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	<title>Hirlanda - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T13:29:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hirlanda&amp;diff=2034220&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tfjt: /* Überlieferung */</title>
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		<updated>2023-11-13T13:58:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Überlieferung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hirlanda&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Name einer literarischen Figur bzw. zahlreicher literarischer Werke. Erstmals literarisiert wurde Hirlanda durch den Jesuiten [[René de Ceriziers]] (1603–1662) in &amp;#039;&amp;#039;Les trois estats de l’innocence&amp;#039;&amp;#039; (Paris 1640). Neben Hirlanda sind hier auch [[Jeanne d’Arc]] und [[Genoveva von Brabant|Genovefa]] dargestellt. Die drei Figuren thematisieren das Motiv der unschuldig verfolgten Frau. Die [[Sage]] der Hirlanda integriert die Stoffe von [[Gundeberga]], [[Creszentia]], [[Gunhild von Polen|Gunhild]], [[Berta von Alamannien|Berta]], die Sage von den Schwanenkindern und die Konstantinlegende und fußt auf keltischen, langobardischen, fränkischen, dänischen und irischen Erzähltraditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Eine frühe Gestaltung erfuhr Hirlanda in der Tradition des bretonischen [[Mysterienspiel]]s, die ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Aus dieser Tradition geht das Mysterienspiel &amp;#039;&amp;#039;Sainte Tryphine et le Roi Arthur&amp;#039;&amp;#039; hervor, das 1863 [[François-Marie Luzel]] (1826–1895) nach einer bretonischen Vorlage herausgegeben hat. Inhaltlich deckt sich dieses Spiel mit dem Roman von Ceriziers. In der europäischen Stoffrezeption entfaltet der Roman von Ceriziers große Wirkung, während das bretonische Mysterienspiel unbeachtet bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits wenige Jahre nach der ersten Auflage von Ceriziers Roman &amp;#039;&amp;#039;Les trois estats de l’innocence&amp;#039;&amp;#039; (1640) folgten Übersetzungen ins Englische, Italienische und Deutsche: 1656 erschien von William Lower in London die englische Fassung &amp;#039;&amp;#039;The Triumphant Lady, or the Crowned Innocence&amp;#039;&amp;#039;. 1666 erschien in [[Bologna]] die Übersetzung ins Italienische von Lodovico Cadamosto unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;L’Hirlanda overo l’Innocenza coronata del signore de Ceriziers&amp;#039;&amp;#039;. 1685 erfolgte in [[Dillingen/Saar|Dillingen]] die Drucklegung der ersten deutschen Ausgabe &amp;#039;&amp;#039;Hirlanda, Oder die von Gott gecrönte Unschuld&amp;#039;&amp;#039; im Band &amp;#039;&amp;#039;Die Unschuld in Drey unterschiedlichen Ständen&amp;#039;&amp;#039;. Der Verfasser blieb anonym. Zwei Jahre später, 1687, erschien in Dillingen die Bearbeitung durch den Kapuzinerpater [[Martin von Cochem]] (1634–1712, bürgerlich: Marin Linius) &amp;#039;&amp;#039;Von der Verfolgung der unschuldigen Hertzogin Hirlandä&amp;#039;&amp;#039; in seinem &amp;#039;&amp;#039;Außerlesenes History-Buch&amp;#039;&amp;#039;. Cochem greift nicht mehr auf Ceriziers zurück, sondern benutzt als Vorlage die anonyme deutsche Übersetzung. 1690 wurde die Übersetzung &amp;#039;&amp;#039;Die Gekrönte Unschuld&amp;#039;&amp;#039; eines Mitglieds der [[Fruchtbringende Gesellschaft|Weimarer Fruchtbringenden Gesellschaft]], auch „Palmenorden“ genannt, veröffentlicht. Der Übersetzer trug den Gesellschaftsnamen „Der Wenige“. Es handelt sich hierbei um [[Hieronymus Ambrosius Langenmantel]] (1641–1718).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Für die Verbreitung des Stoffes war neben der Rezeption in der erzählenden Literatur die Theatertradition des [[Jesuitenorden]]s wichtig, vor allem im süddeutschen Sprachraum. Erklärtes Ziel der 1534 durch [[Ignatius von Loyola]] gegründeten und 1540 von [[Papst]] [[Paul III.]] bestätigten &amp;#039;&amp;#039;Societas Jesu&amp;#039;&amp;#039; war die &amp;#039;&amp;#039;Propaganda fidei&amp;#039;&amp;#039; im Sinne der katholischen [[Gegenreformation]]. Die Jesuiten erkannten das Theater als pädagogisches und publikumswirksames Medium und benutzten es zur Verkündigung von [[Glaube (Religion)|Glaube]]n und [[Ideologie]]. Die Aufführungen waren bis auf späte, seltene Ausnahmen in [[Latein]]; der effektvolle Bilderreichtum auf der Bühne und zweisprachige (lateinisch und die jeweilige Landessprache) Periochen, gedruckte Programmzettel mit einer ausführlichen Inhaltsangabe, ermöglichten es dem nicht [[humanistisch]] gebildeten Publikum, dem Stück zu folgen. Wie rasch der Orden mit theatralischen Darbietungen auf ihm geeignet erscheinende Stoffe reagierte, zeigt die erste Aufführung einer &amp;#039;&amp;#039;Hirlanda&amp;#039;&amp;#039; im Jahre 1657 in [[Ingolstadt]]. Dies ist der erste Nachweis einer Hirlanda-Aufführung überhaupt und das zu einem Zeitpunkt im [[Deutsche Sprache|deutschen Sprachraum]], als der Roman von Ceriziers, 17 Jahre früher erschienen, erst in englischer und italienischer Übersetzung vorliegt. Überliefert ist unter den lateinischen Hirlanda-Spielen, die für das Theater der Jesuiten eingerichtet wurden, lediglich jener von M. Christoph Widman (Landshut 1698).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den lateinischen Aufführungen der &amp;#039;&amp;#039;Hirlanda&amp;#039;&amp;#039; 1657 in Ingolstadt und 1698 in [[Landshut]] gab es nachweislich weitere 1670 in [[Rennes]], 1699 in [[Klagenfurt]], 1728 in [[Solothurn]] und Mindelheim und 1747 in [[Luzern]]. Impusgebend war das lateinische Jesuitendrama auch für das [[Volksschauspiel]] des süddeutschen Sprachraums. Die erste deutschsprachige Hirlanda-Aufführung ist als Schulspiel des Gymnasiums in Kempten für das Jahr 1700 nachweisbar. Die &amp;#039;&amp;#039;Hirlanda&amp;#039;&amp;#039; als Volksschauspiel setzt 1738 in [[Mutters]] (Tirol) ein. In der Folge konzentrieren sich etwa anderthalb Jahrhunderte lang Hirlanda-Spiele auf den südlichen deutschen Sprachraum, besonders auf [[Tirol]]. Dazu die Chronologie der nachweisbaren Aufführungen: [[Oetz]] (1749), [[Hall in Tirol]] und [[Dachau]] (1759), St. Nikolaus in Tirol (1760), [[Mils]] in Tirol (1766), Schlechdorf in [[Salzburg]] (1768), [[Mals]] in Südtirol (1783), Kohlstadt bei [[Innsbruck]] (1790), [[Laas (Südtirol)|Laas]] in Südtirol (1791), mehrere Aufführungen in [[Mittenwald]] in Bayern und in [[Erl (Tirol)|Erl in Tirol]] in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, [[Kiefersfelden]] in Bayern (1802), [[Ermensee]] (1821), [[Eisenerz (Steiermark)|Eisenerz in der Steiermark]] (1839), [[Laßnitz bei Murau|Steirisch Laßnitz]] (1847), Liesing im Kärntner Lesachtal (1853), Buch bei Jenbach in Tirol (1858), Volksersheim in Oberschwaben (1877) und [[Chrzanów|Krenau in Böhmen]] (1882 und 1887).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführlich kommentiertes Beispiel für ein Hirlanda-Spiel ist die Fassung von [[Johannes Ulrich von Federspiel]], die [[Toni Bernhart]] herausgegeben hat. In einer Kurzfassung wurde dieses Stück durch das [[sirene Operntheater]] mit der Musik von [[Jury Everhartz]] in der Regie von [[Kristine Tornquist]] 1998 uraufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Johannes Ulrich von Federspiel]]: &amp;#039;&amp;#039;Hirlanda. Durch falschheit zu feir verdamte unschuld&amp;#039;&amp;#039;. Edition des Legendenspiels nach der Laaser Handschrift von 1791. Herausgegeben von Toni Bernhart. Wien/Bozen: Folio Verlag 1999, ISBN 3-85256-108-6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Genovefa / Hirlanda&amp;#039;&amp;#039;. Fredebeul &amp;amp; Koenen, Essen (Ruhr) 1914, (&amp;#039;&amp;#039;Deutsches Gut&amp;#039;&amp;#039; 19), (&amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen Volksbücher&amp;#039;&amp;#039;, {{ZDB|276922-0}}).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hirlanda&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von G. O. Marbach. Otto Wigand, Leipzig 1841, ([http://permalink.obvsg.at/AC04233050 &amp;#039;&amp;#039;Volksbücher&amp;#039;&amp;#039;] 21).&lt;br /&gt;
* Reinhold Köhler: Sainte Tryphine et Hirlande. In: Reinhold Köhler und Johannes Bolte (1900): &amp;#039;&amp;#039;Kleinere Schriften zur erzählenden Dichtung des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 2. Berlin: Felber, S. 657–662. (Erstmals in: &amp;#039;&amp;#039;Revue celtique&amp;#039;&amp;#039; 1, 1871, S. 222–225).&lt;br /&gt;
* Reinhold Köhler: Die deutschen Volksbücher von der Pfalzgräfin Genovefa und von der Herzogin Hirlanda. In: Reinhold Köhler und Johannes Bolte: &amp;#039;&amp;#039;Kleinere Schriften zur erzählenden Dichtung des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 2. Berlin: Felber 1900, S. 662–668. (Erstmals in: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für deutsche Philologie&amp;#039;&amp;#039; 5, 1874, S. 69–73).&lt;br /&gt;
* Ekkehard Schönwiese: &amp;#039;&amp;#039;Das Volksschauspiel im nördlichen Tirol. Renaissance und Barock&amp;#039;&amp;#039;. (= &amp;#039;&amp;#039;Theatergeschichte Österreichs&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, Heft 3). Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1975.&lt;br /&gt;
* Hermann Steinberger: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Entstehung der Sage von Hirlanda von Bretagne sowie zu den ihr am nächsten verwandten Sagen&amp;#039;&amp;#039;. 2 Teile. (1. Teil: Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des K. Theresien-Gymnasiums München 1912/13. 2. Teil: Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des K. Theresien-Gymnasiums München 1913/14). München: Wolf 1913.&lt;br /&gt;
* Eugen Thurnher: &amp;#039;&amp;#039;Tiroler Drama und Tiroler Theater&amp;#039;&amp;#039;. Innsbruck, Wien, München: Tyrolia 1968.&lt;br /&gt;
* Toni Bernhart: „alles leiden ist mir sies“. Frömmigkeit und Geschlecht am Beispiel von Hirlanda (1791). In: Ruth Albrecht, Annette Bühler-Dietrich und Florentine Strzelczyk (Hgg.): &amp;#039;&amp;#039;Glaube und Geschlecht. Fromme Frauen – Spirituelle Erfahrungen – Religiöse Traditionen&amp;#039;&amp;#039;. Köln: Böhlau 2008, S. 62–79.&lt;br /&gt;
* Norbert Hölzl: &amp;#039;&amp;#039;Theatergeschichte des östlichen Tirol. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. Bd. I. Graz, Wien, Köln: Böhlau 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-stuttgart.de/fridelev/dateien/fridel3/05.htm Fromme Frauen - Spirituelle Begegnungen - Religiöse Formationen: Genderspezifische Repräsentationen des Religiösen in der deutschen Kultur], Gefördert von der [[University of Calgary]] und der [[Universität Stuttgart]]&lt;br /&gt;
* [https://www.sirene.at/1998_hirlanda Hirlanda] – eine Produktion des [[sirene Operntheater]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124866948|VIAF=57557177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Legende]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische Figur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tfjt</name></author>
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