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	<title>Hildegard von Spitzemberg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-07-18T19:58:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+ Bild&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Hildegard Spitzemberg.jpg|mini|200px|Hildegard Freifrau v. Spitzemberg&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(Gemälde von [[Wilhelm von Kaulbach]], 1869)&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hildegard Amalie Henriette Maria Freifrau von Spitzemberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Standesamt Berlin III, Sterbeurkunde Nr. 122/1914&amp;lt;/ref&amp;gt; (* [[20. Januar]] [[1843]] in [[Hemmingen (Württemberg)|Hemmingen]]; † [[30. Januar]] [[1914]] in [[Berlin]]) war eine Berliner [[Salonnière]] der Bismarckzeit und des [[Wilhelminisches Zeitalter|Wilhelminischen Zeitalters]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Hildegard wurde als Tochter des [[Königreich Württemberg|württembergischen]] Staatsmannes [[Karl von Varnbüler (Politiker, 1809)|Karl Freiherr von Varnbüler]] und seiner Frau Henriette, geborene [[Freiherren von Süßkind|Freiin von Süßkind]], geboren. 1864 heiratete sie, obwohl Protestantin, den katholischen Diplomaten [[Karl von Spitzemberg]], einen Sohn des Stuttgarter Hofbeamten [[Franz Xaver von Spitzemberg|Franz Xaver Freiherr von Spitzemberg]]. Im Folgejahr begleitete sie ihren Ehemann, den neuen württembergischen [[Gesandter|Gesandten]] am preußischen Königshof, nach Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seither führte „die Schwäbin, die zur Berlinerin geworden war und mit viel Herz, aber kritischem Blick das Zeitgeschehen verfolgte“,&amp;lt;ref&amp;gt;So Karl-Heinz Janßen, &amp;#039;&amp;#039;Die Entlassung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit|Zeit]]-Punkte&amp;#039;&amp;#039; Nr. 2/1992, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis zu ihrem Tode einen &amp;#039;&amp;#039;politischen [[Literarischer Salon|Salon]]&amp;#039;&amp;#039;, in dessen Haltung und Personenkreis sich zugleich die geistige Situation der politischen Elite [[Königreich Preußen|Preußens]] und, nach 1871, des neu gegründeten [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreiches]] widerspiegelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Januar 1914 starb sie in ihrer Wohnung in der Magdeburger Straße 3 (heute Kluckstraße 6) in der [[Schöneberger Vorstadt]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;. Sie wurde in Stuttgart beerdigt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Karlv.Spitzemberg.jpg|mini|200px|[[Karl von Spitzemberg]], der Ehemann von Hildegard. [[Porträtfotografie]] (vor 1880) des Fotoateliers [[Loescher &amp;amp; Petsch]] in Berlin.]]&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
=== Ehe und Nachkommen ===&lt;br /&gt;
Hildegard Freiin von Varnbüler heiratete am 18. September 1864 den damaligen [[Liste der württembergischen Gesandten in Russland|württembergischen Gesandten]] in [[St. Petersburg]], Carl Freiherr von Spitzemberg. Sie hatten drei Kinder:&lt;br /&gt;
* Carl Freiherr von Spitzemberg (1865–1869)&lt;br /&gt;
* [[Lothar Hugo von Spitzemberg|Lothar Freiherr Hugo von Spitzemberg]] (1868–1930), preußischer [[Landrat (Deutschland)|Landrat]], [[Kammerherr]] der Kaiserin [[Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg|Auguste Victoria]]&lt;br /&gt;
* Johanna Freiin von Spitzemberg (1877–1960), ⚭ 1902 mit dem Diplomaten [[Hans von Wangenheim]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berühmte Verwandte ===&lt;br /&gt;
Hildegards Bruder war [[Axel Varnbüler von und zu Hemmingen|Axel von Varnbüler]], von 1894 bis 1918 württembergischer Gesandter beim [[Bundesrat (Deutsches Reich)|Bundesrat]] in Berlin, Vertrauter Kaiser [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelms&amp;amp;nbsp;II.]] und des [[Philipp zu Eulenburg|Fürsten Eulenburg]] und Angehöriger der „[[Liebenberger Tafelrunde]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Nichte [[Amélie von Soden]], die Tochter ihres Schwagers [[Wilhelm von Spitzemberg]] und Ehefrau des hochdekorierten Generals [[Franz von Soden (General)|Franz von Soden]], war als Abgeordnete der [[Deutsche Zentrumspartei|Deutschen Zentrumspartei]] im Jahr 1919 Mitglied der [[Verfassunggebende Versammlung|Verfassunggebenden Versammlung]] des neu gegründeten [[Volksstaat Württemberg|Volksstaats Württemberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre Schwester &amp;#039;&amp;#039;Anna&amp;#039;&amp;#039; war sie die Großtante des späteren Widerstandskämpfers [[Caesar von Hofacker]] (1896–1944).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaftliche Rolle ==&lt;br /&gt;
=== Freundschaft mit Bismarck ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz von Lenbach 003.jpg|mini|200px|[[Otto von Bismarck]], den mit Baronin Spitzemberg eine beinahe väterliche Freundschaft verband. Porträt von [[Franz von Lenbach]], um 1889]]&lt;br /&gt;
Bis 1866 eine scharfe Gegnerin Preußens, wandelte sich Baronin Spitzemberg nach dem preußischen Sieg über Österreich und die süddeutschen Staaten (vgl. [[Deutscher Krieg]]) bald zur enthusiastischen Befürworterin der [[Deutsche Einigung|deutschen Einigung]] unter preußischer Führung und zur glühenden Bewunderin [[Otto von Bismarck|Bismarcks]]. Der dänische Literat [[Georg Brandes]], der um 1880 Berlin bereiste, schildert, ohne ihren Namen zu nennen, eine Unterhaltung mit der Baronin, die diesen Gesinnungswandel eindrucksvoll dokumentiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|In einer großen Gesellschaft vor einigen Tagen sprach die Gemahlin eines süddeutschen Gesandten mit einem Fremden über diese Eigenart des Norddeutschen, seine Individualität dem Staatsgedanken unterzuordnen; persönlich fühle sie sich von der Uniformierung der Gemüter abgestoßen; aber sie erkannte diese Entsagung an, die allzeit zu Opfern bereit war: &amp;#039;Weil sie den Preußen in Fleisch und Blut übergegangen ist, sind sie geworden, was sie sind, und weil sie uns fehlt, sind wir mit all unsern lieben individuellen Eigenarten zu einem Nichts geworden.&amp;#039; [...] Eine derartige Äußerung ist ein Zeichen der Zeit. Ihr Vater war ein süddeutscher Premier, einer von denen, die vor 1866 Bismarck den hartnäckigsten Widerstand leisteten und große Zuversicht in Österreichs Sieg hatten [...] Die Tochter gehört jetzt zu Bismarcks engerem Kreis und zu seinen eifrigsten Bewunderinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Brandes, &amp;#039;&amp;#039;Vermählung und Bescheidenheit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Berlin als deutsche Reichshauptstadt. Erinnerungen aus den Jahren 1877–1883.&amp;#039;&amp;#039; (dt. v. [[Peter Urban-Halle]]), Berlin 1989, S. 88 (18. Februar 1878).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den frühen 1870er Jahren ging „Higa“ bei Bismarcks ein und aus wurde dem Reichsgründer eine vertraute Freundin und Gesprächspartnerin, ebenso seiner Gattin [[Johanna von Puttkamer|Johanna]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard von Bülow]] berichtet von einem Gespräch mit den Bismarcks im Jahr 1884 (&amp;#039;&amp;#039;Denkwürdigkeiten&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, Berlin 1931, S. 554): „Die Rede kam auf Berliner gesellschaftliche Verhältnisse. Die Fürstin schwärmte von Frau von Spitzemberg, der Frau des württembergischen Gesandten in Berlin, mit der sie seit über zwanzig Jahren, seit der gemeinsamen Gesandtenzeit in St. Petersburg, befreundet sei und die sie immer als treu befunden habe.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings nahm ihr Kontakt nach Bismarcks Entlassung 1890 und seinem Rückzug auf Schloss [[Friedrichsruh]] stark ab, wie sie selber 1895 schwermütig resümierte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich persönlich habe dem Fürsten geschrieben mit wenig Aussicht, dass er den Brief lese – er in seiner Einsamkeit und seinem Alter vergisst wohl allmählich die Menschen, die ihm nicht öfter wieder vor Augen treten, und seit die Fürstin tot ist, fehlt mir die Persönlichkeit, durch die ich meine Wünsche und Rechte könnte geltend machen. Marie [v. Bismarck] ist mir ganz entfremdet, die Söhne [Herbert und Wilhelm v. Bismarck] haben mir schon, als Bismarcks noch hier waren, ferne gestanden. Wäre ich ein Mann, ich säße irgendwo bei Friedrichsruh und genösse von A bis Z all das, was sich jetzt dort abspielt! So muss ich mich damit begnügen, es in Gedanken mit zu erleben.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; S. 335 f. (1. April 1895).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meinungen über das Verhältnis der Frau von Spitzemberg zu Bismarck nach seiner Entlassung sind allerdings geteilt. Nach den, indessen nicht immer zuverlässigen, Memoiren des [[Bernhard von Bülow|Fürsten Bülow]] gehörte sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|zu den ersten, die von dem gestürzten Bismarck abschwenkten [...] Hildegard von Spitzemberg schloss sich mit solchem Enthusiasmus dem Nachfolger von Bismarck an, dass in dem grollenden Friedrichsruh spöttisch behauptet wurde, sie wolle den Hagestolz Caprivi [den unverheirateten Nachfolger Bismarcks als Reichskanzler, General [[Leo von Caprivi]]] heiraten, um Frau Reichskanzler zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bülow, &amp;#039;&amp;#039;Denkwürdigkeiten&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Berlin 1931, S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls steht sie Bismarck – mit der Zeit zunehmend – kritisch gegenüber; in ihrem Tagebuch beklagt sie „die Brutalität und Unbarmherzigkeit, mit der [die Familie Bismarck] so viele Menschen, groß und klein, in den Staub getreten“,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;, 21. März 1890.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bismarcks „Gewalttätigkeit und kleinliche Herrschsucht“,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;, 25. März 1890.&amp;lt;/ref&amp;gt; „viel menschliche Versündigung“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;, 29. März 1890.&amp;lt;/ref&amp;gt; und „viele kleine und kleinliche Seiten“ ihres „Helden“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;, 18. Juli 1892.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stellung am deutschen Kaiserhof ===&lt;br /&gt;
Auch mit Kaiser [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm I.]] und Kaiserin [[Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach|Augusta]] stand sie als Diplomatengattin und später -witwe mit [[Exzellenz (Titel)|Exzellenzen]]-Rang in persönlicher Verbindung; als ihr Mann, der Gesandte v. Spitzemberg, 1880 starb, kondolierte ihr die alte Kaiserin persönlich in ihrer Wohnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; S. 189 (21. Dezember 1880).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei deren Tod wiederum im Januar 1890 notierte sie in ihr Tagebuch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn sie heute um Mitternacht hinausgetragen wird, dann ist endgültig das Leben abgeschlossen, das so lange, lange Jahre diese Räume bewegte, und wir alle, die wir dort so viel ein- und ausgingen, wir die Getreuen aus der alten Zeit Kaiser Wilhelms und Kaiserin Augustas nehmen den letzten Abschied von unsern lieben Majestäten und von der alten, für uns guten Zeit! Es sind ausgelebte Leben, die abschließen, es ist eine große Zeit, die abgelaufen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; S. 267 (9. Januar 1890).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Affäre ===&lt;br /&gt;
1896 bewegte eine Affäre zwischen Hildegards Tochter Johanna und Herzog [[Ernst Günther Herzog von Schleswig-Holstein|Ernst Günther von Schleswig-Holstein]], dem Bruder der deutschen Kaiserin [[Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg|Auguste Victoria]], die Gemüter am deutschen Kaiserhof. Der Herzog wollte die Baronesse heiraten, was auf den erbitterten Widerspruch des Kaiserpaares traf. Nachdem der [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Kaiser]] sowohl seinem Schwager als auch dem Onkel Johannas, [[Axel von Varnbüler]], seinen Standpunkt energisch klargemacht hatte, nahmen der Herzog und Fräulein von Spitzemberg von dem Projekt Abstand.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[John Röhl]]: &amp;#039;&amp;#039;Kaiser Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. München 1988, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Salon ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Marie Schleinitz 03.jpg|mini|hochkant|[[Marie von Schleinitz|Marie Gräfin Schleinitz]], die große Antipodin der Spitzemberg. Gemälde von [[Franz von Lenbach|Lenbach]], 1872]]&lt;br /&gt;
Nach dem Tod ihres Mannes 1880 nicht wieder verheiratet, spielte die mit 37 Jahren verwitwete Baronin Spitzemberg weiterhin eine führende und einflussreiche Rolle in der Berliner Hofgesellschaft. In ihren späten Jahren kritisierte sie immer heftiger das [[Persönliches Regiment|Persönliche Regiment]] Wilhelms II. und teilte die Skepsis vieler älterer Zeitgenossen, die noch am altpreußischen Hof Wilhelms I. sozialisiert worden waren, gegen den [[Neuer Kurs (Deutsches Reich)|neuen Kurs]] des jungen Kaisers. Insbesondere ihr Salon, den sie seit etwa 1870 – erst an der [[Potsdamer Straße|Potsdamer]], dann Magdeburger Straße – ohne Unterbrechungen führte, trug maßgeblich zur Verbreitung der &amp;#039;&amp;#039;Bismarck-Legende&amp;#039;&amp;#039; bei, die der Altkanzler nach seiner Entlassung 1890 konstruierte und nicht immer rücksichtsvoll in die Öffentlichkeit lancierte. Ihre politische und private Grundhaltung blieb zeitlebens [[elitär]], [[Konservatismus|konservativ]] und [[Nationalismus|nationalpatriotisch]]. Über ihre gesellschaftliche Rolle und Bedeutung heißt es: „Jüngere Diplomaten suchten sie bis 1914 gern um ihrer Bismarckerinnerungen und ihrer Kenntnis der Berliner Gesellschaft willen auf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wilhelmy, S. 843.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre große Konkurrentin in der Salonwelt war die kunstsinnige [[Marie Gräfin Schleinitz]], während sie mit [[Anna von Helmholtz]], der dritten großen Salonnière der Gründerzeit, auf gutem Fuße stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bekannte Habitués&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Kaiserin Augusta.jpg|mini|hochkant|[[Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach|Kaiserin Augusta]]. Gemälde von [[Bernhard Plockhorst]], 1888]]&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; width=&amp;quot;25%&amp;quot; |&lt;br /&gt;
* [[Franz von Arenberg]]&lt;br /&gt;
* Prinz [[August von Württemberg]]&lt;br /&gt;
* [[George Bancroft (Politiker)|George Bancroft]]&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus von Below (Politiker)|Nikolaus von Below-Saleske]]&lt;br /&gt;
* [[Theobald von Bethmann Hollweg]]&lt;br /&gt;
* [[Karl Heinrich von Boetticher]]&lt;br /&gt;
* [[Bernhard von Bülow]]&lt;br /&gt;
* [[Leo von Caprivi]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolph von Delbrück]]&lt;br /&gt;
* [[Hermann von Erffa]]&lt;br /&gt;
* [[Adolf von Harnack]]&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand von Harrach|Ferdinand Graf von Harrach]]&lt;br /&gt;
* [[Anna von Helmholtz]]&lt;br /&gt;
* [[Friedrich August von Holstein]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; width=&amp;quot;25%&amp;quot; |&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm von Kardorff]]&lt;br /&gt;
* [[Gustav von Kessel (General, 1846)|Gustav von Kessel]]&lt;br /&gt;
* [[Alfred von Kiderlen-Wächter]]&lt;br /&gt;
* [[Richard von Kühlmann]]&lt;br /&gt;
* [[Moritz Lazarus]]&lt;br /&gt;
* [[Helene von Lebbin]]&lt;br /&gt;
* [[Hugo von Lerchenfeld-Köfering|Hugo Graf von und zu Lerchenfeld-Köfering]]&lt;br /&gt;
* [[Karl Max von Lichnowsky]]&lt;br /&gt;
* [[Adolf Marschall von Bieberstein (Politiker, 1842)|Adolf Marschall von Bieberstein]]&lt;br /&gt;
* [[Albert von Metzler (Bankier, 1839)|Albert von Metzler]]&lt;br /&gt;
* [[Johannes von Miquel]]&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm von Mirbach-Harff]]&lt;br /&gt;
* [[Hermann von Mittnacht]]&lt;br /&gt;
* [[Alfons Mumm von Schwarzenstein]]&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; width=&amp;quot;25%&amp;quot; |&lt;br /&gt;
* [[Konstantin von Neurath]]&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Pourtalès]]&lt;br /&gt;
* [[Joseph Maria von Radowitz (Diplomat)|Joseph Maria von Radowitz]]&lt;br /&gt;
* [[Walter Robert-Tornow]]&lt;br /&gt;
* [[Carl Georg Schillings]]&lt;br /&gt;
* [[Kurd von Schlözer]]&lt;br /&gt;
* [[Paul von Schwabach]]&lt;br /&gt;
* [[Max Franz Guido von Thielmann|Max von Thielmann]]&lt;br /&gt;
* [[August von Trott zu Solz]]&lt;br /&gt;
* [[Axel Varnbüler von und zu Hemmingen|Axel Freiherr von Varnbüler]]&lt;br /&gt;
* [[Hans von Wangenheim]]&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Windthorst]]&lt;br /&gt;
* [[Robert von Zedlitz-Trützschler]]&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand von Zeppelin]]&lt;br /&gt;
* [[Arthur Zimmermann (Diplomat)|Arthur Zimmermann]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wilhelmy, S. 844–47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tagebuch ==&lt;br /&gt;
Baronin Spitzemberg ist heute durch ihr &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039; bekannt, das sie seit ihrer frühen Jugend bis unmittelbar vor ihrem Tod führte und in dem sie die Situation der gesellschaftlichen Elite des Kaiserreiches sowie die politische Stimmung insbesondere ihrer eigenen Gesellschaftsschicht detailliert und kontinuierlich beschrieb, kommentierte und kritisierte. Dem Leser vermittelt die Lektüre neben den &amp;#039;&amp;#039;Fakten&amp;#039;&amp;#039; – wie höfischen Veranstaltungen, personellen Revirements und familiären Begebenheiten – vor allem den jeweiligen &amp;#039;&amp;#039;Eindruck&amp;#039;&amp;#039;, den Veränderungen in der politischen Elite und der Hofgesellschaft bei der Autorin und ihren Bekannten hervorriefen. Persönliche Emotionen, die über ein Niveau strenger bürgerlicher Zurückhaltung hinausgingen, spielen dagegen keine Rolle, es sei denn, sie betreffen Phänomene aus Politik und Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zuletzt deshalb liegt der Schluss nahe, dass zumindest die reife Frau von Spitzemberg ihr Journal bewusst für die Nachwelt schrieb, worauf ebenso sein gehobener, ungewöhnlich gesetzter und durchweg „vorzeigbarer“ Stil hinweist; jedenfalls wurde es genau im Todesjahr der Tochter der Verfasserin, 1960, vom Historiker [[Rudolf Vierhaus]] an die Öffentlichkeit gebracht und bis heute mehrmals neu aufgelegt. Da es allerdings nur in Auszügen ediert wurde, ein Teil ihrer Aufzeichnungen also weiterhin in privaten und öffentlichen Archiven ruht, kann diese Vermutung nicht restlos bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da zahlreiche Aristokraten, Beamte, Offiziere und Politiker zu den [[Habitué]]s der Spitzemberg zählten, sie selber wiederum bei allen wichtigen Berliner Persönlichkeiten verkehrte, stellen ihre Aufzeichnungen ein relativ dichtes Panorama und ein authentisches Sittenbild der Berliner &amp;#039;&amp;#039;beau monde&amp;#039;&amp;#039; dar, das die gesamte Zeitspanne von der [[Deutsche Reichsgründung|Reichsgründung]] 1871 bis ins Jahr des [[Erster Weltkrieg|Kriegsausbruchs]] 1914 umfasst. So ist das Tagebuch als [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Geschichtsquelle]] zur Erforschung der politischen und sozialen [[Mentalität]]en des Kaiserreiches bis heute für die [[Geschichtswissenschaft]] „hoch einzuschätzen“:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Heinz Gollwitzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Standesherren.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1964, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ein zwar persönlich bestimmter, aber bedeutsamer Ausschnitt deutscher Geschichte ist hier in dem zwar persönlich gefassten, aber doch allgemeines Interesse beanspruchenden Spiegel des Bewusstseins einer klugen Miterlebenden und der Berliner Hofgesellschaft aufgefangen [...] Der historische Wert des Tagebuchs der Baronin Spitzemberg beruht darauf, dass es Quelle für das Bewusstsein von Menschen, für ihr politisches und soziales Selbstverständnis ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Vierhaus: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ausgaben&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Vierhaus]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Tagebuch der Baronin Spitzemberg, geb. Freiin v. Varnbüler. Aufzeichnungen aus der Hofgesellschaft des Hohenzollernreiches&amp;#039;&amp;#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1960. (5. Auflage. 1989, ISBN 3-525-35811-3)&lt;br /&gt;
* Rudolf Vierhaus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Am Hof der Hohenzollern. Aus dem Tagebuch der Baronin Spitzemberg 1865–1914&amp;#039;&amp;#039;. dtv dokumente. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965. (2. Auflage. 1979, ISBN 3-525-35811-3)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Eintrag in der [[Deutsche Biographische Enzyklopädie|Deutschen Biographischen Enzyklopädie]]&lt;br /&gt;
* {{NDB|24|720|721|Spitzemberg, Hildegard Amalie Henriette Maria Freifrau von|[[Hartwin Spenkuch]]|118767313}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Vierhaus]]: &amp;#039;&amp;#039;Vorwort.&amp;#039;&amp;#039; In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Tagebuch der Baronin Spitzemberg, geb. Freiin v. Varnbüler. Aufzeichnungen aus der Hofgesellschaft des Hohenzollernreiches.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; 43). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1960, S. 7–39.&lt;br /&gt;
* Petra Wilhelmy: &amp;#039;&amp;#039;Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert. (1780–1914).&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin.&amp;#039;&amp;#039; 73). Walter de Gruyter, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1989, ISBN 3-11-011891-2, S. 332–335. (Zugleich: Münster (Westfalen), Univ., Diss., 1987)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118767313}}&lt;br /&gt;
* {{Findagrave|116282059}}&lt;br /&gt;
* [https://books.google.de/books?id=RAEWcevezbkC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=spitzemberg+tagebuch&amp;amp;sig=ACfU3U0snILZvFZO3VMXAHMvucmmyX89RA&amp;amp;hl=de#PPP1,M1 &amp;#039;&amp;#039;Das Tagebuch der Baronin Spitzemberg&amp;#039;&amp;#039; auf &amp;#039;&amp;#039;Google Books&amp;#039;&amp;#039; (Teildigitalisat)]&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/6919a991-e896-4571-bcb1-64ce9469ace2/ Nachlass Bundesarchiv N 1429]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118767313|LCCN=no/2009/158128|VIAF=25398312}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Spitzemberg, Hildegard Von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Salonnière (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tagebuch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Familie Varnbüler|Hildegard]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiherr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Württemberger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1843]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1914]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Spitzemberg, Hildegard von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Spitzemberg, Hildegard Freifrau von (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Salonnière&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Januar 1843&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hemmingen (Württemberg)|Hemmingen]], Württemberg&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=30. Januar 1914&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Proxy</name></author>
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