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	<title>Herophilos von Chalkedon - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;DCB am 10. März 2024 um 13:29 Uhr</title>
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		<updated>2024-03-10T13:29:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
[[Datei:Zaragoza - Antigua Facultad de Medicina - Medallón - Herófilo.jpg|mini|Relief am Paraninfo, dem Eingang zur Medizinischen Fakultät der [[Universität Saragossa]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Herophilos von Chalkedon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Herophilos von Kalchedon&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Herophilos von Alexandria&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Ἡρόφιλος|Hēróphilos}}; * um 325 v.&amp;amp;nbsp;Chr.; † um 255 v.&amp;amp;nbsp;Chr.), latinisiert auch &amp;#039;&amp;#039;Herophilus&amp;#039;&amp;#039;, war ein griechischer Arzt und Anatom, der in [[Alexandria]] lehrte. Herophilos, der seine anatomischen Studien an menschlichen Leichen durchführte, gilt als „Vater der Anatomie“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ferdinand Peter Moog: &amp;#039;&amp;#039;Zum Gleichnis vom tapferen Feldherrn bei Herophilos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 22, 2003, S. 30–39, hier: S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er und der etwas jüngere [[Erasistratos|Erasistratos von Keos]] waren die führenden [[Anatomie|Anatom]]en der [[Alexandrinische Schule#Medizin|alexandrinischen]] [[Schule (Wissenschaft)|Schule]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herophilos aus [[Chalkedon]] in [[Bithynien]] erhielt seine medizinische Ausbildung bei [[Praxagoras von Kos]], der ihn vermutlich in die [[Altgriechische Medizin#Hippokrates und die hippokratische Medizin|hippokratische Medizin]] und [[Humoralpathologie]] einführte. Anschließend zog er nach Alexandria. Dort begründete er die Lehre von der [[Diagnose|diagnostischen]] Bedeutung des [[Puls]]es bei [[Kardiologie|Herzkrankheiten]] und [[Fieber]] und konstruierte eine (sich in den darauffolgenden Jahrhunderten jedoch nicht durchsetzende&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Friedrich Kümmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Puls und das Problem der Zeitmessung in der Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorisches Journal.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, 1974, S. 1–22, hier: S. 1 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;) Taschen[[wasseruhr]] zu dessen Messung. Als einer der Ersten unterschied Herophilos [[Arterie]]n und [[Vene]]n, eine der Grundlagen zur späteren Entdeckung des [[Blutkreislauf]]es (wenngleich bereits Praxagoras darauf hingewiesen hatte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herophilos werden die ersten wissenschaftlichen [[Obduktion|Sektionen]] (Obduktionen) von Menschen zugeschrieben. Er führte möglicherweise auch [[Vivisektion]]en an Mensch und Tier aus. Diese Arbeit wurde vom ägyptischen Königshof der [[Ptolemäer]] gefördert. Die Sektionen trugen wesentlich zur Kenntnis des Gehirns bei. Herophilos beschrieb um 320 v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Hans Sasse: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Augenheilkunde in kurzer Zusammenfassung mit mehreren Abbildungen und einer Geschichtstabelle&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bücherei des Augenarztes.&amp;#039;&amp;#039; Heft 18). Ferdinand Enke, Stuttgart 1947, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Schichten des Augapfels ([[Netzhaut|Retina]], [[Aderhaut|Choroidea]] und [[Sklera]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Krogmann: &amp;#039;&amp;#039;Ophthalmologie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1069–1075, hier: S. 1069.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er schuf eine Nomenklatur der Organe, die er anatomisch untersuchte. Ihm wird ferner unter anderem die erste Erwähnung der [[Rautengrube]] (&amp;#039;&amp;#039;Calamus scriptorius Herophili&amp;#039;&amp;#039;), der [[Bauchspeicheldrüse]], der [[Hirnhaut]] und des [[Eileiter]]s zugeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die große Chronik Weltgeschichte 05. Rom und der Hellenismus.&amp;#039;&amp;#039; wissenmedia Verlag 2008, ISBN 9783577090650, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die anatomische Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Torcular Herophili&amp;#039;&amp;#039; ist nach ihm benannt. Er brachte die Fähigkeit zur [[Sensibilität (Neurowissenschaft)|Empfindung]] mit sensorischen (im Gegensatz zu motorischen) Nerven in Zusammenhang.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Urs Boschung]]: &amp;#039;&amp;#039;Sensibilität.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 1321.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob er tatsächlich, wie [[Aulus Cornelius Celsus|Celsus]] ([[De medicina (Celsus)|De medicina]], Proömium 1) berichtet, als verurteilter Verbrecher mit [[Erasistratos]] zur Vivisektion und somit zum Tode verurteilt wurde, ist umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herophilos machte zudem auf die Bedeutung der [[Pharmakologie]] für die Medizin aufmerksam. Er erkannte die Abhängigkeit des Pulsschlags von der Bewegung des Herzens und ordnete Pulsveränderungen bestimmte Vorgänge im Inneren des Körpers zu.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jutta Kollesch]], [[Diethard Nickel]]: &amp;#039;&amp;#039;Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus den medizinischen Schriften der Griechen und Römer.&amp;#039;&amp;#039; Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universal-Bibliothek.&amp;#039;&amp;#039; Band 771). 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 9, 28, 31 f. und 45.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Werken, die Herophilos zugeschrieben wurden, sind sechs sehr wahrscheinlich echt: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Über den Puls&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Geburtshilfe&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Diätetik&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Therapeutik&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gegen verbreitete Vorstellungen&amp;#039;&amp;#039;. Es sind aber nur Zitate erhalten. Der um 250 bis 200 v.&amp;amp;nbsp;Chr. tätige Arzt und Hippokrates-Herausgeber [[Bakcheios aus Tanagra]] war ein Schüler des Herophilos und verfasste Schriften zur Pulslehre, Pathologie und Pharmakologie sowie Erinnerungen an Herophilos und dessen Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;Gundolf Keil: &amp;#039;&amp;#039;Bakcheios von Tanagra.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner E. Gerabek et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 133 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom &amp;#039;&amp;#039;[[Anonymus Londiniensis]]&amp;#039;&amp;#039; wird als weiterer Vertreter der Schule des Herophilos der aus Laodikeia stammende Arzt Alexander Philaletes (2. Hälfte des 1. Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr.), angeblich ein Asklepiades-Schüler, genannt. Die Anhänger des Herophilos bezeichnet man als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Herophileer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, welche Ansichten der Erasistateer bekämpften.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als weiterer Angehöriger der von Herophilos begründeten medizinischen Richtung gilt [[Kallimachos (Mediziner)|Kallimachos]], ein etwa im späten 3. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. tätiger Arzt aus Bithynien und späterer Kritiker des Herophilos.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich von Staden (Medizinhistoriker)|Heinrich Staden]]: &amp;#039;&amp;#039;Herophilus: The Art of Medicine in Early Alexandria: Edition, Translation, and Essays.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1989, S. 480–483.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgaben und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
* [[Heinrich von Staden (Medizinhistoriker)|Heinrich Staden]]: &amp;#039;&amp;#039;Herophilus: The Art of Medicine in Early Alexandria: Edition, Translation, and Essays.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1989 ([https://books.google.de/books?id=rGhlIfJZkVoC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_summary_r Google Bücher]; maßgebliche Ausgabe und Darstellung)&lt;br /&gt;
* [[Hermann Schöne (Philologe)|Hermann Schöne]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Markellinos’ Pulslehre. Ein griechisches Anekdoton.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Festschrift zur 49. Versammlung Deutscher Philologen und Schulmänner in Basel im Jahre 1907.&amp;#039;&amp;#039; Basel 1907, S. 448–472, hier: S. 452 und 463.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Übersichtsdarstellungen ===&lt;br /&gt;
* [[Jochen Althoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Herophilos aus Alexandrien.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Bernhard Zimmermann (Philologe)|Bernhard Zimmermann]], [[Antonios Rengakos]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der griechischen Literatur der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Die Literatur der klassischen und hellenistischen Zeit.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-61818-5, S. 578–580.&lt;br /&gt;
* Ferdinand Peter Moog: &amp;#039;&amp;#039;Herophilos von Kalchedon&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Werner E. Gerabek]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2004, S. 575–579 (umfassender Überblick mit Literatur).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Untersuchungen ===&lt;br /&gt;
* Hans Erwin Hecking: &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Studien zu Herophilos.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Freiburg im Breisgau 1969.&lt;br /&gt;
* C. R. S. Harris: &amp;#039;&amp;#039;The Heart and the Vascular System in Ancient Greek Medicine. From Alcmaeon to [[Galenos|Galen]].&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1973, S. 190 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118983229|LCCN=n86019013|VIAF=20480544}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Herophilos #Chalkedon}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anatom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner der griechischen Antike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Kos)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grieche (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 3. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Herophilos von Chalkedon&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Herophilos von Kos; Herophilos von Alexandria&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=antiker griechischer Arzt&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DCB</name></author>
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