp;nbsp;mm Mosin-Nagant]] während des [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieges]] in den Jahren 1904/05. Ebenfalls 1904 schied als letzter Keller-Nachkomme, Anton Keller, aus dem Unternehmen aus und gründete sein eigenes Unternehmen, aus dem die „[[Enzesfeld]]er Metallwerke“ werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1909 bis 1922 wurde Karel Krnka (1858–1926) Chefentwickler. Er konstruierte die erste [[Pistole#Mehrladerpistole|Selbstladepistole]] und die erste [[Pistole#Mehrladerpistole|Repetierpistole]]. Die wichtigsten Exportregionen wurden der [[Balkanhalbinsel|Balkan]], [[Lateinamerika]] und [[Ostasien]]. Der Exportumfang belief sich bis zum Kriegsbeginn 1914 auf etwa 1,25 Milliarden Schuss.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;35–38 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hirtenberger Patronenfabrik im Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] wurde der bisherige Personalhöchststand von 4.188 Mitarbeitern erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.nl/books?id=foMRkSJzi1gC&amp;amp;pg=PA34&amp;amp;lpg=PA34&amp;amp;dq=Hirtenberger Marie-Theres Arnbom, &amp;#039;&amp;#039;Friedmann, Gutmann, Lieben, Mandl und Strakosch: Fünf Familienporträts aus Wien vor 1938&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;35]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Krieg ließ zunehmend die Rohstoffreserven versiegen. Ab 1917 sank die Produktion rapide, da Fachpersonal immer mehr zum [[Österreich-Ungarns Heer im Ersten Weltkrieg|Militärdienst]] eingezogen wurde, Streiks der Arbeiterinnen für massive Unruhen sorgten und ein Fabrikbrand am 18. April 1920 die Produktionsinfrastruktur teils vernichtete und nachhaltig lahmlegte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;45 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des Krieges gelang es gleichwohl, eine elektrische Zündung von Patronenmunition technisch erstmals umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lediglich 15 % der zuletzt knapp 4200 Arbeitnehmer standen mit Kriegsende noch auf der Lohnliste der Hirtenberger AG. Da die Alliierten Österreich lediglich einen einzigen Staatsbetrieb für die Rüstungsfertigung zugestanden, musste die Hirtenberger Patronenfabrik, auf die die Wahl nicht gefallen war, umdenken und auf zivile Produkte ausweichen beziehungsweise die Rüstungsproduktion ins Ausland verlagern. Dies gelang ihr weit besser als den Konkurrenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 wurde [[Fritz Mandl (Industrieller)|Fritz Mandl]] (1900–1977) Generaldirektor der Firma. In den 1930er Jahren wurden die in- und ausländischen Beteiligungen angekurbelt ([[Waffenfabrik Solothurn]], „Tiroler Messingwerk“) und Wirtschaftsgeflechte gebildet ([[Rheinmetall]]-Borsig, [[Steyr Daimler Puch]] hervorgegangen aus den [[Steyr-Werke]]n), um aus den Synergien der Branchenbereiche zu profitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.nl/books?id=q4GFrQffU38C&amp;amp;pg=PA68&amp;amp;lpg=PA68&amp;amp;dq=hirtenberger+patronenfabrik Erwin Steinböck, &amp;#039;&amp;#039;Österreichs militärisches Potential im März 1938&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;68]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Export wurde verstärkt und das Unternehmen stieg in den [[Flugzeugbau]] („Hopfner“) ein. Der schärfste inländische Konkurrent der vergangenen Jahre, die „G. Roth AG“ in Lichtenwörth wurde übernommen und in den Konzern integriert. Trotz [[Weltwirtschaftskrise]] und [[Arbeitslosigkeit|Massenarbeitslosigkeit]] sowie massivem Rückgang des [[Weltwirtschaft|Welthandels]] vermochte Mandl das Unternehmen nahezu krisenunabhängig zu führen. Unter seiner Ägide ereignete sich die [[Hirtenberger Waffenaffäre]],&amp;lt;ref&amp;gt;[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&amp;amp;aid=wrz&amp;amp;datum=19330110&amp;amp;seite=1 Historischer Bericht in der &amp;#039;&amp;#039;Wiener Zeitung&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; einem groß angelegten Waffenschmuggel von [[Königreich Italien (1861–1946)|Italien]] über [[Österreich]] nach [[Königreich Ungarn|Ungarn]] im Januar 1933, der indirekt in den Untergang der [[Erste Republik (Österreich)|Ersten Republik]] führte. Ab Mitte der 1930er Jahre entwickelte und erzeugte die Hirtenberger AG [[Biomassevergasung|Holzgasgeneratoren]] als alternatives [[Kraftstoffsystem (Flugzeug)|Treibstoffsystem]] für [[Verbrennungskraftmaschine]]n, was während des Zweiten Weltkriegs bedeutsam werden würde, weil Mitteleuropa an Erdölmangel zu leiden bekam.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;40–65 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gustloffwerke Hirtenberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:SauckelAufruf.jpg|miniatur|Aufruf des Gauleiter Sauckel zum Hitlergruß als Zeichen der Dankbarkeit.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Austria Mauthausen sub-camps.png|miniatur|Die Nebenlager in Österreich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Trattnerhof-01.jpg|miniatur|Trattnerhof in Wien, Sitz der USIA]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1938 trat Fritz Mandl als Generaldirektor zurück. Nach dem [[Anschluss Österreichs]] an das [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutsche Reich]] flüchtete er in die Schweiz und wurde gezwungen seinen Betrieb für 170.000 britische Pfund sowie 1,24 Mio. [[Sperrmark]] an die deutsche [[Wilhelm-Gustloff-Stiftung]] zu verkaufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Schulz: &amp;#039;&amp;#039;Simson Vom unwahrscheinlichen Überleben eines Unternehmens 1856–1993&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein Verlag, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1256-2, S.&amp;amp;nbsp;184&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Stiftung hatte bereits Produktionsstandorte für Rüstungsgüter in [[Weimar]] und in [[Suhl]]. Bei dem dortigen [[Simson (Unternehmen)|Berlin-Suhler Waffenwerk]] handelte sich um ein Unternehmen, das 1935 für die Stiftung „[[Arisierung|arisiert]]“ worden war. 1939 wiederum wurde das Gesellschaftsvermögen der Gustloff-Stiftung in die „Wilhelm Gustloff Werke – &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialistische Industriestiftung&amp;#039;&amp;#039;“ eingebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Belegschaft wurde in die Vorgänge um die Neuausrichtung des Rüstungsbetriebes am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1938 von Gauleiter [[Fritz Sauckel]] (1894–1946) eingeweiht. In der Folgezeit erfuhr die Belegschaft durchaus Erfreuliches, denn sie partizipierte an Verbesserungen rund um den Arbeitsplatz. So wurden Arbeiterwohnhäuser errichtet sowie eine [[Kantine]] erstellt, um Mahlzeiten nicht mehr am Arbeitsplatz einnehmen zu müssen, und wesentlich verbesserte hygienische Bedingungen (Bade- und Umkleideräume) geschaffen. Auf diese Weise wurde die Belegschaft bei Laune gehalten, um dem verborgen gehaltenen Ziel, während des sich anbahnenden Krieges Höchstleistungen abrufen zu können, gerecht zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des tödlichen Verkehrsunfalles des Staatsrats [[Otto Eberhardt]] (1890–1939), der die Übernahme des Werkes organisiert hatte, wurde die Hirtenberger Patronenfabrik nach ihm benannt, &amp;#039;&amp;#039;Otto Eberhardt Patronenfabrik&amp;#039;&amp;#039;, und die „Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwaarenfabrik“ wurde im April 1939 im Handelsregister gelöscht. Die offizielle Umbenennung erfolgte im Juni 1939 allerdings in „Gustloffwerke Hirtenberg“. Die Bodensignierungen wechselten von „H“ auf das eckige „G“. Das Zweigwerk in [[Kottingbrunn]] wurde errichtet zur Herstellung von Luftwaffenmunition. Der hohe Kriegsrüstungsbedarf forderte die Erstellung des Werkes „Lindenberg“. Das Werk Lichtenwörth wurde reaktiviert und 1943 der Zweigniederlassung [[Berlin]] zugeschlagen. Hirtenberg war zu einem Zentralunternehmen der deutschen Rüstungsmaschinerie geworden. In insgesamt vier Werken Hirtenbergs wurden nunmehr 2835 Menschen (politisch korrekt im [[Drittes Reich|Dritten Reich]]: Gefolgschaftsangehörige) beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;67–81 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] einsetzenden alliierten Luftangriffe führten nicht zum erwünschten Ergebnis flächendeckender Zerstörung. Dank lufttaktisch ungünstiger Ziellage blieben die Werke weitgehend unbeschädigt. Ab September 1944 wurde ein Nebenlager des [[KZ Mauthausen]] in Hirtenberg eingerichtet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=16 | wayback=20141009090843 | text=Außenkommando, Frauenlager ab September 1944}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (s.&amp;amp;nbsp;a. [[Liste der Außenlager des KZ Mauthausen]]). Die darin inhaftierten „Schutzhäftlinge“ (insbesondere Frauen aus Ost- und Südeuropa) waren ausschließlich in der Munitionsfertigung der Patronenfabrik eingesetzt. Produziert wurden vornehmlich die „7.92×57&amp;amp;nbsp;mm Mauser“ und die [[9 × 19&amp;amp;nbsp;mm|9×19&amp;amp;nbsp;mm Parabellum]]. Im gleichen Jahr wurden Rückzugs-Szenarien geplant, da die Fronten kontinuierlich näher rückten. Der Befehl der [[Verbrannte Erde|Verbrannten Erde]] wurde nicht umgesetzt und die Fabrik fiel der Sowjetunion im April 1945 nahezu unversehrt in die Hände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USIA-Verwaltung der Sowjetunion ===&lt;br /&gt;
Die Otto Eberhardt Patronenfabrik der Gustloffwerke wurde von der Sowjetunion unter die [[USIA]]-Verwaltung (&amp;#039;&amp;#039;Verwaltung des sowjetischen Eigentums in Österreich&amp;#039;&amp;#039;) gestellt. Ab 1946 lief die Produktion von [[Schrotkugel|Schrot-]] und [[Flobert (Munition)|Flobertmunition]] in bescheidenem Umfang wieder an. Diverse Werksteile wurden [[Devastierung|devastiert]] beziehungsweise abgerissen. Beschäftigt waren etwa 70 Personen. 1955 zog die sowjetische Besatzungsmacht ab und Österreich übernahm den USIA-Betrieb. Er wurde kommissarisch unter staatliche Aufsicht gestellt, um ihn Fritz Mandl in die Obhut zu geben, sobald er aus dem [[Argentinien|argentinischen]] Exil zurückgekehrt sein würde, was im gleichen Jahr geschah.&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;83–90 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rückstellkommission beim [[Gerichtsorganisation in Österreich#Landesgerichte|Landesgericht]] für Zivilsachen sprach der Hirtenberger AG die Wiederinbesitznahme der Fabrik zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hirtenberger Patronen- und Rohrwerke A.G. ===&lt;br /&gt;
1957 wurde die Hirtenberger Patronen- und Rohrwerke A.G. gegründet und mit Handelsregistereintrag rechtsfähig. Aufsichtsratspräsident wurde Fritz Mandl, der sich den Wiederaufbau der Firma zum Thema machte. Moderne [[Liste der Handfeuerwaffen/M|Manurhin]]-Maschinen wurden gebaut. Bereits 1958 wurde das Unternehmen umbenannt auf „Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwarenfabrik AG“, dem traditionellen Namen der Firma in den Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwarenfabrik AG“ (2. Phase) ===&lt;br /&gt;
1958 wurde der erste Produktkatalog der Nachkriegsära für den Bedarf der Behörden und des Militärs herausgegeben. Verzeichnet waren beispielsweise folgende Kaliber: [[7,62 × 51&amp;amp;nbsp;mm NATO]] (.308 Winchester beziehungsweise 7,62&amp;amp;nbsp;mm S-Patr/StG 58), [[.30-06 Springfield]], [[M1 Garand|30M1]], 7,92 × 57&amp;amp;nbsp;mm, [[7,62 × 25&amp;amp;nbsp;mm TT]] (Tokarew), 9 × 19&amp;amp;nbsp;mm (Parabellum), [[6,35&amp;amp;nbsp;mm Browning]], [[.32 ACP]] und [[9&amp;amp;nbsp;mm Browning Long]]. Daneben standen [[Handgranate]]n. Außerdem publizierte man den ersten Zivilkatalog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1961 wurde eine Sieb-, Misch- und Trockenanlage für Zündsätze und ein Messingwerk für die Hülsenproduktion gebaut. Für den Munitionssektor wurden [[Bolzensetzgerät|Bolzensetzkartuschen]] sowie Betäubungs- und Schrotpatronen für das [[Wurfscheibenschießen]] gefertigt. Neue Produktionszweige rundeten das Sortiment in den Folgejahren ab. Dazu gehörten beispielsweise Modell-[[Verbrennungsmotor]]en, [[Zieldarstellungsdrohne]]n oder [[Nurflügel]], wobei diese Produkte in sehr unterschiedlicher Weise von wirtschaftlichem Erfolg bedacht waren. 1974 wurde das neu entwickelte ABC-Geschoß für Jagdbüchsenpatronen hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mandl starb 1977. Die Erben verkauften 1981 die Aktienmehrheit an die verstaatlichten Großkonzerne [[Voestalpine]] AG und [[Austria Metall]] AG. In Kooperation mit einem weiteren Staatsbetrieb, der Firma [[Noricum-Skandal|Noricum]] wurde teuer in die Munition der [[Kanonenhaubitze]] [[Gun Howitzer Noricum]] investiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1986 erfolgte die Umbenennung des ausgeschlankten Betriebs in &amp;#039;&amp;#039;Hirtenberger AG&amp;#039;&amp;#039; (heute Hirtenberger Holding GmbH).&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hirtenberger AG (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf |wayback=20160918173727 |text=Hirtenberger AG. Die ersten 150 Jahre. Festschrift anlässlich des Firmenjubiläums |archiv-bot=2025-06-26 00:48:17 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, Hirtenberger AG, Hirtenberg 2010, S.&amp;amp;nbsp;83–111 (PDF; 6,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 gab das Unternehmen bekannt, aus der Produktion von Munition, die zuletzt nur mehr ein Zehntel des Gesamtumsatzes ausmachte, auszusteigen und diese Sparte zu verkaufen. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf Produkten für die Sicherheit im Auto und auf Maschinen für die Landwirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://noe.orf.at/stories/3004511/ Hirtenberger gibt Munitionsproduktion auf] auf ORF vom 15. Juli 2019, abgerufen am 15. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im November 2019 verkaufte Hirtenberger den Munitionsbereich, wie angekündigt, an den ungarischen Munitionshersteller &amp;#039;&amp;#039;HDT Defence Industrial&amp;#039;&amp;#039;, der sich bis 2025 im Staatsbesitz befand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://noe.orf.at/stories/3020116/ Hirtenberger: Ungarn kauft Munitionswerk] auf ORF vom 5. November 2019, abgerufen am 27. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Der Anteil der staatlichen &amp;#039;&amp;#039;NT7&amp;#039;&amp;#039; wurde 2025 privatisiert und von 4iG Plc. übernommen ([https://web.archive.org/web/20250616141846/https://kormany.hu/hirek/a-magyar-kormany-az-allami-tulajdonu-hadiipar-piackepes-reszenek-ertekesiteserol-dontott A Magyar Kormány az állami tulajdonú hadiipar piacképes részének értékesítéséről döntött] 2025-06-11), deren Chef [[Gellért Zoltán Jászai]] ist, ein politischer Berater von Premierminister Viktor Orbán. Siehe auch [https://web.archive.org/web/20250616174228/https://militarnyi.com/en/news/orban-s-government-sells-lion-s-share-of-state-defense-industry-to-its-own-company/ Orbán’s Government Sells “Lion’s Share” of State Defense Industry to “Its Own” Company] 2025-06-16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegenzug erwarb das Unternehmen von der Schweizer [[Ems-Chemie]] das in Brünn situierte Werk &amp;#039;&amp;#039;Ems-Patvag s.r.o.&amp;#039;&amp;#039;, das Zünder u.&amp;amp;nbsp;a. für Airbags und Gurtstraffer herstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepresse.com/5729250/hirtenberger-kauf-anzunder-werk-in-tschechien Hirtenberger kauft Anzünder-Werk in Tschechien] in der Presse vom 27. November 2019, abgerufen am 27. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Marie-Theres Arnbom]]: &amp;#039;&amp;#039;Friedmann, Gutmann, Lieben, Mandl und Strakosch&amp;amp;nbsp;– fünf Familienporträts aus Wien vor 1938&amp;#039;&amp;#039;. 2., unveränderte Auflage. Böhlau, Wien (u.&amp;amp;nbsp;a.) 2003, ISBN 3-205-99373-X.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9780896899360}}&lt;br /&gt;
* Klaus-Dieter Mulley (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschoße – Skandale – Stacheldraht. Arbeiterschaft und Rüstungsindustrie in Wöllersdorf, Enzesfeld und Hirtenberg&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag der Gewerkschaft der Eisenbahner, Ortsgruppe Ebenfurth Pottendorfer Linie, Ebenfurth 1999, {{falsche ISBN|3-9500563-1-6}}&lt;br /&gt;
* Peter Hug: Schweizer Rüstungsindustrie und Kriegsmaterialhandel zur Zeit des Nationalsozialismus. Unternehmensstrategien – Marktentwicklung – politische Überwachung. Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg, Band 11. Chronos-Verlag. Zürich 2002. ISBN 3-0340-0611-X, ISBN 978-3-0340-0611-8.&lt;br /&gt;
* [[Marc Bartuschka]]: &amp;#039;&amp;#039;Unter Zurückstellung aller möglichen Bedenken...&amp;#039;&amp;#039; Die NS-Betriebsgruppe &amp;#039;&amp;#039;Reichsmarschall Hermann Görin&amp;#039;&amp;#039; (REIMAHG) und der Zwangsarbeitereinsatz 1944/45, Wallstein Verlag, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-0928-9.&lt;br /&gt;
* [[Otto Klambauer]], [[Ernst Bezemek]]: &amp;#039;&amp;#039;Die USIA-Betriebe in Niederösterreich. Geschichte, Organisation, Dokumentation&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverlag des NÖ Instituts für Landeskunde, Wien, 1983, (&amp;#039;&amp;#039;Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Instituts für Landeskunde&amp;#039;&amp;#039; 5).&lt;br /&gt;
* [[Hubert Steiner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die USIA-Betriebe, ihre Gründung, Organisation und Rückgabe in die österreichische Hoheitsverwaltung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039; 43, 1993, {{ISSN|0078-3676}}, S.&amp;amp;nbsp;206–220.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://download.hirtenberger.com/HP_Festschrift_Web.pdf Festschrift der Hirtenberger AG], 2010&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Stadler|Gerhard A. Stadler]]: [http://books.google.de/books?id=2vFBrfTnuqYC&amp;amp;pg=PA345&amp;amp;lpg=PA345&amp;amp;dq=hirtenberger &amp;#039;&amp;#039;Das industrielle Erbe Niederösterreichs: Geschichte, Technik, Architektur&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://proofhouse.com/cm/ger_ord_codes.htm &amp;#039;&amp;#039;WWII German Ordnance Codes&amp;#039;&amp;#039; → Hier: &amp;#039;&amp;#039;am&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|GKD=1|TEXT=Frühe Zeitungsartikel zu|GND=16094599-9}}&lt;br /&gt;
* [[Didi Drobna]]: [https://www.spiegel.de/geschichte/patronenfabrik-hirtenberg-der-groesste-munitionslieferant-der-nazis-a-104f4215-cf0d-4604-8e45-2e5f6adcb2ec Munitionsfabrik Hirtenberg: »Willst du Frieden, rüste dich für den Krieg«] In: spiegel.de, 8. Oktober 2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=47/55/57.109646/N|EW=16/11/4.721259/E|type=landmark|region=AT-3}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=16094599-9|VIAF=160809302}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichische Wirtschaftsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rüstungshersteller (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hirtenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wehr- und Rüstungswirtschaft im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ Mauthausen-Gusen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Austrofaschismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Munitionshersteller]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen (Bezirk Baden, Niederösterreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensgründung 1860]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;L. aus W.</name></author>
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