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	<title>Heu - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Heu&amp;diff=33557&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Nassauer27: /* Unterdachtrocknung */</title>
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		<updated>2026-05-01T06:58:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Unterdachtrocknung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt geschnittenes Gras. Weitere Bedeutungen sind unter [[Heu (Begriffsklärung)]] aufgeführt. &amp;#039;&amp;#039;Heuernte&amp;#039;&amp;#039; ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel, zum Gemälde Pieter Bruegels d.&amp;amp;nbsp;Ä. siehe [[Die Heuernte]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Heufuhr im Engadin um 1900.jpg|mini|Ochsengespann mit Mähgut im [[Engadin]] um 1900 (kolorierte Fotografie)]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heu&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird die getrocknete oberirdische [[Biomasse]] von [[Grünland]]pflanzen wie [[Gras|Gräsern]], [[Wildkräuter|Kräutern]] und [[Hülsenfrüchtler]]n bezeichnet. Es dient in der Regel als [[Futtermittel|Futter]] für Nutz- und Haustiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzugrenzen ist Heu vom [[Stroh]], der getrockneten oberirdischen Biomasse von Druschpflanzen wie [[Getreide]], [[Leguminosen]] und [[Ölpflanzen]] nach dem [[Dreschen]] (mit Entnahme ihrer Samen ([[Ähre]]n, [[Schote (Frucht)|Schoten]], [[Ölsaat]])).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewinnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Galtür - Heuernte 02.jpg|mini|Heuwenden mit dem Kreiselheuer]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schwaden 7207.jpg|mini|Schwaden]]&lt;br /&gt;
Heu wird gewonnen, indem die auf [[Grünland]] wachsenden [[Gras|Gräser]] und [[Krautige Pflanze|Kräuter]] gemäht und getrocknet werden. Der Aufwuchs, zum Beispiel von [[Wiese (Grünland)|Wiesen]], ist nach der [[Mähen|Mahd]] rasch und zugleich schonend so weit zu trocknen, dass durch den Wasserentzug eine [[Konservierung]] erzielt wird. Dafür ist in der Regel eine Reduktion auf eine Restfeuchte von 15 % erforderlich, was einem Trockensubstanzgehalt von 85 % entspricht. Hierzu kommen die Verfahren Bodentrocknung, Gerüsttrocknung oder Unterdachtrocknung infrage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bodentrocknung ===&lt;br /&gt;
Bei der Bodentrocknung bleibt der Aufwuchs nach dem Mähen mehrere Tage auf der Grünlandfläche liegen. Je nach Witterung wird das trocknende Mähgut unterschiedlich oft gezettet (auseinandergestreut) und gewendet, zwecks geringerer Befeuchtung durch [[Tau (Niederschlag)|Tau]] eventuell zu Nachtschwaden zusammengerecht, um dann zur Abfuhr auf [[Schwade]]n gelegt zu werden. Das Zetten, Wenden und Schwaden erfolgt in der Regel maschinell mittels [[Heuwender]] und [[Schwader]], in manchen Fällen wie in Steillagen oder auf feuchten Wiesen auch noch von Hand mit [[Heugabel]] oder [[Rechen (Werkzeug)|Heurechen]]. Für die Bodentrocknung sind normalerweise drei bis vier Tage mit günstiger Witterung nötig. Sie ist mit sogenannten Bröckelverlusten durch Abbrechen von Blättchen des Erntegutes verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Abfuhr wird das Heu in der modernen [[Landwirtschaft]] meistens mit [[Ballenpresse (Landwirtschaft)|Ballenpressen]] zu kleinen oder großen Ballen in Form von [[Quader]]n oder [[Zylinder (Geometrie)|Zylindern]] verdichtet. Kleine Quaderballen mit Abmessungen von üblicherweise etwa 40 × 50 × 100&amp;amp;nbsp;cm sind mit einem Gewicht von 10 bis 30&amp;amp;nbsp;kg noch handhabbar, die großen, bis zu mehreren hundert Kilogramm schweren Rund- oder Quaderballen erfordern Maschinen. Die Bergung von losem Heu z.&amp;amp;nbsp;B. mittels [[Ladewagen]] spielt insbesondere bei der Unterdachtrocknung eine Rolle. Bei trockener Lagerung kann das Heu über ein Jahr lang als [[Futtermittel]] für [[Nutztier]]e verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gerüsttrocknung ===&lt;br /&gt;
Zur Verringerung des Witterungsrisikos sind vor allem in niederschlagsreichen Gebieten Verfahren der Heubereitung statt auf dem Boden auf Gerüsten entwickelt worden, durch die die negativen Einflüsse von Niederschlägen auf die Trocknung und zugleich auch die Bröckelverluste verringert werden konnten. Nachteilig im Sinne einer rationellen Landwirtschaft nach heutigen Maßstäben ist aber, dass alle Gerüsttrocknungsverfahren ein hohes Maß an Handarbeit erfordern. Bei der Gerüsttrocknung finden verschiedene Formen von [[Heureiter]]n Anwendung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dieme#Heinzen|Heinzen]] (einzelne Pfähle mit Querstangen)&lt;br /&gt;
* Schwedenreuter (an Pfähle gespannte Schnüre oder Drähte)&lt;br /&gt;
* Giebelhütten (gegeneinander zeltförmig aufgestellte Lattenroste)&lt;br /&gt;
* Dreibockreuter (pyramidenförmig aufgestellte Konstruktionen aus drei mit Querstangen verbundenen Pfählen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Heinzen und Schwedenreutern kann das Erntegut unmittelbar nach dem Schnitt auf diese gehängt werden, bei den Heuhütten oder Dreibockreutern hingegen ist eine Vortrocknung auf rund 50 % Trockensubstanzgehalt auf dem Boden erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Fenum.jpg|[[Hortus sanitatis]], Mainz 1491. Abbildung zum Kapitel Fenum – Heu&lt;br /&gt;
 Heuvorratshaufen im Moosbruch (Ostpreußen).JPG|Heu-Vorratshaufen im ostpreußischen Moosbruch&lt;br /&gt;
 Haymaking-in-Tjørnuvik.JPG|Gerüsttrocknung: Schwedenreuter in Tjørnuvik, Färöer&lt;br /&gt;
 Fotothek df ps 0004125 Landschaften ^ Hügellandschaften - Gebirgslandschaften ^.jpg|Heinzen in Leutasch, Österreich&lt;br /&gt;
 Heumanderl.JPG|Dreibockreuter im Freilichtmuseum Kürnbach bei Biberach&lt;br /&gt;
 Bundesarchiv Bild 183-31178-0001, Neustadt, Bau von Heureitern.jpg|Bau von Lattenrosten für Heuhütten in Neustadt, Kreis Hoyerswerda&lt;br /&gt;
 Moosburg Arlsdorf 10 Heuernte 12062006 4052.jpg|Heuernte: Pressen von Rundballen in Moosburg, Österreich&lt;br /&gt;
 ArCJ - 1 homme, 1 femme - 137 J 2991 a.tif|Mechanisierung anfangs 20. Jahrhundert im Schweizer Jura&lt;br /&gt;
 Hay-cock-Heukegel-by-Maseltov-1.jpg|Heu auf Kegel als zeitweiser Schutz vor Regen&lt;br /&gt;
 Wildiheu.jpg|Wildheu-Triste&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterdachtrocknung ===&lt;br /&gt;
Die Verfahren zur Belüftungstrocknung des Heues dienen ebenfalls zur Verringerung des Wetterrisikos und der Bröckelverluste. Hierbei wird der Heustock (das Heulager) auf dem Bauernhof über Gebläse zwangsweise mit kalter oder auch angewärmter Luft&amp;lt;!-- Teilweise auch Luftentfeuchtung --&amp;gt; so lange durchblasen (belüftet), bis ein sicher konservierender Trockensubstanzgehalt erreicht ist. Je nach Auslegung der Anlage kann das auf dem Boden vorgetrocknete Mähgut bereits mit einem Feuchtigkeitsgehalt von noch 65 % eingefahren werden; bei günstiger Witterung ist dies bereits nach einem Tag Bodentrocknung der Fall. Nach hinreichender Trocknung des Heues kann dieses zur weiteren Lagerung im gleichen Lager verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualitativ &amp;lt;!-- Qualität passt nicht in den Absatz Gewinnung --&amp;gt;hochwertiges Heu sollte staubarm sein und einen [[Trockenmasse|Trockensubstanzgehalt]] von etwa 86 % haben. Heu muss vor der Fütterung mindestens zwei Monate gelagert werden, da es sonst aufgrund nicht abgeschlossener Fermentationsvorgänge (sogenannte Schwitzphase) im Heu zu gefährlichen Verdauungsstörungen kommen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Handbuch Pferd, 6. Auflage, BLV, München, 2005, ISBN 3-405-17019-2, S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen Schnitte zeigen deutliche Qualitätsunterschiede: Das Heu umfasst die faser- und kohlenhydratreichen Gräser bis zur ersten Blüte und die typischen Frühlings-Wiesenblumen (beispielsweise [[Hahnenfuß]] oder [[Schafgarbe]]). Grummet ist kürzer und enthält mehr Kräuter. Es ist aufgrund eines relativ zum ersten Schnitt früheren Schnittzeitpunkts nährstoffreicher bzw. hat einen niedrigeren Anteil an Struktur[[kohlenhydrate]]n als Heu. Grummet ist wegen seines hohen Eiweißgehalts besonders für Milchvieh als Futter geeignet. Aufgrund der [[Kolik]]gefahr kann es für Pferde dagegen sogar gefährlich sein. Die weiteren Schnitte sind minderwertig und weit verbreitet ist stattdessen das Nachgrasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Schnitt wird in heutigen Produktionsverfahren nicht als Heu, sondern weit überwiegend zu [[Silage]] konserviert, um den Gesamtertrag des [[Grünland]]es zu erhöhen sowie um Verdaulichkeit und Nährstoffgehalt des Futtermittels zu erhöhen. Zudem wird so der Blattanteil (Kräuter, Blumen) minimiert&amp;lt;!--wie dass denn???--&amp;gt;. Dieser neigt in der Silage zum Schimmeln und führt bei der Ernte zu erhöhten Verlusten. Aufwüchse für Silage werden meistens kurz vor dem [[Schossen]] gemäht, Aufwüchse für Heu zwei bis vier Wochen später&amp;lt;!--was viel besser für die Natur ist--&amp;gt;. Durch den späteren Schnittzeitpunkt erhöht sich der Anteil der Strukturkohlenhydrate (siehe auch [[Rohfaser]]) in der Pflanze, was einerseits die Trocknung verkürzt und andererseits zu weniger Verlusten auf dem Feld führt (weniger Bergeverluste durch höheren [[Sprossachse|Stängelanteil]]&amp;lt;!--das ist sicherlich Humbug, weil ja die Stengel wenig Nährstoffe enthalten--&amp;gt;). Die Anzahl möglicher Nutzungen der Aufwüchse richtet sich sehr nach der Intensität der Bewirtschaftung&amp;lt;!--doch eher nach Boden und Klima--&amp;gt;. Bei [[Extensive Landwirtschaft|extensiver Flächennutzung]] werden die Flächen ein- bis zweimal pro Jahr gemäht (evtl. plus Nachweide), bei intensiver Landbewirtschaftung drei- bis fünfmal pro Jahr (eventuell anschließend Nachweide oder Mulch-/Pflegeschnitt). Die Stärke der Bewirtschaftung ist auch vom Standort ([[Klima]], [[Boden (Bodenkunde)|Boden]] usw.) abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Heu als Konservierungsform ist das Witterungsrisiko deutlich höher als bei Silage: Während Silage optimalerweise bei einem [[Wassergehalt]] von 65 % eingefahren wird, sollte Heu nicht mehr als 15 % Wasser enthalten. Daher muss es zur Trocknung wesentlich länger auf dem Feld verbleiben (bis zu mehreren Tagen, Silage zum Teil nur einen Tag). Um ein Verderben des Heus bei ungünstiger Witterung zu vermeiden, wurde es früher verbreitet (per Hand) auf [[Heureiter]] gehängt (Gerüsttrocknung, siehe oben). Wird das Heu zu feucht gepresst, führt dieses vor allem durch [[Pilze]] ([[Hefen]]) zu einer Nacherwärmung des Materials. Damit verbunden sind [[Nährstoff]]verluste und eine Verunreinigung mit Gärschädlingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Eichhorn (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Landtechnik&amp;#039;&amp;#039;. 7. überarbeitete und erweiterte Auflage, Ulmer, Stuttgart 1952/1999, ISBN 3-8001-1086-5, S. 262 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu feuchtes Heu kann aufgrund intensiver [[Gärung]] so hohe Wärme[[Leistung (Physik)|leistung]] erzeugen, dass es in dafür passender Anhäufung im Inneren so hohe Temperaturen erreicht, dass sich etwa [[Heuballen]] oder Heulager selbst entzünden können ([[Heuselbstentzündung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen des sommerfeuchteren Klimas in Norddeutschland ist Heu als Konservierungsform dort deutlich weniger verbreitet als in Süddeutschland. Daneben haben aber auch die niedrigeren Verluste und die einfachere Handhabung&amp;lt;!--wieso sind Sennageballen einfacher zu handhaben?--&amp;gt; dafür gesorgt, dass [[Silage]] und [[Heulage]] heute verbreitetere Konservierungsformen in der Landwirtschaft sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Differenzierung und Benennung nach Erntezeitpunkt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Grasmahd mit Sense.jpg|mini|Grasmahd mit Sense, bei Haselbach, Thüringer Wald, Anfang der 1940er Jahre]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Heuwenden.jpg|mini|Heuwenden mit pferdegezogenem Gabelheuwender in Affeln, Sauerland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Region, aber auch regionaler Höhenlage (klimatische Umstände) werden Wiesen in Mitteleuropa bis zu sechsmal im Jahr geschnitten (&amp;#039;&amp;#039;Schnitte oder [[Mähen|Mahden]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erster Schnitt: Heumahd ====&lt;br /&gt;
{{Anker|Erster Schnitt}}&lt;br /&gt;
Dabei heißt der erste Schnitt, der im Frühsommer stattfindet, speziell &amp;#039;&amp;#039;Heumahd&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;die&amp;#039;&amp;#039; [[Femininum|f.]], regional auch &amp;#039;&amp;#039;das&amp;#039;&amp;#039; [[Neutrum|n.]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm-Mahd&amp;quot;&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=MAHD |Wortart=n. und fem. mähen und gemähtes |Band=12 |Sp=1449 |lemid=M00357}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Frühmahd, Frühheu, Vormahd&amp;#039;&amp;#039; u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;amp;nbsp;m.), sodass man in Fachkreisen mit ‚Heu‘ nur das Futter der Frühsommerernte meint. Diese Spezialisierung ist im Süden ausgeprägter als im Norden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zweiter Schnitt: Grummet, Emde, Ettgrön ====&lt;br /&gt;
{{Anker|Zweiter Schnitt}}&lt;br /&gt;
Der zweite Schnitt, der meist im Hochsommer erfolgt, und auch dessen Ernte heißen allgemeindeutsch &amp;#039;&amp;#039;Grummet&amp;#039;&amp;#039; (n.).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm-Grummet&amp;quot;&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=GRUMMET |Wortart=n., foenum secundum |Band=9 |Sp=637 |lemid=G29915}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Werner König |Titel=dtv-Atlas Deutsche Sprache |Reihe=dtv-Atlas |BandReihe=3025 |Auflage=1. |Verlag=dtv |Ort=München |Datum=1978 |ISBN=3-423-03025-9 |Kapitel=&amp;#039;&amp;#039;Grummet&amp;#039;&amp;#039; |Seiten=215 |Spalten=1 |Kommentar=Karte S. 214}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere regionale Ausdrücke sind &amp;#039;&amp;#039;Emd(e), Öhmd&amp;#039;&amp;#039;, oder &amp;#039;&amp;#039;Ettgrön&amp;#039;&amp;#039;. Wo es nur zwei Schnitte gibt, sagt man auch &amp;#039;&amp;#039;Nachmahd&amp;#039;&amp;#039;, sonst bezeichnet das einen weiteren Schnitt. Das Fehlen eines eigenen Wortes für den zweiten Schnitt ist für das frühe 20.&amp;amp;nbsp;Jh. nur für zwei größere Inseln, im [[Südmärkisch]]en bei Berlin &amp;#039;&amp;#039;(zweiter Schnitt)&amp;#039;&amp;#039; und im [[Erzgebirgisch|Erzgebirgischen]] &amp;#039;&amp;#039;(zweite Schur)&amp;#039;&amp;#039; belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grummet zeichnet sich durch einen höheren Eiweißgehalt aus, weshalb es intensivere Trocknung erfahren muss als der erste Schnitt. In der Landwirtschaft werden [[Heuwender]] zur Unterstützung der Mähguttrocknung eingesetzt. Bei nicht ausreichender Trocknung besteht die Gefahr der Selbstentzündung bei der anschließenden Lagerung auf dem [[Scheune|Heuboden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Schnitte ====&lt;br /&gt;
Der dritte Schnitt hat nur regional ein eigenes Wort, etwa tirolisch &amp;#039;&amp;#039;Pofel&amp;#039;&amp;#039;, [[ahrntal]]erisch &amp;#039;&amp;#039;Böüfel&amp;#039;&amp;#039; (dessen Wortherkunft unbekannt ist) oder im [[Salzburger Seenland]], [[Mondseeland]] und im [[Tennengau]] &amp;#039;&amp;#039;Woad&amp;#039;&amp;#039; (zu ‚weiden‘, dann kann das Vieh zum „Nachweiden“ auf die Mähwiesen gestellt werden). Sonst werden die weiteren Schnitte nur durchgezählt &amp;#039;&amp;#039;(dritter Schnitt)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Heumahd ausgeführte Schnitte im Frühjahr heißen regional &amp;#039;&amp;#039;Vor-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Frühschnitt;&amp;#039;&amp;#039; teils steht das auch für die Heumahd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Heuwirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pommern Dolgen 1930 - Heuwagen.jpg|mini|Heuernte in Pommern]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Heu-Heimfahrt auf dem Chiem-See.jpg|mini|Heu-Heimfahrt auf dem [[Chiemsee]], Mitte des 19. Jh.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lexikologie und Etymologie ===&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Heu&amp;#039;&amp;#039; (von mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;höu&amp;#039;&amp;#039;, althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;houwi, hewi&amp;#039;&amp;#039;) selbst steht als „das Gehauene“ (Abgehauenes, zum Dörrenlassen abgemähtes Gras) oder „das zu Hauende“ sicherlich in Nähe zu &amp;#039;&amp;#039;hauen&amp;#039;&amp;#039; (mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;houwen&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm-Heu&amp;quot;&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=HEU |Wortart=n. foenum |Band=10 |Sp=1275 |lemid=H07890}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Mahd&amp;#039;&amp;#039; ist das tendenziell [[oberdeutsch]]e Substantiv zu &amp;#039;&amp;#039;mähen&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet sowohl den Vorgang als auch das Ergebnis (‚das Gemähte‘, vergl. &amp;#039;&amp;#039;säen → [[Saat]]: Aussaat&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Saatgut&amp;#039;&amp;#039;) und hat sich wohl sekundär auf das Heumachen eingeengt; Getreide und andere Feldgewächse (wie Hanf/Flachs) werden „geschnitten“, nicht „gemäht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm-Mahd&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Grummet&amp;#039;&amp;#039; für ‚zweite Mahd‘ geht auf {{gmhS|gruonmât|kurz=ja}} zurück und ist seit dem 13.&amp;amp;nbsp;Jh. nachzuweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm-Grummet&amp;quot; /&amp;gt; Es ist eine Zusammensetzung von &amp;#039;&amp;#039;[[Mähen|Mahd]]&amp;#039;&amp;#039; als Grundwort und einer umlautlosen Variante von &amp;#039;&amp;#039;grün&amp;#039;&amp;#039; (in der ursprünglichen Bedeutung ‚frisch, jung‘) als Bestimmungswort.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache|Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 25. Auflage. Bearbeitet von [[Elmar Seebold]]. de Gruyter, Berlin/Boston 2011, S.&amp;amp;nbsp;377.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als &amp;#039;&amp;#039;Grummat&amp;#039;&amp;#039; ist das Wort in den [[Vogesen]], als &amp;#039;&amp;#039;Grumet&amp;#039;&amp;#039; in den [[Sudeten]] (&amp;#039;&amp;#039;Grummet&amp;#039;&amp;#039;) gebräuchlich; in [[Tirol]] heißt es &amp;#039;&amp;#039;Gruamat&amp;#039;&amp;#039;, [[Oberbayern|oberbayerisch]]-[[Österreichisches Deutsch|österreichisch]] &amp;#039;&amp;#039;Groamat/d&amp;#039;&amp;#039;, [[Niederbayern|niederbayerisch]] &amp;#039;&amp;#039;Gram(m)at, Groamet&amp;#039;&amp;#039;, in der [[Rhön]] &amp;#039;&amp;#039;Grommet&amp;#039;&amp;#039;, im [[Rheinisches Schiefergebirge|Rheinischen Schiefergebirge]] &amp;#039;&amp;#039;Graumet&amp;#039;&amp;#039;, [[westmitteldeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;Gro(o)m, Grommet, Gromisch&amp;#039;&amp;#039; (mit Lautung bis &amp;#039;&amp;#039;J-&amp;#039;&amp;#039;), [[niedersächsisch]] &amp;#039;&amp;#039;Gramme(t), Grammer&amp;#039;&amp;#039;, [[ostmitteldeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;Grum(m)t, Gru(h)nd&amp;#039;&amp;#039;, ostpreußisch &amp;#039;&amp;#039;Gromme(l)t&amp;#039;&amp;#039; verbreitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort {{gswS|Emde}} (n.)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm-Emde&amp;quot;&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=EMDE |Wortart=n. chordum, grummet |Band=3 |Sp=419 |lemid=E03958}}&amp;lt;/ref&amp;gt; geht auf {{gmhS|gmh=âmât|kurz=ja}} zurück und ist eine Zusammensetzung von {{gmhS|gmh=ā-|de=fort, weg|kurz=ja}} und &amp;#039;&amp;#039;mât&amp;#039;&amp;#039; ‚Mahd‘.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Schweizerisches Idiotikon]].&amp;#039;&amp;#039; Band I. Huber, Frauenfeld 1881–1885, Spalte 213&amp;amp;nbsp;f., Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Āmad&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Alemannische Dialekte|Alemannischen]] und [[Schwäbischer Dialekt|Schwäbischen]] lautet es verbreitet &amp;#039;&amp;#039;Ö(h)md, E(h)mt&amp;#039;&amp;#039;, im Oberelsass &amp;#039;&amp;#039;Amat&amp;#039;&amp;#039;, [[vorarlberg]]isch &amp;#039;&amp;#039;O(h)mad&amp;#039;&amp;#039;, [[Donau-Iller-Lech-Platte|zwischen Donau und Lech]] &amp;#039;&amp;#039;Aumat&amp;#039;&amp;#039; und im [[Südfränkisch]]en &amp;#039;&amp;#039;O(h)m(e)t&amp;#039;&amp;#039;. Überdies findet es sich im westlichen [[Nordthüringisch]] als &amp;#039;&amp;#039;Ommeten&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorderglied des Lexems &amp;#039;&amp;#039;Ettgrön&amp;#039;&amp;#039; geht auf [[altsächsisch]] &amp;#039;&amp;#039;ita-&amp;#039;&amp;#039; zurück, was ‚wieder‘ bedeutete. Das Wort hat sich im [[Schleswigsch|Schleswigischen]] und [[Ostfriesisches Platt|Ostfriesischen]] erhalten. Das gleiche Vorderglied mit anderem Grundwort, nämlich einer Ableitung vom altsächsischen Verb &amp;#039;&amp;#039;*grôwan&amp;#039;&amp;#039; ‚wachsen‘, findet sich als &amp;#039;&amp;#039;Ettgroahr&amp;#039;&amp;#039; an der [[Emsland|Ems]] und &amp;#039;&amp;#039;Ettgrau&amp;#039;&amp;#039; im [[Weserbergland]]. Eine dritte Variante ist [[Oldenburger Land|oldenburgisch]] &amp;#039;&amp;#039;Ettwort&amp;#039;&amp;#039;, deren Grundwort auf altsächsisch &amp;#039;&amp;#039;wurt&amp;#039;&amp;#039; ‚Wurzel‘ zurückgeht. Die Wortbildung mit &amp;#039;&amp;#039;ita-&amp;#039;&amp;#039; dürfte früher verbreiteter gewesen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wohl jüngeres&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot; /&amp;gt; Wort ist &amp;#039;&amp;#039;Nachmahd&amp;#039;&amp;#039; (f.). Es findet sich nur im [[niederdeutsch]]en Sprachraum, allgemein &amp;#039;&amp;#039;Na(h)mad/t&amp;#039;&amp;#039;, [[holsteinisch]] &amp;#039;&amp;#039;Nahmeid, Nohmeid&amp;#039;&amp;#039;, [[niederfränkisch]]/[[Westfälische Dialekte|westfälisch]] &amp;#039;&amp;#039;N(a)ohmatt&amp;#039;&amp;#039;, und kennt Varianten wie [[limburgisch]] &amp;#039;&amp;#039;Nohheu&amp;#039;&amp;#039; ‚Nachheu‘ und ostpommersch &amp;#039;&amp;#039;No(h)schnitt&amp;#039;&amp;#039;. Kleinräumig bei [[Lüneburger Heide|Lüneburg]] war auch &amp;#039;&amp;#039;Nachgras&amp;#039;&amp;#039; und im Oldenburgischen &amp;#039;&amp;#039;Nohgrus&amp;#039;&amp;#039; in Gebrauch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;König dtv-Atlas Deutsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Traditionelle Heuwirtschaft ===&lt;br /&gt;
Die Heuwirtschaft ist die Produktion von trockenkonserviertem [[Grünfutter]] für die winterliche Stallfütterung. Diese weltweit verbreitete Wirtschaftsform geht im Alpenraum wohl in das Hochmittelalter zurück ([[Schwaighof (Hofform)|Schwaigen]]) und war bis in das spätere 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert die weitaus verbreitete Arbeitsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor von [[Traktor]]en angetriebene [[Ladewagen]] und [[Ballenpresse (Landwirtschaft)|Ballenpressen]] allgemein verbreitet waren, wurde das Heu meistens auf Wagen, die von [[Zugpferd|Pferden]], [[Ochse]]n oder [[Hausrind#Kuh|Kühen]] gezogen wurden, von Hand mit einer [[Heugabel]] geladen und zum [[Bauernhof|Hof]] transportiert. Nachdem das Heu auf dem Wagen lag, wurde es mit einem &amp;#039;&amp;#039;Wiesbalken (regional auch Wiesbaum)&amp;#039;&amp;#039; der Länge nach beschwert. Ein daran befestigtes Seil wurde auf einer [[Winde (Mechanik)|Winde]] mit den &amp;#039;&amp;#039;Windelöffeln&amp;#039;&amp;#039; aufgewickelt, gespannt und damit das Heu vor dem Herabfallen gesichert. Loses herabhängendes Heu wurde mit dem Rechen entfernt und erneut aufgeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://rathaus-buerstadt.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/rathaus-buerstadt.de/geschichte/detailseite_daten&amp;amp;Id=5 |titel=Mit Rucksack und Sense in die Maulbeerau |titelerg=– Die Heuernte wie sie früher einmal war – |hrsg=Rathaus Bürstadt |datum=2004-02-10 |offline=1 |archiv-url=https://archive.is/20120721180957/http://rathaus-buerstadt.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/rathaus-buerstadt.de/geschichte/detailseite_daten&amp;amp;Id=5 |archiv-datum=2012-07-21 |abruf=2013-06-21 |kommentar=Der &amp;#039;&amp;#039;Wiesbalken&amp;#039;&amp;#039; war ein mehrere Meter langer Rundholz–Balken, welcher über das Fuhrwerk hinausreichte. Die &amp;#039;&amp;#039;Windelöffel&amp;#039;&amp;#039; waren „paddelförmige“ Bretter, welche in die Seilwinde gesteckt und zum Spannen benutzt wurden. Die &amp;#039;&amp;#039;Seilwinde&amp;#039;&amp;#039; selbst, war ein achteckig gehobeltes [[Rundholz]], welches an den Enden gelagert war. Das Rundholz hatte um 90° versetzte Langlöcher, in diese Langlöcher wurden die Windelöffel abwechselnd gesteckt. Durch Drehen des Rundholzes wurde das Seil gespannt.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In unwegsamerem Gelände (z.&amp;amp;nbsp;B. beim [[Wildheuen]]) musste das Heu oft auf dem Rücken in die [[Scheune]] getragen werden. Auch [[Hornschlitten|Holzschlitten]] fanden beim Heutransport Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aufkommen der [[Silage]] (säuerungskonserviertes Grünfutter) wurde das aufwändigere und viel witterungsabhängigere Heuen aber zunehmend auch im kleinbäuerlichen Sektor verdrängt. Verzichteten beispielsweise in Österreich 1970 noch 80&amp;amp;nbsp;Prozent der heimischen Landwirte auf Silofutter, so waren es um 2010 nur mehr 15&amp;amp;nbsp;Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wrz&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sophia Freynschlag |url=https://www.tagblatt-wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/36558_Heumilch-ein-Marketingschmaeh.html |titel=Heumilch – ein Marketingschmäh? |werk=www.tagblatt-wienerzeitung.at |hrsg=Wiener Zeitung |datum=2010-10-01 |sprache=de-AT |abruf=2024-09-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem in vielen Dörfern ganze Häuserreihen abbrannten, wurden im 18. Jahrhundert unter [[Karl Theodor (Pfalz und Bayern)|Pfalzgraf Karl IV.]] der Verhütung eines Feuerbrandes dienende strenge Anordnungen erlassen, in denen auch die vorschriftsmäßige Hantierung mit Heu und Stroh geregelt war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Franz-Josef Sehr]] |Titel=Das Feuerlöschwesen in Obertiefenbach aus früherer Zeit |Sammelwerk=Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 1994 |Verlag=Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg |Ort=Limburg |Datum=1993 |Seiten=151–153}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissance der Heuwirtschaft im Kontext der Ökologisierung ===&lt;br /&gt;
Dabei wurden aber schnell Nachteile insbesondere für die [[Milchprodukt]]eherstellung erkennbar; besonders traditionelle Käsesorten, insbesondere langgereifte [[Hartkäse]] aus [[Rohmilchkäse|Rohmilch]] (wie Emmentaler, Bergkäse), waren mit Milch aus Silagefütterung nicht oder schlecht herstellbar ([[Clostridien]]-Gefahr).&lt;br /&gt;
Daher wurde &amp;#039;&amp;#039;silofreie&amp;#039;&amp;#039; oder hartkäsetaugliche Milch zunehmend wieder zu einer marktrelevanten Produktsparte.&lt;br /&gt;
Außerdem wurde das Heumachen zunehmend sowohl als [[Kulturgut]] als auch als Maßnahme des [[Landschaftsschutz|Landschafts-]] und [[Naturschutz]]es erkannt,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alpenkonv 10/11&amp;quot;&amp;gt;Art. 10 &amp;#039;&amp;#039;Standortgemäße Viehhaltung und genetische Vielfalt&amp;#039;&amp;#039; und Art. 11 &amp;#039;&amp;#039;Vermarktung&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;Alpenkonvention&amp;#039;&amp;#039; (P2); {{§§|URL|2=https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=20002262 |3=&amp;#039;&amp;#039;Protokoll zur Durchführung der Alpenkonvention von 1991 im Bereich Berglandwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;}} StF: BGBl. III Nr. 231/2002 (i.d.g.F. online, [[ris.bka]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; denn die in der Silageherstellung möglichen frühen Einschnitttermine schon im [[Mittfrühling]] und kürzeren Intervalle brachten die über Jahrhunderte entstandenen charakteristischen artenreichen [[Blumenwiese]]n innerhalb weniger Jahre zum Verschwinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wird die Heuwirtschaft heute in einigen Bereichen zunehmend gefördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Grünland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Heu Fütterung - Ziege 2.jpg|mini|Überdachte [[Heuraufe]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HorsesAndHay.jpg|mini|Fütterung von Pferden mit Heu]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sommerliche [[Weide (Grünland)|Weide]]/Frischgras- und winterliche Heufütterung war traditionell die allgemein übliche Wirtschaftsweise in der Viehhaltung, im Alpenraum bis in das mittlere 20. Jahrhundert hinein. Mit dem Aufkommen der logistisch viel effizienteren [[Silage]]-Wirtschaft wurde das Heumachen weitgehend aufgegeben. Die Heuwirtschaft hielt sich hauptsächlich für die [[Rohmilchkäse]]erzeugung ([[Emmentaler]], [[Greyerzer|Gruyere]], [[Sbrinz]] etc.), weil dabei die Gefahr einer Buttersäuregärung bei der Reifung durch [[Clostridien]]sporen deutlich geringer war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;rind/topagrar 2012&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.topagrar.com/archiv/Heumilch-Vom-Ladenhueter-zum-Trendsetter-848166.html Heumilch: Vom Ladenhüter zum Trendsetter.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rind.&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe 06/2012 (online, topagrar.com).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.heumilch.at/wp-content/uploads/2014/05/Clostridien_Ginzinger_2001.pdf |titel=Studie „Einfluss Silage auf die Milch“ |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20201031160039/http://www.heumilch.at/wp-content/uploads/2014/05/Clostridien_Ginzinger_2001.pdf |archiv-datum=2020-10-31 |abruf=2018-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Zulieferer vereinzelter regionaler Molkereispezialitäten. Deshalb ist für die Lieferanten von Rohmilchkäsereien Silagefütterung teilweise untersagt und wird durch Heu- und [[Grünmehl]]-Fütterung ersetzt. Regional wird Milch aus silagefreier Fütterung in Österreich und weiteren Ländern unter dem Markennamen [[Heumilch (Marke)|Heumilch]] vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner für Pferde günstigen Zusammensetzung hat Heu eine sehr hohe Bedeutung in der [[Pferdefütterung]], der Einsatz in der Rinderfütterung nimmt durch die Vorzüglichkeit der [[Silage]]fütterung ab. Heu mit erhöhter Restfeuchte, das unter Luftabschluss konserviert wird, gilt als [[Heulage]] und kommt als staubfreies Futtermittel in der Pferdehaltung zur Verwendung. Trotz der teils vielfältigen Zusammensetzung aus mehreren Pflanzenarten gilt Heu rechtlich als Einzelfuttermittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bei der Heulagerung verbliebene Feinmaterial, hauptsächlich Blattbruch, Spelzen und Samen und sonstige Kleinteile, wird &amp;#039;&amp;#039;[[Heublumen]] (Graminis flos)&amp;#039;&amp;#039; genannt und ist ein traditionelles Heilmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter 2013&amp;quot;&amp;gt;Vergl. &amp;#039;&amp;#039;Foin Coupé (Heugeruch).&amp;#039;&amp;#039; In: Fred Winter: &amp;#039;&amp;#039;Riechstoffe und Parfumierungstechnik: Genesis, Charakteristik und Chemie der Riechstoffe unter Besonderer Berücksichtigung Ihrer Praktischen Verwendung zur Herstellung Komplexer Riechstoff-Gemische.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-5731-2, S. 319 ff ({{Google Buch |BuchID=PoarBgAAQBAJ |Seite=319}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende [[Ätherisches Öl|Ätherische Ölmischungen]] nennt man in der Parfümerie &amp;#039;&amp;#039;Foin Coupé (Heugeruch).&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter 2013&amp;quot; /&amp;gt; [[Cumarin]] verleiht frischem Grasschnitt seinen eigentümlichen, angenehm würzigen Geruch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winter 2013&amp;quot; /&amp;gt; Schimmelt das Heu, können gesundheitsgefährdende Cumarin-Derivate entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur [[Bioenergie|energetischen Nutzung]] ist Heu bedingt geeignet, besonders aufgrund seines hohen [[Silicium]]-Gehalts, der zu besonders hartnäckiger Verunreinigung führt, und seiner vergleichsweise inhomogenen Konsistenz. Seine Verwendung als [[halmgutartiger Brennstoff]] ist in dafür geeigneten Heizungsanlagen zulässig. Aufgrund der Brennstoffeigenschaften von Heu ist die Anlagentechnik anspruchsvoller als beispielsweise bei Verbrennung von [[Brennholz|Holz]], zudem ist auch bei Kleinanlagen eine nachgeschaltete [[Abgasreinigung]] nötig, um geltende [[Emissionsgrenzwert]]e einzuhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hans Oechsner |url=http://www.alb-bw.uni-hohenheim.de/2teOrdnung/pdf-Praesentationen/Oechsner.pdf |titel=Besichtigung der Pilotanlage zur Heuverbrennung |werk=ALB-Fachgespräch Holz, Getreide &amp;amp; Co. |hrsg=ALB Baden-Württemberg e. V. |format=PDF; 519&amp;amp;nbsp;kB |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160305174619/http://www.alb-bw.uni-hohenheim.de/2teOrdnung/pdf-Praesentationen/Oechsner.pdf |archiv-datum=2016-03-05 |abruf=2013-06-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich wird die Heuwirtschaft vor allem durch die [[Heumilch (Marke)|ARGE Heumilch Österreich]] gefördert, in der etwa 8.000 Bauern vertreten sind, etwa 40 % der insgesamt etwa 20.000 Milcherzeuger in Österreich. Damit sind ein Viertel aller (bis 2014) registrierten 22&amp;amp;nbsp;Käsesorten explizite Heumilchprodukte, und über drei Viertel anderweitig aufgrund der Herstellungsweise auf Heufütterung beschränkt. Die [[Genuss Region Österreich|Genussregionen]] spielen inzwischen eine zentrale Rolle in der Vermarktung der nach [[ÖPUL]]-Programm gewonnenen Produkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die traditionelle Heumilchwirtschaft in den österreichischen Alpen wurde 2023 in die Liste der [[Globally Important Agricultural Heritage Systems]] der [[Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|FAO]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.fao.org/giahs/giahsaroundtheworld/designated-sites/europe-and-central-asia/hay-milk-farming-austria/en/ Traditional Hay milk Farming in the Austrian Alpine Arc, Austria]&amp;#039;&amp;#039; auf der Webpräsenz des GIAHS-Programms der FAO, abgerufen am 1. August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensmittelrechtliche Einordnung ==&lt;br /&gt;
Anlässlich der Vorstellung eines [[Brot]]s, das mit wässrigem Auszug von Heu aromatisiert wurde, erklärte die [[Steiermark|steirische]] Lebensmittelbehörde, dass ein solches Brot nicht als Lebensmittel vermarktet werden darf. Ähnlich entschied früher die [[kärnten|Kärntner]] Behörde zu einer Heulimonade.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://steiermark.orf.at/news/stories/2868610/ |titel=Diskussion über Heu als Lebensmittel entfacht |werk=steiermark.orf.at |hrsg=Österreichischer Rundfunk |datum=2017-10-02 |sprache=de-AT |abruf=2025-01-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Heusaat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gottfried Briemle u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung in Baden-Württemberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Günther Linckh u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft. Voraussetzungen, Möglichkeiten, Maßnahmen&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-540-61090-1, S. 125–256.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klapp (Agrarwissenschaftler)|Ernst L. Klapp]]: &amp;#039;&amp;#039;Grünlandvegetation und Standort. Nach Beispielen aus West-, Mittel- und Süddeutschland&amp;#039;&amp;#039;. Parey Verlag, Berlin 1965&lt;br /&gt;
* Ernst L. Klapp: &amp;#039;&amp;#039;Wiesen und Weiden. Eine Grünlandlehre&amp;#039;&amp;#039;. Parey Verlag, Berlin 1971, ISBN 3-489-72510-7.&lt;br /&gt;
* Gerhard Voigtländer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grünlandwirtschaft und Futterbau&amp;#039;&amp;#039;. Ulmer, Stuttgart 1987, ISBN 3-8001-3071-8.&lt;br /&gt;
* K. Buchgraber, L. Gruber, A. Pöllinger, E.M. Pötsch, R. Resch, W. Starz, A. Steinwidder: &amp;#039;&amp;#039;Futterqualität aus dem Grünland ist wieder mehr wert.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der fortschrittliche Landwirt.&amp;#039;&amp;#039; 86, (6), 2008, S. 16–19.&lt;br /&gt;
* W.L. Greenhill, J.F. Couchman, J. De Freitas: &amp;#039;&amp;#039;Storage of hay.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of the Science of Food and Agriculture]]&amp;#039;&amp;#039; 12, 1961, S. 293–297.&lt;br /&gt;
* R. Resch, T. Guggenberger, G. Wiedner, A. Kasal, K. Wurm, L. Gruber, F. Ring-Dorfer und K. Buchgraber: &amp;#039;&amp;#039;Futterwerttabellen für das [[Grundfutter]] im Alpenraum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der fortschrittliche Landwirt.&amp;#039;&amp;#039; (24), 2006, Sonderbeilage&lt;br /&gt;
* Horst Eichhorn (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Landtechnik.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1952, 1999, ISBN 3-8001-1086-5, S. 382 ff.&lt;br /&gt;
* Klaus-Ulrich Heyland (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Spezieller Pflanzenbau.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1952, 1996, ISBN 3-8001-1080-6, S. 57 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Hay|Heu|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4159757-6}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ima-agrar.de/wissen/agrilexikon/heu Heu im AgriLexikon von information.medien.agrar e. V.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159757-6|LCCN=sh85059402}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Futtermittel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenprodukt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Form der Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Milchherstellung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nassauer27</name></author>
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